Dividendensau

Der Futtertrog der Dividendensau

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Hallo,

 

 

Ich möchte euch nun gerne unser Depot vorstellen. In erster Linie erhoffe ich mir einen Meinungsaustausch. Ich möchte Meinungen lesen und meine Strategie hinterfragen. Ich nehme gerne Kritik und Anregungen an und möchte natürlich auch selbst andere Forenteilnehmer anregen. D.h. Wortmeldungen und auch Aktienvorschläge sind ausdrücklich erwünscht. Denn das ganze macht nur Sinn, wenn es auch jemanden interessiert. ;)

 

 

Zunächst möchte ich die Strategie des Depots etwas erläutern:

 

  • Langfristiger Anlagehorizont von 30 - 40 Jahren

  • Trading-Kosten sollen vermieden werden. Ich jage keinen Trends hinterher. Buy and Hold ist das Ziel. Dennoch heißt Buy-and-Hold nicht, mit wehenden Fahnen unterzugehen. Bei fundamentalen Änderungen sind Verkäufe situationsbedingt sinnvoll.

  • Die Strategie erfordert eine entsprechende Aktienauswahl. SmallCaps und Nebenwerte sind eher uninteressant. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass bei vielversprechenden Geschichten auch mal eine Position beigemischt wird. Hauptsächlich kommen Blue Chips aus den großen Indizes der Industrienationen in Frage.

  • Keine, bzw. sehr wenige Direktinvestments in die Emerging Markets. Meiner Meinung nach ist das nicht notwendig. Globale Konzerne wie Coca Cola und Nestle sind in den EM präsent und bauen ihr Engagement dort laufend aus.

  • Diversifikation nach Währung: Ziel ist es, nicht mehr als maximal 50% des Depots in US-Aktien zu halten. Allerdings kaufe ich keine Unternehmen, die mich nicht zu 100% überzeugen, nur weil ich eine Währung in meinem Depot stärken muss. Die Qualität der Unternehmen steht immer vor solchen Ballance"-Anforderungen.

  • Diversifikation nach Branchen: Für meine Strategie eigenen sich vor allem alltägliche, nicht zyklische Güter wie Putzmittel, Genussmittel, Nahrung, Getränke, Medikamente, usw. Daher möchte ich verstärkt auf diese Branchen setzten. Das heißt nicht, dass ich nicht auch zyklische Titel erwerbe, wenn mich ein Unternehmen überzeugt.

  • Diversifikation nach Anzahl: Ich bin ein Fan vieler Aktien. Ich betrachte mich als Sammler guter Unternehmen. Mir macht das Spaß. Die Vorteile sind für mich, dass bei einer Schieflage eines meiner soliden Unternehmen nur ein prozentual kleiner Anteil gefährdet ist. Außerdem können Nachkäufe mit relativ" kleinen Beträgen durchgeführt werden.

  • Ich betrachte mich nicht als Value Investor im Sinne von Ich kaufe, weil es unterbewertet ist". Meine Zielgruppe sind gefragte Werte, von denen es viele so gut wie nie zu Schnäppchenpreisen gibt. Ich kaufe Werte die mich überzeugen, mit starken Marken oder guten Marktstellungen. Der Preis darf normal" sein, wenn die Aussichten stimmen. Da der Anlagehorizont sehr lang ist, sehe ich da keine Probleme.

  • Dividenden: Ein großes Plus in meiner Entscheidung für einen Titel ist die Dividendenhistorie (jährliche Anhebung der Ausschüttung über einen möglichst langen Zeitraum), sowie die Ausschüttungsquote (Luft für weitere Erhöhungen auch durch Krisenzeiten hindurch). Die Dividende, die von den Unternehmen im Depot ausgeschüttet wird, soll sich jedes Jahr erhöhen auch ohne Zukäufe.

  • Höhe der Dividenden: Ich bevorzuge Aktien mit einer Rendite zwischen 2,5 und 4%. Aktien mit weniger Dividendenrendite kaufe ich, wenn der Aktionär durch sonstige Entscheidungen zusätzlich gestärkt wird (Rückkaufprogramme) oder die Steigerungsrate sehr gut ist (z.B. 15% p.a. über einen längeren Zeitraum). Ich mische auch Aktien bei, die die Dividende nicht erhöhen aber dafür einigermaßen viel auszahlen. Die Qualität und Marktstellung des Unternehmens sollte dennoch stark sein.

  • Dividenden werden gesammelt und ab einem sinnvollen Betrag wieder ausnahmslos reinvestiert.

  • Ich möchte nicht die Indizes oder Fondsmanager schlagen. Ich möchte in guten Zeiten ordentlich mitverdienen, in schlechten Zeiten durch die Stellung meiner Unternehmen gut gegen starke Verluste abgesichert sein und im Rentenalter eine möglichst hohe, häufig fließende Dividendenzahlung erhalten. Sicherheit ist mir wichtiger als maximale Rendite. TERs und Ausgabeaufschläge sind Fremdworte für mich. Für mich kommen vorerst nur Direktinvestments in Frage.

 

 

Das Depot

 

Im Anhang ist eine Grafik des momentanen Stands zu sehen. Die ersten Aktien wurden Mitte 2010 erworben, aber 2011 und 2012 wurde gut zugekauft. Das Depot ist derzeit inkl. Dividenden etwas über 20% im Plus, was angesichts der bullishen Märkte für ein im Schnitt Mitte 2011 erworbenes Depot natürlich nicht überragend ist. Alledings liegt die Performance durchaus in einem Bereich, mit dem ich angesichts meiner Risikobereitschaft und der gewählten Titel sehr zufrieden bin.

 

Die Cashquote liegt derzeit bei 15%.

 

Ich würde sehr gerne die EUR Titel aufstocken, allerdings sind da meine Favoriten nicht gerade Schnäppchen, daher tue ich mich schwer die Cash Position weiter zu reduzieren. Meine Wunschtitel für Zukäufe sind z.B.

 

  • Fresenius Medical Care
  • LVMH
  • L'Oreal
  • Unilever
  • Heineken
  • Anheuser
  • Diageo
  • Philip Morris (ggf einer der nächsten Käufe)
  • evtl. Tesco
  • Colgate Palmolive
  • Clorox
  • Heinz
  • John Deere
  • Sysco
  • Danone
  • YUM
  • Syngenta
  • Swedish Match

Ich hoffe man erkennt eine klare Linie, in welche Richtung meine Favoriten gehen und was ich vorhabe. Und nun freue ich mich gerne über Feedback, Fragen und Kritik. :thumbsup:

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Posted · Edited by schinderhannes

Freut mich, dass Dein Depot es hierher "geschafft" hat :thumbsup:

Auch wenn es sehr viele Werte sind, das Depot ist sehr klar strukturiert, eine gute Strategie und teilweise echte Traumkurse zu denen Du da eingekauft hast.

Respekt !

 

Edit:

Eins würde mir noch gefallen...und zwar das Kaufdatum.

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Danke für deine Antwort!

Ich denke das kann ich einbauen. Zusätzlich werde ich noch die aktuelle Dividendenrendite gemessen am Einstiegskurs als neue Spalte einführen. Das ist ein interessanter Wert in einem Portfolio mit Dividendenwachstum. thumbsup.gif

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Deine Numero Uno ist ausgegraut.

Möchtest Du uns Dein Highlight nicht verraten?

 

Onassis

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Hallo Onassis! Hinter dem Balken verbirgt sich die WKN 870503. ;)

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Hallo Onassis! Hinter dem Balken verbirgt sich die WKN 870503. ;)

 

super schönes Depot! Bin mir sicher, dass Du an diesem in den nächsten Jahren noch viel Spass haben wirst!

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dein Depot erinnert mich sehr stark an mein eigenes. Gerade bei den US-Titel. Auch ich habe einen Cashanteil, der verringert werden soll und möchte zwecks Diversivikation EUR Titel erwerben. Bitte halte uns am Laufenden, wofür du dich schlussendlich entscheidest.

 

 

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Mein Depot ist auch nach ähnlichen Grundsätzen aufgebaut. Allerdings noch ein wenig größer smile.gif.

Ich habe allerdings auch ein paar kleinere bzw. mid-cap Werte im Depot (Anteil rd. 15%). In welcher Währung ein Unternehmen notiert ist, ist mir egal.

Mir ist wichtig, dass Bewertung (z.B. KGV) und Gewinnwachstum in entsprechender Relation zueinander stehen.

Vielleicht findest du ja in der Liste noch die eine oder andere Anregung.

Rückfragen gerne

 

 

3M AS Creation Abbott Air Liquide ALLIANZ Aptargroup BNS Becton Dickinson Beiersdorf BHP Billiton BP Church & Dwight COCA-COLA Colgate CBA Croda Disney E.ON AG FMC Heineken HSBC Imperial Tobacco Intertek IBM JOHNSON & JOHNSON McDonalds's Mead Johnson MEDTRONIC MICROSOFT Mondelez Münchner Rück NESTLE NOVARTIS OREAL S.A., L' Paul Hartmann PepsiCo Pfeiffer Vakuum PROCTER & GAMBLE CO Reckitt Benckiser KON.NED.PETROLEUM SAP Sika Statoil Stryker Tesco Thermador Total Unilever Viscofan Vodafone Walgreens

 

 

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Hallo Onassis! Hinter dem Balken verbirgt sich die WKN 870503. ;)

Vielen Dank für die Antwort. hut-ziehen%5B1%5D.gif

Diesen Titel hatte ich bisher noch nie auf meinem Schirm.

Grund war wohl die geringe Div-Rendite und die falschen Zahlen der Dividende bei Comdirect! :vintage:

 

Das zeigt mir doch schon wieder... immer direkt in die GBs reinschauen!

 

Aber jetzt leg ich sie mir auch auf Wiedervorlage für die nächsten Jahre!

 

Onassis

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Posted · Edited by ImperatoM

Ein Unternehmen wie Heinz ist natürlich erstmal ziemlich klasse in seiner fundamentalen Stabilität. Aber die Zukunftsaussichten laden auch nicht gerade zum Träumen ein. Dazu kommt, dass eine Dividendenrendite von 3,5% atm zwar nett ist, aber dazu führt, dass bei Zinssteigerungen der Heinz-Kurs einbrechen wird, um eine höhere, bei den gestiegenen Zinsen konkurrenzfähige Dividendenrendite für ein Unternehmen ohne großes Ertragssteigerungspotential zu gewährleisten.

 

Ähnliches gilt für viele andere vertretene Unternehmen (z.B. Coca Cola, Heineken).

 

Fazit: Das Kursrisiko ist mittelfristig zu groß als dass sich die Dividende lohnt.

 

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Ein Unternehmen wie Heinz ist natürlich erstmal ziemlich klasse in seiner fundamentalen Stabilität. Aber die Zukunftsaussichten laden auch nicht gerade zum Träumen ein. Dazu kommt, dass eine Dividendenrendite von 3,5% atm zwar nett ist, aber dazu führt, dass bei Zinssteigerungen der Heinz-Kurs einbrechen wird, um eine höhere, bei den gestiegenen Zinsen konkurrenzfähige Dividendenrendite für ein Unternehmen ohne großes Ertragssteigerungspotential zu gewährleisten.

 

Ähnliches gilt für viele andere vertretene Unternehmen (z.B. Coca Cola, Heineken).

Fazit: Das Kursrisiko ist mittelfristig zu groß als dass sich die Dividende lohnt.

 

Auf dieses Fazit würde ich gerne die Antwort von Dividendensau und Schinderhannes hören...

 

Ich verstehe auch nicht, warum der Kurs einbrechen muss (also eine höhere Div-Rendite erzeugt werden soll) um mit den "Tagesgeldzinsen" mithalten zu können.

 

Zudem werden Dividenden regelmäßig bei vielen Unternehmen erhöht.

Rechnet man das dann auf den ersten Kauf von Aktien dieses Unternehmens,

so ist die Div-Rendite bei einer Steigerung von 15% p.a. nach 9 Jahren bei über 10% Rendite für den ersten Kaufbetrag (bei einer Start-Dividendenrendite von 3%).

Da kommt kein Tagesgeld, Festgeld noch Rentenfond mit!

 

Onassis

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Ein Unternehmen wie Heinz ist natürlich erstmal ziemlich klasse in seiner fundamentalen Stabilität. Aber die Zukunftsaussichten laden auch nicht gerade zum Träumen ein.

 

Was lässt sich Dich am zukünftigen Wachstum von Heinz zweifeln ?

Oder an dem von Coca Cola ?

 

Valueline prognostiziert für KO ein Gewinnwachstum je Aktie von fast 50% für 2012 vs. 2015-2017. Und das in einer relativ risikoarmen Branche.

Ja was will ich denn mehr ? Klar für die schnelle Mark zwischendurch ist das nichts.

 

Dividende ist für mich keine Konkurrenz zu Tagesgeld etc.

Wenn das Zinsniveau ansteigt, dann steigt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Inflation. Und dann sind Sachwerte wie Aktien nicht die schlechteste Investition.

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Posted · Edited by Dividendensau

Ein Unternehmen wie Heinz ist natürlich erstmal ziemlich klasse in seiner fundamentalen Stabilität. Aber die Zukunftsaussichten laden auch nicht gerade zum Träumen ein. Dazu kommt, dass eine Dividendenrendite von 3,5% atm zwar nett ist, aber dazu führt, dass bei Zinssteigerungen der Heinz-Kurs einbrechen wird, um eine höhere, bei den gestiegenen Zinsen konkurrenzfähige Dividendenrendite für ein Unternehmen ohne großes Ertragssteigerungspotential zu gewährleisten.

 

Ähnliches gilt für viele andere vertretene Unternehmen (z.B. Coca Cola, Heineken).

 

Fazit: Das Kursrisiko ist mittelfristig zu groß als dass sich die Dividende lohnt.

 

Also ich bin da gegensätzlicher Meinung und das hat mehrere Gründe:

 

  • Meiner Meinung nach kann man die Dividendenpolitik in Verbindung mit der Qualität also in erster Linie dem Wachstum der Unternehmen mit einer Konstante gleichsetzten. Viele dieser Konzerne erhöhen die Dividende seit 10, 30 oder sogar 50 Jahren und mehr. In dieser Zeit gab es viele Änderungen in der (Zins)politik. Früher mal 5% und mehr, heute eben 1% und weniger. Die Dividenden entwickelten sich aber mit den Unternehmen konstant nach oben. Ich möchte damit sagen, ich sehe keinen Grund, warum jetzt die Dividende von den Zinsen abhängig sein sollte. Sonst müsste eine Coca Cola in Zeiten von 5% Zinsen ja 7% ausschütten. Die Dividendenrendite war aber bei vielen Unternehmen historisch niedriger als heute. Was auch Sinn macht, denn (schöne Überleitung zu Punkt 2 :thumbsup:):

  • Die Dividende ist nur ein Teil oder eine von mehreren Möglichkeiten "Sharholder-Value" für Investoren zu generieren. Die Konzerne können auch Aktien vom Markt aufkaufen, um so den Gewinn je ausstehender Aktie zu erhöhen und damit den Kurs zu steigern oder durch Akquisitionen oder Investition in Forschung und neue Produkte zu wachsen und damit mehr Gewinn zu generieren. Das hängt ja alles zusammen. D.h. hier haben wir schonmal einen Grundsätzlichen Unterschied zu Zinsen. Denn die sind fix, erhöhen aber im Gegenzug nicht (möglicherweise) gleichzeitig mein eingesetztes Kapital. Demnach müsste die Dividendenrendite bei solchen Unternehmen niedriger sein, als die Marktzinsen (was sie ja die meiste Zeit waren), da eben auch potentielle Kurssteigerungen und Rückkäufe auf die Aktien zur Rendite hinzukommen. Und immer daran denken, ich gehe dabei von absoluten Aktien-Qualitätstiteln aus. Bei z.B. einer fragwürdigen Anleihe einer Pommesbude ist es klar, dass die Zinsen höher sein müssen, damit Anleger das Risiko eingehen.

  • Unternehmen, die es schaffen die Dividenden jährlich anzuheben, ohne an die Substanz zu gehen, haben meiner Meinung nach einen eingebauten Kursrutsch-Schutz. Denn durch die Anhebung erhöht sich die Dividendenrendite meines investierten Betrags regelmäßig. Beispiel: Ich lege 1000 Euro zu 5% Zinsen auf dem Festgeldkonto an. Dann bekomme ich im ersten Jahr 5% auf 1000 Euro, im zweiten Jahr 5% auf 1050 Euro, usw. Bei den Dividendensteigerern erhalte ich z.B. im ersten Jahr bei 3% Dividende nur 30 Euro. Wenn ich die reinvestiere, erhalte ich ein Jahr später - nehmen wir eine Steigerung von 10% an - 3,3% auf meine 1000 Euro und - wenn die Kurse mit gestiegen sind - z.B. nochmal 3% auf meine 30 Euro, mit denen ich ja später nachgekauft habe. Im dritten Jahr sinds dann schon 3,63% auf meine ursprünglich eingesetzten 1000 Euro, im vierten 4% und nach 10 Jahren fast 8%. Nach 20 Jahren sinds übrigens 20%. plus Zinseszins der reinvestierten Dividenden. Das ist natürlich Theorie, es kann viel passieren. Aber hätte man vor 20 Jahren eine Nestle gekauft, würde das heute ganz genau so aussehen.Nach 30 Jahren wären es übrigens über 50% und nach 40 Jahren 135%. Und genau daher setzte ich mir einen so langen Anlagehorizont und versuche früh damit zu beginnen. Dieses exponentielle Wachstum kann man nicht mehr mitnehmen, wenn man mit 55 Jahren anfängt. Und wenn es nun ein Unternehmen wie Coca Cola oder Nestle oder Pepsi, das die Ausschüttungen um 10% p.a. anhebt, mit einer aktuellen Dividendenrendite von 5% oder 6% gibt, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Die Firma hat massive Probleme oder ist völlig unterbewertet und ich pumpe alles was geht in solche Titel. Denn dann fängt die obige Rechnung nicht bei 3% an, sondern bei 6%. Und die Ergebisse für 10,20,30 und 40 Jahre wären 15%, 40%, 105% und 270%. Und das würde der Markt sehr schnell begreifen. Daher gibt es solche Titel - wenn überhaupt - nur sehr kurz und in Crashphasen günstig und zwar deshalb weil Ungewissheit, Chaos und Panik herrschen, Man sieht das gut an z.B. Aflac oder den kanadischen Banken wie die Bank of Nova Scotia im Chart. 2009 kommt der Crash und dann gehts schneller wieder hoch als man gucken kann. Denn da gabs die Aktien kurze Zeit mit 12, 13 oder 15% Rendite. Und dann wieder ab zur Normalität.

  • Haben wir jetzt einen Zeitpunkt an dem die Zinsen sehr niedrig sind. Die Mercedes Bank, bei der wir letzten Monat noch Festgeld über 2 Jahre für 2,2% geparkt haben, hat heute auf der Homepage Zinsänderungen. Ab 16.01. gibt es nur noch 1,5% Zinsen für 2 Jahre Festgeld. Um 2,2% zu bekommen muss man sein Geld dort 6 Jahre fest anlegen. Das ist Wahnsinn! Und zudem denke ich, dass die Masse der Anleger nach meinem Gefühl noch gar nicht am Aktienmarkt investiert ist. Das kann mehrere Gründe haben, z.B. die Angst vor Crashs wie 2000 und 2009. So waren viele potentielle Anleger 2010, 2011 und 2012 zu vorsichtig um einzusteigen und jetzt werden die Kurse als zu hoch empfunden, was meiner Meinung nach eher nonsense ist, denn erstens sollte man den DAX (der ja für viele Anleger in D ein Hauptindikator ist) dafür als Kursindex betrachten und dann noch um Inflation bereinigen. Wenn man das tut, denke ich, dass da noch viel Luft nach oben ist. Und als Anlageberater kann man seinen Kunden auch nicht erzählen, dass 1,5% Zinsen toll sind, während der Nachbar mit seinem DAX ETF 25% in 2012 macht.

  • Fazit: ich denke das Gegenteil wird eintreten. Bei Zinsen um 1% bis 1,5% werden mehr Anleger in Qualitätsaktien gehen und damit die Kurse eher nach oben treiben, so dass die Rendite für neue Käufe sinkt. Das Chance Risiko Verhältnis für gute Aktien im Vergleich zum Festgeld ist meiner Meinung nach aktuell einfach (noch) zu gut.

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Posted · Edited by ImperatoM

Mh, dreimal contra, das zwingt zum Nachdenken... :huh:

 

Nachdem ich das jetzt eine Stunde lang getan habe und mir ne Excel-Tabelle gebaut habe, habe ich Ansätze eines Ergebnisses. Ein wirklich gutes Argument ist die jährliche Dividendenerhöhung, die macht wirklich viel aus auf die Dauer. In Zeiträumen wie 40 Jahren gedacht ist die Strategie tatsächlich unschlagbar und nur ein jährlicher Bankzinssatz von 30 (!) Prozent könnte noch mithalten (vgl. Excel-Tabelle) - das ist natürlich völlig unrealistisch und insofern ist Euer Argument wirklich stark.

 

Es gibt aber auch ein Aber: Erstens ist die Abgeltugnssteuer auf Dividenden unberücksichtigt. Zweitens: Hat man nur 10 Jahre Zeit, sieht die Geschichte schon wieder zumindest etwas anders aus. Hier wäre ein Bankzinssatz von 4,8% konkurrenzfähig - nach 25% Abgeltungssteuer nur 3,6% - (bzw. eine Inflation von 3,6% im geometrischen Durchschnitt würde die Wertsteigerung komplett vernichten). Nicht dass es eines davon heute irgendwo gäbe, aber steigen die Zinsen und fallen die Dividendenerhöhungen doch mal weg, gibt es für niemanden mehr Gründe, für ein 10-Jahres-Szenario Coca Cola zu kaufen. Hier, aber auch wenn man auf 30 Jahre blickt, wird es Zeit, fundamental zu denken.

 

Es ist also eine Wette auf künftige Dividendensteigerungen. Angesichts einer großen Restweltbevölkerung, die Coca Cola noch erschließen kann, klingt das möglich, aber nur, wenn die Einkommen dort so steigen, dass Softdrinks getrunken werden können. In westlichen Gesellschaften sehe ich wenig Steigerungspotential und ich habe das Gefühl, dass Coca Cola früher oder später an eine natürliche Grenze stoßen könnte - zumal zumindest in Deutschland neue, lokalere Szene-Getränke zunehmend modern werden (Fritz-Cola, Bionade, Club-Mate, Vita-Cola, etc.) und die Gefahr besteht, dass weitere ähnliche, "kultige" Getränke kommen und Coca Cola Marktanteile klauen, so dass zwar das Unternehmen als solches wohl kaum gefährdet wird, aber Dividendenerhöhungen ausfallen müssen. Das ist nur ein Szenario, aber es erscheint mir nicht auszuschließen. Wo soll all das künftige Umsatzwachstum denn herkommen bei Coca Cola? Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es tatsächlich noch 30 Jahre lang 10-prozentige Dividendenerhöhungen geben kann.

 

Zumindest als risikolos betrachte ich ein solches Investment nicht und die Träumereien von 135% Rendite nach 41 (nicht nach 40 - und nur ohne Steuer gerechnet, mit 25% Steuer wären es 102%, vgl. Excel) Jahren auf den Anfangsbestand sind - fürchte ich - nur theoretischer Natur.

 

Zwischenfazit:

Das 40-Jahre-Szenario ist unschlagbar, wenn es nicht fundamental angezweifelt wird (was ich tue).

 

Man betrachte darüber hinaus aber nochmal meien Aussage:

Fazit: Das Kursrisiko ist mittelfristig zu groß als dass sich die Dividende lohnt.

 

"Mittelfristig" meint wohl ohnehin einen kürzeren Zeitraum als 40 Jahre, das müsst Ihr mir zugestehen...

 

Im 10-Jahres-Szenario bin ich dafür bereit, die Dividendenerhöhungen weiterhin zu unterstellen. Hier aber wird es mMn tatsächlich zu die Dividendengewinne gefährdenden Kurseinbrüchen kommen, wenn die Zinsen steigen. Bei 4,8% geometrisch-durchschnittlicher Dividendenrendite, 25% Abgeltungssteuer darauf und 3% Inflation, macht man schon nur noch 0,6 Prozent Realgewinn pro Jahr!

 

Das klingt schon wesentlich unschöner. Und es führt zudem dazu, dass ein Kurseinbruch von nur 6,2% alle Realrendite zerstört. 6,2% - das ist sehr wenig.

Rechnet man alternativ mit nur 2% Inflation, müsste der Kurs um 17% fallen in den 10 Jahren. Bei 4% wäre ein ordentlicher Realverlust hinzunehmen.

 

Ich nehme mal an, Ihr entscheidet Euch dann mal für das 2%-Szenario. Könnte selbst dieser Kursverlust von 17% entstehen?

Ja - Denn steigen die Zinsen (z.B. infolge von Euro-Krise, Inflation, wirtschaftlicher Erholung oder aus anderne Gründen) auf 5%, gibt es für einen Neuinvestor keinen Grund, Coca-Cola Aktien zu kaufen, wenn nur einer der folgenden drei Punkte auf ihn zutrifft:

 

1. Er befürchtet Kurseinbrüche der Aktie

2. Er glaubt nicht an weitere regelmäßige Dividendensteigerungen von 10%

3. Er hat einen Anlagezeitraum von höchstens 10 Jahren (denn hier gäbe es ja nur 4,8% Dividende, aber 5% Zinsen)

 

Dann schwindet die Nachfrage nach Coca-Cola-Aktien recht zügig. Zwar (da habt Ihr völlig recht) nicht zwangsläufig so weit, bis die Dividende über den Zinsen liegt. Aber doch soweit, dass die Dividendenrendite auch in kürzeren Zeiträumen als 10 Jahren deutlich lohnenswert wird. Nehmen wir also mal an, dass die Dividendenrendite von jetzt 3 zumindest auf 3,5 Prozent steigen sollte, dann müsste der Kurs dazu um 15% fallen.

 

Das ganze ist eine ziemliche Wenn-Dann-Geschichte, aber sie funktioniert nicht nur mit den ausgewählten Zahlen (bei größerer Inflation als 2% wird es ja z.B. noch kritischer für Euch). Aber ob man die Zahlen so akzeptiert, oder die ein oder anders einschätzt: Sie machen deutlich, welches Risiko bei Coca-Cola besteht.

 

 

Nur mal zum Vergleich: Mein eigener Ansatz für ein langfristiges Investment ist die Leoni-Aktie, also fast das genaue Gegenteil von Coca-Cola in puncto Konjunkturabhängigkeit und Dividendenzuverlässigkeit. Die Dividendenrendite ist aber aktuell klasse, sogar obwohl die Autokonjunktur Probleme hat, auch weil das Kabel-Geschäft weiter gut läuft. Ich rechne mit einer deutlich höheren durchschnittlichen Rendite und zumindest langfristig mit gleicher Krisensicherheit. Denn Kabel sind meiner Meinung nach noch sicherer als der Kult-Status von Coca-Cola. Und was auch immer der Nachfolger des Automobils wird: Es wird Kabel und Leitungen enthalten, da bin ich mir sicher.

 

Nicht sicher bin ich mir, dass ich damit unbedingt besser abschneide als mit Coca-Cola.

Aber allzusicher wäre ich mir an Eurer Stelle jetzt auch nicht mehr... ;)

 

P.S.: Excel-Upload

 

.

vergleich.xlsx

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Hallo Dividendensau,

 

eine Frage ist mir gerade eingefallen:

Wie verhältst Du Dich bei einem Papier, welches bereits einen großen Kursgewinn zu verzeichnen hat (z.B. 50 oder gar 100%).

Verkaufst Du diese Position, um das Geld danach in andere - zum selben Zeitpunkt günstiger bewertete - Papier anzulegen?

 

Bzw. die selbe Frage bei einer Baisse.

Kommt oder ist eine Baisse bereits im Gange, verkleinerst Du Dein Dividendendepot um mit dem vergrößerten Cashanteil dann erneut günstiger einzusteigen?

Oder belieben die Positionen bestehen um die regelmäßige Dividendenzahlung nicht zu unterbrechen und dafür wird abgesichert per Short Optionen, Short Optionsscheine oder ähnliches?

 

 

Onassis

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Posted · Edited by Dividendensau

Hallo ImperatorM,

 

danke für deinen Beitrag. Du sprichst interessante Punkte an und ich weiß solche Diskussionen sehr zu schätzen! :thumbsup:

 

 

Ich gebe dir in dem ersten Punkt recht, dass diese Strategie Zeit erfordert. Viel Zeit. Bzw. je mehr Zeit, desto besser. Nestle ist ein schönes Beispiel, weil es meine Zahlen so schön trifft, deshalb möchte ich meinen "Optimismus" etwas näher erläutern. Nestle war bereits vor 20 Jahren eine riesen Nummer. Deren Produkte kannte jedes Kind: "Die Weisse" war meine Lieblingsschokolade. Kitkat hab ich mit 5 Jahren mit Kittekat verwechselt, Smarties waren meine Leibspeise und After Eight war etwas für die Erwachsenen. Nestle hat es in den 20 Jahren geschafft, exakt die Zahlen meines Beispiels zu treffen (inkl reinvesteierter Dividenden wären aus 1000 Euro heute ca 110000 geworden, die Dividendenrendite auf den EK wäre knapp über 20%). Warum sollten die es nicht weiter schaffen? Nespresso gabs damals nicht. Ich erninnere mich aber an Nescafe und Nesquick. Das ist 25 Jahre her. Heut macht Nestle allein mit Nespresso (wenn ichs auswendig richtig weiß) über 3 Milliarden Umsatz. Das Teekapsel System "Special-T" kommt gerade auf den Markt, da sind riesen Margen drin. Und in der "Health-Food" Forschung sind die auch ganz vorne dabei. In dem Markt schlummern auch zig Milliarden. zu Nestle gehören übrigens auch Wagner Pizza, Thomy Majo, Diverse Cerialien, Mövenpick und Schöller Eis, Nestea Eistee, Vittel und St. Pellegrino Wasser, das gute alte Maggi, Alete Babynahrung und Felix Katzenfutter.

 

Und das sind nur die Marken die man hier kennt. Wenn man sich das ganze nun global ansieht, dann sehe ich ein riesiges Potential, das auf vielen Säulen basiert. Die bekannten Produkte und die starken Marken sind das eine. Aber viele dieser Marken wurden irgendwann zugekauft und geschickt weitervermarktet. Und viele dieser Marken wurden neu geschaffen und gezielt in den Markt hinein beworben. D.h. für mich, ich mache mir keine Sorgen. Das Management kann alte Kunden durch neue Marken und Produkte zu neuen Kunden machen, sie können aber auch neue Kunden in anderen Ländern gewinnen. Und vor allem auch durch die Markenstärke Preissteigerungen an Kunden weitergeben. Das ist sehr wichtig. Die wachsende Bevölkerung und Expansion in die Emerging Markets kommt hinzu.

 

 

Dasselbe gilt für Coca Cola, es ist vielleicht nicht so offensichtlich, aber dieser Konzern hat über 500 Marken in 200 Ländern. Das nächste Kult-Getränk könnte schon dazu gehören, bevor du es überhaupt weißt. Nur ganz klein auf dem Etikett könntest du es lesen.

 

Pepsi hat allein 20 Marken, die jede für sich über eine Milliarde Umsatz generieren. 50% des Umsatzes kommt aus Nahrungsmitteln, das weiß hier kaum einer. Für die gilt alle dasselbe. Solche Konzerne haben das Know How, die langjährige Erfahrung, das Geld, den Werbeetat, die Vertriebswege und alles weitere was man braucht um überall auf der Welt zu wachsen.

 

 

 

Dein zweiter Punkt ist die theoretische Natur der Strategie. Und auch hier gebe ich dir Recht. Es ist Theorie und ich kann nichts anderes beweisen (frag mich in 40 Jahren nochmal) :lol:. Ich begegne dem Ganzen durch folgende Vorkehrungen:

 

1. Viele Titel. Wir haben gesehen dass das Wachstum exponentiell ist. Sagen wir mal ich hab irgendwann 50 Positionen. Wenn davon auch nur 10 annährend eine solche Performance hinlegen und der Rest nicht total abraucht, sondern sich solide entwickelt, dann steht da bereits ein ganz hübschen Sümmchen an jährlichen Dividenden da.

 

2. Die Titel, die ich mit dem Ziel des Dividendenwachstums kaufe (z.B. eine E.ON oder K+S oder Total gehören nicht dazu), die würde ich bei einer Aussetzung der Dividendenerhöhung mit einer großen Wahrscheinlichkeit verkaufen. D.h nehmen wir an, in 15 Jahren läufts irgendwo nicht rund, dann steht bis dahin vielleicht eine heute "kleine" Firma wie "Church and Dwight" an deren Stelle und man kann in andere Titel, die die Kriterien erfüllen umschichten.

 

 

 

An deinem dritten Punkt ist auch was dran, allerdings fürchte ich keine Kurseinbrüche. Ein Kurseinbruch ist bei Qualitätstiteln temporärer Natur. Temporär kann durchaus auch 10 Jahre heißen. Das ist mir klar. Allerdings sehe ich darin eher Nachkaufgelegenheiten (solange keine wirklichen fundamentalen Gründe vorliegen, die das Unternehmen betreffen). Dazu kommt, dass selbst in langen Seitwärts- oder leicht fallenden Märkten durch Reinvestieren von Dividenden und gelegentlichen Zukäufen mittelfristig viel Rendite eingefahren werden kann, wenn man nicht gezwungen ist zu verkaufen und die Phase mit Nachkäufen aussitzt. Da gibts ein interessantes Kapitel im Buch "Überlegen Investieren" von Jeremy J. Siegel, der das mit realen Qualitätstiteln aus dem Dow Jones in vergangenen langen Baissen schön darstellt.

 

 

Zu Leoni kann ich nichts sagen. Ich habe mich mit dem Unternehmen nie beschäftigt. Und auch hier gebe ich dir Recht. Kabel und Leitungen für Automobile wird man immer brauchen. Die Frage die mir da nur als erstes sofort durch den Kopf schießt ist: Was ist die Stärke von Leoni, die sie von Konkorrenten schützt (Buffet würde sagen der Burggraben"). Kabel ist für mich erstmal Kabel. Man sieht es nicht, es ist da und muss funktionieren. Aber es hat keinen Markennamen der aus Konsumentensicht wichtig wäre oder so etwas. Das heißt für mich besteht das Risiko darin, dass in 10 Jahren ein, zwei, drei andere Firmen vielleicht billiger produzieren oder ähnliches.

 

Ich hatte mir mal Hawesko angeschaut. Im Prinzip Konsumgüter-Branche. Aber es ist ein Händler. Wer sagt mir, dass das nächste Zalando, das von Investoren in den Markt gepusht wird nicht ein Weinhändler ist? In diesem Moment würden Kunden zwangsläufig abwandern. Ich kam also zu dem Schluss, dass mir das nicht sicher genug ist. Denn wo ich meinen Wein kaufe ist egal. Es ist wichtiger das es der Wein ist, den ich möchte. :thumbsup:

 

Zum Schluss noch ein Beispiel: Welcher ist der beste Automobil Hersteller? BMW? Daimler? VW? GM? Ein Asiate? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht wer in 10 Jahren besser da steht. Bei Baumaschinen ist das mit Caterpillar viel einfacher. und bei Landmaschinen wäre z.B. John Deere eindeutig der Platzhirsch. Solche Stellungen sind pure Marktmacht und sollten nicht unterschätzt werden.

 

 

 

 

 

 

@Valuefux: Hallo! ich werde auf jeden Fall berichten, wenn es Neuigkeiten gibt. :thumbsup:

 

@Plutos: Danke für die Sammlung, da sind ein paar Werte dabei, die ich gar nicht kenne. Ich werde mir das bei Gelegenheit mal ansehen.

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Posted · Edited by Dividendensau

@Onassis:

 

Ich denke das ist eine individuelle Sache und auch von der konkreten Position abhängig. Grundsätzlich habe ich vor die Positionen laufen zu lassen. D.h. wenn sich einige Positionen besser entwickeln als andere, dann ist das so und gut. Wenn ich das Gefühl habe, dass eine Position übertrieben hoch bewertet ist, dann macht ein Teilverkauf samt Umschichtung vielleicht schon Sinn. Allerdings möchte ich das so selten wie möglich machen. Denn diese Trades kosten Geld und man ist immer mehr in Versuchung etwas reballancen zu müssen. ich denke man kann da schnell was "Verschlimmbessern".

 

Verkäufe zum Aufstocken der Cash Position kann ich mir kaum vorstellen. Ich versuche auch nicht den Markt zu timen. Ich habe mal gelesen, dass Graham (nicht mehr sicher ob er das war oder ein anderer) das mal gemacht hat und sich dann fürchterlich geärgert hat, weil die Party nach den seiner Meinung nach zu hohen Kursen erst richtig abging. Ist wie mit Beiersdorf. Mir kamen die ambitioniert bewertet vor bei 39 Euro. Schwupps stehen wir über 60. Ich behaupte den Markt kann man nicht timen (ich zumindest kann es nicht), weder nach oben noch nach unten. Damit möchte ich nicht sagen, dass billige Käufe mit guten Aussichten nicht durchführbar sind, sondern nur, dass eine Aktie, die einem überbwertet vorkommt, noch 10 Jahre weitersteigen kann. Anders herum kann man eine Aktie kaufen und die rührt sich jahrelang nicht von der Stelle, obwohl sie fundamental günstig ist (was bei Dividendensteigerern kein Problem ist).

 

Wenn man aussteigt, z.b. Ende 2008. Dann muss man Glück haben, dass die Märkte noch deutlich weiter fallen, sonst hat man massig Tradingkosten und Ärgert sich am Ende, wenns doch dreht.

 

Von Optionen und Shorts halte ich nichts. Die größte Krise ist gerade mal 4 Jahre her und viele Aktien stehen auf Allzeithoch. Hätte man 4 Jahre nicht ins Depot geschaut, man würde nichts davon merken.

 

Irgendwo hab ich neulich gelesen, dass die letzten großen Crashs einen Einbruch von, ich glaube es waren 32%, auf den Markt hatten (im Schnitt). Ich denke mein Protfolio ist da relativ defensiv im Vergleich zum Gesamtmarkt.

 

Also ich würde voll investiert bleiben, mich freuen, dass die Dividenden zu super Preisen reinvestiert werden können und ggf die Cashposition (die im Idealfall durch monatliche Sparbeträge etwas angewachsen ist) für Nach- und Neukäufe verwenden. Nach jeder Krise kommt das nächste hoch. So war es zumindest die letzten 100 Jahre. :P

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Posted · Edited by StinkeBär

Im hohem Alter die ganze Kohle potentiell dem Feuer auszusetzen, ist nicht gerade ungefährlich, sorgt aber für ordentlich Nervenkitzel, denn an der Börse ist alles möglich, und schwups wurde mal eben der Wert eines Autos oder einer Eigentumswohnung verbrannt, da der Kohlehaufen im Laufe der Zeit ordentlich gewachsen ist.

Wer's mag, soll's machen, der Rest wird bestrebt sein mit zunehmendem Alter das Risiko sukzessive unter Inkaufnahme entgangener Gewinnmöglichkeiten zu minimieren, was nicht richtig sein muss, aber gut für die Nerven ist.

 

Sicherlich sind Einbrüche temporärer Natur, aber Zeit wird im Alter immer kostbarer.

 

Im Endeffekt läuft es auf die persönliche Antwort zur Frage hinaus, welches Risiko passt zu mir im Alter?

Bzw. wieviel Euro Verlust bin ich noch bereit zu tragen?

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Posted · Edited by 35sebastian

@dividendensau

Name und Titel des Thread sind für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Deine Beiträge finde ich aber erstklassig, weil sie gedanklich sehr mit meinen übereinstimmen.:D

Es ist noch nicht lange her, da waren "langweilige" Qalitätsaktien nicht gefragt. Und langfristige Anlagen? Absolut out. Schnell rein, schnell raus , am besten täglich dreimal war angesagt.

Ja, die Tradingecke ist z.Z. ganz verwaist. Nun darf man auch wieder von buy and hold sprechen, ohne dafür mitleidig als vorvorgestriger Anleger belächelt zu werden.

Auch wenn ich nicht weiß, wie sich bekannte Markenunternehmen in den nächsten Jahren, in den nächsten Jahrzehnten entwickeln, ist die Sicherheit sehr groß, dass sich Unternehmen wie Coca Cola, Nestle ;PG , JNJ in nächster Zeit weiterhin überdurchschnittlich entwickeln. Und wenn man reichlich viele Qualitätsaktien hat, aus verschiedenen Branchen , aus verschiedenen Ländern, mindert das zusätzlich das Risiko.

Ein weiterer Sicherheitspuffer sind: ein preiswerter Kauf und ordentliche Dividendenerträge.

Ich setze nicht nur auf Konsumgüter, die trotz schwacher Entwicklung in letzter Zeit noch recht teuer bewertet sind, sondern auch auf Versorger, Ölwerte ,Pharma und jetzt gerade auf Grundstoffe. Dazu gehört auch K+S.

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Posted · Edited by 35sebastian

Im hohem Alter die ganze Kohle potentiell dem Feuer auszusetzen, ist nicht gerade ungefährlich, sorgt aber für ordentlich Nervenkitzel, denn an der Börse ist alles möglich, und schwups wurde mal eben der Wert eines Autos oder einer Eigentumswohnung verbrannt, da der Kohlehaufen im Laufe der Zeit ordentlich gewachsen ist.

Wer's mag, soll's machen, der Rest wird bestrebt sein mit zunehmendem Alter das Risiko sukzessive unter Inkaufnahme entgangener Gewinnmöglichkeiten zu minimieren, was nicht richtig sein muss, aber gut für die Nerven ist.

 

Sicherlich sind Einbrüche temporärer Natur, aber Zeit wird im Alter immer kostbarer.

 

Im Endeffekt läuft es auf die persönliche Antwort zur Frage hinaus, welches Risiko passt zu mir im Alter?

Bzw. wieviel Euro Verlust bin ich noch bereit zu tragen?

Was Alter und Langfristigkeit betrifft: Nach meinen Erfahrungen investieren oder zocken viele junge Leute kurzfristiger als ältere Menschen.

Eigentlich müsste das ja anders sein.

Geduld ist nun nicht mal die Tugend der Jugend, vor allem nicht die der männlichen.

Vielleicht ist ja auch das Spiel mit dem Risiko testosterongesteuert.:thumbsup:

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Ich setze nicht nur auf Konsumgüter, die trotz schwacher Entwicklung in letzter Zeit noch recht teuer bewertet sind, sondern auch auf Versorger, Ölwerte ,Pharma und jetzt gerade auf Grundstoffe. Dazu gehört auch K+S.

 

Sebastian und Dividendensau: Wie ist Eure aktuelle Einstellung zu Versorgern wie E.ON, RWE und GDF Suez ?

Sind das für Euch langfristige Käufe oder lasst Ihr die Finger weg, weil man nicht abschätzen kann wie die Energielandschaft in einigen Jahren aussieht ?

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@schinderhannes

Es ist noch nicht lange her, da wurden Pharma- und Versorgerwerte als defensive Investments gepriesen. Heute werden sie , vor allem die Versorger, von vielen gemieden. Warum? Weil sie durch sprunghaft wechelnde politische Entscheidungen Probleme bekommen haben . Das hat die Kurse mächtig unter Druck gesetzt. Diese Kursverluste sind für viele ein weiterer Grund , Versorgerwerte zu meiden, für mich aber ein Grund zu investieren.

Im Nachhinein waren meine ersten Käufe in Versorger , RWE und Eon, zu früh, die letzten Käufe in GDF Suez und Eon aber genau richtig.

Mein lmitierter Kauf in Eon unter 14 wurde leider nicht ausgeführt. Ich bin trotzdem nun gut in allen Werten investiert und warte nun geduldig, bis dass die Unternehmen wieder "normal" verdienen und die Stimmung für Versorger wieder steigt. Bekanntlich kommt ja das Publikum erst dann, wenn die Musik spielt.

 

 

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Bei Versorgern kann man noch die portugiesische EDP anschauen. Kein Kernkraftrisiko und richtig Dividende.

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Auf der einen Seite sehe ich die politischen Risiken, gerade in Deutschland sind die m.E. schwer einschätzbar, weil unsere Regierung ja von einem Tag auf den anderen Konzepte verwirft und neue erstellt.

 

Andererseits sehe ich Unsicherheiten insbesondere im Gas-Sektor.

Wenn sich billiges US Gas durch Fracking usw. durchsetzt und nach Europa kommt (durch LNG-Transporte usw.) - was dann ?

E.ON ist stark gaslastig, RWE sehr kohleabhängig.

Portugal ? Wo ist der Vorteil gegenüber GDF (quellensteuertechnisch ist auch nicht alles anrechenbar so weit ich weiss?)

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Name und Titel des Thread sind für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Deine Beiträge finde ich aber erstklassig, weil sie gedanklich sehr mit meinen übereinstimmen.:D

Es ist noch nicht lange her, da waren "langweilige" Qalitätsaktien nicht gefragt. Und langfristige Anlagen? Absolut out. Schnell rein, schnell raus , am besten täglich dreimal war angesagt.

Ja, die Tradingecke ist z.Z. ganz verwaist. Nun darf man auch wieder von buy and hold sprechen, ohne dafür mitleidig als vorvorgestriger Anleger belächelt zu werden.

Auch wenn ich nicht weiß, wie sich bekannte Markenunternehmen in den nächsten Jahren, in den nächsten Jahrzehnten entwickeln, ist die Sicherheit sehr groß, dass sich Unternehmen wie Coca Cola, Nestle ;PG , JNJ in nächster Zeit weiterhin überdurchschnittlich entwickeln. Und wenn man reichlich viele Qualitätsaktien hat, aus verschiedenen Branchen , aus verschiedenen Ländern, mindert das zusätzlich das Risiko.

Ein weiterer Sicherheitspuffer sind: ein preiswerter Kauf und ordentliche Dividendenerträge.

Ich setze nicht nur auf Konsumgüter, die trotz schwacher Entwicklung in letzter Zeit noch recht teuer bewertet sind, sondern auch auf Versorger, Ölwerte ,Pharma und jetzt gerade auf Grundstoffe. Dazu gehört auch K+S.

 

 

Hallo 35sebastian (und alle die sich sonst noch hier gemeldet haben). Danke für die Blumen. Der Name war etwas spontanes. Ursprünglich wollte ich nur Bildchen und Downloads angucken dürfen und hab mich deswegen angemeldet. Ich empfinde die Qualität der Beiträge in diesem Forum als sehr hoch und daher habe ich mich entschieden, hier mitzuplaudern. Und beim Threadtitel wollte ich was, das auffällt. Immer nur "Mein Depot" ist ja auch nix, oder? :P

 

Gerade Öl, Pharma und Grundstoffe finde ich auch sehr interessant. Eine Fuchs z.B. wäre noch so ein Kandidat, aber die ist mir gerade zu hoch bewertet.

 

@Schinderhannes, 35sebastian:

 

Bei den Versorgern bin ich hin und her gerissen. Ich halte z.B. bei E.ON kurzfristig von 10 bis 18 für alles möglich. D.h. ich hab keine Ahnung was da passiert. Es stimmt schon, etwas antizyklisch zu handeln ist vermutlich nicht verkehrt. Und da Versorger gerade absolut out sind, kann es gut sein, dass wir hier gute Kaufkurse haben. Mein Problem ist, ich bin schon zu 23 Euro in E.On eingestiegen. Wenn ich jetzt nachlege und wir weiter fallen, dann wird die Summe schnell größer (im Verhältnis zu den Positionen, die "laufen"). Ich hatte das auch bei Vale. Mein erster Einstiegskurs war die Spitze bei 26,50 Euro. Am höchsten Punkt gekauft und dann runter. Den Kurs habe ich bereits auf 20 drücken können, aber ich habe Hemmungen noch mehr reinzuschießen.

 

Aber das gehört halt auch dazu. Ich habe keine Sorgen, dass die Vale wieder hoch kommt. Ist eigentlich eine EM/China Beimischung, wenn mans genau betrachtet.

 

Ich bin am Überlegen, ob ich E.ON zukaufen soll. Auf Kursbasis (ohne Dividenden) ist die Position fast 40% im Minus, ich denke das wäre ein akzeptabler Moment für einen Nachkauf. Aus Dividendensicht vermutlich auch OK. Wenn ich ins Blaue hinein raten darf, würde ich mal eine Dividende von 70 Cent für 2013 schätzen. Das wären ca. 5% auf den Kaufpreis der neuen Position. Ist halt die Frage ob man wartet bis zu Hauptversammlung. Evtl sinkt die Aktie noch ein bisschen und mit Dividendenabschlag von 1,10 bekommt man nen richtig guten Kurs.

Generell denke ich E.ON hat 1A Ingenieure, Know How, ich traue auch dem Management zu, die richtigen Entscheidungen zu fällen. Man muss halt einen längeren Umstrukturierungsprozess in seiner Planung berücksichtigen. Und von den Atommeiler Cash Cows muss man sich auch verabschieden.

 

Wie seht ihr denn einen modernen europäischen Versorger?

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