Verlustbescheinigung

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Guten Tag,

 

ich habe im Jahr 2018 insg. 15.000 EUR Aktienverluste bei meinem Depot Flatex erlitten. Daraufhin habe ich eine Verlustbescheinigung angefordert und auch erhalten. Warum auch immer ich das tat.......da ich ja kein weiteren Depots o.ä. habe.

Somit habe ich aber auch „Guthaben“ für 2019 im Verlustverrechnungstopf mehr. Kann ich das noch irgendwie zurückdrehen, oder sind die Verluste damit nun verpufft, da ja auch nicht mit der Einkommenssteuer verrechenbar?

 

Gruß
oocl

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Geschrieben · bearbeitet von domkapitular

Es hat sich für Dich nichts geändert, außer dass Du die entstandenen Verluste nicht mehr über den Broker, sonder über das Finanzamt via Anlage KAP mit Aktiengewinnen verrechnen kannst.

Eine Verrechnung mit der Einkommensteuer gab es so nicht.

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Geschrieben · bearbeitet von oocl

Ok, aber mein Problem ist, daß ich für 2018 keine Aktiengewinne hatte.

 

Oder meinst Du, in 2020 - bei der Einkommenssteuererklärung für das aktuelle Jahr 2019 - dann die Verluste aus 2018 mit den Gewinnen aus 2019 verrechnen?

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Geschrieben

Die Summe der Aktienverluste ist jetzt beim Finanzamt festgestellt.

Du kannst dann mit der Anlage KAP in den folgenden Jahren Aktiengewinne (=Gewinne aus der Veräußerung von Aktien) dagegenrechnen, bis der Verlust aufgebraucht ist. Ein Jahr später in der Erklärung FÜR das Jahr, in dem die Gewinne entstanden sind.

Wenn in 2018 keine Gewinne realisiert wurden, kannst Du auch nichts dagegenrechnen.

Die Erklärung KAP ist in diesem Zusammenhang übrigens eher unkompliziert.

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Geschrieben

Vielen Dank! Wie viele Folgejahre kann ich dies machen? Nur in 2019 oder auch folgende Jahre, bis die 15.000 quasi abgebaut sind?

 

 

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Geschrieben

Unbegrenzt, es sei denn die Gesetzeslage würde sich irgendwann mal ändern. Da würde ich mir keine Gedanken machen.

 

Am Rande vermerkt :

Wenn NEUE Aktiengewinne und NEUE Aktienverluste beim gleichen Broker dazukommen, dann verrechnet die dieser miteinander. Diese Erträge kannst du dann natürlich nicht nochmal beim Finanzamt angeben und bekommst sie vom Broker auch nicht bescheinigt.

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Geschrieben

Danke! Letzte Frage: 

 

Angenommen, ich mache dieses Jahr übe den Freistellungsauftrag hinaus noch 5000 EUR Gewinn. Diese werden mit 25% KAP (1250 EUR) gleich durch den Broker versteuert und einbehalten. 

A) Dann müsste ich mir wieder hierfür am Ende des Jahres 2019 eine Gewinn/Verlustbescheinigung ausstellen lassen uns diese dem Finanzamt bei der nächsten EK Erklärung beifügen?

B) Würde ich dann eine Erstattung der 1250 EUR im Rahmen der Einkommenssteuererklärung erhalten? 

C) Woher weiß das Finanzamt, dass ich von den 15.000 Verlust nun in 2019 1250 wieder erhalten habe, in 2020 ggfls. 2500 etc? Haben die das sowieso elektronisch in Ihren Systemen?

 

 

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Geschrieben · bearbeitet von domkapitular

Mit Gewinn meinst du Aktiengewinn.

A) Keine Verlustbescheinigung beantragen. Du erhältst von Deiner Bank doch automatisch eine Steuerbescheinigung nach amtlichem Muster aufgedröselt nach aktiengewinnen, sonstigen usw.

B) Ja

C) Wenn Du deine Steuererklärung 2018 machst, füllst du die Anlage KAP aus und fügst die Verlustbescheinigung der Bank bei. Dann bekommst du einen Feststellungsbescheid über einen Verlustvortrag. Jedes Jahr wird dieser Verlustvortrag vom FA aktualisiert oder fortgeschrieben.

Punkt C) denke ich mir so, habe ich noch nie gemacht. Vielleicht kann das ein anderer Foristi bestätigen.

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Geschrieben

vor einer Stunde schrieb domkapitular:

Punkt C) denke ich mir so, habe ich noch nie gemacht. Vielleicht kann das ein anderer Foristi bestätigen.

 

ich bin ein anderer Foristo (männlich, Singular) und kann das so bestätigen.

 

an den TO:

Du solltest aber darauf achten, in den Folgejahren auch "sonstige Gewinne" mindestens in Höhe des FSA zu generieren. Hast Du diese nicht in der Steuerbescheinigung deiner Bank stehen, geht dein Freibetrag ins Leere, denn das FA rechnet zuerst die AktienVerluste gegen deine neuen AktienGewinne, wenn noch Gewinne übrigbleiben, wird der Freibetrag verrechnet. Da "sonstige Gewinne" nicht gegen die  Aktienverluste verrechnet werden dürfen, kann hier der Freibetrag ab dem ersten Euro greifen.

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vor 5 Minuten schrieb beamter97:

 

ich bin ein anderer Foristo (männlich, Singular) und kann das so bestätigen.

 

... und ich hab das große latinum (mit 13 Punkten = Note 1):shock:! Das sollte mir nicht passieren. Ergo bibamus ...

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Geschrieben

vor 15 Minuten schrieb domkapitular:

Ergo bibamus ...

 

Am besten ein paar Cappuccinis. ;-)

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Geschrieben

Eine Zusatzfrage zu diesem Thema. 

Wenn Eheleute jeweils ein Depot bei jeweils 2 Banken haben, also insgesamt 4 Depots.

In einem Depot ist ein solcher Verlust bei Anleihen in 2018 entstanden, dass durch die anderen 3 Depots in 2018 nicht ausgeglichen werden kann. 

Im Folgejahr 2019 können die Zinseinnahmen aller Depots, den "Restverlust" des einen verlustreichen Depots aus 2018 ausgleichen. 

Wird das so vom Finanzamt bei der Jahres-Steuererklärung verrechnet und anerkannt? 

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Geschrieben · bearbeitet von beamter97

Es kann vom Finanzamt verrechnet werden.

 

dazu mußte der Depotinhaber des verlustbehafteten Depots aber bis zum 15.12.2018 bei seiner Bank eine Verlustbescheinigung beantragt haben. Die sollte in diesen Tagen genauso wie die Steuerbescheinigungen der anderen Depots bei den Eheleuten eintreffen. In ihrer Steuererklärung für 2018 geben die Eheleute den - über alle Depots saldierten - Verlust an, erhalten die bei den anderen Depots evtl. gezahlten Steuern zurück und bekommen zusammen mit ihrem Steuerbescheid 2018 einen Bescheid über den festgestellten Verlust aus sonstigen Kapitalerträgen. Nachteil: der Sparerfreibetrag von 1602 € geht fürs Jahr 2018 ins Leere (Grundsatz: Verlustverrechnung vor Freibetrag)

Für 2019 reichen die Eheleute dann ihre 4 Steuerbescheinigungen ein und das Finanzamt zieht von der Summe der Kapitalerträge den festgestellten Verlust ab, kürzt den verbleibenden Gewinn um den Freibetrag und setzt für den Rest die Steuer fest.

 

Sollte keine Verlustbescheinigung beantragt worden sein, liegt der Verlust noch bei der Bank und wird durch die Erträge im Jahr 2019 reduziert. Sofern noch nicht geschehen, können die Eheleute eine ehegattenübergreifende Verlustverrechnung bei der Bank beantragen, dann saldiert die Bank am Jahresende die Gewinne der Partner und erstattet die zuviel gezahlte Steuer. Ob das sinnvoll ist, hängt von der Ausnutzung der Freibeträge von je 801€ durch die Eheleute bei den einzelnen Depots ab.  Vorteil: für 2018 und 2019 kann der Freibetrag genutzt werden. Evtl. bleibt der jeweilige Rest-Verlust dann noch ein Jahr oder länger bei der Bank stehen. Oder die Eheleute übertragen die Anleihen in das jeweilige Depot bei der "Verlust"-Bank, um den Verlust möglichst schnell zu egalisieren.

Viele Möglichkeiten, viele Wege: Entscheidend ist, was man/frau selber will.

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Geschrieben

Vielen, vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort. 

Die Verlustbescheinigung wurde vor dem 15.12.2018 beantragt. 

Ich bin jetzt auf der Arbeit und habe es erst einmal gelesen. Zum vollständigen verstehen benötige ich etwas Ruhe. Heute Abend werde ich es nochmal in Ruhe lesen. Nochmals vielen Dank! 

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Geschrieben

Das Problem der Verlustverrechnung per ESt liegt immer in dem schon von "Beamter97" gennannten GRundsatz, dass festgestellte Verluste vor dem Freibetrag verrechnet wird. Um den Freibetrag nicht (teilweise) zu verschenken, sollte man die Nutzung eines vom Finanzamt festgestellten Verlustes daher erst in einem Jahr geltend machen, in dem man zumindest Gewinne in Höhe des Freibetrags plus Verlustvortrag realisiert hat. Da man einen einmal festgestellten Verlust per Verlustvortrag einfach in die Zuklunft fortschreiben kann, ist ein solches Vorgehen problemlos möglich.

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