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Peter23

Finanzielle Unabhängigkeit - SoRR reduzieren durch Kreditaufnahme mit short Box-Spread

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Peter23
· bearbeitet von Peter23

Liebe Freunde der finanziellen Unabhängigkeit,

 

ich lagere die folgende Überlegungen mal aus dem Hauptthread zur finanziellen Unabhängigkeit aus. Lest aber gerne dort nach, um die Hintergründe zu kennen:

Am 29.5.2026 um 22:03 von Peter23:

Strategie könnte ungefähr so aussehen: Man wählt eine Entnahme, die eine natürliche Dynamik enthält, mit der man nie Pleite gehen kann (z.b. immer 4% vom dann jeweils aktuellen Portfoliowert). Geht der Bedarf darüber hinaus, nimmt man den Rest auf Kredit auf.

vor 3 Stunden von Peter23:

Die Idee nochmal kurz zusammengefasst: Man versucht bei hohen Verlusten möglichst viel in Aktien zu halten durch sehr moderate Kreditaufnahme (z.B. 4% Entnahme nach 50% Verlust entspricht 2% - sprich: Es fehlt nur 1% des ursprünglichen Portfolios zum Bedarf (SWR 3%), d.h. 2% des aktuellen Wertes , was man als Kredit aufnimmt), bei hohen Gewinnen schichtet man (auch sehr moderat) in Richtung Bundesanleihen um.

 

Die Entnahme wird also daran ausgerichtet, was nachhaltig entnommen werden kann und nicht was der Bedarf ist. (Trotzdem sollte das Portfolio natürlich groß genug sein für den Bedarf) Ich halte 4% schon alleine deswegen für eine nachhaltige Entnahme, weil die historische Ausschüttungsrendite vom MSCI World High Dividend Yield auch in dieser Größenordnung liegt, aber wie gesagt man kann es auch niedriger ansetzen.

Mein Setup:

- Vermögen: 1 Mio

- Bedarf: 30.000 Euro Netto (nach Steuern vor Krankenkasse) + Inflationsanpassung

- Entnahme: 4% vom aktuellen Portfoliowert

- Bei Unterdeckung des Bedarfs wird über Short-Box-Spread quasi ein Kredit auf dem Optionsmarkt aufgenommen (Portfolio dient als Sicherheit, maximale Beleihung bei MSCI World 60%, zur Sicherheit lasse ich nur 30% zu, Zinsen = 1jährige Bundesanleihen + Spread von 1%)

- Bei Überdeckung des Bedarf wird über Long-Box-Spread (oder Direktanlage in 1jährige Bundesanleihen) die Überdeckung angelegt (diesen Teil kann man auch weglassen, wenn man die zusätzliche Sicherheit nicht möchte) oder (falls bereits vorhanden) der Kredit zurückgezahlt
- Wegen einem Bundesverfassungsurteil ist spätestens seit 01.01.2026 der implizite Zins (Verlust aus Optionshandel) von der Steuer absetzbar (reduziert also z.B. die Vorabpauschale oder Realisierung von ETF-Gewinnen)

 

Benchmark Setup:
- Vermögen und Bedarf identisch

- Entnahme: gemäß Bedarf (also 3% SWR - netto)

 

Zur Transparenz werde ich die Rechnung mit dem Excel von @finisher durchführen, was ja dem ein oder andern schon bekannt ist:


Ich nehme dafür erstmal den Zeitraum von den letzten 30 Jahren.

 

Basisszenario:
Anschließend rechne erstmal auf dem historischen Daten, was bei den beiden Varianten rauskommt. Hierbei sollte mein Setup viel schlechter abschneiden, weil auf Basis des positiven Verlaufs die zu hohe Entnahme tlws. in Bundesanleihen angelegt wird, was Rendite kostet

 

Szenariopaket 1:

Hier tausche ich so lange die schlechtesten Jahre nach vorne (SoRR wird dann besonders relevant) bis man in einer der beiden Varianten Pleite ist. Dann weiter um zu sehen, wieviel die andere Variante überlebt.

 

Szenariopaket 2:

Erst drei gute Jahre (wie historisch) und dann wieder so lange die schlechtesten nach vorne tauschen bis man in einer der beiden Varianten Pleite ist. Dann weiter um zu sehen, wieviel die andere Variante überlebt.

 

Solange ich daran arbeite könnt ihr gerne das Setup diskutieren (:)) und/oder Wünsche äußern wie ich das relevante Szenario umgestalten könnte. Schickt mir auch gerne Alternativszenarien. Es müsste allerdings möglichst Aktienrenditen, 1jahres Bundesanleihensatz, 15jähriger Bundesanleihensatz (oder direkt Basiszins) und Inflation enthalten (oder zumindest Annahmen für alle 4)

 

Ergebnisse werden hier ergänzt...

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mem

Interessant wäre der Vergleich, wenn du gleich am Anfang den Kredit über Box-Spread aufnimmst und damit gehebelt anlegst, anstatt auf den Drawdown zu warten. 

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RoterZoro
vor einer Stunde von mem:

Interessant wäre der Vergleich, wenn du gleich am Anfang den Kredit über Box-Spread aufnimmst und damit gehebelt anlegst, anstatt auf den Drawdown zu warten. 

das ist doch der eigentliche Punkt... Man kann sein Depot jederzeit moderat Hebeln.

Oder eben nicht, Weil einem bewusst ist, dass man damit sein Risiko erhöht.

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hattifnatt
vor 12 Minuten von RoterZoro:

das ist doch der eigentliche Punkt... Man kann sein Depot jederzeit moderat Hebeln.

Oder eben nicht, Weil einem bewusst ist, dass man damit sein Risiko erhöht.

Sehe ich ähnlich - aus dem Grund reduziert man z.B. auch bei gehebelten Strategien wie dem "Life Cycle Investing"

https://www.wertpapier-forum.de/topic/61969-life-cycle-investing-and-leverage-buying-stock-on-margin/

den Aktienhebel (auf < 1), je näher man dem Pensionsalter (Entnahmephase) kommt.

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dev

Die Frage ist auch, bekommt man in einem Tief einen Kredit?

 

Ich kann mich noch erinnern, das man um das Hoch 2000 einen Lombard stark beworben hatte und dann im Tief 2003/4 dieser gekündigt wurde.

 

Also genau das Gegenteil vom, was du erreichen willst.

 

Wenn ich mich korrekt erinnere, haben hier im WPF einige die letzten Crashs per Hebel nutzen können, also ein V-Crash ist scheinbar kein Problem.

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Limit

Es geht ja um einen Short Box-Spread. Das ist kein klassischer Kredit. Du hast eine feste Laufzeit ohne vorzeitige Kündiungsmöglichkeit seitens der "Kreditgeber" (bei Optionen europäischer Art). Solange der Optionshandel weiterhin möglich ist, kannst du auch in sehr volatilen Zeiten deinen Box-Spread erneuern/verlängern.

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Peter23
vor 2 Stunden von mem:

Interessant wäre der Vergleich, wenn du gleich am Anfang den Kredit über Box-Spread aufnimmst und damit gehebelt anlegst, anstatt auf den Drawdown zu warten. 

Das wäre für das Ziel kontraproduktiv. Es geht ja gerade um das Problem, dass man am Anfang relativ viel in Aktien hat, was durch festen (sogar steigenden) Entnahmebedarf deutlich weniger wird. Deswegen gibt es ein SoRR. 

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Peter23
vor einer Stunde von hattifnatt:

Sehe ich ähnlich - aus dem Grund reduziert man z.B. auch bei gehebelten Strategien wie dem "Life Cycle Investing"

https://www.wertpapier-forum.de/topic/61969-life-cycle-investing-and-leverage-buying-stock-on-margin/

den Aktienhebel (auf < 1), je näher man dem Pensionsalter (Entnahmephase) kommt.

Genau daraus ist meine Idee abgleitet. Genauso wie man beim lifecycle Investing den Hebel am Anfang hoch wählen sollte und dann immer niedriger, weil man kurz vor Rente am meisten im Portfolio hat, ist hier auch die Idee dass man ggf. später wenn weniger im Portfolio ist (nach Entnahme) den Hebel höher wählt. Unterschied ist, dass es nur bei Verlusten wirklich notwendig. Das geht beim lifecycle Investing so nicht, weil man vorher nicht wissen kann, ob später ein hoher Verlust kommen wird, wenn das Portfolio groß ist. In der Entnahmephase weiß man das aber dann schon und kann die Vorgehensweise wählen, in der man nur dann den Hebel erhöht. Alternativ könnte man auch stumpf den Hebel über die Zeit immer höher wählen, was aber nach Gewinnjahren am Anfang einfach nicht nötig wäre.

Den Hebel über die Entnahmezeit zu erhöhen, wird zB auch hier empfohlen (wobei hier aber auch Hebel grundsätzlich kleiner 1):

 

Hier wird auch vom V-Pfad gesprochen. Damit ist gemeint, dass die Aktienquote beim Sparstart besonders hoch sein sollte, beim Entnahmebeginn niedrig und dann später wieder höher.

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Saek
1 hour ago, Limit said:

Es geht ja um einen Short Box-Spread. Das ist kein klassischer Kredit. Du hast eine feste Laufzeit ohne vorzeitige Kündiungsmöglichkeit seitens der "Kreditgeber" (bei Optionen europäischer Art).

Es setzt aber einen Wertpapierkredit voraus (zumindest bei IBKR), schließlich hat man ein Asset mir negativem Wert und erhöhte Margin-Anforderungen.

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Limit

Die Margin-Anforderungen für ein Short Box-Spread sind sehr gering, denn durch die Auswahl "entgegengesetzter" Optionen besteht kein Kursrisiko. 

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Saek
1 hour ago, Peter23 said:

Genauso wie man beim lifecycle Investing den Hebel am Anfang hoch wählen sollte und dann immer niedriger, weil man kurz vor Rente am meisten im Portfolio hat, ist hier auch die Idee dass man ggf. später wenn weniger im Portfolio ist (nach Entnahme) den Hebel höher wählt.

Ich sehe aber den Unterschied, dass es bei Lifecycle Investing ein anfangs riesiges Asset (Humankapital) gibt, das man quasi beleiht. Bei der Entnahme fehlt mir das, weshalb ich mir nicht sicher bin, ob man den Hebel in der Entnahmephase wirklich einfach so umdrehen sollte. Mein aktuelles Verständnis ist deshalb, dass eine konstante AA in der Entnahmephase optimal ist (wie in der Ansparphase auch).

 

Aber wenn man das ganze durchrechnet, wäre mein erster Gedanke, dass man mit einem Portfolio vergleicht, dass im Mittel das gleiche Risiko hat (also vmtl immer leicht gehebelt ist).

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LongtermInvestor

Nun lasst ihn doch bitte erstmal die Ergebnisse präsentieren.

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Peter23
· bearbeitet von Peter23
vor 4 Stunden von Saek:

Ich sehe aber den Unterschied, dass es bei Lifecycle Investing ein anfangs riesiges Asset (Humankapital) gibt, das man quasi beleiht.

fair - das ist ein valider Unterschied. Ehrlich gesagt habe ich aber nie gehört, dass es so beschrieben wird sondern eher, dass es um SoRR geht

 

vor 4 Stunden von Saek:

Mein aktuelles Verständnis ist deshalb, dass eine konstante AA in der Entnahmephase optimal ist (wie in der Ansparphase auch).

Was meinst Du mit "wie in der Ansparphase auch"? Lifecycle Investing empfiehlt doch gerade KEINE konstante AA in der Ansparphase.

 

vor 4 Stunden von Saek:

Aber wenn man das ganze durchrechnet, wäre mein erster Gedanke, dass man mit einem Portfolio vergleicht, dass im Mittel das gleiche Risiko hat (also vmtl immer leicht gehebelt ist).

Warum? Ich möchte damit ja nicht den Portfolioendwert maximieren (dann klar wäre es ein Vergleich von Äpfel mit Birnen) sondern die Pleitewahrscheinlichkeit. Wenn das höhere Risiko darauf einen positiven Effekt hat, dann sind wohl andere Risiken (SoRR, Inflation ...) hierfür entscheidender.

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