Zum Inhalt springen
Kezboard

Vorschlag: Freibetrag von 50 000 Euro bei Wertpapieren nach mind. 10 Jahren

Empfohlene Beiträge

Kezboard

Hallo zusammen,

 

wie wohl vorab "durchgesickert" ist, soll das am Montag (21.06.2021) vorzustellende CDU/CSU-Wahlprogramm wohl folgenden Passus enthalten:

 

Zitat

 

Freibetrag bei Aktienverkauf

 

Beim Verkauf von Wertpapieren nach mind. 10 Jahren sollen bis zu 50 000 Euro steuerfrei sein.

 

Quelle: www.bild.de

 

Prinzipiell zu begrüßen, würden sich mir da direkt einige Fragen stellen:

 

a) Einmal ist von Aktien, einmal von Wertpapieren die Rede. Hier würde mich der genaue Wortlaut interessieren.

b) Gilt der Freibetrag pro Wertpapier oder pro (Steuer-)Jahr? :D Vielleicht nicht ganz ernst gemeint, aber die genaue zeitliche Ausgestaltung wäre schon interessant.

c) Kann ich diesen Freibetrag dann jedes Jahr einmal nutzen? Hier würden sich dann einige interessante Strategien, insbesondere für den (Vor-)Ruhestand ergeben, z.B. sein in Aktien/Wertpapieren geparktes Vermögen vor dem Renteneintritt dann sukzessive auflösen und jedes Jahr die Freibeträge nutzen.

d) Wie sähe in der Praxis die Verrechnung mit anderen Dinge, z.B. Verlusten aus Verkäufen, Ausnutzung des Verlusttopfes etc. aus? Habe ich als Steuerpflichtiger evtl. ein Wahlrecht? Auch hier ergäben sich ggf. ganz interessante Möglichkeiten, die Steuerlast für die Zukunft zu reduzieren.

e) wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Vorschlag in ein Gesetz gegossen wird bzw. bei der nächsten Wahl und der (sicherlich zu erwartenden) neuen Zusammensetzung des Bundestags auch verabschiedet wird? Gefühlt wird uns Aktionären immer mal wieder was versprochen, so richtig macht der Staat aber nichts, höchstens mal ein paar Verschlimmbesserungen. Also keine Lobby für den langfristigen Vermögensaufbau im Alter durch Aktien (bei einem Finanzminister, der auf's Sparbuch setzt).

 

Ich bin auf jeden Fall gespannt, ob es der Punkt ins Wahlprogramm schafft und wie genau er dann formuliert ist.

 

Jetzt seid ihr dran: welche Ideen/Vorschläge/Befürchtungen habt ihr, sollte der Vorschlag umgesetzt werden? Bitte keine (partei-)politischen Diskussionen, sondern gerne sachliche Argumente, die für oder gegen solch einen Vorschlag sprechen. Danke! :thumbsup:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Maikel
vor 8 Minuten von Kezboard:

e) wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Vorschlag in ein Gesetz gegossen wird bzw. bei der nächsten Wahl und der (sicherlich zu erwartenden) neuen Zusammensetzung des Bundestags auch verabschiedet wird?

 

Das hängt natürlich stark von "uns" Wählern ab.

 

Soweit ich erinnere (Quelle jetzt schwierig zu finden) plädiert die FDP für eine uneingeschränkte Spekulationsfrist von 5 Jahren.

Da ließe sich zusammen mit der CDU schon eine brauchbare Lösung finden.

 

Ich fürchte, der skizzierte Vorschlag der CDU läuft auf ein Bürokratie-Monster hinaus; ähnlich wie die 100.000 Euro "Freibetrag" für alte Fonds.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
DerBademeister

Alleine dass endlich mal in diese Richtung überlegt wird gefällt mir schon sehr. Natürlich muss man abwarten, was dann tatsächlich daraus wird. Ich bin gespannt!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
chirlu
vor 20 Minuten von Kezboard:

welche Ideen/Vorschläge/Befürchtungen habt ihr, sollte der Vorschlag umgesetzt werden?

 

Diejenigen würden sich schwarzärgern, die aus Angst vor einer Über-Nacht-Einführung des tariflichen Steuersatzes auf Kursgewinne schon laufend ihre Gewinne realisiert und zu 26,375% versteuert haben. :-*

 

Ansonsten, ungelegte Eier, die meiner Meinung nach keine Detaildiskussion verdienen. Kein Wahlprogramm wird 1:1 umgesetzt, nicht einmal wenn die jeweilige Partei eine absolute Mehrheit erringen sollte.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Cepha
· bearbeitet von Cepha
vor 29 Minuten von Kezboard:

c) Kann ich diesen Freibetrag dann jedes Jahr einmal nutzen? Hier würden sich dann einige interessante Strategien, insbesondere für den (Vor-)Ruhestand ergeben, z.B. sein in Aktien/Wertpapieren geparktes Vermögen vor dem Renteneintritt dann sukzessive auflösen und jedes Jahr die Freibeträge nutzen.

 

e) wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Vorschlag in ein Gesetz gegossen wird bzw. bei der nächsten Wahl und der (sicherlich zu erwartenden) neuen Zusammensetzung des Bundestags auch verabschiedet wird? Gefühlt wird uns Aktionären immer mal wieder was versprochen, so richtig macht der Staat aber nichts, höchstens mal ein paar Verschlimmbesserungen. Also keine Lobby für den langfristigen Vermögensaufbau im Alter durch Aktien (bei einem Finanzminister, der auf's Sparbuch setzt).

Man kann wohl davon ausgehne, dass die Begründung dafür sein wird, Anreize für die private Altersvorsorge/Vermögensaufbau für breite Schichten zu schaffen.

Unwahrscheinlich ist, dass man mit dieser Idee offiziell die Ungleichheit bei den Vermögen im Land noch weiter vergrößern möchte.

 

Ich gehe also davon aus, dass es sich bei den 50.000 Euro um Gewinne einmalig oder innerhalb von jeweils 10 Jahren handelt.

 

50.000 Euro steuerfreie Kapitalerträge pro Jahr halte ich für extrem unwahrscheinlich, Die Kapitalerträge von Millionäre nicht zu besteuern, während man gleichzeitig (sagt keiner wird aber kommen die Sozialabgaben und Einkommenssteueren wegen Coronischulden, unbezahlbarer Renten. Beamtenpesnionen und steigenden Gesundheitskosten weiter anhebt)  würde nicht mal die FDP zu fordern wagen.

 

Einmalig 50.000 Euro steuerfrei reicht für den Zweck auch locker aus. Wer damit bei Einkommensschachen Haushalten einen Sparplan über 200 Euro pro Monat auslöst und wer das 25 Jahre  durchhält bei 5% Rendite hat am Ende 112.000 Euro  und davon 52.000 Euro Gewinn. Das ist jetzt so gerechnet als würden 100% der Dividenden und Kursgewinne z.B. von Aktienfonds besteuert. Bei 70% kann man im Beispiel bereits 300€ /Monat ansparen, wenn man dann noch die 801 Euro berücksichtigt steigt die Summe noch weiter an, das ist dann eh längst Mittelschichtsniveau, von Mindestlöhnern legen die wneigstens mehrere 100 Euro pro Monat in Aktien an.

 

Das reicht als 3. Säule der AV so auch gut aus um Altersarmut zu vermeiden, wer hingegen Alterswohlstand möchte kann auf seine darüber hinaus gehenden Kapitalerträge ja auch weiter Steuern bezahlen.

 

 

Spannender wäre, ob das rückwirkend gilt, als Anreizsystem wäre das zwar Quatsch, sondern reiner Mitnahmeeffekt. Spannend wäre auch, ob dafür die Steuer auf darüber hinaus gehende Erträge angehoben wird.

 

Ob es ins Gesetz kommt brauchen wir jetzt noch garnicht diskutieren, was ich aber vermute/befürchte ist, dass es - wen dann - kein einfaches Gesetz wird. Einfach wäre ja entweder ein simples steuerfreies Vehikel für die Altersvorsorge (bzw Immobilienerwerb) als Modell wie z.B. heutige Sparpläne oder z.B. die Freibeträge für die Abgeltungssteuer pro Jahr einfach erhöhen.

Wahrscheinlicher wird man unter Einflüsterung durch die Lobby aber Produkte der Versicherungs- und Bankenlandschaft schaffen, wo dann unter dem Deckmantel der Steuerfreiheiet komplizierte, unflexible aber vor allem sehr teure Produkte angeboten werden können.

 

Sofern überhaupt was kommt, vielleicht oder durchaus auch wahrscheinlich ist das ja eh nur als "Verhandlungsmasse" für künftige Koallitionsverhandlungen im Wahlprogramm oder dient dem Stimmenfang .

 

MfG

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
etherial

Gegenfrage: Warum sollte langes Wertpapier-Halten gegenüber Traden bevorzugt werden? Die Komplexität der Regel soll vermutlich einen steuernden Effekt haben, oder? Nur welchen?

 

Wenn man traden teuer machen möchte, dann lieber Finanztransaktionen besteuern - da kommt sogar noch Geld für den Staat bei rum

Wenn man Altersvorsorge fördern möchte, bringt eine 10-Jahres-Frist nichts. Sie führt nur dazu, dass sich clevere Anleger Wertpapier-Treppen anlegen, sodass jedes Jahr Geld frei wird, dass konsumiert werden kann.

 

Außerdem:

- Jeder der 50.000€ nach 10 Jahren Steuerfrei bekommt, kauft von dem Wertpapiergeld schon einmal keine Immobilie.

- Er zögert also einen volkswirtschaftlich sinnvollen Invest heraus - nur um einen Steuervorteil zu erhalten.

- Damit sowas nicht passiert, besteht dann der Koalitionspartner darauf, das man die Steuerersparnis bei Immobilienkauf nicht verliert.

- Damit das ganze noch verwaltet werden kann, muss sowas dann zentral registriert werden
- Da wird dann eine Partei merken, dass wir mit Rürup/Riester schon so eine System haben, dass wir ja damit zusammenlegen können

- Weil aber die Riester-Sparer auf ihren "Vorteilen" beharren möchten, kann man das nicht  zusammenlegen und wir haben hinterher eben doch eine Riester-,Rürup,Eichel- und dann auch eine Söderrente.

- Und die gleichen Politiker, die das verbockt haben merken in der nächsten Coronakrise, dass Deutschland ja so bürokratisch wäre, und dass wir wieder ein wenig Geld ausgeben (!) müssten um die Bürokratie abzubauen.

Ich hätte einen Gegenvorschlag:

Wer (Klein-)Sparer entlasten möchte, kann einfach den jährlichen Freibetrag erhöhen.

Wer Altersvorsorge für alle haben möchte, soll die Rentenversicherung erhöhen.

Wenn die Altersvorsorge kapitalgedeckt sein soll und die Wirtschaft nur intransparente Produkte (Riester, Rürup, baV, Bausparverträge)  anbietet, soll eine staatliche, transparente Alternative (=Staatsfonds) auflegen.

KISS

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Madame_Q
· bearbeitet von Madame_Q
vor 18 Minuten von etherial:

Ich hätte einen Gegenvorschlag:

Wer (Klein-)Sparer entlasten möchte, kann einfach den jährlichen Freibetrag erhöhen.

Wer Altersvorsorge für alle haben möchte, soll die Rentenversicherung erhöhen.

Wenn die Altersvorsorge kapitalgedeckt sein soll und die Wirtschaft nur intransparente Produkte (Riester, Rürup, baV, Bausparverträge)  anbietet, soll eine staatliche, transparente Alternative (=Staatsfonds) auflegen.

KISS

:thumbsup:

Leider ist KISS in Deutschland nicht so einfach.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Cepha
vor einer Stunde von etherial:

Gegenfrage: Warum sollte langes Wertpapier-Halten gegenüber Traden bevorzugt werden?

Traden ist meiner Ansicht nach nicht sparen. Das ist eine aktive Tätigkeit.

 

Ich gehe davon aus, dass die Partei hier primär die risiko reduzierte Altersvorsorge fördern möchte. Wer aktiv tradet hat idR ganz andere Ziele, nämlich schnellen Wohlstand bei entsprechend hohem Risiko

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Kezboard
· bearbeitet von Kezboard
Edit

Vielen Dank für die bisherigen Rückmeldungen :thumbsup:

 

Interessant wird sicherlich die "technische Umsetzung". Hier werden sich sicherlich die Banken/Broker freuen, wenn das bereits erwähnte

 

vor 2 Stunden von Maikel:

Bürokratie-Monster

 

beschlossen werden sollte und die Implementierung in die bestehenden Depots ansteht.

 

Ich hätte da einen sehr pragmatischen Ansatz: jedem Bürger wird ein kostenloses Depot mit einem lebenslangen, einmaligen Freibetrag von 50.000 Euro eingerichtet. In das Depot können aus bereits bestehenden Depots Wertpapiere (mit Übernahme der Kaufdaten) übertragen werden oder ggf. direkt gekauft werden. Wenn aus diesem Depot dann nach Ablauf der Zehnjahresfrist Wertpapiere veräußert werden, sind diese solange steuerfrei, bis der Freibetrag komplett aufgebraucht ist. Sollte die Bundesrepublik die Depots nicht direkt anbieten, könnte man zumindest die gesetzliche Gestaltung vornehmen und die Depotbanken in Deutschland dazu verpflichten, diese seinen Anlegern anzubieten als standardisiertes Produkt.

 

Ich denke daher auch, dass die 50k ein einmaliger Betrag und kein regelmäßig wiederkehrender Betrag sind. Das wäre ja schon ein wenig Gestaltungsmißbrauch, wenn so manch armer Schlucker in seiner Lebenszeit nicht einmal auf 50k Sparguthaben kommt und Millionäre durch gestaffelte Verkäufe diesen Freibetrag regelmäßig abschöpfen.

 

Den Bedenkenträgern hier gebe ich auch Recht: noch sind es ungelegte Eier, über die wir hier diskutieren und a) ob es und in welcher Ausgestaltung es ins Wahlprogramm kommt, b) ob die CDU in die Regierung kommt, c) welches Ergebnis aus möglichen Koalitionsgesprächen resultiert, d) was dann überhaupt in der Legislaturperiode umgesetzt wird oder nur Wahlversprechen bleibt und e) letztlich Bundestag und -rat passiert und in ein Gesetz gegossen wird, steht natürlich in den Sternen. Ein gut gemeinter Ansatz kann natürlich noch durch Einfluss der Banken- und Versicherungslobby pervertiert werden - man will ja schließlich auch leben.

 

Eine einfache Erhöhung des jährlichen Freibetrags (oder eine Wiedereinführung der Spekulationsfrist) wäre natürlich auch eine Maßnahme, die insbesondere den Geringverdienern zugute kommt. Aber das wäre ja zu einfach :P

 

Also spekulieren wir gerne weiter, was womöglich noch dahinter stecken könnte und welche Implikationen sich für unsere Geldanlage ergeben könnten.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Schwachzocker

Ein Artikel in der Bild-Zeitung über das, was eventuell, vielleicht in einem Partei-Programm stehen könnte?!

Erstaunlich, dass es Menschen gibt, die das ernst nehmen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor einer Stunde von Kezboard:

Also spekulieren wir gerne weiter, was womöglich noch dahinter stecken könnte...

 

Vielleicht ist das die obligatorische Beruhigungspille bei der Umstellung der Besteuerung von Abgeltungssteuer auf Einkommensteuer?

 

Motto: liebe Steuerzahler, Gewinne aus Wertpapiergeschäften werden in Zukunft mit eurem persönlichen Spitzensteuersatz versteuert. Als kleinen Ausgleich gibt's dann alle 10 Jahre einen Freibetrag...

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Ramstein
vor 8 Minuten von stagflation:

 

Vielleicht ist das die obligatorische Beruhigungspille bei der Umstellung der Besteuerung von Abgeltungssteuer auf Einkommensteuer?

 

Motto: liebe Steuerzahler, Gewinne aus Wertpapiergeschäften werden in Zukunft mit eurem persönlichen Spitzensteuersatz versteuert. Als kleinen Ausgleiche gibt's dann alle 10 Jahre einen Freibetrag...

Vorteil: Anleger werden jetzt schnell vor dem neuen Gesetz Gewinne realisieren, um noch die 25% mitzunehmen.

-> Sofort mehr Einnahmen.

Und in Zukunft auch.

Verständlich, dass sowas Umverteilungspolitiker begeistert.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Kezboard
· bearbeitet von Kezboard
Typo
vor 46 Minuten von Schwachzocker:

Ein Artikel in der Bild-Zeitung über das, was eventuell, vielleicht in einem Partei-Programm stehen könnte?!

Erstaunlich, dass es Menschen gibt, die das ernst nehmen.

Sorry, gelesen habe ich es natürlich hier: www.n-tv.de

 

War dort mit einem Nebensatz zitiert und mit Verweis auf die "Primärquelle". Diese habe ich dann natürlich - im Geiste guten, wissenschaftlichen Arbeitens - zitiert.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
oscarello
vor 35 Minuten von stagflation:

 

Vielleicht ist das die obligatorische Beruhigungspille bei der Umstellung der Besteuerung von Abgeltungssteuer auf Einkommensteuer?

 

Motto: liebe Steuerzahler, Gewinne aus Wertpapiergeschäften werden in Zukunft mit eurem persönlichen Spitzensteuersatz versteuert. Als kleinen Ausgleich gibt's dann alle 10 Jahre einen Freibetrag...

wenn Tarifbesteuerung, so ermittelt man die Stpfl.Einnnahmen aus Kapitalvermögen wie folgt:

Bruttoeinnahmen min us Werbungskosten minus Sparerfreibetrag.

Wobei die Dividendenerträge schon mal nur zu 50% versteuert werden mussten. Der Sparerfreibetrag war auch schon mal höher: 6000/12000 Euro.

Also es gäbe vie.le Stellschrauben

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
etherial
vor 1 Stunde von Cepha:

Traden ist meiner Ansicht nach nicht sparen. Das ist eine aktive Tätigkeit.

 

Ich gehe davon aus, dass die Partei hier primär die risiko reduzierte Altersvorsorge fördern möchte. Wer aktiv tradet hat idR ganz andere Ziele, nämlich schnellen Wohlstand bei entsprechend hohem Risiko

Der Wohlstand durch langfristiges Wertpapier-Anlegen ist also förderungwürdig und der Wohlstand durch kurzfristiges Traden nicht? Verstehe mich nicht falsch: Ich selbst trade nicht, weil ich das Preis-Leistungsverhältnis für ziemlich bescheiden halte, aber es ist für mich völlig unerheblich ob die Million für die Altersvorsorge jetzt durch 10 Jahre Day-Trading, 10 Jahre Market-Timing oder 10 Jahre Buy-And-Hold zustande gekommen ist.

 

Ein Sparerfreibetrag reicht - und wenn der einfach erhöht wird, würde ich mich freuen. Solche komischen Förderungen führen nur zu Steueroptimierungstricks, die dazu führen, dass wir unsere Zeit mit Steueroptimierungen verbraten nur damit der Staat weniger bekommt (Ich verliere Zeit, der Staat Geld, niemand gewinnt).

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Shonsu
· bearbeitet von Shonsu
vor 38 Minuten von etherial:

Der Wohlstand durch langfristiges Wertpapier-Anlegen ist also förderungwürdig und der Wohlstand durch kurzfristiges Traden nicht? Verstehe mich nicht falsch: Ich selbst trade nicht, weil ich das Preis-Leistungsverhältnis für ziemlich bescheiden halte, aber es ist für mich völlig unerheblich ob die Million für die Altersvorsorge jetzt durch 10 Jahre Day-Trading, 10 Jahre Market-Timing oder 10 Jahre Buy-And-Hold zustande gekommen ist.

 

Ein Sparerfreibetrag reicht - und wenn der einfach erhöht wird, würde ich mich freuen. Solche komischen Förderungen führen nur zu Steueroptimierungstricks, die dazu führen, dass wir unsere Zeit mit Steueroptimierungen verbraten nur damit der Staat weniger bekommt (Ich verliere Zeit, der Staat Geld, niemand gewinnt).

 

 

Überspitzt formuliert:

- Ein Investor, der Aktien langfristig hält, kauft diese Aktie, weil er von dem Geschäftsmodell überzeugt ist und glaubt, dass diese Firma gut wirtschaftet. 

- Ein Daytrader interessiert das Geschäftsmodell überhaupt nicht, sondern er kauft die Aktien in der Hoffnung, dass er morgen einen Depp findet, der ihm mehr dafür zahlt. Das extrem davon ist der automatisch Hochfrequenzhandel, wo die Computersysteme die Ankauf-/Verkaufsaufträge an den Börsen prüfen und ggf. in NewYork eine Aktie kaufen nur um sie 0,0001356 Sekunden später in London zu einem höheren Preis wieder verkaufen. 

 

Ich vermute der Ansatz mit den 10 Jahren, soll Aktiengewinne mit Immobiliengewinnen harmonisieren. 

Persönlich fände ich aber auch die Erhöhung des Sparerfreibetrages sinnvoll. Und wenn man politisch Daytrader/Hochfrequenzhandel eindämmen/dämpfen oder unterbinden möchte hilft am besten eine Finanztransaktionssteuer. 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Ramstein
vor 3 Minuten von Shonsu:

Und wenn man politisch Daytrader/Hochfrequenzhandel eindämmen/dämpfen oder unterbinden möchte hilft am besten eine Finanztransaktionssteuer. 

Nein. Die würde nur zu einer Verlagerung ins Ausland führen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
chirlu
vor 14 Minuten von Shonsu:

wenn man politisch Daytrader/Hochfrequenzhandel eindämmen/dämpfen oder unterbinden möchte hilft am besten eine Finanztransaktionssteuer. 

 

Ganz besonders gut hilft die natürlich dann, wenn man den Hochfrequenzhandel von der Steuer ausnimmt (wie es zuletzt geplant war). :dumb:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
riverelbe

Ich finde die Bundesrepublik sollte sich ein ähnliches Modell wie das UK ausdenken.

Dort gibt es sogenannte   ISA  ( individual saving accounts ).  Jedes Jahr kann der Bürger bis 20.000 Pfund dort einzahlen und anlegen.

Die Erträge bleiben aufs Leben steuerfrei.  Und die maximale Einzahlsumme wird ständig erhöht  ( vor 13 Jahren waren es 10.000 Pfund und heute max 20.000 Pfund).

Die Anbieter der ISA bieten verschiedene Anlagemöglichkeiten ( cash, Aktien , Fonds etc ) und bei den meisten geht alles online.  Einzige Regel,  wenn man aus dem ISA was rausnimmt,

kann man es nicht wieder einzahlen in dem Jahr.

 

Das ist ein feines Modell,  keine Steuererkläruring nötig,  transparent,  man kann die Depots übertragen an andere Anbieter etc. 

 

riverelbe

 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
etherial
vor 1 Minute von Ramstein:

Nein. Die würde nur zu einer Verlagerung ins Ausland führen.

HFQ-Trading kann man nur da machen wo die Liquidität ist. Und die Liquidität wird nicht vom Computer erzeugt, sondern von der Mehrheit der Anleger (also den Fonds, den Tradern, den Daytradern, ...) und für die ist eine Transaktionssteuer von 0,1 Promille aus de Portokasse zu bezahlen. Für die Zertifizierung als nachhaltiges Unternehmen gehen deutlich mehr Kosten drauf, obwohl deutlich weniger Substanz dadurch ensteht.

 

vor 3 Minuten von chirlu:

Ganz besonders gut hilft die natürlich dann, wenn man den Hochfrequenzhandel von der Steuer ausnimmt (wie es zuletzt geplant war). :dumb:

Naja - da kann ja keiner was dafür, dass unsere Europäischen Politiker keinen Arsch in der Hose haben ...


Ich glaube ja, dass der Wahre Grund dafür ist, dass eine solche Besteuerung kein einziges europäisches Unternehmen treffen würde - die sind nämlich alle zu rückständig um hochfrequent zu handeln. Die Finanztransaktionssteuer würde also überwiegen britische und amerikanische Banken treffen. Vor dem Hintergrund brauchen wir uans auch keine sorgen machen, dass ins Ausland verlagert wird - das ist es ohnehin schon. Aber Big Brother USA wird das es nicht lustig finden.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Ramstein
· bearbeitet von Ramstein
vor 21 Minuten von etherial:

HFQ-Trading kann man nur da machen wo die Liquidität ist. Und die Liquidität wird nicht vom Computer erzeugt, sondern von der Mehrheit der Anleger (also den Fonds, den Tradern, den Daytradern, ...) und für die ist eine Transaktionssteuer von 0,1 Promille aus de Portokasse zu bezahlen.

In diesem Paper (gefunden über Google Scholar) wird behauptet, der Durchschnittsgewinn bei HFT liege bei 0,1 Cent  pro Aktie. Wenn ich einen Durchschnittspreis von 100$ annehmen, sind das also genau 0,1 Promille. Wenn du die als Kosten "aus der Portokasse" drauflegst, frist das Porto den Gewinn komplett.

 

Nachtrag: Es gibt auch Angaben von 0.0008% per Trade.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
dev
vor 1 Stunde von oscarello:

Wobei die Dividendenerträge schon mal nur zu 50% versteuert werden mussten. Der Sparerfreibetrag war auch schon mal höher: 6000/12000 Euro.

Wann soll das gewesen sein?

 

Naja, aktuell gibt es kaum Zinsen, da denken dann Sparbuchsparer an andere Steuersparmodelle als den Sparerfreibetrag, den nur "Vermögende" reißen können. ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
oscarello

hier wird wieder mal alles zerredet:

Es geht doch nicht ums Daytraden oderHochfrequenzhandel sondern schlicht und

ergreifend um eine vernünftige Altersvorsorge für die Zukunft.Beteiligung der

Bevölkerung am  Produktivvermögen (z.B.Norwegen) und das geht halt

nur über Aktien.

Vielleicht wird jetzt ein Anfang gemacht?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
MeinNameIstHase

... abwarten ...

Nix konkretes weiß man nicht.

 

Eine Anpassung des Sparerpauschbetrag wäre nach über 10 Jahren durchaus überfällig. Und dann wäre noch das Thema mit dem Soli.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
TWP17

bin eher bei der FDP, da dort unbegrenzt angedacht ist. 50T€ ist jedoch ein Anfang. Denke schon das das ein Thema (Altersvorsorge) für den Wahlkampf sein kann, die Welt dreht sich nicht um Klima allein (dafür hat frau/man ja auch die C02-Zertifikate)....

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden

×
×
  • Neu erstellen...