Ramstein

Risikoklassen RK1, RK2, RK3

32 posts in this topic

Posted

Ich hatte mal vor längerer Zeit versucht, hier eine klare Definition für RK2 zu finden, bin aber gescheitert. Entsprechend ist mir auch nie klar geworden, wofür man es brauchen soll, weder in der Theorie noch in der Praxis.

Im Grundsatz kommt die 3-Klassen-Theorie wohl von der Portfolio-Theorie. Dafür spricht jedenfalls der immer wieder zu lesende Hinweis, dass man mit RK1 das Gesamtrisiko des Portfolios steuern könne. Das leuchtet ja auch spontan ein, auch wenn es naiv sein mag.

Entsprechend kennt mein Porfolio nur RK1 und "RK>1".

 

Am 29.7.2018 um 19:33 schrieb Ramstein:

Bei RK1 werden am häufigsten Tages-/Festgelder solider Banken und Staatsanleihen mit AAA oder AA Rating in Euro genannt. Damit ist nach Inflation und Steuern der Verlust garantiert.

 

Das mag stimmen oder auch nicht. Was hier aber fehlt und was ein konstitutives Merkmal von RK1 (zu dem auch Bargeld gehört - dann nur der Inflationsverlust) ist, ist die Unabhängigkeit von Kursschwankungen aller genannter Anlageformen. Sie garantieren also eine Stabilität der Nominalwerte, nicht der Realwerte.

In einer Zeit, wo zumindest in Krisensituationen alle anderen Assets hoch positiv korreliert zu sein scheinen und gemeinsam fallen, trifft dies auf den RK1-Teil eben nicht zu.

Wie in verschiedenen anderen Lebensbereichen auch, kann mancher auf diese Versicherung verzichten, andere nicht. Und wer verzichtet, fährt natürlich so lange besser, bis der Schadensfall eintritt, da er ja die Versicherungsprämie - hier in Form von Renditeverzicht - spart.

Null Prozent RK1 ist letztlich eine Entscheidung wie jede andere, die nicht ideologisch überhöht werden braucht.

 

Share this post


Link to post

Posted

Ich halte bekannterweise auch nichts von diesen schräg definierten Risikoklassen. Ich beobachte aber für mein Depot die Langfristentwicklung und die Korrelation der Anlageklassen und einiger Benchmarks. Kürzlich habe ich noch die Korrelation zum RexP (Platzhalter für RK1?) aufgenommen, weil mich das interessierte. Hier mal die Performance für mehrere Zeiträume, sowie die Korrelationswerte:

 

Bildschirmfoto 2018-08-22 um 18.32.50.png

Share this post


Link to post

Posted

Am 22.8.2018 um 18:34 schrieb Ramstein:

Ich halte bekannterweise auch nichts von diesen schräg definierten Risikoklassen. Ich beobachte aber für mein Depot die Langfristentwicklung und die Korrelation der Anlageklassen und einiger Benchmarks. Kürzlich habe ich noch die Korrelation zum RexP (Platzhalter für RK1?) aufgenommen, weil mich das interessierte. Hier mal die Performance für mehrere Zeiträume, sowie die Korrelationswerte:

 

Bildschirmfoto 2018-08-22 um 18.32.50.png  14   103 kB

Risk Parity:P

Share this post


Link to post

Posted · Edited by herbert_21

Die selbstgenutzte Immobilie, sei sie nun geerbt, fremdfinanziert oder ausfinanziert ist wohl RK2. Der Genossenschaftsanteil einer Wohnung und die Mietkaution ist RK2. Und ob die staatliche Pension ein RK2 ist, lässt sich debattieren.

 

Das Risiko steigt pro Klasse zwar an, lässt sich aber z.b. durch Leveraging / Fremdkapital ändern, und ist nicht "fix".

RK1 <  RK2 < < RK3 vulgo risikobehaftete Anlage (Kommer)

 

Auch wenn die Begriffe etwas schwammig bzw nicht 100% klar definiert sind (Kommer versucht es wenig), so helfen sie doch zu erklären, warum eine 100% Investitionsquote für die meisten nicht (ohne weitere Annahmen oder Einnahmen) sinnvoll ist. Natürlich, wenn ich 2 Mio im Depot mit regelmäßigen Ausschüttungen und einer Ausschüttungsrendite von 3% habe, ich also jeden Monat 5k oder mehr habe, dann geht mein Taggeldbedarf gegen 0.

 

Der Punkt vom Threadowner, dass Taggeld nicht ohne Risiko ist, bzw. nur die Garantie, dass man damit Geld verliert: geschenkt! 

 

 

Share this post


Link to post

Posted

>> Immer wieder wird eine Aufteilung/Diversifizierung _der Anlagen auf die „Risikolassen“ 

 

Hier ist ein Tippfehler.

Share this post


Link to post

Posted

Am 30.7.2018 um 16:22 von alsuna:

Bei diesem Thema wird mal wieder klar, welche unterschiedlichen Definitionen von Risiko es gibt. Die einen setzen Volatilität = Risiko (ggf. in Kombination mit Anleger-Psyche), für andere dominiert der Risk of missing out (ROMO).

:thumbsup:

Am 31.7.2018 um 12:04 von Bärenbulle:

1) Viele Marktteilnehmer bewerten Risiko anhand von Volatilität weil diese eine kurzfristige Sicht auf Risiken haben. Man kann nicht oft genug betonen, das Volatilität für Langfristanleger ein hochgradig irreführendes Risikomass ist. Nur weil die Vola gering ist, ist es das Risiko aber keineswegs (vor allem das Langfristige nicht). Bewertungsniveaus (und evtl. auch Korrelationen) sind hierfür viel wichtiger.

:thumbsup:

Am 30.7.2018 um 16:22 von alsuna:

Solange man sich nicht einig ist, was man mit dem Begriff des Risikos eigentlich meint, ist jegliche Diskussion verschwendete Zeit.

Das ist nun meiner Meinung nach ein Fehlschluß.

Die Diskussion sollte offenlegen, welches Risikoverständnis einzelne Diskussionsteilnehmer haben und welche Fehlschlüsse aus dem jeweiligen Risikoverständnis entstehen können.

Share this post


Link to post

Posted

Am ‎31‎.‎07‎.‎2018 um 12:04 von Bärenbulle:

1) Viele Marktteilnehmer bewerten Risiko anhand von Volatilität weil diese eine kurzfristige Sicht auf Risiken haben. Man kann nicht oft genug betonen, das Volatilität für Langfristanleger ein hochgradig irreführendes Risikomass ist. Nur weil die Vola gering ist, ist es das Risiko aber keineswegs (vor allem das Langfristige nicht). Bewertungsniveaus (und evtl. auch Korrelationen) sind hierfür viel wichtiger.

 

Hohe Volatilität im Depot kann aber aus einem durchschnittlich informierten Langfristanleger schnell einen Kurzfristanleger machen ;-) 

 

 

 

Share this post


Link to post

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!


Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.


Sign In Now