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korbi

Ultrastabilität nach Andreas Beck

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korbi
Posted
vor 19 Stunden von herbert_21:

Es fängt immer mit den Spreads bei den Unternehmensanleihen an, dies war auch im März so.

Meinem Verständnis nach, geht es im Grunde darum Kapitalknappheit zu messen. Dies ist einerseits natürlich durch sinkende Aktienbewertungen gekennzeichnet, andereseits sind die Konditionen, zu denen sich Unternehmen Fremdkapital beschaffen können sinnvolle Indikatoren. Dass immer erst die Spreads bei den Unternehmensanleihen sich ausweiten (im Bezug auf was?) habe ich so nicht für mich folgern können.

vor 19 Stunden von herbert_21:

Ich habe das anders verstanden. "Gold, Rohstoffe, High Yield- und EM-Anleihen" sind ja genau so gut miteinander wenig/viel stark korrelierte Bestandteile eines Portfolios, mit denen man die Marktrendite einfangen kann.

- Sofern diese nicht miteinander korreliert sind, sinkt das Gesamtrisiko des Portfolios. Soweit Markowitz, so weit die Theorie.

- Was aber in der Praxis passiert, ist das auf einmal alles fällt und alles verkauft wird. Erst Aktien, dann Unternehmensanleihen, dann Gold und zum Schluss sogar Staatsanleihen. Bei Staatsanleihen ist die Korrelation negativ, beim Gold leicht positiv.

Fazit: Die Frage ist, wie viele "Bausteine" hole ich mir ins Portfolio und wie gut ist die Antikorrelation wirklich, wenn es darauf ankommt und ich sie brauche?

 

So korrelieren EM-Anleihen stark mit Aktien, kann man die also einfach weglassen? Brauche ich Silber, wenn ich schon Gold habe? Ist eine Kombination von High Yield Anleihen und Mikrokrediten wie Mintos sinnvoll? M.E. drei mal nein. Auch mit nur Taggeld und Vanguard All-World kann ich die Strategie umsetzen.

Alles was du sagst ist richtig, hat aber keinen Zusammenhang mit der Strategie der Ultrastabilität nach Beck. Hierbei geht es primär um das partizipieren an der Eigenkapitalrendite von Unternehmen bzw. der Weltwirtschaft. Andere Assetklassen sind nicht beachtet. Wie du im ersten Teil richtig bemerkt hast, wird dafür ein Teil des Kapitals als Liuiditätsreserve/Stabilitätsanker zurückbehalten. Die Funktion dieser Reserve ist aber ausschließlich Stabilität, nicht Renditeerzielung...

Natürlich wäre denkbar das ganze noch um weitere (negativ-korrelierte) Assetklassen anzureichern, das würde aber die Komplexität nochmal vervielfachen.

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herbert_21
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EM Anleihen haben im sicheren Portfolio Anteil absolut nichts verloren. Sie sind dem risikobehaften Anteil zuzurechnen. Beck hat sich auch dazu geäußert, dass in ihnen, wie auch in den Unternehmensanleihen, mehr Liquiditätsrisiko steckt, als vielen auch professionell beratenen Anlegern bewusst ist.

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Madame_Q
Posted
vor 25 Minuten von herbert_21:

EM Anleihen haben im sicheren Portfolio Anteil absolut nichts verloren.

Ich glaube, das hat hier auch niemand behauptet, dass EM Anleihen zu RK1 gehören oder?

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herbert_21
Posted

Nein, sorry ich war hier schon etwas off-topic.

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Nikname
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Hat jemand hier nun eine ähnliche Strategie umgesetzt? Bin gerade auf diesen Thread gestoßen und noch neu hier im Forum.

Interessant finde ich vor allem die Gewichtung der einzelnen Regionen. Ich habe das mal grob durchgerechnet, und vereinfacht würde man mit 65% MSCI World, 15% MSCI EM IMI, 10% MSCI Europe und 10% MSCI World Small ziemlich nahe herankommen. (Japan kommt etwas zu kurz.) So möchte ich mein ETF Portfolio grob weiter aufbauen, zumindest den vernünftigen, neutral diversifizierten Teil.

Die von Beck erwähnten "messbaren" Parameter, um Eigenkapital-Knappheit festzustellen finde ich sehr interessant. Insbesondere die Spreads bei den Unternehmensanleihen. Danke auch für die Links hier. Ich werde das sehr gut im Auge behalten. Sehr positiv ist auch die Transparenz, dass Beck immer einen Tag vor dem "Regimewechsel" das ganze in einem Interview bei Mission Money angekündigt hat. Leider bin ich erst sehr viel später auf Ihn gestoßen und war zu ängstlich, nachzukaufen bis Juni.

Was haltet ihr aktuell von Schweizer Staatsanleihen bzw. Inflationsgeschützte Anleihen für RK1? Beck hat dies im aktuellen Video ausführlich beschrieben, persönlich habe ich momentan nur Cash als sicheren Anteil.
 

 

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korbi
Posted
vor 9 Stunden von Nikname:

Sehr positiv ist auch die Transparenz, dass Beck immer einen Tag vor dem "Regimewechsel" das ganze in einem Interview bei Mission Money angekündigt hat.

Das hast du falsch verstanden imo. Er hat das zwar relativ zeitnah berichtet, aber nicht vorher und meiner Meinung nach war das eher zufällig und wird in Zukunft nicht unbedingt die Regel sein.

vor 9 Stunden von Nikname:

Was haltet ihr aktuell von Schweizer Staatsanleihen bzw. Inflationsgeschützte Anleihen für RK1?

Da ist der Unterschied von Institutionellen Anlegern und uns privaten sichtbar. Ich meine er hat sogar einmal selbst gesagt, dass für Privatpersonen Cash/Tagesgeld ausreichend ist, solange es in die Einlagensicherung fällt. Ich erachte auf alle Fälle das Thema Bonds für mich als unwichtig und habe das auch über Tagesgeldkonten abgebildet 

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Werner123
Posted

ich habe mich intensiv mit dem ultrastabilen Portfolio von Andreas Beck auseinandergesetzt und bin froh auf diesen Thread gestossen zu sein. Danke für Eure intensive Diskussionen, ich habe mir das mal so hergeleitet:

Im Endeffekt stellt sich mir auch die Frage, ob 100% Aktien Buy and Hold in einem Weltportfolio mehr Rendite bringen als 80:20 (Aktien/Anleihen) und bis zu 100% in der Krise. Wenn man z. B. 7% Aktienrendite annimmt und man kauft im ultrastabilen Portfolio z. B. alle 5 Jahre (sehr kurzer Zeitraum für Krise) bei -30% nach wäre es dann nicht besser ca. 35% Aktienrenditen in den ersten 5 Jahren mitzunehmen? Sind dann nicht die Opportunitätskosten in der Variante 80:20 im Vergleich zu 100% Aktien zu hoch? Wann und wie oft Krisen kommen können wir nicht voraussehen und ist unsicher. Wenn es 10 Jahre bis zu nächsten Krise dauert sind es noch höhere Opportunitätskosten. Auch die Wissenschaft sagt: "Markettimming ist auf lange Sicht nicht erfolgreich." Der Erwartungswert von Aktien ist positiv. Deswegen sofort investieren und nicht warten.

Anders sieht es aus, wenn ich das ultrastabile Portfolio mit 80:20 fix vergleiche, das macht ja Andreas Beck in seiner PDF-Studie auf seinem Blog. Er argumentiert dort und in den Youtube-Videos von Mission Money mit Robert Shiller als Fazit sagt er, dass im Crash in einem Weltportfolio ohne Ausfallrisiko nach Shiller das Risiko geringer ist als vor der Krise (die Kursverluste sind höher als durch die sinkenden Unternehmensgewinne es vertretbar wäre). Dass heisst das Risiko des Aktienweltportfolios ist nicht fix, sondern ändert sich im Zeitablauf. Das wäre so etwas wie Regression zum Mittelwert oder Regression zum Shiller-KGV. Das heisst dann auch, wenn das Risiko der Aktien sinkt, kann ich ich den Aktienanteil von Aktien erhöhen und habe das gleiche Portfolio-Risiko wie vor der Krise. Wenn man so argumentiert ich möchte 80:20 Asset Allokation aufgrund meiner Risikobereitschaft also ein definiertes Risikoprofil dann hat das ultrastabile Portfolio sicherlich eine höhere Sharperatio als 80:20 dauerhaft (höhere Rendite bei gleichem Risiko).

Freue mich auf Eure Beiträge.

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