ETF oder Immobilie?

32 posts in this topic

Posted · Edited by Cando

Hallo zusammen,

 

hoffe das Thema ist hier richtig aufgehoben. 

 

Hier die etwas provokant formulierte Frage,

 

ob als Mensch Anfang/Mitte 30 ohne (nennenswertes) Vermögen ein Immobilienerwerb bei gleichzeitiger Altersvorsorge in einem Ballungsraum heute überhaupt noch realistisch zu verwirklichen ist.

 

Hierzu würden mich Eure Erfahrungen / Meinungen interessieren. Ggf haben sich andere diese Frage auch schon gestellt oder sind in einer ähnlichen Situation wie ich.

 

Nun die Rahmenbedingungen:

 

Ich bin 32 Jahre alt, angestellt, ca. 6500 € netto im Monat, pkv versichert. Derzeit zahle ich den Regelbeitrag (= Höchstbeitrag der GRV) in das Versorgungswerk der Rechtsanwälte ein. Was da später mal rauskommt, ist für mich ein Rätsel. Aller Voraussicht nach wird es nicht reichen (an dieser Stelle bin ich auch für Hinweise zu vertiefender Lektüre, insb. einen Vergleich zur GRV dankbar). Nettoreserve und notwendige Versicherungen (BU, Haftpflicht) sind vorhanden.

 

Nebenher bespare ich ein 70/30-ETF Portfolio zur Altersvorsorge mit 1000 € monatlich. Weitere 3500 € landen derzeit auf dem Tages/Festgeld zur allgemeinen Vermögensbildung. Zweck ist im Moment noch offen. Die zweite Sparrate könnte irgendwann durch Nachwuchs noch etwas reduziert werden. Andererseits sind aber auch noch Einkommenssteigerungen zu erwarten.

 

Mittelfristig würde ich eigentlich gerne ein Immobilie erwerben. Allerdings lebe ich in einer großen deutschen Stadt, in der (wie vielerorts) die Immobilienpreise in den letzten Jahren geradezu explodiert sind. Hier in der Gegend werden selbst kleine Reihenmittelhäuser bereits für 800.000 € und mehr angepriesen. Das erscheint mir schlicht unattraktiv und auch bei meinem Einkommen schwer finanzierbar. Gerd Kommers Buch „Kaufen oder Mieten“ habe ich gelesen. Auch wenn ich nicht alles davon für überzeugend halte, leuchtet mir das ein oder andere Argument doch durchaus ein. Zudem verfüge ich über wenig Startkapital und würde daher voraussichtlich sehr lange abzahlen müssen. Es gibt also einiges, was gegen eine Immobilie als Investment/Altersvorsorge spricht.

Jenseits der Frage, ob eine Immobilie ein lohnendes Investment ist, messe ich einem Eigenheim aber auch einen gewissen Lifestyle Faktor bei. Das allein würde mir an sich schon reichen. 

 

Nun habe ich aber schon des Öfteren hier im Forum den Ratschlag gelesen, eine Immobilie möglichst schnell abzuzahlen, anstatt nebenher ein Wertpapierdepot zu besparen. Das klingt logisch, denn Darlehenstilgung bringt letztlich risikofrei Rendite. Nichtsdestotrotz würde das in meinem Fall heißen: wenn ich eine Immobilie über 20-25 Jahre abzahle, bin ich Mitte/Ende 50. Dann bleibt nur noch wenig Zeit um nennenswert Vermögen für die Rentenlücke zurückzulegen. Auch wenn ich keinen ausschweifenden Lebensstil pflege, muss ich zugeben, dass mir die Frage der Altersvorsorge persönlich schon ziemliche Sorgen bereitet (durchaus auch wegen der PKV). Wäre es unter diesen Voraussetzungen nicht besser, dann doch auf die Immobilie zu verzichten?

 

Meine Frau lasse ich in der Überlegung bewusst außen vor: sie ist finanziell eigenständig. Wir sind glücklich, aber wollen dennoch erst einmal finanziell unabhängig voneinander planen. Könnte sich durch Nachwuchs ändern, möchte ich hier aber nicht thematisieren.

 

Abschließend zusammenfassend nochmal die Frage: Immobilie kaufen oder bleiben lassen? Habe ich in meinen Überlegungen grundlegende Denkfehler? Seid/wart Ihr in einer ähnlichen Situation und wie seid Ihr damit umgegangen? 

 

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Man sagt zwar häufig "Iudex non calculat.", aber du kannst es trotzdem versuchen.

  1. Wieviel willst du für eine Immobilie ausgeben?
  2. Um wieviel Prozent steigen derartige Immobilien in deiner Zielumgebung pro Jahr im Preis?
  3. Um wieviel steigt dein angespartes Vermögen (ohne Kauf) pro Jahr?
  4. Falls 2. > 3., dann kaufen. Oder Wünsche reduzieren. Oder in andere Stadt umziehen.

Wie sollen wir beurteilen, wie ortsfest ihr seit? Wie sicher und steigerbar das Einkommen? Wie stabil die Beziehung, wie zusammenwerfbar die Finanzen, wie stark der Kinderwunsch, wie groß der Trieb zum eigenen Heim ist?

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vor 2 Stunden von Cando:

 

ob als Mensch Anfang/Mitte 30 ohne (nennenswertes) Vermögen ein Immobilienerwerb bei gleichzeitiger Altersvorsorge in einem Ballungsraum heute überhaupt noch realistisch zu verwirklichen ist.

 

 

Vielleicht sollte Mensch Anfang/Mitte, 30 so wie jetzt hier, anfangen sich zu belesen und zu informieren.

<_<

Keinesfalls sollte diese(r) Mensch dann aber jetzt eine Entscheidung treffen.

Mensch sollte daher einfach erst mal sparen und Punkt.

 

Wenn wirklich Nachwuchs da ist kann er/sie entscheiden.

Wenn kein Nachwuchs dazukommt kann man, sobald dies feststeht, auch entscheiden.

Die Entscheidungen werden aber nicht gleich ausfallen.

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2 hours ago, Cando said:

Was da später mal rauskommt, ist für mich ein Rätsel. Aller Voraussicht nach wird es nicht reichen

Heißt das, dass dir deine prognostizierten Ansprüche nicht bekannt sind, oder dass du dich darauf nicht verlassen willst? Falls das Erste zutrifft, sollte man wohl zunächst das klären.

 

2 hours ago, Cando said:

Mittelfristig würde ich eigentlich gerne ein Immobilie erwerben. [...] Hier in der Gegend werden selbst kleine Reihenmittelhäuser bereits für 800.000 € und mehr angepriesen. [...] messe ich einem Eigenheim aber auch einen gewissen Lifestyle Faktor bei. Das allein würde mir an sich schon reichen.

Das hört sich fast schon nach München an... So wie ich dich verstehe, bist du dir bewusst, dass es dabei nicht nur um das Finanzielle geht, sondern auch darum, wie man leben will. Dass man sich darüber klar wird, ist aus meiner Sicht das Wichtigste. Dass man aber dann vollständig die Einsparungen durch das Eigentum ignoriert, ist aber doch zu extrem. Wie wohnst du denn aktuell? Für das genannte Reihenmittelhaus wird wohl auch über 2000€/Monat Miete fällig sein. Und die Kaltmiete, die du aktuell bezahlst, steht abzüglich Instandhaltungsrücklagen zusätzlich zu den 3500€ zur  Darlehenstilgung zur Verfügung.

 

2 hours ago, Cando said:

wenn ich eine Immobilie über 20-25 Jahre abzahle, bin ich Mitte/Ende 50

und du bist Eigentümer eines Reihenmittelhauses! Wie viel bleibt denn dann noch von deiner Rentenlücke?

 

2 hours ago, Cando said:

Meine Frau lasse ich in der Überlegung bewusst außen vor: sie ist finanziell eigenständig. Wir sind glücklich, aber wollen dennoch erst einmal finanziell unabhängig voneinander planen. Könnte sich durch Nachwuchs ändern, möchte ich hier aber nicht thematisieren.

Ich glaube nicht, dass diese isolierte Betrachtung sinnvoll ist und funktionieren kann. Allein wirst du vermutlich kein Reihenmittelhaus bewohnen wollen und mit Nachwuchs vermutlich auch keine 2-Zimmerwohnung. Finanziell (und ökologisch) wäre es natürlich am Günstigsten solange die Familie klein ist auf weniger Raum zu leben, wenn die Familie gewachsen ist und man angemessenes Eigentum erwerben will und kann, es sich zu überlegen, und im Alter sich wieder zu verkleinern, da man möglicherweise irgendwann die Lust und Kraft verliert sich z.B. um den Garten zu kümmern. Immobilie und Familie bilden zusammen wohl die größten finanziellen Risiken (und Chancen). Wenn ein Umzug oder eine Scheidung ansteht ändert das viel an dem ganzen Thema.

 

2 hours ago, Cando said:

Immobilie kaufen oder bleiben lassen?

Wie du schon erwähnt hast, ist das bei ausreichendem Einkommen für beide Möglichkeiten vor allem eine Frage des gewünschten Lebensstils. Nach meinem Eindruck stellst du deine finanzielle Situation zu schlecht dar, du hast mehr als das dreifache Nettodurchschnittseinkommen zur Verfügung, vernachlässigst Ersparnis durch Eigentum, Anteil deiner Frau und sind da bisher wirklich überhaupt keine Rücklagen?. Daher die provokant formulierte Antwort:

 

Wenn sich eine Person in deiner finanziellen Situation rational kein kleines Reihenmittelhaus mehr leisten kann, wenn sie das denn will, wird es praktisch keiner mehr können.

 

Das heißt natürlich nicht, dass man jetzt in dieser Situation unbedingt sofort ein Reihenmittelhaus für 800.000 € kaufen sollte, wenn man das will. Möglicherweise werden sich doch Situationen ergeben, wo man sich diesen Traum mit einer geringeren finanziellen Belastung erfüllen kann (außerhalb, Glückstreffer, abwarten,...). Es heißt auch nicht, dass man daneben noch Millionen in ETFs anlegen kann, aber ich würde davon ausgehen, dass man in einer präzisieren Schätzung sehen könnte, dass man bei "keinem ausschweifenden Lebensstil" noch genug zurücklegen kann um diesen im Alter halten zu können.

 

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Wenn man von 800.000 ausgehen würde -dann wäre man mit Nebenkosten bei grob 900.000.

Dann sind die 3500 der zweiten Sparrate schon mal futsch zur Bedienung der Hypothek. (Volltilgung nach 30 Jahren bei 2,84% für das Beispiel Köln).

Die laufenden Kosten kann man durch die eingesparte Miete auffangen- man sollte nicht vergessen, das Mieten auch steigen.

 

Die Größe des Wohnraumes hängt auch von der Nachwuchsplanung ab.

Mit zwei Kindern irgendwann in einem 80qm Reihenhaus kann eng werden.

 

Möchte man günstiger-dann muß man in einigen Lagen schon sehr weit raus.

Da bezahlt man im Gegenzug den längeren Arbeitsweg mit Kosten für Auto/ÖPNV und Lebenszeit.

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Vielen Dank erstmal für Eure Antworten. 

 

@ Ramstein und Cef: Der Vorwurf der Denkfaulheit ist völlig berechtigt, weil ich viele entscheidende Informationen in meinem Eingangspost gar nicht erwähnt habe. Das war durchaus kein Versehen, da es mir vor allem darum ging, ob ich von den richtigen Annahmen ausgehe, grundsätzliche Denkfehler in meiner Überlegung habe und welche Fragen ich mir stellen muss. Insoweit helfen mir Eure Antworten schon sehr weiter.

 

Mir ist klar, dass ich mir eine abschließende Antwort letztlich nur selbst geben kann. Gedanken gemacht, was ich mir leisten kann und was nicht, habe ich mir natürlich schon. Ich habe es sogar recht konkret durchgerechnet. Mir ging es eher um die Frage, inwieweit die Altersvorsorge nebenher laufen kann oder nicht, bzw. ob ich dabei etwas übersehen habe.

 

@ sigmabe: danke auch für die ausführlichen Denkanstöße.

 

Was die Rentenansprüche anbelangt: klar wird mir das mitgeteilt. Allerdings sind berufsständische Versorgungswerke eben anders als die Rentenversicherung kein reines Umlagesystem, sondern (überwiegend) kapitalgedeckt. Naheliegenderweise wird eine jahrelange Niedrigzinsphase die Renten dort auch nicht unangetastet lassen. Wie genau kann natürlich niemand wirklich vorhersagen. Letztlich muss man hier auf der Grundlage von Annahmen arbeiten. Solche habe ich aber bis jetzt nicht gefunden. Insbesondere wie genau welches Versorgungswerk anlegt, ist für mich leider eine völlige Wundertüte.

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Ohne im Detail zu argumentieren: kauf dir eine Immobilie. Das Lebensgefühl ist ein komplett anderes, du kannst es dir leisten, wenn du ein Haus willst, go for it. 

 

Mit deinem Gehalt werden deine Wohnkosten ohnehin steigen da du es irgendwann nicht mehr einsiehst ist in einer kleinen Wohnung zu wohnen.  die Mieten steigen du bist jung, einen bescheidenen ETF Sparplan kann man nebenher laufen lassen. 

 

Ich habe ein Haus in ähnlicher Größenordnung gekauft verdiene zwar besser aber tilge 4% im Jahr und den Rest investiere ich Aktien bzw ETFs. 

 

Wenn ein Spitzenverdiener wie du sich kein Haus leisten kann kann es niemand mehr. 

 

Keine Angst vor großen Zahlen die Zahlen wachsen in den nächsten 20 Jahren noch weiter keine Sorge das betrifft Immobilienwert Kaufpreise und dein Einkommen im Normalfall auch. 

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Zwei Überlegungen sollte man bei Immo noch beachten.

 

1. Immobilienkäufer leisten sich mehr als Mieter bei der Immobilie (Größe, Ausstattung,...). Verzichten dann aber auch "freiwillig" auf Sachen die Geld kosten - Luxusreise weil Geld da ist zu Sondertilgung weil Geld da ist. 

 

2. Was interessiert mich der Wert der Immobilie wenn ich sie selbst nutze oder vermiete und nie vorhabe zu verkaufen? 

 

Bei uns in der Gegend ist es leider auch ausgeartet. Ländliche Gegend, Touristisch voll erschlossen und Nachbar der bei Gehältern das 2-3fache zahlt. Neubauquadratmeter liegt derzeit bei 7.500€ aufwärts. Bestandsimmobilie kann man ab und an noch ein Schnäppchen machen ab 4.500€. Die meisten Investoren kaufen aber gerade eher alles auf um dann Häuser mit 6-8 Wohneinheiten drauf zu ballern. Letztes Angebot welches ich in der Altstadt gelesen habe - 107qm Neubau 4-Zimmer Wohnung, 890.000€ zzgl. Stellplatz 65.000€. Mieten sind derzeit bei min. 10€ Kalt. Der Miet-Kauffaktor ist also jenseits von Gut&Böse. 

 

Daher Miete hier eigentlich Pflicht, wenn man nix geerbt hat und keinen 6 stelligen Girokontostand hat. Für mich daher alles in ETF. Da steigen die Renditen mehr als die Miete.

 

Ich bin flexibel - muss immer nur das Mieten was ich gerade an Personen im Haushalt benötige. Und im Alter kann ich mir dann vom Depotstand ggf. immernoch was Kaufen. Dann aber in eine günstigeren Lage. 

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Bei dir scheint es wohl weniger die Frage zu sein ob du es dir leisten kannst zu kaufen - sondern ob du es dir leisten möchtest.

 

Ich würde ganz nüchtern beide Optionen vergleichen. Das beudeutet als erstes zu definieren in was für einer Immobilie du leben möchtest. Das ist wichtig für den Vergleich - ansonsten vergleichst du evtl. Äpfel mit Birnen (e.g. Stadtwohnung mit Landhaus). Daraus ergbit sich dann folgende Aufstellung:

 

Option A: mieten

monatl. Warmmiete

geschätzte Erhöhung monatl. Warmmiete p.a. (Hinweis: da Neuvertragsmieten oft wesentlich höher sind als ortsübliche Mieten sind Erhöhungen in den ersten Jahren unwahrscheinlich - dieser teils entscheidende Fakt wird oft vergessen)

geschätzte Rendite Kapitalmarktanlage

geschätzter Wert der höheren Flexibilität

 

Option B: kaufen

Kaufpreis (inkl. Nebenkosten)

monatl. Eigentümerkosten (inkl. Nebenkosten)

geschätzte Erhöhung monatl. Eigentümerkosten (inkl. Nebenkosten) p.a.

geschätzer Wert vom Lifestyle Faktor

geschätzte Wertsteigerrung p.a.

 

Das sind mehr oder weniger die wesentlichen Parameter. Nachdem du diese Werte ermittlet hat kannst du vermutlich viel einfacher beide Optionen abwägen. Und nicht verrgessen: leisten kannst du dir beide Optionen!

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Wäre schön zu wissen, was euer Gesamteinkommen ist. Wenn Ihr beiden 160k im Jahr Netto verdient, dann los. Ansonsten würde ich es sein lassen.

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Kannst Du die Rechnung dazu vielleicht ein bisschen deutlicher machen?:huh:

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Posted · Edited by whister

vor 10 Stunden von Bauernlümmel:

Wäre schön zu wissen, was euer Gesamteinkommen ist. Wenn Ihr beiden 160k im Jahr Netto verdient, dann los. Ansonsten würde ich es sein lassen.

Du rätst also dazu eine Immobilie zu jedem Preis dem man sich leisten kann zu kaufen ohne jegliche Abwägung ob dieser Preis in sinnvoller Relation zu einer ersparten Miete steht? Das scheinen wohl tstscählich viele zu machen - anders kann man die Preise teilweise nicht erklären.

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vor 1 Stunde von whister:

Du rätst also dazu eine Immobilie zu jedem Preis dem man sich leisten kann zu kaufen ohne jegliche Abwägung ob dieser Preis in sinnvoller Relation zu einer ersparten Miete steht? Das scheinen wohl tstscählich viele zu machen - anders kann man die Preise teilweise nicht erklären.

Es ging doch lediglich darum ob es realistisch für den Threadersteller ist sich eine Eigenheim leisten zu können. Solange man 20-30% von seinem Nettogehalt an Hypothekenzahlungen und Nebenkosten hat ist doch alles im grünen Bereich. ?!

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vor 20 Stunden von Cando:

Abschließend zusammenfassend nochmal die Frage: Immobilie kaufen oder bleiben lassen? Habe ich in meinen Überlegungen grundlegende Denkfehler? Seid/wart Ihr in einer ähnlichen Situation und wie seid Ihr damit umgegangen?

 

Hallo Herr Kollege,

 

Deine Fragen treiben mich auch um - Du bist nicht alleine. Meine Situation ist ähnlich, jedoch ist bei mir schon Nachwuchs da. Ich bin auch Mitglied in der BRAStV und stehe dem offenen Deckungsplanverfahren (oDPV) kritisch gegenüber, gerade durch den Rentenbemessungsfakor ist die garantierte Rente eine "black box" geworden. Informationen gibt es bei den Apothekern: oDPV - offenes Deckungsplanverfahren und insbesondere hier: FAQs; außerdem kann ich diesen Faden: Versorgungwerk vs. ETF-Depot empfehlen. Ich stehe auch vor der Frage, ob ich mir eine Immobilie in München (oder Speckgürtel) anschaffen soll oder nicht - derzeit überwiegen die Gründe dagegen. Ich sehe es nicht ein für ein Reihenhaus 1 Mio. EUR zu zahlen und dies über 30 Jahre zu finanzieren - ob dies ein Fehler ist, wird die Zukunft zeigen. Bei einer deutlichen Entspannung des Immobilienmarktes stehe ich aber bereit. Was mich auf Kaufgelegenheiten hoffen lässt: Alle möglichen Personen in meinem Umfeld kaufen gerade Immobilien, teilweise mit einer Finanzierung, die nur bei der Weiterführung der Niedrigzinspolitik über Jahrzente aufgehen wird. In meinem beruflichen Umfeld sehe ich, dass Banken mittlerweile "alles" finanzieren. Sollte es mal wieder "knallen" - z.B. Rezession, Stellenabbau, Zinssteigerung etc. - wird deren Fianzierung "platzen".

 

Ich habe noch einen Link-Tipp: Gerd Kommer hat zur historischen Gesamtrendite von Wohnimmobilien in München interessante Folien     (insb. Folien 19 beachten).

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Posted · Edited by Cef

vor 20 Stunden von Cando:

Vielen Dank erstmal für Eure Antworten. 

 

@ Ramstein und Cef: Der Vorwurf der Denkfaulheit ist völlig berechtigt, weil ich viele entscheidende Informationen in meinem Eingangspost gar nicht erwähnt habe. Das war durchaus kein Versehen, da es mir vor allem darum ging, ob ich von den richtigen Annahmen ausgehe, grundsätzliche Denkfehler in meiner Überlegung habe und welche Fragen ich mir stellen muss. 

 

 

Das war nicht so gemeint. Was ich andeuten wollte:

Ich selber hab, ohne es vorher für möglich zu halten, mehrfach Immobilien gekauft und wieder verkauft, weil dann doch ein ungeplanter Ortswechsel anstand. 

Beim ersten Mal war ich naiv, beim zweiten Mal hat das Schicksal zugeschlagen, beim .... egal

Ich bin überzeugter Anhänger der „Selbstbewohnte-Immobilie“- Fraktion.

Aber erst zum richtigen Zeitpunkt zuschlagen. Und 200%ig  Überraschungen wie Baumängel, BU, etc ausschließen bzw absichern.

Ich hab Glück gehabt. Hätte aber genauso schief gehen können.

Und dann hat man teuer gekauft im Vertrauen auf das eigene Humankapital, die eigene Ortsansässigkeit, vielleicht auch noch die eigene Ehe/Beziehung.

 

Fazit: Besser spät mit mehr EK, an der richtigen Stelle, in der richtigen Stadt und in der richtigen Größe als ...

Und ich bin mir sicher das derzeit nicht der optimale Zeitpunkt ist - irgendwann kommt wieder ein Abschwung.

 

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Posted · Edited by fnord

Ich glaube nicht dass sie Immobilien noch mal wesentlich günstiger werden in absehbarer Zeit. 

 

Die Niedrigzinspolitik wird sich fortsetzen müssen in Europa die Immobilien waren vor 10 Jahren in Deutschland zu günstig. 

 

Sehr viele potentielle Käufer warten auf einen Rücksetzer der Immobilienpreise und das schon seit mindestens 2015. 

 

Wenn die Immobilien wesentlich günstiger werden wird dieses auch auf Aktien zu treffen und möglicherweise auch auf das Geld welches man auf der Bank liegen hat. 

Im übrigen finanzieren die allermeisten die ich kenne ihre Immobilien mittlerweile mit einer 20-Jährigen Zins fest Bindung und volltilgung. 

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Also zumindest Speckgürtel Hamburg, ist es schwierig Immobilien los zu werden.

 

Das war aber bereits letztes Jahr zu erahnen, da Finanzierungsanfragen und Baugenehmigungen rückläufig waren.

 

Laut Mietspiegel auch seit 3 Jahren keine Änderung, über Inflation. Ich sehe das als Stagnation am Immobilien Markt.

 

 

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Die wichtigste Sache scheinen hier einige zu übersehen...

ETF oder Immobilie ist meiner Meinung nicht pauschal zu beantworten: Es kommt immer drauf an.

Findest du ein gutes Immobilienangebot, nimm es. ETFs kannst du immer kaufen und immer falsch bzw. richtig liegen. Bei Immobilien ist die Bewertung realitätsnaher und findest du eine entsprechende Möglichkeit, nutze sie. Pauschal kann auch nicht gesagt werden Immobilien seien teuer. Diese Aussage war immer falsch und wird es immer sein. Es kommt auf deine Kontakte an. Hast du z. B. einen Fließenleger oder andere hanwerklich Begabte in deinen Freundeskreis (oder bist selbst einer?) dann kann eine renovierungsbedürftige Wohnung die Gelegenheit sein. 

Nur klar ist, wenn du auf immoscout oder ähnliches angewiesen bist, wird es schwierig was ordentliches zu finden, aber nicht unmöglich!

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Wie soll das passen? Weil handwerklich Begabte, im Freundeskreis alles schwarz machen ist es billiger. Bei der aktuellen Lage,wird ein Handwerker offiziell auch einiges Kosten.

 

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@smarttrader Könntest Du mal verantwortungsvoll mit der Interpunktion umgehen?

Was genau willst Du sagen?

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vor 1 Stunde von smarttrader:

Also zumindest Speckgürtel Hamburg, ist es schwierig Immobilien los zu werden.

Ähnlich sieht es bei Neubauprojekten in Berlin aus. Die Preise die dort aufgerufen werden sind zwar international gesehen noch günstig - jedoch im Vergleich zum Einkommen in Berlin extrem hoch. Das führt dazu dass diese Immobilien nur noch von den oberen ~10% erworben werden können und entsprechend schwer ist der Abverkauf. Die Projekte verkaufen sich zwar noch, aber das geht sehr schleppend voran. Das war vor ca. 2 Jahren noch anders - da waren einige Neubauprojekte innerhalb von wenigen Tagen nach Vertriebsstart ausverkauft.

 

Ob man das nun als Indikator nehmen kann dass die Preise bald wieder sinken glaube ich jedoch nicht. Dafür würde es noch Zinsanhebungen befürfen und wer weiß wann und ob die kommen werden.

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@Cef

Wie soll das passen mit preiswerter wenn Renovierungsbedürftig?

 

Es passt nur bei Schwarzarbeit, wie vorgeschlagen. Das Schwarzarbeit für beide Seiten strafbar ist, sollte erwähnt werden.

 

Würde der Käufer alles normal über Firmen und Rechnung machen lassen, wird es bei der Auslastung nicht wirklich billiger werden, eine Bruchbude zu kaufen.

 

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Meine Empfehlung:-

- Vor dem Immobilienkauf den Kommer lesen, um zu verstehen, was eine Immobilie wirklich kostet bzw. welche Rendite sie wirklich hat

- Diversifizieren. Nur eine Immobilie führt zum Klumpenrisiko.

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vor 1 Stunde von Krause76:

Meine Empfehlung:-

- Vor dem Immobilienkauf den Kommer lesen, um zu verstehen, was eine Immobilie wirklich kostet bzw. welche Rendite sie wirklich hat

- Diversifizieren. Nur eine Immobilie führt zum Klumpenrisiko.

 

Wie im ersten Beitrag steht, wurde der Kommer gelesen.

Diversifizieren beim Eigenheim? Der Trend geht zur Zweit-, Dritt, und Viertwohnung? Da kann man genauso gut auf die Diversifizierungsproblematik bei der Ehe hinweisen. 

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Monogamie als Klumpenrisiko?

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