Anfänger Portfolio aufbauen

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Hallo Allerseits,

 

ich habe mich in den letzten Wochen das erste mal in meinem Leben wirklich mit dem Thema Geldanlage auseinander gesetzt. Dabei haben mir die Inhalte in diesem Forum sehr geholfen. Jetzt habe ich einen Plan für mich erstellt, den ich euch gerne vorstellen würde. Dabei hoffe ich natürlich auf konstruktives Feedback :)

 

Zu meiner Situation:

Ich bin 24 und befinde mich in dem letzten Abschnitt meines Studiums. Noch sind meine Finanzströme sehr Bescheiden (monatlich 800€ Einnahmen und knapp 700-750€ Ausgaben). Ab Dezember beginnt meine Arbeit, die mir 2500€ monatlich netto einbringen wird (und es wird jährliche Gehaltserhöhungen im kleinem-mittlerem Rahmen geben). Ich schätze meine monatlichen Ausgaben (inkl. Versicherungsbeiträge und Ansparen für Urlaub/neuer Laptop usw.) aufgrund eines leicht erhöhten Lebensstandard auf etwa 1500€. Ich gehe eher davon aus, dass die Summe unter 1500€ liegen wird, aber ich wollte bei der Schätzung etwas vorsichtig sein. 

 

Somit ergibt sich eine nette Differenz, die es gilt so gut wie möglich zu verwenden. Ich habe kurz- und mittelfristig keinerlei größere Ausgaben geplant (kein Auto, kein Hausbau o.ä.). Daher habe ich mich entschieden mein Geld langfristig anzulegen, um die optimale Rendite mitzunehmen. Das heißt für mich sparen mittels ETF Sparplan. Allerdings habe ich auch keine langfristigen Ziele, außer dass ich mir langfristig eine Familiengründung vorstellen kann. Ich spare momentan also eher des sparens wegen, da ich denke, dass ich nichts davon habe jetzt mehr Geld auszugeben und ich es im Alter vielleicht gebrauchen kann. Vielleicht ein paar Jahre früher in Rente gehen oder so.

 

Konkret bin ich diesen beiden Threads gefolgt

https://www.wertpapier-forum.de/topic/44765-einsteiger-portfolio-mit-drei-etfs/

https://www.wertpapier-forum.de/topic/49689-investieren-für-einsteiger/

und habe gedacht, dass die folgende Strategie zu mir am besten passt:

 

50% MSCI World (A1XB5U)

20% Stoxx Europe 600 (LYX0Q0)

30% MSCI EM (A12GVR)

 

Die ETFs sind bewusst thesaurierend, da ich momentan der Pauschalbetrag noch nicht ausreize es aber voraussichtlich mittelfristig der Fall sein wird und ich dann einfach bei den ETFs bleiben kann.  So einen großen Unterschied werden ausschüttende ETFs bis dahin sicherlich nicht machen. Weiterhin habe ich auf physische Replizierung geachtet, um das Ausfallrisiko nicht bedenken zu müssen.   

 

Womit ich zur Zeit die größten Probleme habe ist die Asset Allocation. Ich habe bereits 6000€ als Notfallgroschen auf dem Tagesgeldkonto, welches 4 Monatsausgaben von mir abdeckt. Darüber hinaus fallen bei mir keine zusätzlichen Kosten zum Berufseinstieg an (bzw. sind schon einkalkuliert). Ich war zu erst drauf und dran ab Dezember monatlich 1000€, also 100% des überflüssigen Geldes in Aktien zu investieren, da ich mit keinerlei zusätzlichen Ausgaben plane. Doch natürlich können ungeplante Ausgaben auf einen zukommen und als Faustregel für ETFs heißt es ja, dass man diese 15 Jahre lang liegen lassen sollte. Was also, wenn es in 8 Jahren doch zu einer Familiengründung kommt? Ich würde ungern gezwungen sein Geld aus dem Portfolio zu ziehen aber ich würde auch ungern einen größeren Teil in eine Anlage mit niedriger Volatilität stecken, weil dadurch über die Jahre viel Rendite verloren geht. Das heißt für mich, dass ich vermutlich nicht 100% meines Überschüssigen Gehaltes in der Börse investieren sollte.

 

Erste Frage: was sagt ihr zu den von mir ausgewählten ETFs? 

 

Zweite Frage: würdet ihr von einer 100% Aktienquote abraten? Wenn ja, was würdet ihr als Quote vorschlagen und in welche Produkte wäre es am sinnvollsten das Geld anzulegen, welches nicht in die ETFs geht? 

 

Dritte Frage: ich tendiere als Broker zur DKB, wo 1,50€ pro Sparplanausführung fällig werden. Macht es einen Unterschied, ob die Ausführung aller zwei Monate wählt und somit monatlich 4,50€ einspart oder wird dies nicht empfohlen, da man damit die Entwicklung des Marktes weniger mitnimmt?

 

Vierte Frage: gibt es eine Grenze (ab einer gewissen Depothöhe oder Einkommenshöhe) ab der ihr sagen würdet, dass die Strategie mit den drei ETFs keine gute Wahl mehr ist und man das Geld lieber anders anlegen sollte?

 

Vielen Dank im Voraus :)

 

 

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vor 36 Minuten von diavolo:

Erste Frage: was sagt ihr zu den von mir ausgewählten ETFs? 

 

Zweite Frage: würdet ihr von einer 100% Aktienquote abraten? Wenn ja, was würdet ihr als Quote vorschlagen und in welche Produkte wäre es am sinnvollsten das Geld anzulegen, welches nicht in die ETFs geht? 

 

Dritte Frage: ich tendiere als Broker zur DKB, wo 1,50€ pro Sparplanausführung fällig werden. Macht es einen Unterschied, ob die Ausführung aller zwei Monate wählt und somit monatlich 4,50€ einspart oder wird dies nicht empfohlen, da man damit die Entwicklung des Marktes weniger mitnimmt?

 

Vierte Frage: gibt es eine Grenze (ab einer gewissen Depothöhe oder Einkommenshöhe) ab der ihr sagen würdet, dass die Strategie mit den drei ETFs keine gute Wahl mehr ist und man das Geld lieber anders anlegen sollte?

 

Vielen Dank im Voraus :)

 

 

1. Warum 20% Europa zusätzlich?

 

2. Deine Aktienquote musst du selbst festlegen. Zwischen 0 und 100% ist alles erlaubt :)

 

3.  Du willst bis zu 12.000 Euro im Jahr sparen und machst dir über ~60 Euro Gedanken?

 

4. Fang doch erstmal an, bevor du über so etwas nachdenkst.

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vor 4 Minuten von niehle:

1. Warum 20% Europa zusätzlich?

Um sich einer BIP-Verteilung anzunähern?

 

vor 47 Minuten von diavolo:

Zweite Frage: würdet ihr von einer 100% Aktienquote abraten?

Das ist die einige Frage deines Beitrages, die wirklich wichtig ist. Dummerweise sitzt der einzige, der die beantworten kann, 40cm vor deinem Monitor.

 

Wenn du dich unsicher fühlst, fange mit 80% (oder einer beliebigen anderen Quote) an und schau, wie du mit den üblichen Schwankungen und Mini"kräschs" klar kommst.

 

vor 47 Minuten von diavolo:

Wenn ja, was würdet ihr als Quote vorschlagen und in welche Produkte wäre es am sinnvollsten das Geld anzulegen, welches nicht in die ETFs geht?

Ich würde mich da vorerst auf Tagesgeld und Festgeld(leiter) bis zu fünf Jahren und bei soliden Anbietern beschränken.

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vor 5 Stunden von diavolo:

Dritte Frage: ich tendiere als Broker zur DKB, wo 1,50€ pro Sparplanausführung fällig werden. Macht es einen Unterschied, ob die Ausführung aller zwei Monate wählt und somit monatlich 4,50€ einspart oder wird dies nicht empfohlen, da man damit die Entwicklung des Marktes weniger mitnimmt?

Deine ETF wären bei flatex kostenfrei zu besparen "Mehr als 350 ETF-Sparpläne überComstage, db x-tracker undLyxor kostenfrei handelbar." - keine Depotgebühr und nur negative Zinsen wenn du Geld dort parkst (Einzug vom Giro umgeht das).

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vor 23 Stunden von niehle:

1. Warum 20% Europa zusätzlich?

Um den US-Anteil im Depot gegenüber dem hohen US-Anteil bei der Wahl einer reinen World/EM Kombination etwas abzusenken?

 

vor 23 Stunden von niehle:

2. Deine Aktienquote musst du selbst festlegen. Zwischen 0 und 100% ist alles erlaubt :)

Sehe ich auch so. Je höher die Aktienquote, desto höher allerdings auch die Renditeerwartung. Ich (inzwischen im fortgeschrittenen Lebensalter) fahre deshalb eine sehr hohe Aktienquote. Ob das für Dich richtig ist, kannst Du nur selber entscheiden. Es ist allerdings die wichtigste Frage überhaupt.

Am 11.8.2019 um 15:14 von diavolo:

Doch natürlich können ungeplante Ausgaben auf einen zukommen und als Faustregel für ETFs heißt es ja, dass man diese 15 Jahre lang liegen lassen sollte. Was also, wenn es in 8 Jahren doch zu einer Familiengründung kommt? Ich würde ungern gezwungen sein Geld aus dem Portfolio zu ziehen aber ich würde auch ungern einen größeren Teil in eine Anlage mit niedriger Volatilität stecken, weil dadurch über die Jahre viel Rendite verloren geht. Das heißt für mich, dass ich vermutlich nicht 100% meines Überschüssigen Gehaltes in der Börse investieren sollte.

Deine Überlegungen erscheinen mir sehr vernünftig. Eine Familiengründung geschieht aber nicht von heute auf morgen (meistens). Insofern könnte ich mir vorstellen, daß Du neben dem vorhandenen Notfallgroschen zunächst eine 100% Quote fährst und dann, wenn sich eine Änderung Deiner Lebensumstände abzeichnet, einen signifikanten Anteil Deiner Sparquote in eine Tagesgeld/Festgeldanlage umsteuerst.

 

Am 11.8.2019 um 15:14 von diavolo:

Vierte Frage: gibt es eine Grenze (ab einer gewissen Depothöhe oder Einkommenshöhe) ab der ihr sagen würdet, dass die Strategie mit den drei ETFs keine gute Wahl mehr ist und man das Geld lieber anders anlegen sollte?

Eigentlich nein. Deine gewählte AA macht auch bei einem Millionenvermögen noch Sinn. Wenn es Dir aber Spaß macht, dann kann man bei größeren Summen auch über andere Anlagemöglichkeiten nachdenken. Das hat dann aber immer einen gewissen spekulativen Charakter und muß keinesfalls sein.

 

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Ich würde einen ausschüttenden ETF nehmen, bis der Freibetrag erreicht ist. 

 

Ansonsten finde ich den Plan gut. Klar könnte man auch mit nur einem ETF erstmal anfangen, aber wenn es drei sein sollen, warum nicht. 

 

Am besten finde ich, dass du mit 24 schon 1000€ monatlich sparen willst. Das finde ich schon sehr viel für das Alter :thumbsup:

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Danke euch allen für eure Hilfe. Eure Antworten bestärken mich in meinem Vorhaben und haben mir praktische Tipps gegeben, wie ich einzelne Details sinnvoller angehen kann. Ihr seid eine großartige Community. 

 

Der Thread kann hiermit gerne geschlossen werden. 

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