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Finanzielle Unabhängigkeit

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Sapine

Die Monte Carlo Simulationen führen zu leicht pessimistischeren Prognosen als die Bootstrap Methode. Warum, mag sich jeder selbst überlegen. 

 

Ansonsten finde ich es reichlich unflexibel, ohne dynamische Elemente bei der Entnahme vorzugehen. Die erhöhen sowohl die Entnahme als auch die Sicherheit. Entsprechend kommt man auch mit einem niedrigerem Vermögen aus. 

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 27 Minuten von Sapine:

Die Monte Carlo Simulationen führen zu leicht pessimistischeren Prognosen als die Bootstrap Methode. Warum, mag sich jeder selbst überlegen. 

 

Der Punkt ist doch, dass es gar nicht so sehr auf die Ergebnisse selbst ankommt - sondern darauf, dass man versteht, wie sich Modelle verhalten. Beispielsweise folgt sowohl aus Monte-Carlo-Modellen, als auch aus Bootstrapping-Modellen, dass es kein "sicheres" Entnahmedepot mit hohem Aktienanteil geben kann.

 

Es gibt eine Wechselwirkung zwischen der anfänglichen Entnahmerate und der Pleitewahrscheinlichkeit. Je geringer die Pleitewahrscheinlichkeit sein soll, desto geringer muss die anfängliche Entnahmerate sein. So weit, so schlecht. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass dieser Zusammenhang nichtlinear ist. Für weitere Verbesserungen der Pleitewahrscheinlichkeit muss die Entnahmerate immer stärker verringert werden, so dass es irgendwann keinen Sinn mehr macht, die Pleitewahrscheinlichkeit weiter verbessern zu wollen. Bei Entnahmedepots mit einem hohen Aktienanteil muss man also mit einer gewissen Pleitewahrscheinlichkeit leben. Es sei denn, man ist sehr reich.

 

Im Nachbarthread wird von einem "unzerstörbarem Portfolio" und "Wahrscheinlichkeit für das Scheitern nahe Null" gesprochen. Ich bin gespannt, wie das weitergehen wird. Es passt nämlich nicht zu dem, was ich im vorherigen Absatz geschrieben habe.

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Peter23
vor 39 Minuten von stagflation:

Bei Entnahmedepots mit einem hohen Aktienanteil muss man also mit einer gewissen Pleitewahrscheinlichkeit leben.

Wird es aber nicht wegen gewisser Inflationsszenarien bei niedrigem Aktienanteil noch schlimmer? Es klingt aber so, als ob Du sagst, dass die Pleitewahrscheinlichkeit reduziert werden kann, wenn man den Aktienanteil reduziert.

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Der Heini
vor 38 Minuten von stagflation:

dass es kein "sicheres" Entnahmedepot mit hohem Aktienanteil geben kann.

:thumbsup:

Es gibt egal, womit kein sicheres Entnahmedepot, ob Aktien, Anleihen oder Immobilien, da alles Zukunftsorientiert ist und diese kennt niemand. Wenn das geben würde, wären wir alle glücklicher.

Ich weiß, du hast das nicht geschrieben, aber vielleicht interpretiert ja mancher das so.

Es kann eine optimierte Aktie/Anleihen-Struktur geben bei einer gewünschten Entnahmerate und Pleitewahrscheinlichkeit, aber auch das ist je nach Eingangsparametern und Simulationsmethode immer unterschiedlich. 

 

 

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Sapine

Bei kurzer Entnahmedauer erhöht ein hoher Aktienanteil das Pleiterisiko. Bei einer langen Entnahmedauer ist es genau umgekehrt. Da bleibt immer Gestaltungsspielraum. 

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor einer Stunde von Peter23:

Wird es aber nicht wegen gewisser Inflationsszenarien bei niedrigem Aktienanteil noch schlimmer? Es klingt aber so, als ob Du sagst, dass die Pleitewahrscheinlichkeit reduziert werden kann, wenn man den Aktienanteil reduziert.

 

Modelle sind immer Vereinfachungen. Sie bilden die Wirklichkeit nie vollständig ab.

 

Schauen wir uns an, was bei den typischen Monte-Carlo-Simulationen an Parametern eingeht:

  1. Monatliche Sparrate, Länge der Sparphase (oder Einmalbetrag)
  2. Anfängliche Entnahmerate, Länge der Entnahmephase
  3. Jährliche Steigerung der Entnahmerate
  4. Evtl. Modifikationen der Entnahmerate, z.B. das Vanguard-Modell
  5. Erwartete Rendite und Risiko des Portfolios

"Inflationsszenarien" werden nicht mitsimuliert. Sie gehen nur indirekt über die jährliche Steigerung der Inflationsrate ein. Das Modell kann also gar keine Aussagen über Inflationszenarien machen.

 

Ist das Modell nun unbrauchbar? Nein. Ich glaube, dass es wichtige Erkenntnisse über Entnahmedepots liefert. Neben dem, was ich oben geschrieben habe, kommt z.B. heraus. dass in diesem Modell der Aktienanteil eine geringere Rolle spielt, als viele annehmen. Es kommt vielmehr auf das Rendite/Risiko-Verhältnis des Portfolios an. Wenn man einen LS60 wählt, ist das Entnahmedepot nicht schlechter als mit einem 100% World- oder All-World ETF. Der Vorteil eines World- oder All-World ETFs ist lediglich, dass am Ende, wenn man nicht Pleite gegangen ist, mehr Geld übrig ist.

 

Jetzt die Frage zu Deinen Inflationsszenarien. Man kann versuchen, diese in das Modell aufzunehmen. In einer einfachen Form ist das bereits geschehen, über die jährliche Erhöhung der Entnahmerate. Größere Inflationsschübe oder sogar Extremereignisse sind hingegen nicht enthalten. Wie geht man damit um?

 

Ein Möglichkeit ist, Inflationsszenarien mit ins Modell aufzunehmen. Dazu müsste man Annahmen treffen, wie sich die Inflation entwickeln wird. Es gibt bestimmt Modelle dafür, mir sind aber keine bekannt.

 

Eine andere Möglichkeit ist, sich zu überlegen, wie eine höhere Inflation das Ergebnis verändert. Nehmen wir an, dass bei einer Modellrechnung eines Entnahmedepots eine Entnahmerate von X% und eine Pleitewahrscheinlichkeit von 10% herauskommen. Wenn man jetzt annimmt, dass es Inflationsschübe oder eine höhere Inflation als die eingerechnete Steigerung der Entnahmerate geben wird, wird die Pleitewahrscheinlichkeit höher. Die Simulation liefert also eine Untergrenze für die Pleitewahrscheinlichkeit. Das ist doch auch schon viel wert! 

 

An dieser Stelle könnte man überlegen, dass im Falle einer höheren Inflation eine höherer Aktienanteil besser ist. Wobei das eine wacklige Annahme ist! Es ist nicht immer so, dass Aktien bei Inflation helfen. Nichtsdestotrotz könnte das dazu führen, dass man den Aktienanteil gegenüber dem Ergebnis der Modellrechnung etwas erhöht. Aber nicht von 60% auf 100%, sondern vielleicht von 60% auf 70%.

 

Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine. Man darf von den Modellen nicht erwarten, dass sie die Wirklichkeit zu 100% abbilden. Aber sie zeigen Zusammenhänge und liefern Parameter-Bereiche und Grenzen, in denen Entnahmedepots funktionieren können. Parameter und Annahmen, die man nicht simuliert hat, kann man hinterher einfließen lassen, indem man die Ergebnisse noch etwas tunt. Dann passt das schon...

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Schlumich
vor 40 Minuten von Sapine:

Bei kurzer Entnahmedauer erhöht ein hoher Aktienanteil das Pleiterisiko. Bei einer langen Entnahmedauer ist es genau umgekehrt. Da bleibt immer Gestaltungsspielraum. 

Den verstehe ich nicht... oder vermisse den Zusatz: 

Bei kurzer Entnahmedauer MIT HOHER ENTNAHMERATE erhöht ein hoher Aktienanteil das Pleiterisiko. Bei einer langen Entnahmedauer MIT GERINGERER ENTNAHMERATE ist es genau umgekehrt.

Also die Annahme, dass über beide Zeiträume ein vergleichbarer Betrag entnommen wird, einmal schneller, einmal langsammer. Wobei das dann eigentlich eine Binse wäre....

 

(Oder übersehe ich etwas?)

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Sapine

Natürlich bin ich bei der Beschreibung von einer gleichbleibend hohen Entnahmerate ausgegangen. 

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OttoKleinanleger
Am 16.5.2026 um 07:08 von Fondsanleger1966:

1,5% p.a. Entnahmerate auf 2 Mio Euro Aktien- und Anleihen-ETFs = 30.000 Euro p.a. Brutto-Entnahme.

 

1 Mio Euro Aktien-ETFs = aktuell ca. 15.700 Euro Vorabpauschale

1 Mio Euro Anleihen-ETFs =  aktuell ca. 22.400 Euro Vorabpauschale

Zusammen = aktuell ca. 38.100 Euro Vorabpauschale

 

GKV/GPV aktuell mit 2 Kindern ca. 20,65% Beitrag für den freiwillig versicherten Frühprivatier = knapp 8.000 Euro

Steuer auf (38.100-8.000 GKV/GPV=) ca. 30.000 Euro (inkl. Günstigerprüfung): ca. 4.000 Euro laut https://www.steuerschroeder.de/Steuerrechner/Guenstigerpruefung.html

Zusammen ca. 12.000 Euro Abzüge in statistisch gesehen 3 von 4 Jahren = 36.000 Euro. Im statistisch 4. Jahr GKV und Steuern auf die faktische Entnahme von 30.000 Euro: ca. 6.200 Euro + ca. 2.300 Euro = 8.500 Euro. Insgesamt ca. 44.500 Euro / 4 = ca. 11.000 Euro p.a. an Abzügen.

 

Verbleiben netto im Schnitt 19.000 Euro p.a., sofern der Basiszins auf dem Niveau des Vorjahres bleibt (derzeit ist er leicht darüber, Link Nr. 7ab in meiner Sammlung). Das ist nur knapp über der Grundsicherung in teuren Gegenden und wäre mir eher zu wenig. Zumal ich von steigenden Steuern und Abgaben allein schon durch die demografische Entwicklung ausgehe.

 

....


Asche auf mein Haupt, ich komme nicht ganz mit. Macht es Sinn für so eine konkrete Rechnung mit Thesaurierern zu rechnen? Zur Abschätzung der Abzüge kann man das scheinbar machen. Das belegt aber nicht die Grundnanahme, nämlich die gesetzte Entnahmerate von 1,5%. (Vielleicht hab ich aber jetzt auch was nicht verstanden.)

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Warambuffet
Am 16.5.2026 um 07:08 von Fondsanleger1966:

GKV/GPV aktuell mit 2 Kindern ca. 20,65% Beitrag für den freiwillig versicherten Frühprivatier = knapp 8.000 Euro

Steuer auf (38.100-8.000 GKV/GPV=) ca. 30.000 Euro (inkl. Günstigerprüfung): ca. 4.000 Euro laut https://www.steuerschroeder.de/Steuerrechner/Guenstigerpruefung.html

Eine kleine Ergänzung, damit es nicht ganz so düster aussieht:

Sofern der Privatier in die Krankenversicherung der Rentner kommt, werden (Stand heute) Kapitalerträge nicht mehr zur Beitragsberechnung herangezogen -> GKV/GPV ca. 3.300€

Falls man bei der EkSt/Günstigerprüfung die Splittingtabelle verwenden kann, ergibt sich eine Steuerlast (38.100-3.300) von nur noch 1.434€. (zus. Rentenbezug dabei ignoriert)

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

Das Ergebnis meiner Monte-Carlo-Simulationen bei niedrigen Pleitewahrscheinlichkeiten ist, dass es viel mehr auf das Verhältnis Rendite/Volatilität ankommt, als auf die Rendite.

 

Die klassische Idee aus CAPM ist deshalb, möglichst stark zu diversifizieren, auch über verschiedenen Anlageklassen hinweg - weil das das Verhältnis Rendite/Volatilität senkt.

 

Über PN hat mich jemand darauf aufmerksam gemacht, dass man das Verhältnis Rendite/Volatilität auch durch den Wechsel zu einem Low Volatility ETF verbessern kann.

 

Es gibt ein Paper dazu: The paradox of low-risk stocks. Gaining more by losing less

 

Ich will an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen, ob das so stimmt, ob es auch für deutsche Anleger gilt, und ob es auch für die Zukunft gelten wird. Mich interessiert vielmehr, was ein Wechsel auf einen Low Volatility ETF für die anfängliche Entnahmerate bedeuten würde - und wie stark man ein Entnahmedepot damit verbessern kann (unter den Annahmen des Papers).

 

In dem Paper gibt es Angaben für die Rendite und Volatilität über fast 40 Jahre für ein 60/40 Portfolio mit S&P Aktien (Spalte ganz links) sowie für ein ähnliches Portfolio mit Low Volatility Aktien (Spalte ganz rechts):

 

image.png.20856d29e67687de215f2debadf7514e.png

 

Zur Simulation verwende ich folgende Parameter:

  • Startkapital: 1 Mio. Euro
  • Laufzeit 30 Jahre
  • erlaubte Pleitewahrscheinlichkeit: 10%
  • anfängliche Entnahmerate soll jedes Jahr um 2% steigen.
  • Log-normal verteilte Zufallsrenditen
  • Berechnung auf Monatsbasis

 

Ergebnis:

--------------------+---------------+-----------------------
Parameter:          |               |
risikoreicher Teil  |  60% S&P 500  |  75% Low Vola S&P 500
risikoarmer Teil    |   40% Bonds   |      25% Bonds
Rendite             |     8,2%      |       11,2%
Volatilität         |     9,7%      |        9,5%
--------------------+---------------+-----------------------
Ergebnis:           |               |
anfängliche         |               |
jährliche Entnahme  |     4,8%      |        6,7%
--------------------+---------------+-----------------------

 

6,7% anfängliche jährliche Entnahmerate im Vergleich zu 4,8%. Das sind 40% mehr! Es lohnt sich also, Zeit zu investieren und sich um die Zusammensetzung seines Portfolios zu kümmern.

 

PS: falls jemand fragt, warum die anfänglichen Entnahmeraten so hoch sind... Das liegt an den Werten des Papers für Rendite und Volatilität: die Rendite ist hoch und die Volatilität ist niedrig. Bei meinen Simulationen für Deutschland verwende ich für den World- oder All-World ETFs meist eine Rendite von 7% (niedriger) und eine Volatilität von 14% (höher). Dann kommen deutlich niedrigere anfängliche Entnahmeraten heraus.

 

Das Ergebnis, was hier zählt, sind aber nicht die Entnahmeraten selbst, sondern dass eine deutliche Steigerung möglich ist, wenn es gelingt, den Inhalt des Portfolios zu verbessern.

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LongtermInvestor
· bearbeitet von LongtermInvestor

Klar, wenn du es schaffst die Volatilität zu senken und gleichzeitig die Renditeerwartung zu steigern. Da bin ich im Kern absolut bei dir, ein Portfolio für die Entnahmephase muss anders konstruiert werden als in der reinen Ansparphase. Die Asset Allocation ist hier unser größter und wichtigster Hebel.
 

Mein Bauchschmerz liegt bei dem Wording „deutliche Steigerung“. Die Annahmen unterstellen eine 36% höhere Rendite und 2% niedrigere Volatilität. Eine Reduktion der Volatilität führt selbst bei gleicher Durchschnittsrendite zwangsläufig zu einer höheren geometrischen Rendite. Der maximale Drawdown fällt in Krisenzeiten geringer aus, was bedeutet, dass du bei Entnahmen weniger "Tiefstpunkt-Verkäufe" realisieren musst.

 

Wie definierst du - den Inhalt verbessern konkret? Eine echte Verbesserung des Portfolios in der Entnahmephase definiert sich für mich nicht primär über eine signifikant höhere Entnahme, sondern über zwei andere Faktoren:

 

1. Verlässlichkeit des Cashflows - also die Wahrscheinlichkeit, dass wir unsere Entnahmen in starken Drawdowns nicht drastisch kürzen müssen.

 

2. Tail-Risk-Reduktion - sicherstellen des Überlebens des Depots in den wirklich miesen Startjahrgängen (SoRR).

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Flughafen
Am 12.5.2026 um 19:46 von Peter23:

Meines Erachtens sollte es jeder Person selbst überlassen sein, ob sie entweder sich richtig reinhängt (und/oder sich für knappere und damit besser bezahltere Tätigkeiten entscheidet) und in kurzer Zeit viel Geld verdient oder eben weniger über einen dann aber auch längeren Zeitraum. Durch unser System werden letztere besser gestellt durch die Steuerprogression. 

Ich habe Mal ein Video eines Russen über die deutsche Arbeitswelt aus Ausländersicht gesehen. Zwischen den Zeilen habe ich verstanden, dass er Deutschland mit sen USA vergleicht und die Länderattraktivität für eine potenzielle Einwanderung analysiert. Ich habe den Eindruck bekommen, dass es sich in den USA steuerlich lohnt, wenn z.B. beide Ehepartner sich ein paar Jahre hart reinknien, eine Immobilie kaufen und erst danach das Kinderprogramm auflegen. In Deutschland ist das steuerlich unattraktiv. Das sei auch der Grund, warum die Deutschen keine 2-3 Jobs ausüben würden, wie die Amerikaner.

Ich habe daraus sie Schlußfolgerung gewonnen, dass das deutsche Steuerrecht und unsere Sozialsysteme die Leute besser vor Selbstausbeutung schützen, als in den USA.  Die Kehrseite ist, dass bei uns ausgerechnet die gutbezahlten Spezialisten möglichst früh in die Rente oder zumindest stark in Teilzeit abhauen, weil die Arbeit finanziell nicht genug attraktiv ist. So kann man die Steuerprogression auch abmildern. 

 

Am 13.5.2026 um 07:54 von s1lv3r:

Auf die 0,001% der Bevölkerung, die einen solchen Lebensentwurf haben, kann man da einfach keine Rücksicht nehmen.

Bei den Steuern ist es so, dass die Menschen permanent damit beschäftigt sind, den Steuern legal auszuweichen, das ist ein fundamentales Wirtschaftsgesetz. :D D.h. wenn sich das rechnen würde, würden vielleicht 10-30% der Bevölkerung einen solchen Lebensentwurf nehmen. Dass jetzt nur noch die ganz "unbelehrbaren" 0,001% übrig geblieben sind, ist wahrscheinlich eher die Folge der Steuern. 

 

 

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Sapine
vor 15 Stunden von stagflation:

Das Ergebnis meiner Monte-Carlo-Simulationen bei niedrigen Pleitewahrscheinlichkeiten ist, dass es viel mehr auf das Verhältnis Rendite/Volatilität ankommt, als auf die Rendite.

Das ist ein Ziel was ich seit einigen Jahren mehr oder weniger stark verfolge. Die Volatilität senken ohne die Rendite im gleichen Ausmaß zu reduzieren. Volatilität hat in der Entnahmephase einen sehr schädlichen Einfluss. Tatsächlich ist es aber gar nicht so einfach geeignete Instrumente mit erträglichen Kosten für einen langfristigen Depotaufbau zu finden.

 

Die Anomalie der Low Volatility hatte ich vor einiger Zeit schon mal angesprochen. In der Vermögensaufbauphase ist das nicht so entscheidend, weil man einfach warten kann bis sich das Depot erholt. Inder Entnahmephase bietet es aber einen deutlichen Vorteil bei der Risikoreduzierung in Bezug auf das SORR.

vor 15 Stunden von stagflation:

Die klassische Idee aus CAPM ist deshalb, möglichst stark zu diversifizieren, auch über verschiedenen Anlageklassen hinweg - weil das das Verhältnis Rendite/Volatilität senkt.

Hierbei senkt man allerdings die Rendite erheblich. Das funktionierte in der Vergangenheit nur deshalb vergleichsweise gut, weil die historischen Renditen von Anleihen höher waren. 

 

Bleibt die Frage mit welchen Instrumenten man das hinbekommt. Was auf jeden Fall in kein Altersdepot in größerem Umfang hineingehört sind riskante Bausteine wie Tech-Fonds und andere Modethemen. Die würden das Risiko deutlich erhöhen.

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Sapine
vor 6 Stunden von LongtermInvestor:

Mein Bauchschmerz liegt bei dem Wording „deutliche Steigerung“. Die Annahmen unterstellen eine 36% höhere Rendite und 2% niedrigere Volatilität. Eine Reduktion der Volatilität führt selbst bei gleicher Durchschnittsrendite zwangsläufig zu einer höheren geometrischen Rendite. Der maximale Drawdown fällt in Krisenzeiten geringer aus, was bedeutet, dass du bei Entnahmen weniger "Tiefstpunkt-Verkäufe" realisieren musst.

Bei diesen Zahlen habe ich auch Bauchschmerzen. Ich vermute sie kommen durch die Konstruktion von zwei Depots mit ähnlicher Volatilität. Ob die Zahlen sich in Zukunft dann ähnlich entwickeln - wer weiß. Aber ich erwarte bereits bei einer Reduktion von 1 % in der Vola bei etwa gleich bleibender Rendite zu greifbaren Ergebnissen. Selbst wenn die Rendite geringfügig kleiner ist, kann die niedrigere Vola zum Gewinn führen in Bezug auf das SORR und die höhere Entnahme. 

vor 6 Stunden von LongtermInvestor:

Wie definierst du - den Inhalt verbessern konkret? Eine echte Verbesserung des Portfolios in der Entnahmephase definiert sich für mich nicht primär über eine signifikant höhere Entnahme, sondern über zwei andere Faktoren:

 

1. Verlässlichkeit des Cashflows - also die Wahrscheinlichkeit, dass wir unsere Entnahmen in starken Drawdowns nicht drastisch kürzen müssen.

 

2. Tail-Risk-Reduktion - sicherstellen des Überlebens des Depots in den wirklich miesen Startjahrgängen (SoRR).

zu 1) Die höhere Entnahme ist mehr oder weniger ein Äquivalent zum erzielbaren Cashflow. Dass man zusätzlich auch mit so einem defensiven Depot noch einen Puffer nutzen kann für schlechte Börsenphasen ist kein Widerspruch. 

 

zu 2) Bei besonders langen Entnahmephasen sind keineswegs nur die ersten Jahre hoch riskant. Das Grundproblem kann jederzeit entstehen, wenn sich das Depot bei vergleichsweise langer Restanlagedauer nicht mehr erholen kann. Bei einem Anlagezeitraum von 50 Jahren könnte das auch noch nach 20 Jahren kritisch werden. 

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Bolanger
vor 5 Stunden von Flughafen:

Ich habe Mal ein Video eines Russen über die deutsche Arbeitswelt aus Ausländersicht gesehen.

(...)

Ich habe daraus sie Schlußfolgerung gewonnen, dass das deutsche Steuerrecht und unsere Sozialsysteme die Leute besser vor Selbstausbeutung schützen, als in den USA.  Die Kehrseite ist, dass bei uns ausgerechnet die gutbezahlten Spezialisten möglichst früh in die Rente oder zumindest stark in Teilzeit abhauen, weil die Arbeit finanziell nicht genug attraktiv ist. So kann man die Steuerprogression auch abmildern. 

Mir wurde mal von einem hier arbeitendem Russen berichtet, der sich unheimlich über die deutsche Bürokratie gefreut hat. Wenn man einen Bescheid bekommt, egal ob Einkommensteuer, Gerichtsurteil oder Knöllchen, dann gelte der erstmal ausreichend verlässlich. In Russland wäre es nicht unüblich, dass man nach dem Erhalt eines Bescheides Besuch von Behördenvertretern bekäme, die gegen Zahlung einer kleinen "Spende" ein Wideraufrollen mit womöglich gravierend schlechterem Ergebnis vermeiden. Bürokratie ist nunmal die Grundlage der Rechtstaatlichkeit.

 

Ist denn Arbeit wirklich finanziell wenig attraktiv oder spielt der finanzielle Status, den man über Gehalt und Vermögen zeigen kann, in unserer Gesellschaft schlicht eine weniger wichtige Rolle und ist damit weniger erstrebenswert? Gerade hier in diesem Thread würde ich vermuten, dass ein Großteil, die mit dem Gedanken FU spielen, bereit sind zu Einbußen beim finanziellen Status. In den USA würde ich davon ausgehen, dass man dort lieber weiter arbeitet, wenn man sich dann den besseren Golf-Club leisten kann, das größere Auto fahren kann, die Markenklamotten zeigen kann und sich wöchentlich eine Schönheits-OP leistet. Zumindest in meinem Umfeld legt keiner Wert auf den Golf-Club und die Schönheits-OP.

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dev
· bearbeitet von dev

Um die Vola aus den Renditen zu nehmen, hab ich Dividenden entdeckt.

Was ist der Unterschied zwischen Angebot/Nachfrage und erwirtschaftet ( Dividenden werden meisten erwirtschaftet und sind nur ein Anteil am versteuerten Jahresgewinn )!?

Bei erwirtschaftet ist die "Kundenbasis" enorm höher als am Aktienmarkt, würde ich in den Raum stellen.

 

Allerdings verstehe ich auch, das manche lieber Masse, als eigene Recherche bevorzugen. ;-)

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 2 Stunden von dev:

Um die Vola aus den Renditen zu nehmen, hab ich Dividenden entdeckt.

 

Falls Du Zahlen hast, können wir die Auswirkung auf die Entnahmerate ausrechnen.

 

Weiter oben hatte jemand den Vorschlag, einen Low-Volatility ETF zu nehmen. Er hatte Zahlen aus einem Paper - und der Effekt war sehr deutlich. 

 

Wir bräuchten Rendite und Volatilität für einen Dividenden-Fonds und für einen ähnlichen, breit diversifizierten Fonds im gleichen Zeitraum. Der Zeitraum sollte mindestens 10 Jahre sein. Besser wäre deutlich länger - damit man ausschließen kann, dass es nur Zufall war.

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dev
vor 7 Stunden von stagflation:

Falls Du Zahlen hast, können wir die Auswirkung auf die Entnahmerate ausrechnen.

 

Weiter oben hatte jemand den Vorschlag, einen Low-Volatility ETF zu nehmen. Er hatte Zahlen aus einem Paper - und der Effekt war sehr deutlich. 

 

Wir bräuchten Rendite und Volatilität für einen Dividenden-Fonds und für einen ähnlichen, breit diversifizierten Fonds im gleichen Zeitraum. Der Zeitraum sollte mindestens 10 Jahre sein. Besser wäre deutlich länger - damit man ausschließen kann, dass es nur Zufall war.

Da scheitert es schon mal, ich habe keine ETFs und hatte auch noch nie welche oder gar Fonds.

Es gibt scheinbar auch nur sehr wenige Ausschütter-ETFs, mit einer über der Inflation steigenden Ausschüttung.

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LongtermInvestor
vor 2 Minuten von dev:

Da scheitert es schon mal, ich habe keine ETFs und hatte auch noch nie welche oder gar Fonds.

Dann teile doch wie Du die Vola aus den Renditen genommen hast, in der Praxis - ist sicher interessant für viele:

 

vor 9 Stunden von dev:

Um die Vola aus den Renditen zu nehmen, hab ich Dividenden entdeckt.

 

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Bast
vor 39 Minuten von LongtermInvestor:

Dann teile doch wie Du die Vola aus den Renditen genommen hast, in der Praxis - ist sicher interessant für viele:

Ich greife @devmal vor: Du investierst um die Jahrtausendwende konzentriert in einen Einzelwert, dessen Kurs sich bis Ende 2021 hervorragend entwickelt und der Dividenden zahlt. Ex post hältst Du dieses Vorgehen für universell anwendbar. 

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dev
vor 16 Minuten von Bast:

Ich greife @devmal vor: Du investierst um die Jahrtausendwende konzentriert in einen Einzelwert, dessen Kurs sich bis Ende 2021 hervorragend entwickelt und der Dividenden zahlt. Ex post hältst Du dieses Vorgehen für universell anwendbar. 

Nein.

 

vor einer Stunde von LongtermInvestor:

Dann teile doch wie Du die Vola aus den Renditen genommen hast, in der Praxis - ist sicher interessant für viele:

Bei einigen Firmen schwanken die Dividenden weniger und liefern einen stetigen Strom an Dividenden.

Bsp: Schau in den Allianz oder MüRe Faden.

 

Das war bei den beiden Firmen allerdings nicht immer lukrativ, um die 2000er waren sie zu teuer und das hätte sich nicht gelohnt.

 

Es kommt also nicht nur darauf an einen guten Dividendenzahler zu finden ( Vola ), sondern auch nicht zu viel zu zahlen ( Rendite ).

 

Aber da kommen wieder diese Sachen, die manche nicht machen wollen: Einzelaktien, selbst bewerten, Timing usw. 

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LongtermInvestor
vor 27 Minuten von dev:

Aber da kommen wieder diese Sachen, die manche nicht machen wollen: Einzelaktien, selbst bewerten, Timing usw. 

Naja, aus gutem Grund, wenn Du das Geld nicht zum leben benötigst, kannst Du das natürlich machen, aber notwendige Cashflows über wenige einzelne Aktien generieren zu müssen erhöht doch die Vola.

 

vor 30 Minuten von dev:

Es kommt also nicht nur darauf an einen guten Dividendenzahler zu finden ( Vola ), sondern auch nicht zu viel zu zahlen ( Rendite ).

Wie machst Du das ex ante? 

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Der Heini
vor 21 Stunden von Sapine:

Bei besonders langen Entnahmephasen sind keineswegs nur die ersten Jahre hoch riskant. Das Grundproblem kann jederzeit entstehen, wenn sich das Depot bei vergleichsweise langer Restanlagedauer nicht mehr erholen kann. Bei einem Anlagezeitraum von 50 Jahren könnte das auch noch nach 20 Jahren kritisch werden. 

Er hatte ja 30 Jahre angenommen. Da ist das SoRR laut finanzen-erklärt nur in den ersten 5 Jahren wirklich hoch. Danach wird es niedriger (ganz Null geht nie, außer mit gehaltenen Staatsanleihen).

Daher kommen ja auch solche Dinge wie die ersten 5 Jahre aus Cash oder Anleihentopf leben. Das verringert zwar die mögliche SWR, sichert diese aber auch ab.

 

Ich hatte mal testweise einige Jahre einen Low-Vola-Fond, die Renditen waren da vergleichsweise niedrig. Das Problem ist immer daß man schnell weniger Rendite hat als in der Simulation angenommen.

 

Am 23.5.2026 um 22:18 von stagflation:

Bei meinen Simulationen für Deutschland verwende ich für den World- oder All-World ETFs meist eine Rendite von 7% (niedriger) und eine Volatilität von 14% (höher). Dann kommen deutlich niedrigere anfängliche Entnahmeraten heraus.

Nominalrendite oder Realrendite? Da du 2% Steigerung annimmst (Inflation), gehe ich von Nominalrendite aus?

Longterminvestor geht ja von 5,5 real und 15% Vola aus und bekommt niedrigere SWR Werte. Das ist halt das Problem, wenn man vorher Werte annehmen muss, die man schlecht voraussagen kann.

 

Irgendwie kann man sich das Depot nach bestimmten Maßstäben einrichten für die Entnahmephase, aber ich sehe ein Problem dann in der Steuer.

Wenn ich in der Ansparphase einen World (Tech-lastig) oder Momentum nutze, um ein hohes Depotvermögen aufzubauen und dann zur Entnahmephase umbaue, muss ich hohe Abgeltungssteuern zahlen. Dann könnte der Effekt der Low-Vola durch ein niedrigeres Depotvolumen aufgefressen werden. Ich kann dann zwar mehr % entnehmen aber absolut nicht mehr, da mein Depotvolumen geringer ist. Da kommen schon wieder andere Effekte in DE zum Tragen. Theorie und Praxis halt.

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LongtermInvestor
vor 2 Stunden von Bast:

Du investierst um die Jahrtausendwende konzentriert in einen Einzelwert, dessen Kurs sich bis Ende 2021 hervorragend entwickelt und der Dividenden zahlt.

Ernsthaft? Schön wenn das funktioniert hat, aber das ist ja keine tragfähige Lösung.

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