satgar vor 13 Stunden · bearbeitet vor 13 Stunden von satgar vor einer Stunde von radler2: Gerade deshalb verstehe ich nicht, wie man es schafft, ein erschreckend geringes Medianvermögen von 47k hinzubekommen. Das ist gerade mal der Gegenwert eines neuen Mittelkassewagens (wobei ich eh nicht verstehe, warum man einen Neuwagen kauft, aber das ist ein anderes Thema). Das bedeutet doch, daß bis weit in die Mittelschicht alles ausgegeben wird, was man verdient. Ich hab dazu doch schon zig mal eine Grafik gepostet, wie sich das so seit Jahrzehnten entwickelt hat. Und da sollte man mal nach den Gründen suchen, warum sich der Durchschnitt an Vermögen so weit vom Median entfernt hat. Denn der Durchschnitt wird durch die oberen 10% der Gesellschaft massiv nach oben gezogen Gleichzeitig haben sich preisbereinigt die Löhne und Renten so gut wie nicht verändert und sind seit Jahrzehnten nur ganz leicht real gestiegen (die unteren einkommensgruppen haben real nicht mehr Kaufkraft als vor 40 Jahren). Und das trotz massiver Produktivitätsfortschritte in der Wirtschaft. Davon hat nur weder der Arbeitnehmer, noch der Rentner noch der Median-Vermögensbesitzer was gehabt. Sondern nur die Personen ganz oben. Weil dorthin ständig umverteilt wird. Ganz oben wird keine Erbschaftssteuer durch viele Ausnahmen gezahlt, bei den Median vermögenden aber sehr wohl. Es gibt viele viele kleine und große Gründe, wie sich das so entwickelt hat. Https://www.n-tv.de/wirtschaft/Welchen-Anteil-an-der-Steuerlast-Spitzenverdiener-wirklich-tragen-id31045000.html „Gar nicht berücksichtigt an dieser Stelle sind die Vermögen. Während Deutschland Einkünfte und dabei insbesondere Arbeitseinkünfte im internationalen Vergleich stark mit Steuern und Abgaben belastet, werden Vermögen nur sehr gering besteuert. Dadurch kann sich gerade die kleine Gruppe von Superreichen, mit wachsenden Vermögen von Hunderten Millionen oder Milliarden Euro, einer angemessenen Beteiligung an der Finanzierung des Staates entziehen.“ Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
CorMaguire vor 6 Stunden · bearbeitet vor 5 Stunden von CorMaguire vor 8 Stunden von radler2: Gerade deshalb verstehe ich nicht, wie man es schafft, ein erschreckend geringes Medianvermögen von 47k hinzubekommen. Das ist gerade mal der Gegenwert eines neuen Mittelkassewagens (wobei ich eh nicht verstehe, warum man einen Neuwagen kauft, aber das ist ein anderes Thema). Das bedeutet doch, daß bis weit in die Mittelschicht alles ausgegeben wird, was man verdient. Könnte hinkommen. Haushaltsnettoeinkommen Median: 3176€, durchschnittliche Konsumausgaben: 3032€ --> https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Lebensbedingungen-Armutsgefaehrdung/Tabellen/einkommen-einkommensarten.html --> https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Konsumausgaben-Lebenshaltungskosten/_inhalt.html#sprg234842 Und hier noch die Sparquote. --> https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/10/PD25_N059_81.html Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
satgar vor 4 Stunden · bearbeitet vor 4 Stunden von satgar vor 1 Stunde von CorMaguire: Und hier noch die Sparquote. Ich konnte leider nur Daten für Österreich finden, die uns wahrscheinlich aber ziemlich nahe sind. Hier wird die Sparquote auf PDF Seite 3 noch nach Einkommensdezilen unterschieden: https://www.momentum-institut.at/publikation/wie-die-sparquote-senken-durch-umverteilung-nach-unten/ Deutlich würde anhand des medians („untere“ 5 Einkommensdezile), das mit diesem Median (54.000€ brutto) die sparquote der Haushalte zwischen minus 58% bis plus 9% sparquote liegt. Wobei man für die ersten 3 Einkommensdezile nicht von Sparquote sprechen kann, da deren Wert negativ ist. Nimmt man dann noch die Auswertung zu den verschiedenen sparformen dazu, die die unterschiedlichen Haushalte einsetzen, nach Vermögensdezilen, wird wiederum klar, dass diese Haushalte, wenn sie Geld beiseite legen, es „falsch“ machen. Wenn diese Haushalte was weglegen, gehen diese (vielleicht auch aus verständlichen Gründen), hauptsächlich in Einlagen. Wahrscheinlich weil sie eben keine „mindestens 15 Jahre“ auf ihr Geld perspektivisch verzichten können, und flüssig bleiben müssen, für dies oder jenes. Sie gehen also sehr vorsichtig mit ihrem kleinen Vermögen um, wenn sie eines haben. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
radler2 vor 3 Stunden Was machen dann andere Länder besser? In Italien z.B. liegt das Durchschnittseinkommen erheblich niedriger, aber das Nettovermögen ist deutlich höher. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine vor 2 Stunden vor 10 Stunden von satgar: Ich hab dazu doch schon zig mal eine Grafik gepostet, wie sich das so seit Jahrzehnten entwickelt hat. Und da sollte man mal nach den Gründen suchen, warum sich der Durchschnitt an Vermögen so weit vom Median entfernt hat. Denn der Durchschnitt wird durch die oberen 10% der Gesellschaft massiv nach oben gezogen Hast Du eine Erklärung für den Knick bei Median des realen Nettovermögens Mitte der 90er Jahre? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
radler2 vor 2 Stunden Ich hätte da die Wiedervereinigung im Verdacht. Eigentlich hätte man 1990 was sehen müssen, aber ich vermute, daß man die Ostdeutschen mit ihrem niedrigeren Vermögen nicht sofort einbezogen hat. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
CorMaguire vor 2 Stunden vor 46 Minuten von radler2: Was machen dann andere Länder besser? In Italien z.B. liegt das Durchschnittseinkommen erheblich niedriger, aber das Nettovermögen ist deutlich höher. In Italien leben 77% im Eigentum in D 47%, könnte einen guten Teil erklären. --> https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Bevoelkerung-Arbeit-Soziales/Soziales-Lebensbedingungen/Mieteranteil.html Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Sapine vor 2 Stunden · bearbeitet vor 2 Stunden von Sapine vor 9 Minuten von radler2: Ich hätte da die Wiedervereinigung im Verdacht. Eigentlich hätte man 1990 was sehen müssen, aber ich vermute, daß man die Ostdeutschen mit ihrem niedrigeren Vermögen nicht sofort einbezogen hat. Da würde erklären, wenn der Wert plötzlich nach unten geht. Hier sehen wir aber, dass der Median seit dem Zeitpunkt nahezu auf der Stelle tritt. Hierfür muss es eine Erklärung geben, sonst ist die ganze Grafik fragwürdig. Wurde die Berechnung zu dem Termin verändert? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
satgar vor 1 Stunde · bearbeitet vor 1 Stunde von satgar vor 45 Minuten von Sapine: Da würde erklären, wenn der Wert plötzlich nach unten geht. Hier sehen wir aber, dass der Median seit dem Zeitpunkt nahezu auf der Stelle tritt. Hierfür muss es eine Erklärung geben, sonst ist die ganze Grafik fragwürdig. Wurde die Berechnung zu dem Termin verändert? Die Grafik scheint geglättet zu sein (was man auch an den „geraden Kurven und Linien ohne Zacken erkennen kann), weil mehrere Themen, Vermögen und Einkommen, sowie Wirtschaftsentwicklung miteinander gemischt sind. fragt man die KI rein zum nettovermögen der Deutschen, real, mal im Durchschnitt und mal im Median, wird genau das gezeigt, was du sagst: ein Einbruch zur Wiedervereinigung. Erläutert wird das wie folgt: „Der statistische Einbruch bei den Vermögen fällt beim Median dramatischer aus als beim Durchschnitt. Die Hinzurechnung von Millionen Haushalten der neuen Bundesländer, die nach der Wende kaum über privates Immobilienvermögen oder Erbe verfügten, halbierte das reale Medianvermögen im statistischen Gesamtergebnis schlagartig.“ Grundsätzlich wird geschildert, dass sich der Median nicht gut entwickelt hatte langfristig, da es hohe Inflation gab, und ärmere Haushalte vornehmlich Sparguthaben „halten“. Und wenn sie mal Immobilien besitzen, der Markt dafür auch erst „in den letzten Jaaaaahren“ besser wurde, davor aber eine lange Durststrecke lag. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bolanger vor 1 Stunde · bearbeitet vor 1 Stunde von Bolanger vor 57 Minuten von CorMaguire: In Italien leben 77% im Eigentum in D 47%, könnte einen guten Teil erklären. Nur haben wir schon oft diskutiert und (denke ich) einen weitgehenden Konsens erreicht, dass Miete oder eigengenutzte Immobilie finanziell bei uns hier keinen Unterschied machen mit der Voraussetzung, dass Mieter die gleiche Disziplin beim sparen haben wie Immobilienbesitzer bei der Annuität. Es könnte aber auch historisch bedingt sein. Die Lira war ggü. der DM eher weich und es gab eine höhere Inflation. Ein damaliger Invest in Sachwerte könnte daher wesentlich sinnvoller gewesen sein als in Bankeinlagen zu sparen. Die Sachwerte haben an Wert gewonnen und nun mit dem Euro profitieren die damaligen Lira-Haus-Abbezahler vom damals angesparten Sachvermögen. Spannender wäre die Frage, ob es anderen Ländern auch heute gelingt, den Abstand zu Deutschland auszubauen. Wir können nunmal nur die gegenwart und damit die Zukunft beeinflussen, nicht aber die Vergangenheit. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
satgar vor 1 Stunde · bearbeitet vor 1 Stunde von satgar vor 10 Minuten von Bolanger: Wir können nunmal nur die gegenwart und damit die Zukunft beeinflussen, nicht aber die Vergangenheit Das stimmt natürlich völlig. Nur ist es bei sowas nicht uninteressant, Historie und Geschichte zu kennen. Wieso ist eine Sache heute so, wie sie ist? Findet man das gut oder schlecht? Welche Entscheidungen hatte man früher getroffen, die zu heutigem Ergebnis geführt haben? Kann man Sachen korrigieren? Sollte man das? Will man das? Und was wäre dafür nötig? Was also mal war kann sehr lehrreich sein für das, was sein soll. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
CorMaguire vor 1 Stunde Wenns auch wohl in anderem Zusammenhnag war: "Wer sich nicht der Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen“ (Santayana) Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Apfelkomplott vor 24 Minuten vor 13 Stunden von radler2: Das bedeutet doch, daß bis weit in die Mittelschicht alles ausgegeben wird, was man verdient. Das denkt sich tatsächlich mit meinen, natürlich statistisch nicht ausreichenden, Beobachtungen im Bekanntenkreis. Über Geldanlage, Altersvorsorge,... kann man nur mit wenigen wirklich reden. Einige haben ein Häuschen gebaut. Aber für die allermeisten ist die Börse eben doch dieses böse, undurchsichtige Kapitalistenkasino, und sparen bringt ja sowieso nix, die Inflation und so, da gebe ich es lieber aus, man muss sich ja auch was gönnen, ne... Da wundert es dann natürlich nicht, dass kein Vermögensaufbau rumkommt. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
CorMaguire vor 18 Minuten vor einer Stunde von Bolanger: ... dass Miete oder eigengenutzte Immobilie finanziell bei uns hier keinen Unterschied machen mit der Voraussetzung, dass Mieter die gleiche Disziplin beim sparen haben wie Immobilienbesitzer bei der Annuität. ... Die Eigennutzer haben die Bank als Meinungsverstärker bezüglich der Annuität, die Mieter dagegen die Verlockung des yolo Interessant wäre es wie es in Italien zu der hohen Eigenheimquote kam ... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag