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TerracottaPie

Staatsanleihen: Welche Laufzeiten in mein passives Depot?

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vanity
Posted · Edited by vanity

Nimmt man die Umlaufsrenditen und mittelt die Monatswerte, so liegen bei den Zeiträumen ...

... Deine Betrachtung ist völlig verzerrt, denn die Langläufer haben in dieser keineswegs repräsentativen Zeit einmalig extrem überperformt aus dem einzigen Grund, dass die enorm hohen Zins-/Renditegebirge der 70er abgebaut wurden. Man kann getrost davon ausgehen, das dies ein Einmaleffekt ist, der sich so in den nächsten Jahren nicht wiederholen kann.

Das lasse ich nicht auf mir sitzen! Während du Nebenfronten eröffnest und die Zinsstruktur-Diskussion allerorten anheizst, habe ich meine Krallen gewetzt und gehe mit geschärftem Instrumentarium in die nächste Runde. Da mir gesicherte Daten aus der Zeit seit den Tulpenkriegen fehlen und meine studentischen Hilfskräfte ihrem Wochenende nachgehen, bleibe ich bei den Umlaufsrendite-Reihen der BuBa seit 1973 für 4/5- sowie über 7-jährige. :)

 

Ich sehe ja ein, dass die pure Mittelung der Renditen nicht das Mittel der Wahl ist. Deswegen verfolge ich jetzt folgenden Ansatz (wobei es mir nur um den rein empirischen Vergleich kürzer- und längerlaufenden Anleihen über einen längerlaufenden Zeitraum geht, und weder um Inflationshedge noch um einen Vergleich von Anleihen mit anderen Anlageformen - es ist ja bekannt, dass ich unter einem Anleihefetisch leide und deshalb zu keinem objektiven Urteil fähig bin):

 

Ausgehend von einer Einmalanlage und beginnend im Jahr 1973 (Ölkrise, ich weiß) wird bis ins Jahr 2010 auf Basis der gemittelten Umlaufrendite des jeweiligen Jahres folgendes Anlageverhalten unterstellt:

 

- Anlage des Betrags entweder im 4- bis 5-jährigen Bereich oder zum Vergleich im >7-jährigen Bereich mit Verzinsung entsprechend der jeweiligen Umlaufrendite

- nach einem Jahr Entnahme des Kapitals (= Vorjahreskapital +/- Kursgewinne/-verluste durch Änderung der Rendite + Verzinsung für 1 Jahr zur letztjährigen Rendite) und Wiederanlage (ohne Kosten) zur dann gültigen Rendite im gleichen Laufzeitbereich. Dies würde in etwa dem Verhalten eines ETF mit sehr engem Laufzeitband entsprechen.

 

Schwächen dieses Verfahren sind: (1) Da zur Ermittlung der Kursänderung die Umlaufrendite LJ vs. VJ verwendet wird, ist der Effekt der (üblicherweisen) Reduktion der Rendite durch Laufzeitverkürzung nicht berücksichtigt. (2) Die Renditeangabe zum über 7-jährigen Bereich sind nicht (mir) transparent, es ist nicht ersichtlich, ob sich die mittlere Laufzeit im Laufe der Zeit geändert hat (z. B. gab es zu Beginn der Reihe noch keine 30-jährigen Bunds)

 

Die 101-jährige Betrachtung basiert übrigens nicht aus einer blossen Betrachtung der Renditen wie in Deinem Beispiel (Shame on youdry.gif ). Die Ergebnisse basieren auf den tatsächlichen Anleihekursen und sind natürlich inflationsbereinigt. Meines Wissens verfügen die Autoren über die umfassenste am Markt verfügbare Datenbasis und haben die größten 16 Industrienationen (u.a. US, UK, D, F, J, Ita, AUS, CH ...) über die kompletten 101 Jahre betrachtet.

Ich hoffe, das Verfahren ist (obwohl es nur knapp 40 Jahre und nur BRD betrachtet) soweit akzeptabel. Die Inflation kann man m. E. außer Betracht lassen, da sie beide Reihen gleichermaßen betrifft. Ergebnis:

 

- kontinuierliche Anlage in 4/5-Jährige erbringt eine annualisierte Rendite von 7,0%

- kontinueriliche Anlage in >7-Jährige erbringt eine annualisierte Rendite von 7,8%

- in keinem der verfügbaren 10-Jahreszeiträume schneidet die Kurzläufer-Variante besser ab (beste Annäherung auf 20 Bp 1986/96)

- in längeren Zeiträumen natürlich erst recht nicht

- bei Verkürzung des Zeitraums auf 5 Jahre schneidet in 5 von 32 Fällen die Kurzläufer-Variante besser ab (bestes Ergebnis: + 75 Bp)

 

Mich führt das zu der Erkenntnis, das zur Zeit ein für Langfristanleger gefährlicher Anleihen-Hype herrscht. Anleihen sind aber für Langfristanleger lange nicht so risikolos wie in letzter Zeit zunehmend propagiert.

Ein Langfristanleger-Anleihen-Hype kann ich nicht erkennen (zumindest nicht im Forum, wo allerorten davor gewarnt wird). Andererseits wäre man zumindest in den letzten 40 Jahren nicht schlecht damit gefahren und falls die LV sich so verhalten haben sollten, so wäre dies zum Nutzen ihrer Versicherungsnehmer gewesen.

 

Das Ganze ist natürlich unbestritten von der Entwicklung der Umlaufrendite in den Laufzeitbändern abhängig. Ein Gefühl dafür gibt eine Betrachtung, in der die Zeit rückwärts läuft: Bei Anlagebeginn 2010 mit der jetzigen Rendite, Wiederanlage 2009 zur dann vorliegenden Rendite usw. bis ins Zinshoch in den 70ern ergibt eine annualisierte Gesamtrendite von

 

- 5,4% bei kontinuierlicher Anlage in 4/5-jährige

- 5,4% bei kontinuerilicher Anlage in >7-jährige

 

Selbst bei diesem für Langläufer ungünstigeren Zinsverlauf ergibt sich nur ein Nachteil von 5 Bp. Aus 100 € werden nur 656 € statt 665 €. Der Unterschied gegenüber einem günstigen Zinsverlauf ist allerdings drastisch: Hier werden aus 100 € 1135 € bzw. 1486 €.

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Bärenbulle
Posted

 

- 5,4% bei kontinuierlicher Anlage in 4/5-jährige

- 5,4% bei kontinuerilicher Anlage in >7-jährige

 

 

Mal klugSch******rnd auf die Schnelle: Meine Aussagen bezogen sich auf +15-jährige Laufzeiten (lang) und 5-Jährige (mittel). Die Langläufer (15+) würde ich aber meiden. Deinen +7-jährige Vergleich akzeptiere ich da aber mit Sicherheit nicht als Langläufer-Variante, sondern allenfalls als "Zwischen-den-Stühlen"-Variante. Für ein passives Depot halte ich die 5-10 Jährigen ETFs oder Anleihen sehr gut geeignet und würde Sie zur zu präferierenden Mittelklasse zählen.

 

Wegen Deiner müßiggehenden Studenten (ja ja die heutige Jugend eben! Oder liegt's gar an der zu laschen Führungshand?) ist es wohl fair für Waffengleichheit zu sorgen. Daher such ich die Studie mal raus und maile Sie per PN. Muss Sie aber erst raussuchen und hat auch als pdf ein paar MB.

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Bärenbulle
Posted · Edited by Bärenbulle

Ich mach jetzt einfach mal Werbung für das Buch hier: http://www.amazon.de...71006128&sr=8-1

 

Ist ein echter Kauf!

 

Als Gegenleitung für die Werbung und als Apetizer trau ich mich mal die folgenden Grafiken daraus zu posten welche die Renditeentwicklung von Staatsanleihen mittlerer Laufzeiten für US und UK über den Zeitraum von 101 Jahren zeigen:

 

post-12435-1271006213,36.png

post-12435-1271006214,5.png

 

Zunächst fällt auf, das 5Y-Bonds die Langläufer in beiden Märkten schlagen. In UK sogar deutlich. Man sieht sehr schon, wie post-Brenton-Woods die Inflation einsetzt. Davor war die Inflation wg. dem Goldstandard über 100 Jahre deutlich unter 2% nahe der 1%-Marke. Noch der Hochzinsphase dürfte Sie wohl nun dauerhaft bei 3% im Schnitt verbleiben. Aber die Gewinne bei Langläufern kommen vor allem aus dem Abbau der Hochzinsphase. Meines Wissens gibt es kein Anzeichen dafür, dass sich mit der Loslösung vom Goldstandard ein wirklich signifikantes und somit ausbeutbares Inflationspremium bei den Langläufern gegenüber den 5Y-Bonds eingestellt hätte, obwohl man theoretisch wohl eigentlich davon ausgehen könnte.

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XYZ99
Posted · Edited by XYZ99

Hi BB,

die real returns (also inflationsbereinigten Renditen) verhalten sich schon komisch. Angeblich 100 Jahren praktisch flat, schlagen sie erst in jünster Zeit stark nach oben aus!

Kann es sein, dass dies ein künstlicher Effekt der einfliessenden Inflation ist oder der kuhmuh-lativen Berechnungsweise ist? Es ist völlig kontra-intuitiv, dass die realen Renditen einmaligerweise ausgerechnet seit den 1980ern kontinuierlich steigen, obwohl seitdem die nominalen Zinsen beständig gesunken sind....

Durchschau ich nicht so recht... :(

 

Edit: die Abb war schon etwas klein....

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vanity
Posted · Edited by vanity

Mal klugSch******rnd auf die Schnelle: Meine Aussagen bezogen sich auf +15-jährige Laufzeiten (lang) und 5-Jährige (mittel). Die Langläufer (15+) würde ich aber meiden. Deinen +7-jährige Vergleich akzeptiere ich da aber mit Sicherheit nicht als Langläufer-Variante, sondern allenfalls als "Zwischen-den-Stühlen"-Variante. Für ein passives Depot halte ich die 5-10 Jährigen ETFs oder Anleihen sehr gut geeignet und würde sie zur zu präferierenden Mittelklasse zählen.

 

Wegen Deiner müßiggehenden Studenten (ja ja die heutige Jugend eben! Oder liegt's gar an der zu laschen Führungshand?) ist es wohl fair für Waffengleichheit zu sorgen. Daher such ich die Studie mal raus und maile Sie per PN. Muss Sie aber erst raussuchen und hat auch als pdf ein paar MB.

Ich noch mal :blushing:

 

Deinem Wunsch gehorchend haben meine HiWis Ausgangssperre verordnet bekommen und die Geschichte jetzt für eine 15er-Zeitreihe durchgerechnet. Diese hier werden verglichen:

BBK WZ 9816 (5 Jahre) und BBK WZ3439 (15 Jahre)

(die Daten sind immerhin nach Svensson ermittelt, was den folgenden Untersuchungen ein gewisses Gewicht verleiht!)

 

Methodik wie oben, aus Faulheitsgründen (keine Lust, die Daten zu verdichten) wird jetzt monatlich gerollt. Damit entfällt gleichzeitig die Laufzeitverkürzung-Anomalie. Ich denke, jetzt gibt's nix mehr zu meckern. Der betrachtete Zeitraum musste auf 24 Jahre verkürzt werden, da die 15er-Reihe erst 1986 beginnt

 

Ergebnis (Zeitraum 1986 bis 2010):

 

- kontinuierliche Anlage in 5-jährige erbringt eine annualisierte Rendite von 6,0%

- kontinueriliche Anlage in 15-jährige erbringt eine annualisierte Rendite von 7,1%

- in keinem der verfügbaren 15-Jahreszeiträume schneidet die Kurzläufer-Variante besser ab (beste Annäherung auf 70 Bp 1986-2001)

- bei den verfügbaren 10-Jahreszeiträumen gibt es ganz am Anfang einen kleinen Bereich, in dem die Kurzläufer um max. 70 Bp besser abschneiden

- bei Verkürzung des Zeitraums auf 5 Jahre gibt es einen etwas längeren Bereich (etwa 89/94 bis 92/97 mit Vorteil Kurzläufer (max. 200 Bp)

 

Und jetzt wieder das Ganze im zeitlichen Ablauf rückwärts betrachtet

 

- kontinuierliche Anlage in 5-jährige erbringt eine annualisierte Rendite von 4,55%

- kontinuierliche Anlage in 15-jährige erbringt eine annualisierte Rendite von 4,9%

- die Anzahl der 5/10/15-Jahreszeiträume mit Kurzläufer-Vorteil steigt deutlich an, es bleibt im Schnitt aber etwa ausgeglichen (bei den gemittelten Renditen aller Zeiträume liegen die Kurzläufer jeweils etwa 20 Bp vorne)

- 15-Jahreszeiträume: (max. Vorteil Kurzläufer 115 Bp, max. Vorteil Langläufer 50 Bp)

- 10-Jahreszeiträume: (max. Vorteil Kurzläufer 165 Bp, max. Vorteil Langläufer 165 Bp)

- 5-Jahreszeiträume: (max. Vorteil Kurzläufer 225 Bp, max. Vorteil Langläufer 220 Bp)

 

Die Standardabweichung des Renditeverlaufs liegt, egal ob vorwärts oder rückwärts gerechnet, mit 5-jährigen etwa bei 5% und bei 15-jährigen etwa bei 7% bis 8%. Auf Basis dieser Daten (die immerhin zeitlich mehr als die Hälfte eines Anlegerlebens umfassen), sowohl mit einem günstigen als auch einem ungünstigen Verlauf gerechnet, zeigt sich m. E., dass sich das Kursänderungsrisko, dem Langläufer natürgemäß stärker ausgesetzt sind, bei längeren Anlagezeiträumen durch das im Schnitt höhere Zinsniveau mindestens gut ausgeglichen wird und außer bei sehr ungünstigen Verläufen auch deutlich honoriert wird.

 

Das Schlimmste, was einer Langläufer-Strategie passieren kann, ist ein permanent steigendes Zinsniveau mit dauerhafter Invertierung der Zinsstruktur. Dann sieht sie allerdings alt aus (es ist aber auch nicht sehr wahrscheinlich).

 

Auf Wunsch können auch synthetische Renditeverläufe simuliert werden, die HiWis sind weiterhin dienstverpflichtet. :(

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Bärenbulle
Posted · Edited by Bärenbulle

BB,

die real returns (also inflationsbereinigten Renditen) verhalten sich schon komisch. Angeblich 100 Jahren praktisch flat, schlagen sie erst in jünster Zeit stark nach oben aus!

Kann es sein, dass dies ein künstlicher Effekt der einfliessenden Inflation ist oder der kuhmuh-lativen Berechnungsweise ist?

 

... zuviel Bauer sucht Frau geschaut? Ist übel oder? Meine Frau zwingt mich leider auch immer dazu.sad.gif

 

Der von Dir angesprochene jüngste Ausschlag (letzte 20-30 Jahre) erscheint mir schon plausibel und hängt mit der Aufhebung des Goldstandards und dem zunächst daraus resultierenden Inflationsschock in den 70ern zusammen.

 

post-12435-1271682507,73_thumb.png

 

Wie wir alle wissen sind im Nachgang dazu die Zinsen seit den 80ern kontinuierlich gesunken (siehe Bild). Ursache ist soviel ich weiß eine veränderter Algorithmus bei der Inflationsbekämpfung durch die Zentralbanken. Die mächtigen Herren ahmen seitdem den feinen Herrn Volkers nach und steuern stringenter dagegen wenn die Geldmenge wächst. Vorher hat man sich eher an dem blossen Inflation/Zinsatz orientiert und nicht so stringent am Geldmengewachstum (gibt hier genug VWL-Profis die das sich mal präziser und eloquenter erklären können).

Entscheident ist aber, dass seit dieser nicht umkehrbaren Veränderung die Zinsen kontinuierlich sinken, da die Inflationbekämpfung dadurch immer nachhaltiger und effektiver gelungen ist. Auch ohne seherische Fähigkeiten, kann man dies aber wohl getrost als Einmaleffekt bezeichnen. Das Zinsgebirge der 70er/80er wurde dabei mit jedem Zinszyklus weiter abgetragen.

Von den sinkenden Zinsen profitieren nun mal die Langläufer besonders, was auch den steilen Anstieg in den letzten 20-30 Jahren für mich absolut plausibel erklärt. Aufgrund dieses Einmaleffektes und ihres größeren Zinshebels performen Langläufer logischerweise besser als Mittelläufer.

 

Die Studenten von Vanity haben genau diesen Effekt sehr schön eingefangen (wofür ihnen grosser Dank gebührt!). Kann man übrigens auch in den zugegeben kleinen Grafiken sehr gut erkennen. Aber Nachrechnen hat noch keine geschadet (gell vanity Du alter Sklaventreiberrolleyes.gif ).

 

Von dieser Überrendite der Langläufer in der jüngsten Zeit auf die Zukunft zu schliessen dürfte aber grundfalsch sein. Zwar kann es sein, dass wir einen weiteren Zinszyklus lang sogar noch niedrigere Zinsen sehen werden. Dann ist aber das untere Ende der Fahnenstange definitiv erreicht.

Sich auf eine künftige Überrendite der Langläufer zu verlassen, ist daher keine allzu chancenreiche Strategie, zumal das Risiko der Langläufer in keinem Verhältnis zu dem der Mittelläufer steht. Selbst in den für Langläufer sehr günstigen, zurückliegenden 20-30 Jahren müßte das Sharpe-Ratio der Mittelläufer um Längen besser sein. @Vanity: Die Berechnung dieser, wäre vielleicht ein schöner Arbeitsauftrag für Deine Stundenten, wenn Du denen das nächste Wochenende auch noch versauen willst.laugh.gif

 

Da wir nun langsam das untere Ende der Zins-Fahnenstange erreicht haben, gibt es auf lange Sicht nur noch zwei Szenarien:

1) Die Zinsen bleiben langjährig auf dem gleichen Niveau, dann sollte man sich wohl eher an der 101-jährige Zeitreihe orientieren, oder? (Mittelläufer haben also vorausichtlich eine bessere Rendite und was wohl noch wichtiger ist: ein viel besseres Sharpe-Ratio!)

2) Die Zinsen steigen über mehrere Zinszyklen wieder an - z.B. weil Heli-Ben's Club der ausgewöhnlichen Gentlemen sich übelst verzockt hat. Dann sollte man Langläufer nicht mal mit der Kneifzange anpacken und vielleicht sogar sein Engagement in 5-7 jährige Laufzeiten nochmal zugunsten kürzerer Laufzeiten oder noch besser Rohstoffen überdenken.

 

PS: Nur um in keine Schublade gesteckt zu werden: Ich besitze übrigens zur Zeit nur 2% Rohstoffe in meinem Portfolio und gehe eher von Szenario 1) aus.

 

In jedem Fall empfinde ich die 101-jährigen Zeitreihenergebnisse äußerst erhellend. Schon alleine daran, dass die Ergebnisse auf mich - aber anscheinend auch auf einige von Euch - ziemlich verstörend wirken, kann man ihren besonderen Wert ermessen.

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Stephan09
Posted · Edited by Stephan09

Was mir noch spontan auffällt, ist, dass seit den 80'ern der Zins über dem Wirtschaftswachstum lag, das wäre vielleicht auch ein Erklärungsansatz der neben dem absolut gefallenen Zinsniveau noch die bessere Rendite der Lanläufer erklären könnte. Ich bezweifle, dass das vorher auch der Fall war, aber werde ich mal bei Gelegenheit nachschauen. Daneben sollte man allgemein bei Rückschlüssen von solchen Massendatenerhebungen sehr vorsichtig sein. Big government gibt es erst seit den 20'ern und diese Existenz hat die Spielregeln schon immens verändert, außerdem hatte man in den letzten 20 Jahren den Sonderfall, dass Milliarden von neuen Arbeitskräften der Kapitalakkumulation zur Verfügung standen, was sich preisstabilisierend auswirkte. Das soll keine Verneinung deiner These sein, dass sich vorherrschende Regime ändern können, aber einfach einen Durchschnitt der verschiedenen Marktbedingungen zu bilden, die in ihren Eigenarten kaum etwas miteinander zu tun haben, ist doch auch nicht wirklich zielführend.

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TerracottaPie
Posted

Ich habe Eure Diskussion der vergangenen Tage interessiert verfolgt. Der praktische Nutzen für mich als Anleger kann aber nur sein, über verschiedene Laufzeiten zu diversifizieren. Denn letzten Endes unterscheidet sich die Diskussion über die "beste" Laufzeit für Anleihen durch nichts von einer Diskussion über die "beste" Region für die Aktienanlage, oder? Letztlich ist ein Schluss von der Vergangenheit auf die Zukunft nötig, und um einen solchen Schluss zu ziehen, muss man sich entscheiden, welche Vergangenheitsdaten die bessere Prognosekraft haben. Genau das will ich aber ja vermeiden.

 

Bei meiner Entscheidung für oder gegen Langläufer könnte allenfalls noch die höhere Sensitivität ggü. Änderungen des Zinsniveaus eine Rolle spielen, aber die wird ja durch die Volatilität abgebildet.

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Bärenbulle
Posted

Mir ist gerade aufgefallen, dass ich in Post 28 Gilts statt US Bonds als Grafik eingebettet hatte. Hier das entsprechende US chart. Sieht aber ähnlich aus:

post-12435-0-16586700-1298223105_thumb.png

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Cef
Posted · Edited by Cef

Moin zusammen.

 

Ich hole diesen Faden nach fast 10 Jahren mal wieder aus dem unverdienten Tiefschlaf.

In der Hoffnung, das sich die Protagonisten oder neue Kundige seiner erbarmen, zB

@vanity, @Bärenbulle, @Torman et al ...

 

Auch nach längerer Suche habe ich keinen Faden gefunden, der sich der Frage annimmt, wie man einem passiven 

(Aktien!) 1, 2, oder 3 er Welt-Depot  eigentlich sinnvoll einen (oder maximal drei) geeigneten 

Anleihen-ETF gegenüber stellt. 

 

Also die absolut pflegeleichte Variante für den nur gering riskanten Teil der gesamten Allokation.

Und genauso wie beim Aktien-Welt- Depot für lange Anlagen, also deutlich > 10Jahre.

 

Dabei stellen sich drei Fragen:

Welche Laufzeiten?

Welche Währungsräume?

Welches Risikoprofil?

 

In diesem Thread geht es ja gemäß Titel um die Laufzeiten, vielleicht kann man die beiden anderen Punkte aber konstruktiv mit einbeziehen.

(Falls ich einen entsprechenden Faden übersehen habe bitte ggf verschieben).

 

 

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Ramstein
Posted
vor 11 Minuten schrieb Cef:

Welche Laufzeiten?

Welche Währungsräume?

Welches Risikoprofil?

 

Diversifiziert.

Diversifiziert.

Diversifiziert.

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pillendreher
Posted · Edited by pillendreher
vor 18 Minuten schrieb Cef:

 

Auch nach längerer Suche habe ich keinen Faden gefunden, der sich der Frage annimmt, wie man einem passiven 

(Aktien!) 1, 2, oder 3 er Welt-Depot  eigentlich sinnvoll einen (oder maximal drei) geeigneten 

Anleihen-ETF gegenüber stellt. 

 

Also die absolut pflegeleichte Variante für den nur gering riskanten Teil der gesamten Allokation.

Und genauso wie beim Aktien-Welt- Depot für lange Anlagen, also deutlich > 10Jahre.

 

 

 

Ziemlich ahnungslos wie ich nun mal bin,

ein ETF auf den Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index, z.B. iShares Core Global Aggregate Bond UCITS ETF - USD DIS ETF WKN: A0RGEQ

https://www.ishares.com/de/privatanleger/de/produkte/291773/

 

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Ramstein
Posted
vor 8 Minuten schrieb pillendreher:

Ziemlich ahnungslos wie ich nun mal bin,

ein ETF auf den Bloomberg Barclays Global Aggregate Bond Index, z.B. iShares Core Global Aggregate Bond UCITS ETF - USD DIS ETF WKN: A0RGEQ

https://www.ishares.com/de/privatanleger/de/produkte/291773/

 

Also ein zinsloses Risiko. Darauf kann ich verzichten. Und für dich wäre eine Festgeldleiter sicher ertragreicher.

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pillendreher
Posted · Edited by pillendreher
vor 9 Minuten schrieb Ramstein:

 

Also ein zinsloses Risiko. Darauf kann ich verzichten. Und für dich wäre eine Festgeldleiter sicher ertragreicher.

 

Daher würde ich diesen ETF für mich nie in Betracht ziehen, aber unter der Vorgabe, weiß ich nichts anderes/geeigneteres.
 

Zitat

 

Auch nach längerer Suche habe ich keinen Faden gefunden, der sich der Frage annimmt, wie man einem passiven 

(Aktien!) 1, 2, oder 3 er Welt-Depot  eigentlich sinnvoll einen (oder maximal drei) geeigneten 

Anleihen-ETF gegenüber stellt. 

 

Also die absolut pflegeleichte Variante für den nur gering riskanten Teil der gesamten Allokation.

Und genauso wie beim Aktien-Welt- Depot für lange Anlagen, also deutlich > 10Jahre.

 

 

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Cef
Posted · Edited by Cef
vor 35 Minuten schrieb Ramstein:

 

Diversifiziert.

Diversifiziert.

Diversifiziert.

 

Gesucht: 1- max 3 passive Fonds.

Alle Laufzeiten?

Alle Währungsräume?

Alle Staaten?

 

Edit 1 : Staatsanleihen gemäß Thread.

Edit 2 : Und vor allem: Warum?

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NoFlags
Posted
vor 2 Stunden schrieb Cef:

Moin zusammen.

 

Ich hole diesen Faden nach fast 10 Jahren mal wieder aus dem unverdienten Tiefschlaf.

In der Hoffnung, das sich die Protagonisten oder neue Kundige seiner erbarmen, zB

@vanity, @Bärenbulle, @Torman et al ...

 

 

 

Sorry, ist off topic: Ist Torman eigentlich noch hier? Ich hoffe er macht nur länger Urlaub...?

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Günter Paul
Posted · Edited by Günter Paul

Das ist kein Faden, das ist ein Super-Thread...warum?

Weil alles über den Haufen geworfen werden kann, was hier vor rd. 10 Jahren diskutiert worden ist.

Vany könnte seine Untersuchung ja mal aktivieren ;)..Langläufer/Kurzläufer..spielt das in unserem Bereich bei Staatsanleihen überhaupt noch eine Rolle ?

Das Ergebnis jedenfalls wäre ernüchternd.

Ich stelle zum Schluss mal einen link ein aus der Welt, Davos war eben nicht nur Rede von Merkel, viel anderes wird kaum berichtet und wenn , dann heißt es oder beser gesagt hieß es im Staatsfernsehen in den Nachrichten man hat Angst ??

Das ist wirklich so gesagt worden, na gut, hätte man Furcht gesagt, hätte man den Grund erkannt, so, bei Angst ist er nicht bekannt oder doch ?

 

Was immer das heißen soll, es gibt in dem Artikel jedenfalls ein wenig Einblick und damit ihr nicht so lange warten müsst, hier ein "Schmankerl"

""

„Die Nachricht, die aus Davos kommt, ist eindeutig: die Zeit des billigen Geldes ist wohl für die Ewigkeit“, sagt Alberto Gallo, Fondsmanager bei Algebris Macro Credit. ""

 

Ach..und jetzt, was ist mit Staatsanleihen ?

Da schreib ich mal, was Ramstein schreibt, diversifizieren, diversifizieren, diversifizieren.

Anderes fällt mir dazu auch nicht ein, ich bin in den letzten 10 Jahren in Ländern investiert, hätte ich so auch nicht für möglich gehalten, aber wo soll denn die Rendite herkommen ?

Kann man wunderbar diskutieren,..ich stelle mal den Link ein..

 

 

https://www.welt.de/wirtschaft/article187484528/Finanzkrise-2-0-Notenbanken-haben-ihr-Pulver-verschossen.html

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uang
Posted
vor 4 Stunden schrieb Cef:

Auch nach längerer Suche habe ich keinen Faden gefunden, der sich der Frage annimmt, wie man einem passiven 

(Aktien!) 1, 2, oder 3 er Welt-Depot  eigentlich sinnvoll einen (oder maximal drei) geeigneten 

Anleihen-ETF gegenüber stellt.

Kennst du diesen Thread schon?

Ist schon ne Weile her dass ich den gelesen habe und ich bin mir auch nicht mehr sicher, was hier dann der Weisheit letzter Schluss ist... (vermutlich Tages- und/oder Festgeld ;) ). Dürfte aber genau zu deiner Frage passen.

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Schwachzocker
Posted
vor 4 Stunden schrieb Cef:

...

Auch nach längerer Suche habe ich keinen Faden gefunden, der sich der Frage annimmt, wie man einem passiven 

(Aktien!) 1, 2, oder 3 er Welt-Depot  eigentlich sinnvoll einen (oder maximal drei) geeigneten 

Anleihen-ETF gegenüber stellt. 

...

Dann müsste man wohl zuerst der Frage nachgehen, welches Ziel verfolgt wird bzw. zu was die Anleihen-ETFs geeignet sein sollen?

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Cef
Posted · Edited by Cef

Meine eigene Situation wäre nicht typisch.

Ich tendiere zunehmend zu KISS-Lösungen und empfinde mein ausgetüfteltes  8-ETF-Welt-Depot 

inzwischen als unpraktisch.

Neue Anlagen tätige ich jetzt so, das sie zur Not auch Jahre ohne aktives Zutun mein Ziel erreichen - von 1% nach Kosten und Steuern.

 

Sagen wir also:

In einer möglichst einfach aufgebauten, passiven Assetallokation neben dem „Aktien-Welt-Anteil“

einen möglichst (oder maximal) risikofreien Anleihenanteil (also Staatsanleihen) gegenüberzustellen.

 

Vereinfacht: 

Welche Einzelanlage passt aus heutiger Sicht zu einem einzelnen ACWI- oder IMI- ETF?

 

So das man damit frei skalierbar sowohl kleine und große Deposts einfach herstellen könnte.

 

(Ich persönlich würde im sicheren Anleihenanteil auch mit einer negativen Realrendite auskommen und den Aktienanteil dafür höher setzen)

 

 

Edit @uang: Danke 

 

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Ramstein
Posted
vor 23 Minuten schrieb Cef:

Vereinfacht: 

Welche Einzelanlage passt aus heutiger Sicht zu einem einzelnen ACWI- oder IMI- ETF?

 

So das man damit frei skalierbar sowohl kleine und große Deposts einfach herstellen könnte.

 

 Bargeld unterm Bett oder im Tresor, je nach Volumen.

 

Bei 2% Inflation ist es unerheblich, ob man 0,4% für Tagesgeld oder -0,x % für sichere Staatsanleihen bekommt.

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Günter Paul
Posted
vor 14 Stunden schrieb Ramstein:

 Bargeld unterm Bett oder im Tresor, je nach Volumen.

Ooh ja, ich empfehle mitunter auch vergraben, besser als Gold, da schlägt der Detektor nicht an ;)

 

vor 14 Stunden schrieb Cef:

einen möglichst (oder maximal) risikofreien Anleihenanteil (also Staatsanleihen) gegenüberzustellen.

 

Wundert mich, dass Ramstein sich dazu noch nicht geäußert hat, soweit ich mich erinnere hält er nicht viel von Staatsanleihen.

Ich hingegen sehe es so wie du, mir sind gerade in Fremdwährungen solche lieber.

Allerdings würde ich es auch nicht risikofrei nennen.

 

vor 16 Stunden schrieb uang:

Kennst du diesen Thread schon?

Der ist auch schon 2016 verstorben und Leonhard hat sich hier wohl verabschiedet oder ist verabschiedet worden, spielt ja auch keine Rolle.

Interessant ist doch nur ob einer der Aktiven hier Erleuchtung bringen kann :D

 

 

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Ramstein
Posted · Edited by Ramstein
vor 15 Minuten schrieb Günter Paul:

Interessant ist doch nur ob einer der Aktiven hier Erleuchtung bringen kann

 

Und was lernst du daraus, dass keiner der "Aktiven" sich bisher zu Staatsanleihe-ETFs bekannt hat?

Das kann doch auch eine Erleuchtung sein.

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Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte

Bezüglich Laufzeit/Duration stellt sich auch die Frage, wie sehr man in absehbarer Zeit mit steigenden Zinsen (in den einzelnen Währungsraumen) rechnet. Rein von der Rendite her spricht momentan nichts für japanische und Eurostaatsanleihen bzw. mit Tages- sowie Festgeld fährt man nicht wirklich schlechter und ist dafür flexibler. Andere Staatsanleihen wie die der USA sind schon interessanter, wenn man das Währungsrisiko beachtet. Hier sind kürzere Laufzeiten sogar momentan interessanter, da sie kaum weniger abwerfen als langlaufende

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