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Befesa

  • Recycling
  • A2H5Z1
  • LU1704650164
  • Metall

Geschrieben · bearbeitet von Prospektständer
Grafik neu

Unternehmensvorstellung:

 

Die Befesa ist ein Metall-Recyclingunternehmen, das jetzt  im November wieder erneut an die Börse gekommen ist. Entstanden ist die Firma aus einer Fusion mit der BUS Berzelius und war früher Teil der spanischen Abengoa, wo Sie dann 2013 von Triton Partners (PE) rausgekauft wurde. Knapp 50% der Aktien wurden von Triton am 3. November an die Börse gebracht. Die Befesa ist ein spanisch-deutsches Unternehmen, rechtlicher Sitz ist in Luxemburg.

 

Das Geschäftsmodell im Recycling von Stahlstaub und Aluminium hat in der EU und USA einen regulatorischen Charakater, da es sich um Gefahrengut handelt und nicht einfach weggekippt werden kann. Laut EU hat die Befesa die industriell beste Lösung am Markt. Ebenso ist eine Lizenz hierfür nötig.

Auch in Asien und den Emerging Markets sieht man einen Trend zu höherem Umweltschutz, hier können sich lohnende Expansionsfelder für die Befesa ergeben.      

 

Befesa ist ein Recyclingunternehmen im Bereich Stahlstaub und Aluminiumresten. Weiterverkauf des beim Stahlstaubrecycling gewonnen Zinks (WOX) hat einen hohen Gewinnanteil. 
Befesa bekommt den Stahlstaub als Gefahrenabfallprodukt von den Stahlherstellern zu einer sehr geringen Abnahmegebühr, die von den Stahlherstellern gezahlt wird. Dieser wird in einem großen Ofen nach dem SDHL-Verfahren bearbeitet und es wird Wäloxid (Zinkvorprodukt) rausgefiltert.
Zweites Geschäftssegment ist das Recycling von Restprodukten der Alu-Hersteller, insbesondere der Aluminiumsalzschlacke aus welcher Aluminiumkonzentrat und Salz gewonnen wird. Die Abnahmegebühr in diesem Segment liegt im Gegensatz zum Stahlbereich bei cirka 40%. 

 

befesa.PNG

 

Quelle: Befesa Corporate Presentation

 

Knapp 80% des EBIT kommt aus dem Stahlstaubsegment, wo der Verkauf des Wälzoxid (Zinkvorprodukt) an die Zinkschmelzer einen hohen Gewinnanteil wiederum hat. 

 

Die Befesa besitzt einen Marktanteil von 50% in Europa im Stahlstaubsegment. Der Markt weist hohe Eintrittsbarrieren auf, da der Recyclingprozess (patentierter sdhl-prozess) ein gewisses know-How erfordert. Vereinfacht gesagt Erhitzung des  Stahlstaubs in einem rießigen Lichtbogenofen zu erst flüssigem und dann gasförmigen Zustand bei gleichzeitiger Filterung des Zinkvorprodukts. Des weiteren ist eine Standortnähe (Radius 200-300 km) zu den Stahlproduzenten ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, da der Transport von Gefahrengut teuer ist.  

 

Marktanteil in Asien (ex China) liegt eher bei 20%, höherer Wettbewerb aber gute Position. In den USA gibt es mit American Zinc und US Zinc zwei große dominante Firmen, die einen Burggraben wie Befesa in der EU haben.

 

 

Stärken/Chancen:

 

-          Marktführer in Europa

-          Hohe Eintrittsbarrieren

-          Profitieren von hohem Zinkpreis

-          Steigender Zinkgehalt im Stahl

-          Expansion nach Asien 

-          Steigender Zinkpreis inkl. Hedge für 2019 und 2020 gesichert

           (60-70% der Umsätze werden mit Optionen abgesichert)

-          verbesserte Finanzierungskosten durch Ablösung hochverzinster Bonds

 

 

Risiken/Schwächen:

 

-          Zyklische Nachfrage nach Stahl, Aluminium und Zink

-          Zinkpreissensitiv

-          Hohe Kundenkonzentration

-          Expansionsmärkte mit höherem Wettbewerb

 

 

Zu den langjährigen Kunden von Befesa gehören Firmen wie Voestalpine, Arcelor Mittal, Riva Group sowie  Nyrstar, Glencore und  Korea Zink (Zinkschmelzer). 

 

Die Umsatzerlöse für das Jahr 2017e sollen bei 700-720 Mio. € liegen. EBIT im Bereich von 125-130 Mio. €. EBIT- Marge liegt bei cirka 18%, wobei das Stahlstaubsegment deutlich profitabler ist. KGV 2017e bei 18, EV/EBITDA 9.

 

 

Weitere Informationen zum Unternehmen auf der Website: http://www.befesa.com/web/de/  

Q3 2017 Zahlen: http://www.befesa.com/export/sites/befesa2014/resources/pdf/accionistas_e_inversores/informacion_economica/20171128-1-BEFESA-Statement-for-the-Third-Quarter-2017.pdf

2016 GB: http://www.befesa.com/export/sites/befesa2014/resources/gestion_noticias/pdf/en/Befesa-Holding-Consolidated-FS-2016-and-audit-report.pdf

 

Die begleitenden Banken des Börsengangs waren Citigroup, Goldman Sachs und JP Morgan. Als zusätzliche Bookrunner engagiert wurden Berenberg, Commerzbank, Santander und Stifel. 

 

Disclaimer: Meine Beiträgen stellen keinerlei Anlageberatung/Aktienempfehlung oder Finanzanalyse dar, sondern dienen nur ausschließlich zur Information und als Denkanstoß. 

 

Edit: neue Grafik eingefügt

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Geschrieben

Hallo Prospektständer,

 

danke für den Denkanstoss!

Das Tätigkeitsfeld hört sich ja zunächst wirklich attraktiv an. Aber ist Befesa in diesem Segment wirklich erste Wahl, wie sieht es mit der Konkurrenz aus?

 

Was mir an obigen Grafiken zu denken gibt:

"Marktführer in Europa" - naja, wie sieht es mit der Stahlindustrie in Europa aus? Gibt es hier noch viele Wachstumschancen?

Im scheinbar deutlich größeren amerikanischen Markt gibt es ganz andere Player.

Über die Situation in China sagen die Grafiken gar nichts aus - fehlt da noch ein Riesenmarkt, oder gibt es keine Eintrittsmöglichkeiten für westliche Unternehmen... ?

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Geschrieben · bearbeitet von Prospektständer
Korea Zinc mit ZincOx verwechselt

Morgen, du hast Recht die Stahlindustrie in Europa ist keine Wachstumsbranche, hier muss man aber zwischen dem EAF Stahl und BOF Stahl unterscheiden. Für Befesa relevant ist der EAF Stahl. In Europa gibt es aber kein großes Wachstum mehr richtig, Cashflows werden wohl stabil bleiben. China und Asien könnten Wachstumsmärkte werden, aktuell wird in China der Stahlstaub aber noch in die Luft geblasen, wie bei uns früher im Ruhrpott. In Südkorea, Türkei, Malaysia ist man schon aktiv. China könnte bei einem Wechsel zu mehr Umweltschutz mit einem JV erschlossen werden, man hat schon ein Office in Peking und macht ein bisschen Lobby.

 

Laut eigenen Angaben bauen und betreiben sie vor allem operativ am Besten die Anlagen. Konkurrenten wie die großen Amerikaner oder Global Steel Dust von Russ Robinson dürften aber auch technisch gut sein. Könnte man aber mal bei Kunden wie Voest  nachfragen. Konkurrenten wie ZincOx oder Portoversme (Glencore) sollen aber deutlich schlechter sein. 

 

USA ist vom Stahlstaub und Zinkgehalt der attraktivste und größte Markt. Hier ist American Recycling Zinc der größte Anbieter (ähnlich groß wie Befesa in EU). Der Markt ist aber nur durch M&A erschließbar, da hohe Eintrittsbarriere (wie in EU). 

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Geschrieben · bearbeitet von reko

 Lt Präsentation 3 Recycling Geschäftsbereiche

Q3 Umsatz: Stahlstaub 43%, Salzschlacke 11%, Aluminium 46%

Q3 EBIT: Stahlstaub 81%, Salzschlacke 14%, Aluminium 4%

Richtig verdient wird z.Z. mit Stahlstaub (davon 80..90% aus Zinkverkauf, ist beim Recycling von verzinkten Stahl mit Lichtbogenöfen im Staub enthalten). Das SDHL Wälzverfahren ist unsere patentierte Prozesstechnologie.

Der knapp größte Umsatzbeitag Aluminium bringt fast kein EBIT.

 

70% Hedge bedeutet aber, dass man an steigenden Zinkpreisen nur noch zu 30% teilnimmt. Der Hedge ist deutlich unter aktuell 3580$/t Zink. Auch 2017 war der Hedge negativ.

Zitat

During the first nine months of 2017, earnings have been negatively impacted by the effect of hedging zinc prices by approximately €35.7 million due to the difference between the average hedged zinc price (approximately €1,875 per ton for approximately 59% of the zinc payable output) and the average market (LME) zinc price during the period (approximately €2,500 per ton on average during the first nine months of 2017).

..

successfully extended its zinc hedges .. weighted average forward prices for each of the periods:

Full year 2018 € 2,050 /ton

Full year 2019 € 2,306 /ton

First half 2020 € 2,235 /ton

Ich würde deshalb nicht von explodierenden Gewinnen wg des Zinkpreises ausgehen.

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Geschrieben · bearbeitet von Prospektständer

@reko: Richtig der Gewinn kommt aus dem Stahlstaubsegment (Zinkverkauf), wurde von mir auch schon so im Eingangspost aufgegriffen ;)

Der Aluminiumbereich besteht hauptsächlich aus Synergiegründen und einige Kunden scheinen beide Services in Anspruch zu nehmen.  

Hedge, klar der wirkt leider auch nach oben begrenzend, nicht nur nach unten: Die nächsten 3 Jahre dürfte man aber trotzdem noch ganz ordentlich im EBIT wachsen, aber natürlich keine 50% mehr wie im HJ 2017. Aktuelle EBIT-Marge von 20% reicht mir auch schon ;) Danach muss man mal schauen wo der Zinkpreis steht.  

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Geschrieben · bearbeitet von reko

vor 2 Stunden schrieb Prospektständer:

Der Aluminiumbereich besteht hauptsächlich aus Synergiegründen und einige Kunden scheinen beide Services in Anspruch zu nehmen.  

Das kann ich nicht nachvollziehen. Die Aufbereitung geschieht in unterschiedlichen Werken. Mir ist kein Stahlwerk bekannt, das Salzschlacke oder Recycling Aluminium Abfälle produziert.

Mir erscheint es als hätte Befesa Glück gehabt. Der Zinkpreis war sehr lange sehr weit unten, da war das Stahlstaubgeschäft vermutlich weniger attraktiv (könne man in den Berichten nachsehen). Als der Zinkpreis stieg hat man dann viel zu früh gehedged. Verständlich wenn es um das Überleben der Firma geht. Wenn der Zinkpreis länger hoch bleibt, dann könnten auch die Stahlwerke für ihren Abfall Geld verlangen statt zu zahlen. Der Wälzprozess ist jetzt nicht so neu, dass man vor Konkurrenz sicher wäre. Gibt es Patente, was ist geschützt und wie lange? 

Das SDHL Verfahren EP1088904B1 von BUS ZINKRECYCLING FREIBERG (jetzt Bufesa) wurde 2001 angemeldet und läuft deshalb max. bis 2021.

Alternative DE102006021315B4 Angemeldet 2006 von LOERKE PAUL

Zitat

Das Wälzverfahren gilt auch heute noch als bestverfügbare Technik, um zink- und bleihaltige Stahlwerksstäube zu verwerten. Ein kritisch zu beurteilender Parameter dieses Verfahrens ist aber sein hoher Energieverbrauch. Das SDHL-Verfahren (benannt nach den Erfindern: Saage, Dittrich, Hasche und Langbein) ist eine Weiterentwicklung, die den Energieverbrauch der Wälzanlage drastisch reduziert und gleichzeitig den Durchsatz und das Zinkausbringen verbessert.

Für eine Bewertung wäre mir wichtig ob das Aluminiumgeschäft zukunftsfähig ist oder abgewickelt werden muß.

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Geschrieben · bearbeitet von Prospektständer

@reko: Die Synergien/Services bezogen sich auf die Salzschlacke und Aluminiumsegmente. Stahlstaub ist eine andere Geschichte. Keine Frage, Triton hat sich einen guten Zinkpreis für den Ausstieg rausgesucht. Das Hedging wurde angeblich im Laufe des IPOs erhöht, der Kapitalmarkt hat gerne eine gewisse Visibilität für einige Jahre. Klar aktuelle kostet das einige Mio. € an EBIT, die wird es aber hoffentlich teilweise im Downturn wieder reinholen. In der Asien wird schon teilweise Geld gezahlt, damit man den Stahlstaub holen darf. Da hat die Firma aber kein Problem mit, die Gebühr ist verschwindend gering. 

 

Das Patent kann jeder einsehen. Know-how liegt wohl im operativen Einsatz des Patents, den zumindest der Großteil der Konkurrenz nicht einfach duplizieren kann bzw. mit ihrem eigenen Verfahren. Kunden wie Voest sind laut Brokern sehr zufrieden mit dem Service.  

 

Alu und Salzschlacksegment werden meiner Meinug nach weiterhin bestehen bleiben, sonst hätte Triton die in der Restrukturierung vor ein paar Jahren schon rausgeschmissen (Industrial Waste Management wurde konsolidiert). Zusammengerechnet dürft man hier auch auf eine EBIT-Marge 8-10% kommen immerhin (Schlacke + Alu).

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Geschrieben

vor 8 Minuten schrieb Prospektständer:

Das Patent kann jeder einsehen. Know-how liegt wohl im operativen Einsatz des Patents, den zumindest der Großteil der Konkurrenz nicht einfach duplizieren kann bzw. mit ihrem eigenen Verfahren. Kunden wie Voest sind laut Brokern sehr zufrieden mit dem Service.  

 

Der Hauptanspruch bezieht sich auf Mischungsverhältnis und Prozessführung. Ich gehe davon aus, dass die Konkurrenz das ab 2021 sofort umsetzen kann, da die Anlagen die selben sind.

Zitat

Verfahren zur Verwertung von Eisen, Zink und Blei enthaltenden Sekundärrohstoffen, vorzugsweise Stahlwerkstäuben, in einem Drehrohrofen mit Gegenstrombetriebsweise von Beschickung und Gasatmosphäre sowie basisch eingestellter Wälzschlacke, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohstoffe mit einem reaktionsfähigen, feinkörnigen Kohlenstoffträger gemischt und/oder agglomeriert werden, wobei der Mengenanteil des Kohlenstoffes im Vergleich mit allen kohlenstoffverbrauchenden Reaktionen in der Beschickung stark unterstöchiometrisch vorhanden ist, daß ein weiterer Anteil an grobkörnigen Kohlenstoffträgern zwischen den Agglomeraten verteilt wird und daß der Gesamtanteil des Kohlenstoffes weniger als 80 % der Menge beträgt, die alle kohlenstoffverbrauchenden Reaktionen in der Beschickung bei einer Wälztemperatur von weniger als 1150 °C benötigen.

 

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Geschrieben · bearbeitet von Prospektständer

Laut dem Vorstand kann die Konkurrenz das nicht so einfach, ZincOx in Korea hat das schon vor 1-2 Jahren probiert und gescheitert. Wurden dann gekauft. Portoversme (Glencore) arbeitet mit einem anderen Verfahren, mit deutlich höherer Capex. Global Steel Dust geführt von Russ Robinson würde ich als technisch ähnlich weit einschätzen, American Zinc Recycling evtl. noch.  

 

Aber ja als Außenstehender schwierig zu prognostizieren. 

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Gerade eben schrieb Prospektständer:

Laut dem Vorstand kann die Konkurrenz das nicht so einfach, ZincOx in Korea hat das schon vor Jahren probiert und ich gescheitert. Wurde dann gekauft. Portoversme (Glencore) arbeitet mit einem anderen Verfahren, mit deutlich höherer Capex. Global Steel Dust geführt von Russ Robinson würde ich als technisch ähnlich weit einschätzen, American Zinc Recycling evtl. noch.  

Die Konkurrenz durfte das bisher nicht. Ich sehe den technologischen Vorsprung nicht so groß. Der Vorteil ist auch "nur" eine Energieeinsparung. Das hilft die Kosten zu senken. Bringt aber in USA weniger Kostenvorteil. Andernfalls hätte auch Bofesa einen höheren Marktanteil in USA oder würde Lizenzgebühren einnehmen.

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Geschrieben · bearbeitet von Prospektständer

@Reko: mein Wissenstand ist aktuell, dass die Mischverhältnisse/Prozessführung oder Anlagen nicht alles sind bei dem SDHL Verfahren. Entscheidend ist die operative Anwendung, die man nicht so einfach aus einem Patent rauslesen kann. Aber wenn du dich da besser auskennst in dem Thema, kannst du das ja gerne mal mit der IR von Befesa erörtern. Fände ich ziemlich spannend. 

 

USA haben Sie gar keinen Marktanteil. Da gibt es große Firmen, mit bestehenden Kapazitäten und Standortnähe zu den Werken der Kunden, die auch schon langen Kundenbeziehungen haben, da kommen Sie nicht so einfach in den Markt. American Zinc wird aber analog auch äußerst unwahrscheinlich jemals nach Europa kommen. Wachstumsmarkt im Stahlstaubrecycling ist Asien. 

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Geschrieben · bearbeitet von reko

Jeder Vorstand würde das behaupten und ich glaube nicht, dass ich bei der IR einen kompetenten Diskussionspartner finden würde. Jeder muß sich da selbst ein Urteil bilden ob der Patentablauf im Kurs genügend gewürdigt ist. Hätte er keinen Einfluß, dann hätte Bofesa das Patent gar nicht gebraucht. Nach meiner Erfahrung funktioniert Geheimwissen in diesen Bereich nicht. Es geht darum wer die Abläufe am besten optimiert hat. Kann sein, dass Bofesa das hat, andererseins bewirkte der bisherige Energievorteile keinen Zwang dazu. Etwas Vorsprung hat man noch wenn man die Ware seines Zulieferers gut kennt und problematische Ware blenden kann.

 

Lt Wikipedia "nur ca. 70 % des zur Metalloxidreduktion nötigen Kohlenstoffes". Also spart SDHL 30 % Kohle ein. "Außerdem steigert sich das Zinkausbringen von rund 90 % auf bis zu 96 %. Trotz einer 20%igen Steigerung des Ofendurchsatzes, reduziert sich der CO2-Ausstoß um rund 40 %." Diesen Vorteil kann ab 2021 auch die Konkurrenz nutzen. Natürlich muß man auch etwas tun dafür. Das sollte für die meisten Firmen aber selbstverständlich und möglich sein. IdR arbeitet man schon lange vor Patentablauf daran. So z.B. auch bei Generika.

 

Lt Präsentation 2016: 680kt Stahlstaub verarbeitet, Lt Wikipedia weltweit 80% des Stahlstaubs (=1,6 Millionen Tonnen) im Wälzverfahren verarbeitet => 42% Weltmarktanteil am Wälzverfahren.

Lt. Eingangspost 50% Marktanteil in Europa. D.h. ausserhalb Europa wird der Stahlstaub überwiegend weggeworfen, enthält vermutlich auch weniger Zinkanteil.

Ein Vorteil: man hat zur Zeit die Kapazität und muß nicht erst erweitern. Das sichert aber nur den aktuellen Durchsatz und ist nur für die Anlagenlebensdauer ein Vorteil.

Das Werk in Korea wurde vor 3 Jahren erweitert

Zitat

Im Oktober 2015 vollendet Befesa Zinc Korea den Bau und die Inbetriebnahme des zweiten Wälz Ofens. Damit ist dies mit einer Verarbeitungskapazität von 220.000 Tonnen jährlich die größte Recyclinganlage zur Verarbeitung von Stahlwerkstaub.

 

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Geschrieben · bearbeitet von Prospektständer

Ja ich werde mich noch ein bisschen mit Verfahren beschäftigen, danke schon mal für die Denkanstöße. Klar der Vorstand muss das Unternehmen ja gut verkaufen, kompletten Schwachsinn über die Konkurrenz sollte er aber trotzdem nicht erzählen.

 

In Korea und anderen asiatischen Ländern (Thailand, Malaysia) wird der Stahlstaub mittlerweile teils recycelt. China und Südamerika könnten zukünftig einen Schwenk zu mehr Umweltfreundlichkeit vollziehen, das ist aber rein spekulativ.

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Geschrieben · bearbeitet von Prospektständer

Hier nochmal die Befesa-Website zum SDHL-Wälzverfahren:

 

 

 

wälzverfahren.PNG

 

Stäube, Schlämme, Filterkuchen oder andere zinkhaltige Reststoffe werden von unseren Kunden in unterschiedlichen Zusammensetzungen angeliefert und zunächst in geschlossenen Silos oder Hallen gelagert.

Die durchschnittliche Lagerkapazität entspricht je nach Anlage in etwa der Produktion von einem bzw. zwei Monaten.

 

In einem ersten Schritt werden diese Reststoffe durch Zugabe von Wasser, Koks und Kalk pelletiert, um eine homogene Beschickung des Wälzofens zu gewährleisten. Diese Mikropellets werden entweder direkt oder über eine Zwischenlagerung in den Ofen eingebracht. Bei der Betriebstemperatur des Ofens von ca. 1.200 °C werden zunächst die Metallverbindungen, insbesondere das Zink, verflüchtigt (Reduktion).

 

Das dampfförmige Zink wird anschließend zum sog. Wälzoxid rückoxidiert. Das Wälzoxid – das eigentliche Produkt des Prozesses – gelangt mit allen Abgasen in die Abgasreinigungsanlage, wird dort als Feststoff abgeschieden und als Sekundärrohstoff an die Zinkindustrie zurückgeführt.

Durch die gezielte Beaufschlagung mit Luft am Ofen Ende oxidiert ein Großteil des während des Prozesses reduzierten Eisens wieder zu Eisenoxid (FeO). Die bei der Oxidation erzeugte Wärme wird zur Vorwärmung der eintretenden Frischluft und damit als Wärmeenergie für den chemischen Prozess in der Reaktionszone genutzt. Dank der von Befesa entwickelten Technologie konnte die Effizienz bei diesem Verfahrensschritt im Vergleich zum herkömmlichen Wälzverfahren optimiert werden.

 

In den Wälzanlagen von Befesa wird das Wälzoxid durch eine zwei- bzw. dreifache Gegenstromlaugung von Verunreinigungen befreit.

Die beim Prozess anfallende Wälzschlacke kann zudem als Straßenbau- und Deponiebaumaterial verwendet werden. In Spanien ist sie unter dem Namen Ferrosita® erhältlich.

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Geschrieben · bearbeitet von Prospektständer

Vorläufiges Geschäftsergebnis 2017: Befesa erzielt Rekordergebnisse in 2017:

 

• Gesamtjahresumsatz steigt auf 725 Mio. EUR, + 18 % gegenüber 2016

• Bereinigtes EBITDA von 172 Mio. EUR, + 30 % gegenüber 2016; bereinigtes EBIT von 144 Mio. EUR, + 39 % gegenüber 2016

• Nettogewinn von 49 Mio. EUR (Nettoverlust von 53 Mio. EUR im Vorjahr)

• Volumen auf neuem Rekordniveau in beiden Kernsegmenten: Stahlstaub Durchlauf steigt +12% auf 661kt, Salzschlacke +4% auf 510kt, Aluminiumlegierungen +2% auf 184kt • Anhaltend hoher Cashflow, reduzierter Verschuldungsgrad und erweitertes Preisabsicherungsprogramm für Zink unterstützen organische Wachstumsinitiativen

 

http://www.befesa.com/export/sites/befesa2014/resources/pdf/accionistas_e_inversores/20180219-NP-result-2017-de.pdf

 

Edit: Meine Schätzungen aus dem Eingangsbeitrag sind reported und nicht adj.

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Geschrieben

3 Mio. Aktien Privatplatzierung von Triton über JPM, war so auch angekündigt (20 min gecovert). Drückt den Kurs heute erstmal.

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