Aller Anfang ist schwer ... Einzelaktien

78 posts in this topic

Posted · Edited by Fonds

Hallo!

 

Ich investiere Sparpalnmäßig in ETFs (Europa 30%, Nordamerika 30%, EM 30%, Pazifik 10%). Nun ist meine Idee zusätzlich in Aktien zu investieren. Meine Vorstellung ist 70% ETFs, 30% Einzelaktien. Rücklagen auf dem Tagesgeldkonto sind natürlich auch vorhanden.

 

Bei den Aktien will ich grundsätzlich in Aktien investieren, die stabil gut laufen und langfristig im Depot bleiben sollen. Ein paar wenige dürfen jedoch kurz- und mittelfristig sein. Warum überhaupt Aktien? Weil ich im Aktienbereich eine höhere Rendite erhoffe als im ETF-Bereich. Ist es eine richtige Sicht?

 

Soviel zur Theorie. In der Praxis, oder besser VOR der Praxis habe ich große Schwierigkeiten, passende Aktien zu finden, die noch fair bewertet sind. Die Werte, die ich mir derzeit angucke, sind: Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buch-Verhältnis, Kurs-Cashflow-Verhältnis, Eigenkapitalquote, Eigenkapitalrendite, EBIT-Marge, Gewinnerwartung und Dividendenrendite. Doch ich weiß nicht, wie ich das Ganze einordenen soll, sodass eine Kaufentsheidung daraus entsteht. Welche Werte sind gut? Welche Werte sind in welcher Brance zu erwarten? Usw.

 

Ich habe das Buch von Levermann gelesen, welches ich sehr anfängerfreundlich finde. Gleichzeitig bezweifle ich, dass NUR quantitative Analyse ausreicht. Denn das Ziel ist schon aus pragmatischen Gründen "Buy and hold", weil das häufige Umschichten nur Geld kostet. Ich informiere mich über Grundlagen z.Z. im Internet. Möchte mich natürlich aber auch weiter informieren. Im Finanzbereich fällt es mir aber nicht einfach, weil ich nicht vom Fach bin und das beste Buch für BWLer würde mir nichts nutzen, wenn ich es nicht verstehe. Und im Moment habe ich das Gefühl, BWL studieren zu müssen, um einen vernünftigen Aktienkauf tätigen zu können.

 

Wie kann ich denn vorgehen? Außer BWL zu studieren?

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Weil ich im Aktienbereich eine höhere Rendite erhoffe als im ETF-Bereich. Ist es eine Sicht?

 

Nö. Oder denkst du, mit deiner handvoll Kennzahlen kannst du Leute outperformen, die den ganzen Tag nichts anderes machen als eben diese zu analysieren? Wenn das dein einziger Beweggrund für Einzelaktien ist, lass es gut sein.

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Willkommen.

Bei den Aktien will ich grundsätzlich in Aktien investieren, die stabil gut laufen und langfristig im Depot bleiben sollen. Ein paar wenige dürfen jedoch kurz- und mittelfristig sein. Warum überhaupt Aktien? Weil ich im Aktienbereich eine höhere Rendite erhoffe als im ETF-Bereich. Ist es eine Sicht?

 

Selbstverständlich ist das eine Sicht. Eine bessere Frage wäre aber: "Ist das die richtige Sicht?"

 

Soviel zur Theorie. In der Praxis, oder besser VOR der Praxis habe ich große Schwierigkeiten, passende Aktien zu finden, die noch fair bewertet sind. Die Werte, die ich mir derzeit angucke, sind: Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Buch-Verhältnis, Kurs-Cashflow-Verhältnis, Eigenkapitalquote, Eigenkapitalrendite, EBIT-Marge, Gewinnerwartung und Dividendenrendite. Doch ich weiß nicht, wie ich das Ganze einordenen soll, sodass eine Kaufentsheidung daraus entsteht. Welche Werte sind gut? Welche Werte sind in welcher Brance zu erwarten? Usw.

 

Ich habe das Buch von Levermann gelesen, welches ich sehr anfängerfreundlich finde. Gleichzeitig bezweifle ich, dass NUR quantitative Analyse ausreicht. Denn das Ziel ist schon aus pragmatischen Gründen "Buy and hold", weil das häufige Umschichten nur Geld kostet. Ich informiere mich über Grundlagen z.Z. im Internet. Möchte mich natürlich aber auch weiter informieren. Im Finanzbereich fällt es mir aber nicht einfach, weil ich nicht vom Fach bin und das beste Buch für BWLer würde mir nichts nutzen, wenn ich es nicht verstehe. Und im Moment habe ich das Gefühl, BWL studieren zu müssen, um einen vernünftigen Aktienkauf tätigen zu können.

 

Wie kann ich denn vorgehen? Außer BWL zu studieren?

Levermanns Buch ist in der Tat leicht zu lesen und klingt vordergründig plausibel. Wenn es aber so einfach wäre die "richtigen" Aktien auszuwählen, warum schneiden dann aktiv verwaltete Fonds im Vergleich zu ETFs so schlecht ab?

Du wirst hier im Forum auch überzeugte Stockpicker finden; wie du ein erfolgreicher Stockpicker wirst, kann ich dir nicht verraten. Ein BWL-Studium wird aber eher nicht helfen.

 

Daher bleib ich mal im allgemeinen: Auch bei Einzelwerten solltest du diversifizieren. Käufe sind m.E. erst ab 3.000 (besser 5.000) Euro Positionsgröße sinnvoll. Hast du für mindestens 3 Positionen jetzt 10.000 Euro anzulegen? Sonst gibt es keine Eile und du kannst in aller Ruhe weiter überlegen und im Forum lesen.

 

PS: Wieso meint meine Rechtschreibkorrektur immer, die korrekte Schreibweise wäre Stockpickel?

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Weil ich im Aktienbereich eine höhere Rendite erhoffe als im ETF-Bereich. Ist es eine Sicht?

 

Nö. Oder denkst du, mit deiner handvoll Kennzahlen kannst du Leute outperformen, die den ganzen Tag nichts anderes machen als eben diese zu analysieren? Wenn das dein einziger Beweggrund für Einzelaktien ist, lass es gut sein.

 

Ja, es ist nicht schwer, denn die meisten Profis schneiden schlechter ab als der Vergleichsindex. Es kommt nicht so sehr darauf an, die perfekten Aktien herauszufinden, die dann abgehen wie eine Rakete. Das gelingt niemandem regelmäßig und selbst wenn man so eine neue Apple im Depot hat, steigen die meisten nach wenigen Prozenten Kursgewinn ja wieder aus, um die Kursgewinne vermeintlich "zu sichern". Und hier sind wir an dem Punkt, wo wir die Kuh über den Eimer schieben müssen: der Anleger ist sein schlimmster Feind, sagt Benjamin Graham. Denn er verhält sich ganz überwiegend dumm, als Anleger wohlgemerkt. Eine bessere Performance als die Herde zu erzielen, ist für Buy & Hold Investoren eigentlich ganz einfach. Man muss sich "nur" eine attraktiv bewertete Aktie heraussuchen, die zu einem Unternehmen gehört, das ein stabiles und einträgliches Geschäftsmodell aufweist und von dem man nach heutigen Maßstäben davon ausgehen kann, dass es auch die nächsten Jahre gutes Geld verdienen wird. Anhand der Historie des Unternehmens sollte man sich noch ansehen, wie es mit den vielen Katastrophen und Krisen der letzten Jahre zurechtgekommen ist. Und schon hat man sein "perfektes Investment". Jetzt muss man "nur" noch den Ar**** in der Hose haben, diese Aktie lange zu halten und nicht auf Kursschwankungen zu reagieren. Die sollten einem nämlich egal sein. Das einzig Wichtige und beachtenswerte ist die Unternehmensentwicklung. Solange das Unternehmen keine krassen Fehlentscheidungen trifft oder sein Markt kollabiert (Kutscherpeitschen, Polaroid-Fotos, Digitalkameras, sowas halt), bleibt man engagiert. Und da man nur minimale Kosten (Depotgebühren) und keine Steuerbelastung hat (bis man verkauft), außer bei den Dividendenzahlungen, liegt man schon mal pro Jahr um die 2 bis 3 Prozent VOR einem Fondsinvestment. Und bei 10.000 EUR Anlagesumme kann man 5 solide Werte kaufen, kleinere Stückelungen sollte man sich sparen, größer ist aber auch kein Muss. Allerdings würde ich auch keine zu große Diversifikation in mehr als 15 Werte empfehlen, sonst kann man die nicht im Auge behalten (ich meine die Geschäftsberichte, nicht die täglichen Börsenbriefchen, Aktientipps und Quartalsberichte, das alles sollte man als Investor, nicht als Trader/Zocker eh außerachtlassen).

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Meinst du solche Werte wie RWE oder Nokia, auf die deine Kriterien lange Jahre zutrafen?

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Weil ich im Aktienbereich eine höhere Rendite erhoffe als im ETF-Bereich. Ist es eine Sicht?

 

Nö. Oder denkst du, mit deiner handvoll Kennzahlen kannst du Leute outperformen, die den ganzen Tag nichts anderes machen als eben diese zu analysieren? Wenn das dein einziger Beweggrund für Einzelaktien ist, lass es gut sein.

 

Ich bilde mir auf mein Finanzwissen überhaupt nichts ein. Ich bin nicht vom Fach und suche einen Anfang.

Wenn es so ist, dass Einzelaktien nicht mehr Rendite bringen als ETFs, warum akzeptiert man beim Aktienhandel ein höheres Risiko? Da muss doch ein Zusammenhang sein.

 

Auch bei Einzelwerten solltest du diversifizieren. Käufe sind m.E. erst ab 3.000 (besser 5.000) Euro Positionsgröße sinnvoll. Hast du für mindestens 3 Positionen jetzt 10.000 Euro anzulegen? Sonst gibt es keine Eile und du kannst in aller Ruhe weiter überlegen und im Forum lesen.

 

Ja, das Geld habe, sonst würde ich nicht fragen, wie ich es besser anlegen kann. ;)

Eine gute Diversifikation bei Einzelwerten ist als Kleinanleger nicht so einfach. Wenn man in jeden Topf 3T investiert und 30 Töpfe hat, wären es schon 90T.

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Meinst du solche Werte wie RWE oder Nokia, auf die deine Kriterien lange Jahre zutrafen?

 

Genau. Solche Werte kann man so lange halten, wie sich das Geschäftsmodell nicht überlebt hat oder die Rahmenbedingungen sich nicht grundlegend verändert haben. Oder sie die Entwicklung in ihrem Bereich nicht total verpennt haben. Aber mal ernsthaft, ob RWE, ob Nokia, ob BlackBerry, ob Kodak - bei keiner dieser Unternehmen kam die Krise über Nacht, sie hat sich lange angekündigt und der Anleger hat viele Jahre lang Zeit gehabt, sich zu informieren und ggf. zu handeln. Und wenn bei einem Top-Unternehmen mal eine Krise den Kurs in den Keller treibt, na dann kauf ich die Dinger doch zu Ausverkaufspreisen. Liebend gern! Und wenn Du jetzt mit Fukushima und RWE kommst - die Atomkatastrophe war/ist für RWE kein Problem, die Probleme kamen durch die Abruptkehrtwende von Merkel, die Energiewende. Die politischen Rahmenbedingungen wurden komplett verändert, das ließ das Geschäftsmodell der Versorger in Deutschland erodieren. Das kam recht plötzlich, aber Zeit für einen Ausstieg hatten Anleger eine lange Zeit lang, bevor das Desaster sich in den Geschäftsberichten abzeichnete. Anders sieht das beim Ölpreisverfall aus, der war so und so schnell nicht zu erwarten. Aber da hilft mir ein ETF auch nicht weiter, ob ich nun eine Statoil oder eine Seadrill im Depot habe oder einen Öl-ETF, die leiden alle unter den jetzigen Rahmenbedingungen. Die Frage ist doch nur, ob mich das als Langfristanleger stören muss? Wenn sich der Ölpreis wieder erholt und gen 100 Dollar strebt, laufen die Geschäfte bei den Ölfirmen auch wieder im Normalbereich. Ich verkaufe mein Haus ja auch nicht panisch, nur weil 2008 der Immobilienmarkt deutlich unter Druck kam. Nochmal: eine Aktie ist eine Unternehmensbeteiligung, kein Lotterielos.

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Ja, es ist nicht schwer, denn die meisten Profis schneiden schlechter ab als der Vergleichsindex.[...] Und da man nur minimale Kosten (Depotgebühren) und keine Steuerbelastung hat (bis man verkauft), außer bei den Dividendenzahlungen, liegt man schon mal pro Jahr um die 2 bis 3 Prozent VOR einem Fondsinvestment.

 

Ich bin mir relativ sicher, dass die Profis durchschnittlich ziemlich genau so abschneiden wie der Vergleichsindex :rolleyes: . Es geht hier nicht um Fonds->Einzelaktien, sondern ETFs-> Einzelaktien. Und mit ~0,2% TER und kostenlosen Käufen spart man sich mit Einzelaktien sicherlich kaum Gebühren.

Mit der ach so tollen "DGI" Strategie holt man sich meistens lahme Enten ins Depot, die kaum Wachstum haben. Die absoluten Diamanten, die sehr viel bei der Gesamtperformance der Aktienmärkte ausmachen, holt man sich damit jedenfalls nicht ins Depot. Bzw. erst nach der ersten Verzehnfachung.

 

Wenn es so ist, dass Einzelaktien nicht mehr Rendite bringen als ETFs, warum akzeptiert man beim Aktienhandel ein höheres Risiko? Da muss doch ein Zusammenhang sein.

Einzelaktien bringen nicht mehr Rendite als ETFs. Punkt. ETFs bestehen aus Einzelaktien, wie soll das funktionieren?

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Ich bin mir relativ sicher, dass die Profis durchschnittlich ziemlich genau so abschneiden wie der Vergleichsindex :rolleyes: . Es geht hier nicht um Fonds->Einzelaktien, sondern ETFs-> Einzelaktien. Und mit ~0,2% TER und kostenlosen Käufen spart man sich mit Einzelaktien sicherlich kaum Gebühren.

 

Ein ETF ist ein Fonds. Nichts anderes. Es gibt passive ETFs, die nicht aktiv gemeanaget werden, die also nur einen Vergleichsindex abbilden. Und die haben vergleichsweise niedrige Gebühren. Die anderen nicht unbedingt. Daher mein Verweis auf die TER, die muss man sich schon je ETF genau ansehen. ETF = Kostengünstig ist jedenfalls kein Dogma.

 

 

Mit der ach so tollen "DGI" Strategie holt man sich meistens lahme Enten ins Depot, die kaum Wachstum haben. Die absoluten Diamanten, die sehr viel bei der Gesamtperformance der Aktienmärkte ausmachen, holt man sich damit jedenfalls nicht ins Depot. Bzw. erst nach der ersten Verzehnfachung.

 

DGI? Klär mich bitte auf.

 

Einzelaktien bringen nicht mehr Rendite als ETFs. Punkt. ETFs bestehen aus Einzelaktien, wie soll das funktionieren?

 

Du willst allen ernstes behaupten, eine einzelne Aktie kann sich nur so entwickeln wie der Gesamtmarkt? Wohl kaum. Und somit kann eine Einzelaktie mehr (oder auch weniger) Rendite bringen als ein ETF. Das ist ja gerade der Sinn des Stock-Pickings. Dass man sich die interessantesten Aktien heraussucht. Das geht ganz einfach. Das Schwierige ist dann, nicht zu schnell Gewinne zu realisieren oder Verluste aussitzen zu wollen, wenn diese substanzieller Art sind. Hab ich ja zuvor schon beschrieben. Solange die Rahmendaten und die Geschäftsentwicklung im Unternehmen sich so entwickeln, wie gedacht, kann mir doch der Aktienkurs egal sein. Der sagt rein gar nichts aus über den Wert des Unternehmens oder den meiner Aktie. Er sagt mir nur, dass ein Käufer und ein Verkäufer zuletzt die gleichen Preisvorstellungen hatten. Ich kenn die Typen aber nicht, also weshalb sollte es mich interessieren, wie die das Unternehmen einschätzen? Wir reden hier nicht vom Traden, sondern vom Anlegen, vom Investieren. Das ist ein ganz erheblicher Unterschied.

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Man muss sich "nur" eine attraktiv bewertete Aktie heraussuchen, die zu einem Unternehmen gehört, das ein stabiles und einträgliches Geschäftsmodell aufweist und von dem man nach heutigen Maßstäben davon ausgehen kann, dass es auch die nächsten Jahre gutes Geld verdienen wird.

 

Dieses "nur" ist gerade mein Problem. Es ist z.Z. schwer eine unter- oder zuminest eine fair bewertete Aktie zu finden. Und wenn eine Aktie günstig ist, klingeln bei mir schon Alarmglocken wie etwa bei SeaDrill. Die ist günstig zu haben, das Öl wird in den nächsten jahren noch von Bedeutung sein, aber ob diese talfahrt übersteht, das ist m.E. eher im Bereich des Zockens.

 

Oder Coca Cola läuft sehr gut, dem Konzern gehören viele Marken, aber der Preis ist im Vergleich zum Buchwert hoch.

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Ein ETF ist ein Fonds. Nichts anderes. Es gibt passive ETFs, die nicht aktiv gemeanaget werden, die also nur einen Vergleichsindex abbilden. Und die haben vergleichsweise niedrige Gebühren. Die anderen nicht unbedingt. Daher mein Verweis auf die TER, die muss man sich schon je ETF genau ansehen. ETF = Kostengünstig ist jedenfalls kein Dogma.

Du hast geschrieben, mit Einzelaktien spart man sich 2-3% Gebühren. Zeige mir bitte die enstprechenden ETFs. Ach halt, sowas gibt es gar nicht. Der TO hält hier (das sieht man ganz einfach an den Prozentzahlen seiner Verteilung) ein stinknormales "Forendepot" und hat demnach 0,2-0,3% TER. Gib doch einfach zu, wenn du falsch lagst?

 

Du willst allen ernstes behaupten, eine einzelne Aktie kann sich nur so entwickeln wie der Gesamtmarkt? Wohl kaum. Und somit kann eine Einzelaktie mehr (oder auch weniger) Rendite bringen als ein ETF.

 

Nein, und das habe ich auch nicht geschrieben. Liest du eigentlich, was der TO schreibt? Er denkt, dass man mit Einzelaktien durchschnittlich mehr Rendite einfährt als mit ETFs und das ist einfach falsch. Mit Einzelaktien schlägt man ETFs nur, wenn man Aktien besser auswählt als der Rest des Marktes, und damit eben die Leute, die den ganzen Tag nichts anderes machen. Wenn man sich das zutraut - meinetwegen. Ich finde das eher belustigend.

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Einzelaktien bringen nicht mehr Rendite als ETFs. Punkt. ETFs bestehen aus Einzelaktien, wie soll das funktionieren?

 

Weil ein Index nicht nur tolle Aktien hat, sondern auch unprofitable.

Die Gewinnchance korrespondiert doch immer mit dem Risiko. Bei einem Sparkonto habe ich keine Risiken, abgesehen von der Inflation, aber auch keine Chancen, siehe Leitzins. Bei den ETFs gibt es gute Chancen und dank der Diversifikation überschaubare Risiken. Bei Einzelaktien ist das Risiko höher, weil Klumpen. Weshalb Kaufen Privatinvestoren dann überhaupt Aktien, wenn sie dadurch keine höheren Gewinnchancen haben?

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Warum glauben 80% der Autofahrer, dass sie überdurchschnittlich gut Auto fahren?

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Ich investiere Sparpalnmäßig in ETFs (Europa 30%, Nordamerika 30%, EM 30%, Pazifik 10%). Nun ist meine Idee zusätzlich in Aktien zu investieren ....... Warum überhaupt Aktien? Weil ich im Aktienbereich eine höhere Rendite erhoffe als im ETF-Bereich. Ist es eine richtige Sicht?

 

Ich denke, der einzige Grund, der langfristig für Einzelaktien gegenüber ETF spricht, wäre die Tatsache, dass man den Konstruktionsprinzipien von ETF im Ernstfall misstraut.

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Posted · Edited by pillendreher

Warum glauben 80% der Autofahrer, dass sie überdurchschnittlich gut Auto fahren?

 

 

Aus dem gleichen Grund, warum Anleger die in Einzelaktien anlegen, glauben durch das lesen von Bilanzen unterbewertete Aktien zu finden und dadurch hunderte von Bankanalysten zu schlagen. Es liegt einfach in der menschlichen Natur.

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Dieses "nur" ist gerade mein Problem. Es ist z.Z. schwer eine unter- oder zuminest eine fair bewertete Aktie zu finden. Und wenn eine Aktie günstig ist, klingeln bei mir schon Alarmglocken wie etwa bei SeaDrill. Die ist günstig zu haben, das Öl wird in den nächsten jahren noch von Bedeutung sein, aber ob diese talfahrt übersteht, das ist m.E. eher im Bereich des Zockens.

 

Oder Coca Cola läuft sehr gut, dem Konzern gehören viele Marken, aber der Preis ist im Vergleich zum Buchwert hoch.

 

Also "günstig" ist eine Aktie nicht, weil sie deutlich im Kurs gefallen ist. Sie ist günstig, wenn der Aktienkurs unter dem wirklichen Wert einer Aktie als Anteil an diesem Unternehmen liegt. Und das kommt immer und zu jeder Zeit vor. Ob im totalen Crash wie 1987 oder auf dem Gipfel eine Hausse wie 2000. Darüber hinaus muss man sich auch ansehen, wie der Sektor so bewertet wird. Schaut man auf Versicherungen, sind KGVs von 10 nicht gerade ein Alleinstellungsmerkmal, weil viele um diesen Wert notieren. Und im Bereich Konsumgüter wird sich kaum ein einstelliges KGV auftreiben lassen, selten eines unter 15. Wenn aber die Aktien des Sektors seit Jahrzehnten immer um die 15 notieren, dann muss ich nicht auf 10er KGVs warten. Dann kann ich mir die Zeit sparen, hier werde ich wohl nie fündig.

 

Bzgl. Coca Cola bezahlt man aber zu einem Großteil die Marke mit, da ist der Buchwert keine verlässliche Größe. Wenn Du ABC-Brause Inc. kaufen willst, dann hast Du eine völlig andere Wettbewerbssituation als bei Coca Cola. Die können auch höhere Preise am Markt durchsetzen, nicht weil ihr Zeug besser schmeckt oder gesünder ist, sondern weil es Coca Cola ist. Starbucks verkauft Dir den Kaffe auch zum siebenfachen Preis. Und denen wird das zeug aus den Fingern gerissen. Weil die Leute bei Starbucks trinken wollen. Weil Starbucks stylisch ist und ein Lebensgefühl vermittelt. Wieso kaufen die Leute Louis Vouitton Aktentaschen für 2.500 EUR? Kriegste von NoName in Leder auch für 200 EUR. Aber NoName Inc. würde niemand zu einem KGV von 25 kaufen. LVMH aber schon.

 

Konkrete Beispiele für teure Aktien, die aber erhebliches Potenzial aufweisen: Fielmann, Sixt, Hugo Boss, Starbucks. Top Unternehmen mit intakter Wachstumsstory, hoch profitabel. Kann man die Aktien auch günstiger einkaufen als zum Freitagsschlusskurs? Ist nicht auszuschließen. Werden diese Aktien in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten erheblich höher notieren als heute. Da würde ich drauf wetten - in Form von Aktienkäufen. Und wenn Du Dir die Charts der Aktien der letzten 6 Monate ansiehst, gibt es bei allen heftige Kursrücksetzer. Perfekte Kaufgelegenheiten waren das. Und das sage ich nicht, weil die Kurse heute höher notieren, sondern weil die Aktien da nach unten geprügelt wurden, ohne dass sich das Umfeld für das Unternehmen massiv eingetrübt hätte oder eine Katastrophe ausgebrochen wäre. Wenn man glaubt, dass Fielmann mit seinem Geschäftsmodell weiterhin Erfolg haben wird und neben dem immer weiter zunehmenden Marktanteil in Deutschland auch mit Hörgeräten punkten kann und dass das Erfolgsmodell auch im angrenzenden Ausland einschlagen wird, dann ist die Aktie zu jedem Zeitpunkt ein Kauf. Kann der Kurs auch nochmal 10 Prozent zurückgehen? Klar, muss er aber nicht. Er kann auch noch 30 Prozent steigen, bevor es eine deutliche Korrektur gibt. Wer weiß das schon? Also, kauf nicht die Aktie, kauf Dich in das Unternehmen ein. Ignoriere den Kurs. (Nur) so geht es.

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Die Antwort ist ganz einfach: Ob man mir Einzelaktien erfolgreicher ist als mit ETFs

hängt von seinen Fähigkeiten ab. Man muss es ausprobieren, da hilft nix.

Ich betreibe seit fast 20 Jahren Stockpicking, es war eine holprige Zeit in den ersten

Jahren, aber es hat sich sehr ausgezahlt. Man sollte Interesse für Unternehmensanalyse

haben und bereit sein, viel über Stockpicking und die Psychologie des Anlegens zu lesen.

Es ist viel Arbeit, lohnt sich aber nach langen Jahren!

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Nein, und das habe ich auch nicht geschrieben. Liest du eigentlich, was der TO schreibt? Er denkt, dass man mit Einzelaktien durchschnittlich mehr Rendite einfährt als mit ETFs und das ist einfach falsch. Mit Einzelaktien schlägt man ETFs nur, wenn man Aktien besser auswählt als der Rest des Marktes, und damit eben die Leute, die den ganzen Tag nichts anderes machen. Wenn man sich das zutraut - meinetwegen. Ich finde das eher belustigend.

 

Ne, Investieren ist keine mathematische Gleichung, nach der derjenige Rendite einfährt, der am längsten über einem Chart gegrübelt hat.

 

 

Warum glauben 80% der Autofahrer, dass sie überdurchschnittlich gut Auto fahren?

 

 

Aus dem gleichen Grund, warum Anleger die in Einzelaktien anlegen, glauben durch das lesen von Bilanzen unterbewertete Aktien zu finden und dadurch hunderte von Bankanalysten zu schlagen. Es liegt einfach in der menschlichen Natur.

 

Ich lese Geschäftsberichte nicht, weil ich glaube, hier auf Unterbewertungen zu stoßen. Dazu bin ich gar nicht schlau genug, außerdem hasse ich Mathematik und Zahlen. Ich schaue, ob die zahlen in dem Bericht dem entsprechen, was das Management prognostiziert hat, ob ich Anzeichen finde, dass das Geschäft nicht rund läuft. Deshalb finde ich die Einlassung des Vorstands zur Geschäftsentwicklung, wo er die Zahlen erläutert, am aussagekräftigsten. Denn dort steht, wie er mit falschen Prognosen umgeht, ob er sich externe Einflüsse ans eigene Revers heftet, ob er die Dinge klar benennt oder lieber in Sprechblasen die Anleger für dumm verkaufen will. Das sind für mich die wichtigsten Informationen in einem Geschäftsbericht. Und dann natürlich, man kommt ja nicht drum rum, ein paar Zahlen....

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Es gibt doch auch hier im Forum viele erfahrene Anleger, die in Einzelaktien investieren. Sie haben doch nicht nur die Selbsteinschätzung, sondern können auch ihre Profite mit den Indizes vergleichen. Wenn sich der Aufwand mit den Aktien nicht lohnen würde, würden sie doch auf passive Anlage umsteigen.

 

Ich will ja auch auf keinen Fall weg von den ETFs, die günstig und pflegeleicht sind. Meine Idee ist ZUSÄTZLICH einige guten Aktien ins Depot zu holen. Das haltet ihr für nicht sinnvoll, habe ich es richtig verstanden?

 

Mein Link

Hier sieht man z.B. dass VW seit 4 Jahren deutlich über dem DAX ist.

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Also "günstig" ist eine Aktie nicht, weil sie deutlich im Kurs gefallen ist. Sie ist günstig, wenn der Aktienkurs unter dem wirklichen Wert einer Aktie als Anteil an diesem Unternehmen liegt.

 

Also, kauf nicht die Aktie, kauf Dich in das Unternehmen ein. Ignoriere den Kurs. (Nur) so geht es.

 

Das ist jetzt nicht ironisch gemeint sondern eine ernsthafte Frage:

 

Wieso glaubt jemand auch nur den Hauch einer Chance zu haben unterbewertete Aktien finden zu können. Ausgehend von einem effizienten Markt, welchen Informationsvorsprung hat man gegenüber den Bankanalysten, die den ganzen Tag nichts tun als die Bilanzen der Unternehmen zu analysieren, Fondsmanager und Unternehmensinsidern?

 

Könnte es nicht einfach Zufall sein, das sich die gekaufte Aktie besser als der Markt entwickelt. Und das durch diesen zufälligen positiven Belohnungseffekt in uns die Überzeugung reift den Markt schlagen zu können.

 

In der Verhaltenspsychologie spricht man dazu von operanter Konditionierung. Sehr interessant dazu: Taubenversuche von Skinner, Pawlowscher Hund

 

http://de.wikipedia....Konditionierung

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Meine Idee ist ZUSÄTZLICH einige guten Aktien ins Depot zu holen. Das haltet ihr für nicht sinnvoll, habe ich es richtig verstanden?

 

Mein Link

Hier sieht man z.B. dass VW seit 4 Jahren deutlich über dem DAX ist.

 

Korrekt. Es macht keinen Sinn, im Nachhinein zu sagen "ja die Aktie ist besser gelaufen als der Index". Du hättest genauso gut Telekomhalten können. Aber wie du selbst merkst, sind die Meinungen dazu geteilt. Manche Leute glauben eben, sie können die Profis schlagen. Wenn du das auch glaubst, nur zu. Auf jeden Fall schonst du mit ETFs deine Nerven und musst dich nicht Stunden über Stunden mit Bilanzen beschäftigen.

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Sir Mike, danke für die ausführliche Beschreibung. Es ist sehr motivierend für mich, wie du es beschreibst. Es geht also im Grund darum, dass ich das Geschäftsmodel plausibel finde und ihm Wachstumschancen einräume?

 

Nun, bei Coca Cola gehe ich vom Wachstum aus, einfach weil das Konzern so viele Marken besitzt, dass der Konsument an den Produkten nicht vorbei kann. Schlecht für die Gesundheit, gut für die Aktie. Einweg oder Mehrwegdebatte wird sich negativ auswirken, das wäre vielleicht eine Einstiegsgelegenheit.

Aber, hm, ist es nicht zu einfach, um wahr zu sein? Reicht es zum Investieren?

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Ich investiere Sparpalnmäßig in ETFs (Europa 30%, Nordamerika 30%, EM 30%, Pazifik 10%). Nun ist meine Idee zusätzlich in Aktien zu investieren. Meine Vorstellung ist 70% ETFs, 30% Einzelaktien. Rücklagen auf dem Tagesgeldkonto sind natürlich auch vorhanden.

Bei den Aktien will ich grundsätzlich in Aktien investieren, die stabil gut laufen und langfristig im Depot bleiben sollen. Ein paar wenige dürfen jedoch kurz- und mittelfristig sein. Warum überhaupt Aktien? Weil ich im Aktienbereich eine höhere Rendite erhoffe als im ETF-Bereich. Ist es eine richtige Sicht?

 

@ Fonds: Ich glaube NEIN.

Ich denke, das es außer mir noch eine ganze Reihe Foristi gibt, die es ganz genauso machen und zum ETF-Weltdepot noch Einzelaktien nehmen.

Aber: Wenn Du es tust um eine höhere Rendite zu erzielen, wirst Du langfristig wahrscheinlich einsehen müssen, das dem nicht so ist.

Wenn Du aber fair bewertete Aktien mit Deinen Kriterien aussuchst, eine ausreichend hohe Anzahl (mMn >20) nimmst und Branchen- und Länderdiversifikation betreibst - dann kannst Du als Buy-and Holder hoffen, zumindest die annähernd gleiche Rendite zu erzielen. Man legt so nicht alle Eier in den ETF-Korb, senkt ganz nebenbei dieTER des Depots, und vielleicht gibt es noch andere Vorteile. Langfristig ist es auch einfacher in einer Entnahmephase Einzelaktien bei Bedarf zu reduzieren ohne das mühsam re- und ausbalancierte ETF-Depot zu verändern.

 

Ich fühle mich jedenfalls ganz wohl damit.

Gruß Cef

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Einweg oder Mehrwegdebatte wird sich negativ auswirken, das wäre vielleicht eine Einstiegsgelegenheit.

Setze die deutsche Einweg-/Mehrwegdebatte in Relation zu weltweiten Umsatz- und Gewinnanteilen von Coke. Gibt eine durch Zahlen (nicht diffuse Meinungen) fundierte Analyse und Begründung für deine Ansicht. Dann(!) kannst du sagen, du investierst. Sonst ist es Spekulation oder Entenjagd bei Neumond.

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Freesteiler, ja die Meinungen sind krass geteilt...

Du meinst also, dass man ein weltweit aufgestelltes ETF-Depot nicht um Einzelaktien ergänzen braucht? Nervenschonender sind die ETFs auf jeden Fall, da werde ich auch weiterhin investieren.

 

Klar, im nachhinein nützt mir das Wissen über VW und Dax nicht viel. Aber man sieht, dass Investition in Einzelaktien sich lohnen kann, besonders bei buy and hold Methode. Ich würde ja die guten Aktien Jahrzehnte lang halten.

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