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Bin ich ein Tecis-Opfer?

  • Tecis
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29 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben

Moin moin,

 

da ich in diesem Forum in letzter Zeit viel negatives über tecis gelesen haben, bin ich ein wenig in Sorge geraten, ob auch ich ein „Tecis-Opfer“ geworden bin und wollte das daher gerne einmal mit eurer netten Hilfe überprüfen lassen.

Wichtigste Vorinformationen:
Ein Kumpel von mir arbeitet bei Tecis, ich habe die Sachen über ihn abgeschlossen. Ich kenne ihn schon seit vielen Jahren und er ist ein echt korrekter Kerl. Wenn ich da also „Mist“ angedreht bekommen habe, dann würde ich ihm auf keinen Fall eine böse Absicht unterstellen, sondern eher, dass er selber falsch informiert wurde, da er noch recht jung und neu ist.


Meine Ausgangssituation:
Ich bin jetzt 28 Jahre (zum Vertragsabschluss war ich noch 25). Ich bin zu tecis gegangen wegen der Punkte Altersvorsorge + BU. Ich wusste bereits vorher, dass ich für eine BU nicht in Frage komme, da ich zu viele Vorerkrankungen besitze, die mich ausschließen. Daher wollte ich mich beraten lassen, was man da als „Plan B“ machen könnte.

Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses war ich noch Doktorand der Chemie, Nettoeinkommen im Monat ca. 1300 €. Ich fange jetzt nächste Woche mit meinem neuen Job als promovierter Chemiker im Sales Bereich – Einstiegsgehalt liegt da bei 50000 – 80000 € - das wird in den nächsten Jahren natürlich noch steigen.

 

Ich habe dann 3 verschiedene Verträge unterschrieben – Gesamtzahlungsvolumen 100 €/Monat

 

1)      Alte Leipziger ALfondsBasis – Fondsgebundene Basisrente (FR70), Laufzeit 41 Jahre (25 €/Monat, 5% Dynamik)

 

Ich habe zu Beginn noch aktiv gemanagte Fonds gehabt, habe da aber nach wenigen Monaten bereits auf Index-Fonds gewechselt und war damit auch sehr zufrieden.

Hier zahle ich im Moment win in:

-          iShares Core MSCI World (Fondkosten 0,2%)

-          iShares Dow Jones Asia Pacific Select Dividend 30 (Fondskosten 0,31%)

 

2)      Alte Leipziger  ALfonds – Fondsgebundene Basisrente (FR10) (25 €/Monat, 5% Dynamik)

Hier bespare ich dieselben beiden ETF-Fonds wie oben, gleiche Fondskosten

 

3)      Die Stuttgarter – Fondsgebundene Rentenversicherung „Stuttgarter FlexRenge invest“ (50 €/Monat, 5% Dynamik)

Auch hier wieder erst aktiv gemanaged, schneller Wechsel zu den ETF-Fonds, Fondskosten identisch

 

Der Gedanke hinter der ganzen Sache war, dass die beiden Altersvorsorgen bei der AL als richtige AV dienen, die Versicherung bei der Stuttgarter als BU-Ersatz, den ich mir, wenn nicht benötigt, vor der Rente auf einen Schlag auszahlen lassen.

Bei den AL-Policen ist eine eine Rürup, da ich ja ab jetzt ein hohes Gehalt haben werde und damit bei Höchststeuersatz  die Ersparnis habe und es dafür später zu einem niedrigeren Steuersatz versteuere.

Die beiden AL-Policen soll ich dann in Zukunft mit steigendem Einkommen höher einzahlen, die 50 € bei der Stuttgarter sollen (außer der Dynamik) ansonsten konstant bleiben und nicht erhöht werden.

 

 

--

Das ist so der Stand der Dinge. Habe ich hier etwas vernünftiges/akzeptables, mit dem man arbeiten kann oder bin ich auf etwas wirklich schlechtes reingefallen?

Ich zahle nun inzwischen seit 2,5 Jahren ein – könnte man da überhaupt noch was retten oder wäre ich schon „gefangen“ jetzt?


Ich danke euch vielmals für die Hilfe

 

LG
 

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Geschrieben · bearbeitet von whister

vor 23 Minuten schrieb Nehedeezy:

1)      Alte Leipziger ALfondsBasis – Fondsgebundene Basisrente (FR70), Laufzeit 41 Jahre (25 €/Monat, 5% Dynamik)

Zahlst du hier auch schon 2,5 Jahre ein? Wenn ja, warum? Du hast versteuertes Geld eingezahlt, dass du bei der Auszahlung erneut versteuern darfst. Unabhängig davon lohnt sich Rürup selbst beim Spitzensteuersatz in der Regel nicht - du solltest also ganz genau durchrechnen ob ein solcher Vertrag sich für dich lohnt (Stickeis lesen).

 

vor 23 Minuten schrieb Nehedeezy:

2)      Alte Leipziger  ALfonds – Fondsgebundene Basisrente (FR10) (25 €/Monat, 5% Dynamik)

Lohnt sich der Vertrag nach Kosten? Hast du das selbst mit einer Direktanlage verglichen?

 

vor 23 Minuten schrieb Nehedeezy:

3)      Die Stuttgarter – Fondsgebundene Rentenversicherung „Stuttgarter FlexRenge invest“ (50 €/Monat, 5% Dynamik)

Auch hier: Lohnt sich der Vertrag nach Kosten? Hast du das selbst mit einer Direktanlage verglichen?

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Geschrieben

vor 9 Stunden schrieb whister:

Du hast versteuertes Geld eingezahlt, dass du bei der Auszahlung erneut versteuern darfst.

Bitte genauer erklären... stimmt mMn nicht.

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Geschrieben

@Nehedeezy,

na ja, typisch Vertrieb. Mit Versicherungen zugepflastert, sie lernen es vermutlich auch nicht anders. Aber wegwerfen muss man es auch nicht unbedingt, denn er hat namhafte Gesellschaften gewählt.

 

Ich nehme an, der "Kumpel" ist etwa gleichaltrig. Da man im Leben nie auslernt, wird auch er weiter lernen und besser werden. Auf lange Sicht halte ich es für optimaler, mit einem Berater offen zusprechen und "mitzugehen". Wenn er über einen Vertrieb (hier Tecis) kommt, lebt er vom Verkauf. Und das geht nur, wenn Du Gebühren/Kosten trägst. Jede Sache hat ihren Preis. Die Frage ist also, bringt er Dir durch seine Beratung einen Vorteil. Das kann durchaus sein, wenn er sein Wissen bzgl. Fonds/ETF erweitert. Und wie Du schon richtig geschrieben hast, er lernt von denen und weiß es aktuell wahrscheinlich nicht besser. 

 

Was kann/will ich zu den Verträgen sagen:

1. Generell für alle Verträge gilt, nimm die Dynamik raus. Das ist jedes Mal ein Neuvertrag mit hohen Abschlusskosten. Mach, wenn der Vertrag gehalten werden soll, lieber einmalige Zuzahlungen.

Die ETF Auswahl ist aktuell gut. 

 

2.1. Der Rürupvertrag (AL Tarif FR70): Ich bin generell kein Freund von Rüruppolicen, schon gar nicht in jungen Jahren und absolut nicht, wenn man ges. rentenversichert ist. Das Geld in Rürup ist doch dann zusätzlich weg, was da rein geht, "entzieht" man seinem eigen Vermögen, ggf. auch der Familie und den Kindern. Wenn Du im Alter von >50 so ein Ding machst, macht das ja vielleicht noch Sinn, aber jetzt? Daher mein Rat, die 25 € lassen, aber das war es auch.

 

2.2. Der Vertrag der AL Tarif FR10 ist keine Basisrente (Rürup/Schicht 1), das ist eine "normale" Rentenversicherung (private Rentenversicherung/Schicht 3). Da gilt auch, lassen, aber mtl. erst mal nicht mehr als die 25 € einzahlen. 

 

3. Ein eigenes Depot machen. Frag den Kumpel, ob er so was kostenlos anbieten kann, oder wenigstens 100% Rabatt auf Ausgabeaufschläge gewähren kann. Ich kenne mich bei Tecis nicht aus, glaube es ja nicht, denn dann würde der Vertrieb Pleite gehen. Jeder Vertrieb lebt von den Gebühren/Kosten, den Du zahlst. Geht das über Tecis nicht, oder kann er es außerhalb von Tecis nicht regeln, selbst ein Konto eröffnen oder hilfsweise über einen anderen freien Berater (kostet ggf. Gebühren) mit 100% Rabatt auf die Ausgabeaufschläge einrichten lassen. Auf dem Konto regelmäßig sparen und von da aus die Gelder verteilen. Beispielsweise als zusätzliche Einmalzahlungen in o.g. Versicherungen, wenn des denn gewünscht ist. 

 

Lg

Framal

 

 

 

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Geschrieben

vor 1 Stunde schrieb odensee:

Bitte genauer erklären... stimmt mMn nicht.

Wenn er derzeit ein Einkommen um die ~1300 Euro/Monat hat sollte die Grenzsteuerbelastung sehr gering (oder nicht vorhanden - je nachdem wieviel Aufwendungen durch die Doktorandenstelle noch absetzbar sind) sein.

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Geschrieben

vor 2 Stunden schrieb whister:

Wenn er derzeit ein Einkommen um die ~1300 Euro/Monat hat sollte die Grenzsteuerbelastung sehr gering (oder nicht vorhanden - je nachdem wieviel Aufwendungen durch die Doktorandenstelle noch absetzbar sind) sein.

Hast recht, sorry, ich hatte die Vergangenheitsform in deinem Post übersehen und für die Zukunft gedacht. (Und auch da würde ich an Stelle des TO keinen Rürup machen...)

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Geschrieben

vor 17 Stunden schrieb Nehedeezy:

Ich habe dann 3 verschiedene Verträge unterschrieben – Gesamtzahlungsvolumen 100 €/Monat

 

1)      Alte Leipziger ALfondsBasis – Fondsgebundene Basisrente (FR70), Laufzeit 41 Jahre (25 €/Monat, 5% Dynamik)

...

 

2)      Alte Leipziger  ALfonds – Fondsgebundene Basisrente (FR10) (25 €/Monat, 5% Dynamik)

...

 

 

100 Euro pro Monat sind nicht die Welt, aber dennoch m. E. nicht sinnvoll für junge gutverdienende Angestellte, siehe: 

 

 

Ein wesentlicher Punkt bei Rürupverträgen ist, dass diese regulär nur über Rentenzahlungen ausgezahlt werden können. Keine Teilentnahmen, keine Kapitalabfindung bei Renteneintritt und auch bei Kündigung wird der Vertrag nur beitragsfrei, aber man bekommt das Geld nur über die Rentenleistung wieder, die dann davon abhängt, ob der Erlebensfall eintritt und wie lange man lebt + Steuersätze + Verrentungskonditionen und Kosten vorher.

 

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Geschrieben

Schonmal soweit vielen vielen Dank für eure Antworten, ich versuche mal so gut ich kann darauf einzugehen, wobei ich eben auch sagen muss, das mein Wissen in diesme ganzen Bereich wirklich überschaubar ist.

 

@ whister: Ich habe alle 3 Verträge zeitgleich abgeschlossen und zahle daher auch in alle 3 Verträge bereits für 2,5 Jahre ein. Einen Vergleich mit den Kosten der Direktanlage habe ich nicht durchgeführt, da ich auch nicht wirklich weiß, wie man das machen würde.

 

@Framal: Dynamiken nehme ich raus, danke! Ich hatte das so verstanden, dass man ja so eine Extragebühr in den ersten 5 Jahren zahlt, die auch immer auf eine Erhöhung des Einzahlungsbetragen angepasst werden würde. Die Dynamik sei davon aber nicht betroffen. Stimmt das nicht? Dann werde ich die umgehend entfernen.

Die Rürup kann man ja auch nicht mehr wirklich kündigen, wie bereits Tyr erwähnt hatte. Also einfach weiterlaufen lassen? ODer würdet ihr sogar sagen, dann man die Beitragsfrei stellt?

Ich habe es auch so verstanden, dass nur FR70 die Rürup sei, FR10 sei eine "private". Da habei ch mich auch einfach vertippt, da steht auch nur Fondsgebundene Rente.

 

Das Depot ist mittelfristig das Ziel, erstmal müssen noch Sachen wie Bafög-Schulden und co abbezahlt werden.

 

Also deine Empfehlung wäre: Dynamiken raus, Rürup so lassen, wie sie jetzt ist und im Endeffekt Verbesserungen im Einkommen nur noch in den FR10 reinhauen?

 

@whister/Odense: Die Zeiten des 1300 €-Gehaltes enden quasi diesen Monat. Ich fange am 17. mit dem neuen Job und habe dann das wesentlich höhere Gehalt. Jetzt bin ich eben bei 50000 - 80000 Jahresgehalt.

 

 

Also ist das hier so allgemeiner Konsens, dass ich am besten damit fahre, so vorzugehen, wie Framal es beschrieben hat und vor allem den Beitrag der FR10 zu erhöhen?


Vielen lieben Dank und Liebe Grüße

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Geschrieben

vor 11 Stunden schrieb Framal:

Frag den Kumpel, ob er so was kostenlos anbieten kann

Ich würde den Kumpel gar nichts fragen, was auch nur im entferntesten mit Finanzen zu tun hat.
 

 

vor 3 Stunden schrieb Nehedeezy:

Also ist das hier so allgemeiner Konsens, dass ich am besten damit fahre, so vorzugehen, wie Framal es beschrieben hat und vor allem den Beitrag der FR10 zu erhöhen?

 

Allgemeinen Konsens gibt es im WPF nicht :rolleyes: Du solltest den Beitrag von Framal nochmal etwas genauer lesen. Vor allem solltest du über Nummer (3) nachdenken: eigenes Depot. Aber NICHT über deinen Kumpel. In deiner Situation sind fondsgebundene RV nur zweite Wahl. Statt "Steuern sparen" (unter dem Aspekt wurde dir wahrscheinlich der Rürupvertrag verkauft... ) kannst du bei einem einfachen ETF-Sparplan Kapitaleinkünfte komplett steuerfrei kassieren, solange du den Sparerpauschbetrag nicht ausgenutzt hast.

 

Und (1) solltest du möglichst noch heute umsetzen: Dynamik raus.

 

vor 3 Stunden schrieb Nehedeezy:

ODer würdet ihr sogar sagen, dann man die Beitragsfrei stellt?

Ich würde sie beitragsfrei stellen, wenn da keine erheblichen Kosten aufkommen.

 

vor 3 Stunden schrieb Nehedeezy:

Das Depot ist mittelfristig das Ziel, erstmal müssen noch Sachen wie Bafög-Schulden und co abbezahlt werden.

Oha, noch Bafög-Schulden, aber schon drei FRV am Laufen. Wusste dein Kumpel von den Schulden? Wenn ja: wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde :w00t: Wenn nein: warum wusste er nicht davon?

 

vor 22 Stunden schrieb Nehedeezy:

Ich kenne ihn schon seit vielen Jahren und er ist ein echt korrekter Kerl.

Ist zwar off-topic und geht in Richtung Lebensberatung... aber das sehe ich auf Basis des geschildertern anders. :angry:

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Geschrieben

vor 12 Stunden schrieb Framal:

Frag den Kumpel, ob er so was kostenlos anbieten kann

Ein gut gemeinter Ratschlag:

Halte dich von dem Typen fern – solche "Freunde" können den reichsten Menschen finanziell ruinieren.

 

Hat der tecis-Strukki dir noch weitere Produkte verkauft?

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Geschrieben

Die Bafög-Schulden waren bekannt, die Initiative, dass ich etwas in Richtung AV/BU haben möchte, ging von mir aus und auch der monatliche Gesamtbetrag von 100 € war meine Entscheidung. Ich habe die Vorsorge und die Bafög-Schulden nie gemeinsam betrachtet, da ich wusste, dass ich die Bafög-Schulden erst werde zurückzahlen müssen, wenn ich einen richtigen Job habe. Und das hat zum damaligen Zeitpunkt noch ca. 3 Jahre gedauert, das war dann für mich kein Grund, solange auf eine AV und co zu warten.

 

 

Rürup wurde mir in der Tat unter dem Aspekt Steuernsparen erklärt. Die Überlegungen gingen immer davon aus, dass ich nach dem Doktor einen gut bezahlten Job haben werde, der sehr schnell den Spitzensteuersatz für mich bedeuten wird (da ich im Sales Bereich arbeite kann das schon im jetzt folgenden ersten Jahr soweit sein). Und der Gedanke war dann eben,. dass ich jetzt, wo ich den höchsten Steuersatz zahle, hier spare und in der Rente dann zu einem niedrigeren Steuersatz versteuere - ich fand das auch ziemlich einleuchtend muss ich sagen. Wo genau übersehe ich hier etwas?

 

Die anderen beiden Verträge sind ja auch keine Rürups, sondern private. Ich merke hier zwar, dass hier sehr viel Unmut dagegen herrscht, aber irgendwie fehlt mir noch etwas, damit ich vollkommen verstehe, warum das so schlecht ist. Ich sehe noch nicht wirklich, was daran wirklich so schlecht ist. Ein Depot ist absolut angedacht, da waren aber sowohl er als auch ich uns einig, dass wir das erst machen wollen, wenn Bafög und co abbezahlt sind. Mir war es eher wichtig, erstmal die AV ans Laufen zu kriegen und vor allem irgendwas zu haben, was als halbwegs Ersatz für eine BU funktionieren könnte.

 

Mir fehlen vielleicht etwas die Basics, die ihr hier wahrscheinlich voraussetzt, damit ich da wirklich durchsteige. Ich bin immer mit dem Gedanken aufgewachsen, dass man schnellstmöglich ne private AV abschließen sollte usw? :(

 

Sorry, falls die Fragen zu dumm sind :(

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Geschrieben · bearbeitet von odensee

vor 9 Stunden schrieb Nehedeezy:

Die Bafög-Schulden waren bekannt, die Initiative, dass ich etwas in Richtung AV/BU haben möchte, ging von mir aus und auch der monatliche Gesamtbetrag von 100 € war meine Entscheidung. Ich habe die Vorsorge und die Bafög-Schulden nie gemeinsam betrachtet, da ich wusste, dass ich die Bafög-Schulden erst werde zurückzahlen müssen, wenn ich einen richtigen Job habe. Und das hat zum damaligen Zeitpunkt noch ca. 3 Jahre gedauert, das war dann für mich kein Grund, solange auf eine AV und co zu warten.

Für einen Freund aber vielleicht, dir davon abzuraten. Aber genug davon...

 

Zitat

Rürup wurde mir in der Tat unter dem Aspekt Steuernsparen erklärt. Die Überlegungen gingen immer davon aus, dass ich nach dem Doktor einen gut bezahlten Job haben werde, der sehr schnell den Spitzensteuersatz für mich bedeuten wird (da ich im Sales Bereich arbeite kann das schon im jetzt folgenden ersten Jahr soweit sein). Und der Gedanke war dann eben,. dass ich jetzt, wo ich den höchsten Steuersatz zahle, hier spare und in der Rente dann zu einem niedrigeren Steuersatz versteuere - ich fand das auch ziemlich einleuchtend muss ich sagen. Wo genau übersehe ich hier etwas?

Lies bitte den Rürup-Sticky (hat tyr verlinkt) und verstehe ihn. Das kann man als promovierter Chemiker, da bin ich mir sicher ;). Und wenn noch Details unklar sind: wieder fragen. Danach wirst du Rürup wahrscheinlich nicht mehr so toll finden. (Ich denke übrigens über den Abschluß einer solchen Versicherung nach, bin aber auch deutlich älter als du und habe nicht 3 Jahre ohne jeden Steuervorteil eingezahlt... und weitere Details, die dir nicht weiterhelfen)

 

Zitat

Die anderen beiden Verträge sind ja auch keine Rürups, sondern private. Ich merke hier zwar, dass hier sehr viel Unmut dagegen herrscht, aber irgendwie fehlt mir noch etwas, damit ich vollkommen verstehe, warum das so schlecht ist. Ich sehe noch nicht wirklich, was daran wirklich so schlecht ist.

Eine fondsgebundene Rentenversicherung ist nicht per se "schlecht". Aber:

1) die Kosten sind idR höher als wenn du einfach selber in einen ETF-Sparplan einzahlst.

2) du zahlst innerhalb des "Versicherungsmantels" (so wird das gelegentlich genannt) keine Steuern, versteuert wird erst ganz zum Schluß, wenn die Versicherung auszahlt. Das hört sich zunächst gut an und ist es unter Umständen auch. ABER: solange du deinen Sparerpauschbetrag nicht nutzt (801 Euro), verschenkst du Geld an den Staat. Und du warst doch so scharf aufs Steuern sparen ;). Sinnvoll wäre: zunächst soviel in Fonds ansparen, dass durch die Ausschüttungen der Pauschbetrag genutzt wird. Dazu brauchst du ca. 40.000 bis 50.000 Euro in einem popeligen ausschüttenden "World"-Fonds/ETF. Der bringt dir jedes Jahr die ca. 800 Euro komplett STEUERFREI.

Wenn du diesen Betrag angespart hat, KANN es durchaus sinnvoll sein, dann eine gute (hast du eine solche?) FRV abzuschließen (auch unter der Überlegung, die 62/12-Regelung zu nutzen). Wichtig aber: niedrige Kosten!

 

Zitat

Ein Depot ist absolut angedacht, da waren aber sowohl er als auch ich uns einig, dass wir das erst machen wollen, wenn Bafög und co abbezahlt sind.

Völlig unlogisch. Die gleiche Überlegung gilt auch für deine FRV. Da sehe ich keinen Unterschied. Ausser dass dein Kumpel für ein Depot keine Provision bekommt.

 

Zitat

Mir war es eher wichtig, erstmal die AV ans Laufen zu kriegen und

AV ist auch: Schulden tilgen

AV ist auch: Depot eröffnen und Fondssparplan anlegen

 

Zitat

vor allem irgendwas zu haben, was als halbwegs Ersatz für eine BU funktionieren könnte.

Da wird mir richtig übel. Selber ansparen statt einer Versicherungslösung. Wie soll das gehen, wenn du nächstes Jahr BU wirst? Ich meine: du kannst ja auf eine BU-Versicherung verzichten. Machen viele. Eigene Verantwortung. Aber deine Lösung (bzw. die deines Kumpels) ist sich selbst in die Tasche zu lügen. (edit: siehe auch bondholders treffenden Kommentar!)

Wenn du wirklich eine Risikoabsicherung haben willst, gibt es andere Möglichkeiten https://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/bu-alternativen/ (nur als Beispiel, edit: besser einen Makler suchen, der sich auskennt, und nein, nicht deinen Kumpel)

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Geschrieben · bearbeitet von bondholder

vor 2 Stunden schrieb Nehedeezy:

und vor allem irgendwas zu haben, was als halbwegs Ersatz für eine BU funktionieren könnte.

 

Kannst du bitte in einfachen Worten erklären, inwiefern diese Rentenversicherung einen Ersatz für eine BU darstellen soll? Wäre es ebenfalls ein Ersatz für eine BU, jeden Monat einen größeren Geldschein in einen Schuhkarton zu legen und diesen unter dem Bett zu verstauen?

 

Zitat

Ich bin immer mit dem Gedanken aufgewachsen, dass man schnellstmöglich ne private AV abschließen sollte usw? :(

Wer hat dir die Gehirnwäsche verpasst, dass private Altersvorsorge bedeutet, möglichst teure und unflexible Versicherungsverträge abzuschliessen?

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Geschrieben

8 hours ago, odensee said:

AV ist auch: Schulden tilgen

Ist es wirklich sinnvoll die Bafög-Schulden als erstes zu tilgen? Ein kostenloses Darlehen das man erst nach fünf Jahren zurückzahlen muss, und dann mit Raten á 100 € über 8 Jahre? Ich würde die 10.000 € dafür eher separat anlegen und die Bafög-Schulden daraus bedienen. Oder liege ich da falsch?

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vor 17 Minuten schrieb PuddleScratcher:

Ein kostenloses Darlehen das man erst nach fünf Jahren zurückzahlen muss, und dann mit Raten á 100 € über 8 Jahre?

Ist das so? Ich bin noch von meiner Situation ausgegangen :rolleyes: da lohnte sich schnelles Tilgen. War aber tief im letzten Jahrtausend...

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Geschrieben

@Nehedeezy

 

Zitat

 

@Framal: Dynamiken nehme ich raus, danke! Ich hatte das so verstanden, dass man ja so eine Extragebühr in den ersten 5 Jahren zahlt, die auch immer auf eine Erhöhung des Einzahlungsbeträgen angepasst werden würde. Die Dynamik sei davon aber nicht betroffen. Stimmt das nicht? Dann werde ich die umgehend entfernen.

 

Ja, das stimmt nicht! Die Dynamik wird ähnlich mit Kosten belastet, wie die Ursprungspolice.

 

Zitat

Das Depot ist mittelfristig das Ziel, erstmal müssen noch Sachen wie Bafög-Schulden und co abbezahlt werden.

Dann sollten die Versicherungen „mittelfristig das Ziel sein“, das Depot sollte Priorität haben. Siehe unten unter Punkt 1, so würde ich auch das BaföG tilgen.

 

Zitat

Also deine Empfehlung wäre: Dynamiken raus, Rürup so lassen, wie sie jetzt ist und im Endeffekt Verbesserungen im Einkommen nur noch in den FR10 reinhauen?

FAST. Rürup kann bleiben, wenn die 25 € nicht stören, sonst beitragsfrei stellen.

Die 2 Policen mit je 25 € laufen lassen, wenn die Beiträge nicht stören. Ja, Dynamik weg und alle weiteren Sparraten und Anlagen sollten im Depot landen.

 

Zitat

… wie Framal es beschrieben hat und vor allem den Beitrag der FR10 zu erhöhen?

Nee, siehe oben. Erstmal keine Police zusätzlich besparen, NUR das Depot.

Zum Depot gehören bei mir immer das Anlagedepot und ein Verrechnungskonto.

1. Auf das Verrechnungskonto packe ich den max. möglichen Betrag. Sollte ich mich mal vertan haben und zu viel gespart haben, komme ich da ja jederzeit ran. Dieses Geld ist weder mit Kosten noch mit anderen Gebühren belastet, außer dass die jährlichen Depotkosten (unter 50 € p.a.) davon abgehen.

2. Aus dem Guthaben des Verrechnungskontos heraus betreibe ich Sparpläne im Depot.

3. Die beiden Policen der Schicht 3/private Altersvorsorge, AL Tarif FR 10 und Stuttgarter Flex Rente Invest, würde ich, wenn Bedarf da ist, später mit Einmalzahlungen aus dem Verrechnungskonto heraus bedienen.

Vorab vom Kumpel bitte prüfen lassen, in welchem Umfang Zuzahlungen möglich sind. Das kannst Du natürlich auch selbst tun, solltest Du auch. Aber ich würde es mind. zusätzlich dem Kumpel machen lassen, weil ich da gleich erkennen würde, wie engagiert und verlässlich er ist.

 

Lg

Framal

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Geschrieben

vor 31 Minuten schrieb PuddleScratcher:

Ist es wirklich sinnvoll die Bafög-Schulden als erstes zu tilgen? Ein kostenloses Darlehen das man erst nach fünf Jahren zurückzahlen muss, und dann mit Raten á 100 € über 8 Jahre? Ich würde die 10.000 € dafür eher separat anlegen und die Bafög-Schulden daraus bedienen. Oder liege ich da falsch?

Nachlass bei vorzeitiger Rückzahlung (§ 18 Abs. 5b BAföG)?

 

https://www.bva.bund.de/DE/Organisation/Abteilungen/Abteilung_BT/Bafoeg/04_Rueckzahlung/Frage_Vorzeitige_Rueckzahlung/vorzeitige_rueckzahlung_node.html

Zitat

 

Kann ich ei­nen Nach­lass be­kom­men, wenn ich mein Dar­le­hen vor­zei­tig zu­rück­zah­le?

Das Dar­le­hen kann ganz oder teil­wei­se vor­zei­tig zu­rück­ge­zahlt wer­den (§18 Abs. 5b BAföG). Durch ei­ne vor­zei­ti­ge Rück­zah­lung (VR) des noch nicht fäl­li­gen Dar­le­hens ha­ben Sie die Mög­lich­keit ei­nen Nach­lass zu er­lan­gen. Der Nach­lass rich­tet sich nach der Hö­he der Dar­le­hens­schuld (§ 6 Dar­le­hens­ver­ord­nung).

 

 

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Geschrieben

Die Renditen, die mit einer vorzeitigen Ablösung des Darlehens verbunden sind, grenzen fast schon an Wucher. Ginge es nicht um Bafög, würde man sich als erstes fragen, was da nicht stimmt und wo der Haken ist.

 

Man muss sich die Frage stellen, ob die Inanspruchnahme dieses Angebots nicht eine vorsätzliche Schädigung unseres Gemeinwesens ist. Von was soll die öffentliche Hand denn da noch die Straßenbeleuchtung bezahlen?

 

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Geschrieben

vor 40 Minuten schrieb vanity:

Man muss sich die Frage stellen, ob die Inanspruchnahme dieses Angebots nicht eine vorsätzliche Schädigung unseres Gemeinwesens ist. Von was soll die öffentliche Hand denn da noch die Straßenbeleuchtung bezahlen?

 

Genau, bei dieser Art die Gemeinschaft durch vorzeitige Rückzahlung zu schädigen, ziehst Du Dir sicher Ärger mit einem sehr engagierten Foristen mit drei Buchstaben zu.

Ich würde es dennoch tun!

 

vor 16 Stunden schrieb Nehedeezy:

Also ist das hier so allgemeiner Konsens, dass ich am besten damit fahre, so vorzugehen, wie Framal es beschrieben hat und vor allem den Beitrag der FR10 zu erhöhen?

 

Nein! Dazu gibt es keinen Konsens.

Ich würde mir zügig ein Depot ohne Versicherungsmantel aufbauen. Argumente sind Dir genug genannt worden. Ich mische mich nur ein, um zu verstärken, daß es keinen Konsens für FR10 gibt.

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Geschrieben

Hallo zusammen.

 

Beim Thema Bafög Schulden einfach zur Tilgung zu raten ist zumindest fahrlässig. Grundsätzlich ist es so, dass eine Teilschuld bei vorzeitiger Tilgung erlassen werden kann. 

Wichtig zu wissen ist zudem, dass das Bafög die Schuld auf 10.000 Euro deckelt, egal wie viel man zugesprochen bekommen hat.

 

Der mögliche Erlass wird jedoch auf die Gesamtschuld (!) angerechnet. So kann es bei hohen Beträgen schnell passieren, dass man nach 5 Jahren Studium eine Schuld von 18.000 Euro hat. Nehmen wir einen üblichen Erlass von 30% an, sänke die Schuld auf 12.600 Euro. Die Regelung zur Deckelung greift ein und man müsste 10.000 Euro eben sofort zahlen. (Dieses Beispiel ist maßstäblich anzusehen.)

 

In Anbetracht dessen ist ein zinsloses Darlehen über 10.000 Euro klar besser. Die Eröffnung eines Depots ist m.E. nicht durch BAföG Schulden verhindert.

 

Hat der TE natürlich genau 10.000 Euro tatsächliche Schuld, lohnt sich eine vorzeitige Tilgung in jedem Fall. Auf den gängigen BAföG Seiten ist in der Regel ein Tilgungsrechner.

 

Grüße

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Geschrieben · bearbeitet von tyr

vor 2 Stunden schrieb Nachdenklich:

Genau, bei dieser Art die Gemeinschaft durch vorzeitige Rückzahlung zu schädigen, ziehst Du Dir sicher Ärger mit einem sehr engagierten Foristen mit drei Buchstaben zu.

Ich würde es dennoch tun!

 

Wenn du micht meinst: ich würde ebenfalls Bafög-Schulden schnellstmöglich (ggf. vorzeitig) tilgen und nicht unnötig Abgaben dafür zahlen. Erkläre doch mal, wo du dabei eine Gemeinschaftsschädigung siehst, wenn man den geliehenen Teil der Förderung planmäßig zurückzahlt.

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Geschrieben

58 minutes ago, tyr said:

Wenn du micht meinst: ich würde ebenfalls Bafög-Schulden schnellstmöglich (ggf. vorzeitig) tilgen und nicht unnötig Abgaben dafür zahlen.

Was für Abgaben? Es ist ein zinsloses Darlehen und wie @P.Sommer oben ausgeführt hat, hat eine vorzeitige Tilgung für den Schuldner nur dann Vorteile wenn die Schulden unter ~20.000 € liegen. Die meisten Studenten die ich kenne liegen darüber, sie zahlen also exakt 10.000 €, egal ob sofort oder beginnend 5 Jahre nach Studienende in Raten über 8 Jahre verteilt. Das sind bis zu 13 Jahre die man sein Geld noch arbeiten lassen kann bevor man es zurück zahlt.

Ja, man schadet der Gemeinschaft damit. Aber das tut man auch indem man einen Freistellungsauftrag stellt. ;)

 

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Geschrieben

vor 8 Minuten schrieb PuddleScratcher:

Was für Abgaben? Es ist ein zinsloses Darlehen und wie @P.Sommer oben ausgeführt hat, hat eine vorzeitige Tilgung für den Schuldner nur dann Vorteile wenn die Schulden unter ~20.000 € liegen. Die meisten Studenten die ich kenne liegen darüber, sie zahlen also exakt 10.000 €, egal ob sofort oder beginnend 5 Jahre nach Studienende in Raten über 8 Jahre verteilt. Das sind bis zu 13 Jahre die man sein Geld noch arbeiten lassen kann bevor man es zurück zahlt.

Ja, man schadet der Gemeinschaft damit. Aber das tut man auch indem man einen Freistellungsauftrag stellt. ;)

 

 

Abgaben: wenn man das Darlehen im Rahmen der Möglichkeiten vorzeitig mit einem Teilerlass günstiger tilgen kann. Da diese Möglichkeit genau so im Gesetz vorgesehen ist und ich dem Gesetzgeber unterstelle, die finanziellen Folgen dieser Möglichkeit für den Staat durchdacht und durchgerechnet zu haben sehe ich da keine Schädigung der Gemeinschaft. Und wenn dann ähnlich wie Freistellungsauftrag nutzen. ;)

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Geschrieben

Schon wieder vielen Dank für die all die Antworten ;)

 

Erstmal zum Bafög: Durch gute Leistungen und schnelles Studium habe ich da einige Vergüngstigungen bekommen, sodass meine Schuldenlast aktuell noch bei 11396 € - davon müsste ich 10000 zurückzahlen. Wenn ich alles auf einen Schlag zurückzahle, müsste ich aber nur noch 7863 € zahlen. Diesen riesigen Nachlass plane ich auf jeden Fall mitzunehmen - und mir dafür notfalls auch einen kleinen Kredit zu nehmen, da ich sehr sicher bin, dass die Zinsen da wesentlich geringer sind als die 2200 €, die ich sonst spare. Da mache ich mir auch grundsätzlich wenig Sorgen.

 

Bezüglich AV und co habe das damals auch wie gesagt absolut unabhängig davon gesehen. Bafög muss man ja eh erst zurückzahlen, wenn man ein gewisses Gehalt hat. Daher war mir klar, dass ich die 100 € erstmal problemlos übrig habe.

 

Zu den weiteren Kommentaren um alles zu mir - außer dem Bafög ;)

 

vor 16 Stunden schrieb odensee:

Eine fondsgebundene Rentenversicherung ist nicht per se "schlecht". Aber:

1) die Kosten sind idR höher als wenn du einfach selber in einen ETF-Sparplan einzahlst.

2) du zahlst innerhalb des "Versicherungsmantels" (so wird das gelegentlich genannt) keine Steuern, versteuert wird erst ganz zum Schluß, wenn die Versicherung auszahlt. Das hört sich zunächst gut an und ist es unter Umständen auch. ABER: solange du deinen Sparerpauschbetrag nicht nutzt (801 Euro), verschenkst du Geld an den Staat. Und du warst doch so scharf aufs Steuern sparen ;). Sinnvoll wäre: zunächst soviel in Fonds ansparen, dass durch die Ausschüttungen der Pauschbetrag genutzt wird. Dazu brauchst du ca. 40.000 bis 50.000 Euro in einem popeligen ausschüttenden "World"-Fonds/ETF. Der bringt dir jedes Jahr die ca. 800 Euro komplett STEUERFREI.

Wenn du diesen Betrag angespart hat, KANN es durchaus sinnvoll sein, dann eine gute (hast du eine solche?) FRV abzuschließen (auch unter der Überlegung, die 62/12-Regelung zu nutzen). Wichtig aber: niedrige Kosten

 

Danke, soweit habe ich da vieles schonmal alles verstanden. Also jetzt erstmal solange in einen normalen ETF, bis die 800 €/Jahr rausspringen.

Wobei es mich da doch etwas wundert - vielleicht habe ich komplett abwegige Vorstellungen davon - aber 800 €/Jahr klingt erstmal nicht nach so viel, wenn man an die Altersvorsorge denkt. Das verstehe ich intuitiv erstmal als "zusätzlichen Bonus", den ich jährlich bekomme. Aber ich sehe nicht ganz, wie sich das später "im Alter" für mich rechnen würde. Oder ist das etwas, was von einer AV komplett unabhängig zu betrachtet ist? Bei AVs dachte ich eben immer, wegen Zins und Zinseszins, dass je früher man anfängt, desto besser und lukrativer ist es. Ich glaube so ein wenig, mir fehlt irgendwie so das eine Stück Wissen/Informationen, was mir hilft, das hier für mich wirklich stimmig zu machen. Mir geht es ja darum, dass ich quasi im Alter einen konstanten monatlichen Zahlungsstrom habe - da sehe ich intuitiv noch nicht, wie mir 800 €/Jahr jetzt helfen würden.

 

Wenn ich die Rürup beitragsfrei stelle, hätte ich ja immer noch die FR10 und der Alten Leipziger und die Police von der Stuttgarter. Angedacht war ja mal, die FR10 mit der AL weiter zu besparen und die Beiträge zu erhöhen - ist das keine gute FRV?

 

vor 16 Stunden schrieb odensee:

Da wird mir richtig übel. Selber ansparen statt einer Versicherungslösung. Wie soll das gehen, wenn du nächstes Jahr BU wirst? Ich meine: du kannst ja auf eine BU-Versicherung verzichten. Machen viele. Eigene Verantwortung. Aber deine Lösung (bzw. die deines Kumpels) ist sich selbst in die Tasche zu lügen. (edit: siehe auch bondholders treffenden Kommentar!)

 

Mir wurde das so erklärt, da ich keine richtige BU bekommen kann, ist das natürlich nur eine Zweitlösung mit dem Risiko, dass ich eher nichts habe, wenn ich in den nächsten 5 Jahren oder so BU werden würde. Das Risiko steigt aber mit dem Alter an, da würde diese Lösung dann greifen.

vor 16 Stunden schrieb odensee:

Wenn du wirklich eine Risikoabsicherung haben willst, gibt es andere Möglichkeiten https://www.finanztip.de/berufsunfaehigkeitsversicherung/bu-alternativen/

Diese Alternativen haben wir durchgesprochen, waren uns aber eigentlich einig, dass die keine so tollen Alternativen sind - Erwerbsunfähigkeit zB würde ja erst greifen, wenn ich nicht mal zB im Supermarkt an der Kasse sitzen kann oder ähnliches. Das fand ich dann für die Beträge nicht sonderlich einladend, mit der privaten Versicherung war dann eher der Gedanke, dass man so auch sicher was hat, wenn alles glatt geht (ok, das widerspricht vllt dem Grundgedanken der BU, aber irgendwie hatte ich bei sowas wie der EU die Sorge, dass das Geld komplett in einem schwarzen Loch verschwindet). Aber ja, ich sehe grade so ein bisschen den Widerspruch - bei einer BU würde ich ja, wenn alles glatt geht, auch nichts wiederkriegen.

 

vor 16 Stunden schrieb bondholder:

Wer hat dir die Gehirnwäsche verpasst, dass private Altersvorsorge bedeutet, möglichst teure und unflexible Versicherungsverträge abzuschliessen?

Da fehlt mir dann wohl einfach wirklich das Fachwissen, um mich da richtig auszukennen. Mir fehlt ja im Moment immer noch ein bisschen die Fantasie zu verstehen, wie sich so ein normales Depot in 40 Jahren in einen monatlichen Zahlungsstrom umwandeln würde. 

Oder ist das bei mir der grundlegende Denkfehler - bedeutet AV gar nicht, dass man monatlich etwas bekommt?

 

 

@Framal

 

Vielen Dank für die Tipps.

 

 

 

Ich werde mir auf jeden Fall jetzt nochmal den Anfängerthread zu Fondsdepots durchlesen :)

 

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Geschrieben · bearbeitet von odensee

vor 21 Minuten schrieb Nehedeezy:

Erstmal zum Bafög: Durch gute Leistungen und schnelles Studium habe ich da einige Vergüngstigungen bekommen, sodass meine Schuldenlast aktuell noch bei 11396 € - davon müsste ich 10000 zurückzahlen. Wenn ich alles auf einen Schlag zurückzahle, müsste ich aber nur noch 7863 € zahlen. Diesen riesigen Nachlass plane ich auf jeden Fall mitzunehmen - und mir dafür notfalls auch einen kleinen Kredit zu nehmen, da ich sehr sicher bin, dass die Zinsen da wesentlich geringer sind als die 2200 €, die ich sonst spare. Da mache ich mir auch grundsätzlich wenig Sorgen.

Hört sich gut an. Bei dem zu erwartenden Gehalt hast du auch die 7863 schnell zusammen.

 

Zitat

Danke, soweit habe ich da vieles schonmal alles verstanden. Also jetzt erstmal solange in einen normalen ETF, bis die 800 €/Jahr rausspringen.

Wobei es mich da doch etwas wundert - vielleicht habe ich komplett abwegige Vorstellungen davon - aber 800 €/Jahr klingt erstmal nicht nach so viel, wenn man an die Altersvorsorge denkt. Das verstehe ich intuitiv erstmal als "zusätzlichen Bonus", den ich jährlich bekomme. Aber ich sehe nicht ganz, wie sich das später "im Alter" für mich rechnen würde. Oder ist das etwas, was von einer AV komplett unabhängig zu betrachtet ist? Bei AVs dachte ich eben immer, wegen Zins und Zinseszins, dass je früher man anfängt, desto besser und lukrativer ist es. Ich glaube so ein wenig, mir fehlt irgendwie so das eine Stück Wissen/Informationen, was mir hilft, das hier für mich wirklich stimmig zu machen. Mir geht es ja darum, dass ich quasi im Alter einen konstanten monatlichen Zahlungsstrom habe - da sehe ich intuitiv noch nicht, wie mir 800 €/Jahr jetzt helfen würden.

Du wirfst da einiges durcheinander:

1) Aktienfonds / ETFs haben jährliche Ausschüttungen (die ausschüttenden, die thesaurierenden natürlich nicht). Diese Ausschüttungen sind steuerpflichtig, da du aber einen Pauschbetrag von 801 Euro hast, brauchst du die ersten 801 Euro/Jahr NICHT zu versteuern. Damit hast du eine jährliche Steuerersparnis von ca. 220 Euro. (25% Steuer + Soli + evtl. Kirchensteuer)

 

2) Des weiteren steigen die Kurse der Fonds. Das macht einen größeren Teil des Gewinns aus, als die Ausschüttungen (in normalen Jahren zumindest, 2008 war es anders).

 

3) Auf lange Sicht solltest du mit Aktienfonds eine Rendite von ca 5 bis 6 % pro Jahr erzielen können. Die Kurs-Gewinne musst du erst dann versteuern, wenn du die Anteile wieder verkaufst.

 

4) Wenn du dann im Alter einen kontinuierlichen Zahlungsstrom haben willst, kannst du z.B. einen Auszahlplan/Entnahmeplan für deine Fonds abschließen. Geht nicht bei jdere Bank, aber soweit bist du ja auch noch nicht. Oder du schließt eine Rentenversicherung mit Einmalzahlung ab.  Oder du entnimmst ganz einfach deinem Depot immer dann Geld, wenn du es brauchst.

 

5) Verabschiede dich bitte von dem Gedanken, dass Altersvorsorge immer was mit (Versicherungs)-Verträgen zu tun haben muss.

 

6) Und ja: Zinseszins und früh anfagen ist wichtig: geht aber auch mit einem einfachen Fondssparplan.

 

Zitat

Wenn ich die Rürup beitragsfrei stelle, hätte ich ja immer noch die FR10 und der Alten Leipziger und die Police von der Stuttgarter. Angedacht war ja mal, die FR10 mit der AL weiter zu besparen und die Beiträge zu erhöhen - ist das keine gute FRV?

Keine Ahnung. Ich kenne mich mit den Kosten von FRV nicht aus.

 

Zitat

Mir wurde das so erklärt, da ich keine richtige BU bekommen kann, ist das natürlich nur eine Zweitlösung mit dem Risiko, dass ich eher nichts habe, wenn ich in den nächsten 5 Jahren oder so BU werden würde. Das Risiko steigt aber mit dem Alter an, da würde diese Lösung dann greifen.

1) Warst du bei einem auf BU-Versicherungen spezialisierten Makler?

2) Deine / eure Lösung: wozu brauchst du da eine Renten-Versicherung? Du kannst das Geld auch so ansparen.

3) Wenn du aber Vorerkrankungen hast, die eine BU-Versicherung ausschließen: besteht dann auch die Gefahr, dass du schneller BU wirst als andere?

 

Zitat

Oder ist das bei mir der grundlegende Denkfehler - bedeutet AV gar nicht, dass man monatlich etwas bekommt?

Ja. Denkfehler. Altersvorsorge kann auch einfach ein Aktien(fonds)-Depot sein, aus dem du im Alter immer dann geld entnimmst, wenn du mehr brauchsst, als die Rentenversicherung(en) zahlen. Das muss kein "Vertrag" sein.

 

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