Performanceanalyse ESG-Fonds / Ich drehe mich im Kreis

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Hallo liebe Wertpapier Community,

ich sitze Aktuell an einer wissenschaftlichen Arbeit zum Thema der Performanceanalyse - hierbei vergleiche ich nachhaltige Aktienfonds mit konventionell gemanagten. Bei der Berechnung stehe ich leider noch vor diversen (simplen) Problematiken und hoffe ihr könnt mir diesbezüglich weiterhelfen.

 

Meine Analyse basiert auf täglich Anfallenden Anteilswerten der letzten 3 Jahre und erfolgt durch klassische risikoadjustierte Maße (Sharpe/Treynor/jensen Alpha) und ggf. auch durch das Sortonio Ratio.

Ich werde im folgenden den Prozess grob beschreiben um meine Probleme ersichtlicher zu machen:

- Schlusskurse der Antweilswerte wurden auf tägl. Basis geladen

- Benchmarkportfolios nach dem Matchingangsatz selektiert

- für die Berechnung der Portfoliobetas Marktportfolios  Bruttodividendenreinvestierende Indexwerte genutzt. (die Betas wurden hierbei nicht nach Wertpapiergewichtung ermittelt, sondern die Funds bei der Ermittlung als "Wertpapier" berücksichtigt.

 --> Standartabweichungen wurden auf Grundlage der Daten der 3 Jahre (etwas 750 Tageswerte) ermittelt.

 

Jetzt mein aktuelles Problem: Bei der Berechnung der Performancemaße benötige ich die annualisierte Standartabweichhung (Volatilität), diese Berechnet sich meines Wissens nach Standardabweichung*Wurzel (T)  für ein Jahr Entspräche T dann ca. 252 Börsentagen was für mich auch Sinn ergibt.

Da ich das Sharp-Ratio und co ja aber auf Basis von 3 Jahren berechnen möchte erschließt sich mir hierbei nicht die korrekte Vorgehensweise - Ursprünglich bildete ich die Standardabweichung für die Matrix der gesamten Zeitspanne und multiplizierte mit der Wurzel aus 750 (3 Jahre) und war der Meinung so den benötigten Parameter zu berechnen. Nach Rücksprache mit dem Professor erwies sich das jedoch als falsch. Die annualisierte Methode macht laut meiner Logik leider wenig sinn, da ich die Kennzahl so ja nur für ein bestimmtes Jahr berechnen würde und der Wert keine Aussagekraft über den gesamten Beobachtungszeitraum besitzt..

Ich kann mir absolut nicht zusammenreimen welche Methode hierfür geeignet ist und bitte deshalb um Rat und entschuldige mich vorab, sollte die Antwort so trivial wie erwartet ausfallen.:wub:

 

Liebe Grüße 

D.

 

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Hallo Alphahunt,

 

rein mathematisch ist dein vorgehen richtig, aber ich glaube du hast einen Denkfehler bei der Bedeutung der ann. StdDev.  gemacht.

 

Dein Datensatz umfasst 3 Jahre. Basierend auf den drei Jahren kannst du nun die tägliche StdDev ausrechnen, so wie du das bereits beschrieben hast. Um diesen Wert auf beliebige Zeiträume hochzuskalieren benutzt man StdDev*Wurzel(T), soweit auch richtig, dabei ist es jedoch völlig egal ob du jetzt 1 Jahr (T=252) betrachtest oder drei (T = 756). Dein errechneter Wert bezieht sich immer auf deinen gesammten Datensatz und nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt im Datensatz. 

 

1 Jahr hat sich nur als sinnvoller Industriestandard durchgesetzt.

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Guten Tag DiracDelta,

vorab vielen Dank für deine Antwort ! 

 

Wenn ich dich richtig verstanden habe wäre demnach das multiplizieren mit Wurzel(252) die richtige Variante um einen standardisierten Jahreswert zu erhalten(Auch bei Betrachtung von X Jahren)?! Das scheint mir schlüssig, da ich in der Formel für das Sharpe (SR= durchschn. Rendite des PF-Rf/Volatilität )

auch das geometrische Mittel der 3 Jahresrenditen berechnet habe und so auf einen annualisierten Wert komme.

Auch hier habe ich im Netz diverse Varianten gesehen -  ursprünglich hätte ich als risikofreien Zinssatz lediglich 0,5 % einer Bundesanleihe emittiert im Jahr 2016 (Laufzeit 10 Jahre) verwendet. Da mein Untersuchungszeitraum von 2016-2019 verläuft. Einige Berechnungen die ich gefunden haben beziehen jedoch die Kursdaten dieser Kuponanleihe auf täglicher Basis und berechnen  hierbei den einfachen Mittelwert der Renditen der Stichprobe. (Gleiches wird hier auch für das Untersuchte Portfolio getan) 

Würdest du grundsätzlich sagen das beide Varianten legitim sind ? Ich hoffe ich überstrapaziere deine Geduld nicht, habe gestern nur einen ziemlichen Dämpfer erhalten und bin nun stark verunsichert was mein methodisches Vorgehen betrifft :rolleyes:

(Zusätzlich kam hinzu das mein errechnetes Sharp eine deutliche Abweichung gegenüber dem auf Finanzen.net verfügbaren aufweist) 

https://www.finanzen.net/anleihen/110239-bundesanleihen-anleihe - Diese Anleihe benutze ich für die rf Rate.

Mit freundlichen Grüßen 

Alpha

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Wenn du von täglichen Daten startest ist Wurzel(252) immer die richtige Variante um auf den annualisierten Wert zu kommen, unabhängig vom analysierten Zeitraum.

 

Die Frage des Rf ist nicht-trivial und aus meiner Perspektive eher akademisch. Grundsätzlich würde ich beide erwähnte Varianten als legitim ansehen, solange du das klar definierst und konsistent verwendest. Die erste Variante ist vermutlich eher geeignet falls sich die Portfoliozusammensetzung über den betrachteten Zeitraum nicht ändert. Am besten das verwenden was dein Professor vorzieht (vermutlich Variante Zwei).

 

Selber benutze in keinen Rf und somit nur die Return-Risk-Ratio als Sharpe. Der Rf erzeugt nur einen offset in den Werten der in vielen Anwendungen keine Rolle spielt. 

 

Das Finanzen.de auf andere Werte kommt kann an einem anderen Rf, keinem Rf oder einer anderen Datensatzlänge liegen. Grundsätzlich würde ich den kostenlosen Portalen nicht zuviel zutrauen. Lieber mit den richtigen Datensätzen selber rechnen.

 

 

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Siehe auch:

 

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Danke für die Antwort Delta, das Posten des anderen Threads xfklu - das hat weitergeholfen ! Ich komme mit meiner Arbeit auch gut voran, habe im Moment jedoch ein Problem bei der richtigen Benchmarkwahl :

 

Grundsätzliche wende ich zur Wahl eines Benchmarkfonds den Matchingansatz an und suche mir den passendsten Vergleichsfonds heraus. Da sich meine Ausarbeitung auf den Retailbereich beziehen soll habe ich für meine Stichprobe nur sich an Privatkunden richtende Segmente gewählt (R,A,P). Dies wirft bei mir aktuell das Problem auf, dass ich mir bei der Wahl des Anlagevolumens unsicher bin. Beziehe ich mir bei dem Anlagevolumen auf das gesamte Fondsvolumen oder auf das Volumen der Anteilsklasse ? Die Fondssegmente richten sich lediglich an verschiedene Investoren bzw. notieren in unterschiedlichen Währungen. Ich habe mich bereits an meinen Professor gewandt und von Ihm die aussage bekommen das ich doch die Volumen der Anteilsklassen nutzen soll, da sie ja auch mit einer eigenen ISIN gekennzeichnet sind. Da es sich hierbei nicht um Umbrellafonds mit verschiedenen Anlageschwerpunkten der Segmente handelt stehe ich dieser Antwort skeptisch gegenüber und habe Angst durch falsche Anwendung Skaleneffekte nicht richtig zu berücksichtigen.

 

Im Netz und in meiner vorliegenden Lektüre finde ich hierzu leider keine Antwort. Ich hoffe eure Zeit noch ein letztes mal beanchspruchen zu können:wacko:.

 

LG

Alpha 

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