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Commercator

Der Hype um Dividend-Growth-Investing

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Commercator
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Nun ja ich möchte an dieser Stelle das Thema erneut aufgreifen. In den vergangenen Monaten hat KMI (Kinder Morgan Inc.) massiv an Wert verloren, was mit der fundamentalen Situation des Unternehmens zusammenhing. Letztendlich wurde die Dividende um 75% gekürzt und viele Dividendenjünger haben das sinkende Schiff verlassen. Die Kursverluste sind immens.

 

Meiner Meinung nach ist es nur noch eine Frage der Zeit bis BHP Billiton die Dividende kürzen wird. Auch hier haben wir in den vergangenen Monaten einen massiven Kursverlust (fast 50%) erlitten. Auch hier ist das durch die fundamentale Situation: Rohstoffpreise, China-Krise, Minenunglück begründet. Nur wie stark wird hier die Dividendenkürzung ausfallen und wie weit wird der Kurs weiter fallen, nachdem die Dividensammler BHP abwerfen?

 

Ich muss zugeben, dass ich BHP anfang diesen Jahres unter anderem auch wegen der Dividenden gekauft habe. Damals "schien" das Unternehmen billig zu haben. Mit den unvorhersehbaren Ereignissen konnte man - zumindest ich - nicht in diesem Umfang rechnen. Trotzdem werde ich die Aktien weiter halten. Die Rohstoffpreise werden sich sicherlich irgendwann erholen.

 

Wird es neben KMI, BHP noch andere Unternehmen treffen? Werden viele Anfänger, die nach DGI investieren verschreckt?

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Stoxx
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Ich betreibe bei Einzeltiteln nur noch Picking in allen Bereichen, unabhängig von der Assetklasse. Keine Strategie funktioniert, auch langfristig, ohne irgendwann eine Talsohle zu erleben. Wichtige Kriterien sind dabei für mich eine funktionierendes und möglichst konkurrenzfreies Geschäftsmodell, eine geringe Ausschüttungsquote, ein starker Heimatmarkt sowie eine etablierte Volkswirtschaft, eine etablierte Heimatwährung, mittlere bis hohe Marktkapitalisierung und ein großer Ankerinvestor. Möglichst eine Investorenfamilie.

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ebdem
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Ich betreibe bei Einzeltiteln nur noch Picking in allen Bereichen, unabhängig von der Assetklasse. Keine Strategie funktioniert, auch langfristig, ohne irgendwann eine Talsohle zu erleben. Wichtige Kriterien sind dabei für mich eine funktionierendes und möglichst konkurrenzfreies Geschäftsmodell, eine geringe Ausschüttungsquote, ein starker Heimatmarkt sowie eine etablierte Volkswirtschaft, eine etablierte Heimatwährung, mittlere bis hohe Marktkapitalisierung und ein großer Ankerinvestor. Möglichst eine Investorenfamilie.

 

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

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Malvolio
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Es gibt recht ordentliche Werte, die seit Jahrzenten keinen Cent Dividenden ausgeschüttet haben ..... spontan fällt mir da Birkshire Hathaway ein. Eigentlich kein typisches "Wachstumsunternehmen". Aber. wenn man früher mal in eine Google, Apple oder Microsoft Aktie investiert hätte, wäre das sicher auch ohne Dividenden nicht so schlecht gewesen. Natürlich sind aber auch viele solcher Unternehmen pleite gegangen.

 

Aber um es abzukürzen: Dividendenzahlungen sind schlicht irrelevant. Es kommt letztendlich auf die Gewinne an, die ein Unternehmen langfristig erwirtschaftet. Mal von der steuerlichen Seite abgesehen möchten einige Leute ggf. einen gewissen Zahlungsstrom erhalten, weil sie z.B. davon leben. Aber im Prinzip kann man einen solchen Zahlungsstrom auch erzeugen, wenn man regelmäßig ein paar Aktien verkauft. Das Geld was ein Unternehmen als Dividende ausschüttet, fällt ja nicht vom Himmel, sondern reduziert 1 zu 1 das Unternehmensvermögen. Letztendlich bekommt der Aktionär sein eigenes Geld ausgezahlt. Dividende ist kein "Gewinn", sondern nur rechte Tasche, linke Tasche.

 

Es kommt auf die Situation des Unternehmens an. Warum sollte ein Unternehmen, das hohe Gewinne macht und das vorhandene Geld gut gebrauchen kann das Geld ausschütten? Das wäre weder für das Unternehmen, noch für den Aktionär gut. Ein "reifes" Unternehmen, das nicht mehr groß expandieren/investieren kann oder will, das kann natürlich Geld ausschütten. Aber das hohe Ausschüttungen automatisch besser sind als Thesaurierungen, das ist schlicht Blödsinn. Und man darf natürlich nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

 

Dividendenstrategie funtioniert genau so gut oder schecht wie jede andere Strategie auch. Wenn es wirklich nachweisbar und zuverlässig bessere Ergebnisse liefern würde, dann würde es ja jeder machen .... und genau in diesem Moment würde es auch schon nicht mehr funktionieren. ;)

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Stoxx
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Es gibt recht ordentliche Werte, die seit Jahrzenten keinen Cent Dividenden ausgeschüttet haben ..... spontan fällt mir da Birkshire Hathaway ein. Eigentlich kein typisches "Wachstumsunternehmen". Aber. wenn man früher mal in eine Google, Apple oder Microsoft Aktie investiert hätte, wäre das sicher auch ohne Dividenden nicht so schlecht gewesen. Natürlich sind aber auch viele solcher Unternehmen pleite gegangen.

 

Aber um es abzukürzen: Dividendenzahlungen sind schlicht irrelevant. Es kommt letztendlich auf die Gewinne an, die ein Unternehmen langfristig erwirtschaftet. Mal von der steuerlichen Seite abgesehen möchten einige Leute ggf. einen gewissen Zahlungsstrom erhalten, weil sie z.B. davon leben. Aber im Prinzip kann man einen solchen Zahlungsstrom auch erzeugen, wenn man regelmäßig ein paar Aktien verkauft. Das Geld was ein Unternehmen als Dividende ausschüttet, fällt ja nicht vom Himmel, sondern reduziert 1 zu 1 das Unternehmensvermögen. Letztendlich bekommt der Aktionär sein eigenes Geld ausgezahlt. Dividende ist kein "Gewinn", sondern nur rechte Tasche, linke Tasche.

 

Es kommt auf die Situation des Unternehmens an. Warum sollte ein Unternehmen, das hohe Gewinne macht und das vorhandene Geld gut gebrauchen kann das Geld ausschütten? Das wäre weder für das Unternehmen, noch für den Aktionär gut. Ein "reifes" Unternehmen, das nicht mehr groß expandieren/investieren kann oder will, das kann natürlich Geld ausschütten. Aber das hohe Ausschüttungen automatisch besser sind als Thesaurierungen, das ist schlicht Blödsinn. Und man darf natürlich nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

 

Dividendenstrategie funtioniert genau so gut oder schecht wie jede andere Strategie auch. Wenn es wirklich nachweisbar und zuverlässig bessere Ergebnisse liefern würde, dann würde es ja jeder machen .... und genau in diesem Moment würde es auch schon nicht mehr funktionieren. ;)

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Borusse
Posted · Edited by Borusse
Aber im Prinzip kann man einen solchen Zahlungsstrom auch erzeugen, wenn man regelmäßig ein paar Aktien verkauft.
im Prinzip, im Prinzip... aber wer macht das schon?cool.gif

 

<div>Dividenden sind ja wohl viel bequemer...:)</div>

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egbert02
Posted · Edited by egbert02

Aber im Prinzip kann man einen solchen Zahlungsstrom auch erzeugen, wenn man regelmäßig ein paar Aktien verkauft.

 

Das Argument wird gerne - u.a. auch von Warren Buffet - vorgebracht, das ändert aber nichts daran, dass es in meinen Augen ziemlich dumm und einfach falsch ist. Das würde nur dann funktionieren, wenn es keine Kursschwankungen gäbe und der Kurs einer Aktie kontinuierlich (linear) steigen würde (ich habe aber noch keine Aktie gefunden, bei der das der Fall ist) - ansonsten könnte es passieren, dass ich - bei gesunkenem Kurs - an die Substanz meines Depots gehen muss (wenn ich auf die Einnahmen angewiesen bin) und eben nicht den (in diesem Fall nicht vorhandenen) Kursgewinn abschöpfen kann.

 

Dieses Problem habe ich bei der Ausschüttung von Dividenden, sofern sie auf mindestens demselben Niveau gehalten werden, nicht - da kann es mir egal sein, wie hoch oder niedrig der Kurs der Aktie ist. Ein in meinen Augen unschlagbarer Vorteil.

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Ramstein
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Ich habe Aktien im Wert von 10.000€. Nach einer 5% Dividende habe ich (der Kurs sinkt ja entsprechend) noch Aktien im Wert von 9.500€. Wenn die Aktie keine Dividende zahlt und ich für 500€ Aktien verkaufe, habe ich auch für 9.500€ Aktien..

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egbert02
Posted

Ich habe Aktien im Wert von 10.000€. Nach einer 5% Dividende habe ich (der Kurs sinkt ja entsprechend) noch Aktien im Wert von 9.500€. Wenn die Aktie keine Dividende zahlt und ich für 500€ Aktien verkaufe, habe ich auch für 9.500€ Aktien..

 

Der Wert der Aktien ist vielleicht gleich, nicht aber Dein Anteil am Unternehmen... der sinkt bei einem Verkauf (und damit Deine Partizipationsmöglichkeit an zukünftigen Gewinnen), bei einer Dividende nicht :-

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Ramstein
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Und durch die Dividendenzahlung sinkt das Eigenkapital. Du hast also entweder einen höheren Anteil an niedrigerem Eigenkapital, oder einen niedrigeren Anteil an höherem Eigenkapital. Einen Tod musst du sterben.

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Borusse
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bei der ganzen Erbsenzählerei überrascht es mich wiederum, dass noch nicht die Tradingkosten für jeden hypothetischen Teilverkauf angeführt wurden... also wenn ich mir vorstelle, dass ich für jede Dividendenzahlung Gebühren bezahlen müsste... da kann ich ja gleich zu Flatex oder mir aktiv gemanagte Fonds besorgen wink.gif

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Stockinvestor
Posted · Edited by Stockinvestor

Aber im Prinzip kann man einen solchen Zahlungsstrom auch erzeugen, wenn man regelmäßig ein paar Aktien verkauft.

 

Das Argument wird gerne - u.a. auch von Warren Buffet - vorgebracht, das ändert aber nichts daran, dass es in meinen Augen ziemlich dumm und einfach falsch ist. Das würde nur dann funktionieren, wenn es keine Kursschwankungen gäbe und der Kurs einer Aktie kontinuierlich (linear) steigen würde (ich habe aber noch keine Aktie gefunden, bei der das der Fall ist) - ansonsten könnte es passieren, dass ich - bei gesunkenem Kurs - an die Substanz meines Depots gehen muss (wenn ich auf die Einnahmen angewiesen bin) und eben nicht den (in diesem Fall nicht vorhandenen) Kursgewinn abschöpfen kann.

 

Dieses Problem habe ich bei der Ausschüttung von Dividenden, sofern sie auf mindestens demselben Niveau gehalten werden, nicht - da kann es mir egal sein, wie hoch oder niedrig der Kurs der Aktie ist. Ein in meinen Augen unschlagbarer Vorteil.

 

Ich denke, dass das schon funktionieren würde, wenn man in nur eine AG wie Berkshire Hathaway investieren würde, die eher fondsmaßig aufgestellt ist. Ebenso, wenn man in einem theasurierenden Fonds oder ETF anlegen würde.

 

Die meisten Dividendeninvestoren stellen sich aus Sicherheitsgründen aber einen eigenen Fonds aus vielen verschiedenen AGs zusammen. Und genau da liegt dann der Haken. Welche der vielen Firmen verkaufe ich jetzt oder zumindest einen Teil davon, wenn ich Geld benötige?

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Malvolio
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Eine hohe Dividenenausschüttung kann durchaus auch die Substanz eines Unternehmens angreifen. Es kann sogar als Täuschungsinstrument eingesetzt werden, um den Anlegern ein "gesundes" Unternehmen vorzutäuschen. Eine hohe Ausschüttungsquote kann durchaus auch die Entwicklung bzw. Finanzierung eines Unternehmens beeinträchtigen. Wenn ich in en lukratives Unternehmen investiere, dann kann das Geld wahrscheinlich im Unternehmen besser für mich als Aktionär arbeiten als ausgeschüttet auf meinem Tagesgeldkonto.

 

Natürlich kann es je nach Situation für jemanden Sinn machen, Dividenden zu kassieren und evt. Gründe, die gegen einen Verkauf sprechen und es gibt auch Transaktionskosten. Aber es geht mir hier um's Prinzip. Und danach ist eine hohe Dividende allein kein Indikator für eine gute Investition. Wenn ich die Wahl hätte zwischen ansonsten gleichen Unternehmen A (Gewinn pro Aktie 10, Dividende 10) oder B (Gewinn 20, Dividende 0) .... da würde ich mir schon gut überlegen, ob ich wirklich so scharf auf die Dividende wäre. Ist natürlich ein recht plattes Beispiel, aber es soll ja nur zur Verdeutlichung dienen.

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hattifnatt
Posted · Edited by hattifnatt

Ich möchte diesen Thread mal wiederbeleben und unser DGI-Depot vorstellen, das Mitte 2017 gestartet wurde mit dem Ziel, unsere zukünftige Rente aufzubessern und schon zuvor die Arbeitszeit reduzieren zu können (Ehepaar, beide ü50). Meine Frau ist kein großer Fan von DGI - sie sieht es rein rational im Sinn von rechte Tasche/linke Tasche. Wir haben uns aber beide in der Vergangenheit bei einem rein auf Kursgewinnen basierten Investitionsstil von politischen oder makroökonomischen Ereignissen (z.B. Brexit) verunsichern lassen und sind dann in Markttiming verfallen. Deswegen lässt sie mich mit diesem Teil des Depots jetzt einfach "machen", solange die Gesamtrendite stimmt. Über meine Motivation für DGI habe ich hier schon einmal geschrieben:

Am 1.11.2021 um 09:56 von hattifnatt:

Für mich ergibt sich daraus ein etwas geringeres Sequence-of-Returns-Risiko (damit eine höhere SWR - maximal in der Höhe der Dividenden) und eine höhere Risikobereitschaft (subjektiv-emotionaler Faktor ;)).

Das Depot ist eine Art "selbstgebauter Value-ETF" aus ca. 90 Positionen, die nach DGI-Kriterien ausgewählt sind. (DGI-orientierte ETFs wie IE00BYYHSQ67 oder IE00BYXVGZ48 waren damals noch zu neu, möglicherweise werden wir in Zukunft auch einen davon besparen). Ich suche also nach Unternehmen mit hoher Dividendenrendite (günstigen Kursen), die steigende Gewinne und Cashflows aufweisen und die damit langfristige Dividenden- und Kurssteigerungen erwarten lassen - sehr breit gestreut, um das Risiko von Fehleinschätzungen und einzelnen "Rohrkrepierern" zu begrenzen. Dazu pflege ich eine Excel-Tabelle mit verschiedenen Kennzahlen. Hier ein Ausschnitt mit den aktuell am höchsten gewichteten Positionen (Spalte G) bezogen auf den Einstandskurs:

 

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Aus den historischen Dividenden der vergangenen 7 Jahre (die entsprechenden Spalten mit den Daten sind hier nicht dargestellt) wird die durchschnittliche jährliche Steigerung der Dividende in Spalte H berechnet. Die Spalten L und M enthalten die durchschnittlichen jährlichen Steigerungen des EPS (Earnings per Share) und des operativen Ergebnisses für den selben Zeitraum (die Spalten mit den jeweiligen Jahreswerten sind ebenfalls nicht gezeigt). Die Zahlen dafür übernehme ich meistens aus der Bilanz/GuV-Seite des Unternehmens auf finanzen.net. (Das ist auch der Grund, warum es keine Zahlen zum Cashflow gibt, dazu komme ich noch im folgenden Abschnitt). Wenn einer dieser Werte kleiner ist als die Dividendensteigerung, wird die entsprechende Zelle rot markiert. Standardmäßig wird in I ("Steigerung Ø korrigiert") das Minimum aus HL und M verwendet, das dann in die Berechnung der prognostizierten YoC-Ausschüttungen für die nächsten 5-15 Jahre (S bis U) einfließt.

 

Manchmal korrigiere ich die berechneten Werte in I nach oben oder unten (die Zellen sind dann gelb markiert). Dabei nutze ich z.B. Zahlen und Prognosen zum Cashflow von SeekingAlpha, Aktienfinder oder FastGraphs. Damit lassen sich z.B. zyklische Aktien, Sondereffekte wie Covid oder Turnaround-Kandidaten besser bewerten. Dass diese Methode nicht vollständig automatisiert ist, empfinde ich nicht als Nachteil - die jährliche Aktualisierung der Werte in der Tabelle zwingt mich gewissermaßen dazu, meine Einschätzungen zu den Positionen regelmäßig zu überprüfen. Diese Einschätzungen sowie die Gewichtungen der Positionen sind damit die subjektiven Anteile der Strategie.

 

Die Spalte K ("Qualität") enthält die lineare Konstanz der EPS-Steigerungen (PEARSON-Funktion in Excel) für die letzten 7 Jahre. Hier versuche ich "rote" Positionen nicht zu hoch zu gewichten. So soll eine Mischung aus riskanteren und weniger riskanten Positionen entstehen, die gleichzeitig eine Mischung in der Höhe der aktuellen Dividendenrenditen und dem erwarteten Dividendenwachstum ergibt, die durch die Farben in der Tabelle optisch leicht erkennbar sind.

 

In der Spalte N stehen die Einstandskurse oder, für die in diesem Screenshot ausgeblendeten Positionen der Watchlist, die Kauflimits, zu denen mir die Dividendenrenditen nach den 10- oder 15-Jahres-Prognosen in T oder U als attraktiv erscheinen. Entsprechend sollen Positionen nur dann ausgetauscht werden, wenn es (nach versteuerten Gewinnen) deutlich attraktivere Werte bezüglich Stabilität oder Dividendenrendite gibt; ein weiterer Verkaufsgrund wäre eine dauerhafte Stagnation, Reduktion oder Aussetzung der Dividende.

 

Für das gesamte Depot liegt die aktuelle Dividendenrendite (YoC) vor Steuern bei 5,67% und die nach Positionen gewichteten Dividendensteigerungen der Spalte I bei 9,17%. (Das sind nur Momentaufnahmen, weil die Einstiegspreise durch Zu- und Verkäufe leicht schwanken.) Im Post #2 hat @Sapine die Verwendung des YoC als alleinige Metrik zu Recht kritisiert - für mich hat das YoC vor allem den praktischen Grund, dass ich für die Berechnungen die einmal eingepflegten Einstandskurse benutzen kann, anstatt die Kurse beständig aktualisieren zu müssen.

 

Die bisherige Entwicklung der Ausschüttungen ist nicht sehr aussagekräftig, weil das Depot im Betrachtungszeitraum noch gewachsen ist (alles netto, nach Steuern - ein paar Ausschüttungen kommen vor dem Jahreswechsel noch dazu):

 

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Eine Darstellung der kumulierten Monatswerte pro Jahr (vom SeekingAlpha-Autor Stefan Redlich auch "Dividend Race" genannt):

 

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Hier noch eine Prognose, wie sich bei unverändertem Depotstand mit dem aktuellen YoC und der Steigerungsrate von 9,17% die Nettodividenden in den nächsten 10 Jahren entwickeln würden:

 

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Um die Gesamtrendite des Depots inklusive Kursgewinnen zu bewerten, verwende ich die Morningstar-Benchmark "Aktien weltweit Standardwerte Value". Dabei liegt die Rendite in den letzten Jahren immer ziemlich eng an der Benchmark, und die "persönliche Rendite" durch günstige Nachkäufe im Gesamtzeitraum deutlich darüber - ein Effekt, der sich natürlich abschwächen wird, nachdem das Depot jetzt ungefähr die Zielgröße erreicht hat (alles ohne Dividenden):

 

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Auch gegenüber einer marktbreiten Benchmark ("Standardwerte Blend") bleibt es im Gesamtzeitraum nicht zurück:

 

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Wenn nach etwas über 4 Jahren schon ein Zwischenfazit erlaubt ist: DGI kann auch unter dem Aspekt der Gesamtrendite "funktionieren". Es ist geeignet für Leute, die gern mit Excel rumspielen und bei passiven Investments in ETFs zu einem schädlichen Aktionismus tendieren ;). Der beständige (und hoffentlich steigende) Cashflow hat es mir vor allem in Krisenzeiten wie dem Covid-Crash 2020 erleichtert, "bei der Stange" zu bleiben und die Strategie durchzuhalten, was bekanntermaßen wichtig für den Anlage-Erfolg ist.

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Sapine
Posted

Was ist der Unterschied zwischen Rendite und "persönliche Rendite"

 

Ansonsten ein ganz schöner Aufwand mit 90 Positionen, Respekt wäre mir zu viel Arbeit und Du solltest auch mal drüber nachdenken, wie Du das mit 70+ oder 80+ bearbeiten möchtest. 

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hattifnatt
Posted
Gerade eben von Sapine:

Was ist der Unterschied zwischen Rendite und "persönliche Rendite"

Bei der Gesamtrendite werden Mittelzu- und Abflüsse nicht eingerechnet (die gängige Vergleichsmethode für Fonds), bei der "persönlichen Rendite" schon.

Gerade eben von Sapine:

Ansonsten ein ganz schöner Aufwand mit 90 Positionen, Respekt wäre mir zu viel Arbeit und Du solltest auch mal drüber nachdenken, wie Du das mit 70+ oder 80+ bearbeiten möchtest. 

Ja, deswegen auch die Überlegung, irgendwann auf den IE00BYYHSQ67 oder IE00BYXVGZ48 zu schwenken (da wären aber die Ausschüttungsrenditen etwas niedriger, trotz der 30% TFS). Alternativ könnte es auch funktionieren, das ganze als rein passives Buy&Hold weiterlaufen zu lassen (werde ich mal testen in den nächsten Jahren), wie bei den "verstorbenen Investoren" bei Fidelity (auch wenn das vielleicht nur eine Urban Legend ist). Dann müsste man nur alle 3 Jahre die Vorabbefreiung für die kanadische Quellensteuer machen ...

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finisher
Posted · Edited by finisher
vor 1 Stunde von hattifnatt:

Bei der Gesamtrendite werden Mittelzu- und Abflüsse nicht eingerechnet (die gängige Vergleichsmethode für Fonds), bei der "persönlichen Rendite" schon.

Verstehe ich nicht. Welche Mittelzu- und Abflüsse meinst Du? Eure Gehälter und Haushaltsausgaben? 

Welche Rendite ist ein fairer Vergleich mit dem Benchmark?

Ein meiner Meinung ziemlich guter Artikel zum Dividendenthema:

The Yield Illusion: How Can a High-Dividend Portfolio Exacerbate Sequence Risk?

 

Wenn allerdings der Aufwand den Du betreibst, zu dem Resultat führt, dass Du eine höhere Aktienquote durch dick und dünn durchhalten kannst, dann ist daran nichts verwerfliches. Dies ist aber eigentlich eine psychologische Schwäche unseres Gehirns und kann auch nach hinten los gehen:

Zitat

Außerdem gilt: Je mehr Zeit und Geld jemand bereits in eine Entscheidung investiert hat, desto stärker hält er daran fest.

...

Kopfmenschen, so die Theorie, sammeln viele vermeintlich gute Gründe für oder gegen eine Entscheidung. Legen sie sich dann fest, halten sie ihre Entscheidung für besonders durchdacht und stellen sie kaum noch in Frage.

Quelle

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hattifnatt
Posted · Edited by hattifnatt
vor einer Stunde von finisher:

Verstehe ich nicht. Welche Mittelzu- und Abflüsse meinst Du? Eure Gehälter und Haushaltsausgaben? 

Bisher ist nur Geld aus unserer Sparrate zugeflossen - aber wenn ich Positionen austausche und z.B. teure Positionen kaufen würde, die dann fallen, oder am Tiefpunkt verkaufen, ohne eine folgende Erholung mitzunehmen, würde die persönliche Rendite unter der Gesamtrendite liegen. Ohne Zu- und Verkäufe sind persönliche und Gesamtrendite identisch, also ist die Gesamtrendite für ein zukünftiges Buy&Hold-Szenario der realistischere Vergleich. (Ich könnte natürlich auch den IZF berechnen, aber ich habe mich irgendwann gegen Portfolio Performance und für Online-Tools entschieden, und da war  Morningstar eines der besseren).

vor einer Stunde von finisher:

Ein meiner Meinung ziemlich guter Artikel zum Dividendenthema:

The Yield Illusion: How Can a High-Dividend Portfolio Exacerbate Sequence Risk?

Ja, den kenne ich, das Argument ist ja, das man durch "yield chasing" den Markt unterperformt. Das waren auch meine Bedenken bei den von mir genannten ETFs (und noch schlimmer ist es bei den im Artikel genannten VYM, die sich m.W. nur an Dividendenhöhe und nicht an anderen Fundamentalzahlen orientiert). Das ist aber genau der Unterschied zwischen "High Yield Investing" (nur auf aktuell hohe Ausschüttungen fokussieren - ähnlich kritisch bei den "Dividend Aristocrats", wo sogar nur auf die Dauer/Höhe der vergangenen Ausschüttungen fokussiert wird) und DGI, wo man nicht nur auf die aktuellen Dividendenrenditen schaut, sondern auch auf die (zumindest vergangene, möglichst langfristige) positive Geschäftsentwicklung, also das Wachstum von Gewinnen und Cashflows.

 

Eine solche Unterperformance sollte sich jedenfalls am Benchmark-Vergleich zeigen - dann muss ich die Konsequenzen daraus ziehen und die Strategie wechseln. Die realistische Benchmark ist Value, von dem ich nicht annehme, dass es konstant unterperformen wird (und ich würde mich aktuell auch mit den Growth-Bewertungen nicht ganz wohlfühlen).

 

Das Kopfzerbrechen, das man mit der Einschätzung der SWR haben kann (und nichts anderes ist eine Entnahme während der Rente), zeigt sich aktuell z.B. in diesem Thread: https://www.wertpapier-forum.de/topic/53707-finanzielle-unabhängigkeit/page/64/?tab=comments#comment-1480734

vor einer Stunde von finisher:

Kopfmenschen, so die Theorie, sammeln viele vermeintlich gute Gründe für oder gegen eine Entscheidung. Legen sie sich dann fest, halten sie ihre Entscheidung für besonders durchdacht und stellen sie kaum noch in Frage.

Ich hoffe eigentlich nicht, dass das auf mich zutrifft, in meinem Beruf (IT) muss ich mich z.B auch beständig an sich verändernde Bedingungen anpassen - und wenn doch, würde meine Frau einschreiten ;) 

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finisher
Posted
vor 29 Minuten von hattifnatt:

und DGI, wo man nicht nur auf die aktuellen Dividendenrenditen schaut, sondern auch auf die (zumindest vergangene, möglichst langfristige) positive Geschäftsentwicklung, also das Wachstum von Gewinnen und Cashflows.

 

Eine solche Unterperformance sollte sich jedenfalls am Benchmark-Vergleich zeigen - dann muss ich die Konsequenzen daraus ziehen und die Strategie wechseln. Die realistische Benchmark ist Value

Du schreibst, dass Du auf die Dividendenrendite und auf Gewinn- Cashflow-Wachstum schaust. Value ist meiner Meinung kein geeigneter Benchmark dafür. Value filtert nach keinem Deiner Kriterien, sondern filtert nur nach niedrigen KGV- und KBV-Werten.

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hattifnatt
Posted
vor 29 Minuten von finisher:

Du schreibst, dass Du auf die Dividendenrendite und auf Gewinn- Cashflow-Wachstum schaust. Value ist meiner Meinung kein geeigneter Benchmark dafür. Value filtert nach keinem Deiner Kriterien, sondern filtert nur nach niedrigen KGV- und KBV-Werten.

Ja, aber ich finde keine geeignetere ;) Oben hatte ich auch noch den Vergleich mit der marktbreiten Benchmark "Blend".

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finisher
Posted
vor 11 Stunden von hattifnatt:

Ja, aber ich finde keine geeignetere ;) Oben hatte ich auch noch den Vergleich mit der marktbreiten Benchmark "Blend".

Wenn Du keinen geeigneten Benchmark findest, dann würde ich den MSCI World nehmen. Den schwachen Value-Benchmark zu benutzen ist unfair. Oder ist das um die Frau zu beruhigen? ;)

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hattifnatt
Posted · Edited by hattifnatt
vor 13 Minuten von finisher:

Wenn Du keinen geeigneten Benchmark findest, dann würde ich den MSCI World nehmen. Den schwachen Value-Benchmark zu benutzen ist unfair. Oder ist das um die Frau zu beruhigen? ;)

Für den MSCI World habe ich nur TWROR von Rentablo für die letzten 3 Jahre. Wenn Du aber nochmal oben die Morningstar-Zahlen für Value vs. Blend "seit Kauf" vergleichst, wirst Du sehen, dass Value in den letzten Jahren nicht soo schlecht war ;)  

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dev
Posted · Edited by dev

Für den World nutze ich diese Seite, hier gibt es Kurse ab 31.12.1998

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hattifnatt
Posted
vor 11 Minuten von dev:

Für den World nutze ich diese Seite, hier gibt es Kurse ab 31.12.1998

Das nützt mir nur nichts, weil ich ja noch die Zu- und Abflüsse modellieren müsste. Da verlasse ich mich lieber auf die Online-Tools, die noch zusätzliche Möglichkeiten bieten und mir zur Renditekontrolle genügen.

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