Jump to content
Bärenbulle

Ruhe in Frieden - Die Covid-Opfer unter den Unternehmen

Recommended Posts

Bärenbulle
Posted · Edited by Bärenbulle

Firmenpleiten dürften ein interessanter Indikator in dieser Krise sein (siehe Zitat unten). Leider gibt es mienes wissens wenig "Real-time" Zusammenfassungen von Insolvenzen. Daher sollen hier die aktuellen Insolvenzen gepostet werden über die man ja beim täglichen lesen von Artikeln immer mal wieder stolpert. Gerne auch Spekulationen zu Kandidaten denen das Wasser bis zum Hals steht. Auch Links mit "neartime" Reports zu dem Thema finde ich interessant. Schön wäre es ja eine Art Johns Hopkins Cockpit für Unternehmen hinzubekommen.:w00t:

 

Am 29.3.2020 um 09:45 von Bärenbulle:

Die entscheidende Frage wie diese Krise weiter verläuft hat nicht nur mit den Infektionsverläufen zu tun. Mindestens genauso wichtig ist, ob sich am Ende nicht doch trotz der ganzen Rettungsprogramme nicht doch auch die deflationären Effekte in der Realwirtschaft erstmal weiter selbst zu einer Depression verstärken (die explodierenden Arbeitslosen in den USA lassen grüßen). Es gab ja auch schon vor Corona viele Warnsignale aus dem Corporate Bond Märkten. Seit 2008 hat sich die Unternehmensverschuldung kontinuierlich gesteigert:

Bild1.jpg.5269817538dcd0bcb2fed79a12275357.jpg

 

Selbst riesige Unternehmen wie AT&T liegen mittlerweile im BBB Segment. Wir reden hier über Summen die die Rettungsprogramme um ein vielfaches übersteigen. Gleichzeitig haben sich die Liquiditätsreserven halbiert:

Bild2.jpg.5a2120b6087f7e1d28b7e3be633cffcc.jpg

 

Zudem gehen Unternehmensgewinne nicht nur leicht zurück - ein Thema um das man sich vor der Krise bereits Sorgen machte, dass es den Coporate Bond Markt ins Wanken bringt - sondern der gesamte Cashflow ist nun meist vollständig gekappt bzw. deutlich negativ.

Eine Parallele zu 2008 gibt es dann auch wieder mit einem aufgeblähten Schattenbankensystem und verpacktem toxischen Papieren (man erinnere sich an die CDOs). Heute gibt es wieder einen solchen Markt, der nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert mit Leveraged Loans. Das sind Kredite an hoch verschuldete Unternehmen, die Banken, oft gebündelt in Collateralized Loan Obligations (CLOs), weiterverkaufen, etwa an spezielle Fonds. Die Kredite sind flexibel verzinst: Steigen die Zinsen oder die Risikospreads, müssen Unternehmen mehr zahlen. Was vielleicht nach einer Nische klingt, ist ein Markt, der in den USA auf etwa 1100 Mrd. Dollar angewachsen ist.

 

Folgerichtig sind viele Coporate Bond Märkte auch sofort komplett eingefroren und tauen nun erst durch die Fed Intervention und die sehr schnelle Reaktivierung des CPFF langsam wieder auf (Commercial Paper Funding Facility (CPFF) was a system created by the United States Federal Reserve Board during the financial crisis of 2007–08 to improve liquidity in the short-term funding markets. It was reauthorized in March 2020 in reaction to the financial impact of the 2019–20 coronavirus pandemic, including the 2020 stock market crash). Gibt nett Goldmann Sach YouTube-Videos dazu.

 

Das dies die verwundbarste Stelle des globalen Finanzkartenhaus ist, sehen offenbar auch "Schlaufüchse" wie Bill Ackmann: https://www.forbes.com/sites/antoinegara/2020/03/25/billionaire-bill-ackman-100-fold-return-on-coronavirus-hedge-2-billion/amp/?__twitter_impression=true

 

Zudem droht sich hier ein Teufelkreis zu entwickeln. Denn durch Corona dürften sich viele Ratings verschlechtern, was die Kreditaufnahme für die angeschlagenen Unternehmen weiter erschwert.

 

Da geht es auch keineswegs um kleine Unternehmen. McDonalds ist z.B. auch BBB und das Ausleihen der eigenen Mitarbeiter an Aldi-Supermärkte mag ein toller Marketing-Coup sein, aber ist sicher auch Teil eines verzweifelten Überlebenskampfes.

 

Eventuell ist das daher der High Yield Spread der wichtigste Indikator für diese Krise. Vielleicht aber auch nicht, denn es gibt auch noch hunderte andere Möglichkeiten, wie sich dieser Schock auf andere Wege in die Bank- oder Unternehmensbilanzen hineinfressen kann, so dass möglicherweise bald auch ganze Staaten kippen werden. Vorsicht ist jedenfalls angebracht. 

 

PS: Die Trendumkehr bei der Spreadausweitung (vermutlich durch den Aufbau der FED Fazillität) rechts läßt hoffen, aber die Pleitewelle hat 1 Woche nach den Lockdowns ja nicht mal ansatzweise begonnen. Wir werden noch einiges an "Firefighting" sehen. Vorraussehen läßt sich das alles nicht.

Bild3.jpg.30d26d4c9cf33af58a2b8e28a74e67b3.jpg

 

 

 

Linkverzeichnis:

Insolvenzbekanntmachungen in Deutschland die letzten 10 Tage

Share this post


Link to post
Ramstein
Posted

Meinst du auch sowas gehört hier hin:

 

Zitat

 

COVID-19-Insolvenz-Aussetzungsgesetz (COVInsAG) in Kraft getreten

 

Die zentrale Vorschrift in Artikel 1 § 1 des COVInsAG lautet:

Die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags nach § 15a InsO und nach § 42 Absatz 2 BGB ist bis zum 30. September 2020 ausgesetzt. Dies gilt nicht, wenn die Insolvenzreife nicht auf den Folgen der Ausbreitung des SARS-CoV-2 (COVID-19-Pandemie) beruht oder wenn keine Aussichten darauf bestehen, eine bestehende Zahlungsunfähigkeit zu beseitigen. War der Schuldner am 31. Dezember 2019 nicht zahlungsunfähig, wird vermutet, dass die Insolvenzreife auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beruht.

 

 

Share this post


Link to post
Apolllo
Posted

Dann fange ich mal an mit zwei Restaurantketten, die schon insolvent sind:

1. Vapiano

2. Maredo

Share this post


Link to post
Dzenis
Posted
vor 2 Minuten von Apolllo:

Dann fange ich mal an mit zwei Restaurantketten, die schon insolvent sind:

1. Vapiano

2. Maredo

Die bereits vor Corona schlecht dastanden und ohne den Virus in naher Zukunft wohl dichtgemacht hätten.

Share this post


Link to post
InvestNiffler
Posted
vor 10 Minuten von Ramstein:

Meinst du auch sowas gehört hier hin:

 

 

Ich habe das auch gelesen und finde das äußerst interessant. Dies könnte dazu führen, dass die Insolvenzserie erst deutlich später kommt und es auf "Salamitaktik" hinausläuft? Ich frage mich auch wie man das ganze so schnell von Fachpersonal sauber bewerten lassen will, wenn wir davon ausgehen, dass viele Kleinstunternehmen ebenfalls betroffen sind.

 

Bestes Beispiel von Insolvenzverschleppung sind mMn. Vapiano und Maredo. Zumindest bei Vapiano, was ich länger beobachtet habe, sollte jedem klar sein, dass Corona der eleganteste Weg war die Insolvenz zu verpacken. Viele Unternehmen in der Industrie werden es nicht anders handhaben. Vielleicht nicht für Insolvenz aber dafür, dass man jetzt einfacher Mitarbeiter los wird.

Share this post


Link to post
Richie_Rich
Posted

Stuttgarter Großbordell "Paradise" meldet Insolvenz.

Share this post


Link to post
Bärenbulle
Posted
vor 32 Minuten von Ramstein:

Meinst du auch sowas gehört hier hin:

 

 

Das ist ja schon ein echter Hammer. Macht die Sache natürlich sehr intransparent. Spricht vor allem nicht für ein schnelles Ende der Krise.

 

Gibe es das in den USA eigentlich in ähnlicher Form?

Share this post


Link to post
Richie_Rich
Posted · Edited by Richie_Rich
54 minutes ago, Bärenbulle said:

Das ist ja schon ein echter Hammer. Macht die Sache natürlich sehr intransparent. Spricht vor allem nicht für ein schnelles Ende der Krise.

 

Gibe es das in den USA eigentlich in ähnlicher Form?

USA weiß ich nicht.

Ein Hammer ist es nicht gerade. Es verschafft lediglich die nötige Luft, um die neuen Finanzierungshilfen der öffentlichen Hand überhaupt zeitlich anwenden zu können. Bislang musstest du innerhalb von drei Wochen Insolvenzantrag stellen, wenn die Finanzierung nicht mehr gewährleistet war. Kannst du momentan protokollieren und nachweisen, dass deine Insolvenz durch die Corona-Krise eingetreten ist, bekommt dein Unternehmen nun mehr Zeit, damit die Finanzierungshilfe bei Bund und Ländern überhaupt geprüft und genehmigt werden kann.

Macht also die Sache, konkret die Unternehmungsfinanzierung, nicht intransparent, sondern überhaupt umsetzbar. Das Ende der Krise wird damit auch nicht klarer als der Kaffeesatz.

Share this post


Link to post
Bärenbulle
Posted · Edited by Bärenbulle
vor 36 Minuten von Richie_Rich:

...

Macht also die Sache, konkret die Unternehmungsfinanzierung, nicht intransparent, sondern überhaupt umsetzbar. Das Ende der Krise wird damit auch nicht klarer als der Kaffeesatz.

War so gemeint, dass es für uns hier den Prozess intransparent macht, da sich Insolvenzen verschleppen können und am Ende dann kummuliert auftreten. Da dies eine (milde oder vielleicht auch gar nicht so milde) Form der Insolvenzverschleppung ist, dürfte es auch nicht gerade das Vertrauen von Unternehmen untereinander stärken.

 

Gilt das eigentlich auch für systemrelvante Großbanken? Obwohl die das ja eigentlich gar nicht brauchen. Die machen einfach den Lehmann-Trick zum Berichtszeitpunkt. Was man so hört wurde dieses Geschäftsgebahren ja bis heute nicht unterbunden. :narr:

 

 

Share this post


Link to post
Richie_Rich
Posted · Edited by Richie_Rich
1 hour ago, Bärenbulle said:

War so gemeint, dass es für uns hier den Prozess intransparent macht, da sich Insolvenzen verschleppen können und am Ende dann kummuliert auftreten.

Wird schon so sein, dass viele Unternehmen trotz gewährter Unterstützung nicht dauerhaft zu halten sind. Aber die Frage ist doch: Kumuliert und todischer in drei Wochen Insolvenz anmelden müssen - Oder kumuliert, aber durch Finanzleistungen in der Anzahl reduziert, erst im September? Was ist einem da lieber? Bin selbstverständlich Laie, aber finde es schon logisch, das so zu regeln, dass Rettung überhaupt greifbar ist, wenn es auch am Ende nicht für jeden ausreicht.

Share this post


Link to post
beamter97
Posted
vor 4 Stunden von Bärenbulle:

Gerne auch Spekulationen zu Kandidaten denen das Wasser bis zum Hals steht.

Hat Herr Breuer auch schon gemacht und seinen Arbeitgeber, eine Ddeutsche Bank, eine Stange Geld gekostet.

Share this post


Link to post
Holgerli
Posted

Da ich kein Vorstandsvorsitzender oder Aufsichtsratsvorsitzender einer/der d/Deutschen Bank bin hier "nur" meine ganz persönliche Meinung:

 

Leoni. Bis Ende des Jahres. Denen Stand das Wasser Ende 2019/Anfang 2020 schon bis zur Unterkante Nase. Es wurde sich etwas Aufschub in/für Nicht-Corona-Zeiten erkauft. Geschätzt 20 Mio Fahrzeuge weltweit weniger in mindestens 2020 werden die sehr schleht überleben können.

Leoni hat aktuell schon fast Penny-Stock-Niveau.

Share this post


Link to post
Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte

Unternehmen, die finanziell in Schieflage geraten, aber gute Produkte anbieten, könnten interessante Übernahmeziele darstellen, was deren Kurse ggf. kurzfristig ordentlich befeuern würde.

Share this post


Link to post
Holgerli
Posted

09:23 Uhr: Miami Air unter Gläubigerschutz. Die amerikanische Charterfluggesellschaft hat sich in Gläubigerschutz nach Chapter 11 gerettet. Zu den wichtigsten Kunden von Miami Air International gehörten Sportmannschaften. Dieser Markt ist seit Ausbruch der Corona-Krise ausgetrocknet.

 

Quelle: aerotelegraph.com

Share this post


Link to post
Holgerli
Posted · Edited by Holgerli

+++ 14:40 Esprit vor der Pleite +++
Mit Esprit verkündet ein erster großer Name in Deutschland: Wir halten das nicht durch. Mehrere deutsche Tochtergesellschaften von Esprit sind zahlungsunfähig, wie der Konzern per Mitteilung erklärte. Man habe Schutzschirmverfahren beantragt, um sich vor Forderungen der Gläubiger zu schützen. Dabei habe ein gerichtlich bestellter Sachverwalter die Aufsicht, während die Unternehmensführung weiterhin die Kontrolle behalten soll. Im Rahmen des Verfahrens sollen Verbindlichkeiten und Mietverträge "neu strukturiert" werden. "Dies ist der richtige Schritt für Esprit, da die Coronavirus-Pandemie dramatische Auswirkungen auf unser Geschäft hat", sagte Esprit-Chef Anders Kristiansen. Um die Gehälter der Mitarbeiter sicherzustellen, sollen nach Angaben des Unternehmens teilweise auch staatliche Hilfsgelder zum Einsatz kommen. Schon vor der Corona-Krise schrieb der Konzern, der in Ratingen sitzt, aber in Hongkong an der Börse notiert ist, rote Zahlen - für das Ende Juni abgeschlossene Geschäftsjahr 2018/2019 zuletzt 2,14 Milliarden Hongkong Dollar (etwa 248 Mio Euro).

 

Quelle: n-tv.de (Corona-Ticker)

Share this post


Link to post
Bärenbulle
Posted
Zitat

 

Quelle: BR24

 

30.03.2020, 13:22 Uhr

Coronakrise: Batteriehersteller Moll ist insolvent

Der Batteriehersteller Moll aus Bad Staffelstein ist insolvent. Zur Überbrückung der Coronakrise fehle dem Unternehmen das Geld, heißt es. Gerade erst hatte Moll kräftig in Lithium-Batterien für Elektrofahrzeuge investiert.

Der Batteriehersteller Moll mit Sitz in Bad Staffelstein hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das meldet das Unternehmen selbst. Schuld sei der durch die Corona-Krise verursachte Absatzrückgang.

Volkswagenkonzern verwendet Technik von Moll

Moll liefert Batterien vor allem für den Automobilkonzern Volkswagen. Dort stehen wegen der Ausbreitung des Coronavirus derzeit die Produktionsbänder aber größtenteils still. Die Geschäftsführung glaube jedoch, dass die Herstellung von Batterien in Bad Staffelstein wieder aufgenommen werden könne, wenn die Produktion von Autos nicht allzu lange pausiere.

Moll rechnet mit langer Dürrephase

Eigenen Angaben zufolge fehle der Firma das Geld, um längere Absatzeinbußen zu überstehen. Die Geschäftsführung rechne damit, dass es selbst nach einem Ende der Coronakrise Jahre dauern könnte, bis der Absatz in der Autoindustrie wieder das Niveau erreiche, das es vor der Krise hatte. Das Geld fehle unter anderem auch deswegen, weil das Unternehmen zuletzt viel Geld in die Entwicklung von Lithium-Batterien gesteckt habe. Derartige Batterien werden auch für Elektroautos gebraucht.

300 Mitarbeiter in Bad Staffelstein betroffen

Die Firma Moll produziert Batterien seit 75 Jahren. Am Standort Bad Staffelstein sind rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Eigenen Angaben zufolge war das Unternehmen maßgeblich an der Entwicklung von Batterien für Autos mit moderner Start-/ Stopp-Funktion beteiligt.

 

Share this post


Link to post
Aktie
Posted

Zwar im Einzelfall nicht sonderlich relevant, aber vielleicht ein Vorgeschmack: Ein erstes lokales Fitnesstudio in Thüringen ist ebenfalls pleite.

Share this post


Link to post
Holgerli
Posted · Edited by Holgerli
Rechtschreibfehler korrigiert

Handelsblatt: Leoni kämpft ums Überleben – und braucht Hunderte Millionen Euro an Staatshilfen (bitte ggf. Handelsblatt & Leoni selber googlen. Der Link verschwindet recht schnell hinter einer Paywall)

Der Autozulieferer braucht staatliche Garantien für neue Bankdarlehen. Der Bund und der Freistaat Bayern sollen zu 90 Prozent dafür bürgen.

 

Der Bordnetz-Spezialist hatte sich vor einigen Wochen, bevor die Coronakrise voll durchschlug, mit den Banken auf einen Sanierungskurs und Liquiditätshilfen geeinigt. Kamper sieht es als Vorteil, dass das dafür erstellte Sanierungsgutachten dem Unternehmen die grundsätzliche Sanierungsfähigkeit bescheinigte. Damit sei der Beleg erbracht, dass die aktuellen Probleme auch tatsächlich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen seien. Der erfahrene Sanierungsexperte Hans-Joachim Ziems soll als Chief Restructuring Officer bei der Umsetzung helfen.

 

Hört sich für mich eher so an, dass ein kleiner Zombie die Chance am Schopfe greift und alles auf Corona setzt.

Den ersten Kommentar von Herr Hans Ulrich Pätzold auch einfach mal lesen. Aber es gibt natürlich keine Gewähr, dass das nicht Fake ist.

Share this post


Link to post
Apolllo
Posted
vor einer Stunde von Holgerli:

Handelsblatt: Leoni kämpft ums Überleben – und braucht Hunderte Millionen Euro an Staatshilfen

Den ersten Kommentar von Herr Hans Ulrich Pätzold auch einfach mal lesen. Aber es gibt natürlich keine Gewährt, dass das nicht Fake ist.

Der Kommentar stimmt einen, ja nicht gut, wenn der Staat für Leoni bürgt und dann im Nachhinein noch mal deutlich drauf zahlen darf.

Share this post


Link to post
das_mcc
Posted
vor 22 Stunden von Aktie:

Zwar im Einzelfall nicht sonderlich relevant, aber vielleicht ein Vorgeschmack: Ein erstes lokales Fitnesstudio in Thüringen ist ebenfalls pleite.

Da dürfte der Grund aber eher Missmanagement sein als Corona oder?

Immerhin hat ein FS typischerweise laufende Einnahmen.. haben alle Mitglieder innerhalb von 1ner Woche sich aus den Verträgen herausgewunden?

Share this post


Link to post
s1lv3r
Posted
vor 25 Minuten von das_mcc:

Immerhin hat ein FS typischerweise laufende Einnahmen.. haben alle Mitglieder innerhalb von 1ner Woche sich aus den Verträgen herausgewunden?

 § 326 BGB. Beiträge zum Fitnesstudio musst du nicht weiterzahlen, wenn dieses geschlossen ist. Von daher durchaus möglich, dass es in dieser Branche noch manche trifft.

 

McFit (ja, bin da Mitglied - ist halt günstig. :P) bittet z.B. um Verständnis und verspricht bei Weiterzahlung der Beiträge als Ausgleich dann die Zeit der Corona-Schließung nach Kündigung zum Vertragsende kostenlos dranzuhängen. (Was eigentlich sinnlos ist, wenn ich jetzt so drüber nachdenke, denn wenn man gekündigt hat, will man ja in der Regel nicht mehr trainieren. :huh:)

Share this post


Link to post
Aktie
Posted
vor einer Stunde von das_mcc:

Da dürfte der Grund aber eher Missmanagement sein als Corona oder?

Ist schon richtig, gut ging es ihnen laut Zeitungsartikel wohl vorher schon nicht. Allerdings hätte man jetzt Gehälter, Mieten und dringend nötige Renovierung nicht mehr gleichzeitig stemmen können. Vermutlich war es auf Kante genäht und wenn dann noch die Nicht-Abo-Kunden wegfallen, ist es wohl vorbei gewesen.

 

Aber bei der Branche hatte ich vor allem schon FitX im Blick. Die ganzen Neueröffnungen der letzten Jahre sind ja vermutlich auch extrem stark kreditfinanziert. Wenn da mal die Einnahmen zurückgehen, weiß ich nicht, ob die nächste Kreditrate immer sicher ist. Bei den Franchise-Ketten wie McFit ist das vielleicht noch etwas anders, weil dort die Franchise-Gesellschaft nicht das gesamte Risiko trägt.

Share this post


Link to post
Holgerli
Posted
vor 1 Stunde von das_mcc:

Immerhin hat ein FS typischerweise laufende Einnahmen.. haben alle Mitglieder innerhalb von 1ner Woche sich aus den Verträgen herausgewunden?

Rein juristisch ist es wohl so (wenn ich es denn richtig interpretiert habe), dass

a.) keine Beiträge für die Zeit der Schließung eingezogen werden dürf(t)en

b.) zuviel bezahlte Beiträge anteilig zurückerstattet werden müss(t)en

c.) Verträge nicht einfach um die Zeit der Zwangsschließung nach hinten raus verlängert werden dürf(t)en

 

Kommt natürlich immer auf den Laden an. Ich sag' mal, dass ich das bei einer Kette wohl anders handhaben würde als jetzt bei meinem inhabergeführten Studio wo ich mit Namen begrüßt werde.

 

Aber die Frage stellt sich hier in der Tat: Da ich nicht wirklich glaube, dass ein Großteil der Mitglieder ihre Beiträge für den März anteilig zurück verlangt haben (und selbst dann wären es z.B. mit Zwangschließung ab dem 17.03. am Beispiel NRW nur ca. 50%), hat vermutlich eine auf Kippe stehende Unternehmung (Zombie) das Zeitliche gesegnet. Vielleicht waren es hier die zusätzlich den Beiträgen (nicht) verkaufte Sportlernahrung die den Auschlag gab, vielleicht wollte man aber auch nur einfach Diskussionen mit den Gläubigern aus dem Weg gehen.

Share this post


Link to post

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now

×
×
  • Create New...