Anfänger Fragen zu ETF´s

Geschrieben

Hallo,

 

ich steige gerade erst in das Thema ETF´s ein und es haben sich viele Fragen ergeben:

 

  1. Besteht die Möglichkeit mehr als sein investiertes Geld bei ETF´s zu verlieren?
    Bei P2P Krediten ist es z.B. theoretisch möglich, da man bei den Steuern Zahlungsausfälle nicht gegenrechnen kann.
     
  2. Wie riskant sind ETF´s, wenn man sie gut streut und lange (>10 Jahre) hält?
    Ist die Chance sehr hoch mein Geld zu verlieren oder zumindest ein Teil oder kann man sagen "Theoretisch kann man schon alles verlieren,
    aber die Chancen mein Geld zu vermehren sind deutlich höher und das Geld auf dem Tagesgeldkonto zu lassen wäre schlimmer/riskanter"?!
     
  3. Gibt es ETF Schablonen / Vorlagen in die man sofort investieren kann ohne vorher zu studieren?
    Ich mühe mich gerade durch das Buch von Gerd Kommer. Ich möchte mich auch weiter rein arbeiten, aber ich merke jetzt schon, dass ich noch
    einiges an Zeit investieren muss, bis ich das wirklich verstanden habe. Ich würde aber gerne zeitnah, mein Geld anlegen. Gibt es evtl. weitere
    "Schablonen" wie hier...

     
    ...die man kopieren kann? Sehr Hilfreich wäre eine Übersicht, wie hoch das Risiko und wie hoch die Chance jeweils ist. Mit welcher Rendite man ca. rechnen kann.
     
  4. Mit welcher Rendite könnte man bei diesem Portfolio (aus dem Video) normalerweise rechnen?
    Natürlich kann man nicht hellsehen und nichts garantieren, aber mit welchem Rendite "Bereich" könnte man bei diesem ETF Portfolio ca. rechnen? 4 bis 8% oder 7 bis 10% oder...?
     
  5. Was ist der Unterschied zwischen Renditen und Dividenden?
     
  6. Welche Summe müsste man investieren, um durch Dividenden ein monatliches passives Einkommen von 2000€ zu erhalten?
     
  7. Kann man sich das Geld auch notfalls nach einem Jahr auszahlen lassen oder ist es auf Jahre "eingefroren"?
     
  8. Wenn ich mögliche Szenarien und Gewinne kalkulieren möchte, wäre diese Tabelle vom Prinzip her richtig?
     

2017-06-15_00h07_33.jpg

 

 

Gruß

ebody

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben · bearbeitet von Back-Broker

Zu 1) Nee, es sei denn, Du hast auf Kredit gekauft ^^

Zu 2) Kommt auf den/die ETF(s) an. Allgemein gilt: Je länger Du investiert bist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eine positive Rendite zu erzielen. Das ist zwar streng genommen auch nur ein aus der Vergangenheit entnommener Erfahrungswert, aber der Glaube, dass am Ende "etwas Positives" an der Börse rauskommt, lässt eigentliche ALLE an der Börse, auch die Foristen hier, dort erst überhaupt aktiv werden.

Zu 3) Klar. Forumstickies (="Tutorials" für Rookies) --} 2 ETFs 70 % MSCI World 30 % EM, 1x im Jahr Rebalancen (das bedeutet so "nachkaufen", dass Du wieder die Ausgangslage von 70/30 hergestellt hast), feddisch. Dafür braucht es nicht den Kommer. Es sei denn, Du willst DEINE Geldanlage, besser verstehen.

Zu 4) Das kann Dir nur der Blick in die Glaskugel sagen. Aus der Vergangenheit: Anlagen in Aktien haben die besten Renditen abgeworfen, das waren so 6-8%. Warren Buffet rechnet in den nächsten 50 Jahren aber mit nicht mehr so fetten Renditen am Aktienmarkt. Na toll. Ach ja: Und siehe 2)!

Zu 5) Rendite ist die "Veränderung" Deiner Investition insgesamt, also Kursveränderung + ausgeschüttete Dividende.

 

Aktie A AG:

1.1.2017: Kurs: 100 EUR

1.1.2018: Kurs: 105 EUR , ausgeschüttete Dividende: 5 EUR (edit: Hier das Datum korrigiert^^)

// insgesamt also +10 EUR = in diesem Fall auch zufälligerweise +10% Rendite. Achtung: Die Rendite kann auch negativ ausfallen, Dividenden nicht ;-] Die können aber ausfallen bzw. überhaupt nicht gezahlt werden ;-]

 

Wie hoch die sein wird, wird (in Deutschland) von der Hauptversammlung einer AG auf Vorschlag des Vorstandes entschieden. Das muss nicht immer gleich sein und es besteht auch kein Anspruch darauf, dass diese immer höher und höher wird. In den letzten Jahren war dies allerdings bei den meisten DAX-Konzernen der Fall, aber die Entwicklung war ja auch insgesamt ganz gut. Es geht aber auch anders, siehe RWE.

 

Und die Dividende insgesamt ist übrigens Deine, als Miteigentümer (durch Deinen Kauf der Aktie bist Du ja Miteigentümer von Unternehmen XY) Beteiligung an dem Gewinn bzw. der Gewinnausschüttung des Unternehmens. In Deutschland in der Regel 2 Tage nach Stattfinden der Hauptversammlung gezahlt (für das ganze Jahr) bei US-Unternehmen verteilt auf 4 Quartalsausschüttungen.

 

Auch ETFs haben "Dividendenrenditen" (auch wenn es da soweit ich weiß einfach nur "Ausschüttung" heißt und nicht Dividende), aber hier ist soweit ich weiß noch schwerer vorauszusagen, wie hoch die genaue Ausschüttung denn sein wird. Klar: So ein ETF setzt sich ja auch in der Theorie aus Aktien von verschiedenen Unternehmen zusammen, die alle unterschiedliche Dinge bzgl. Ihrer Dividenden entscheiden (siehe oben).

 

zu 6)  Hmm... 2000 EUR Netto jeden Monat auf dem Konto? Rechnen wir mal rückwärts:

 

Also das wären 2000x12=24.000 EUR im Jahr. Die Kapitalertragssteuer drauf gerechnet (+Soli u. evtl. Kirchensteuer)  / 0.73625 = 32597,62

 

Ach, seien wir nicht so und sagen 32.600 EUR.

 

Jetzt wieder die Sache mit der Rendite. Im Moment ist es durchaus noch möglich "gute" Unternehmen mit "stabilen" Dividendenrenditen von 2-3% zu bekommen. Dickschiffe wie AT&T zahlen etwas mehr (~5% / sind aber auch höher verschuldet), J&J, MCD etwas weniger (~2%). Aber sagen wir mal durch einen "guten Mix" kommst Du auf die 3% Dividendenrendite.

 

Dann brauchst Du: 32.600 EUR / 0,03 = 1.086.666,67 EUR.

 

Dass Du "genau" jeden Monat 2000 EUR erhältst wäre natürlich eine Kunst für sich.

 

Obacht: Einige Unternehmen zahlen schon Jahrzehnte zuverlässig Dividende aus, so dass sich hier die Ausschüttung ebenso zuverlässig berechnen lassen könnte (abgesehen von etwaigen Währungsschwankungen bei US-Unternehmen $/€). Aber auch das bringt letztlich keine "Garantie". Es sollen auch schonmal Dividendendickschiffe gekentert sein.

 

Wie man das vergleichbar zuverlässig mit Hilfe von ETFs berechnen könnte, ist mir nicht bekannt.

 

Zu 7) Wie meinst Du das? Du kannst nur kaufen, dann bist Du investiert oder nicht kaufen, dann hast Du Dein Geld cash rumliegen und bist es nicht. Also von daher ist die korrekte Antwort glaube ich: nein, das geht nicht. Wenn Du investiert bist und den ETF oder die Aktie gekauft hast, dann bist Du wie alle anderen hier auch den Launen des Marktes ausgesetzt B-)

 

Zu 8) Von den Zahlen her scheint das Excel ja richtig gemacht zu haben B-) Das ist der Zinseszinseffekt. Etwas mehr Klarheit zu Rendite s. o.. Was Du in diesem Zusammenhang bzgl. "Rendite nach Steuern, TER" meinst, ist mir nicht so ganz klar. Aber 8% Rendite NACH Steuern wäre schon sportlich (Nach Steuern heißt Netto... Du musst auf alle Dividenden und Kursgewinne Kapitalertragssteuer bezahlen...)

 

MfG

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben · bearbeitet von lunareactor

vor 5 Stunden schrieb ebody:
  1. Kann man sich das Geld auch notfalls nach einem Jahr auszahlen lassen oder ist es auf Jahre "eingefroren"

 

Zitat

Zu 7) Wie meinst Du das? Du kannst nur kaufen, dann bist Du investiert oder nicht kaufen, dann hast Du Dein Geld cash rumliegen und bist es nicht. Also von daher ist die korrekte Antwort glaube ich: nein, das geht nicht. Wenn Du investiert bist und den ETF oder die Aktie gekauft hast, dann bist Du wie alle anderen hier auch den Launen des Marktes ausgesetzt 

 

Ich denke, diese Frage ging eher in die Richtung der Verfügbarkeit des Geldes. Zur Beantwortung: Bei Aktien und ETF kannst du deine Anlagen börsentäglich zu den dann gültigen Kursen verkaufen. Es gibt keine Mindesthaltedauer oder ähnliches wie bei offenen Immobilienfonds. Allerdings kann es natürlich sein, dass sich der Wert deiner Anlage innerhalb des Zeitraums reduziert hat und du somit bei ungünstigen Verkaufszeitpunkten Verluste einfährst.

 

Zitat

2. Wie riskant sind ETF´s, wenn man sie gut streut und lange (>10 Jahre) hält?
Ist die Chance sehr hoch mein Geld zu verlieren oder zumindest ein Teil oder kann man sagen "Theoretisch kann man schon alles verlieren,
aber die Chancen mein Geld zu vermehren sind deutlich höher und das Geld auf dem Tagesgeldkonto zu lassen wäre schlimmer/riskanter"?!

Schau dir dazu doch mal das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts an (https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/renditedreieck/2016-12-31 DAX-Rendite-Dreieck 50 Jahre Web .pdf). Das zeigt dir genau in welchen Zeiträumen ein Beispielindex (in diesem Falle der Dax) in den letzten 50 Jahren positive bzw. negative Rendite eingefahren hat.

Anhand der Farbkodierung kann man da sehen, dass es zwar relativ viele 1-5 Jahreszeiträume gegeben hat, die negative Renditen hatten, aber kaum 10-Jahreszeiträume mit negativen Renditen. Bei 15-Jähriger Anlage gibt es dann gar keinen früheren Zeitraum mehr mit negativer Rendite. Das kann man jetzt natürlich nicht auf alle Indizes verallgemeinern, aber es zeigt die generelle Tendenz bei langfristiger, marktbreiter Anlage. Aber natürlich immer im Kopf behalten: Vergangenheitsrenditen sind kein Indikator für zukünftige Renditen.

 

 

Viele deiner Fragen werden in den Grundlagenthreads beantwortet: 

Schau dir die doch mal an und komme dann zurück, wenn noch Fragen offen sind.

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Vielen Dank euch beiden für eure Hilfe und Mühe! :-)

 

Gruß

ebody

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Hey ebody,

 

Wie schaut es aus? Was hast Du bereits gemacht?

 

Gruß

Bruce

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden