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Snex7

Implizite Vola und Optionspreise

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Snex7
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Hallo zusammen,

 

ich habe die Frage, warum zwei Optionen mit dem gleichen Delta, aber unterschiedlicher IV auf zwei verschiedene Underlyings, die nahezu den selben Kurs haben am selben Delta nicht gleich teuer sind?

Ich verstehe, dass die Strikes mit gleichem Delta durch die verschiedenen IVs verschieden sein müssen, nämlich bei höherer IV weiter OTM, aber warum ist die Option mit höherer IV dann zusätzlich noch teurer beim gleichen Delta???

 

Besten Dank vorab für jegliche Erklärungsversuche und viele Grüße :)

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oktavian
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vor 6 Minuten von Snex7:

Hallo zusammen,

 

ich habe die Frage, warum zwei Optionen mit dem gleichen Delta, aber unterschiedlicher IV auf zwei verschiedene Underlyings, die nahezu den selben Kurs haben am selben Delta nicht gleich teuer sind?

Ich verstehe, dass die Strikes mit gleichem Delta durch die verschiedenen IVs verschieden sein müssen, nämlich bei höherer IV weiter OTM, aber warum ist die Option mit höherer IV dann zusätzlich noch teurer beim gleichen Delta???

 

Besten Dank vorab für jegliche Erklärungsversuche und viele Grüße :)

IV wird aus dem Preis der Options berechnet. IV ist also nicht der Grund, sondern der Markt. Würde mal das Modell anschauen: https://de.wikipedia.org/wiki/Black-Scholes-Modell

 

Was jetzt IV mit OTM zu tun hat, musst du mal erklären. Das ist nicht Standard. Da brauchst du nur den strike und Preis des Underlying. Der Preis der Options ist egal.

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Snex7
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Die Wahrscheinlichkeiten werden mit Hilfe der IV berechnet..

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oktavian
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vor 1 Minute von Snex7:

Die Wahrscheinlichkeiten werden mit Hilfe der IV berechnet..

Keine Ahnung wovon du redest. Vielleicht hast du da mehr Ahnung als ich. Ich handele nicht primär mit Optionen. OTM = out of the money ist einfach so definiert, dass der Preis unter dem strike liegt bei einer call-Option. Da gibt es keine Wahrscheinlichkeiten. Das kling alles sehr konfus für mich. Müsstest du schon genauer definieren, wovon du redest.

Wahrscheinlichkeiten Gewinn/Verlust kann man berechnen mit einem Modell unter der Annahme, dass der Preis auch effizient ist und das underlying auch effizient gepreist ist, aber warum sollte man dann überhaupt kaufen? Man will ja eine asymmetrische Situation. IV ist auch nicht gleich realisierter Volatilität.

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Snex7
Posted · Edited by Snex7

Das Delta einer Option gibt ungefähr die Wahrscheinlichkeit wieder, dass die Option am Ende ITM landet. Diese Wahrscheinlichkeit errechnet man mit Hilfe der IV. Wenn zwei Optionen das gleiche Delta haben aber unterschiedliche IVs und die Underlyings in etwa die gleichen Kurse haben, dann liegen die Strikes woanders, weil die Wahrscheinlichkeiten am selben Strike aufgrund verschiedener IV unterschiedlich wären. 
Meine Frage ist aber warum dann zusätzlich zu dem Fakt, dass man bei höherer IV weiter OTM gehen kann noch ein höherer Preis für die Option drauf kommt, wenn die Wahrscheinlichkeit und somit auch der Erwartungswert der selbe sein müsste.

EDIT: Ich glaube mein Fehler liegt in der Annahme, dass das Delta mit Hilfe der IV berechnet wird. Das Delta wird ja vom Black-Scholes Modell abgleitet und das wiederum errechnet sich ja mit der historischen Vola. Und das kann ja dann dazu führen, dass die Optionen zweier Aktien am gleichen Delta unterschiedliche Strikes und Preise (IVs) haben.

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passiv_Investor
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Ich glaube du täuschst dich. Die historische Vola hat da keinen Einfluss. Es geht einzig und allein um die Erwartung für die Zukunft. Darum ja auch implizite Vola. Das ist sozusagen die Unbekannte, welche bei gegebenem Optionspreis noch fehlt und damit ausgerechnet werden kann. Umgekehrt könnte man bei einer vermuteten Schwankungserwartung auch den fairen Optionspreis ausrechnen. Beides ist aber unabhängig von der Vergangenheit.

Evtl. kannst du dein Beispiel mal mit Zahlen und Unternehmen unterlegen, dann wird das ganze etwas anschaulicher.

Haben die Optionen denn auch die exakt selbe Laufzeit? Es gibt meist Gründe, warum die Skew in den Optionsvolas unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Seltene Anomalien führen auch dazu, dass man die Deltas nicht mehr mit den Eintrittswahrscheinlichkeiten für "im Geld" bei Verfall gleichsetzen kann.

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Snex7
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vor 16 Minuten von passiv_Investor:

Ich glaube du täuschst dich. Die historische Vola hat da keinen Einfluss. Es geht einzig und allein um die Erwartung für die Zukunft. Darum ja auch implizite Vola. Das ist sozusagen die Unbekannte, welche bei gegebenem Optionspreis noch fehlt und damit ausgerechnet werden kann. Umgekehrt könnte man bei einer vermuteten Schwankungserwartung auch den fairen Optionspreis ausrechnen. Beides ist aber unabhängig von der Vergangenheit.

Evtl. kannst du dein Beispiel mal mit Zahlen und Unternehmen unterlegen, dann wird das ganze etwas anschaulicher.

Haben die Optionen denn auch die exakt selbe Laufzeit? Es gibt meist Gründe, warum die Skew in den Optionsvolas unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Seltene Anomalien führen auch dazu, dass man die Deltas nicht mehr mit den Eintrittswahrscheinlichkeiten für "im Geld" bei Verfall gleichsetzen kann.

Also das Delta leitet sich ja aus dem BS Modell ab und das Modell wiederum nimmt die historische Vola als Grundlage soweit ich es verstanden habe. 
Die implizite Vola ist das, was der Markt daraus macht durch Angebot und Nachfrage und damit eben durch die Erwartung.

Aber ich meine zum Beispiel solch einen Fall: 

Beide Aktien notieren bei nahezu dem gleichen Preis in der Liste. AMD bei 94,7 und ATVI bei 94,27.
Gleiches Delta bei unterschiedlichen Strikes (okay, meiner Vermutung nach aufgrund von höherer historischer Vola im zugrundeliegenden BS Modell) und zusätzlich noch höherer Preis für das UL, das bei gleichem Delta weiter OTM ist (meiner Vermutung nach aufgrund von höherer IV).

 

1.PNG

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passiv_Investor
Posted · Edited by passiv_Investor

Nochmal: Die historische Vola hat damit nichts zu tun. Das ist wie bei den Lottozahlen. Jede neue Ziehung ist nicht abhängig von den vergangenen. Nur weil Kugeln häufiger oder seltener gezogen wurden, hat das keinerlei Einfluss auf die nächste Ziehung. Mit der historischen Vola ist es ebenso. Es mag sein, dass das manch ein Händler als Erwartungswert hernehmen mag aber ansonsten hat es nichts damit zu tun.

 

In deinen Screenshots sind zwar die Basiswertpreise der Aktien gleich aber sowohl die Strikes als auch die impliziten Volas unterschiedlich. Beides hängt natürlich miteinander zusammen. Wenn die IV größer ist, dann liegt das selbe Delta natürlich weiter entfernt vom aktuellen Aktienkurs, weil ja eben mehr Schwankung erwartet wird. Ich habe also noch nicht ganz verstanden, wo nun hier das Problem liegen soll.

 

Du kannst nicht in der Optionspreisformel einen Faktor ändern und alle anderen dabei gleich lassen. Änderst du also die IV, so bekommst du natürlich andere Optionspreise, trotz gleichen Deltas.

Und ja, mehr IV bedeutet höherer Optionspreis bei gleichzeitig weiter entferntem Strike vom aktuellen Aktienkurs. So ist das eben bei einer Gaußschen Verteilungskurve.

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Snex7
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vor 44 Minuten von passiv_Investor:

Nochmal: Die historische Vola hat damit nichts zu tun. Das ist wie bei den Lottozahlen. Jede neue Ziehung ist nicht abhängig von den vergangenen. Nur weil Kugeln häufiger oder seltener gezogen wurden, hat das keinerlei Einfluss auf die nächste Ziehung. Mit der historischen Vola ist es ebenso. Es mag sein, dass das manch ein Händler als Erwartungswert hernehmen mag aber ansonsten hat es nichts damit zu tun.

 

In deinen Screenshots sind zwar die Basiswertpreise der Aktien gleich aber sowohl die Strikes als auch die impliziten Volas unterschiedlich. Beides hängt natürlich miteinander zusammen. Wenn die IV größer ist, dann liegt das selbe Delta natürlich weiter entfernt vom aktuellen Aktienkurs, weil ja eben mehr Schwankung erwartet wird. Ich habe also noch nicht ganz verstanden, wo nun hier das Problem liegen soll.

 

Du kannst nicht in der Optionspreisformel einen Faktor ändern und alle anderen dabei gleich lassen. Änderst du also die IV, so bekommst du natürlich andere Optionspreise, trotz gleichen Deltas.

Und ja, mehr IV bedeutet höherer Optionspreis bei gleichzeitig weiter entferntem Strike vom aktuellen Aktienkurs. So ist das eben bei einer Gaußschen Verteilungskurve.

Du widersprichst dir selbst irgendwie in deinem letzten Absatz. 
Ändere ich die IV, so bekomme ich andere Optionspreise UND andere Deltas laut deiner Logik, weil ja angeblich die Deltas nicht nach BS mit der historischen Vola abgeleitet werden...
Wenn Delta ungefähr die Wahrscheinlichkeit für ITM zum Laufzeitende wäre und auf Grundlage der IV und nicht HV berechnet würde, dann würde es NIE Sinn machen den günstigeren Put, der näher ATM ist zu verkaufen..
Ich verkaufe doch nicht etwas, wo die Wahrscheinlichkeit Geld zu verlieren gleich hoch ist zu einem niedrigeren Preis. Es würde einfach keinen Sinn ergeben.

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oktavian
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vor 10 Stunden von Snex7:

Das Delta einer Option gibt ungefähr die Wahrscheinlichkeit wieder, dass die Option am Ende ITM landet.

Hast du dafür einen wissenschaftlichen Beleg? Also du glaubst mit dem Modell (Normalverteilung von Aktienkursänderungen) und den Marktpreisen, kannst du die Wahrscheinlichkeit berechnen Aktie xy steht zum Zeitpunkt xx.xx.xxxx höher als xx Geldeinheiten? Dann kann ich dir auch nicht helfen und empfehle dir mal das Buch "When Genius Failed: The Rise and Fall of Long-Term Capital Management". Da du anscheinend lieber nicht BSM direkt anschauen möchtest, sollte so ein story-lastiges Buch ohne Formeln was sein.

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Snex7
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Was hat das jetzt damit zu tun, ob ich einen wissenschaftlichen Beleg habe oder daran glaube oder nicht?
Es wird vom Großteil aller Optionshändler davon ausgegangen, dass die Normalverteilung das geeignetste Mittel zur Preisbestimmung ist. 
Zwei Optionen mit gleichem Delta sollten ungefähr die gleiche Wahrscheinlichkeit haben am Ende ITM zu landen. 

Und Wenn diese Wahrscheinlichkeit gleich wäre, dann macht es keinen Sinn, dass man für die Optionen unterschiedlich viel bezahlt bzw. verlangt. 
Deshalb meine Theorie, dass das Delta (Ableitung des BSM nach dem Preis des UL) im BSM die historische Vola verwendet und es damit zu Abweichungen kommt zwischen den Preisen am gleichen Delta. 


Ich habe das Gefühl du kannst meine Frage selber nicht erklären und versuchst mir jetzt irgendwas vorzuwerfen, dabei habe ich nur eine auf Logik pochende Frage gestellt. 

Das BSM habe ich mir schon etwas angeschaut, ja ich gebe zu, dass ich es sicher nicht zu 100% verstehe, aber das muss ich für meine Frage auch nicht. Ich muss für meine Frage nur wissen, ob das Delta einer Option sich aus dem BSM mit historischer oder impliziten Vola errechnet?! 

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nightyhawk
Posted · Edited by nightyhawk
vor 13 Stunden von Snex7:

Hallo zusammen,

 

ich habe die Frage, warum zwei Optionen mit dem gleichen Delta, aber unterschiedlicher IV auf zwei verschiedene Underlyings, die nahezu den selben Kurs haben am selben Delta nicht gleich teuer sind?

 

Mal zurück zur Grundfrage nach dem Preis. Im großen und ganzen teile ich deine Einschätzung, dass unter gleichen Voraussetzungen die Preise auch ähnlich sein müssten. Allerdings zähle ich zu den gleichen Voraussetzungen auch die Liquidität. Und da sieht es bei ATVI um längen trauriger aus als bei AMD.... Am besagten Strike gibt es keinerlei Volumen und auch das OpenInterest ist um den Faktor 10 kleiner.... 

 

Das könnte also ein Grund für den Versatz im Preis sein.

 

Edith meint: Ach so - die IV ist ja grob unterschiedlich. Dann habe ich deine Frage missverstanden. Bei unterschiedlicher IV sollte die Preis ja hoffentlich auch unterschiedlich sein....

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Snex7
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vor 16 Minuten von nightyhawk:

Mal zurück zur Grundfrage nach dem Preis. Im großen und ganzen teile ich deine Einschätzung, dass unter gleichen Voraussetzungen die Preise auch ähnlich sein müssten. Allerdings zähle ich zu den gleichen Voraussetzungen auch die Liquidität. Und da sieht es bei ATVI um längen trauriger aus als bei AMD.... Am besagten Strike gibt es keinerlei Volumen und auch das OpenInterest ist um den Faktor 10 kleiner.... 

 

Das könnte also ein Grund für den Versatz im Preis sein.

 

Edith meint: Ach so - die IV ist ja grob unterschiedlich. Dann habe ich deine Frage missverstanden. Bei unterschiedlicher IV sollte die Preis ja hoffentlich auch unterschiedlich sein....

Ja, die Preise der gleichen Strikes müssen unterschiedlich sein bei unterschiedlicher IV, da gehe ich natürlich mit. 
Am selben Delta müssten die Optionen meiner Meinung nach den gleichen Preis, aber unterschiedliche Strikes haben. 
Also Option1 [hohe IV/Put Strike 87,5/Delta 0,16] gleicher Preis wie Option2 [niedrige IV/Put Strike 89,5/Delta 0,16]. Das ist meine Theorie und daran hakt es, wieso ist Option1 zusätzlich zum weiteren Strike-Abstand bei gleichem Delta teurer als Option2?

Und das Delta in den Option Chains muss eigentlich aus der HV und nicht IV berechnet werden, weil sich das Delta in den Chains nicht verändert, wenn sich die IV verändert?!

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oktavian
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vor 52 Minuten von Snex7:

Zwei Optionen mit gleichem Delta sollten ungefähr die gleiche Wahrscheinlichkeit haben am Ende ITM zu landen. 

Das ist jetzt eine andere Aussage als Delta = Wahrscheinlichkeit am Ende ITM.

vor 56 Minuten von Snex7:

Was hat das jetzt damit zu tun, ob ich einen wissenschaftlichen Beleg habe oder daran glaube oder nicht?

Es besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass sich falsch liege. Daher bin ich für Fakten immer offen und dankbar, wenn mir da ein Denkfehler nachgewiesen werden kann. Dein Wort zählt da eben nichts.

vor 58 Minuten von Snex7:

Zwei Optionen mit gleichem Delta sollten ungefähr die gleiche Wahrscheinlichkeit haben am Ende ITM zu landen. 
Und Wenn diese Wahrscheinlichkeit gleich wäre, dann macht es keinen Sinn, dass man für die Optionen unterschiedlich viel bezahlt bzw. verlangt. 

Das ist auch falsch. Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit gleich wäre, kommt es noch auf den Erwartungswert an also wie stark im Plus im Schnitt die Option liegen sollte nach Modell und da kommt Volatilität wieder ins Spiel. Vielleicht solltest du Dir dazu auch mal Gamma anschauen. Delta ist ja sehr punktuell.

 

Wenn jetzt alle Daten (Preis underlying, strike, Volatilitätserwartung inkl. skew) gleich wären und der Preis der Optionen ist unterschiedlich, würde ich mir mal die implizierten Dividendenerwartungen der single stock futures anschauen oder einfach die Historie/Planung.

 

vor einer Stunde von Snex7:

Ich habe das Gefühl du kannst meine Frage selber nicht erklären und versuchst mir jetzt irgendwas vorzuwerfen, dabei habe ich nur eine auf Logik pochende Frage gestellt.

Ich habe das Gefühl, du hälst dich eben für superschlau und weißt eh alles besser. Du hälst deine Meinung für Fakt.

 

vor einer Stunde von Snex7:

Ich muss für meine Frage nur wissen, ob das Delta einer Option sich aus dem BSM mit historischer oder impliziten Vola errechnet?! 

Das wurde doch schon beantwortet: mit IV

Du rechnest mit BSM die Preisänderung der Option aus, wenn sich der Basiswert infinitesimal ändert (Ableitung). Ob du dabei IV konstant hälst, oder ein extra Modell reinschaltest, musst du eben selbst wissen: Standard ist: ceteris paribus

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Snex7
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Naja..vielleicht antwortet ja nochmal wer anders und normal und nicht so von oben herab. 
Auf ne weitere Diskussion mit dir möchte ich mich nicht einlassen, danke schönen Tag.

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passiv_Investor
Posted · Edited by passiv_Investor
vor 13 Stunden von Snex7:

Du widersprichst dir selbst irgendwie in deinem letzten Absatz. 
Ändere ich die IV, so bekomme ich andere Optionspreise UND andere Deltas laut deiner Logik, weil ja angeblich die Deltas nicht nach BS mit der historischen Vola abgeleitet werden...
Wenn Delta ungefähr die Wahrscheinlichkeit für ITM zum Laufzeitende wäre und auf Grundlage der IV und nicht HV berechnet würde, dann würde es NIE Sinn machen den günstigeren Put, der näher ATM ist zu verkaufen..
Ich verkaufe doch nicht etwas, wo die Wahrscheinlichkeit Geld zu verlieren gleich hoch ist zu einem niedrigeren Preis. Es würde einfach keinen Sinn ergeben.

Und nochmal: Black-Scholes ist ein theoretisches Modell. Klar, man kann hier auch die historische Vola verwenden als Schätzer für die zukünftige Schwankung, aber das ist eben auch nur eine Vermutung, die sich an der Vergangenheit orientiert.

In der Realität geht man eben anders vor, da sich ja durch Angebot und Nachfrage bereits ein Preis ergibt. Die Frage nach dem fairen Preis erübrigt sich also, da wir den durch den Markt gegeben haben und wir möchten vielmehr wissen, welche Schwankungserwartung implizieren die Optionshändler denn nun für den Basiswert. Darum nennt man es implizite Volatilität, weil man es aus den Optionspreisen mit Hilfe der Black-Scholes Formel herausrechnet.

So oder so sind beide Werte nur Schätzungen und die tatsächlich realisierte Volatilität (historische Vola) ist oft eine ganz andere (eben niedriger oder höher).

 

Zum Thema es würde NIE Sinn machen. Wieso das? Weil du immer die maximale Prämie haben willst? Bedenke halt, dass auch mehr Schwankung erwartet wird. Schwankung ist ja nicht nur Chance sondern auch Risiko.

Klar schwankt eine Tesla mehr als eine Nestlé und darum wird es da auch andere Optionsprämien geben und die Strikes werden beim selben Delta trotzdem unterschiedlich weit weg (in Prozent) vom aktuellen Aktienkurs liegen.

Ich persönlich richte mich daher nach der IVR und IVP. So vergleiche ich die vergangenen Werte der impliziten Vola miteinander und entscheide auf dieser Basis, ob die aktuelle IV im Verhältnis zu vergangenen Werten hoch ist oder eben nicht.

vor 5 Stunden von oktavian:

Hast du dafür einen wissenschaftlichen Beleg? Also du glaubst mit dem Modell (Normalverteilung von Aktienkursänderungen) und den Marktpreisen, kannst du die Wahrscheinlichkeit berechnen Aktie xy steht zum Zeitpunkt xx.xx.xxxx höher als xx Geldeinheiten? Dann kann ich dir auch nicht helfen und empfehle dir mal das Buch "When Genius Failed: The Rise and Fall of Long-Term Capital Management". Da du anscheinend lieber nicht BSM direkt anschauen möchtest, sollte so ein story-lastiges Buch ohne Formeln was sein.

Es handelt sich um die erwartete Wahrscheinlichkeit. Wenn du dich ein wenig mit Stochastik beschäftigt hast, ist dir das aber sicher bereits bekannt.

 

Man nennt diesen Wert auch gerne Probability of Profit, oder kurz POP. Insbesondere bei Optionskombinationen wird dieser Wert dann spannend. Er ist nicht schwer auszurechnen, wenn einem die Deltas bekannt sind.

Aufgrund der Prämien liegt der POP-Wert beim Optionsverkauf meist sogar noch etwas besser als die Deltas es suggerieren.

Hier ein paar (nicht wissenschaftliche) Artikel dazu:

http://tastytradenetwork.squarespace.com/tt/blog/probability-of-profit

https://www.tastytrade.com/definitions/probability-of-profit

https://www.tastytrade.com/shows/the-skinny-on-options-math/episodes/delta-versus-probability-of-profit-04-28-2021

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callwin
Posted · Edited by callwin
vor 2 Stunden von Snex7:

Am selben Delta müssten die Optionen meiner Meinung nach den gleichen Preis, aber unterschiedliche Strikes haben. 

mit unterschiedlichem Strikepreis ändert sich natürlich auch der Preis einer Option.

 

auch mal nachschlagen, was das Delta eigentlich ist: Preisänderung der Option relativ zur Preisänderung des Underlyings.

 

diese Wahrscheinlichkeits-Nummer, ob eine Option OTM bleibt, ist nur so eine schwurbelige Auslegung.

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passiv_Investor
Posted
vor 2 Stunden von nightyhawk:

Mal zurück zur Grundfrage nach dem Preis. Im großen und ganzen teile ich deine Einschätzung, dass unter gleichen Voraussetzungen die Preise auch ähnlich sein müssten. Allerdings zähle ich zu den gleichen Voraussetzungen auch die Liquidität. Und da sieht es bei ATVI um längen trauriger aus als bei AMD.... Am besagten Strike gibt es keinerlei Volumen und auch das OpenInterest ist um den Faktor 10 kleiner.... 

 

Das könnte also ein Grund für den Versatz im Preis sein.

 

Edith meint: Ach so - die IV ist ja grob unterschiedlich. Dann habe ich deine Frage missverstanden. Bei unterschiedlicher IV sollte die Preis ja hoffentlich auch unterschiedlich sein....

Spielt alles keine Rolle, wenn es um den mittleren Preis zwischen Bid und Ask geht. Und wie wir an dem Screenshot sehen, weichen ja beide Preise schon erheblich voneinander ab.

Und ja, die IV ist die einzige Erklärung in diesem Fall, da keine Dividendenzahlungen vor dem Fälligkeitsdatum der Optionen anstehen.

vor 8 Minuten von callwin:

diese Wahrscheinlichkeits-Nummer, ob eine Option OTM bleibt, ist nur so eine schwurbelige Auslegung.

... so wie die ganze Black-Scholes Formel einfach auch nur eine mögliche Variante für einen fairen Optionspreis ist, die man heute aber weiterhin als gängigste Variante verwendet.

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Snex7
Posted · Edited by Snex7

Der Knoten scheint sich gelöst zu haben. Danke euch

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oktavian
Posted
vor 56 Minuten von passiv_Investor:

Es handelt sich um die erwartete Wahrscheinlichkeit. Wenn du dich ein wenig mit Stochastik beschäftigt hast, ist dir das aber sicher bereits bekannt.

Da bin ich ja voll bei Dir.

Die zum Zeitpunkt der Marktpreise implizierte Wahrscheinlichkeit, welche sich also konstant mit schwankenden Preisen auch ändert. (je nach Modell auch unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten).

Das ist aber nicht wie beim perfekten Würfel eine bestimmte Zahl zu würfeln = 1/6. Mann kann sich darüber streiten, ob diese implizierte Wahrscheinlichkeit als "unbiased predictor" durchgeht und dann eben noch wie viel "noise" drin steckt.

 

Der Fragesteller hat komisch formuliert und meinte alles besser zu verstehen. Auch die Frage mit IV bei BSM hattest Du ja schon beantwortet.

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passiv_Investor
Posted

"unbiased" ist an der Börse sowieso rein gar nichts. Wir bewegen uns hier ja abseits eines theoretischen Denkmodells.

Nicht einmal Aktienkurse sind zu jedem Zeitpunkt als "fair" anzusehen. Eben weil es oft genug Gier und Angst gibt.

Das selbe gilt natürlich erst recht für Optionen, wo auch in Paniken einfach zu viel für die Absicherung bezahlt wird und aus diesen "Mondpreisen" sich dann eben eine exorbitante implizite Vola errechnet, die in den seltensten Fällen tatsächlich eintritt.

Es gibt aber auch Fälle wie GME oder AMC und dann geht es doch sogar noch darüber hinaus.

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Snex7
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vor 41 Minuten von oktavian:

Da bin ich ja voll bei Dir.

Die zum Zeitpunkt der Marktpreise implizierte Wahrscheinlichkeit, welche sich also konstant mit schwankenden Preisen auch ändert. (je nach Modell auch unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten).

Das ist aber nicht wie beim perfekten Würfel eine bestimmte Zahl zu würfeln = 1/6. Mann kann sich darüber streiten, ob diese implizierte Wahrscheinlichkeit als "unbiased predictor" durchgeht und dann eben noch wie viel "noise" drin steckt.

 

Der Fragesteller hat komisch formuliert und meinte alles besser zu verstehen. Auch die Frage mit IV bei BSM hattest Du ja schon beantwortet.

Ich habe mich 10 mal wiederholt im Laufe dieses Threads, komm nicht mit komisch formuliert, wenn du es nicht gerallt hast. Reicht langsam mit dir, echt jetzt.

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oktavian
Posted
vor 52 Minuten von passiv_Investor:

"unbiased" ist an der Börse sowieso rein gar nichts. Wir bewegen uns hier ja abseits eines theoretischen Denkmodells.

Nicht einmal Aktienkurse sind zu jedem Zeitpunkt als "fair" anzusehen. Eben weil es oft genug Gier und Angst gibt.

Das selbe gilt natürlich erst recht für Optionen, wo auch in Paniken einfach zu viel für die Absicherung bezahlt wird und aus diesen "Mondpreisen" sich dann eben eine exorbitante implizite Vola errechnet, die in den seltensten Fällen tatsächlich eintritt.

Es gibt aber auch Fälle wie GME oder AMC und dann geht es doch sogar noch darüber hinaus.

  • Bei der Frage unbiased geht es darum ob IV im Schnitt zur Vorhersage der Volatilität benutzt werden kann. Also wenn die realisierte Vola mal drüber und mal drunter liegt, könnte Sie im Schnitt ja richtig liegen. Das hatten wir ja mal bei Wechselkursen und den Futurepreisen: Wechselkurs Futures sind kein unbiased predictor der zukünftigen Kurse in meinen Augen. Ich handele z.B. genau die Optionen, bei denen ich mit der implizierten Wahrscheinlichkeit bzw. dem Preis nicht einverstanden bin (für leverage brauche ich die nicht).
  • Wenn die Preise nicht effizient sind, sind auch die Ableitungen natürlich falsch.
  • GME: Ja bei >300% IV schreibe ich denen auch mal Optionen...

 

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passiv_Investor
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vor 2 Minuten von oktavian:
  • Bei der Frage unbiased geht es darum ob IV im Schnitt zur Vorhersage der Volatilität benutzt werden kann. Also wenn die realisierte Vola mal drüber und mal drunter liegt, könnte Sie im Schnitt ja richtig liegen. Das hatten wir ja mal bei Wechselkursen und den Futurepreisen: Wechselkurs Futures sind kein unbiased predictor der zukünftigen Kurse in meinen Augen. Ich handele z.B. genau die Optionen, bei denen ich mit der implizierten Wahrscheinlichkeit bzw. dem Preis nicht einverstanden bin (für leverage brauche ich die nicht).
  • Wenn die Preise nicht effizient sind, sind auch die Ableitungen natürlich falsch.
  • GME: Ja bei >300% IV schreibe ich denen auch mal Optionen...

 

"effizient" ist immer nur eine Momentaufnahme. Preise sind effizient wenn sich Käufer und Verkäufer einig werden. Die Zukunft kennt keiner und darum kann man rückblickend immer einfach sagen, dass der Preis zu niedrig oder zu hoch war aber das ist auch in Anbetracht der ungewissen Zukunft zu sehen. Die realisierte Vola ist mal über und mal unter der erwarteten, impliziten Vola aber eben nicht zu jedem Zeitpunkt gleich verteilt. Gerade in Phasen von extremer IV bzw. extremer IVR und IVP zeigt sich, dass die realisierte Vola häufiger unterhalb der IV liegt. Darum nutze ich diese Kennzahlen beim Optionsverkauf.

GME war hier ein Extremfall und wenn man zu früh mit dem Schreiben (von Calls) begann, dann konnte es teuer werden. Denn selbst bei 20 oder 50 USD Aktienpreis war die IV so extrem und die Prämien so hoch und dennoch schwankte die Aktie noch stärker und ging in der Spitze auf 500 USD, was auch in den Optionspreisen bzw. der IV nicht zu jedem Zeitpunkt eingepreist war.

Ich erinnere mich, dass es beim Aktienkursstand von 300 USD eine 800er Strike Option mit Verfall in 2 Tagen gab. Deren Preis lag bei 150 USD !!!

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oktavian
Posted
vor 42 Minuten von passiv_Investor:

 

"effizient" ist immer nur eine Momentaufnahme. Preise sind effizient wenn sich Käufer und Verkäufer einig werden. Die Zukunft kennt keiner und darum kann man rückblickend immer einfach sagen, dass der Preis zu niedrig oder zu hoch war aber das ist auch in Anbetracht der ungewissen Zukunft zu sehen. Die realisierte Vola ist mal über und mal unter der erwarteten, impliziten Vola aber eben nicht zu jedem Zeitpunkt gleich verteilt. Gerade in Phasen von extremer IV bzw. extremer IVR und IVP zeigt sich, dass die realisierte Vola häufiger unterhalb der IV liegt. Darum nutze ich diese Kennzahlen beim Optionsverkauf.

GME war hier ein Extremfall und wenn man zu früh mit dem Schreiben (von Calls) begann, dann konnte es teuer werden. Denn selbst bei 20 oder 50 USD Aktienpreis war die IV so extrem und die Prämien so hoch und dennoch schwankte die Aktie noch stärker und ging in der Spitze auf 500 USD, was auch in den Optionspreisen bzw. der IV nicht zu jedem Zeitpunkt eingepreist war.

Ja, das sehe ich auch so. Auch wenn ich die effiziente Markt Hypthese nicht unterschreiben würde, halte ich viele Preise dennoch für OK.

 

Wie nutzt Du IVP/IVR bei IB in TWS oder mit eigenem tool? Sollte man das in der Watchlist oder einzeln betrachten? Ich habe bei bei meiner Watchlist/portfolio auch z.B. borrow fee, um zu sehen, ob da wohl short seller aktiv sind. Ich hätte da noch gerne etwas um volatility skew für Portfolio Firmen anzuzeigen, IVR/IVP wäre auch interesssant (ist das dann pro Option oder kann man das auch bei Aktien als Zusatz Anzeigen lassen so als Querschnitt der Optionspreise? Finde ich auch interessant. Habe gerade mal nachgelesen, dass TWS sowas auch kann. Statt IVR/IVP gucke ich einfach auf historische vola, was als Zahl etwas weniger Aussagekräftig ist ohne im Kopf rum zurechnen.

Zitat

Ich erinnere mich, dass es beim Aktienkursstand von 300 USD eine 800er Strike Option mit Verfall in 2 Tagen gab. Deren Preis lag bei 150 USD !!!

Hast du dich dann getraut zu schreiben? Zu dem Zeitpunkt war ich schon zu stark short. Hätte aber puts schreiben sollen. Klingt schwachsinnig, wenn man short ist, aber hätte geklappt.

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