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Bärenbulle

Ruhe in Frieden - Die Covid-Opfer unter den Unternehmen

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cutter111th
vor 48 Minuten von Sapine:

@EuronensammlerWie kannst Du das Kind nur beim Namen nennen?

 

Bei uns in der Kleinstadt ist es derzeit Mode, Parkplätze in Sitzplätze für Cafes und Bistros umzuwandeln. Hinzu kommen dutzende von Behindertenparkplätzen, die zu 90 % leer sind. Hauptsache man macht die Stadt "schöner" und lebenswerter. Neuester Coup ist die Garnierung dieser Bereiche mit Bäumchen im Kübel eingepackt in roter Hochglanzfolie. Nun wundert man sich, dass die Leute sich da trotzdem nicht aufhalten wollen. Die Halbwertszeit der Geschäfte wird immer kürzer und das Sortiment schlechter. 

 

Nach München fahren zum Einkaufen kostet schon 50 Euro alleine fürs Parken und man muss dennoch weit laufen. Ein schneller Einkauf geht so nicht. Mit den beliebten SUVs ist es auch kein Vergnügen in den Parkhäusern, die Parkplätze sind zu klein. Die autofeindliche Stadt ist in einer älter werdenden Gesellschaft für eine zunehmende Zahl von Leuten der falsche Weg. Nicht jeder kann mit Fahrrad/E-Scooter shoppen gehen. 

 

Statt nach München fahre ich in die andere Richtung, da gibt es tatsächlich noch eine Kleinstadt, mit Kurzzeitparkplätzen direkt vor den Geschäften, statt Anwohnerparkplätze und Straßenbistros. Ok, manchmal muss ich zwei Minuten warten, bis einer aus der Parklücke rausfährt. Dafür habe ich dann einen sehr kurzen Fußweg. Die Einkäufe kann ich unmittelbar im Auto abstellen - alles ganz gemütlich. Ok - zugegeben ohne den genialen Bäcker wäre ich vermutlich nie auf die Idee gekommen. Aber mittlerweile besuche ich bei der Gelegenheit gleich noch ein oder zwei der angrenzenden Geschäfte und bin trotzdem nach nicht mal einer halben Stunde durch mit dem Bummel.

Ist hier in Düsseldorf nicht besser. Die Städte werden immer autofeindlicher, der ÖPNV ist aber nicht wirklich eine Alternative. Es verschwinden immer mehr Parkplätze und das Parken selbst ist so teuer, dass es sich nicht lohnt mir dem Auto in die Stadt zu fahren. Zeitgleich wird massenhaft neues Personal eingestellt, damit rund um die Uhr Parksünder zur Kasse gebeten werden können. Das wird alles noch schlimmer werden, kommen erst mal die Scan-Autos flächendeckend zum Einsatz, welche gerade schon in den ersten Kommunen getestet werden. Schließlich müssen die klammen Kommunen ja gucken, wie sie an Geld kommen. Ob das alles schlussendlich aufgeht, darf bezweifelt werden, denn zeitgleich wundert man sich ja, dass die Innenstädte immer weiter verkommen, weil die Geschäfte schließen, auch wenn gerade die Düsseldorfer Innenstadt mit seinem Einkaufsstraßen, vor allem der luxuriösen Königsallee, hier noch immer recht gut dasteht. Aber außerhalb des Zentrums, wo die Parksituation nun auch nicht besser ist, sieht es schon kritischer aus. 

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Tatsächlich

Ja, es ist echt ein Jammer, dass mehr Platz für Menschen, statt für Autos geschaffen wird, dabei hat uns das Auto Wohlstand gebracht und jetzt sind wir so undankbar.

Dem Auto müsste noch viel mehr Raum gegeben werden, weg mit Grünzeug und Sitzplätzen, der Mensch ist ersetzbar, das Auto nicht!

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Bobbycar192

Als ob Autos eigenständige Wesen seien. Schwarz weiß hilft hier nicht weiter.

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Sapine

Bäume in einer mittelalterlichen Stadt haben Seltenheitswert, insofern wurde wegen Parkplätzen dort noch nie ein Baum gefällt. Gegen den Widerstand des Denkmalschutz hat die Bürgerschaft VIER Bäume im Zentrum durchgesetzt. Mehr Platz für leere Bistros mit roten Plastik Kübeln empfinde offensichtlich nicht nur ich als keinen ausreichenden Grund, mich dort aufzuhalten. Wenn bei uns in der Straße Parkplätze wegen Bäumen entfallen würden, wäre ich die erste, die das unterstützt. Dem ist aber nicht so! Ich bin auch ein Freund von Fahrradwegen und was Menschen sonst noch so brauchen.

 

Eine autofeindliche Stadt ist in nicht unerheblichem Maß auch eine menschenfeindliche Stadt. Die Leute stimmen mit den Füßen ab, man kann es natürlich ignorieren und jammern über sterbende Geschäfte.

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No.Skill

@Sapine Ja bei mir weiter südlich Richtung Stuttgart oder jetzt zu Besuch in der Heimat Berlin. Das gleiche Bild, Poller mitten auf der Straße, Einbahnstraßen, Parkplätze brutal teuer, öpnv auch. SUV brauch ich gar nicht, selbst mit dem Kombi mit Familie ist es eine Zumutung in die Innenstädte zu müssen / wollen. Heimat/Natur Museum kann man bei Amazon noch nicht bestellen. Denn Rest schon. Absolut Auto und Einzel Handel feindliche Politik der letzten 15 Jahre über alle Parteien hinweg.

Und kurios auch als Fußgänger und Radfahrer ist es teilweise nicht besser Fahrrad weg link entgegen dem Verkehr, dann wieder gegen über aber ohne Möglichkeiten die Straße zu überqueren. Abgesenkte Bordsteine gibt es für Autos aber nicht für Rollstühle/Rollator, Fahrrad und Kinder/Wagen. Da gibt es noch viel zu tun.

 

Grüße No.Skill 
 

 

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Tatsächlich
vor 38 Minuten von Sapine:

Eine autofeindliche Stadt ist in nicht unerheblichem Maß auch eine menschenfeindliche Stadt.

Ich sag doch: (Noch) mehr Platz für Autos!

Die nehmen im Vergleich zum ÖPNV, Fußwegen, Radwegen noch viel zu wenig Raum ein, gerade in Städten, wie man es überall sehen kann.

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No.Skill
vor 22 Minuten von Tatsächlich:

Ich sag doch:

Es reicht ja schon wenn man nicht noch absichtlich gegen das Auto tut.

Und sich dann betroffen hinstellt und über Abwanderung der Auto Industrie und Arbeitsplätze klagend weint.

 

Das man alle zufrieden macht ist unwahrscheinlich aber wenigstens das was da ist vernünftig organisieren und nicht noch den radweg auf die zuvor verengte jetzt 1 spuhrige Fahrbahn legen.

Bei uns Rasen die e Fahrräder durch die Straßenbahn Haltestellen weil Radweg und Haltestelle zusammen gelegt werden. Kein Fahrrad/ es Roller Fahrer kennt das Schild H und dessen Bedeutung. Gut Auto Fahrer auch nicht^^

Autos fahren dort 7 da "Spiel Straße" wobei natürlich nie Kinder auf der Straßenbahn linie spielen.

 

 

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Euronensammler
· bearbeitet von Euronensammler
vor einer Stunde von Sapine:

Die Leute stimmen mit den Füßen ab,

Ich wohne im Umland von Köln. Als ich dorthin zog, hab' ich gerne alle 2-3 Monate einen gemütlichen Shoppingtag in Köln zugebracht. Die Einkäufe wurden dann zwischendurch im Auto abgeladen. 

Heute besuche ich die Stadt vielleicht einmal pro Jahr und das eher als Tourist und nicht mehr als Käufer. Und ja, die Luft ist besser geworden. Aber ich möchte sie mir nicht mehr leisten. Es ist einfach zu unattraktiv und umständlich geworden.

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Holgerli
vor 6 Stunden von Bolanger:

So ganz richtig verstehe ich den Niedergang der Kaufhäuser eigentlich nicht. In den letzten Jahren und Jahrzehnten haben in vielen Städten in der Innenstadt oder auf der grünen Wiese Einkausfzentrem eröffnet, Und damit meine ich nicht die mit Supermärkten und Ramsch-Läden, sondern Zentren mit überwiegend Markengeschäften. Wo ist denn da der Unterschied, ob ich nun innerhalb eines großen Karstadt-Geschäftes von der Levi's Jeans -Abteilung in die Juweliersabteilung, von dort in die Haushaltswarenabteilung und dann ab zum Spielzeug renne vgl. zu einem Levis-Jeans-Geschäft neben einem Juwelier, neben einem Haushaltswarengeschäft neben einem Spielwarenladen laufe?

Naja, so rosa-rot wie Du das mit den Shopping-Malls darstellst ist es nicht. Hier mal ein Tagesschaubericht aus 2024: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/einkaufszentrum-freizeitpark-100.html

Es heisst ja immer, dass wir 10 bis 20 Jahre hinter den USA hinterher sind. Da hat das große Shopping Mall-Sterben ja schon längst begonnen bzw. steuert auf seinen Höhepunkt zu, bzw. hat diesen schon längst überschritten.

 

Ich persönlich fahre noch für vier Sachen in die Innenstadt:

- Hosen 

- Schuhe

- Brille

- Essen (Restaurant oder Imbissbude)

 

Alles andere finde ich online deutlich entspannter. Dass es dabei oft noch preiswerter ist, ist nur ein positiver Nebeneffekt. 

 

Bezüglich Galaria: Das letzte mal war ich in einer Galaria bzw. einem Karstadt vor (über) 25 Jahren, weil ich einen Anzug brauchte. Ich habe einen Verkäufer angesprochen und habe direkt einen dummen Spruch reingedrückt bekommen. Seither meide ich den Laden. 

Ja, anekdotisch, aber als kleiner Fachhändler kannst Du Dir solche Mitarbeiter (auch) nicht leisten. Der Unterschied ist nur, dass der Fachhändler seinen Laden schließt / schließen muss und kein Hahn hinterher kräht. 

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satgar
· bearbeitet von satgar

Ich bin da eher bei @Tatsächlich Das Auto bestimmt das Leben. In den Städten steht es überall herum. Für das Auto wurden die Städte im 20 Jahrhundert herum geplant. Mehr Fahrspuren führten dabei nicht zu weniger Stau, sondern nur zu noch mehr ansteigendem Verkehr.

 

Jeder darf, oftmals sogar kostenlos, sein privates Fahrzeug auf öffentlichem Grund abstellen. In anderen Ländern geht das nicht, und die kommen auch damit klar. Aber bei uns ist man des Todes, das auch nur anzudenken;)

 

Der Kapitalismus lebt von der Individualität der Leute. Eine Individualität beim Konsum, die der stationäre handeln in seiner Vielfältigkeit an Produkten nicht bieten kann. Im Internet finde ich nicht nur eine Powerbank zu kaufen, sondern hunderte. Verschiedene Marken, Kapazitäten, Leistungsstufen in Watt, Anschlüssen und vieles mehr. Das kann man alles gar nicht im stationären Handel anbieten. Und dann ist es dort auch noch teurer. Die Leute wollen so nicht mehr einkaufen. Bei Elektronik ist das schon sehr lange so. Da gibt es keine stationären reinrassigen PC Geschäfte mehr. Hier in MUC kenne ich eines, und da steht im Regal eine Grafikkarte, deren Modellgeneration ist schon mehrere Jahre alt. Das, was die Leute shoppen wollen, ist vielfach analog nicht mehr zu dem Preis zu bekommen, was gewünscht wird. Da fange ich bei Fast Fashion und temu /Shein nicht mal an.

 

Mal durch die Stadt zu bummeln, kann ganz nett sein. Aber ich kaufe so gut wie nie was. Und ja, irgendwie tut es mir für die Ladengeschäfte auch leid. Aber Mitleid alleine reicht halt nicht für eine Kaufentscheidung.

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Nachdenklich
vor 11 Stunden von No.Skill:

Und sich dann betroffen hinstellt und über Abwanderung der Auto Industrie und Arbeitsplätze klagend weint.

In Bonn (ich wohne zwar nicht in Bonn aber im Umland) hatten wir eine Oberbürgermeisterin, die entschlossen versuchte den privaten Pkw-Verkehr zurückzudrängen. 

Die ist nun auch persönlich davon betroffen, daß derartige Politik zu Arbeitsplatzverlusten führt.

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Anja Terchova
Am 30.12.2025 um 11:15 von Tatsächlich:

Ja, es ist echt ein Jammer, dass mehr Platz für Menschen, statt für Autos geschaffen wird, dabei hat uns das Auto Wohlstand gebracht und jetzt sind wir so undankbar.

Dem Auto müsste noch viel mehr Raum gegeben werden, weg mit Grünzeug und Sitzplätzen, der Mensch ist ersetzbar, das Auto nicht!

Natürlich sind auch Menschen wichtig, aber es sollten auch die Menschen die nicht direkt in der Stadt leben eine faire Chance haben hinzukommen.

Zumal der Trend dahin geht das die verbliebene Mittelschicht völlig aus den Städten an die Randgebiete verdrängt wird. In den Städten selbst findet nur noch einerseits die Obersicht die sich Mietpreise von über 20 €/m² bzw. Kaufpreise über 6.500 €/m² zuzüglich Nebenkosten leisten können, und anderseits die Untersicht in verfallene Hinterhäusern in den Slumecken zwangseinquartiert wird.

Aber es sind nich nur die öffentlichen Plätze wo Autos verdrängt werden, sondern auch viele Unternehmen machen ihre Parkplätze bei verkaufsoffenen Sonntagen oder Volksfesten durch Videoüberwachung oder Abschrankungen nicht mehr nutzbar.

Fürher, in der Vor-Corona-Zeit war das kein Problem, da ging man pragmatischer miteinander um. Natürlich hat man gegenseitig darauf Rücksicht genommen keine Unternehmensparkplätze oder Supermarktparkplätze währen der Öffnungszeiten zu blockieren. Aber für die Volksfeste ab 20:30 Uhr oder an verkaufsoffenen Sonntagen hats ja niemanden gestört. Klar kam es auch mal vor, das das ein oder andere Auto doch etwas länger stehen blieb, wenn der Fahrer nicht mehr fahlren konnte  und es dann vielleicht erst am nächsten Tab so gegen 11 Uhr abgeholt hat. Aber das waren dann schon Ausnahmen.

Park+Ride und ÖPNV wären natürlich auch nicht schlecht, wenn man bereit wäre genug zu investieren. Meistens sind verfügbare Park+Ride Parktplätze völlig überbelegt oder exorbitant teuer oder aber soweit draussen das die ÖPNV Anbindung schlecht und beschwerlich ist.

Das Kernproblem ist: Jeder sagt nur was ihm nicht gefällt, und versucht zu verhindern was ihm nicht gefällt - aber niemand macht ernsthafte Vorschläge was die betroffenen Leute stattdessen tun sollen.

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Mangalica
vor 16 Minuten von Anja Terchova:

Aber es sind nich nur die öffentlichen Plätze wo Autos verdrängt werden, sondern auch viele Unternehmen machen ihre Parkplätze bei verkaufsoffenen Sonntagen oder Volksfesten durch Videoüberwachung oder Abschrankungen nicht mehr nutzbar.

Das ist aber kein Ergebnis von autofeindlicher Stadtplanung, sondern einfach die ganz typische Enshittification des modernen Kapitalismus: Man hat festgestellt, dass man durch private Knöllchen noch ein bisschen extra verdienen kann, und daher wird das eben gemacht.

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