desesperado

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Posted · Edited by desesperado

ja Skorpion, zwar verstehe ich von TA nicht soviel wie Du, aber das 50-Prozent-Retracement der Rally hatte mich z.B. irritiert und die Chartbildchen zu der Analyse sind doch wirklich top :lol:

 

Top - Ananlyse auch hier:

 

Wenn Verkaufsempfehlungen zu Kursraketen werden

Dresdner Kleinwort Wasserstein landet Erfolg der besonderen Art - Prognostizierte Nieten legen 2005 im Schnitt ein Drittel zu

von Daniel Eckert und Holger Zschäpitz

 

Berlin - Materieller Wohlstand macht nicht glücklich. Diese Weisheit trägt James Montier, seines Zeichens Börsenstratege bei Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW), seit Jahr und Tag wie eine Monstranz vor sich her. Und so mancher Anleger wird sich dabei gedacht haben: Der gute Mann wird schon wissen, warum er dies predigt. Und tatsächlich: Mit den Investmentempfehlungen von Montiers Arbeitgeber kamen Investoren 2005 nicht so schnell zu Wohlstand. Zumindest wer die zehn Top-Verkaufsempfehlungen für 2005 wörtlich nahm, ist finanziell auf die Nase gefallen. Denn keine einzige der "Top Ten Sells 2005" beendete das Handelsjahr mit einem Kursverlust. Vielmehr konnten Anleger mit den von DrKW prognostizierten Nieten Lonmin, Bayer, FMC, Zurich Financial, Nokia, DaimlerChrysler, Novo Nordisk, Scottish&Newcastle, Rentokil und Centrica eine durchschnittliche Performance von 33 Prozent erzielen und damit sogar den MSCI Europa schlagen. Wer in Form von Leerverkäufen - auf diese Weise läßt sich auf fallende Notierungen spekulieren - 100 000 Euro in die zehn Verkaufstips investierte, landete bis zum Jahresende leicht bei 25 000 Euro. Doch auch für dieses Ungemach hat Montier den passenden Rat: "25 000 Euro im Jahr reichen, um glücklich zu sein."

 

 

Tatsächlich ist die Performance der "Top Ten Sells" besonders blamabel, weil sich die Investmentbank mit dieser unkonventionellen Liste gegenüber der Konkurrenz abgrenzen will. Peinlich ist dies auch deshalb, weil die Top-Verkaufsempfehlungen zehn Prozent besser liefen als die Top-Kaufempfehlungen für 2005. Ein Wert auf der Favoritenliste, die Royal Bank of Scotland, schaffte sogar das Kunststück, in einem außergewöhnlich guten Börsenjahr wie 2005 mit einem Minus abzuschließen.

 

 

Normalerweise veröffentlichen die Institute zu jedem Jahresanfang lediglich die aussichtsreichsten Titel und hüllen den Mantel des Schweigens über die potentiellen Verlierer. Schließlich will es sich keine Bank mit einem Unternehmen durch eine so exponierte Verkaufsempfehlung verscherzen und damit Kunden verprellen.

 

 

Aber die Dresdner haben in Zeiten von Hedge-Fonds, die ebenso auf fallende wie auf steigende Notierungen setzen können, mit dieser Konvention werbewirksam gebrochen. Seit dem Jahr 2002 lesen sich deren Verkaufslisten teilweise wie Literaturverrisse. Dumm nur: Während sich in der Belletristik die Qualität der Kritik schwer messen läßt, ist dies in der Finanzbranche anders.

 

 

Zumindest sind die Dresdner mit ihren "Top Ten Sells 2005" jetzt zum Gespött der Börsianer geworden. Schon länger haben die DrKW-Strategen eher eine Reputation als Glücksexperten und Gefühlsmanager. Hier gibt es eine klare Aufgabenteilung zwischen Montier und seinem Kollegen Albert Edwards. Ersterer betreibt Glücksforschung und rät Anlegern, Geld nicht mit Glück zu verwechseln. Zudem sollten sie für ihr persönliches Wohlbefinden lieber exotische Berge besteigen und Sex nur mit dem Partner haben, den sie lieben.

 

 

Edwards erregte dagegen besondere Aufmerksamkeit, als er in einer DrKW-Studie über seine Erfahrungen beim Speed-Dating, einer innovativen Methode der Partnerfindung, sinnierte. Monate später erfuhren die Investoren dann, wie er mit seiner neuen Flamme durch Amerika tourte, wobei auch Details nicht vorenthalten wurden. Er begründete seine Publikationslust mit den Wünschen der DrKW-Klienten, die offenbar größeres Interesse am Gefühlsleben als an Kursempfehlungen haben.

 

 

Artikel erschienen am Do, 5. Januar 2006

http://www.welt.de/data/2006/01/05/827061.html

 

 

eben nur mal ein Beitrag zum Thema Analysen ;)

 

Edit: gerade festgestell, dass das Thema bei der FAZ etwas ausführlicher besprochen wird

http://www.faz.net/s/RubEA492BA0F6EB4F8EB7...n~Scontent.html

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und noch ein Chefinvestment-Stratege ;)

 

 

Inverse Zinsstruktur ist kein guter Anlage-Ratgeber 05. Januar 2006

 

Die Zinsstrukturkurve in Amerika hat sich zuletzt zwar wieder etwas normalisiert. Das heißt, die zehnjährigen Staatsanleihen werfen inzwischen wieder eine etwas höhere Rendite ab als die zweijährigen Staatsanleihen. Trotzdem wird in Fachkreisen noch immer intensiv darüber diskutiert, was die unlängst erstmals seit fünf Jahren wieder kurzzeitig aufgetretene inverse Zinsstrukturkurve für die Konjunktur und die Börse bedeuten könnte.

 

 

Auch wir haben uns an dieser Stelle unter dem Titel Was eine inverse Zinsstruktur bedeutet, schon Gedanken über dieses Phänomen gemacht. Die in diesem Beitrag angestellten Überlegungen wollen wir jetzt durch Nachforschungen ergänzen, welche die Analysten beim amerikanischen Finanzdienstleister Standard & Poor´s (S&P) durchgeführt haben.

 

Verläßlicher Indikator für Rezession-Prognosen

 

Dem Ergebnis der historischen Studie zufolge, trat eine inverse Zinsstrukturkurve gemessen an den dreimonatigen Treasury Bills und den zehnjährigen Staatsanleihen in den vergangenen 30 Jahren sechs Mal auf (siehe Tabelle). Im Durchschnitt dauerten diese 13 Monate. In fünf der sechs Fälle fiel die amerikanische Wirtschaft anschließend mit einer gewissen Zeitverzögerung in eine Rezession. Im Schnitt dauerte es vom Auftreten einer inversen Zinsstrukturkurve bis zu einer Rezession zwölf Monate. Im Minimum dauerte es sieben Monate und maximal 17 Monate. Nur einmal, und zwar im Jahr 1998, folgte auf eine inverse Zinsstrukturkurve keine Rezession.

 

Trotz des einzelnen Fehlsignals kann eine inverse Zinsstrukturkurve als relativ verläßlicher Indikator für eine nachfolgende Konjunkturschwäche gewertet werden. Was die aus diesem Phänomen ableitbaren Prognosen hinsichtlich der weiteren Kursaussichten am Aktienmarkt angeht, ist die Verläßlichkeit aber bei weiten nicht so groß. S&P-Chefinvestment-Stratege Sam Stovall kommt auf Basis der ermittelten Daten sogar zu folgendem Schluß: Das Ende eines Bullenmarktes mit Hilfe einer inversen Zinstruktur vorherzusagen und so ähnlich wie ein Erdbeben zu prognostizieren. Wir wissen, daß es passieren wird, aber wir wissen einfach nicht genau wann das sein wird.

 

Die Aktienkurse können auch nach einer inversen Zinsstruktur steigen

 

Und in der Tat zeigte sich beim Blick zurück zwar, daß der S&P 500 Index im Schnitt drei Monaten nach dem Auftreten einer inversen Zinsstruktur ein Kurshoch ausbildete. Doch sechs Monate nach einer inversen Zinsstrukturkurve lag der Index durchschnittlich immerhin um 7,5 Prozent im Plus und auch zwölf Monate später stand noch ein kleiner Wertzuwachs von 1,4 Prozent zu Buche. Wirklich spürbare Kursverluste gab es nur in den beiden Fällen zu verzeichnen, in denen das Kurshoch beim S&P 500 schon vor der inversen Zinsstrukturkurse aufgetreten ist. Folgerichtig rät Stovall dazu, Anlageentscheidungen nicht alleine auf Basis der Existenz einer inverse Zinsstrukturkurve zu treffen, weil man sonst nicht davor gefeit ist, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

 

Ergänzend sei noch darauf hingewiesen, daß die Analysten ihre Studie deshalb auf einen Vergleich der dreimonatigen Treasury Bills mit den zehnjährigen Staatsanleihen abstellten, weil sich diese Zinsstrukturkurve noch schwieriger invertiere als das Verhältnis der zweijährigen zu den zehnjährigen Staatsanleihen und deswegen ein verläßlicherer Indikator sei.

 

 

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder. http://www.faz.net/s/Rub09A305833E12405A80...n~Scontent.html

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Fortsetzung in Japan: Pleiten, Pech und Pannen... ;)

 

Freitag der 13. an Tokios Börse: Erneute Panne mit Verkaufsorder

 

TOKIO (dpa-AFX) - Die Pannenserie an der Aktienbörse in Tokio hat sich am Freitag dem 13. fortgesetzt: Ein Mitarbeiter des japanischen Wertpapierhauses Daiwa Securities SMBC platzierte irrtümlicherweise einen Verkaufsauftrag für 25.000 Aktien in Sumitomo Mitsui Financial statt für Aktien eines anderen Unternehmens. Daiwa bemerkte den Fehler kurze Zeit später, dennoch wurden 13.417 Aktien verkauft. Bis Handelsende konnte Daiwa die meisten Papiere wieder zurückkaufen; die Aktie schloss über dem Vortageskurs. Die Panne ist der jüngste Fall in einer ganzen Serie von Transaktionsfehlern an der Börse in Tokio.

 

MIZUHO SECURITIES HAT PANNE RUND 40 MILLIARDEN YEN GEKOSTET

 

Erst Anfang dieses Monats hatte Nikko Citigroup, ein Joint Venture der japanischen Nikko Cordial Corp und des US-Finanzriesen Citigroup, irrtümlich einen Auftrag zum Kauf von 2.000 Aktien von Nippon Paper platziert. Dabei sollten es eigentlich nur zwei Aktien sein. Anfang Dezember hatte es das Computersystem der japanischen Börse nicht geschafft, einen vom Wertpapierhaus Mizuho Securities ebenfalls irrtümlich platzierten Verkaufsauftrag für J-Com-Aktien zu löschen. Mizuho hatte angewiesen, 610.000 J-Com-Aktien für jeweils einen Yen zu verkaufen statt eine J-Com-Aktie für 610.000 Yen (rund 4.400 Euro). Mizuho Securities hatte die Panne rund 40 Milliarden Yen gekostet.

 

Nur kurz zuvor war es Anfang November zum schlimmsten Handelsausfall in der 56-jährigen Geschichte der Börse in Tokio gekommen, als der gesamte Handel für einen halben Tag unterbrochen war. Die schweren Computerprobleme haben den Präsidenten der Börse inzwischen seine Stelle gekostet. Bei dem jüngsten Vorfall am Freitag hatte ein Mitarbeiter von einem Kunden vier Minuten vor Handelsbeginn einen Verkaufsauftrag für Aktien eines Unternehmens erhalten. Statt jedoch für dieses Unternehmen, dessen Name nicht bekannt ist, leitete der Mitarbeiter einen Verkaufsauftrag für 25.000 Sumitomo Mitsui- Aktien weiter an einen anderen Mitarbeiter, der ihn ausführte.

 

Der Auftrag ging eine Minute vor Handelsbeginn raus. Daiwa Securities SMBC habe den Fehler sechs Minuten später bemerkt und sofort versucht, den Auftrag zu stornieren, hieß es. Dennoch wurden 13 417 der 25 000 Aktien zum Preis von 1,13 Millionen Yen pro Stück verkauft. Das Institut kaufte daraufhin bis Handelsende fast alle irrtümlich verkauften Aktien wieder zurück. Die Panne wird Daiwa Securities schätzungsweise etwa 500 Millionen Yen kosten. Der Aktienkurs von Sumitomo Mitsui Financial sackte zwischenzeitlich um 50.000 Yen ab, konnte jedoch die Verluste bis Handelsende mehr als wett machen und schloss um 10.000 Yen höher bei 1,18 Millionen Yen./ln/DP/mw

Quelle: dpa-AFX http://index.onvista.de/news.html?ID_NEWS=...NOTATION=324913

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@cubanpete

 

In einem solchen Szenarium steigen auch Goldaktien parallel zum Goldpreis.

 

Im großen Aktiencrash 1929 und den folgenden Monaten sind Gold-Aktien auch zunächst mit eingebrochen (natürlich nicht so heftig wie der Dow).Erst nach einer kurzen Besinnungspause stiegen sie dann stark an, während sich die nachfolgende allgemeine Abwärtsbewegung ja bekanntlich noch bis 1932 fortsetzte.

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Im großen Aktiencrash 1929 ...

Lässt sich leider nicht vergleichen, immerhin konnte der Wert des Geldes gerettet werden, da es noch keine unabhängige freie Währungen gab wie heute. Das ist heute nicht mehr der Fall, wenigstens nicht bis wieder eine Währung (ist es wohl der Dollar oder die erste aus dem Euro austretende Währung) wieder mit Gold abgesichert wird.

 

Aber Du hast schon Recht, Goldaktien ist nicht gleich Gold.

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Posted · Edited by Onassis

pardon, hab´s wieder gelöscht.

Steht nun im Thread "Gold"

Onassis

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Inverse Zinsstruktur ist kein guter Anlage-Ratgeber 05. Januar 2006

soll ja in USA wieder eine inverse Zinstruktur vorliegen, wird man sich wohl dran gewöhnen :-"

 

dafür weiß die Welt wo der Kleinanleger Geld verdient :-"

 

Ölminister halten sich zurück

Opec läßt Förderquoten unverändert - Contango am Terminmarkt signalisiert hohe politische Risiken

von Daniel Eckert und Holger Zschäpitz

 

Berlin - Auf dem Ölmarkt wird sich die Situation weiter zuspitzen. Diese Signale senden derzeit die Futures-Kontrakte aus. Zwar haben sich die Spot-Kurse, die den Preis für sofortige Lieferung wiedergeben, leicht entspannt. Grund war die gestrige Entscheidung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), die Fördermenge konstant zu lassen und nicht - wie von manchen Beobachter befürchtet - zu drosseln. Doch sind die Notierungen an den Terminbörsen, die einen Ausblick auf den Wert des Energieträgers in drei, zwölf oder 36 Monaten gewähren, zuletzt kräftig angezogen. Den Hochpunkt der Preisentwicklung erwarten die Akteure auf dem Terminmarkt demnach Anfang 2007 bei über 70 Dollar je Barrel.

 

 

"Ausschlaggebend für diese ungewöhnliche Konstellation sind nicht die Erwartungen an die Entwicklung von Angebot und Nachfrage, hier werden politische Unsicherheiten bezahlt", meint Gordon Korkie, Analyst bei Credit Suisse.

 

 

Tatsächlich wollte die Opec ursprünglich die Förderquoten senken, weil sie im zweiten Quartal einen Angebotsüberschuß von rund 2,5 Mio. Barrel erwartete, was rund drei Prozent der weltweiten Förderung entspricht. Angesichts des hohen Preisniveaus haben sich die elf Ölminister dann aber doch eines anderen besonnen. Der amtierende Opec-Präsident und kuwaitische Ölminister Ahmed Fahd el Sabah nannte die Entscheidung der Organisation nach dem Ministertreffen "sehr klug". Das Kartell habe erneut bewiesen, daß es auf einen stabilen Ölpreis hinarbeite und die negativen Auswirkungen zu hoher Preise auf die Weltwirtschaft verhindern wolle. Nun können die Opec-Minister frühestens am 8. März bei ihrer nächsten Sitzung über weitere Quoten-Änderungen beraten. Auch die beschwichtigenden Äußerungen des iranischen Ölminister Kasem Wasiri-Hamaneh, Öl nicht als Waffe im Streit um die Atompolitik einzusetzen, konnten die Marktteilnehmer nicht nachhaltig beruhigen. Offenbar fürchten viele, daß sich der Konflikt zwischen dem Westen und Teheran verschärfen könnte, wenn sich der UN-Sicherheitsrat der Problematik Ende der Woche annimmt.

 

 

In den vergangenen Tagen waren Befürchtungen laut geworden, der Iran könnte seine Ölexporte senken oder gar ganz aussetzen, um dies als Druckmittel gegen den Westen einzusetzen. Libyen und Venezuela hatten geäußert, daß die Notierungen für den Rohstoff steigen würden, sollte wegen des Atomstreits mit Iran der Sicherheitsrat angerufen werden.

 

 

Experten erwarten, daß der für den Ölmarkt ungewöhnliche Zustand höhere Future- als Spot-Preise noch längere Zeit anhalten wird. In Fachkreisen ist von Contango die Rede. Diese Preisstruktur bedeutet, daß kurzfristig verfügbares Öl billiger ist als längerfristig lieferbares. Rohöl wird zu einem späteren Termin als knapper und damit wertvoller eingestuft als zum jetzigen Zeitpunkt. In normalen Zeiten ist das gegenteilige Preisgefüge zu beobachten. Experten sprechen daher von einer politikbedingten Risikoprämie, die sich im Contango manifestiert.

 

 

Doch egal ob es sich um eine politische Prämie handelt oder nicht, Anleger können auf der Seite der Ölproduzenten stehen, indem sie sich einen der zahlreichen Energiefonds zulegen. Die besten kommen aus den Häusern DWS, American Express, Robeco und Merrill Lynch.

 

Artikel erschienen am Mi, 1. Februar 2006

http://www.welt.de/data/2006/02/01/839341.html

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gibt ja einige humrlose Vertreter/Innen hier, dennoch oder gerade deswegen :rolleyes:

 

ist auch nicht druckfrisch, sicher noch aktuell, und evtl. nicht allen geläufig

 

Gehirnforschung und Anlegerverhalten

Prognosen wirken wie eine Droge

06. März 2004 Die moderne Finanzmarkttheorie ist ein Tempel der Rationalität: Anleger sammeln, aggregieren und bewerten alle relevanten Informationen und treffen dann eine für sie optimale Entscheidung. Schade, daß sich die Wirklichkeit so wenig an die Theorie hält: Anleger nutzen nicht die Möglichkeiten zu Diversifizierung, die Aktienkurse sind, gemessen an den Fundamentaldaten, viel zu schwankungsanfällig, und noch nicht einmal die Profis konnten sich dem irrationalen Herdentrieb der Spekulationsblase des Jahres 2000 entziehen.

 

 

Ein wirklich souveräner Theoretiker konstatiert, daß es schlimm um die Realität bestellt sein muß, wenn sie sich nicht nach der Theorie richtet, ein neugieriger Forscher sucht nach den Ursachen für dieses Mißverhältnis.

 

Eine Anleihe bei der Psychologie

 

Auf der Suche nach den Gründen für die Irrationalität des Anlegerverhaltens nahmen sich Ökonomen eine Anleihe bei der Psychologie, das Ergebnis dieser Liaison ist die "Behavioral Finance". Diese versucht Fehler der Anleger beim Erkennen, Bewerten und Entscheiden zu erkennen und somit Erklärungen für das irrationale Verhalten der Menschen zu finden. Die Ursachen menschlichen Verhaltens kann die "Behavioral Finance" allerdings nicht erklären - was zwischen einem Stimulus und der daraus resultierenden Reaktion des Menschen im Gehirn passiert, bleibt im dunkeln. Doch mit dem technischen Fortschritt in der Gehirnforschung, mit dem Aufkommen neuer Hilfsmittel wie der Positronen-Emissions-Tomographie oder der Kernspintomographie machen sich Wissenschaftler nun auf die Suche nach den biologischen Ursachen des Anlegerfehlverhaltens.

 

Droge Dopamin

 

Eine erste Erkenntnis der Gehirnforscher: Unser Gehirn belohnt uns bereits für die Prognose. Schuld daran ist der Neurotransmitter Dopamin, der ausgeschüttet wird, wenn Menschen unter Risiko und Unsicherheit Vorhersagen machen. "Dopamin ist das Glückshormon, es macht uns durch die Vorfreude glücklich", sagt Helmut Henschel von WestLB Research, der sich mit der Neurophysiologie des Anlegerverhaltens beschäftigt. Die Dopaminausschüttung ist um so größer, je schwerer eine Folge zu prognostizieren ist: "Prognostizieren macht Spaß, und je unwahrscheinlicher die Chancen sind, um so größer ist die Dopaminausschüttung", erklärt Henschel.

 

Ein Gehirn, das Gewinne prognostiziert, ist nicht von einem Gehirn zu unterscheiden, das auf Drogen reagiert, sagt der Befund der Neurophysiologen. Im Klartext: Schon bei der Prognose belohnt uns unser Gehirn mit Dopamin. Bewahrheitet sich die Prognose, so erfolgt keine weitere Dopaminausschüttung, liegen wir hingegen falsch, fällt der Dopaminspiegel - wir werden enttäuscht, und die betreffende Aktie, die für die Enttäuschung verantwortlich ist, wird bestraft. Die Belohnung für eine Prognose mittels Dopamin dürfte es auch sein, die den technischen Analysten so viel Freude macht: "Wir tendieren dazu, Muster zu sehen, auch wenn wir wissen, daß es eigentlich keine Muster gibt. Wir sind süchtig nach der Prognose auf der Basis von Mustern", erläutert Henschel. Verantwortlich für diese Erkennung von "Mustern" ist der sogenannte Nucleus accumbens, der für Emotionen zuständig ist - Hoffnung, Euphorie, aber auch Sucht sind hier verankert.

 

Mensch als Sklave seiner Emotionen

 

Ist der Mensch also ein Sklave seiner Emotionen, die es gilt abzuschalten? Zumindest letzteres wäre verheerend, erklärt Henschel und verweist auf Experimente, die man mit Menschen gemacht hat, deren Stirnhirn oder Mandelkern geschädigt war. "Patienten mit geschädigtem Mandelkern beispielsweise können das Gefühl von Gewinnen oder Verlieren nicht erfahren", erklärt Henschel. Die Folge: Ohne die Emotionen, die der Mandelkern liefert, verharren diese Menschen bei Verliererstrategien - es erfolgt kein Umlernen. "Die Schädigung der Mandelkerne führt dazu, daß diese Menschen Ereignisse nicht als gut oder schlecht empfinden können", sagt Henschel.

 

In beiden Fällen ist die Verbindung zwischen Gefühlen und Erfahrungen unterbrochen. Die Folge ist, daß der Verstand unfähig ist, als logisch richtig erkannte Entscheidungen auch zu vollziehen - weil die emotionalen Attribute fehlen, die uns diese Entscheidung auch als "richtig" empfinden lassen. Vereinfacht gesagt ist es dem Patienten egal, ob er gewinnt oder verliert - weil keine Emotionen daran geknüpft sind. "Ohne Emotionen ist der Verstand ein zahnloser Tiger, der das, was er für richtig hält, nicht durchsetzen kann", lautet Henschels Fazit.

 

Guter Witz gut fürs Depot

 

"Sie können Ihre Gefühle, Ihr Dopamin, nicht ausschalten. Kämpfen Sie also nicht dagegen an", lautet Henschels Ratschlag. Anleger sollten also Gefühle zulassen und ihnen auch nachgehen, aber nicht immer. Weiterhin hilfreich sei es, ein "Gefühlsregister" anzulegen: "Schreiben Sie auf, wie Sie sich bei Käufen und Verkäufen gefühlt haben. Erinnern Sie sich, wie Sie sich das letzte Mal in einer vergleichbaren Situation gefühlt haben und was dann passiert ist", rät Henschel.

 

Auf diesem Weg könne man Vorurteile des Gehirns erkennen und gegebenenfalls relativieren. Die vielleicht angenehmste Botschaft Henschels: Lachen ist Medizin. "Gute Stimmung verbessert die Fähigkeit, flexibel und komplex zu denken - das Gehirn braucht Spaß." Vereinfacht gesagt: Ein guter Witz ist unter Umständen auch gut fürs Depot.

http://www.faz.net/s/Rub034D6E2A72C942018B...n~Scontent.html

 

 

 

:rolleyes: und neue Erkenntnisse für humorvollen Forumsmitglieder:

 

Neurofinanzwissenschaften

Sex, Geld, Gier und Hirnströme

 

02. Februar 2006 Es war spät in der Nacht in einem Labor der Stanford University als Brian Knutson, Professor für Neurologie und Psychologie, eine überraschende Entdeckung machte. Unser Gehirn giert nach Geld, genauso wie nach Sex: Bei einem Orgasmus, einem Stimmungshoch durch Kokain oder dem Adrenalinstoß, Google unter 400 Dollar je Aktie zu kaufen, sind jeweils die gleichen neuronalen Netzströme aktiv.

 

 

Zu dem Schluß kam Knutson aufgrund von Gehirnstrommessungen, nachdem er im Mai 2004 in einem freiwilligen Versuch Studenten an Kernspintomographen angeschlossen hatte. In dem Teil des Gehirns, in dem erfreuliche Gefühle angesiedelt sind, pulsierte das Blut, als die Studenten Aktien- und Anleihegeschäfte durchführten. Auf Knutsons Radarschirm leuchtete diese Region des Gehirns, in dem der Kern der menschlichen Begierde sitzt, auf.

 

 

Die Impulse können dabei so stark sein, daß der Teil des Gehirns, wo der rationale Verstand angesiedelt ist, das Nachsehen hat. Damit legt sich Knutson mit der konventionellen Wirtschaftstheorie an. Diese behauptet, wenn es um Geld und Kapitalanlagen gehe, habe der Verstand das Sagen.

 

Das ist aber nur graue Theorie. In Wirklichkeit machen Investoren alle möglichen verrückten Sachen. Einige setzen mit verlustbringenden Investments ein Vermögen in den Sand, verdoppeln den Einsatz, wenn der Verstand ihnen sagt, sie sollten lieber aussteigen. Oder sie reizen ihre Glückssträhne bis zur bitteren Neige aus, statt Kasse zu machen.

 

Die Antwort in 96.000 Kilometern Nervenbahnen

 

Andere hingegen scheinen die Intuition, wann sie kaufen und verkaufen sollten, mit der Muttermilch aufgesogen zu haben. In den siebziger Jahren machte Richard Dennis mit Terminkontrakten auf Rohstoffen aus ein paar Tausend Dollar ein Vermögen von 200 Millionen Dollar. In den neunziger Jahren zwang George Soros die Bank of England in die Knie, als er gegen das britische Pfund wettete und damit eine Milliarde Dollar verdiente. Warum werden nun einige Händler reich während andere als Verlierer enden? Die Antwort, sagt Knutson, liege in den 96.000 Kilometern an Nervenbahnen in unserem Hirn.

 

Die Ergebnisse seiner Studie haben unter einer kleinen Gruppe von Neurofinanzwissenschaftlern für Aufregung gesorgt. Diese Neurowissenschaftler und Psychologen erforschen das menschliche Gehirn, um etwas über das Anlegerverhalten zu erfahren. Dieser umstrittene Wissenschaftsbereich sei die nächste große Grenzwissenschaft für die Wall Street, sagt Daniel Kahneman, der 2002 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften für seine bahnbrechenden Arbeiten über Verhaltensmuster in der Finanzwelt erhielt.

 

Entwicklung von Börsen-Doping vorstellbar

 

Die Neurologie ist die Welle, die in die zukünftige Finanzwelt schwappt, prognostiziert Kahneman. Wer das Verständnis maximieren will, egal ob in der Forschung oder an der Wall Street, sollte sie sehr aufmerksam verfolgen.

 

Eines Tages werde die Analyse von Hirnströmen den Managern helfen, Veränderungen bei der Anlegerstimmung aufzuspüren, erwartet David Darst, Chefanlagestratege bei Morgan Stanley in New York. Es sei durchaus vorstellbar, daß Neurowissenschaftler psychoaktive Medikamente entwickeln, mit denen Händler besser und profitabler werden, sagen Knutson und andere Psychologen. In ein paar Jahren dürfte es Medikamente geben, die den Entscheidungsprozeß von Händlern um 20 bis 30 Prozent verbessern können, erwartet Zack Lynch, geschäftsführender Direktor der Beratungsgesellschaft Neuro-Insights in San Francisco. Wenn das funktioniert, dürfte es an der Wall Street hohe Wellen schlagen. Die ganze Investment Community wird für diese Pillen Schlange stehen, prognostiziert er.

 

Bislang nur Hoffnungen und Ankündigungen

 

Aber bisher sind in der Neurofinanzwissenschaft die Hoffnungen und Ankündigungen größer als die Ergebnisse. Viele Anlageexperten tun sie als Humbug ab. Es ist der jüngste Irrsinn. Ich bezweifle, daß dabei etwas rauskommt, erklärt Richard Michaud, Präsident von New Frontier Advisors LLC in Boston. Dem hält Knutson entgegen: Nur abwarten. Wenn wir erst einmal wissen, wie die Maschinerie funktioniert, werden entsprechende Strategien, sie zum Einsatz zu bringen, bald folgen.

 

usw. usw. .....steht alles hier

http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BC...n~Scontent.html

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Hi gibt es gefluegelhersteller die boersennotiert sind und von der vogelgrippe stark betroffen sind/waren...?

kennt sich da jemand aus?

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ganz platte Antwort: Geflügel wird nicht hergestellt, es wächst bei entsprechender Fütterung und beim erfolgreichen Zusammenbringen von Männlein und Weiblein von alleine.....

 

Aber ich weiss schon was du meinst, kann mir aber nicht vorstellen, dass jemand mit Geflügelzucht, Eier- und Fleich"produktion" an die Börse geht....

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Die zehn größten Risiken für die Weltwirtschaft

Von Kai Lange

 

 

Rohstoffmangel, steigende Defizite, politische Krisen im Irak und im Iran: Weltwirtschaft und Börsen zeigen sich davon unbeeindruckt. Noch. Die Investmentbank Goldman Sachs hat mit internationalen Experten Krisenszenarien diskutiert. Das Ergebnis ist beunruhigend - ein Überblick.

 

Welche Folgen wird eine mögliche Eskalation im Atomstreit mit dem Iran haben? Wie wirkt sich ein steigender Ölpreis auf die Entwicklung Chinas aus? Werden riskante Wetten von Hedgefonds die Finanzmärkte erneut ins Wanken bringen? Fragen, denen sich die Investmentbank Goldman Sachs gemeinsam mit Experten des Washingtoner Brookings-Instituts, des Londoner Center for Economic Policy Research sowie der Universität von Singapur gestellt hat. Herausgekommen ist nicht nur ein Ranking der größten Risiken (siehe Bildübersicht). Die globalen Finanzmärkte sind weitaus anfälliger, als sie derzeit scheinen.

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Die zehn Top-Risiken

Klicken Sie auf ein Bild,

um zur Großansicht zu gelangen.

 

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"Viele der Top-Risiken sind eng miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig", meint Suzanne Johnson, Chairman des Global Markets Institute von Goldman Sachs. "Die meisten Krisenfälle werden auch gravierende Konsequenzen haben - es ist lediglich unklar, wann und wie sie ausgelöst werden." Um den Risiken zu begegnen, sei eine weltweite Zusammenarbeit nötig: In der heutigen globalisierten Welt entwickeln viele Risikofaktoren eine solche Komplexität und Sprengkraft, dass es eine lange Zeit gemeinsamer Anstrengungen bedarf, um sie zu entschärfen.

 

 

Während die meisten Konferenzteilnehmer einem steigenden Ölpreis sowohl kurzfristig wie auch mittelfristig das höchste Risikopotenzial zusprachen, wurden die Finanzspekulationen von Hedgefonds sowie die Gefahr weltweiter Seuchen als überschaubares Risiko angesehen.

 

Diese Reihenfolge dürfte nach den jüngsten Vogelgrippefällen erneut durcheinander geraten: Beleg dafür, dass sich die Top-Risiken kaum kalkulieren, geschweige denn beherrschen lassen.

Finanzmärkte

 

Teil 2: Ölversorgung: Toprisiko

 

Teil 3: Globaler Terrorismus

 

Teil 4: Der Dollar und das Defizit

 

Teil 5: China: Die Risiken des raschen Wachstums

 

Teil 6: Politische Krisen

 

Teil 7: Krise der WTO

 

Teil 8: Schere zwischen Arm und Reich, Klimawandel

 

Teil 9: Hedgefonds, Derivate, Vogelgrippe

 

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/...,403677,00.html

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Psychologen sind die erfolgreicheren Aktionäre

 

Aktionäre scheinen sich bei ihren Entscheidungen viel weniger am Kaufverhalten der anderen Anleger zu orientieren als bislang angenommen. Zu diesem Schluss kommen zumindest Ökonomen der Bank of England sowie der Universitäten Heidelberg und Bonn. Zusammen mit der Unternehmensberatung McKinsey haben sie in einem Internet-Experiment rund 6.500 Teilnehmern bei ihren Anlageentscheidungen auf die Finger geschaut. Für "Herdenverhalten" fanden sie dabei keine Anzeichen - im Gegenteil: Manche Versuchspersonen entschieden sich gerade dann gegen eine Aktie, wenn sie zuvor von vielen Mitspielern gekauft worden war. Vor allem Psychologen misstrauten aus ihrer Sicht überbewerteten Papieren. Mit dieser Strategie fuhren sie erstaunlich gut: Im Durchschnitt waren sie bei ihren Spekulationen deutlich erfolgreicher als Physiker und Mathematiker - aber auch als Ökonomen.

 

Durchschnittlich verdienten die Psychologen beim Börsenspiel dreimal soviel wie Ökonomen oder Physiker. "Sie entschieden sich oft gerade dann gegen eine Aktie, wenn sie zuvor von vielen Mitspielern gekauft worden und damit entsprechend teuer war", erklärt Dr. Andreas Roider von der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Universität Bonn. Eigentlich gingen viele Diskussionen bislang vom Gegenteil aus: Anleger - so die Idee - verhalten sich wie Lemminge. Sie kaufen immer die Aktien, die momentan besonders gefragt sind, und treiben damit die Kurse in übertriebene Höhen (und Tiefen). Kaum eine Erklärung für Turbulenzen auf Finanzmärkten kommt ohne einen Verweis auf das angeblich ausgeprägte Herdenverhalten von Aktionären aus. Dabei könnte es auch sein, dass sich jeder Anleger unabhängig vom Verhalten anderer Investoren zum Kauf entschlossen hat - etwa, weil Informationen über eine bestimmte Aktie bekannt geworden sind, die für ihren Kauf sprechen. Ob Aktionäre wirklich einem "Herdentrieb" folgen, ist daher in der Realität nur schwer zu entscheiden.

 

Ein ökonomisches Experiment unter kontrollierten Bedingungen sollte helfen, diese Frage zu klären. Zusammen mit der Unternehmensberatung McKinsey hat Professor Dr. Jörg Oechssler von der Universität Heidelberg mit seinen Koautoren Dr. Andreas Roider und Dr. Mathias Drehmann von der Bank of England über das Internet ein Finanzmarktspiel durchgeführt. Darin konnten die knapp 6.500 Teilnehmer verschiedene Wertpapiere handeln. Preise im Wert von über 11.000 Euro sorgten dafür, dass sie sich ernsthaft Gedanken machten.

 

"Die Spieler konnten sich zwischen zwei fiktiven Aktien A und B entscheiden", erklärt Roider. "Nur eine Aktie brachte am Spielende Gewinn, die andere war eine Niete." Vor seiner Kaufentscheidung erhielt jeder Teilnehmer einen Tipp seines Investmentbankers - also beispielsweise: "Aktie A wird gewinnen." Doch diese Hinweise trafen nur in zwei von drei Fällen zu - auch Investmentbanker können sich irren. Sobald sich ein Spieler für eine bestimmte Aktie entschieden hatte, stieg diese im Preis. "Die Teilnehmer konnten nun nacheinander ihre Aktien kaufen", sagt Roider. "Der erste konnte sich dabei nur auf den Tipp seines Investmentbankers verlassen. Die nachfolgenden Käufer konnten dagegen zusätzlich am Kursverlauf ablesen, für welche Aktien sich ihre Vorgänger entschieden hatten."

 

Millionen Fliegen können nicht irren

 

In einer solchen Situation kann selbst eine "schlechte" Aktie dramatisch im Preis steigen - einfach, weil viele auf sie setzen. Angenommen, die ersten beiden Spieler bekommen von ihrem Investmentbanker den Tipp, sich für Aktie A zu entscheiden. Selbst wenn Spieler 3 danach einen Tipp für Aktie B bekommt, wird er dann eventuell auch für A entscheiden - schließlich haben seine Vorgänger augenscheinlich einen Tipp für diese Aktie bekommen. Frei nach dem Motto "Millionen Fliegen können nicht irren" wird es Spieler 4 dann noch schwerer fallen, gegen den Trend Aktie B zu kaufen. Resultat: Der Herdentrieb treibt den Wert von Aktie A in schwindelerregende - und letztlich irrationale - Höhen.

 

Im Experiment folgten die Akteure jedoch keineswegs blindlings dem Verhalten früherer Investoren - ganz im Gegenteil. In der Regel ließen sich die Teilnehmer bei ihrer Anlageentscheidung hauptsächlich von dem Tipp ihres Beraters leiten. Viele Teilnehmer entschieden sich sogar bewusst dazu, einen bestehenden Trend zu brechen, und trugen dadurch zur Stabilisierung der Kurse bei. "Das kann in der Tat durchaus vernünftig sein, wenn man glaubt, das der derzeitige Kurs auf Übertreibungen beruht und teilweise durch irrationales Verhalten früherer Investoren zustande gekommen ist", sagt Roider. Gerade die Psychologen schienen den Kursverlauf auch derartigen "psychologischen" Effekten zuzuschreiben. Ihr Gespür für das möglicherweise irrationale Verhalten anderer Investoren brachte ihnen die höheren Gewinne ein. Teilnehmer, die Physik studiert hatten, schienen dagegen stärker auf die kühle Rationalität der anderen Marktteilnehmer zu setzen - und fuhren damit wesentlich schlechter.

 

Quelle: "Herding and Contrarian Behavior in Financial Markets: An Internet Experiment", American Economic Review, 95 (2005) 1403-1426

 

http://www.innovations-report.de/html/beri...icht-53672.html

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Da haben wir es wieder, die Psychologie liegt im Markt besser. Diejenigen, die glauben, der Markt verhalte sich rational (sprich: an Zahlen orientiert), haben eine schlechtere Performance, als diejenigen, die mit der Irrationalität des Marktes rechnen....

 

Interessant....

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:w00t::w00t:

 

Neuemissionen

Der Würstchenbudenzyklus

05. April 2006

 

Haben sie es gemerkt? Der Dax steigt und steigt, und immer mehr Unternehmen gehen an die Börse.

 

 

Ein Unternehmen muß nicht profitabel sein, es braucht keine tolle Produkte und nur marginale Umsätze - das Volk zeichnet die Aktie. Höchste Zeit, die eigene Würstchenbude an die Börse zu bringen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie achten sollten.

 

1. Der Name

 

 

Darauf fahren Anleger ab

Der Name ist wichtig. Besonders gut kommt derzeit Nano an. Solar ist auch nicht schlecht. Außerdem sind Internetwerte wieder angesagt.

 

NanoSolar.com - eigentlich der Traumname. Leider schon vergeben, und zwar an ein Unternehmen aus Kalifornien, das übrigens nicht an der Börse notiert ist. Wir wählen nanosolarinvestors.com - das klingt zusätzlich nach Beteiligungsunternehmen, was auch nicht schlecht ist.

 

2. Das Geschäftsmodell

 

Sie betreiben eine Würstchenbude. Das klingt nicht sexy, muß aber nur entsprechend verkauft werden. Siehe 3.

 

3. Die Informationspolitik

 

Behaupten Sie, ihre Würstchen fingen Sonnenlicht über Nanoröhrchen ein und speicherten die darin enthaltene Energie. Klar ist: Sie vermarkten Lifestyle- und Wellness-Produkte, keine Würstchen. Legen Sie Studien vor, die beweisen, daß ihre Würstchen die Fitneß steigern. Streuen Sie Gerüchte, auch die Potenz würde positiv beeinflußt. Kommentieren Sie diese Gerüchte nicht, denn Gerüchte locken immer Investoren an, Tatsachen nur selten.

 

Grundsätzlich gilt: Schicken Sie Ad-hoc-Meldungen nur zu unwichtigen Themen raus, wichtige verschweigen Sie. Beispiel: Wenn Sie ihre Würstchenbude in Hessen betreiben, verkaufen Sie im ersten Quartal ein Würstchen an einen Pfälzer, im zweiten Quartal dann drei. Melden Sie, Sie hätten Ihren Auslandsumsatz in nur einem Quartal verdreifacht.

 

4. Die Bilanzierung

 

Grundsätze der ordentlichen Buchführung? Das war gestern. Führen Sie Ihre Bücher nach fortschrittlichen Methoden: Rechnen Sie die Mehrmiete für einen neuen Standplatz auf die Umsätze drauf. Argumentieren Sie bei Nachfragen - sie werden selten genug kommen - wie folgt: Der Standplatz erhöht den Wert des Unternehmens, das wird den Umsatz erhöhen.

 

Zahlen Sie Ihrer Frau, die beim Verkauf aushilft, im ersten Quartal einen hohen und im zweiten Quartal keinen Lohn. Dadurch senken Sie Ihre Personalkosten in nur einem Quartal um 100 Prozent. Das kommt prima an - nicht bei Ihrer Frau, aber zumindest bei den Investoren.

 

5. Der Börsengang

 

Verzichten Sie auf eine Kapitalerhöhung, sondern bringen Sie nur Ihre eigenen Anteile an die Börse. Reagieren Sie auf den Vorwurf, Sie würden nur Kasse machen, mit dem Hinweis, daß die Aktionäre von künftigen Kapitalerhöhungen profitieren könnten.

 

Beeilen Sie sich mit Ihrem Börsengang. Die erste, zweite und dritte Würstchenbude finden problemlos Aktionäre. Dann geht die erste Würstchenbude pleite, dann die zweite, dann die dritte. Schließlich merken die Anleger, daß sie nur in eine Würstchenbude investiert haben - und sie geben keinen Cent mehr an der Börse aus. Die vierte Würstchenbude hat Pech gehabt.

 

Wenn Sie Inhaber der vierten Bude sind: Warten Sie ein paar Jahre ab. Erfahrungsgemäß investieren die Anleger dann wieder in Würstchenbuden.

 

 

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

 

Text: @bemi

Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb, picture-alliance/ dpa/dpaweb

http://www.faz.net/s/Rub42AFB371C83147B795...n~Scontent.html

 

 

wünsche einen schönen Sonntag :)

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Posted · Edited by desesperado

nun nach 3 Wochen verpasse ich diesem Thread nur eine kl. Injektion, weil in letzter Vergangenheit der Hinweis (in anderen Bereichen) , man möge nur den entsprechenden Link, und NICHT den ganzen Beitrag hier einstellen :o von mir wahrgenommen wurde

 

habe ich dann wohl irgendwie jahrelang falsch gemacht, die Artikel hatte ich extra hier rein kopiert, weil diese Links ja irgendwann einmal tot sind :blink: , oder ?

 

hier also der Link, für die, die ihn noch nicht aus einem anderen Forum haben

 

Autor: Robert Rethfeld

12:31 | 28.04.2006

 

848 mal gelesen

 

Das smarte Geld flieht http://www.wallstreet-online.de/nachrichte...ht/1861719.html

 

Das Smart Money macht nicht mehr mit. Dies gilt ausgeprägt für die vergangenen Tage. Nachfolgend ist ein Chart dargestellt, dass die Intraday-Bewegungen des S&P500 vom 20. bis 25. April aufzeigt. Die Pfeile kennzeichnen die an vier der fünf Tage aufgetretenen Intraday-Spitzen.

 

 

und die englischsprachigen Seiten sind doch bei euch sowieso viel besser aufgehoben:

http://www.schaeffersresearch.com/streetoo.../inv_intel.aspx

 

 

wünsche allen ein schönes langes Wochenende, und legt eine flotte Sohle auf´s Parkett, viell. tuen es die Märkte ja auch weiterhin, wenn auch evtl. nicht immer in die gewünschte Richtung

 

Edit: und beinahe.... hätte der Link nicht ....jetzt aber ;)

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Posted · Edited by desesperado

3. Mai 2006, Neue Zürcher Zeitung

Konjunkturelle Zuversicht als schlechtes Omen

 

G. S. Wenn einer, der Jahr für Jahr mit sauertöpfischer Miene von den globalen Ungleichgewichten redet und sich überall als Gegenpol zu den Optimisten unter den Konjunkturexperten und Finanzanalytikern profiliert, plötzlich seine Meinung ändert, verdient dies Aufmerksamkeit. Wenn dieser Mann Stephen Roach heisst, als Chefökonom von Morgan Stanley neben Marc Faber der prominenteste «Untergangsprophet», wird man dies erst recht ernst nehmen müssen. Roachs Stimme hat in der «Financial Community» Gewicht. Roach nennt vier Gründe für seinen radikalen Positionswechsel: ......

http://www.nzz.ch/2006/05/03/rx/articleE35IB.html

 

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22634/1.html

 

 

 

 

:-" hatte ich bereits vor etwa einem Monat woanders gelesen

 

Verfasst von Dr. Marc Faber am 08.05.2006 um 18:39 Uhr

Mein Rat bleibt sich extrem defensiv zu verhalten

 

Die meisten Anlageklassen, inklusive Aktien und Rohstoffe, sind extrem überkauft und es ist viel zu viel Spekulation in allen Anlagemärkten. Daher sollte in der nächsten Zeit eine extreme Abwärtsbewegung, auch bei den Edelmetallen, nicht überraschend sein.

 

Heute möchte ich das Thema der Bullen- bzw. Bärenmärkte behandeln. Diese zyklischen Bewegungen bei den Vermögenspreisen nennen die Investoren bei einem Preisanstieg "Bullenmärkte" und bei fallenden Preisen "Bärenmärkte".

 

Oberflächlich scheint dies leicht verständlich zu sein. Der Dow steigt, wir haben einen "Bullenmarkt", der Dow fällt, wir haben einen "Bärenmarkt". Aber in Wirklichkeit sind Bullen- und Bärenmärkte weit komplexer. Angenommen wir hätten nur fünf Anlageklassen. Immobilien, Aktien, Anleihen, Bargeld und Gold (oder eine andere harte Währung für welche das Geldmengenwachstum auf das Wirtschaftswachstum begrenzt ist um die Preise stabil zu halten). .......

 

http://www.goldseiten.de/content/diverses/...hp?storyid=2612

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Putin proposes creation of ruble-denominated oil, gas exchange

 

12:38 | 10/ 05/ 2006 MOSCOW, May 10 (RIA Novosti) - President Vladimir Putin said Wednesday that a ruble-denominated oil and natural gas stock exchange should be set up in Russia.

 

Speaking before both chambers of parliament, cabinet members, and reporters, Putin said: "The ruble must become a more widespread means of international transactions. To this end, we need to open a stock exchange in Russia to trade in oil, gas, and other goods to be paid for with rubles."

 

"Our goods are traded on global markets. Why are not they traded in Russia?" Putin said. :P

http://en.rian.ru/russia/20060510/47915635.html

 

 

Putin sagt Europa "positive Rolle" bei Energie zu ;)

 

Mi Mai 10, 2006 5:47 MESZ

 

Moskau (Reuters) - Der russische Präsident Wladimir Putin hat Europa eine positive Rolle seines Landes bei der Energieversorgung zugesagt.

 

Zugleich bekräftigte er aber am Mittwoch in seiner Rede an die Nation die Absicht, für den staatlich kontrollierten Energieversorger Gazprom neue Märkte zu eröffnen. Putins Energiepolitik zählt derzeit zu den strittigsten Punkten in den Beziehungen zwischen Europa und Russland. Anders als erwartet konzentrierte Putin seine Rede aber nicht auf außenpolitische Themen, sondern auf die Innenpolitik. Als drängendstes Problem bezeichnete er den Bevölkerungsschwund des flächenmäßig größten Landes der Erde und kündigte ein Kindergeld an, um Geburten zu fördern.

 

Putin verlangte eine Reform des Energiesektors und forderte technische Verbesserungen, um Energie effizienter zu nutzen. In diesem Punkt liege Russland hinter seinen Wettbewerbern zurück. Dann fügte er hinzu: "Wir müssen neue Märkte betreten und unsere Verpflichtungen gegenüber unseren traditionellen Partnern erfüllen." Angesichts seiner Abhängigkeit von russischem Gas hatte Europa mit Sorge auf jüngste Ankündigungen Putins reagiert, die Energielieferungen nach Asien zu verstärken. Zuletzt hatten auch die USA Putin davor gewarnt, den Energiereichtum des Landes als politisches Druckmittel gegenüber seinen Nachbarn einzusetzen.

 

Wie an dieser Stelle vermied Putin auch insgesamt, auf jüngste außenpolitische Streitpunkte mit seinen westlichen Partnern einzugehen. Er redete einem starken Staat das Wort, ohne auf die Kritik an den Demokratiedefiziten unter seiner Regierung einzugehen. Er bekräftigte die Notwendigkeit einer starken Armee, ohne auf die jüngst verstärkten Misshandlungsvorwürfe im Umgang mit Rekruten einzugehen.

 

Auch den internationalen Konflikt um das iranische Atomprogramm streifte er nur kurz: Er warnte die USA vor einem Militärschlag, beließ es aber bei der grundsätzlichen Forderung an die internationale Gemeinschaft, sich im Umgang mit gemeinsamen Anliegen von den Stereotypen des Kalten Krieges zu lösen. Diese Stereotypen "hindern uns daran, eine angemessene und solide Antwort auf gemeinsame Probleme zu finden". Russland wehrt sich derzeit gegen eine härtere Gangart gegenüber dem Iran und drängt auf ein größeres Entgegenkommen gegenüber der Extremisten-Regierung in den Palästinenser-Gebieten, die finanziell von den USA und der EU boykottiert wird.

 

Im Streit um den geplanten Beitritt seines Landes zur Welthandelsorganisation (WTO) versetzte Putin den USA noch den deutlichsten Seitenhieb und pochte darauf, dass dabei die wirtschaftlichen Interessen Russlands Vorrang haben müssten. "Die Verhandlungen darüber dürfen nicht für Fragen benutzt werden, die nichts mit dieser Organisation zu tun haben", bekräftigte er. Voraussetzung für einen Beitritt ist die Zustimmung aller 149 Mitglieder der Gruppe. Die Verhandlungen mit den USA sind unter anderem wegen des Streits über eine Öffnung des russischen Bankensektors ins Stocken geraten.

 

Um das Wirtschaftswachstum Russlands weiter hochzuhalten, versprach Putin, "das richtige Maß an wirtschaftlicher Freiheit, echtem Wettbewerb und Eigentumsrechten sicherzustellen". Auch müsse Russland mehr in die Bereiche Gesundheit, Erziehung, Landwirtschaft und Wohnungsbau investieren, um die Lebensumstände der Bürger zu verbessern.

 

Ins Zentrum des innenpolitischen Teils stellte Putin aber die Sorge um den Bevölkerungsrückgang im Land, durch den manche Gebiete bereits verwaist sind und es der Wirtschaft an Nachwuchskräften fehlt. Russlands Bevölkerung schrumpft seinen Angaben zufolge um jährlich 700.000 Menschen. In einem Sonderprogramm, das manche Russen an die Helden-Medaillen für Mütter zu Zeiten der Sowjetunion erinnerte, will Putin nun 1500 Rubel (etwa 43 Euro) monatlich an Familien auszahlen, die ihr erstes Kind bekommen. Für ein zweites Kind wird die Summe auf 3000 Rubel verdoppelt. Geld allein helfe aber nicht, sagte er. "Das Problem niedriger Geburtenraten kann nicht ohne eine Einstellungsänderung in unserer Gesellschaft zu Familien gelöst werden."

 

http://de.today.reuters.com/news/newsArtic...D-PUTIN-2ZF.xml

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Dieser Artikel wurde vom Zeitenwende-Content-Partner CASH zur Verfügung gestellt und ist in der Printausgabe vom 22. Juni 2006 erschienen :

 

 

Ralph Acampora: "Ich sehe eine starke Korrektur" von Cornelia Heins 23.6.06

 

 

Die momentane Korrektur an den Aktienmärkten werde kurz und heftig ausfallen, sagt Wallstreet-Staranalyst Ralph Acampora. Danach gebe es allerdings Einstiegsgelegenheiten.

 

CASH: Herr Acampora, Sie sagen gleichzeitig eine Korrektur und einen Boom vorher. Worauf führen Sie die hohe Volatilität der Märkte zurück?

 

RALPH ACAMPORA: Wir befinden uns seit 44 Monaten in einer Hausse, von der vor allem der S& P 500, also Small Caps, profitiert haben, aber auch internationale Märkte. Der Bullenmarkt orientiert sich allerdings derzeit um. Daher prognostiziere ich eine starke Korrektur, die den Dow-Jones-Index von 10850 Punkten zu Jahresbeginn um rund 20 bis 25 Prozent nach unten drücken kann.

 

Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung?

 

Jede Hausse unterliegt einem Zyklus, der interessanterweise in den USA an die Präsidentschaftswahlen gebunden ist. Diesen Herbst halten wir Kongresswahlen ab, die den politischen Wind ändern werden. Der Markt antizipiert diese Veränderung als Unsicherheit.

 

Aber das ist doch nicht immer so.

 

Doch. Ich verfolge dieses Phänomen seit 40 Jahren, und bisher gab es im zweiten Amtsjahr eines Präsidenten immer eine Korrektur und damit auch für Anleger eine Gelegenheit zum Wiedereinstieg. 2002 gab es eine Korrektur wie auch vier Jahre später. Acht Jahre zuvor rutschte der Markt ab, als Präsident George Bush senior in Kuwait einmarschierte.

 

Worauf führen Sie diese Zyklen zurück?

 

Im ersten Amtsjahr hat der amerikanische Präsident quasi den Status einer Braut in den Flitterwochen. Was immer der neu gewählte Präsident anfasst, kann er verwirklichen, selbst wenn es extrem unpopulär ist. Die freundliche Atmosphäre verfliegt im zweiten Amtsjahr allerdings. Die Popularität des Präsidenten sinkt und damit auch sein Einfluss. Die Märkte werden davon mitgerissen.

 

Was wird der Auslöser für den Ausverkauf in diesem Zyklus sein?

 

Der Ausverkauf hat bereits begonnen. Anleger haben sich in den vergangenen Tagen dafür entschieden, ihr Anlagerisiko zu minimieren. Aber ich sehe eine noch grössere Korrektur kommen, die möglicherweise durch ein geopolitisches Ereignis oder weiter anziehende Zinsraten verstärkt werden könnte. Oft ist der Auslöser für einen drastischen Abrutsch aber unvorhersehbar. 1998 wurde der Anstoss durch den Kollaps des russischen Obligationenmarktes und das Debakel um den Hedge Fund Long-Term-Capital Management gegeben.

 

Viele Ökonomen teilen Ihre pessimistische Vorhersage keineswegs und weisen auf das gesunde Wachstum wie die Zinsraten hin, die trotz ihrem Anstieg nach wie vor bei einem 40-Jahre-Tief liegen.

 

Langfristig teile ich zwar deren Meinung, aber ich sehe den nächsten Monaten düster entgegen. Denn es wäre naiv, davon auszugehen, dass die stetig steigenden Preise für Rohmaterialien und die Zinspolitik die Investoren nicht noch mehr verunsichern und ins defensive Lager drängen würden.

 

Was empfehlen Sie Anlegern zurzeit?

 

Small-Cap-Aktien wie zyklische Aktien, die stark zugelegt haben, abzustossen und für einen Neueinstieg an der Talsohle des Marktes bereit zu sein. Auf diese Korrektur wird nach dem klassischen Muster ein Boom folgen.

 

Sagen Sie also eine erneute Hausse voraus, obwohl Sie kurzfristig negativ gestimmt sind?

 

Ja. Vor allem Blue Chips werden von der Marktumorientierung vielleicht bereits Ende dieses Jahres profitieren. Aktien werden wegen ihrer Bewertung dann wieder sehr attraktiv sein. Ich prognostiziere nach der Korrektur eine Aktienhausse von rund 24 Monaten.

 

Welche Werte aus dem Blue-Chip- Bereich bevorzugen Sie?

 

Ich denke an Aktien wie Coca-Cola, Johnson&Johnson, Siemens, aber auch an Vertreter aus dem Pharmabereich. Insbesondere sehe ich gute Chancen für Werte wie Bristol-Meyers oder den israelischen Vertreter Elan Corporation. Zusätzlich werden auch Bankenwerte und Versicherer von der erwarteten Korrektur profitieren.

 

Welche Werte würden Sie im Gegensatz dazu zum jetzigen Zeitpunkt abstossen?

 

Alles, was mit Wohnimmobilien-Entwicklung zu tun hat, wie beispielsweise Pulte Homes, aber vor allem auch kleinkapitalisierte Titel und Technologieaktien.

 

Aber gerade eine Aktie wie Pulte ist seit Anfang des Jahres bereits um 38 Prozent gefallen. Sind die schlechten Nachrichten nicht schon im derzeitigen Kaufpreis eskomptiert?

 

Wenn es eine Korrektur gibt, werden Bauunternehmen zusätzlich für ihre unprofitablen Joint Ventures bestraft, die nicht immer in der Bilanz aufgeführt werden.

 

Worauf stützen Sie Ihre Analyse?

 

Ich bin ein technischer Analytiker, der seine Vorhersage auf Marktstatistiken, gehandelte Aktienvolumen, den Kapitalfluss, auf historische Daten, aber auch auf die Psychologie von Anlegern stützt.

 

Wie messen Sie die Psychologie von Anlegern?

 

Ein Instrument dazu ist unter anderen der so genannte VIX, der Volatilitätsindex der Chicago Board of Options Exchange. Er misst die von Anlegern erwarteten Kursschwankungen.

 

Was halten Sie von Ben Bernanke?

 

Er ist fabelhaft und intelligent, aber er hat als US-Notenbankchef den schwierigsten Job der Welt. Bernanke hat nur noch nicht gelernt, wie sein Vorgänger in Sätzen zu sprechen, die für die Öffentlichkeit schwer interpretierbar sind. Das kommt aber mit der Job-Erfahrung.

 

Was meinen Sie damit?

 

Bisher ist Ben Bernanke zu transparent. Das fördert die Spekulation.

 

Ralph Acampora, 64, analysiert als technischer Analyst das Auf und Ab der Börsen seit rund 35 Jahren. Er machte sich schon Mitte der Neunzigerjahre einen Namen mit der überraschenden Aussage, dass der Dow-Jones-Index in absehbarer Zeit über die Marke von 10 000 Punkten klettern würde. Er gilt als äusserst erfahrener technischer Analyst an der Wallstreet. Acampora wurde vor sechs Monaten von der Knight Capital Group angeheuert, um eine der modernsten Research-Abteilungen am Finanzplatz New York aufzubauen. Knight ist ein Top-Market-Maker für die Technologiebörse Nasdaq. Zuvor wirkte Acampora während 15 Jahren als Direktor der technischen Analyse beim Brokerhaus Prudential Securities. Als Gründer der International Federation of Technical Analysts ist er besonders stolz, dass der Titel Chartered Market Technician (CMT) seit kurzem von der US-Börsenaufsicht anerkannt wird und ebenbürtig mit dem Chartered Financial Analyst (CFA) ist.

 

http://www.zeitenwende.ch/page/index.cfm?S...&StartRow=1

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Was halten Sie von Ben Bernanke?

 

Er ist fabelhaft und intelligent, aber er hat als US-Notenbankchef den schwierigsten Job der Welt. Bernanke hat nur noch nicht gelernt, wie sein Vorgänger in Sätzen zu sprechen, die für die Öffentlichkeit schwer interpretierbar sind. Das kommt aber mit der Job-Erfahrung.

 

Was meinen Sie damit?

 

Bisher ist Ben Bernanke zu transparent. Das fördert die Spekulation.

 

Find ich interessant. Ich bin noch nicht allzulang dabei und habe daher keine Vergleichsmöglichkeiten, aber an die älteren Jahrgänge: Ist da was dran? Gibt es Vergleichsätze oder sowas von beiden Leuten zu ein und der selben Sache ... wäre mal interessant.

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Typischer Artikel der Marke: Die Korrektur nährt die Korrektur...aber was solls, irgendwie hat er ja recht.

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Posted · Edited by Risiko

Typischer Artikel der Marke: Die Korrektur nährt die Korrektur...aber was solls, irgendwie hat er ja recht.

 

 

Meine Meinung der Markt will nach oben ,aber die Daten und Fakten sprechen dagegen.

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Posted · Edited by desesperado

http://www.itulip.com/forums/showthread.php?t=292

 

 

 

 

 

SAN FRANCISCO (MarketWatch) -- MotherRock LP, an energy hedge fund run by the former president of the New York Mercantile Exchange, is shutting down after suffering big losses in natural gas markets in recent months, The Wall Street Journal reported on Friday.

 

MotherRock lost $230 million in June and July because of volatility in natural-gas markets and investor redemptions, the newspaper said, citing a person familiar with the situation.

J. Robert Collins, who started MotherRock in early 2005 with former Pioneer Futures trader Conrad Goerl and ex-Nymex vice president John D'Agostino, apologized to investors for losing their money and said a plan for winding down the fund was being drawn up, the WSJ said, citing a letter to investors that was reviewed by Dow Jones Newswires. See full story at WSJ.com (subscription required).

 

A representative at the firm's New York office declined to comment.

 

Natural-gas prices have been particularly volatile lately. They rallied 17% in the week of July 24 and then surged 14% on Monday, fueled by the recent heat wave that's swept across the U.S., the newspaper reported.

 

Traders said the jump was caused by funds covering short positions and speculation that a big market player was being forced to buy as prices rose, the WSJ said.

 

At its peak, MotherRock managed about $430 million in assets, making it one of the largest hedge funds trading natural-gas futures, the paper noted.

Quelle: http://www.marketwatch.com/news/story/stor...C30138F8F75F%7D

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