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cp03525

Aktiengewichtung und Anzahl im breiten ETF

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cp03525
Posted

Bisher wollte ich einen möglichst breiten Welt-ETF. Allerdings habe ich mir die Arbeit gemacht und den Vanguard FTSE All World High Dividend etwas genauer angesehen... von ca. 1850 Aktien im ETF-Fond verfügen_

- die größten 200 über 47,8% des Fondvermögens

- die schwächere Hälfte (ca. 900) nur ca. 5,8%

 

Beim All-World mit knapp 3800 Aktien ist es noch extremer. Nur die Top 10 zusammen haben ca. 16% Anteil und dies sind alles Firmen mit einem sehr ähnlichen Geschäft.... ein großes Klumpenrisiko.

 

Wie geht ihr damit um? 

Haltet ihr den weniger Tech-lastigen All World High Dividend Yield aus Sicht der Branchen für besser diversifieziert?

Ich überlege den All-World etwas aufzubrechen indem ich mit kleinerer Gewichtung einen BIP-gewichtete Aktien-Welt oder den High Dividend Yield hinzukaufe.

Welche Strategien nutzt ihr? Was denke ihr darüber? Wird die Bedeutung der Aktienanzahl vielleicht doch überschätzt? Ich kann mir vorstellen, dass sowas wie ein kostengünstige Mischung aus den Top 100 bis 500 größten large Cap, an Diversifizierung ausreichen würde., insbesondere da (info kann falsch sein) Large Caps ca. 2/3 ihres Umsatze international machen. Habe jedoch noch keinen weltweit diversifizierten ETF aus wenigen 100 Aktien gesehen.

 

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Bassinus
Posted

Der Markt regelt. Regression zum Mittelwert. Tech ist nunmal der Wirtschaftsfaktor unserer Zeit. Früher war das die Ölindustrie. Davor Stahl. Davor Eisenbahn usw. Vielleicht haben wir in 20 Jahren 20% KI Firmen, Nanotechno oder Nahrungsmittelfirmen... How knows. Völlig egal solange du langen Anlagehorizont hast und alle Eierchen im Diversifikationskörbchen hast.

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Chips
Posted
vor 26 Minuten von cp03525:

Bisher wollte ich einen möglichst breiten Welt-ETF. Allerdings habe ich mir die Arbeit gemacht und den Vanguard FTSE All World High Dividend etwas genauer angesehen... von ca. 1850 Aktien im ETF-Fond verfügen_

- die größten 200 über 47,8% des Fondvermögens

- die schwächere Hälfte (ca. 900) nur ca. 5,8%

 

Beim All-World mit knapp 3800 Aktien ist es noch extremer. Nur die Top 10 zusammen haben ca. 16% Anteil und dies sind alles Firmen mit einem sehr ähnlichen Geschäft.... ein großes Klumpenrisiko.

 

Wie geht ihr damit um? 

Haltet ihr den weniger Tech-lastigen All World High Dividend Yield aus Sicht der Branchen für besser diversifieziert?

Ich überlege den All-World etwas aufzubrechen indem ich mit kleinerer Gewichtung einen BIP-gewichtete Aktien-Welt oder den High Dividend Yield hinzukaufe.

Welche Strategien nutzt ihr? Was denke ihr darüber? Wird die Bedeutung der Aktienanzahl vielleicht doch überschätzt? Ich kann mir vorstellen, dass sowas wie ein kostengünstige Mischung aus den Top 100 bis 500 größten large Cap, an Diversifizierung ausreichen würde., insbesondere da (info kann falsch sein) Large Caps ca. 2/3 ihres Umsatze international machen. Habe jedoch noch keinen weltweit diversifizierten ETF aus wenigen 100 Aktien gesehen.

 

Die Frage hier ist ja, wie man Diversifizierung definiert. Es geht hier um einen Faktor, der Marktkapitalisierung bedeutet. Und beim FTSE-All-World wird 85% der Marktkapitalisierung abgedeckt. Wenn von dieser Marktkapitalisierung 16% auf nur 10 Unternehmen fallen, so what? Stell dir vor, du hälst eine Amazon-Aktie. Bist du nun diversifizierter, wenn Amazon sich in 10 einzelne Unternehmen aufspaltet und du die alle hältst? 

Das andere Problem bei BIP-Gewichtung ist, wie du schon erkannt hast, dass Unternehmen ja international tätig sind. Amazon erzielt 66% seines Umsatzes in den USA, zählt aber bei BIP-Gewichtung zu 100% als USA. Wenn man sich dann noch Gedanken um Unternehmen wie Alphabet(Google) macht, die die Software in den USA herstellen, große Teile ihres Vermögens auf den Cayman-Islands haben, die Server auf Island stehen, der Werbungsklicker in Deutschland und der Werbetreiber aus Frankreich kommt, macht eine BIP-Betrachung auch nicht mehr so viel Sinn.

Ein weiteres Problem bei anderen Gewichtungen ist, dass man einen illiquideren Markt übergewichtet. Viele Länder haben einen unterentwickelten Kapitalmarkt in dem Sinne, dass es viele private Unternehmen gibt, von denen man keine Aktien kaufen kann. Auch Deutschland zählt dazu. 

 

All diese Probleme hat man bei Gewichtung nach Marktkapitalisierung nicht. Zudem sind die Kosten die Niedrigsten. Falls Amazon morgen um 20% steigt, kann sich der All-World-ETF-Manager bequem zurücklehnen. Er muss nichts tun. Bei BIP-Gewichtung muss er schnell USA-Aktien verkaufen und den Rest der Welt kaufen. Irgendwie gleichmäßig. 

 

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herbert_21
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Ich hab Mal den High Dividend analysiert, bzw die Top 10 und beschlossen, dass es sich für mich nicht rechnet, für geringfügig mehr Ausschüttungen auf Performance zu verzichten. Ich habe noch einen kleinen Teil Bondora Go and Grow.

 

Bei 5% oder so wäre das schon etwas anderes, und bei einer Depotgröße wie @xfklu auch.

 

Ich würde auch meinen, dass die Top 10 oder Top 20 wesentlich für die kurzfristige Kursentwicklung verantwortlich sind - habe das aber nicht wissenschaftlich recherchiert.

 

Aber hier gilt: jeder wie er mag, die Risikotoleranz und Renditeerwartung ist individuell sehr verschieden.

 

Mich hat in einem anderen Beitrag wo es um Auschütter geht der hier interessiert:

 

https://www.franklintempletonnordic.com/our-funds/price-and-performance-etfs/products/25801/SINGLCLASS/franklin-liberty-q-european-dividend-ucits-etf/IE00BF2B0L69

 

Wenn man auf die 10 Jahres Performance klickt , sieht man dass der Vergleichsindex underperformt wurde. Der Templeton hat auch nur unter 100 Werte.

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herbert_21
Posted · Edited by herbert_21

Danke für den Link werde ich mir anschauen. Der TE wollte aber eigentlich weniger US.

 

Was ich zu @Chips noch ergänzen möchte - stimmt alles, was er sagt, aber wenn Amazon steigt, um bei dem Beispiel zu bleiben, dann steigt der S&P am meisten, dann der Vanguard Developed, dann der Vanguard All-World. Je breiter der Index, desto kleiner das Gewicht vom Einzelwert.

 

Umgekehrt hatten seit Jahresbeginn die deutschen Aktien einen Lauf, während in US die Angst vor steigenden Zinsen umgeht.

 

Deswegen muss der Thread Ersteller Mal Farbe bekennen, warte noch auf Antwort von @cp03525

Mein Rat:

 

Zitat

Ich überlege den All-World etwas aufzubrechen indem ich mit kleinerer Gewichtung einen BIP-gewichtete Aktien-Welt oder den High Dividend Yield hinzukaufe

 

Lass es einfach bleiben und lass alles wie es ist. Zeige dem Optimierungswahn die rote Karte.

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Synthomesc
Posted
vor 7 Stunden von Bassinus:

Der Markt regelt. Regression zum Mittelwert. Tech ist nunmal der Wirtschaftsfaktor unserer Zeit. Früher war das die Ölindustrie. Davor Stahl. Davor Eisenbahn usw. Vielleicht haben wir in 20 Jahren 20% KI Firmen, Nanotechno oder Nahrungsmittelfirmen... How knows. Völlig egal solange du langen Anlagehorizont hast und alle Eierchen im Diversifikationskörbchen hast.

1+

 

btw,wo bleibt der Like Button,der ja versprochen wurde?

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cp03525
Posted
vor 16 Stunden von Vango:

Von iShares gibt es einen mit den 50 größten Aktien. Läuft auch sehr nahe am MSCI World.

 

Hier der Vergleich: https://www.justetf.com/de/find-etf.html?tab=comparison&cmode=compare&groupField=none&sortField=name&sortOrder=asc

Ich glaube du hast da einen anderen verlinkt.  Weist du wie er heißt?

 

vor 16 Stunden von Bassinus:

Der Markt regelt. Regression zum Mittelwert. Tech ist nunmal der Wirtschaftsfaktor unserer Zeit.... Völlig egal solange du langen Anlagehorizont hast und alle Eierchen im Diversifikationskörbchen hast.

Wie wahr, wie wahr. Dennoch die Sorge ob es gut diversifiziert ist wenn der "Trend des Zeitgeistes" krass übergewichtet ist.... 

 

vor 15 Stunden von Chips:

Die Frage hier ist ja, wie man Diversifizierung definiert. Es geht hier um einen Faktor, der Marktkapitalisierung bedeutet....

 

Ja, gutes Argument. Marktkapitalisierung ist einfach und günstig und andere Vorgehensweisen sind auch nicht besser.... Wenn ich aber sehe wie krass sich die Marktkapitalisierung auswirkt: Top 10 meist 14 bis 17% Top 200 (beim High Dividend, also beim All-World vielleicht Top 400) 48% und die untere Hälfte aller gelisteten Unternehmen knapp unter 6%.... denke ich ob nicht eine leicht "gezähmte" Marktkapitalisierung mehr Diversifizierung im Sinne von Risikoreduzierung geben würde.

 

vor 10 Stunden von herbert_21:

Danke für den Link werde ich mir anschauen. Der TE wollte aber eigentlich weniger US....

Nein, nicht weniger US, was die Ländergewichtung betrifft sehe ich das etwas sportlicher mit der Marktkapitalisierung.... nur finde ich Microsoft, Apple, Google, Facebook, Amazon, Nvidia (Chiphersteller ohne eigene Chipfabrik?!), Semicont (echter Chiphersteller).... von ihrem Geschäftsmodell sehr ähnlich sind und diese 6 Aktien machen ca. 13% aus in einem ETF mit 3800 Aktien. Da zweifle ich daran, ob das was man da kauft Diversifikation im eigentlichen Sinne ist.

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jogo08
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vor 5 Minuten von cp03525:

Nein, nicht weniger US, was die Ländergewichtung betrifft sehe ich das etwas sportlicher mit der Marktkapitalisierung.... nur finde ich Microsoft, Apple, Google, Facebook, Amazon, Nvidia (Chiphersteller ohne eigene Chipfabrik?!), Semicont (echter Chiphersteller).... von ihrem Geschäftsmodell sehr ähnlich sind und diese 6 Aktien machen ca. 13% aus in einem ETF mit 3800 Aktien. Da zweifle ich daran, ob das was man da kauft Diversifikation im eigentlichen Sinne ist.

Nach welchen Kriterien würdest du denn eine bessere Diversifikation sehen? Sollte eine AG mit winzigen Marktwerten genauso hoch gewichtet sein wie z.B. eine Microsoft oder Apple-Aktie?

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cp03525
Posted
vor 1 Stunde von jogo08:

Nach welchen Kriterien würdest du denn eine bessere Diversifikation sehen? Sollte eine AG mit winzigen Marktwerten genauso hoch gewichtet sein wie z.B. eine Microsoft oder Apple-Aktie?

Kompliziert: 

Übergewichtete Branchen etwas reduzieren und auf untergewichtete Branchen verteilen.

 

Unkompliziert:

Alle Unternehmen ein wenig gleicher machen indem man z.B. 90% Marktkapitalisierung nimmt und zu 10% alle Unternehmen gleich gewichtet.

 

So meine Laien-Überlegung. Aber da muss doch schon irgendwer vor mir drüber nachgedacht haben. 

 

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Chips
Posted · Edited by Chips
vor 2 Stunden von cp03525:

Ja, gutes Argument. Marktkapitalisierung ist einfach und günstig und andere Vorgehensweisen sind auch nicht besser.... Wenn ich aber sehe wie krass sich die Marktkapitalisierung auswirkt: Top 10 meist 14 bis 17% Top 200 (beim High Dividend, also beim All-World vielleicht Top 400) 48% und die untere Hälfte aller gelisteten Unternehmen knapp unter 6%.... denke ich ob nicht eine leicht "gezähmte" Marktkapitalisierung mehr Diversifizierung im Sinne von Risikoreduzierung geben würde.

Wie gesagt, wenn du Aktien eines Unternehmens hältst und das sich in zwei Unternehmen aufspaltet, und du dann beide hältst, bist du dann diversifizierter? Vielleicht ja, da dann zwei Managements am Werke sind, und wenn das eine verkackt, hat man noch das andere. Nein, weil man eigentlich noch die gleichen Bauteile hat. Wenn du dein Grundstück in der Mitte teilst und noch beide Teile hast, ändert das im Grundsatz ja auch nicht viel. 

Wenn man passiv investieren will, vertraut man den Marktbewertungen. Dass Amazon 1,5 Billionen Euro wert ist, ist genauso fair wie wenn Krones 2,9Mrd. wert ist. Und da geht es nicht darum, dass Amazon nun 517mal mehr Mitarbeiter, 517mal mehr Umsatz, 517mal mehr Gewinn erwirtschaftet, sondern es sind eben Gewinnaussichten eingepreist. Wenn der Markt nun bei Amazon 517mal mehr Kapital allokiert als bei Krones, warum sollte es in deinem passiven Portfolio anders sein? Warum sollte Amazon "nur" 300mal oder 100mal mehr Gewicht haben als Krones? Damit sagt man ja indirekt, dass der Markt sich irrt. 

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cp03525
Posted · Edited by cp03525
vor 9 Minuten von Chips:

Wie gesagt, wenn du Aktien eines Unternehmens hältst und das sich in zwei Unternehmen aufspaltet, und du dann beide hältst, bist du dann diversifizierter? Vielleicht ja, da dann zwei Managements am Werke sind, und wenn das eine verkackt, hat man noch das andere. Nein, weil man eigentlich noch die gleichen Bauteile hat. Wenn du dein Grundstück in der Mitte teilst und noch beide Teile hast, ändert das im Grundsatz ja auch nicht viel. 

Wenn man passiv investieren will, vertraut man den Marktbewertungen. Dass Amazon 1,5 Billionen Euro wert ist, ist genauso fair wie wenn Krones 2,9Mrd. wert ist. Und da geht es nicht darum, dass Amazon nun 517mal mehr Mitarbeiter, 517mal mehr Umsatz, 517mal mehr Gewinn erwirtschaftet, sondern es sind eben Gewinnaussichten eingepreist. Wenn der Markt nun bei Amazon 517mal mehr Kapital allokiert als bei Krones, warum sollte es in deinem passiven Portfolio anders sein? Warum sollte Amazon "nur" 300mal oder 100mal mehr Gewicht haben als Krones? Damit sagt man ja indirekt, dass der Markt sich irrt. 

Wenn Amazon die gleiche Personalstärke, den gleichen Umsatz und den gleichen Gewinn hat wie schwächsten 800 Unternehmen im All-World (könnte ganz grob hinkommen) und dann der Vorstand einen verheerenden Fehler macht, dann ist dass so als wenn die Vorstände von 800 Unternehmen in meinem Portfolio Mist gebaut haben....

Wenn plötzlich irgend eine neue Technologie Computer wie sie Apple oder Microsoft bauen obsolet werden oder niemand mehr Facebook will.... hätte man besser nicht so konzentriert auf eine einzige Branche gesetzt... Der Markt irrt immer und wird immer sehr schnell korrigiert.... die Frage ist, will man übergewichtet sein in etwas das korrigiert wird. Die Idee von passiv war für mich doch auch immer die Idee in alle Richtungen aufgestellt zu sein.

 

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Vango
Posted · Edited by Vango
vor einer Stunde von cp03525:

Der Markt irrt immer und wird immer sehr schnell korrigiert.... die Frage ist, will man übergewichtet sein in etwas das korrigiert wird. Die Idee von passiv war für mich doch auch immer die Idee in alle Richtungen aufgestellt zu sein.

Du wirst aber nie wissen können wann irgendetwas "korrigiert". Und Tech hat dir nunmal die meiste Performance in den Welt ETF gebracht die letzten Jahre. Wenn ein paar große abschmieren aus den Top 10 im nächsten Jahrzehnt im Sinne von absteigen aus den Top 10 dann macht das auch nix da du die Gewinner von morgen auch schon im Depot haben wirst oder bald im Depot haben wirst und die allgemeine breitgesteuerte Marktrendite als Belohnung bekommen wirst.

 

vor 3 Stunden von cp03525:

Ich glaube du hast da einen anderen verlinkt.  Weist du wie er heißt?

Ja der Link geht nicht so wie ich gedacht habe. Es handelt sich um den iShares Dow Jones Global Titans 50 UCITS ETF (DE) ISIN DE0006289382, WKN 628938

Der ETF zeigt auch ganz gut das es nichts macht wenn im z.b. Msci ACWI die Top 10 eine hohe Gewichtung haben. Der ETF nimmt einfach die größten 50 Aktien Weltweit und läuft auch nicht viel anderes, obwohl man die wieso eh schon extrem großen Large Caps hier fleißig Übergewichtet.

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cp03525
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Habe ihn gefunden:

https://www.justetf.com/en/etf-profile.html?query=DE0006289382&groupField=index&from=search&isin=DE0006289382#overview

...verstehe jemand warum ein ETF bestehend aus 50 Unternehmen TER 0,51 kostet.

 

Kennt jemand eine Seite bei der man ohne Bezahlkonto zwei Charts direkt miteinander vergleichen kann? Würde den Global Titans gerne mal über den MSCI World legen...

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Chips
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vor 2 Stunden von cp03525:

Wenn Amazon die gleiche Personalstärke, den gleichen Umsatz und den gleichen Gewinn hat wie schwächsten 800 Unternehmen im All-World (könnte ganz grob hinkommen) und dann der Vorstand einen verheerenden Fehler macht, dann ist dass so als wenn die Vorstände von 800 Unternehmen in meinem Portfolio Mist gebaut haben....

Nehmen wir mal an, Amazon ist so viel Wert wie die 800 kleineren Unternehmen (nach Marktkapitalisierung). Im All World ETF hätte Amazon und die 800 Unternehmen genau das gleiche Gewicht. Hättest du 100 000€, so wären 2500€ Amazon und 2500€ die 800 kleinen Unternehmen. Nun argumentierst du, dass du den 800 Unternehmen mehr Gewicht geben willst. Weil dadurch das Risiko durch Managementfehler geringer wäre. Ok, aber was hält Amazon auf, sich in 800 kleinere Unternehmen aufzuspalten, wenn es dadurch wertvoller würde? Wollen die Aktionäre von Amazon ihr Eigentum nicht wertvoller machen? Zukäufe, Fusionen oder Abspaltungen sind bei Unternehmen Gang und Gäbe. Und das macht man ja auch, weil man glaubt, dass so der Gewinn in der Summe höher ist als ohne die Aktion. Also scheinst du mehr zu wissen als die Eigentümer von Amazon. 

vor 2 Stunden von cp03525:

Wenn plötzlich irgend eine neue Technologie Computer wie sie Apple oder Microsoft bauen obsolet werden oder niemand mehr Facebook will.... hätte man besser nicht so konzentriert auf eine einzige Branche gesetzt... Der Markt irrt immer und wird immer sehr schnell korrigiert.... die Frage ist, will man übergewichtet sein in etwas das korrigiert wird. Die Idee von passiv war für mich doch auch immer die Idee in alle Richtungen aufgestellt zu sein.

Der Markt irrt, weil die Zukunft unsicher ist. Es kann A oder B eintreten, also wird ein Unternehmen, welches sich auf A fokussiert mit einem bestimmten Wert bewertet. Kommt nun ein neues Ereignis, welches den Eintritt von B wahrscheinlicher macht, so sinkt der Wert von dem Unternehmen. Der Wert wird angepasst. In der Hinsicht irrt der Markt, ja. Wenn du nun alles auf B gesetzt hast, dann könntest du sagen, du wärst klüger als der Markt gewesen. Gratulation. Kann aber auch einfach nur Glück sein. 

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Nachdenklich
Posted
Am 13.1.2022 um 15:15 von cp03525:

Beim All-World mit knapp 3800 Aktien ist es noch extremer. Nur die Top 10 zusammen haben ca. 16% Anteil und dies sind alles Firmen mit einem sehr ähnlichen Geschäft.... ein großes Klumpenrisiko.

 

Wie geht ihr damit um? 

Ich habe auch keine wirklich ideale Musterlösung!

 

Aber wenn Du wissen willst, wie ich damit umgehe:  

Ich habe mich von einigen der heiligen Kühe der meisten Teilnehmer im WPF gelöst und mache manches anders.

Damit ist das sicher keine rein passive Anlage mehr. Weiß ich wohl. Was mache ich anders?

 

1.) Ich glaube nicht daran, daß die Marktkapitalisierung der ideale Maßstab für mein Depot ist.

2.) Ich glaube nicht daran, daß das ideale Depot möglichst wenig Positionen haben sollte.

 

Ich versuche durch die Mischung meiner Fonds, die Depotstruktur etwas mehr in Richtung einer Gleichgewichtung zu steuern.

Wenn ein nach der Marktkapitalisierung ausgerichteter Fonds für meinen Geschmack zu stark in den USA investiert ist (ja ich kenne die Argumentation, daß Umsätze ja weltweit gemacht werden {man könnte damit auch in den DAX investieren, denn auch die DAX-Unternehmen machen ihre Umsätze weltweit}, ich halte den USA Anteil dennoch für zu hoch - meine Meinung halt), dann kaufe ich Länderfonds aus anderen Regionen zusätzlich.

Wenn mir der Anteil der hochkapitalisierten Werte zu hoch ist, dann kaufe ich gezielt Fonds dazu, die sich auf kleinere Werte spezialisieren.

 

Aus der Kombination dieser beiden Ansätze entsteht ein Depot mit einer relativ hohen Anzahl an Fonds. Und ich verliere dennoch nicht den Überblick.

 

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Sapine
Posted
vor 16 Minuten von Nachdenklich:

Ich habe auch keine wirklich ideale Musterlösung!

Die Vorgehensweise kommt mir auch recht vertraut vor. Ich behaupte mal die Fallhöhe im Fall der Fälle dürfte niedriger sein als beim Ansatz All World mit der starken Gewichtung der größten Unternehmen. Die Rendite in manchen Jahren bleibt aber auch manchmal hinter dem Markt zurück, da gerade die großen oft besonders stark wachsen, damit muss man leben. Voraussetzung für eine nennen wir es mal Verzettelungsstrategie ist, dass man mindestens so viel von der Zusammenstellung von Fonds versteht, dass man nicht ungewollt größere Klumpenrisiken erzeugt. Ich bedaure es sehr dass es aktuell keinen vernünftigen Equal-Weight-ETF mehr gibt, so etwas wäre auch gut geeignet, das Risiko mehr zu verteilen.  

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Nachdenklich
Posted
vor 1 Minute von Sapine:

Ich bedaure es sehr dass es aktuell keinen vernünftigen Equal-Weight-ETF mehr gibt,

+1

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cp03525
Posted

Als einfachste aber nicht ganz befriedigende Lösung habe ich mir überlegt ein marktkapitalisiertes Portfolio selber zu bauen oder fertig zu kaufen (z.B. 70% All-World 30% Tagesgeld oder eine Vanguard Lifestrategy) und das Ganze mit einem ARERO (BIP-Gewichtung) "zu verdünnen" ; )

Da beide für sich alleine genommen ein eigenständiges Konzept sind, müsste man zwischen den beiden auch nicht "rebalancen".

Aber gleichzeitig kommt mir das Ganze vor wie ein schmutziges improvisiertes gepantsche.... gibts sicher elegantere Lösungen.

 

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Ramstein
Posted
vor 12 Minuten von Sapine:

 Ich bedaure es sehr dass es aktuell keinen vernünftigen Equal-Weight-ETF mehr gibt, so etwas wäre auch gut geeignet, das Risiko mehr zu verteilen.  

Zumindest für S&P 500 und STOXX Europe 600 gibt es die.

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Sapine
Posted

Ossiam STOXX Europe 600 Equal Weight NR UCITS ETF 1C (EUR) LU0599613147

Xtrackers S&P 500 Equal Weight UCITS ETF 1C IE00BLNMYC90

Invesco S&P 500 Equal Weight UCITS ETF Acc IE00BNGJJT35

 

Leider alle thesaurierend und insofern für mich ungeeignet. 

 

VanEck rühr ich nicht mehr an, nachdem sie kurzerhand den zugrundeliegenden Index ausgetauscht haben. So etwas stört nachhaltig das Vertrauen. Dank dem Tausch/Verschmelzung hat Schwesterchen jetzt einen nachhaltigen ETF im Depot.... :( 

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Nachdenklich
Posted
vor 7 Minuten von Sapine:

Dank dem Tausch/Verschmelzung hat Schwesterchen jetzt einen nachhaltigen ETF im Depot....

Igitt!

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Limit
Posted

Bei Gewichtung nach Marktkapitalisierung oder BIP stört mich, dass dabei größere Firmen, Länder, Regionen usw. höher gewichtet werden. Wenn das Ziel ist die Wirtschaft abzubilden, dann haben diese Methoden sicherlich etwas für sich, aber wenn es darum geht möglichst viel Rendite zu erzielen, dann spielt die Größe doch überhaupt keine Rolle, sondern einzig welche Aktien am schnellsten und höchsten steigen. Wenn ich also keine Meinung dazu habe, ist es doch das sinnvollste alle Aktien gleich zu gewichten. Mir ist bewusst, dass ich dadurch automatisch wieder andere Ungleichgewichtungen erzeuge, wenn z.B. es sehr viel mehr Aktien aus bestimmten Regionen, Ländern oder Sektoren gibt. Das müsste man dann wiederum filtern. Genau abbilden lässt sich das nur mit Einzelaktien, gibt man sich aber mit einer Pi*Daumen Abbildung zufrieden, kann man es aber auch mit einer Kombination verschiedener ETFs hinbekommen. Wegen der höheren Anzahl an ETFs eine Strategie für eher größere Depots, aber man kann ja den Grad der "Gleichmacherei" nach belieben skalieren.

 

 

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