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rocman

ABB - Asea Brown Boveri Ltd.

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rocman

Merkwürdigerweise habe ich bisher keinen Thread über ABB im Forum finden können (oder ich hab nicht richtig gesucht).

Deswegen wollt ich das Unternehmen hier mal kurz vorstellen und vlt. ins Gespräch bringen (ist meine erste Vorstellung, also wahrscheinlich mit jeder Menge Fehlern).

 

ISIN: CH0012221716

WKN: 919730

Gelistet an: SIX Swiss Exchange (CHF), NASDAQ OMX Stockholm (SEK), New York Stock Exchange (USD)

Mitarbeiter: 116.000

Anteilseigner: 7,1% Investor AB, 92,9% Streubesitz (3,0% BlackRock Inc.)

 

ABB Website

 

ABB Asea Brown Boveri Ltd. ist 1988 aus der Fusion der ASEA (gegründet 1890 in Schweden) und BBC (gegründet 1891 in der Schweiz) entstanden.

ABB zählt weltweit zu den führenden Unternehmen in der Energie- und Automationstechnik. Das Unternehmen bietet Lösungen für eine sichere, energieeffiziente Stromerzeugung, Stromübertragung und Stromverteilung. Das Portfolio reicht von Lichtschaltern über Roboter bis hin zu leistungsstarken Transformatoren und Managementsystemen für ganze Stromnetze.

 

ABB ist Gründungsmitglied der DII GmbH, der Initiative zur Umsetzung des DESERTEC Konzeptes.

Außerdem führt ABB die Anbindung des größten Offshore Windparks (Borwin) an das deutsche Stromnetz durch. Aus Brasilien hat man den Auftrag für die längste Stromleitung der Welt erhalten.

 

ABB ist in folgenden Geschäftsfeldern tätig:

 

Power Products

Umfasst die Kernkomponenten für die Stromübertragung und verteilung (Trafos, Schaltanlagen, Leistungsschalter, Kabel). Die Division bietet außerdem alle Dienstleistungen an, um die Leistungsfähigkeit und eine lange Lebensdauer der Produkte zu gewährleisten.

Umsatz 2009: 11.239 Mio. USD (-5,5% zu 2008)

EBIT 2009: 1.969 Mio. USD (-6,3% zu 2008)

 

Power Systems

Beliefert Versorgungsunternehmen mit schlüsselfertigen Systemen und Dienstleistungen für die Stromübertragung, Stromverteilung und für Kraftwerke. Unterstationen und Automationssysteme für Unterstationen sind die Hauptfelder dieser Division. In der Stromerzeugung bietet die Division Energietechnik-Systeme die Instrumentierung, Kontrolle und Elektrifizierung von Kraftwerken an.

Umsatz 2009: 6.549 Mio. USD (-5,3% zu 2008)

EBIT 2009: 388 Mio. USD (-34,5% zu 2008)

 

Discrete Automation and Motion

Bietet Produkte, Lösungen und Dienstleistungen für die Steigerung der industriellen Produktivität und Energieeffizienz. Mit ihren Motoren, Generatoren, Antrieben, speicherprogrammierbaren Steuerungen (PLCs) und ihrer Leistungselektronik und Robotik stellt die Division Energie-, Antriebs- und Steuerungstechnologien für zahlreiche Automationsanwendungen bereit. ABB ist hier Weltproduktführer im Bereich Windgeneratoren.

Umsatz 2009: 8.930 Mio. USD (-12,9% zu 2008)

EBIT 2009: 1.330 Mio. USD (-30,3% zu 2008)

Hier ist auch das imho Problemkind Robotik zu Hause, das unter einem Umsatz von 1.500 Mio. USD nicht rentabel zu sein scheint.

Umsatz 2009: 970 Mio. USD (-40,9% zu 2008)

EBIT 2009: -269 Mio. USD (+9 Mio. USD in 2008)

 

Process Automation

Bereitstellung von Produkten und Lösungen für die Instrumentierung, Automatisierung und Optimierung industrieller Prozesse. Zu den Abnehmerbranchen zählen die Öl- und Gasindustrie, der Energiesektor, die Chemie- und Pharmaindustrie, die Zellstoff- und Papierindustrie, die Metall- und Mineralindustrie sowie die Schiffbau- und Turboladerindustrie. Hauptvorteile für die Kunden sind eine verbesserte Anlagenproduktivität und höhere Energieeinsparungen.

Umsatz 2009: 7.347 Mio. USD (-6% zu 2008)

EBIT 2009: 685 Mio. USD (-26% zu 2008)

 

Low Voltage Products

Fertigt Niederspannungs-Leistungsschalter, Schaltanlagen, Steuergeräte, Installationstechnik sowie Gehäuse und Kabelsysteme, um Menschen, Anlagen und elektronische Ausrüstung vor elektrischer Überlast zu schützen. Darüber hinaus produziert die Division KNX-Systeme für die Integration und Automation von elektrischen Anlagen, Lüftungssystemen und Sicherheits- und Datenübertragungsnetzen in Gebäuden. Die Umsätze in diesem Bereich sind leider nicht extra in der Statistik ausgewiesen, deswegen nehme ich mal an, dass diese nur einen geringen Prozentwert ausmachen (da die Aufträge hier wohl ein vergleichsweise sehr kleines Volumen haben werden).

 

Statistik (in Mio. USD)

                 2009     2008     2007     2006     2005     2004     2003
Auftragseingang   30.969   38.282   34.348   27.048   23.194   21.586   19.603
Auftragsbestand   25.000   23.800   22.715   15.829   12.054   12.332   11.269
Umsatz            31.795   34.912   29.183   23.281   22.442   20.610   20.332
EBIT               4.126    4.552    4.023    2.557    1.742    1.046      287
Gewinn             2.901    3.118    3.757    1.390      735      -35     -779
Cashflow           4.027    3.958    3.054    1.939    1.012      902     -152
Gewinn je Aktie     1,27     1,36     1,66     0,65     0,36    -0,02    -0,64
Dividende (CHF)     0,51     0,48     0,48     0,24
Div-Rendite        2,56%    3,08%    1,47%    1,10%
Eigenkapital      13.790   11.158   10.957    6.038    3.483    3.121    3.202
Fremdkapital      20.255   21.411   19.452   18.635   18.452   21.559   27.199
Marketkap         43.700   34.300   66.100   39.000   19.700   11.400   10.300

Kennzahlen

KGV:                15,0     11,0     17,3     27,7     27,0      neg      neg
KBV:                 3,2      3,1      6,0      6,5      5,7      3,7      3,2
KUV:                 1,4      1,0      2,3      1,7      0,9      0,6      0,5
Gearing:          146,88   191,89   177,53   308,63   529,77   690,77   849,44

Der Umsatz verteilt sich folgendermaßen auf die Regionen:

Europa              13.093   41,2%   (-17,2% zu 2008)
Asien                8.684   27,3%   (- 3,2% zu 2008)
Nord-, Südamerika    6.049   19,0%   (- 5,9% zu 2008)
Naher Osten, Afrika  3.969   12,5%   (+ 7,2% zu 2008)

In Deutschland wurde 2009 ein Umsatz von 3.185 Mio. USD erwirtschaftet, was einem Umsatzanteil von ca. 10% entspricht. Der Umsatzeinbruch lag in Deutschland bei -13,6%.

 

ABB hat vor kurzem das Softwareunternehmen Ventyx (250 Mio. USD Umsatz) für mehr als 1 Mrd. USD übernommen! Damit avanciert man laut eigenen Aussagen zu einem führenden Anbieter von Softwaremanagementlösungen für Energienetzwerke. Die Übernahme soll in bar gestemmt werden, also durch keine weiteren Schulden. Außerdem plant ABB momentan die Übernahme der britischen Chloride Gruppe (336 Mio. Pfund Umsatz) für ca. 860 Mio. Pfund. Das Unternehmen soll in die Sparte Discrete Automation and Motion integriert werden. Damit stellt man sich im Bereich unterbrechungsfreie Stromversorgungen breiter auf. So kommen die USV-Lösungen von Chloride etwa bei den ABB-Kunden an Energieversorgern oder Industrieunternehmen aus dem Öl-, Gas- oder dem petrochemischen Sektor zum Einsatz. Darüber hinaus könnten neue Bereiche im Servicesektor wie Datencenter, Finanzinstitutionen, Krankenhäuser oder Flughäfen erschlossen werden. Allerdings hat der US-Rivale Emerson Electric sein Angebot auf 375p/Aktie nachgelegt und ABB hat beschlossen, dies nicht auszugleichen (325p/Aktie).

Die Zukäufe gehen wohl größtenteils auf den, vom Konkurrenten GE, abgeworbenen Manager Joseph Hogan zurück, den man 2008 zum Konzernchef ernannt hat. Hogan leitete die GE-Medizintechniksparte, deren Umsatz er innerhalb von acht Jahren auf 17 Mrd. Dollar mehr als verdoppelte (u.a. auch durch die ca. 50 Zukäufe!).

 

Chart

abb10y.png

Prognose

Die ersten 2 Quartale in 2010 zeigen leider noch keinen deutlichen Aufwärtstrend, Umsatz und Gewinn sind leicht rückgängig. Während das 1. Quartal eher schlecht war, zeigt das 2. Quartal immerhin schon leichte Aufwärtstendenzen. So ist der Auftragsbestand seit Jahresbeginn wieder um 5% gewachsen. Problematisch erweist sich momentan die Investitionszurückhaltung der großen Versorger. Während die Basisaufträge (unter 15 Mio. USD) um 15% zulegten, stürzten die Großaufträge (über 15 Mio. USD) um 37% ab! Wenigstens konnte man die Finanzverbindlichkeiten in den ersten beiden Quartalen von 20,25 Mrd. USD auf 19,15 Mrd. USD verringern.

 

Ich erwarte in den nächsten zwei Quartalen aufgrund der Konjunkturbelebung ein weiter anziehendes Geschäft und für 2010 ein Ergebnis, welches leicht über dem Vorjahresniveau liegt. Wachstumstreiber wird bei ABB, neben Asien, auch die Region Afrika sowie Naher und Mittlerer Osten sein die einzige Region, die trotz der letzten Krise in 2009 ein Umsatzplus verzeichnen konnte.

 

Ich denke ABB ist gut aufgestellt (v.a. ökologisch), v.a. das Thema Energieübertragung (Offshore Windparks, Solar-Projekte wie Desertec usw.) und damit einhergehend die Energieeffizienz wird in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Es zeichnet sich ab, dass die saubere Energie der Zukunft nicht unbedingt direkt beim Endverbraucher vor der Haustür gewonnen werden kann. Sei es weit vor der Küste, tief unter Wasser, in Wüsten o. auf Bergkämmen. Die Energie muss so effizient wie möglich und ohne große Verluste zum Verbraucher gebracht werden. Des weiteren werden auch die Wasserreserven immer kostbarer. Auch hier werden hocheffiziente Anlagen und Maschinen zur Aufbereitung benötigt (so ist ABB z.B. am intelligenten Abwassersystem von Singapur beteiligt).

 

Ich habe ABB mal auf meine Watchlist genommen und warte die nächsten Quartalszahlen ab. Je nachdem plane ich dann eine Position im Depot aufzubauen.

Was meint ihr zum Unternehmen?

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rocman

Hmm... naja, Schweigen sagt ja manchmal bekanntlich mehr als tausend Worte...

Das Board war eine gute Anlageentscheidung, nämlich erstmal nicht in ABB zu investieren - Der Kursverlauf seit meinem Post war eher lahm und wurde erst durch die heutigen Quartalszahlen nach unten geknüppelt. Allein heute -4,6%, seit meiner Vorstellung - 5,5%.

 

Aber es hätte sich trotzdem mal jemand äußern können. Vielleicht hab ich in meiner Vorstellung ja nur belanglosen Mist erzählt, dann wüsste ich es wenigstens (immerhin sehe ich mich auch selbst nicht als Aktienprofi und Analyst). Aber ABB ist zugegebenermaßen wohl etwas unspannend... ;)

 

Wie gesagt, heute gab es passend zum Kurs lahme Quartalszahlen und die Aktie wurde entsprechend abgestraft.

 

 

Nur kurz zum 3. Quartal:

 

Der Auftragseingang hat im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal immerhin um 18% angezogen. Erfreulich ist, dass der Eingang von Großaufträgen um 32% zugenommen hat (wobei da wohl der Auftrag für den "deutschen" Offshore Windpark erheblich dazu beigetragen hat). Auf 9-Monatssicht ist der Gewinn zum Vorjahreszeitraum leider weiter geschrumpft - um 21% auf 1,8 Mrd. USD. Dabei ist der Umsatz "nur" um 2,7% gesunken. Der Gewinn je Aktie ist von 1,03 USD auf 0,81 USD zurückgegangen.

 

Q3-Ergebnis der Divisionen:

 

Der Umsatz des eigentlichen "Umsatz-Zugpferds" Power Products ist dabei am stärksten eingebrochen: -13% auf 2.439 Mio. USD. Dies ist dem schwachen Auftragseingang für Großprojekte der vorhergehenden Quartale geschuldet. Es ist auch die einzige Division, die einen Auftragsrückgang zu verzeichnen hat (-7%).

 

Die Sparte Power Systems (Auftragseingang +8%) wurde hauptsächlich durch den größten Auftrag der Divisionsgeschichte getragen: 700 Mio. USD für die Anbindung des Offshore Windparks Borwin an das deutsche Stromnetz. Der Umsatz blieb stabil bei 1.679 Mio. USD. Das kürzlich übernommene Softwareunternehmen Ventyx hat hier schon mit ca. 50 Mio USD beigetragen. Allerdings sank das EBIT um 13% auf 102 Mio. USD. Ein Zeichen dafür, dass man wohl die Preise nach unten anpassen musste.

 

Das Sorgenkind Discrete Automation and Motion (Auftragseingang +36%) hat sich erstaunlicherweise gut erholt und den Umsatz um 14% gesteigert, auf 1.460 Mio. USD. Das EBIT ist um 69% "explodiert", auf 268 Mio. USD. Ein Zeichen für gute Preise und Wirksamkeit der Kosteneinsparungen. Allerdings sind im EBIT Einnahmen einer "break fee" (?) von 10 Mio. USD aus dem zurückgezogenem Übernahmeangebot für die Chloride Group enthalten.

 

Das Gleiche gilt für die Low Voltage Products. Umsatzsteigerung von 13% auf 1.187 Mio (Autragseingang +20%). USD und EBIT-Steigerung um 66% auf 245 Mio. USD.

 

Die Sparte Process Automation verzeichnet ein Auftragsplus von 34%. Der Umsatz stagniert allerdings bei 1.859 Mio. USD (-3%). Das EBIT ist aber um 29% auf 207 Mio. USD gestiegen.

 

 

Der Motor im 3. Quartal war eindeutig Europa (Umsatz +52%, Deutschland +217% :P) (wie schon erwähnt), während der Mittlere Osten und Afrika eingebrochen ist (Umsatz -30%). Richtig schlecht waren die Zahlen nicht, aber den Anlegern hat es natürlich nicht gefallen.

 

Der steigende Auftragseingang stimmt mich positiver für die Zukunft, die Aussichten sind nicht schlecht. Gerade die steigenden Auftragseingänge >15 Mio. USD sollten den Umsatz und die Gewinne wieder ankurbeln. Mit dem momentanen EPS von 0,81 USD sollte die Dividende 2010 auf 2009 Niveau gesichert sein (ok, die Rendite ist nur 2,0% - 2,5%, aber Einige interessiert das ja schon ;) ).

Ich beobachte also erstmal weiter vom Spielfeldrand...

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Kezboard

Na dann gebe ich mal meinen Senf ab. Ich habe mir ABB erstmalig Mitte des Jahres angesehen. Von den Zahlen her ist es ein Unternehmen im oberen Mittelfeld - allerdings gibt es einige Punkte, die mich stören und es deshalb in meinen Augen zu keinem Top-Investment werden lassen:

 

Meine Daten gehen von 1988 bis Q3 2010. Die ersten paar Jahre kann man sagen, dass ABB so vor sich herdümpelte. Die Zeitspanne 2001-2004 war ganz bescheiden. In 3 Jahren wurden Verluste verbucht; erst 2004 gelang der Sprung zurück in ein (bescheidenes) Plus. Von 2001 bis 2003 stieg zudem die Verschuldung sehr stark an. Erfreulicherweise wurde diese seitdem stetig abgebaut.

Seit dem Umsatztief in 2002 konnte dieser bis 2008 wieder ansteigen, wurde dann allerdings wieder hart von der Krise getroffen und war für 2009 und 2010 rückläufig. Insgesamt scheint ABB sehr anfällig für Krisen zu sein, also sehr zyklisch auf Marktschwankungen zu reagieren. Auch der Gewinn hat sich seit dem Zwischenhoch 2007 fast halbiert - eine Trendwende erkenne ich (noch) nicht. Zudem schwankt der Free Cash Flow recht stark, was eine Prognose für die Zukunft und somit die Ermittlung eines Fair Value nach dem DCF-Verfahren erschwert. Lt. meinen Unterlagen komme ich auf etwa 29,5 USD - eine Margin of Safety stellt sich mir bei aktuellen Kursen von 21 USD so nicht dar. Ab Kursen unter 20 USD könnte es erst wieder interessant werden - allerdings sollten sich fundamental vorher einige Dinge zum Positiven gewendet haben.

 

Fazit: es gibt bessere Investments!

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rocman

Danke für deine Meinung. :)

 

Das ist mir auch schon aufgefallen, dass ABB sehr krisenanfällig ist. Dies ist aber auch dem Geschäftsfeld geschuldet, da in einer Krise halt niemand in teure Anlagen zur Energieerzeugung und Energieübertragung investiert. Die alten Anlagen funktionieren ja noch und der Energieverbrauch geht ja in so einer Krise auch meist zurück. ABB "lebt" meiner Meinung nach leider größtenteils von Großprojekten, was man dann in jeder Krise zu spüren bekommt. Im Vergleich zu 2001-2004 hat man sich in der Finanzkrise aber gut gehalten. Wobei man sagen muss, dass durch das Order Backlog, die Auswirkungen erst zeitlich verschoben zu spüren sind (z.B. grade jetzt, wo doch gerade ein Wirtschaftsaufschwung im Gange ist ;) ).

 

Das es bessere Investments gibt steht außer Frage.

Ich rechne zum Geschäftsjahresende mit einem EPS von ca. 1 USD (ca. 0,75 ), d.h. beim momentanen Kurs um die 15 Euro ist das ein KGV von ca. 20. Also nicht gerade günstig bewertet. Ich befürchte daher, dass der Kurs weiter nachgeben wird. Es könnten sich also günstigere Einstiegsmöglichkeiten bieten, gerade wenn der Gewinn in den nächsten Quartalen wieder zulegen sollte (der Auftragseingang stimmt mich da zuversichtlich).

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Kaffeetasse

schliesse mich der meinung von kez an: das unternehmen ist nicht so schlecht, aber ein investment drängt sich nich unbedingt auf.

um's mal auf die bundesliga zu übertragen^^, platz 7-11 schaffen se konstant :w00t:

de facto handelt es sich ja um einen zulieferer der energiekonzerne, im weiteren sind einen industrie-/energieinfrastrukturkonzern.

in der peer group würde ich klar siemens bevorzugen, weil die z.b. eben auch noch die medtec haben und nich ganz so konjunkturanfällig sind.

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Warlock

ABB enttäuscht die Erwartungen. Der Gewinn ist im Vergleich zum Vorquartal nur um 2% gestiegen.

 

Quelle Handelsblatt

 

Da um die 50% Umsatz in den Schwellenländern gemacht werden sehe ich einiges an Wachstumspotential. Die Eigenkapitalquote ist ordentlich und die Dividendenrendite ist für einen Zykliker recht hoch. Insgesamt scheint mir das Unternehmen recht günstig bewertet zu sein. Da auch die Auftragseingänge zugelegt haben sehe ich auch kurzfristig keine großen Probleme.

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Warlock

 

Großauftrag

 

ABB liefert Stromtechnik nach Indien

22.12.2011, 17:00 Uhr; Für über 900 Millionen Dollar wird der Schweizer Elektronikkonzern Stromübertragungstechnik nach Indien liefern. 90 Millionen Menschen sollen davon ab 2015 profitieren.

 

 

Der Elektrotechnikkonzern ABB hat einen Großauftrag aus Indien erhalten. Das Schweizer Unternehmen liefert für über 900 Millionen Dollar Stromübertragungstechnik an die Power Grid Corporation of India, wie ABB am Donnerstag mitteilte. Die Leitung soll 2015 in Betrieb genommen werden. Sie soll Strom von Wasserkraftwerken im gebirgigen Nordosten Indiens über eine Entfernung von 1700 Kilometern in die bevölkerungsreiche Region Agra in Zentralindien übertragen.

 

Bei voller Auslastung liefere die Verbindung genug Strom für die Versorgung von 90 Millionen Menschen. Die verwendete Ultrahochspannungstechnik minimiere Übertragungsverluste. Die Alternative, mehrere Stromleitungen zu betreiben, sei zudem wesentlich teurer.

 

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Warlock

Die Zahlen für das Jahr 2012 sind bekanntgegeben:

 

http://www.abb.com/cawp/seitp202/50f38c6108f502c6c1257b02006a5eb3.aspx

 

Durch die Bank war das Jahr 2012 schlechter als 2011, einzig der Geschäftsausblick ist ähnlich gut wie das Jahr zuvor. Der Markt hatte offenbar mit schlimmerem gerechnet.

 

Die Erhöhung der Dividende, wenn auch nur leicht, halte ich vor diesem Hintergrund für unangemessen. Die Dividende konstant zu halten hätte mehr als ausgereicht.

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Warlock

ABB kann Gewinn und Umsatz ordentlich steigern.

 

Handelsblatt

 

Die Sparbemühungen scheinen sich auszuzahlen. Ich denke es handelt sich im wesentlichen um Konsolidierung bzw. heben von Synergieeffekten der zurückliegenden Übernahmen. Allerdings sind knapp 16% mehr Umsatz gemacht worden als neue Aufträge eingegangen sind. Wenn sich da nichts tut, werden die guten Zahlen nur ein Strohfeuer sein.

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Warlock

Der Gewinn ist im 4. Quartal aufgrund der Stürme in der Nordsee zurückgegangen.

 

Handelsblatt

 

So was ist immer ärgerlich, aber es spricht fur das Unternehmen eine Risiken einzugehen und Mitarbeiter zu gefährden. Nur so kann man langfristig erfolgreich sein. Hoffe nur sie haben tatsächlich daraus gelernt.

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la plata
· bearbeitet von la plata

Ordentlicher Rücksetzer für ABB. Könnte mir vorstellen, dass sich ein Einstieg lohnen würde.?

 

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Warlock

Ordentlicher Rücksetzer für ABB. Könnte mir vorstellen, dass sich ein Einstieg lohnen würde.?

 

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Ich bin damals bei gut 14 EUR eingestiegen, mehr finde ich nachwievor nicht angemessen. Ein Schnäppchen ist es erst bei 12 EUR.

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Warlock

ABB hat Abschreibungen in Höhe von 333 Mio. USD, entsprechend fällt der Q2-2014 Gewinn auf gut 600 Mio. USD. Die Auftrageingänge steigen dagegen um 13% im Vergleich zum Vorjahresquartal. Pressemitteilung ABB

 

Der Markt hatte wohl mit schlimmerem gerechnet, die Aktie steigt um etwa 1,5% auf etwa 17,50 EUR.

 

Verstehe nach wie vor, nicht das ich mit diesem Papier heir auf penetrantes Desinteresse stoße, wo ich mich nun im dritten Jahr an einer ordentlichen Dividende erfreue. :)

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Conus

Einer der größten Anteilseigner an der ABB hat im 2. Quartal weitere 5.334.242 Aktien für 833 Mio. SEK eingesammelt. Das entspricht zu heutigem Wechselkurs einem Kaufpreis von 16,89 €. Ingesamt gehören der Investor AB nun mehr als 193 Mio. ABB Aktien und sie bewerten die 16,89 € als attraktiven Kurs für Nachkäufe. Es gibt schlechtere Referenzen.

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Chartwaves

Verstehe nach wie vor, nicht das ich mit diesem Papier heir auf penetrantes Desinteresse stoße

 

Vielleicht liegt es einfach daran, dass andere Firmen besser performen?

 

Gelb/schwarz = ABB

Blau = Siemens

Grün = General Electric

 

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Schildkröte
· bearbeitet von Schildkröte

Verstehe nach wie vor nicht, dass ich mit diesem Papier hier auf penetrantes Desinteresse stoße.

Ein Elektrokonzern fehlt mir bisher noch im Depot und ABB steht gemeinsam mit GE, Siemens, Emerson Electric und Schneider Electric auf meiner ("erweiterten") Beobachtungsliste. Keine Frage handelt es sich dabei um qualitative Werte (die Finanzsparte von GE mal außen vor). Jedoch werde ich mit dieser Zunft irgendwie nicht so recht warm. Das liegt zunächst mal daran, dass ich Marktführer aus Branchen bevorzuge, in denen der Konzentrationsprozess weitestgehend abgeschlossen ist. Neben den genannten Unternehmen gibt es jedoch noch viele weitere Vertreter aus diesem Segment (Bosch, United Technologies, Philips, Mitsubishi Electric etc.). Wie sieht die Branchensituation in zehn Jahren aus? Bedroht chinesische Billigkonkurrenz möglicherweise das Geschäftsmodell? Des Weiteren fällt mir auf, dass das EPS bei vielen dieser Unternehmen (auch ABB) in den letzten Jahren mehr oder weniger seitwärts verlaufen ist. Kontinuierliche Ergebnissteigerungen sehen anders aus (auch wenn bei ABB zumindest die Umsätze gestiegen sind). Und dafür bezahle ich dann ein stattliches KGV für solch zyklische Werte? Zur freundlichen Erinnerung: Während der Krise ist der Kurs von ABB um die Hälfte eingebrochen und bei der Korrektur 2011 immerhin um ein Drittel. Dann im Sinne von Maddin/Kaffeetasse doch lieber Nestlé. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren: Wie siehst Du die Zukunft von ABB und was hebt das Unternehmen eventuell von seinen Mitstreitern ab?

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Warlock

@Schildkröte: Danke für die Hinweise! Hab doch zuletzt nicht so auf die Risiken bei ABB geachtet. Ich halte den Produktmix und die geografische Umsatzverteilung für die Stärken von ABB. Die ordentliche Dividende halte ich auch für keinen Fehler als Aktionär. Ich habe mir die Aktie damals für 14 EUR ins Depot gehohlt, so das ich einiges an Puffer habe.

 

Siemens kann mich nicht wirklich überzeugen, zu viele technische Probleme in den verschiedenen Bereichen. Das wenige was ich fachlich überblicken kann, da muss ich den Kopf schütteln. GE ist mir suspekt mit ihrer Finanzsparte, außerdem sind dort die Fachkräfte bis vor kurzem alle paar Jahre in andere (fachfremde) Abteilungen versetzt worden - das widerstrebt auch meinem technischen Verständnis.

 

Mit den kleineren Unternehmen habe ich mich nicht auseinandergesetzt, da ich nur eine Aktie zu dem Sektor Industrie-Elektronik im Depot gebrauchen kann.

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Dandy

Ich habe mir ABB auch aus diesem Grund zugelegt. Sie sind fast rein auf Infrastruktur ausgelegt, was bei den anderen großen Mitbewerbern eben nicht der Fall ist. Ich gebe unumwunden zu, mir das Unternehmen vor dem Kauf nicht sehr genau angesehen zu haben.

 

Dass solche Titel in den letzten zehn Jahre eher seitwärts gelaufen sind sollte klar sein. Die ökonomischen Rahmenbedingungen insbesondere in den Industrienationen haben nicht gerade Anlass für größere Investitionen in Stromnetze, Transformatoren und Co gegeben. Dazu kommt die politisch gewollte Schwäche bei den Energiekonzernen in Europa, insbesondere in Deutschland.

 

Aber: Die aufstrebenden Märkte lechzen nach neuer Infrastruktur. Zwar sind diese aktuell auch eher schwach, aber früher oder später sehe ich hier enormes Wachstumspotenzial und ABB ist genau hier konzentriert aufgestellt. Natürlich gibt es Konkurrenz, aber so schnell werden chinesische Billigkonkurrenten hier nicht aufholen. Das Wissen und die Umsetzungsfähigkeit die man für die Abwicklung solcher Großprojekte benötigt erlangt man nicht in kurzer Zeit. Da haben die großen Elektrokonzerne mit über hundert Jahren Erfahrung schon noch einen Vorsprung. Nicht uneinholbar, aber für die kommenden Jahre sehe ich hier eher geringe Gefahren.

 

Hierbei handelt es sich um astreine Zykliker, die aber eben auch bei einem globalen Aufschwung (kommt er denn jetzt oder nicht?) überproportional profitieren dürften. Unter dem Aspekt sollte man wohl auch die aktuellen Bewertungen betrachten. Die stabilen Konsumgüterhersteller werden dann voraussichtlich das Nachsehen haben.

 

Ein Branchenvergleich dieser Industrie wäre natürlich auch nicht verkehrt :-

 

 

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Schildkröte
· bearbeitet von Schildkröte

@ Warlock & Dandy:

Danke für Euer Feedback! Ja, bei GE stört mich vor allem die (nur schwer kalkulierbare) Finanzsparte. Die einzelnen Sparten im Kerngeschäft finde ich zum Teil aber sehr interessant. Siemens kann man wohl als riesige Behörde bezeichnen, wo die eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Was die Münchner gut können, ist einzelne Sparten abzustoßen (Telefone, Halbleiter, Computer, Handies, Netzwerke, Glühbirnen, Hörgeräte etc.). Als Frankreich-Fan wäre Schneider Electric für mich (trotz Quellensteuer) interessant (führend bei Energie-Management und Automation). Emerson Electric ist im selben Bereich wie die Franzosen aktiv und erfüllt am ehesten die sog. "Robustheits"-Kriterien von Karl Napf. Also ein "Mittel"-Zykliker wie z. B. Air Liquide oder BASF. Philips ist in den Bereichen Medizintechnik und Konsumgüter (elektrische

und
sowie Unterhaltungselektronik) unterwegs. Im Prinzip eine Mischung aus Siemens und Procter & Gamble (Oral-B und
). Wer's mag.

 

@ Dandy:

Es gibt bereits einen entspr. Branchenthread von Karl Napf zum Thema "Elektro-Mischkonzerne". Den könnte man doch fortführen?

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Schildkröte
Der ABB-Konzern hat die nächste Stufe seiner Strategie gestartet und stellt Teile seines Traditionsgeschäftes zur Disposition. Zudem verschärft er den Sparkurs und reduziert die Wachstumsaussichten aufgrund neuer Realitäten.

Hier der vollständige NZZ-Artikel: http://www.nzz.ch/wirtschaft/bei-abb-bleibt-kein-stein-auf-dem-anderen-1.18610167

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Chartwaves
· bearbeitet von Chartwaves
Der ABB-Konzern hat die nächste Stufe seiner Strategie gestartet und stellt Teile seines Traditionsgeschäftes zur Disposition. Zudem verschärft er den Sparkurs und reduziert die Wachstumsaussichten aufgrund neuer Realitäten.

Hier der vollständige NZZ-Artikel: http://www.nzz.ch/wirtschaft/bei-abb-bleibt-kein-stein-auf-dem-anderen-1.18610167

 

Woran erkennt man, dass eine Firma kein gutes Management hat?

 

-ein Sparprogramm folgt aufs Nächste

-der zeitliche Abstand zwischen Restrukturierungen wird immer kürzer

-der Aktienkurs bewegt sich seitwärts oder abwärts (während es der Peer Group viel besser ergeht).

 

Alles Anzeichen für ein hilfloses Management, das nicht versteht wo die tatsächlichen Probleme in der Firma liegen.

 

Es gibt sicher viel, was man in einer Firma wie ABB besser und effizienter machen könnte. Das Problem in einem solch großen Konzern ist nicht selten: Die Leute, die verstehen wo die Ineffizienzen liegen, sind nicht diejenigen die die Entscheidungen treffen. Und diejenigen, die in der Hierarchie weit genug oben stehen um Entscheidungen treffen zu können, verstehen nicht wo die Ineffizienzen liegen. Ein Dilemma, aus dem eine Firma nur schwer wieder herauskommt, wenn sie erst einmal richtig drinsteckt. Denn um dies zu ändern, müssten die Leute welche die falschen Entscheidungen treffen sich praktisch selbst rausschmeißen und sich durch kompetentere Entscheidungsträger ersetzen. Das findet in aller Regel leider nicht statt - Inkompetenz gebiert Inkompetenz.

 

Ich kenne Leute, die bei ABB arbeiten bzw. dort gearbeitet haben. Sprichwörtlich ist hier der "ABB-Achter": Acht Steuermänner und einer rudert. :-

 

Für mich ist ABB ein Paradebeispiel für eine Firma, die nicht wegen, sondern trotz ihres Managements überhaupt noch Geld verdient. Allerdings immer weniger (Gewinn pro Aktie) über die letzten paar Jahre hinweg.

Daher scheidet ein Investement in ABB für mich aus. Es gibt wahrlich bessere Alternativen im Technik-Sektor (z.B. General Electric, KUKA, ... sogar Siemens ist besser. Zumindest noch).

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Dandy
Daher scheidet ein Investement in ABB für mich aus. Es gibt wahrlich bessere Alternativen im Technik-Sektor (z.B. General Electric, KUKA, ... sogar Siemens ist besser. Zumindest noch).
Aufgrund welcher konkreter Kriterien kommst Du zu diesem Schluss? Laut Valueexplorer ist ABB in diesem Sektor sowohl am günstigsten bewertet als auch am niedrigsten verschuldet. Auch die operative Marge ist etwas besser bei ABB.

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Schildkröte
· bearbeitet von Schildkröte
Daher scheidet ein Investement in ABB für mich aus. Es gibt wahrlich bessere Alternativen im Technik-Sektor (z.B. General Electric, KUKA, ... sogar Siemens ist besser. Zumindest noch).

Aufgrund welcher konkreter Kriterien kommst Du zu diesem Schluss? Laut Valueexplorer ist ABB in diesem Sektor sowohl am günstigsten bewertet als auch am niedrigsten verschuldet. Auch die operative Marge ist etwas besser bei ABB.

Meine Meinung zu Screenern bzw. irgendwelchen Bewertungssystemen dürfte bekannt sein. Als wenn es so einfach wäre, einen Knopf zu drücken und dann weiß man, ob man die Aktie kaufen soll oder ob sie billig ist. Nach welchen Kriterien kommt denn der Valueexplorer zu dem Ergebnis? Des Weiteren widerspiegelt eine Value-Betrachtung lediglich den aktuellen Ist-Zustand. Wichtig(er) ist (ebenfalls) die künftige Entwicklung. Hier scheint es bei ABB zu haken, was das Management immerhin erkannt hat. Entscheidend ist, ob die benannten Probleme behoben werden können und der Wachstumspfad wieder betreten wird. Äußert sich der Valueexplorer auch zu solchen Growth-Betrachtungen?

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Dandy

Du ziehst ja gerne das KGV zur Bewertung heran. Das speist sich auch "nur" aus den Zahlen der Gegenwart. Es gibt erwiesenermaßen Verfahren die deutlich besser zur Bewertung geeignet sind als das KGV. Eines davon stammt zum Beispiel von Greenblatt, welches auch der Valueexplorer zur Beurteilung einer Über-/Unterbewertung heranzieht. Dazu aber noch etliche andere Kriterien, wie Graham und ein Kennzahlensystem. Zusätzlich findet man dort auch andere Zahlen wie die von mir erwähnten. Übrigens auch zeitliche Verläufe, wie Umsatz- und Gewinnentwicklung, um auf eine Deiner Fragen einzugehen. Beschäftige Dich doch erstmal damit bevor Du dir eine Meinung bildest. Die Anmeldung auf der Seite ist kostenlos.

 

Ich würde das auch gar nicht als alleiniges Kriterium heranziehen, aber es ist ein Ansatz für einen schnellen Quick- and Dirty Vergleich und allemal gehaltvoller als nur mit dem KGV zu argumentieren. Vor einer Investition muss man natürlich noch tiefer einsteigen und dazu gehören selbstverständlich auch weiche Faktoren die in die Bewertung zu fließen haben. Wie sagte es der hier vielzitierte Buffett einmal sinngemäß: "Zahlen sind nicht das Ende, sondern der Anfang einer jeden Bewertung". Ich habe für mich den Anspruch wenigstens mal den Anfang zu machen.

 

Jeder kann das für sich machen wie er es für richtig hält. Man sollte nur aufpassen, dass man Bequemlichkeit nicht mit überlegener Investmentstrategie gleich setzt (wie es in meinen Augen Chart-Analysten tun).

 

Letztlich führt das aber an diesem Thema vorbei. Wir können ja gerne mal einen Thread über Methoden der Aktienbewertung eröffnen um das weiter zu diskutieren.

 

Zurück zu ABB: Ich wollte eigentlich nur wissen, weshalb genau Siemens und General Electric die besseren Investments sein sollen. Ich habe lediglich ein paar gegenteilige Argumente aufgeführt, ohne Anspruch auf hellseherische Fähigkeiten.

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bananabread

Ich bin Mitarbeiter in einem der 3 diskutierten Unternehmen. Ich sage mal nicht welches, da ich nicht weiß, wie viel man wirklich sagen kann... :D

 

So viel sei gesagt: Schneider Electric kann man nicht 100% mit ABB und Siemens vergleichen. ABB und Siemens sind schon sehr gut vergleichbar.

 

Insgesamt würde ich keinem im Moment empfehlen in die 2 genannten Unternehmen zu investieren. Bei Schneider kenn ich mich zu wenig aus, um diese Aussage zu treffen.

 

ABB und Siemens sind besonders im Energiebereich noch zu sehr auf Kraftwerksgroßprojekte eingestellt, die es derzeit einfach nicht mehr gibt. Die Strukturen von Verwaltung und Arbeitsanweisungen usw. sind kaum für kleinere Projekte 1-10MIO (z.B. Müllverbrennungsanlagen usw.) ausgelegt und so schnell wird sich das nicht ändern. Da muss einiges an Umstrukturierungen folgen. Die riesen Projekte für Kraftwerksblöcke wie früher gibts einfach nicht mehr in Europa. In diesen Projekten war noch viel Geld vorhanden und Kunden sind oft lockerer mit Nachträgen und Nachverhandlungen umgegangen. Besonders in den kleineren Projekten ist dies sehr problematisch.

 

In Nordafrika und Naher Osten war dieses Geschäft noch relativ gut intakt und man hatte bereits Referenzen vorzuweisen. Was da unten derzeit los ist, seht ihr ja in den Nachrichten. Hinzu kommt, dass in dieser Region Kunden oft sehr sehr schwierig sind und Verträge äußerst schwer zu handeln...und so enorme, nicht geplante mehrkosten entstehen. Das ist teilweise selbst verschuldet aber eben auch durch die schwierige Rechtslage in den genannten Regionen.

 

Im Rest der Welt ist zum einen mehr Konkurrenz aus z.B. Asien und es ist oft schwer überhaupt in bestimmten Regionen einmal Fuß zu fassen. In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern ist zwar der Bedarf nach kraftwerken da, dort haperts dann oft aber auch an Finanzierung usw... -> Projekte werden immer wieder verschoben, oder abgebrochen.

 

Für die erneurbaren, Micro und Smartgrids sind beide eigentlich relativ gut aufgestellt. Der Markt ist aber noch nicht richtig angelaufen. Die Offshore Projekte für anbindung von Windparks und große Energieübertragungstrassen laufen bei beiden eigentlich relaitv gut.

 

Das Produktgeschäft, läuft nach meinem Kenntnissstand auch recht gut, ist allerdings hart umkämpft, weil es dort sehr viel konkurrenz gibt und Preiskampf entsteht. Qualitätsunterschiede sind nicht mehr so stark vorhanden wie vor einigen Jahren.

 

Insgesamt würde ich also von einem Investement abraten derzeit, auch langfrsitig gesehen, weil einfach zu unklar ist, wie sich der Energiebereich weiterentwickelt, wie lange dies dauert usw. Dieser bereich macht bei beiden Unternehmen eben einen sehr großen teil des Umsatzes aus.

 

 

 

 

 

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