slowandsteady Mittwoch um 07:27 · bearbeitet Mittwoch um 07:38 von slowandsteady Das Problem an Deutschland ist nicht das EEG oder die Erneuerbaren, sondern der absurde Strommarkt. Wir haben: einheitliche Strompreiszone und dadurch Redispatch-Kosten ohne Ende zweistellig GWh Heimspeicher, die im Sommer vormittags aufladen und dann mittags voll sind und der Peak voll eingespeist wird (weil Eigenverbrauch finanziell sinnvoller) erhebliches Potential an Power-2-Grid faehigen Elektroautos, aber keine praktikable Methode zur Verguetung, also macht es niemand extrem teure Smartmeter und dadurch nur 5-6% Rollout in 10+ Jahren trotzdem "dumme" Rundfunkempfaenger zur Steuerung anstatt einer modernen, deutschlandweiten API generell Planwirtschaft statt Marktwirtschaft Und so wird es halt teurer und teurer, aber niemand repariert den kaputten Strom-Markt. Macht einfach Nodal Pricing an jeder Trafostation, Smartmeter fuer alle und dynamische Tarife als Standard, und macht Gewinne aus Stromverkauf im Privathaushalt steuerbefreit bis meinetwegen 30kW maximaler Einspeisung. Und schon wird der Strompreis von alleine sinken, weil dann der Markt wirklich "regeln" kann. Wenn man will, koennte man durchaus in 5 Jahren 100% Rollout haben, ein Elektriker, der die Strasse nacheinander von einem Haus zum anderen durchgeht, koennte bis zu 20 Zaehler pro Tag tauschen (8h / 20 = 24min pro Zaehler) und wir haben 53 Millionen in Deutschland -> 13.000 Elektrikerjahre mit 200 Arbeitstagen und diese Arbeit koennte IMHO sogar jemand erledigen, der kein voller Elektriker ist sondern nur 4 Wochen angelernt wird... 2500 Elektriker haben das in 5 Jahren locker durch. Wir haetten in Deutschland auch die hoechsten Strompreise, selbst wenn wir 100% Kernkraftwerke oder 100% Gaskraftwerke haetten. Es sind nicht die Erzeugungskosten das Problem, sondern dass wir uns selbst mit einem Markt geisseln, den man sich nicht ausdenken koennte, wenn man als Aufgabe bekaeme "denke dir eine moeglichst ineffizientesten Markt aus". Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Mittwoch um 09:29 · bearbeitet Mittwoch um 09:46 von reko @slowandsteady Das aktuelle Marktdesign geht weiterhin von einer idealen Kupferplatte aus. Die Anforderungen an den Netzausbau werden ignoriert. Die aktuelle Ausschreibung hat zu Gasgroßkraftwerken an den Standorten der Kohleindustrie geführt. Das kann zwar Braunkohle einsparen, die Netzengpässe werden jedoch bestehen bleiben. Dort, wo das Backup gebraucht wird, gab es keinen Zuschlag. Zwei Strompreiszonen alleine reichen nicht aus, damit der Markt richtig funktionieren kann. Es dürften dann auch keine Subventionen vom Süden in den Norden fließen – wie z. B. die Finanzierung der Energiewende aus Steuermitteln. Der Süden müsste eine eigene Energiepolitik machen – genau aus diesem Grund wurde das Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B) gegründet.. Es gibt auch Vorschläge für 5 Strompreiszonen. Nodale Strompreise sind für absehbare Zeit technisch nicht realisierbar. Bei nodalen Strompreisen käme es zwangsläufig faktisch an vielen Netzknoten zu Monopolen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
slowandsteady Mittwoch um 09:56 · bearbeitet Mittwoch um 10:00 von slowandsteady vor 30 Minuten von reko: Das aktuelle Marktdesign geht weiterhin von einer idealen Kupferplatte aus. Sage ich ja - die Realitaet wird nicht eingepreist und das ist das Problem. Dann wird "falsch optimiert". Ein Windkraftwerk in Bayern kann trotz weniger Ertrag billiger fuer die Gesamtheit sein als eines in Flensburg wo schon 1000 stehen. Ein PV-Anlage im Norden kann nuetzlicher sein als in einem Segment in Bayern, wo das Ortsnetz schon an seine Grenzen kommt im Sommer. vor 30 Minuten von reko: Es gibt auch Vorschläge für 5 Strompreiszonen. Nodale Strompreise sind für absehbare Zeit technisch nicht realisierbar. Man versucht es aber nicht einmal ernsthaft, die Strompreiszonen aufzuteilen, obwohl es alle Experten sagen dass das absolut noetig ist. Genauso wie der Smartmeter-Rollout. Und das ist das Problem. Wir machen auch oft Redispatch, obwohl physikalisch noch gar nicht unbedingt noetig, sondern nur rechnerisch, weil der Netzbetreiber einfach nach Maximum der Anschlussleistung geht und keine genaue Einsicht hat, was jetzt wirklich gerade an Leistung durchlaeuft. Zitat Bei nodalen Strompreisen käme es zwangsläufig faktisch an vielen Netzknoten zu Monopolen. Nein, denn der lokale Anbieter konkurriert dann immer noch mit dem billigeren Anbieter + Transportkosten. Wenn das billiger ist, dann kommt der Monopol-Anbieter auch lokal nicht zum Zug. Wenn staendig die Leitungen ueberlastet sind, dann lohnt sich ein Ausbau dieser Leitungen, da man mehr "Strom-Maut" verdienen kann wenn die Leitung gut ausgelastet ist. Somit wird dann nach Bedarf ausgebaut und nicht nach Planwirtschaft. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Mittwoch um 10:24 · bearbeitet Mittwoch um 11:19 von reko @slowandsteady Das Durchhängen der kritischen Leitungen im Transportnetz wird zum Teil online überwacht. Dieses temperaturbedingte Durchhängen und das Risiko potenzieller Erdschlüsse sind der Hauptgrund, warum eine Freileitung physikalisch nicht mehr Strom transportieren darf. Ein großes Problem sind die kaum überwachten Belastungen im Verteilnetz. Das kann auch kaum nachgerüstet werden. Theoretisch könnte ein lokales Monopol durch Stromimporte und Strom-Maut gebrochen werden. In der Praxis funktioniert dieser Marktmechanismus jedoch kaum. Es gibt zwar in normalen Zeiten viele dezentrale Solar- und Windeinspeiser. In echten Mangelsituationen existieren regional aber nur wenige verlässliche Backups, die überhaupt Strom liefern können. In Mangelsituationen würde es zu astronomischen Preisen kommen. Es wäre sehr teuer, Geräte automatisch zu betreiben, ohne ein komplexes Smart-Home-System zu installieren. Das könnten viele aber nicht finanzieren und wäre auch nur sehr langwierig flächendeckend umsetzbar. Mieter haben hier keine Wahl. Jede deutsche Lösung muss auch kompatibel mit dem europäischen Stromnetz sein. Auch das EU-Recht behandelt Strom als Ware und impliziert eine Kupferplatte. Die europäische Regulierungsbehörde ACER wirft Deutschland seit Jahren vor, den physischen Netzausbau von Nord nach Süd verschleppt zu haben und dadurch die Netze der Nachbarstaaten zu stören. Mehrere Strompreiszonen ändern die Situation erst dann nachhaltig, wenn es dadurch auch zu einer massiven Verlagerung der Stromerzeuger kommt. Ein solcher Strukturwandel wird jedoch sehr viel Zeit benötigen (mehrere Jahrzehnte). Windräder in Norddeutschland müssen abgebaut werden und wären in Süddeutschland kaum wirtschaftlich. Auch mit mehreren Strompreiszonen braucht Süddeutschland mehr Backup-Kapazitäten, die dort zudem häufiger als im Norden eingesetzt werden müssten – da sich Wind und Sonne hier weniger gut ergänzen und Dunkelflauten in Süddeutschland häufiger und länger sind. Will man dies durch norddeutschen Strom ausgleichen, benötigt man genau den Stromtransport, den man mit der Aufteilung der Netze vermeiden wollte. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Freitag um 13:38 Aber China hat doch immer höhere Co2-Emmissionen!!! NEIN! Grüner Strom verdrängt Kohle - Chinas CO2-Emissionen fallen überraschend stark => Minus 3,3% Co2-Emmissionen im Q3 2026 (im Vgl. zum Q3 2025)! Gründe: - Minus 3,1% Weniger Kohlestrom - Erstmals unter 50% Kohlestrom, weil EEs die Kohle verdrängen - geringerer Ölverbrauch, weil immer mehr Verbrenner durchs BEVs ersetzt werden - und (nicht offiziell): geringeres Wirtschaftswachstum . Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag