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Sapine

Diskussion zur finanziellen Planung als Privatier - die ewige Depotrente

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Sapine
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Das mit den Anleihen wird bei mir erst akut werden, wenn über eine Erbschaft frisches Geld hinzukommt. Da so etwas immer gemischte Gefühle hervorruft, beschäftige ich mich damit aktuell eher widerstrebend bis gar nicht. Trockenübungen sind auch eher ermüdend und zudem lebt man nur einmal. Mir wird zunehmend klar, dass die Restlebensdauer begrenzt ist und man manches nicht auf die lange Bank schieben darf. Im Moment steht mein Hobby Bridge zweifellos an erster Stelle, wenn es um die Auslastung der grauen Zellen geht aber auch wenn es darum geht, wofür ich mein Geld ausgebe.

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Sapine
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Für diejenigen, die sich wundern dass ich mal wieder hier bin...

 

Seit drei Jahren bin ich jetzt Privatier und finanziell läuft alles rund, sogar deutlich besser als geplant dank eines freundlichen Börsengotts, der mir zu Beginn meines Ruhestandes freundliche Börsenjahre gegönnt hat. Privat gibt es auch nichts zu klagen, ich habe die Zeit, mich mit dem zu beschäftigen was mir Spaß macht und das tue ich auch ausführlich. Die Finanzen laufen komplett nebenher, ohne dass ich mich groß drum kümmere. Ganz sicher verpasse ich hier und da eine Chance, aber Geld ist das Mittel zum Zweck und nicht umgekehrt. 

 

Etwas konkreter zu den Finanzen, wo es eigentlich nur gute Nachrichten gibt: 

  • Der Puffer ist seit März 2015 bis heute noch nicht aufgebraucht. 
    Der regelmäßige Zufluss von Dividenden zusammen mit einer Steuerrückzahlung hat dazu geführt, dass der Puffer immer noch groß genug ist, um die Entnahmen für gut 12 Monate abzudecken. 
  • Der Depotwert entwickelt sich deutlich oberhalb der Inflationsrate. 
    Mit Depotwert ist der Wert gemeint, der sich nach sämtlichen Entnahmen im weiteren Sinn ergibt (Positionsauflösungen, Dividenden, Steuern, Ausschüttungen). Also das was jeweils am Jahresende auf dem Depotauszug steht. 
    Dieser Wert ist seit Anfang 2015 um 23,8 % gestiegen. 
  • Die Depotrente läuft seit März 2015 in unveränderter Höhe, d.h. seitdem erfolgte kein Inflationsausgleich.
    Mein Plan sah vor, Anpassungen der Depotrente immer dann zu machen, wenn ich Positionen vom Depot auflöse, um den Puffer aufzufüllen. Da dies nun seit geraumer Zeit nicht nötig war, gab es auch keine Anpassung. Hier werde ich den Plan ändern, weil Depotwert und Depotrente deutlich auseinander driften. 
  • Ein Kapitalverzehr findet de facto aktuell nicht statt obwohl die Entnahmebeträge planmäßig steigen von Jahr zu Jahr. 
    Geplant war ein teilweiser Kapitalverzehr (6 % vom Depotwert) für die Überbrückungszeit bis zur eigenen Rente. Die Depotentwicklung überkompensiert bisher diesen geplanten Kapitalverzehr. 
  • Der Immobilienboom rund um die Metropolen ist auch an mir nicht spurlos vorüber gegangen. So ganz genau weiß man natürlich erst wenn man verkauft, aber ich schätze, die Preise sind hier in den letzten Jahren um 50-100 % gestiegen für Gebrauchtimmobilien. 
  • Selbstverständlich besteht mein Ewigkeitsdepot von 2008 noch nahezu unverändert, d.h. lediglich Kapitalmaßnahmen und Fondsverschmelzungen etc. haben ihre Spuren hinterlassen. 
  • Der Spartopf, 2015 noch praktisch leer, ist jetzt mit 2,4 % mehr als voll
    Zur Erinnerung, die Depotrente beträgt 2,4 % vom Depotwert jährlich. Zusätzlich gibt es einen Spartopf von 0,4 % der für unregelmäßige Ausgaben gedacht ist. Insgesamt gibt es eine geplante Entnahme von 3 % p.a. Der restliche Wertzuwachs sollte den Inflationsausgleich liefern. 

 

 

Warum bin ich dann hier?

 

Wie so oft hilft Vater Staat ein wenig nach, d.h. mit den steuerlichen Änderungen zum Jahresende und den daraus folgenden Konsequenzen will ich mich ein wenig vertrauter machen. Ich vermute ganz stark, dass es kaum einen besseren Ort als das WPF gibt, um dies zu tun. 

 

Zum anderen habe ich eine kleine Erbschaft gemacht, die jetzt erst mal in den Puffer läuft. Ein Teil wird konsumiert werden (mein Luxusautoprojekt), ein Teil soll den Puffer auffüllen und ein Teil geht in die Renovierung/Ausstattung meiner zukünftigen Wohnung. Was dann noch übrig bleibt will natürlich sinnvoll angelegt werden. Dazu suche ich noch ein paar brauchbare Ideen. Von freiwilligen Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung bis zu Aktien ist alles denkbar. 

 

Last but not least zeichnet sich ein Umzug und darauf folgend der Verkauf meines bisher selbst bewohnten Hauses ab. Nach längerem Überlegen zur Renovierung und Umbau meines Domizils und ausgesprochen negativen Gefühlen, womöglich monatelang in einer Baustelle zu leben und permanent mit Handwerkern zu diskutieren, wurde mir zunehmend ungemütlich. Selbst über den Anbau eines Wintergartens hatte ich schon nachgedacht, damit die Wohnfläche am Ende mehr als 60 qm wird im Erdgeschoss. So ganz billig drohte das ganze auch nicht zu werden, und am Ende ist alles nur ein fauler Kompromiss. Jetzt geht die Entscheidung doch zur mehr oder weniger fertigen altengerechten Wohnung. Ich habe es nicht eilig damit aber am Ende werde ich das Haus verkaufen. Der Verkaufserlös wird ins Depot fließen und die bisherigen Mieteinnahmen sollen durch eine höhere Depotrente kompensiert werden. Möglich wird das durch die Anlage des Verkaufserlöses.  

 

 

Zukünftige Anpassung der Depotrente

Die Depotrente wird zukünftig angepasst, wenn eine Entnahme ansteht oder am Jahresende, wenn die letzte Entnahme mindestens 11 Monate her ist. Die Erhöhung wird gleichzeitig gedeckelt, um zu rasante Erhöhungen zu vermeiden. Erhöhungen von mehr als 10 % sind zulässig bis zum Wiedererreichen einer durch einen Bärenmarkt reduzierten Depotrente. Bei Inflationsraten über 5 % darf die Depotrente maximal um die doppelte Inflationsrate angehoben werden. 

 

Nach dieser Regeländerung wird meine Depotrente zum Jahresende um 17,5 % steigen. Möglicherweise übertreibe ich mit der Deckelung, aber eine Erhöhung von 50 % ist mir einfach unheimlich und ich wüsste auch nicht wirklich wozu. 

 

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Nikwalla
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Am 26.11.2014 um 14:10 von Sapine:

Was die Freibeträge für Schenkungen angeht betragen die 20.000 Euro alle 10 Jahre - das dafür erforderliche Alter werde ich ganz sicher nicht erreichen.

Hallo Sapine,

ich glaube, dass ist zu niedrig:

Steuerfreie Schenkung: Steuerklassen, Steuersätze und Freibeträge
Erbe/Beschenkter                                                Höhe des Freibetrags
Ehegatte/eingetragener Lebenspartner              500.000 Euro
Kinder und die Kinder verstorbener Kinder         400.000 Euro
Enkel                                                                    200.000 Euro
Urenkel und Eltern (für Letztere aber nur von Todes wegen)    100.000 Euro

Mit freundlichen Grüßen

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chirlu
Posted
vor 10 Minuten von Nikwalla:

ich glaube, dass ist zu niedrig

 

Das glaube ich dagegen nicht. Offensichtlich ging es um entferntere Verwandte (worunter schon Geschwister fallen) oder Nichtverwandte.

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