Warum ist Rebalancing so wichtig?

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Hallo liebes Forum,

 

nachdem ich mich als Fondsneuling hier schon eine Weile rumtreibe, würde ich gerne wissen, warum Rebalancing so einen hohen Stellenwert für viele hat. Das Prinzip der Diversifizierung ist mir dabei grundsätzlich klar. Mit einem ausgewogenem Depot fährt man risikoloser, logisch.

 

Grundsätzlich weiß man ja aber nicht wohin der Kurs der einzelnen Fonds gehen wird. Rebalancing kann durchaus dazu führen, dass man Fondsanteile verkauft, die in Zukunft hohe Rendite erwirtschaften und im Ergebnis schlechtere Fondsanteile zwecks Rebalancing aufnimt.

 

Zudem sollte man nicht die Orderkosten vergessen. Nach meiner persönlichen Auffassung und dem Wissen dass die inoffizielle Forumsbibel nach Kommer aussagt, würde ich nur balancen wenn ein grobes, sprich prozentuell zweistelliges Missverhältnis auftritt und eine Klumpenbildung in bestimmten Assetklassen/Fonds auftritt.

 

Warum balancen manche hier sogar mehrmals jährlich?

 

LG

Andreas

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Posted · Edited by Sapine

PSSSSSSSSST ... Das ist der aktive Teil beim passiven Anlegen :D

 

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EDITH:

 

Für diejenigen, die gerne mal ganz konkret wissen wollen wie Rebalancing funktioniert am Beispiel einer Sparrate von 200 Euro aufgeteilt 70/30 für MSCI World / MSCI EM

Rebalancing zum Verständnis ein fiktives Beispiel.

 

Du zahlst die nächsten 6 Monate lang brav Deine Sparraten

 

6 x 140 = 840 in den MSCI World (70 %)

6 x 60 = 360 in den EM (30 %)

 

Jetzt haben sich gleichzeitig die Kurse in den Regionen unterschiedlich entwickelt. Dein Kontostand nach 6 Monaten zeigt:

MSCI World 950 Euro (66,4 %)

MSCI EM 480 Euro (33,6 %)

Gesamt 1430 Euro

Um jetzt das ursprüngliche Gleichgewicht von 70/30 wieder herzustellen investierst Du im 7. Monat Dein Geld einfach da wo es fehlt. Wenn Du es ganz genau machen wolltest, würdest Du 191 Euro in den MSCI World investieren und 9 Euro in den EM. Da Du jedoch vermutlich keine so kleinen Sparraten machen kannst, investierst Du einfach die kompletten 200 Euro in den MSCI World und bekommst damit in etwa das ursprüngliche Gleichgewicht zurück.

 

950 + 200 = 1150 Euro (70,6 %)

480 + 0 = 480 Euro (29,44 %)

Gesamt 1630 Euro

 

Jetzt zahlst Du wieder 6 Monate lang Deine Sparraten ganz normal mit 140/60 Euro und schaust, was der Kontostand dann sagt. Wieder fiktive Zahlen...

MSCI World 2080 Euro (71,2 %)

MSCI EM 840 Euro (28,8 %)

Gesamt 2920 Euro

 

Hier wären mir die Differenzen offen gestanden zu klein, um groß etwas anzupassen. Aber wenn Du für Dich die Grenze bei 1 % Abweichung festlegst, machst Du nun folgende Rechnung.

Gesamt 2920 + 200 = 3120

MSCI World 70 % von 3120 = 2184

MSCI EM 30 % von 3120 = 936

Damit musst Du einmalig Deine Sparraten anpassen auf 2184-2080= 104 für den MSCI World und 936-840= 96 Euro für den MSCI EM.

 

Sollte die Differenz zwischen den beiden ETFS einmal so hoch werden, dass man sie mit einer Sparrate nicht mehr ausgleichen kann, dann würde ich eben mehrere Monate in Folge Rebalancing machen und die Abstände zwischen den Rebalancing Terminen in der Zukunft verkleinern auf quartalsweise Überprüfung. Falls die Unterschiede so groß werden (vielleicht in 5 oder mehr Jahren), dass man sie auch mit 3 Sparraten nicht mehr ausgleichen kann, solltest Du über eine Umschichtung durch Verkauf/Neukauf nachdenken.

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PSSSSSSSSST ... Das ist der aktive Teil beim passiven Anlegen :D

 

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Das ist selten! Dass ich eine Antwort so schnell bekomme, die ich sofort verstehe :D

Abschöpfung von Überrendite und Investition in Fonds, die am Ende einer vermuteten Baisse angekommen sind. Der richtige Aktivanleger würde vermutlich "alles" mit Überrendite verkaufen und nicht nur balancen.

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Am besten rebalancierst du ja auch mit frischem Geld, d.h. du bringst dein Depot mit neuem Geld (jährliche Spargelder, ausgeschüttete Dividenden usw.) wieder zu deiner Zielgewichtung. Grundsätzlich hast du natürlich Recht, dass gerade bei kleineren Depots das Verkaufen von gut gelaufenen Posten und das Nachkaufen von schlechteren Anteilen überdurchschnittlich stark durch Orderkosten verwässert wird.

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Posted · Edited by lurklurk

Abschöpfung von Überrendite und Investition in Fonds, die am Ende einer vermuteten Baisse angekommen sind. Der richtige Aktivanleger würde vermutlich "alles" mit Überrendite verkaufen und nicht nur balancen.

 

Das ist aber nur der Hoffnungsteil. Wie Du unter http://www.wertpapie...722#entry860722 nachlesen kannst, ging der bei MSCI World+EM in den letzten 25 Jahren total daneben - es gab eine UNTERrendite. Nicht allen Behauptungen glauben, die einleuchtend klingen, thumbsup.gif

 

Rebalancing dient in erster Linie dazu, dass die riskanteren Portfolioteile vor einem Crash/einer Baisse dieser Assetklassen tatsächlich nur z.B. 30% deines Anlagevermögens ausmachen, und nicht plötzlich 50%. Das ist jedenfalls der Teil (Risiko), der auf jeden Fall funktioniert.

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Nicht allen Behauptungen glauben, die einleuchtend klingen, thumbsup.gif

Und bitte auch nicht allen Begründungen glauben...

Rebalancing funktioniert am besten zwischen verschiedenen Assetklassen. Und hier hast du definitiv eine Überrendite erzielt in den letzten Jahren (meine eigenen Backtests reichen nur bis 2005 zurück).

Klar kommt es in gewissen Zeitabständen zu Underperformance, aber in the long run passt das schon.

- Langfristiges kostengünstiges Investieren in Indizes = Eugene Fama Ansatz in der Asset Allocation

- Regelmäßiges (Ereignisbezogenes) Rebalancing = Shiller Ansatz in der Asset Allocation.

Somit 67% des diesjährigen Nobelpreises abgeräumt :)

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Posted · Edited by Malvolio

Es ist schon nicht verkehrt, sich in regelmäßigen Abständen sein Depot anzusehen und zu überprüfen, ob das aktuelle Portfolio noch den gewünschten Verhältnissen entspricht. Wenn man dann eine erhebliche Abweichung zwischen Soll- und Ist-Situation findet und die Transaktionskosten nicht unverhältnismäßig sind, sollte man ggf. tätig werden und sein Portfolio oder zukünftige Transaktionen entsprechend anpassen. Nicht mehr und nicht weniger. Das hat grundsätzlich erstmal auch gar nichts mit Aktiv- oder Passivstrategie zu tun. "Aktive" Anleger sollten sich diese Fragen genau so stellen, sie haben eben nur andere Gewichtungskriterien.

 

Die Depotanteile bis auf die dritte Nachkommastelle nachzuhalten ist meiner unmaßgeblichen Meinung nach für manche zwar ein prima Hobby .... sinnvoll ist es aber ohnehin nicht. Auch die Nachbildung eines Welt-Portfolios ist in der Praxis alles andere als eine exakte Wissenschaft und i.d.R. nur sehr rudimentär möglich. Da ist Pi x Daumen per se erstmal auch nicht unbedingt schlechter als irgendwelche Scheingenauigkeiten.

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Frage an unsere Theoretiker:

Gibt es denn halbwegs verlässliche Analysen in welchen Zeitabständen Rebalancing die besten Ergebnisse bringt bzw. in Abhängigkeit von welchen Ereignissen? Inwieweit wurde untersucht was "überzogenes" Rebalancing bewirkt?

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Frage an unsere Theoretiker:

Gibt es denn halbwegs verlässliche Analysen in welchen Zeitabständen Rebalancing die besten Ergebnisse bringt bzw. in Abhängigkeit von welchen Ereignissen? Inwieweit wurde untersucht was "überzogenes" Rebalancing bewirkt?

Kurze Antwort:

Dies liegt einzig und allein an den TA Kosten.

Bei normalen Ta Kosten von 0.5% - 1% bezogen auf das Rebalancierte Kapital rentiert sich Rebalancing einmal im Jahr, siehe auch hier. Das lässt sich auch gut mit dem passiven Gedanken vereinen, dass man sich nicht viel drum kümmern will.

 

Bei niedrigen TA Kosten von 0.3% (z.B. Lynx 0.14% + 0.12% XLM Spread) rentiert sich Rebalancing ereignisbezogen natürlich eher, ich mache es bei Abweichungen, die absolut >3000€ betragen.

Bei dem ereignisbezogenen Rebalancing umschifft man Über/Untertreibungen viel besser und senkt das Risiko signifikant (in einem langanhaltendenden Trendmarkt senkt man natürlich auch die Performance).

Regelmäßiges Verfolgen der Börsennachrichten zwingende Voraussetzung. In unseren eher volatilen Märkten lässt sich das aber erfolgreich umsetzen.

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Posted · Edited by €-man

Regelmäßiges Verfolgen der Börsennachrichten zwingende Voraussetzung.

 

Auch noch - und das nach möglichen Saisonwetten.

 

Gruß

€-man

 

Edit: Prozentangabe, statt 3.000,-- absolut, wäre vielleicht etwas griffiger gewesen.

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Frage an unsere Theoretiker:

Gibt es denn halbwegs verlässliche Analysen in welchen Zeitabständen Rebalancing die besten Ergebnisse bringt bzw. in Abhängigkeit von welchen Ereignissen? Inwieweit wurde untersucht was "überzogenes" Rebalancing bewirkt?

Kurze Antwort:

Dies liegt einzig und allein an den TA Kosten.

Bei normalen Ta Kosten von 0.5% - 1% bezogen auf das Rebalancierte Kapital rentiert sich Rebalancing einmal im Jahr, siehe auch hier. Das lässt sich auch gut mit dem passiven Gedanken vereinen, dass man sich nicht viel drum kümmern will.

 

Bei niedrigen TA Kosten von 0.3% (z.B. Lynx 0.14% + 0.12% XLM Spread) rentiert sich Rebalancing ereignisbezogen natürlich eher, ich mache es bei Abweichungen, die absolut >3000€ betragen.

Bei dem ereignisbezogenen Rebalancing umschifft man Über/Untertreibungen viel besser und senkt das Risiko signifikant (in einem langanhaltendenden Trendmarkt senkt man natürlich auch die Performance).

Regelmäßiges Verfolgen der Börsennachrichten zwingende Voraussetzung. In unseren eher volatilen Märkten lässt sich das aber erfolgreich umsetzen.

Meine Frage, war ob das untersucht wurde - nicht was der gesunde Menschenverstand sagt. :rolleyes:

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Posted · Edited by Ramstein

Meine Frage, war ob das untersucht wurde - nicht was der gesunde Menschenverstand sagt. :rolleyes:

Man kann natürlich googeln und findet dann du so was wie

"Monatliches, quartalsweises oder jährliches Rebalancing - welches Intervall ist am besten?" und "Rebalancing – wie oft ist sinnvoll?".

 

Nachtrag: wer Englisch kann, kann auch hier schauen und findet z.B. dies Vanguard Papier.

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Meine Frage, war ob das untersucht wurde - nicht was der gesunde Menschenverstand sagt. :rolleyes:

Was willst du mir mit diesem Beitrag sagen?

Dass Untersuchungen per se sinnlos sind?

Dass einem die Intuition / Menschenverstand immer den richtigen Sachverhalt beschreibt?

 

 

Edit: Prozentangabe, statt 3.000,-- absolut, wäre vielleicht etwas griffiger gewesen.

Prozentangabe ist hier nutzlos, weil TA Kosten ja immer einen fixen unteren Wert haben. Sonst liest das noch jemand mit einem 5000€ Depot und schichtet schon bei Abweichungen von 2 Prozentpunkten um...

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Meine Frage, war ob das untersucht wurde - nicht was der gesunde Menschenverstand sagt. :rolleyes:

Was willst du mir mit diesem Beitrag sagen?

Dass Untersuchungen per se sinnlos sind?

Dass einem die Intuition / Menschenverstand immer den richtigen Sachverhalt beschreibt?

Nein ich bin an der Antwort interessiert, ob es untersucht wurde und was dabei herausgekommen ist. Insbesondere interessieren mich die folgenden Aspekte:

 

1) Es wird den Usern hier das Rebalancing hier immer wieder empfohlen und dann wäre es doch auch nicht schlecht wenn man z.B. eine vernünftige Marschrichtung vorgeben könnte, wie z.B. etwa zweimal jährlich oder was auch immer. Wäre doch schön, wenn man wüsste dass solche Aussagen eine Basis haben

 

2) Ich persönlich fahre ein eher unregelmäßiges Rebalancing bei gleichzeitigem Überziehen. Auch wenn ich das aktuell nicht so fahren kann wegen der Eingeschränktheit durch das steuerfreie Altdepot, wäre es doch interessant zu wissen, ob es diesbezüglich Untersuchungen gibt und wenn ja mit welchem Ergebnis.

 

Mir ist natürlich sehr wohl bewusst, dass sämtliche Untersuchungen, die auf Backtests beruhen nur eine eingeschränkte Aussagekraft haben, aber die Grundsatzdebatte wollte ich hier eigentlich nicht schüren. Dass die Höhe der Kosten des Rebalancings unter Verwendung des gesunden Menschenverstands dazu führen, keine zu kleinteiligen Umschichtungen vorzunehmen ist doch klar, aber das ist eben nicht meine Frage gewesen.

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Prozentangabe ist hier nutzlos, weil TA Kosten ja immer einen fixen unteren Wert haben. Sonst liest das noch jemand mit einem 5000€ Depot und schichtet schon bei Abweichungen von 2 Prozentpunkten um...

 

Bei dieser Annahme - und der weiteren, dass dieses Depot keine weiteren Mittelzuflüsse mehr haben wird - wird er das Rebalancen u. U. nie durchführen können.

 

Gruß

€-man

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Weder die Absolutgröße noch die Prozentuale allein machen Sinn, oder möchtest Du bei einem entsprechend großen Depot alle paar Tage umschichten? Falls es natürlich sinnvoll wäre, kann man darüber nachdenken...

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Posted · Edited by sparfux

- Langfristiges kostengünstiges Investieren in Indizes = Eugene Fama Ansatz in der Asset Allocation

- Regelmäßiges (Ereignisbezogenes) Rebalancing = Shiller Ansatz in der Asset Allocation.

Glaub es oder nicht, diesen Vergleich mit Index=Fama und Rebalancing=Shiller wollte ich jetzt auch bringen, nachdem ich das Eingangspost gelesen hatte. Du warst schneller :thumbsup:

 

Und da sag mal einer, das geht nicht zusammen.

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Weder die Absolutgröße noch die Prozentuale allein machen Sinn, oder möchtest Du bei einem entsprechend großen Depot alle paar Tage umschichten? Falls es natürlich sinnvoll wäre, kann man darüber nachdenken...

 

Wenn aus einem Depot ein GroKo (Großkopferten)-Depot geworden ist, dann geht das doch m. E. nur über die Prozentzahl. Oder willst Du bei 3.000,-- absolut, am Tag zweimal umschichten?

 

Gruß

€-man

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Hier habe ich noch auf die Schnelle eine Studie gefunden:

http://www.fma.org/Chicago/Papers/Optimal_Rebalancing_Strategy_%282013%29_FMA_Conference.pdf

Zusammenfassung:

Optimales Rebalancing irgendwo zwischen monatlich und jährlich, am besten quartalsweise nach Schwellwerten (=ereignisbezogenes Rebalancing 2-4 mal im Jahr).

Kurzfristige Trends halten wohl bisserl länger als einen Monat, sodass zu häufiges Umschichten schlecht ist.

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merci :)

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Hier habe ich noch auf die Schnelle eine Studie gefunden:

http://www.fma.org/Chicago/Papers/Optimal_Rebalancing_Strategy_%282013%29_FMA_Conference.pdf

Zusammenfassung:

Optimales Rebalancing irgendwo zwischen monatlich und jährlich, am besten quartalsweise nach Schwellwerten (=ereignisbezogenes Rebalancing 2-4 mal im Jahr).

Kurzfristige Trends halten wohl bisserl länger als einen Monat, sodass zu häufiges Umschichten schlecht ist.

Aus der oben verlinkten Arbeit:

Overall, our results provide strong evidence that quarterly periodic rebalancing tends to be the optimal rebalancing strategy

Rebalancing nach Schwellwerten habe ich herausgelesen, ist weniger günstig als nach fixen Zeitpunkten. Das Optimum hatten sie bei vierteljährlich. Kann Dich beruhigen €-man, kannst noch was anderes machen als tägliches Rebalancen. Pikanterweise konnte die Monte-Carlo-Simulation das mit den historischen Daten gewonnene Ergebnis nicht bestätigen. Erklärungsversuche zielen auf das kurzfristige Momentum.

As statistical significance completely disappears if the time series

structure is destroyed, we conclude that time series characteristics – especially short-term

momentum – are the primary sources capable of explaining the statistically significant differences

in average Sharpe ratios between monthly and quarterly periodic rebalancing. While

we do not have a simple explanation at hand, we suspect that the interrelations between returns,

risk, and – in particular – portfolio weights are responsible for this finding.

 

In einem Nebensatz gleich auf Seite 3 ein interessanter Hinweis, der impliziert, dass fixe Asset Allocations davon ausgehen, dass sich die Erwartungen in Blick auf Rendite und Risiko für die eingesetzten Anlageinstrumente nicht ändern. Wenn man von schwankenden Werten ausgeht, muss sich die Zielallokation ändern.

Once an investor’s return and risk preferences as well as his regulatory environment have

been identified, it is the primary objective of any institutional asset manager to implement

and supervise the most suitable asset allocation for his client. Given this initial asset allocation,

the literature differentiates between three reasons for portfolio rebalancing:

(i) rebalancing due to a shift in an investor’s risk profile and/or modified regulatory requirements;

(ii) rebalancing based on changes in the expectations of future returns and risks; and

(iii) rebalancing due to market movements.

As discussed in Fabozzi, Focardi, and Kolm (2006) as well as in Leibowitz and Bova (2011), the first two reasons require the asset manager to construct a new optimal portfolio.

Die Arbeit selbst beschäftigt sich nur mit (iii) und hat anhand von deutschen, amerikanischen und UK-Aktien gerechnet. Ob mit oder ohne SC habe ich nicht gesehen, EM ist definitiv nicht im Scope gewesen. Kosten für Transaktionen wurden mit 15 bps berücksichtigt, was für Privatanleger sicher untypisch ist.

 

 

Hierzu aus einem Morningstar Artikel zum Thema Target Volatilität

Heutzutage basieren die meisten Portfolios daher fälschlicherweise auf der Annahme, dass die Volatilität der Anlageklassen stabil bleibt. In Wahrheit schwankt die Volatilität jedoch - und zwar teilweise extrem. So liegt die Durchschnittsvolatilität des S&P 500 Index seit 1950 bei 13,9%; sie schwankt jedoch zwischen 5,3% und 39,4% pro Jahr.

 

Aber ich glaube jetzt spreng ich den Faden

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Posted · Edited by lurklurk

Nicht allen Behauptungen glauben, die einleuchtend klingen, thumbsup.gif

Und bitte auch nicht allen Begründungen glauben...

 

Ich verstehe nicht ganz, worauf du mit diesem Zitat und Posting hinaus willst? Du verneinst meine Aussage, dass Rebalancing eine garantierte Risikosteuerungsfunktion bietet (insbesondere zwischen "sicherer" und "risikobehafter" Anlage, wenn vorhanden), aber nur eine Hoffnung auf Überrendite ist? Und meinst, dass diese Hoffnung auf Überrendite daher der Hauptantrieb für Rebalancing ist oder sein sollte? Dass dadurch der aktivistische Investor im vorgeblich passiven sichtbar wird? Wirklich?

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Kann Dich beruhigen €-man, kannst noch was anderes machen als tägliches Rebalancen.

 

Aber ich glaube jetzt spreng ich den Faden

 

Das tu(h)e ich auch. Jetzt aber bitte nicht gleich Rückschlüsse auf ein GroKo-Depot ziehen.

 

Nein, in keinster Weise. Was mir immer wieder ins Auge sticht, sind gewisse Denkmuster, die einerseits angeprangert und anderseits in den eigenen Handlungsweisen Einzug gefunden haben.

Stichwort: Vergangenheitsdaten und die daraus abzuleitenden Zukunftserwartungen.

 

Dass sich Volatilitäten und - noch schlimmer - die Risiken der Anlageklassen generell ändern können und dies auch tun, scheint wenig Gehör zu finden. Ergo: Staatsanleihen müssen immer RK 1 und Aktien immer RK 3 haben.

 

Meine Meinung: Alle, die sich für einen Anlagestil entschieden haben und diesen auch konsequent verfolgen und versuchen diesen zu verbessern, kochen letztlich mit dem gleichen Wasser die gleiche Suppe.

 

Gruß

€-man

 

P.S. Das, mit dem am Ende mehr oder weniger gefüllten Suppenteller, kann man sich m. E. sparen.

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Ich verstehe nicht ganz, worauf du mit diesem Zitat und Posting hinaus willst? Du verneinst meine Aussage, dass Rebalancing eine garantierte Risikosteuerungsfunktion bietet (insbesondere zwischen "sicherer" und "risikobehafter" Anlage, wenn vorhanden), aber nur eine Hoffnung auf Überrendite ist? Und meinst, dass diese Hoffnung auf Überrendite daher der Hauptantrieb für Rebalancing ist oder sein sollte? Dass dadurch der aktivistische Investor im vorgeblich passiven sichtbar wird? Wirklich?

Ich hab keine Ahnung, was du mit diesen Fragen fragen willst, aber ich präzisiere nochmal meine Antwort:

- du sagst, dass das Abschöpfen einer Überrendite durch Rebalancing nur auf Hoffnung fußt, weil die Rückrechnung in dem verlinkten Excelsheet zwischen MSCI EM und DM eine Unterrendite in den letzten 25 Jahren ergeben hat.

Ich habe daraus gefolgert:

Somit besteht laut dir keine berechtigte Hoffnung auf Überrendite durch Rebalancing.

 

Ich wollte nur darauf hinweisen, dass die Begründung zu kurz greift, weil du nur eine Untersuchung eines Rebalancing innerhalb einer Assetklasse anführst,

aber nicht das lukrativere Rebalancing zwischen Assetklassen.

Deshalb sollte man deine Begründung nicht hernehmen (und ihr nicht glauben) für die Aussage: Rebalancing generiert keine Überrendite.

 

 

Rebalancing dient in erster Linie dazu, dass die riskanteren Portfolioteile vor einem Crash/einer Baisse dieser Assetklassen tatsächlich nur z.B. 30% deines Anlagevermögens ausmachen, und nicht plötzlich 50%. Das ist jedenfalls der Teil (Risiko), der auf jeden Fall funktioniert.

Dem stimme ich zu. Rebalancing dienst bei mir zur Erzeugungung einer Überrendite UND einer niedrigeren Volatilität.

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Posted · Edited by Malvolio

 

Und bitte auch nicht allen Begründungen glauben...

 

Ich verstehe nicht ganz, worauf du mit diesem Zitat und Posting hinaus willst? Du verneinst meine Aussage, dass Rebalancing eine garantierte Risikosteuerungsfunktion bietet (insbesondere zwischen "sicherer" und "risikobehafter" Anlage, wenn vorhanden), aber nur eine Hoffnung auf Überrendite ist? Und meinst, dass diese Hoffnung auf Überrendite daher der Hauptantrieb für Rebalancing ist oder sein sollte? Dass dadurch der aktivistische Investor im vorgeblich passiven sichtbar wird? Wirklich?

 

 

"Rebalancing" heißt doch erstmal nur das Wiederherstellen einer angestrebten Portfolioallokation. Das hat im Prinzip gar nichts mit Aktiv- oder Passivinvestor zu tun oder aus welchen Motiven (Risikosteuerung, Erzielung einer Überrendite, usw.) heraus dieses Zielportfolio gebildet wird. Daher ist es auch nicht möglich, allgemeingültige konkrete Aussagen zu treffen, wie, wann, wie oft oder ob überhaupt ein Rebalancing vorteilhaft ist oder nicht. Es ist immer eine individuelle Kosten-Nutzen-Abwägung.

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