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bmi

Gutes und schlechtes Geld - Auswirkung auf Ökologie, Wirtschaft und Soziales

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Chips
· bearbeitet von Chips
vor 12 Stunden von bmi:

Die Möglichkeit mit Sparplan und anderen Währungen etc. hat nur ein sehr kleiner Teil der Menschheit.

Die Industriestaaten sind aber hier auch mein Fokus. Für El Salavador und Co. lohnt sich so ein Bitcoin natürlich mehr als bei uns.

Zitat

Und meinst du es ist realistisch, dass die Menschheit eine Partei wählt, die das beste Geldsystem abschafft und sich dadurch sogar vom weltweiten Handel ausschließt? Wenn Bitcoinstandard nicht funktioniert, vorstellbar. Wenn der Bitcoinstandard aber zum Wohle aller ist und die erhofften Vorteile bringt, dürfte dein Fallbeispiel nie eintreten. 

Aber heute gibt es ja auch eine große Mehrheit für das aus deiner Sicht schlechtere Geldsystem. Warum sollte es nicht auch wieder zurück gehen? Und könnte ja auch ne andere Kryptowährung oder sonst was sein. Ich gehe aber eben davon aus, dass man es nicht deutlich sehen wird, ob die Welt unter dem Bitcoinstandard besser geworden wäre. Das ist so wie mit den Coronamaßnahmen oder ob das Impfen was bringt. Da gibt es immer auch andere Meinungen. Die Abkehr vom Bitcoinstandard kann man wohl immer relativ vielen Menschen auch schmackhaft machen.

 

Zitat

Ja, für uns Industriestaaten wird es garantiert ein Rückschritt bedeuten. Wirtschaftswachstum wird sicherlich unter einem Bitcoinstandard verringert, Konsum wird geringer, usw. aber genau das ist auch absolut notwendig. Wir (Industriestaaten) konsumieren viel zu viel, stell dir vor die ganze Erdbevölkerung würde gleichermaßen konsumieren. Was bringt mir der hohe Konsum, wenn meine Kinder oder Kindeskinder auf einem unbewohnbaren Planeten großwerden? Oder wenn wir unseren Konsum nur deswegen so ausleben können, weil der Großteil der Menschheit in Armut lebt. 

Ich denke nicht, dass wir zu viel konsumieren, dem Planeten gehts gut. Die Welt kann ja immer entscheiden, ob man die Investition (= weniger Konsum) in Klimaschutz etc. steckt oder nicht.

Zitat

Das aktuelle Wirtschaftssystem würde zusammenbrechen, wenn wir eine Umstellung von Heute auf Morgen machen, Zustimmung. Die enorme Überschuldung der Firmen ist eine Folge des Geldsystems und zeigt doch sehr gut, wie instabil und ungesund unsere Wirtschaft deswegen ist.  Wie die Umstellung aussehen könnte ist bei mir auch noch ein großes Fragezeichen. Hat  @PapaPecunia auch als Kritikpunkt genannt.

Also diese krasse Überschuldung von Unternehmen sehe ich auch nicht. Es ist ganz normal, dass die Kapital von denen nehmen, die zu viel haben und es grad nicht brauchen, während Unternehmen mehr brauchen als sie grad haben. Der Zins steuert das ja. Die Kritik an der aktuellen Zentralbankpolitik ist ja aber eben, dass sie den Marktzins verwässert. Ein höherer Preis oder Zins ist ja ein Signal, auf den Marktteilnehmer reagieren sollen und nichts Schlechtes, was der Staat nun korrigieren muss. Unter dem Bitcoinstandard hätte man dann ja ein Marktgeld. Der Bitcoin würde dezentral gegenüber einen statistischen Warenkorb bewertet und gibt wichtige Signale.

 

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sigmabe
4 hours ago, bmi said:

Ja, das Geldsystem ist wichtiger als Steuersystem, Staatsform, Bildung, etc. da das richtige Geldsystem all das verbessern kann und meiner Meinung nach langfristig auch verbessern wird.

Es ist ja nicht so, dass der Goldstandard nicht seine Chance gehabt hätte, siehst du denn rückblickend die von dir erhofften Verbesserungseffekte in diesen Zeiten?

13 hours ago, bmi said:

Ja, weil sonst keine Kriege hätten finanziert werden können. Ein schlechter Grund in meinen Augen.

Beim Scheitern des Goldstandards sich ausschließlich den Zusammenbruch von Bretton-Woods und dabei ausschließlich auf die Kriegsfinanzierung zu beschränken, scheint mir eine sehr einseitige Betrachtung zu sein.

 

Z.B. in Wiki:Goldstandard#Die_Abkehr_vom_Goldstandard sind wesentliche andere Punkte dargestellt. Was hältst du denn vom Abkehr vom Goldstandard in den 30ern, gerne auch im Bezug auf die Darstellung in

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Graph_charting_income_per_capita_throughout_the_Great_Depression.svg

5 hours ago, bmi said:

Der Mensch hört doch nicht einfach auf zu konsumieren, er braucht nach wie vor Lebensmittel, Kleidung, will ein Smartphone oder sonstige Luxusgüter. Mein Punkt ist der, dass wir den Konsum reduzieren würden und wir zu einem nachhaltigeren Leben angeregt werden.

Mir fehlt noch immerer deine Vorstellung des Ablaufs einer deflationäre Krise, die man in deinem System ja eigentlich ja dauerhaft erleben will. Normalerweise hat man dann eine Deflationsspirale. Einzelne schieben den Konsum auf, entprechende Unternehme gehen insolvent, die Arbeitslosigkeit wächst, weitere müssen wegen der Arbeitslosigkeit ihren Konsum verringern, weitere Insolvenzen etc. Um jetzt mein bisheriges Verständnis deiner Argumente zuzuspitzen: Man würde diesen Prozess als "gut" bezeichnen, schließlich wird ja der Konsum reduziert.

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Euronensammler
· bearbeitet von Euronensammler

Seit Jahrzehnten wird beim Auftauchen physischer Grenzen die Frage nach dem sozialen Gewissen gestellt: Ist Grund-/Landbesitz gerecht? Wasserrechte, Fischfangquoten, Schürfrechte, verfügbarer Wohnraum, etc.

Immer wenn begrenzte Ressourcen knapper werden, kommte es zu Unfrieden.

Und jetzt soll die begrenzte Ressource Bitcoin die neue Religion des Menschheitsrettung sein und wir tanzen alle um dieses goldene Kalb herum?

 

Ich behaupte: Wenn die Staaten die Macht über das Geld verlieren, wird es noch mehr Hauen und Stechen durch übermächtige Konzerne, Mafia, Populisten, Separatisten, Clans, religiöse Fanatiker und weltlichen Gutmenschen geben.

Dann ist der Bitcoin das Machtinstrument derer, die es sich aneignen können.

 

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ImperatoM
· bearbeitet von ImperatoM
vor 9 Stunden von bmi:

siehst du die extreme Verschuldung und Überschuldung von Unternehmen und Staaten, die eine klare Folge der lockeren Geldpolitik sind, als positiv für Ökologie und Wirtschaft?

 

Ich argumentiere rein ökonomisch, was ökologisch gut ist, sollen andere beurteilen. Dafür ist es auch das falsche Forum. (Nein, damit negiere ich nicht die Bedeutung ökologischen Wirtschaftens.)

 

Nicht Überschuldung ist etwas ökonomisch gutes (das ist aber auch wirklich trivial), tragfähige Schulden sind sowohl systemisch als auch betriebswirtschaftlich gedacht aber ausgezeichnet! Ferner ist eine Überschuldung von Staaten und einzelnen Unternehmen deutlich unproblematischer als man als Laie meinen könnte.

 

Hast Du Dich mit dem Wirtschaftskreislauf mittlerweile beschäftigt? Dann müsste es mehr als klar sein. Alternativ mal eine historische Betrachtung:

Im Mittelalter galt im Christentum wie auch im Islam ein Zinsverbot, beide Regionen krebsten ziemlich vor sich hin. Dass Europa etwa ab dem 16. Jahrhundert (noch VOR der Aufklärung, die auch erst in der Folge aufkommt) plötzlich anfängt, sich wirtschaftlich wesentlich besser zu entwickeln als der arabische Raum hat ganz wesentlich mit der Erlaubnis von Zinsen und der damit einhergehenden Bankkreditentwicklung zu tun, die zuerst in England und Norditalien eine ökonomische Flamme entfacht, die später bis zur industriellen Revolution und der heutigen wirtschaftlciehn Stärke führte. Nur durch Zinsen und das Verleihen und damit Aktivieren fast des gesamten volkswirtschaftlichen Geldflusses führte zu einer Neuallokation, in der Wirtschaftswachstum entstehen konnte.

 

Sorry, dass ich das so klar sage, aber wer die gewaltig positiven Effekte von Unternehmensschulden (und in geringerem Maße auch von Staatsschulden) nicht erkennt, hat schlicht keine Ahnung von der Materie. Ist wirklich nicht böse oder persönlich gemeint; aber fachlich sieht das einfach genau so aus.

 

Ich verstehe ja, dass einzelne Vorteile von Bitcoin und Co reizvoll, neu und toll wirken, aber man sollte keine voreiligen Scheinschlüsse ziehen, ohne sich ernsthaft mit Wirtschaftsgeschichte und den theoretischen und praktisch demonstrierten Stärken (!) des heutigen Kapitalismus und seines Geldsystes zu beschäftigen. Viele seiner Schwächen kennen die meisten, aber warum er sich trotz dieser Schwächen als überlegenes System erwiesen hat, das können die wenigsten erklären. Erst wenn man das kann, kann man auch beurteilen, was ein bitcoinbasierendes Geldsystem heiran ändern würde.

 

Ich verabschiede mich glaube ich jetzt aber auch aus dem Thread, das führt kurzfristg hier zu nix weiterem, denke ich. Zunächst müssen ein paar Basics gelernt werden ;)

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Chips
· bearbeitet von Chips
vor einer Stunde von ImperatoM:

Hast Du Dich mit dem Wirtschaftskreislauf mittlerweile beschäftigt? Dann müsste es mehr als klar sein. Alternativ mal eine historische Betrachtung:

Im Mittelalter galt im Christentum wie auch im Islam ein Zinsverbot, beide Regionen krebsten ziemlich vor sich hin. Dass Europa etwa ab dem 16. Jahrhundert (noch VOR der Aufklärung, die auch erst in der Folge aufkommt) plötzlich anfängt, sich wirtschaftlich wesentlich besser zu entwickeln als der arabische Raum hat ganz wesentlich mit der Erlaubnis von Zinsen und der damit einhergehenden Bankkreditentwicklung zu tun, die zuerst in England und Norditalien eine ökonomische Flamme entfacht, die später bis zur industriellen Revolution und der heutigen wirtschaftlciehn Stärke führte. Nur durch Zinsen und das Verleihen und damit Aktivieren fast des gesamten volkswirtschaftlichen Geldflusses führte zu einer Neuallokation, in der Wirtschaftswachstum entstehen konnte.

Also ich halte das unstrittig, dass es Fluss von denen, die etwas haben, es aber nicht unbedingt brauchen zu denen gehen muss, die es brauchen, aber nicht haben. Da geht es ja nicht nur um Unternehmen, sondern auch um den Häuslebauer. Gesteuert wird dieser Mechanismus durch den Zins. Genau hier kommen die einige Kritiker der heutigen Geldpolitik ins Spiel, denn sie sagen, dass es nicht gut sein kann, wenn eine zentrale Instanz diesen Zins steuert. Ich nehme mal schwer an, dass du ein Fan von Marktpreisen bist, die sich dezentral aus Angebot und Nachfrage ergeben. Sie steuern die Produktion, sie zeigen an, wo etwas knapp ist. Knappheit führt zu höheren Preisen, was den Markt dazu veranlasst, daran zu sparen (klar, ist ja teurer) und/oder Alternativen zu benutzen. Oder: Da nun dort die hohen Gewinne und Löhne winken, die Produktion weg von anderen Güter dahin zu verlagern. Wenn es nun aber ums Geld geht, scheint dieser Marktmechanismus nur bedingt hilfreich. The godfather FED und EZB muss nun steuernd und allwissen eingreifen? Ich kann verstehen, wenn man nicht hinreichend eingepreiste externe Kosten (siehe Benzin) versucht besser abzubilden. Aber beim Zins oder Geld?

 

Und ich denke nicht, dass Bitcoinfans gegen Fremdkapital oder Schulden sind. Neben Argumenten wie Mittelmann ausschalten, Schnelligkeit, Usability, Gebühren geht es auch darum, die zentrale Steuern des Zinsens dem Markt zu überlassen. Dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, den Entscheidungen von Milliarden Marktteilnehmern.

 

Ich meine, was wäre, wenn der Staat nun so lange BMW-Aktien kauft, damit der Kurs über 50€ bliebe? Absurd. Beim (ja indirekten) Kauf von Staatsanleihen ist das aber de facto so.

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oktavian
vor 14 Stunden von bmi:

vor allem dein Versuch etwas zu "widerlegen" ist doch fast komplett aus der Deutschen-Bubble raus geschrieben und ignoriert die Möglichkeiten, Umstände, ... der absoluten Mehrheit der Weltbevölkerung.

Es ist umgekehrt so, dass du eher die deutsche Perspektive hast. Problem ist in Entwicklungsländern teils das fehlende Internet/Strom/know-how. Wer z.B. nicht lesen kann, kann auch schwerlich crypto wallets bedienen. Bargeld hingegen ist einfacher handhabbar offline. Auch das Western Union Beispiel zeigt, dass du deren Geschäftsmodell nicht verstehst. Ja, Intellektuelle Menschen mit der entsprechenden Technik können es billiger, aber die brauchst du dann auch auf der Sender und Empfänger Seite.

Nur mal als Frage an dich Experten: Angenommen du hast eine emerging market Währung eines kleineren Landes und möchtest bitcoin kaufen wie läuft der Trade wahrscheinlich ab:

A) Tausch Währung in Bitcoin

B) Tausch Währung in USD und dann USD in Bitcoin

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The Statistician
Am 11.4.2022 um 20:54 von bmi:

Und nun die eigentliche(n) Frage(n), über die ich gerne diskutieren würde:

Gibt es irgendeinen Grund, wieso wir als gesamte Menschheit nicht letzteres Geldsystem unbedingt haben wollen? Vor allem hinsichtlich der positiven Auswirkungen auf Ökologie, Sozialem, usw.? 

Welche Bedenken habt ihr bzw. welche Vorteile seht ihr beim aktuellen Geldsystem bzw. welche Gefahren bei Letzterem?

Fallen die Antworten nicht klar aus, wenn man deine vorherigen Ausführungen für gegeben hinnimmt? 

Am 11.4.2022 um 20:54 von bmi:

- Kaufkraft nimmt durch Produktivitätssteigerung und Innovationen sogar zu

- Konsum wird reduziert, Ressourcenverbrauch sinkt was wiederum gut für die Umwelt ist

- Unternehmen gehen weniger Risiko ein und werden für Fehlinvestments "bestraft" (Fremdkapital ist morgen teurer als heute),

Die Aussagen stehen aus meiner Sicht teils im Widerspruch. Außerdem ist die Reduktion von Konsum doch etwas positiv dargestellt. Damit geht stets eine Reduktion der Wirtschaftsleistung einher und entsprechend dürfte eine Erhöhung der Abreitslosenquote zu erwarten sein. Produktivitätssteigerungen würden das an dieser Stelle sogar noch einmal verstärken. Eine Reduktion von Konsum wäre ja auch zentraler Bestandteil von Degrowth, was zwangsläufig zu stärkeren Verteilungskämpfen führen würde. Für mich klingt das nicht nach einem Vorteil. Deinen Gedanken wieso Innovation merklich zunehmen sollte, wenn zugleich Unternehmen eine höhere Risikoaversion haben, verstehe ich zudem nicht. Innovation benötigt das eingehen von Risiken. Fällt die Hemmschwelle für Risiken größer aus wird es weniger Versuche geben eine neue Innovation zu finden. Wer innovativ sein möchte, muss häufiger auf die Nase fallen können. Aber gerade das würde nach dir weniger häufig der Fall sein. Wie stellst du dir das im Detail entsprechend vor?

Am 11.4.2022 um 20:54 von bmi:

Inflationäres, staatliches, zentralisiertes Geldsystem - Fiat:

- es profitiert derjenige, der das Geld zuerst bekommt (man gewinnt, wenn man Schulden macht) -> Staaten, große Konzerne, Banken, Vermögende, ...

 

Deinflationäres/deflationäres, dezentrales Geldsystem wie z.B. Bitcoin:

- Sparen macht Sinn, langfristiges Denken/Planen wird animiert

Ist das nicht in beiden Fällen identisch, wodurch du es in einem Fall als Nachteil und im anderen als Vorteil interpretierst? Wen Sparen Sinn macht und man durch die Deflation eine positive Realrendite erzielt, so würde auch in diesem Fall derjenige am meisten profitieren, der das Geld zuerst bekommt bzw. "erwirbt". An der Stelle entfällt lediglich der Umweg über gezielte Investitionen und potentiell damit verbundenen Krediten. Woher also die Annahme, dass Vermögende, Konzerne und Co. nicht einfach Geld akkumulieren und horten, während die untersten Einkommensgruppen weiterhin von der Hand in den Mund leben und die Vorzüge des Sparens nicht genießen können, da schlicht nicht möglich? Am Ende passiert das heute doch schon de facto, nur dass heute noch teilweise ausgecasht wird. Du und auch ich haben Bitcoin und das ja nicht aus irgendwelchen altruistischen Gründen, sondern weil man dort u.a. attraktive Renditen sieht. Ein Extrembeispiel für Unternehmen wäre ganz klar MicroStrategy, der den Spaß auf extreme Weise betreibt: Möglichst viel Bitcoin akkumulieren wie nur möglich inkl. der Nutzung von Krediten. In einem positiven Verlauf, den auch du vor Augen hast oder zumindest darauf hoffst, würde ein Micheal Saylor u.a. am meisten davon profitieren. Extreme Bitcoin Maxis, die in Bitcoin die neue Weltwährung sehen, wären nach einem solchen fiktiven Übergang die Vermögenden / Superreichen von morgen. Zugleich will man nicht groß konsumieren und wird in einem solchen Szenario entsprechend mit Ansage den vergänglich erworbenen Bestand weiterhin horten und am meisten davon profitieren können.

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Chips
vor 11 Stunden von oktavian:

Es ist umgekehrt so, dass du eher die deutsche Perspektive hast. Problem ist in Entwicklungsländern teils das fehlende Internet/Strom/know-how. Wer z.B. nicht lesen kann, kann auch schwerlich crypto wallets bedienen. Bargeld hingegen ist einfacher handhabbar offline. Auch das Western Union Beispiel zeigt, dass du deren Geschäftsmodell nicht verstehst. Ja, Intellektuelle Menschen mit der entsprechenden Technik können es billiger, aber die brauchst du dann auch auf der Sender und Empfänger Seite.

Absolut. Man benötigt ein internetfähigen Handy. 

Alle Menschen > Menschen mit internetfähigen Handy > Menschen mit Bankkonto. 

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reko
· bearbeitet von reko
vor einer Stunde von Chips:

Alle Menschen > Menschen mit internetfähigen Handy > Menschen mit Bankkonto

Sicher? Es gibt vermutlich mehr Handys als Bankkonten, das liegt aber daran, dass wir so viel Elektroschrott angesammelt haben.

Jemand der zu wenig hat um sich sein Essen zu kaufen hat wohl kaum Geld für ein Handy und erst recht nicht das Geld für einen Mobilfunkvertrag. In vielen Regionen gibt es kein Netz - weil nichts damit zu verdienen ist. Musk bietet sein Weltraummüll Starlink auch nicht kostenlos an.

 

Warum mobiles Internet in Teilen Afrikas so teuer ist

Wo der Elektroschrott landet

Top 10 microfinance banks in Nigeria

 

In Nigeria hat lt. Statista etwa die Hälfte der Bevölkerung mobiles Internet.

2016/12/10 Continental disconnect - Mobile phones are transforming Africa, where they can get a signal

20161210_MAM972.png

 

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Chips
vor 29 Minuten von reko:

Sicher? Es gibt vermutlich mehr Handys als Bankkonten, das liegt aber daran, dass wir so viel Elektroschrott angesammelt haben.

Jemand der zu wenig hat um sich sein Essen zu kaufen hat wohl kaum Geld für ein Handy und erst recht nicht das Geld für einen Mobilfunkvertrag. In vielen Regionen gibt es kein Netz - weil nichts damit zu verdienen ist. Musk bietet sein Weltraummüll Starlink auch nicht kostenlos an.

Es gibt sicherlich viele Menschen, die kein internetfähigen Handy haben. Denen hilft Bitcoin wenig. Auch der Zugang zu freien Informationen ist da schwer. Wenn man gar nicht lesen kann, noch schwerer. 

 

 

vor 29 Minuten von reko:

Von 20% auf 50% in 5 Jahren ist echt irre. Die Babys und Alten sind ja eingerechnet. Man stelle sich vor, andere Länder legen nur einen halb so schnellen Spurt wie Nigeria hin... 

Zum mobilen Netz: es gibt übrigens auch WLAN. 

 

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reko
· bearbeitet von reko
vor 11 Minuten von Chips:

Zum mobilen Netz: es gibt übrigens auch WLAN. 

Such mal in der Sahara oder im Dschungel einen Hotspot.

Nur mit elektronischen Geld funktioniert die Welt nicht überall. Selbst bei uns wäre es in Krisen (z.B. Blackout) sehr riskant nur elektonisches Geld zu haben.

2022/04/14 Cyberattacke löste beinahe Blackout in der Ukraine aus

 

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odensee
vor 1 Stunde von Chips:

Alle Menschen > Menschen mit internetfähigen Handy > Menschen mit Bankkonto. 

Viele Menschen mit internetfähigem Handy haben kein Bankkonto, weil sie es nicht brauchen. 

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reko
· bearbeitet von reko
vor 4 Minuten von odensee:

Viele Menschen mit internetfähigem Handy haben kein Bankkonto, weil sie es nicht brauchen. 

Bekommt man einen Mobilfunkvertrag ohne Bankkonto?

Bleibt wohl nur Prepaid Aufladung  gegen Fiatbargeld.

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odensee
vor 1 Minute von reko:

Bekommt man einen Mobilfunkvertrag ohne Bankkonto?

Es gibt auch prepaid. :rolleyes: Ich hab noch nie einen Mobilfunkvertrag gehabt. Dann: Kinder, bei denen vom Elternkonto abgebucht wird. Und es soll (Ehe)paare mit nur einem Konto aber zwei Handys geben.

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bmi
· bearbeitet von bmi
vor 23 Stunden von Chips:

Aber heute gibt es ja auch eine große Mehrheit für das aus deiner Sicht schlechtere Geldsystem. Warum sollte es nicht auch wieder zurück gehen? Und könnte ja auch ne andere Kryptowährung oder sonst was sein.

Bisher gab es keine offizielle Alternative zum inflationären Geldsystem, man musste zwangsläufig das schlechte Geldsystem verwenden. Wenn man einmal Tim Hortons-Kaffee getrunken hat, will man nie wieder McDonalds-Kaffee (sofern die Wahl besteht).

vor 23 Stunden von Chips:

Ich gehe aber eben davon aus, dass man es nicht deutlich sehen wird, ob die Welt unter dem Bitcoinstandard besser geworden wäre. Das ist so wie mit den Coronamaßnahmen oder ob das Impfen was bringt. Da gibt es immer auch andere Meinungen. Die Abkehr vom Bitcoinstandard kann man wohl immer relativ vielen Menschen auch schmackhaft machen.

Das stimmt, das würde aber gleichzeitig bedeuten, dass die Alternative dann wiederum von der Mehrheit als positiv gesehen wird und eine weitere Verbesserung für die breite Masse ist. Der Vorteil von Bitcoin wäre eben, dass einzelne Akteure nicht darüber entscheiden können.

vor 22 Stunden von sigmabe:

Es ist ja nicht so, dass der Goldstandard nicht seine Chance gehabt hätte, siehst du denn rückblickend die von dir erhofften Verbesserungseffekte in diesen Zeiten?

vor 22 Stunden von sigmabe:

Beim Scheitern des Goldstandards sich ausschließlich den Zusammenbruch von Bretton-Woods und dabei ausschließlich auf die Kriegsfinanzierung zu beschränken, scheint mir eine sehr einseitige Betrachtung zu sein.

Unter einem Goldstandard konnten Krisen nicht verhindert, aber zeitlich begrenzt werden. Da viele entscheidungstragende Menschen (wie z.B. Politiker, ...) zu kurzfristigem Denken neigen, war das ein Dorn im Auge. Die Finanzierung der Kriege waren die Hauptgründe für die Abkehr (1931 Großbritanien, 1971 USA). 

 

Und das ist ein großer Kritikpunkt am jetzigen Geldsystem: Kurzfristig mag es funktionieren, langfristig verstärkt es jedoch die negativen Effekte. Fiat funktioniert langfristig nicht, das zeigt uns die Geschichte. Bei Bitcoin können keine einzelnen Akteure (Kriegstreiber, Politiker) aufgrund der Dezentralität etwas ändern und einfach mal kurz die Geldmenge erhöhen um eine Krise zu dämpfen oder einen Krieg zu finanzieren.

vor 22 Stunden von sigmabe:

Mir fehlt noch immerer deine Vorstellung des Ablaufs einer deflationäre Krise, die man in deinem System ja eigentlich ja dauerhaft erleben will. Normalerweise hat man dann eine Deflationsspirale. Einzelne schieben den Konsum auf, entprechende Unternehme gehen insolvent, die Arbeitslosigkeit wächst, weitere müssen wegen der Arbeitslosigkeit ihren Konsum verringern, weitere Insolvenzen etc. Um jetzt mein bisheriges Verständnis deiner Argumente zuzuspitzen: Man würde diesen Prozess als "gut" bezeichnen, schließlich wird ja der Konsum reduziert.

Wie gesagt: Bitcoin ist erst einmal nicht deflationär, sondern hat eine feste Geldmenge. Deflation im inflationären System ist völlig anders als unter einer deflationären Währung.

 

Unter einer inflationären Währung heißt Deflation ein Abschwung der Wirtschaft -> Leute kaufen weniger, Unternehmen investieren weniger, Preise fallen, Arbeitsplätze gehen verloren, .... schlecht.

 

Unter einer deflationären Währung steht eine steigende Deflationsrate für Wirtschaftswachstum. Gleiche Geldmenge steht steigender Gütermenge gegenüber, ergo steigende Kaufkraft = steigende Deflation. Ohne steigende Gütermenge / Wirtschaftswachstum / Innovation gibt es bei Bitcoin keine Deflation. Angebot- und Nachfrage werden nicht von einer Zentralbank durch Zinspolitik manipuliert, sondern pendelt sich dort ein, was die Leute wirklich benötigen und bereit sind, Geld auszugeben.

 

Und ja, ich sehe es als positiv, wenn wir in der westlichen Welt unseren Konsum reduzieren, so dass viele viele andere Länder wo Menschen in Armut Leben, ihren Konsum und ergo ihren Lebensstandard erhöhen können und wir gesamtheitlich trotzdem nachhaltig auf dieser Erde leben. Wir (Industriestaaten) konsumieren viel zu viel, stell dir vor die ganze Erdbevölkerung würde gleichermaßen konsumieren. 

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bmi
vor 18 Stunden von Euronensammler:

Ich behaupte: Wenn die Staaten die Macht über das Geld verlieren, wird es noch mehr Hauen und Stechen durch übermächtige Konzerne, Mafia, Populisten, Separatisten, Clans, religiöse Fanatiker und weltlichen Gutmenschen geben.

Dann ist der Bitcoin das Machtinstrument derer, die es sich aneignen können.

Wie verhindern Staaten durch die Macht über Geld das Hauen und Stechen übermächtiger Konzerne, usw.? Bitcoin kann sich keiner aneignen, Bitcoin ist dezentral und kann nicht von einzelnen gesteuert werden, das ist doch genau einer der elementaren Vorteile.

vor 17 Stunden von ImperatoM:

Sorry, dass ich das so klar sage, aber wer die gewaltig positiven Effekte von Unternehmensschulden (und in geringerem Maße auch von Staatsschulden) nicht erkennt, hat schlicht keine Ahnung von der Materie. Ist wirklich nicht böse oder persönlich gemeint; aber fachlich sieht das einfach genau so aus.

Ist mir alles bewusst, ich sehe die Vorteile, ich sehe aber ebenso die Nachteile. Für die heutigen Industriestaaten war das Schuldensystem ein Katalysator und hat ein enormes Wachstum und viel Wohlstand beschert. Wir haben uns quasi Geld geschaffen, für das wir noch keine Zeit und Arbeit geleistet haben. Wir hatten nur das Versprechen, dass wir das irgendwann in der Zukunft wieder ableisten. Aber wie man sieht, geht diese Rechnung nicht auf und die Schulden werden garantiert nie wieder abgebaut. Wenn wir nicht nur uns Industriestaaten sehen, also wir quasi die gesamte Menschheit ansehen, dann wirft das aber einen großen Schatten. Wir können uns diesen Überkonsum und Wohlstand nur daher (langfristig) leisten, da die absolute Mehrheit in Armut lebt und nicht diesen Standard hat.

 

Habe in Beitrag #20 diesen Standpunkt versucht klarzumachen. Und das ist leider ein Aspekt, den du meiner Meinung nach komplett außen vor lässt. Mit der Ukraine zeigen wir gerade viel Solidarität, wir sollten aber auch Solidarität mit all denen haben, die in großer Armut leben und keinen Weg raus finden. Daran sind wir nicht ganz Unschuldig und tragen eine gewisse Verantwortung.

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bmi
vor 13 Stunden von oktavian:

Es ist umgekehrt so, dass du eher die deutsche Perspektive hast. Problem ist in Entwicklungsländern teils das fehlende Internet/Strom/know-how. Wer z.B. nicht lesen kann, kann auch schwerlich crypto wallets bedienen. Bargeld hingegen ist einfacher handhabbar offline. Auch das Western Union Beispiel zeigt, dass du deren Geschäftsmodell nicht verstehst. Ja, Intellektuelle Menschen mit der entsprechenden Technik können es billiger, aber die brauchst du dann auch auf der Sender und Empfänger Seite.

Du solltest dich mal mit dem Teufelskreis der Armut beschäftigen. Die fehlende Möglichkeit Geld zu speichern und ergo Geldmangel ist Ursache und Folge der Armut zugleich (ergo die von dir angesprochenen Probleme bzgl. Bildung, etc.). Das Geldsystem ist das 1. Zahnrad im Armuts-Kreislauf. Kein Ersparnis -> keine Möglichkeit zu investieren -> kein Wachstum und keine vermehrte Produktion -> Einkommen bleibt gering -> Sparen unmöglich. Ich denke an dem Spruch "fix the money, fix the world" ist mehr dran, als die meisten erst einmal vermuten. 

vor einer Stunde von reko:

Nur mit elektronischen Geld funktioniert die Welt nicht überall. Selbst bei uns wäre es in Krisen (z.B. Blackout) sehr riskant nur elektonisches Geld zu haben.

2022/04/14 Cyberattacke löste beinahe Blackout in der Ukraine aus

Was bringt dir Bargeld, wenn die Kasse im Supermarkt nicht funktioniert? Oder wenn du dein Auto nicht mehr an der Tankstelle tanken kannst und zum Einkaufen kommst?  Oder wenn der Bauer seine Kühe nicht mehr mit Wasser versorgen kann bzw. der Melkroboter nicht mehr funktioniert? Also die Kritik ist definitiv berechtigt, aber ich denke, dass wir hier generell eine bessere und stabilere Lösung brauchen. Die Welt wird digitaler, ob mit Bitcoin oder ohne. Es muss also in Zukunft Lösungen geben, die trotz eines großen Blackouts o.ä. funktionieren bzw. eine Alternative bieten (beim Internet siehe z.B. Starlink).

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bmi
· bearbeitet von bmi
vor 14 Stunden von The Statistician:

 Deinen Gedanken wieso Innovation merklich zunehmen sollte, wenn zugleich Unternehmen eine höhere Risikoaversion haben, verstehe ich zudem nicht. Innovation benötigt das eingehen von Risiken. Fällt die Hemmschwelle für Risiken größer aus wird es weniger Versuche geben eine neue Innovation zu finden. Wer innovativ sein möchte, muss häufiger auf die Nase fallen können. Aber gerade das würde nach dir weniger häufig der Fall sein. Wie stellst du dir das im Detail entsprechend vor?

Das habe ich vermutlich etwas missverständlich geschrieben. Bitcoin würde Innovationen nicht verbessern oder beschleunigen. Gemeint war, dass Bitcoin erst einmal weder inflationär noch deflationär wäre. Es hat eine fixe Geldmenge die einer gewissen Wirtschaft/Gütermenge gegenübersteht. Wenn nun aber die Gütermenge steigt etc., würde Bitcoin einen deflationären Charakter bekommen. Also Innovation/Wirtschaftswachstum macht Bitcoin aufgrund der fixen Geldmenge deflationär. 

 

Und ja, dein Punkt dürfte stimmen, Innovation würde sich definitiv verlangsamen. Sehe ich aber auch nicht unbedingt als negativ an, eher positiv. Die Menschheit hat in der Vergangenheit auch mit einem langsameren Wachstum funktioniert, möglicherweise in der Summe sogar besser (wenn ich mir die zunehmende Burn-Out-Rate und psychischen Krankheiten anschaue). Was denkst du?

vor 14 Stunden von The Statistician:
Am 11.4.2022 um 20:54 von bmi:

Inflationäres, staatliches, zentralisiertes Geldsystem - Fiat:

- es profitiert derjenige, der das Geld zuerst bekommt (man gewinnt, wenn man Schulden macht) -> Staaten, große Konzerne, Banken, Vermögende, ...

 

Deinflationäres/deflationäres, dezentrales Geldsystem wie z.B. Bitcoin:

- Sparen macht Sinn, langfristiges Denken/Planen wird animiert

Ist das nicht in beiden Fällen identisch, wodurch du es in einem Fall als Nachteil und im anderen als Vorteil interpretierst? Wen Sparen Sinn macht und man durch die Deflation eine positive Realrendite erzielt, so würde auch in diesem Fall derjenige am meisten profitieren, der das Geld zuerst bekommt bzw. "erwirbt". An der Stelle entfällt lediglich der Umweg über gezielte Investitionen und potentiell damit verbundenen Krediten. Woher also die Annahme, dass Vermögende, Konzerne und Co. nicht einfach Geld akkumulieren und horten, während die untersten Einkommensgruppen weiterhin von der Hand in den Mund leben und die Vorzüge des Sparens nicht genießen können, da schlicht nicht möglich? Am Ende passiert das heute doch schon de facto, nur dass heute noch teilweise ausgecasht wird. 

Heute kann ich als Vermögender mein Vermögen durch Kredite hebeln. Kredite sind neues Geld und jeder Kredit entwertet das Gesparte aller anderen. Ganz vereinfacht kann man also sagen: Wenn ich also als Vermögender einen Kredit aufnehme, steigere ich mein Vermögen und entwerte das Vermögen aller anderen. Bei Bitcoin wäre das nicht so. Jeder hat eine fixe Menge vom Gesamten und wenn die Kaufkraft durch Deflation steigt, profitiert jeder gleichermaßen. Fremdkapital ist immer bestehendes Vermögen der anderen und kein neues Geld. Ich als kleiner Bitcoin-Hodler profitiere also durch die mögliche Deflation genau so wie der große Bitcoin-Hodler.

 

Und ja, du hast Recht, je früher man in Bitcoin einsteigt, desto mehr profitiert man davon. Satoshi hat durch das Halving diesen Zeitraum auf circa 130 Jahre ausgelegt, also in ~120 Jahren kommt voraussichtlich der letzte "neue" Bitcoin auf den Markt.

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oktavian
vor 40 Minuten von bmi:

Die fehlende Möglichkeit Geld zu speichern und ergo Geldmangel ist Ursache und Folge der Armut zugleich (ergo die von dir angesprochenen Probleme bzgl. Bildung, etc.). Das Geldsystem ist das 1. Zahnrad im Armuts-Kreislauf. Kein Ersparnis -> keine Möglichkeit zu investieren -> kein Wachstum und keine vermehrte Produktion -> Einkommen bleibt gering -> Sparen unmöglich. Ich denke an dem Spruch "fix the money, fix the world" ist mehr dran, als die meisten erst einmal vermuten. 

mobile banking / fintech können da mehr bringen, als dass die Leute 100% in cryptos stecken. Lese dich mal in Mikrokredite ein in Kombination mit Fiatwährung ein (kein Allheilmittel), welche dann investieren ermöglichen könnten. Was ich noch gerne hätte wären Mikro-Versicherungen auf z.B. Ernteausfälle. Leider sind die Verwaltungskosten sehr hoch. Ich glaube da kann der technische Fortschritt was bringen.

 

Ich verstehe nicht, was bitcoin in deinem Kreislauf verbessern würde. Wie soll denn das Geldsystem z.B. Kleinbauern vor Diebstahl/Naturkatastrophen/Krankheit schützen? Auch Unterdrückten wie den Uiguren wird es nicht helfen: Die müssen ihre Handys vorzeigen und der Staat liest die Nachrichten und alles. Vielleicht hast du ein konkretes Beispiel?

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Chips
vor 1 Stunde von reko:

Such mal in der Sahara oder im Dschungel einen Hotspot.

Ja ich weiß. Und wenn sich zwei analphabetische Nomaden in Mitten der Wüste Gobi treffen, dann können die ihren Tausch nicht in Bitcoin machen.

vor 1 Stunde von reko:

Nur mit elektronischen Geld funktioniert die Welt nicht überall. Selbst bei uns wäre es in Krisen (z.B. Blackout) sehr riskant nur elektonisches Geld zu haben.

2022/04/14 Cyberattacke löste beinahe Blackout in der Ukraine aus

Ich glaube, es wäre so ziemlich alles riskant bei uns, wenn das Internet (länger) ausfällt.

vor 1 Stunde von odensee:

Viele Menschen mit internetfähigem Handy haben kein Bankkonto, weil sie es nicht brauchen. 

Ja möglich. Ich denke, als junger Afrikaner wirst du aber auch ein Handy haben wollen und womöglich auch zum Bezahlen nutzen wollen. Wenn man aber tatsächlich längerfristig (>5-10 Jahre) etwas Geld ansparen will, ist das weniger trivial. Wie macht man das ohne Bankkonto?

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Chips
vor 1 Stunde von bmi:

Bisher gab es keine offizielle Alternative zum inflationären Geldsystem, man musste zwangsläufig das schlechte Geldsystem verwenden. Wenn man einmal Tim Hortons-Kaffee getrunken hat, will man nie wieder McDonalds-Kaffee (sofern die Wahl besteht).

Das stimmt, das würde aber gleichzeitig bedeuten, dass die Alternative dann wiederum von der Mehrheit als positiv gesehen wird und eine weitere Verbesserung für die breite Masse ist. Der Vorteil von Bitcoin wäre eben, dass einzelne Akteure nicht darüber entscheiden können.

Naja, wenn es unter dem Bitcoinstandard zu einer Krise irgendeiner Art käme, könnte man die Verknüpfung ja zu Bitcoin herstellen. Das gehört nicht nur zum Stanardrepertoire eines jeden Politikers. Im Endeffekt sind Anhänger eines Bitcoinstandards ja in einer Art Opposition und die können erstmal viel kritisieren und versprechen. Sollte der Bitcoinstandard dann kommen, während wiederum die Gegner in der Position Kritik zu üben und Versprechungen zu machen.

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oktavian
vor 18 Minuten von Chips:

Wenn man aber tatsächlich längerfristig (>5-10 Jahre) etwas Geld ansparen will, ist das weniger trivial. Wie macht man das ohne Bankkonto?

z.B. Vieh kaufen/ bei Leuten im Dorf investieren etc. Da gibt es keine Standardlösung. In DE sind wir da gleichförmiger mit doppeltem Boden (Einlagensicherung), aber auch nur nominal vor Steuern.

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bmi
· bearbeitet von bmi
vor 6 Stunden von oktavian:

mobile banking / fintech können da mehr bringen, als dass die Leute 100% in cryptos stecken. Lese dich mal in Mikrokredite ein in Kombination mit Fiatwährung ein (kein Allheilmittel), welche dann investieren ermöglichen könnten. Was ich noch gerne hätte wären Mikro-Versicherungen auf z.B. Ernteausfälle. Leider sind die Verwaltungskosten sehr hoch. Ich glaube da kann der technische Fortschritt was bringen.

Mikrokredite sind mir bereits bekannt, habe ich auch schon irgendwo in mindestens einer anderen Diskussion erwähnt. Die Thematik habe ich im ersten Beitrag unter dem Begriff "Finanzielle Inklusion" erwähnt:

Am 11.4.2022 um 20:54 von bmi:

- Finanzielle Inklusion = Entwicklungsländer haben oft keinen Zugang zu Bankkonten und Fremdkapital

Finanzielle Inklusion = Kleinunternehmer und so bekommen Zugang zu Mikrokrediten und Finanzdienstleistungen. Leider wird auch das zu oft von den Dienstleistern missbraucht und die Kleinunternehmer bekommen nicht wie ursprünglich angedacht einen "fairen" Zugang. Als "Hilfe" garniert wird daraus dann am Ende oft nur ein weiteres großes Geschäftsfeld und bewirkt genau das Gegenteil (verstärkt die Armut).

vor 6 Stunden von oktavian:

Ich verstehe nicht, was bitcoin in deinem Kreislauf verbessern würde. Wie soll denn das Geldsystem z.B. Kleinbauern vor Diebstahl/Naturkatastrophen/Krankheit schützen? Auch Unterdrückten wie den Uiguren wird es nicht helfen: Die müssen ihre Handys vorzeigen und der Staat liest die Nachrichten und alles. Vielleicht hast du ein konkretes Beispiel?

Der Kreislauf wird dahingehend verbessert, dass jeder zunächst einmal ein "Bankkonto" und somit die Möglichkeit zu sparen hat. Unabhängig von Herkunft, politischer Orientierung, Vermögen, .... Durch den Wettbewerb (da nun wirklich JEDER Geld an JEDEN nahezu gebührenfrei innerhalb weniger Millisekunden senden kann) gehe ich außerdem auch davon aus, dass Firmen wie Mastercard/Visa/... (teilweise als Stiftung getarnt) - die bisher den Markt dominieren - bessere Konditionen anbieten müssen. Hier und hier Artikel die vielleicht ganz interessant dazu sind.

 

Diebstahl, Naturkatastrophen und Krankheit werden natürlich nicht beseitigt, hier vielleicht nochmal das aus Beitrag #20: "Und es wäre naiv zu denken, dass Bitcoin der Messias ist und alle monetären Probleme lösen wird. Das Einzige was Bitcoin möglicherweise bieten kann ist eine stabile, faire, manipulationsfreie Basis für eins der wichtigsten Dinge der Menschheit und dadurch vieles zum Guten ändern kann, weil falsche/schädliche Entscheidungen einzelner Personen/Gruppen aufgrund der Dezentralität enorm reduziert bis unmöglich werden und Bitcoin die richtigen Anreize setzt.". 

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bmi
vor 3 Stunden von Chips:

Naja, wenn es unter dem Bitcoinstandard zu einer Krise irgendeiner Art käme, könnte man die Verknüpfung ja zu Bitcoin herstellen. Das gehört nicht nur zum Stanardrepertoire eines jeden Politikers. Im Endeffekt sind Anhänger eines Bitcoinstandards ja in einer Art Opposition und die können erstmal viel kritisieren und versprechen. Sollte der Bitcoinstandard dann kommen, während wiederum die Gegner in der Position Kritik zu üben und Versprechungen zu machen.

Ja, stimmt schon, das könnte so kommen. Krisen könnten bei Bitcoin durch Gelddrucken nicht mehr so gedämpft werden, die Auswirkungen wären daher möglicherweise stärker aber dafür kürzer. Aber ob das Verständnis dann bei jedem vorhanden ist - keine Ahnung. 

 

Ich denke, dass einige Krisen erst gar nicht mehr zustanden kommen würden, wie z.B. Dotcom 2001 und Weltfinanzkrise 2008. Der Markt wäre insgesamt ehrlicher. Aber eine Pandemie würde vielleicht erst einmal härter durchschlagen. Ist natürlich extrem schwer hier etwas zu prognostizieren. Ich nehme meiner Theorie zufolge jedoch an, dass die Wirtschaft mit Bitcoin als Weltwährung insgesamt gesünder und nachhaltiger wäre (keine Zombiefirmen mehr) die bei jeder Krise gerettet werden müssen. Wer schlecht wirtschaftet oder Schrottprodukte auf den Markt bringt, wird wieder aussortiert. Unter Bitcon gäbe es kein Bailout mehr und Firmen wissen das und wirtschaften wahrscheinlich von vorne herein nachhaltiger. Heutzutage werden die Probleme durch Gelddrucken in die Zukunft geschoben in der Hoffnung, dass sich das irgendwie wieder von selbst löst oder man Lösungen findet. 

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The Statistician
vor 38 Minuten von bmi:

Das habe ich vermutlich etwas missverständlich geschrieben. Bitcoin würde Innovationen nicht verbessern oder beschleunigen. Gemeint war, dass Bitcoin erst einmal weder inflationär noch deflationär wäre. Es hat eine fixe Geldmenge die einer gewissen Wirtschaft/Gütermenge gegenübersteht. Wenn nun aber die Gütermenge steigt etc., würde Bitcoin einen deflationären Charakter bekommen. Also Innovation/Wirtschaftswachstum macht Bitcoin aufgrund der fixen Geldmenge deflationär. 

Dann kann es nicht zu einer Reduktion des Konsums kommen, was eine deiner zentralen Annahmen wäre. Ein Anstieg der Gütermenge setzt einen Anstieg des Konsums voraus. Die Notwendigkeit von Konsum im inflationären System wäre auch in deinem deflationären System eine notwendige Komponente. Oder wie stellst du dir einen Anstieg der Gütermenge vor, wenn der Konsum zugleich fallen soll und generell eine geringere Rolle spielen sollte?

vor 2 Minuten von bmi:

Die Menschheit hat in der Vergangenheit auch mit einem langsameren Wachstum funktioniert, möglicherweise in der Summe sogar besser (wenn ich mir die zunehmende Burn-Out-Rate und psychischen Krankheiten anschaue). Was denkst du?

Was bedeutet für dich "funktioniert" in diesem Kontext? Die Lebensqualität ist heute wesentlich besser als zu früheren Zeiten. Menschenrechte haben sich gebessert, Effizienz ist merklich angestiegen, Arbeitsteilung ist angestiegen, Sozialsysteme sind in nahezu allen westlichen Ländern in einer sehr ansprechenden Ausprägung vorhanden, Gesundheitsversorgung ist merklich angestiegen, Anzahl der Kriege in den westlichen Industriestaaten sind de facto nicht mehr existent und der Zugang zu Bildung hat sich merklich verbessert. Das was wir heute in den meisten westlichen Ländern haben, würden die meisten Menschen im Mittelalter als Utopie bezeichnet haben. In Summe wirkt der heutige Stand, trotz existierender Probleme, merklich attraktiver als zu Zeiten vor der Industrialisierung (als sehr grober Cut). Oder mal zurückgefragt: Was hat vor der Industrialisierung aus deiner Sicht besser funktioniert als heute und wieso sollten diese Aspekte die heutigen Vorteile überwiegen? Psychische Krankheiten sind zudem erst seit jüngster Zeit wirklich akzeptiert und Burnout speziell noch gar nicht mal so lange bekannt. Noch im 20. Jahrhundert und selbst heute noch wird das Thema gerne gemieden oder gar nicht erst akzeptiert/toleriert. Das Thema bietet daher keinen sinnvollen Vergleichsmaßstab, wenn man zahlreiche Dekaden oder gar ein paar Jahrhunderte zurückblicken möchte. 

vor einer Stunde von bmi:

Heute kann ich als Vermögender mein Vermögen durch Kredite hebeln. Kredite sind neues Geld und jeder Kredit entwertet das Gesparte aller anderen. Ganz vereinfacht kann man also sagen: Wenn ich also als Vermögender einen Kredit aufnehme, steigere ich mein Vermögen und entwerte das Vermögen aller anderen. Bei Bitcoin wäre das nicht so. Jeder hat eine fixe Menge vom Gesamten und wenn die Kaufkraft durch Deflation steigt, profitiert jeder gleichermaßen. Fremdkapital ist immer bestehendes Vermögen der anderen und kein neues Geld. Ich als kleiner Bitcoin-Hodler profitiere also durch die mögliche Deflation genau so wie der große Bitcoin-Hodler.

Wenn du einen Kredit aufnimmst, bleibt dein Nettovermögen unverändert. Eine Entwertung in Form von Inflation beträfe zudem nur das Geldvermögen, nicht jedoch das Sachvermögen. Wie bereits geschrieben, es entfällt lediglich der Umweg von Investitionen. Wer heute Geld hat, kann dieses in Sachwerte investieren und kann die Inflation mehr als gut kompensieren. Diese Möglichkeit ist denen vorbehalten, die sparen können und dadurch erst in der Lage sind Investitionen zu tätigen. Beträfe demnach die selben Personen, die von einer Deflation profitieren könnten. Menschen am unteren Einkommensrand profitieren in beiden Fällen nicht. Das Kernproblem besteht bei vielen doch eher darin, dass man Geld anspart und dieses sehenden Auges entwerten lässt.

 

Zudem sollten Kredite aus deiner Sicht scheinbar grundlegend nicht existieren? Sehe ich kritisch und dürfte den Konsum merklich reduzieren. Notwendige Investitionen sowie Reparaturen müssen zunächst angespart werden, wenn nicht ausreichend Kapital vorhanden ist. Das ist dann problematisch, wenn die Investitionen oder Reparaturen erforderlich sind um überhaupt erst (weiterhin) Einnahmen generieren zu können. Dahingehend dann auch die zentrale Frage: Was passiert, wenn Kapital durch Kriege, Naturkatastrophen o.Ä. (gezielt) vernichtet wird? Die Nachfrage nach frischen Kapital würde ansteigen, könnte aber mangels Krediten nicht bedient werden. Pech des Lebens und weiter? Stelle ich mir schwierig vor und bietet eine menge sozialen Sprengstoff.

Von den theoretischen Gedankengängen abgesehen halte ich es für grundlegend illusorisch, dass es Kredite unter Bitcoin nicht geben wird. Man wird das Bedürfnis nach Fremdkapital befriedigen, dafür benötigt es keine Notenbanken oder Staaten. Ein Blick auf die Entwicklung von DeFi reicht doch schon vollkommen aus um festzustellen, dass Kredite nicht aus der Welt verschwinden werden. Das Bedürfnis wird gestillt werden und man wird sich entsprechende Lösungen einfallen lassen um das nachhaltig zu befriedigen. 

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