Sapine Samstag um 16:14 Die Monte Carlo Simulationen führen zu leicht pessimistischeren Prognosen als die Bootstrap Methode. Warum, mag sich jeder selbst überlegen. Ansonsten finde ich es reichlich unflexibel, ohne dynamische Elemente bei der Entnahme vorzugehen. Die erhöhen sowohl die Entnahme als auch die Sicherheit. Entsprechend kommt man auch mit einem niedrigerem Vermögen aus. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation Samstag um 16:41 · bearbeitet Samstag um 16:43 von stagflation vor 27 Minuten von Sapine: Die Monte Carlo Simulationen führen zu leicht pessimistischeren Prognosen als die Bootstrap Methode. Warum, mag sich jeder selbst überlegen. Der Punkt ist doch, dass es gar nicht so sehr auf die Ergebnisse selbst ankommt - sondern darauf, dass man versteht, wie sich Modelle verhalten. Beispielsweise folgt sowohl aus Monte-Carlo-Modellen, als auch aus Bootstrapping-Modellen, dass es kein "sicheres" Entnahmedepot mit hohem Aktienanteil geben kann. Es gibt eine Wechselwirkung zwischen der anfänglichen Entnahmerate und der Pleitewahrscheinlichkeit. Je geringer die Pleitewahrscheinlichkeit sein soll, desto geringer muss die anfängliche Entnahmerate sein. So weit, so schlecht. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass dieser Zusammenhang nichtlinear ist. Für weitere Verbesserungen der Pleitewahrscheinlichkeit muss die Entnahmerate immer stärker verringert werden, so dass es irgendwann keinen Sinn mehr macht, die Pleitewahrscheinlichkeit weiter verbessern zu wollen. Bei Entnahmedepots mit einem hohen Aktienanteil muss man also mit einer gewissen Pleitewahrscheinlichkeit leben. Es sei denn, man ist sehr reich. Im Nachbarthread wird von einem "unzerstörbarem Portfolio" und "Wahrscheinlichkeit für das Scheitern nahe Null" gesprochen. Ich bin gespannt, wie das weitergehen wird. Es passt nämlich nicht zu dem, was ich im vorherigen Absatz geschrieben habe. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Peter23 Samstag um 17:23 vor 39 Minuten von stagflation: Bei Entnahmedepots mit einem hohen Aktienanteil muss man also mit einer gewissen Pleitewahrscheinlichkeit leben. Wird es aber nicht wegen gewisser Inflationsszenarien bei niedrigem Aktienanteil noch schlimmer? Es klingt aber so, als ob Du sagst, dass die Pleitewahrscheinlichkeit reduziert werden kann, wenn man den Aktienanteil reduziert. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini Samstag um 17:25 vor 38 Minuten von stagflation: dass es kein "sicheres" Entnahmedepot mit hohem Aktienanteil geben kann. Es gibt egal, womit kein sicheres Entnahmedepot, ob Aktien, Anleihen oder Immobilien, da alles Zukunftsorientiert ist und diese kennt niemand. Wenn das geben würde, wären wir alle glücklicher. Ich weiß, du hast das nicht geschrieben, aber vielleicht interpretiert ja mancher das so. Es kann eine optimierte Aktie/Anleihen-Struktur geben bei einer gewünschten Entnahmerate und Pleitewahrscheinlichkeit, aber auch das ist je nach Eingangsparametern und Simulationsmethode immer unterschiedlich. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine Samstag um 17:31 Bei kurzer Entnahmedauer erhöht ein hoher Aktienanteil das Pleiterisiko. Bei einer langen Entnahmedauer ist es genau umgekehrt. Da bleibt immer Gestaltungsspielraum. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
stagflation Samstag um 18:15 · bearbeitet Samstag um 18:40 von stagflation vor einer Stunde von Peter23: Wird es aber nicht wegen gewisser Inflationsszenarien bei niedrigem Aktienanteil noch schlimmer? Es klingt aber so, als ob Du sagst, dass die Pleitewahrscheinlichkeit reduziert werden kann, wenn man den Aktienanteil reduziert. Modelle sind immer Vereinfachungen. Sie bilden die Wirklichkeit nie vollständig ab. Schauen wir uns an, was bei den typischen Monte-Carlo-Simulationen an Parametern eingeht: Monatliche Sparrate, Länge der Sparphase (oder Einmalbetrag) Anfängliche Entnahmerate, Länge der Entnahmephase Jährliche Steigerung der Entnahmerate Evtl. Modifikationen der Entnahmerate, z.B. das Vanguard-Modell Erwartete Rendite und Risiko des Portfolios "Inflationsszenarien" werden nicht mitsimuliert. Sie gehen nur indirekt über die jährliche Steigerung der Inflationsrate ein. Das Modell kann also gar keine Aussagen über Inflationszenarien machen. Ist das Modell nun unbrauchbar? Nein. Ich glaube, dass es wichtige Erkenntnisse über Entnahmedepots liefert. Neben dem, was ich oben geschrieben habe, kommt z.B. heraus. dass in diesem Modell der Aktienanteil eine geringere Rolle spielt, als viele annehmen. Es kommt vielmehr auf das Rendite/Risiko-Verhältnis des Portfolios an. Wenn man einen LS60 wählt, ist das Entnahmedepot nicht schlechter als mit einem 100% World- oder All-World ETF. Der Vorteil eines World- oder All-World ETFs ist lediglich, dass am Ende, wenn man nicht Pleite gegangen ist, mehr Geld übrig ist. Jetzt die Frage zu Deinen Inflationsszenarien. Man kann versuchen, diese in das Modell aufzunehmen. In einer einfachen Form ist das bereits geschehen, über die jährliche Erhöhung der Entnahmerate. Größere Inflationsschübe oder sogar Extremereignisse sind hingegen nicht enthalten. Wie geht man damit um? Ein Möglichkeit ist, Inflationsszenarien mit ins Modell aufzunehmen. Dazu müsste man Annahmen treffen, wie sich die Inflation entwickeln wird. Es gibt bestimmt Modelle dafür, mir sind aber keine bekannt. Eine andere Möglichkeit ist, sich zu überlegen, wie eine höhere Inflation das Ergebnis verändert. Nehmen wir an, dass bei einer Modellrechnung eines Entnahmedepots eine Entnahmerate von X% und eine Pleitewahrscheinlichkeit von 10% herauskommen. Wenn man jetzt annimmt, dass es Inflationsschübe oder eine höhere Inflation als die eingerechnete Steigerung der Entnahmerate geben wird, wird die Pleitewahrscheinlichkeit höher. Die Simulation liefert also eine Untergrenze für die Pleitewahrscheinlichkeit. Das ist doch auch schon viel wert! An dieser Stelle könnte man überlegen, dass im Falle einer höheren Inflation eine höherer Aktienanteil besser ist. Wobei das eine wacklige Annahme ist! Es ist nicht immer so, dass Aktien bei Inflation helfen. Nichtsdestotrotz könnte das dazu führen, dass man den Aktienanteil gegenüber dem Ergebnis der Modellrechnung etwas erhöht. Aber nicht von 60% auf 100%, sondern vielleicht von 60% auf 70%. Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine. Man darf von den Modellen nicht erwarten, dass sie die Wirklichkeit zu 100% abbilden. Aber sie zeigen Zusammenhänge und liefern Parameter-Bereiche und Grenzen, in denen Entnahmedepots funktionieren können. Parameter und Annahmen, die man nicht simuliert hat, kann man hinterher einfließen lassen, indem man die Ergebnisse noch etwas tunt. Dann passt das schon... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Schlumich Samstag um 18:15 vor 40 Minuten von Sapine: Bei kurzer Entnahmedauer erhöht ein hoher Aktienanteil das Pleiterisiko. Bei einer langen Entnahmedauer ist es genau umgekehrt. Da bleibt immer Gestaltungsspielraum. Den verstehe ich nicht... oder vermisse den Zusatz: Bei kurzer Entnahmedauer MIT HOHER ENTNAHMERATE erhöht ein hoher Aktienanteil das Pleiterisiko. Bei einer langen Entnahmedauer MIT GERINGERER ENTNAHMERATE ist es genau umgekehrt. Also die Annahme, dass über beide Zeiträume ein vergleichbarer Betrag entnommen wird, einmal schneller, einmal langsammer. Wobei das dann eigentlich eine Binse wäre.... (Oder übersehe ich etwas?) Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine Samstag um 18:34 Natürlich bin ich bei der Beschreibung von einer gleichbleibend hohen Entnahmerate ausgegangen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
OttoKleinanleger gestern um 11:03 Uhr Am 16.5.2026 um 07:08 von Fondsanleger1966: 1,5% p.a. Entnahmerate auf 2 Mio Euro Aktien- und Anleihen-ETFs = 30.000 Euro p.a. Brutto-Entnahme. 1 Mio Euro Aktien-ETFs = aktuell ca. 15.700 Euro Vorabpauschale 1 Mio Euro Anleihen-ETFs = aktuell ca. 22.400 Euro Vorabpauschale Zusammen = aktuell ca. 38.100 Euro Vorabpauschale GKV/GPV aktuell mit 2 Kindern ca. 20,65% Beitrag für den freiwillig versicherten Frühprivatier = knapp 8.000 Euro Steuer auf (38.100-8.000 GKV/GPV=) ca. 30.000 Euro (inkl. Günstigerprüfung): ca. 4.000 Euro laut https://www.steuerschroeder.de/Steuerrechner/Guenstigerpruefung.html Zusammen ca. 12.000 Euro Abzüge in statistisch gesehen 3 von 4 Jahren = 36.000 Euro. Im statistisch 4. Jahr GKV und Steuern auf die faktische Entnahme von 30.000 Euro: ca. 6.200 Euro + ca. 2.300 Euro = 8.500 Euro. Insgesamt ca. 44.500 Euro / 4 = ca. 11.000 Euro p.a. an Abzügen. Verbleiben netto im Schnitt 19.000 Euro p.a., sofern der Basiszins auf dem Niveau des Vorjahres bleibt (derzeit ist er leicht darüber, Link Nr. 7ab in meiner Sammlung). Das ist nur knapp über der Grundsicherung in teuren Gegenden und wäre mir eher zu wenig. Zumal ich von steigenden Steuern und Abgaben allein schon durch die demografische Entwicklung ausgehe. .... Asche auf mein Haupt, ich komme nicht ganz mit. Macht es Sinn für so eine konkrete Rechnung mit Thesaurierern zu rechnen? Zur Abschätzung der Abzüge kann man das scheinbar machen. Das belegt aber nicht die Grundnanahme, nämlich die gesetzte Entnahmerate von 1,5%. (Vielleicht hab ich aber jetzt auch was nicht verstanden.) Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Warambuffet gestern um 11:48 Uhr Am 16.5.2026 um 07:08 von Fondsanleger1966: GKV/GPV aktuell mit 2 Kindern ca. 20,65% Beitrag für den freiwillig versicherten Frühprivatier = knapp 8.000 Euro Steuer auf (38.100-8.000 GKV/GPV=) ca. 30.000 Euro (inkl. Günstigerprüfung): ca. 4.000 Euro laut https://www.steuerschroeder.de/Steuerrechner/Guenstigerpruefung.html Eine kleine Ergänzung, damit es nicht ganz so düster aussieht: Sofern der Privatier in die Krankenversicherung der Rentner kommt, werden (Stand heute) Kapitalerträge nicht mehr zur Beitragsberechnung herangezogen -> GKV/GPV ca. 3.300€ Falls man bei der EkSt/Günstigerprüfung die Splittingtabelle verwenden kann, ergibt sich eine Steuerlast (38.100-3.300) von nur noch 1.434€. (zus. Rentenbezug dabei ignoriert) Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag