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radler2

UBS Vermögensstudie

Empfohlene Beiträge

satgar
· bearbeitet von satgar
vor einer Stunde von radler2:

Gerade deshalb verstehe ich nicht, wie man es schafft, ein erschreckend geringes Medianvermögen von 47k hinzubekommen. Das ist gerade mal der Gegenwert eines neuen Mittelkassewagens (wobei ich eh nicht verstehe, warum man einen Neuwagen kauft, aber das ist ein anderes Thema). Das bedeutet doch, daß bis weit in die Mittelschicht  alles ausgegeben wird, was man verdient. 

Ich hab dazu doch schon zig mal eine Grafik gepostet, wie sich das so seit Jahrzehnten entwickelt hat. Und da sollte man mal nach den Gründen suchen, warum sich der Durchschnitt an Vermögen so weit vom Median entfernt hat. Denn der Durchschnitt wird durch die oberen 10% der Gesellschaft massiv nach oben gezogen 

IMG_0284.jpeg
 

Gleichzeitig haben sich preisbereinigt die Löhne und Renten so gut wie nicht verändert und sind seit Jahrzehnten nur ganz leicht real gestiegen (die unteren einkommensgruppen haben real nicht mehr Kaufkraft als vor 40 Jahren). Und das trotz massiver Produktivitätsfortschritte in der Wirtschaft. Davon hat nur weder der Arbeitnehmer, noch der Rentner noch der Median-Vermögensbesitzer was gehabt. Sondern nur die Personen ganz oben. Weil dorthin ständig umverteilt wird. Ganz oben wird keine Erbschaftssteuer durch viele Ausnahmen gezahlt, bei den Median vermögenden aber sehr wohl. Es gibt viele viele kleine und große Gründe, wie sich das so entwickelt hat.

 

Https://www.n-tv.de/wirtschaft/Welchen-Anteil-an-der-Steuerlast-Spitzenverdiener-wirklich-tragen-id31045000.html 
 

„Gar nicht berücksichtigt an dieser Stelle sind die Vermögen. Während Deutschland Einkünfte und dabei insbesondere Arbeitseinkünfte im internationalen Vergleich stark mit Steuern und Abgaben belastet, werden Vermögen nur sehr gering besteuert. Dadurch kann sich gerade die kleine Gruppe von Superreichen, mit wachsenden Vermögen von Hunderten Millionen oder Milliarden Euro, einer angemessenen Beteiligung an der Finanzierung des Staates entziehen.“

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CorMaguire
· bearbeitet von CorMaguire
vor 8 Stunden von radler2:

Gerade deshalb verstehe ich nicht, wie man es schafft, ein erschreckend geringes Medianvermögen von 47k hinzubekommen. Das ist gerade mal der Gegenwert eines neuen Mittelkassewagens (wobei ich eh nicht verstehe, warum man einen Neuwagen kauft, aber das ist ein anderes Thema). Das bedeutet doch, daß bis weit in die Mittelschicht  alles ausgegeben wird, was man verdient. 

Könnte hinkommen. Haushaltsnettoeinkommen Median: 3176€, durchschnittliche Konsumausgaben: 3032€

--> https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Lebensbedingungen-Armutsgefaehrdung/Tabellen/einkommen-einkommensarten.html

-->  https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Konsumausgaben-Lebenshaltungskosten/_inhalt.html#sprg234842

 

Und hier noch die Sparquote.

--> https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/10/PD25_N059_81.html

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 1 Stunde von CorMaguire:

Und hier noch die Sparquote.

Ich konnte leider nur Daten für Österreich finden, die uns wahrscheinlich aber ziemlich nahe sind. Hier wird die Sparquote auf PDF Seite 3 noch nach Einkommensdezilen unterschieden: https://www.momentum-institut.at/publikation/wie-die-sparquote-senken-durch-umverteilung-nach-unten/

 

Deutlich würde anhand des medians („untere“ 5 Einkommensdezile), das mit diesem Median (54.000€ brutto) die sparquote der Haushalte zwischen minus 58% bis plus 9% sparquote liegt. Wobei man für die ersten 3 Einkommensdezile nicht von Sparquote sprechen kann, da deren Wert negativ ist.

 

Nimmt man dann noch die Auswertung zu den verschiedenen sparformen dazu, die die unterschiedlichen Haushalte einsetzen, nach Vermögensdezilen, wird wiederum klar, dass diese Haushalte, wenn sie Geld beiseite legen, es „falsch“ machen. Wenn diese Haushalte was weglegen, gehen diese (vielleicht auch aus verständlichen Gründen), hauptsächlich in Einlagen. Wahrscheinlich weil sie eben keine „mindestens 15 Jahre“ auf ihr Geld perspektivisch verzichten können, und flüssig bleiben müssen, für dies oder jenes. Sie gehen also sehr vorsichtig mit ihrem kleinen Vermögen um, wenn sie eines haben. 

 

IMG_0290.png

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radler2

Was machen dann andere Länder besser? In Italien z.B.  liegt das Durchschnittseinkommen erheblich niedriger, aber das Nettovermögen ist deutlich höher.

 

 

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Sapine
vor 10 Stunden von satgar:

Ich hab dazu doch schon zig mal eine Grafik gepostet, wie sich das so seit Jahrzehnten entwickelt hat. Und da sollte man mal nach den Gründen suchen, warum sich der Durchschnitt an Vermögen so weit vom Median entfernt hat. Denn der Durchschnitt wird durch die oberen 10% der Gesellschaft massiv nach oben gezogen 

IMG_0284.jpeg

Hast Du eine Erklärung für den Knick bei Median des realen Nettovermögens Mitte der 90er Jahre? 

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radler2

Ich hätte da die Wiedervereinigung im Verdacht. Eigentlich hätte man 1990 was sehen müssen, aber ich vermute, daß man die Ostdeutschen mit ihrem niedrigeren Vermögen nicht sofort einbezogen hat.

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CorMaguire
vor 46 Minuten von radler2:

Was machen dann andere Länder besser? In Italien z.B.  liegt das Durchschnittseinkommen erheblich niedriger, aber das Nettovermögen ist deutlich höher.

In Italien leben 77% im Eigentum in D 47%, könnte einen guten Teil erklären.

--> https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Bevoelkerung-Arbeit-Soziales/Soziales-Lebensbedingungen/Mieteranteil.html

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Sapine
· bearbeitet von Sapine
vor 9 Minuten von radler2:

Ich hätte da die Wiedervereinigung im Verdacht. Eigentlich hätte man 1990 was sehen müssen, aber ich vermute, daß man die Ostdeutschen mit ihrem niedrigeren Vermögen nicht sofort einbezogen hat.

Da würde erklären, wenn der Wert plötzlich nach unten geht. Hier sehen wir aber, dass der Median seit dem Zeitpunkt nahezu auf der Stelle tritt. Hierfür muss es eine Erklärung geben, sonst ist die ganze Grafik fragwürdig. Wurde die Berechnung zu dem Termin verändert?

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 45 Minuten von Sapine:

Da würde erklären, wenn der Wert plötzlich nach unten geht. Hier sehen wir aber, dass der Median seit dem Zeitpunkt nahezu auf der Stelle tritt. Hierfür muss es eine Erklärung geben, sonst ist die ganze Grafik fragwürdig. Wurde die Berechnung zu dem Termin verändert?

Die Grafik scheint geglättet zu sein (was man auch an den „geraden Kurven und Linien ohne Zacken erkennen kann), weil mehrere Themen, Vermögen und Einkommen, sowie Wirtschaftsentwicklung miteinander gemischt sind.

 

fragt man die KI rein zum nettovermögen der Deutschen, real,  mal im Durchschnitt und mal im Median, wird genau das gezeigt, was du sagst: ein Einbruch zur Wiedervereinigung. Erläutert wird das wie folgt:

 

„Der statistische Einbruch bei den Vermögen fällt beim Median dramatischer aus als beim Durchschnitt.

Die Hinzurechnung von Millionen Haushalten der neuen Bundesländer, die nach der Wende kaum über privates Immobilienvermögen oder Erbe verfügten, halbierte das reale Medianvermögen im statistischen Gesamtergebnis schlagartig.“

 

Grundsätzlich wird geschildert, dass sich der Median nicht gut entwickelt hatte langfristig, da es hohe Inflation gab, und ärmere Haushalte vornehmlich Sparguthaben „halten“. Und wenn sie mal Immobilien besitzen, der Markt dafür auch erst „in den letzten Jaaaaahren“ besser wurde, davor aber eine lange Durststrecke lag.

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Bolanger
· bearbeitet von Bolanger
vor 57 Minuten von CorMaguire:

In Italien leben 77% im Eigentum in D 47%, könnte einen guten Teil erklären.

Nur haben wir schon oft diskutiert und (denke ich) einen weitgehenden Konsens erreicht, dass Miete oder eigengenutzte Immobilie finanziell bei uns hier keinen Unterschied machen mit der Voraussetzung, dass Mieter die gleiche Disziplin beim sparen haben wie Immobilienbesitzer bei der Annuität. 

Es könnte aber auch historisch bedingt sein. Die Lira war ggü. der DM eher weich und es gab eine höhere Inflation. Ein damaliger Invest in Sachwerte könnte daher wesentlich sinnvoller gewesen sein als in Bankeinlagen zu sparen. Die Sachwerte haben an Wert gewonnen und nun mit dem Euro profitieren die damaligen Lira-Haus-Abbezahler vom damals angesparten Sachvermögen.

Spannender wäre die Frage, ob es anderen Ländern auch heute gelingt, den Abstand zu Deutschland auszubauen. Wir können nunmal nur die gegenwart und damit die Zukunft beeinflussen, nicht aber die Vergangenheit.     

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 10 Minuten von Bolanger:

Wir können nunmal nur die gegenwart und damit die Zukunft beeinflussen, nicht aber die Vergangenheit

Das stimmt natürlich völlig. Nur ist es bei sowas nicht uninteressant, Historie und Geschichte zu kennen. Wieso ist eine Sache heute so, wie sie ist? Findet man das gut oder schlecht? Welche Entscheidungen hatte man früher getroffen, die zu heutigem Ergebnis geführt haben? Kann man Sachen korrigieren? Sollte man das? Will man das? Und was wäre dafür nötig? Was also mal war kann sehr lehrreich sein für das, was sein soll.

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CorMaguire

Wenns auch wohl in anderem Zusammenhnag war: "Wer sich nicht der Vergangenheit erinnert, ist verurteilt, sie zu wiederholen“ (Santayana) :)

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Apfelkomplott
vor 13 Stunden von radler2:

Das bedeutet doch, daß bis weit in die Mittelschicht  alles ausgegeben wird, was man verdient.

Das denkt sich tatsächlich mit meinen, natürlich statistisch nicht ausreichenden, Beobachtungen im Bekanntenkreis.

 

Über Geldanlage, Altersvorsorge,... kann man nur mit wenigen wirklich reden. Einige haben ein Häuschen gebaut. Aber für die allermeisten ist die Börse eben doch dieses böse, undurchsichtige Kapitalistenkasino, und sparen bringt ja sowieso nix, die Inflation und so, da gebe ich es lieber aus, man muss sich ja auch was gönnen, ne...

 

Da wundert es dann natürlich nicht, dass kein Vermögensaufbau rumkommt.

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CorMaguire
vor einer Stunde von Bolanger:

... dass Miete oder eigengenutzte Immobilie finanziell bei uns hier keinen Unterschied machen mit der Voraussetzung, dass Mieter die gleiche Disziplin beim sparen haben wie Immobilienbesitzer bei der Annuität. ...

Die Eigennutzer haben die Bank als Meinungsverstärker bezüglich der Annuität, die Mieter dagegen die Verlockung des yolo :lol:

Interessant wäre es wie es in Italien zu der hohen Eigenheimquote kam ...

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Bolanger
vor 30 Minuten von CorMaguire:

Interessant wäre es wie es in Italien zu der hohen Eigenheimquote kam ...

oder andersherum, warum es in D eine geringe Quote gibt. Letzteres kann ich mir nämlich einfach erklären. Noch vor dem Krieg gab es in den damaligen Wirtschaftszentren große Betriebe, die für ihre benötigen Arbeiter entsprechende Wohnsiedlungen bauten. Bauer, komm zu uns und Du bekommst neben einem Job in der Industrie auch eine Unterkunft. So sind riesige Werkssiedlungen entstanden.

Im kreig wurde vieles abgeräumt, auch Privatimmobilien. Da hatte man schlicht keine Zeit und Geld, dass sich jeder sein Eigenheim bauen/kaufen konnte. So sind dann mWn auch die Wohnungsgenossenschaften in Mode gekommen. Dann mit dem Wirtschaftswunder un den Gastarbeitern hat sich die Story von vor dem Kreig wiederholt: Kommt als Fabrikarbeiter zu uns und Ihr bekommt neben dem Job auch eine Wohnung. 

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morini
· bearbeitet von morini
Am 3.7.2026 um 09:36 von Schwachzocker:

Das ist doch kein Widerspruch. Der Fahrzeugbestand und das Urlaubsverhalten führen ja gerade dazu, dass man weniger Vermögen hat.

 

+1

Das ist auch mein erster Gedanke gewesen.

 

Darüber hinaus hat Deutschland eine Wiedervereinigung bewältigen müssen sowie vielen Asylsuchenden ein Zuhause gegeben. Das hat nunmal einiges an Geld gekostet.

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radler2
vor einer Stunde von Bolanger:

Im kreig wurde vieles abgeräumt, auch Privatimmobilien. Da hatte man schlicht keine Zeit und Geld, dass sich jeder sein Eigenheim bauen/kaufen konnte. 

... oder keine Lust. Mein Großvater (Kriegsversehrter) hat sofort nach dem Krieg begonnen, auf ein Häuschen zu sparen - das er dann mit viel Eigenleistung und Bekanntenhilfe gebaut hat. Sein Kameraden aus Kriegszeiten hatten dazu keine Lust - die wollte das Leben genießen und haben nichts gespart. Nach dem Erlebten wohl verständlich, aber wohl einer der Gründe für die geringe Wohneigentumsquote.

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Sapine

Der Krieg und später die Teilung haben ganz sicher starke Spuren hinterlassen. Meine Großeltern väterlicherseits wurden vertrieben und mein Großvater war schlicht zu alt, um ein zweites mal ein Haus zu bauen nach dem Krieg. Wer Eigentum im Osten Deutschlands hatte, dürfte sicher Geschichten erzählen können zum Thema Kommunismus und Eigentum. Um das Finanzwissen der Ostdeutschen stand es nach der Wiedervereinigung besonders schlecht. Erst die jetzt heranwachsende Generation hat hoffentlich so halbwegs aufgeholt. 

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voxk
vor 2 Stunden von CorMaguire:

Interessant wäre es wie es in Italien zu der hohen Eigenheimquote kam ...

Das ist doch kein Geheimnis. Wenn man ein paar Leute von dort kennenlernt, merkt man sofort, wie es läuft. Es ist einfach die Kultur. Die Gesellschaft legt viel Wert auf Eigenheim und sie machen sich wirklich Mühe eine Wohnung/Haus/Land zu kaufen. Es wird offen gesprochen und die Eltern wünschen sich ein Eigenheim für jedes Kind, bevor sie sterben. Bei Familien mit niedrigem Einkommen bleibt zumindest das Familienhaus als Erbe für die Kinder. Viele haben ein Familienhaus, weil es seit Generationen so ist.

 

Ich kenne Spanien besser und dort ist es ähnlich. Ich kenne Fälle, in denen die Eltern einen Teil oder das gesamte Darlehen des Kindes bezahlen, weil die junge Leute oft den Job verlieren und nicht mehr bezahlen können. So war es damals bei der Finanzkrise. Ich weiß von Jungen alleinerziehende Frauen mit Kindern und trotzdem ein Eigenheim. Wie geht das, wenn die Eltern prozentual viel weniger Geld bekommen? Na, weil die Eltern schon ein abbezahltes Haus hatten und könnten quasi alles für die Wohnung des Kindes stecken. Das ist oft geschenktes Geld, zwischen Familienmitgliedern wird oft keine Rückzahlung erwartet.

Natürlich gibt es nach wie vor eine Menge Drama. Das klappt nicht immer und es gab —gibt es immer noch— nicht weniger, die ihre Wohnung und alles verloren haben, inklusive verschuldeter Eltern. Doch das Pech der einen ist manchmal auch das Glück der anderen. Viele Banken verfügen über einen zu großen Pool an Immobilien die früher oder später zu einem relativ niedrigen Preis verkauft werden müssen. Das ist vor allem in kleinen Städten häufig der Fall.

Ich würde sagen, die Italiener sind die Meister dieser Eigenheimkultur, aber ähnlich ist es in Griechenland, Portugal und Spanien (die damaligen PIGS bzw. Schweineländer). Haben wir schon vergessen woher die Schuldenkrise kam?

 

Ah! In England gibt es auch eine ausgeprägte Eigenheimkultur.

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Tatsächlich

Die höchste Eigenheimquote in Europa gibt es in Rumänien, die niedrigste in der Schweiz - beim Vermögen sieht das leicht anders aus.

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Turmalin
vor 29 Minuten von voxk:

Das ist doch kein Geheimnis. Wenn man ein paar Leute von dort kennenlernt, merkt man sofort, wie es läuft. Es ist einfach die Kultur. Die Gesellschaft legt viel Wert auf Eigenheim und sie machen sich wirklich Mühe eine Wohnung/Haus/Land zu kaufen. Es wird offen gesprochen und die Eltern wünschen sich ein Eigenheim für jedes Kind, bevor sie sterben. Bei Familien mit niedrigem Einkommen bleibt zumindest das Familienhaus als Erbe für die Kinder. Viele haben ein Familienhaus, weil es seit Generationen so ist.

 

Ich kenne Spanien besser und dort ist es ähnlich. Ich kenne Fälle, in denen die Eltern einen Teil oder das gesamte Darlehen des Kindes bezahlen, weil die junge Leute oft den Job verlieren und nicht mehr bezahlen können. So war es damals bei der Finanzkrise. Ich weiß von Jungen alleinerziehende Frauen mit Kindern und trotzdem ein Eigenheim. Wie geht das, wenn die Eltern prozentual viel weniger Geld bekommen? Na, weil die Eltern schon ein abbezahltes Haus hatten und könnten quasi alles für die Wohnung des Kindes stecken. Das ist oft geschenktes Geld, zwischen Familienmitgliedern wird oft keine Rückzahlung erwartet.
 

Interessehalber: Weisst du auch, wie es in diesen Ländern mit der Betreuung und Pflege der Elterngeneration aussieht? Ich könnte mir vorstellen, dass die Familie dort mehr leistet und daher weniger Rücklagen erforderlich sind, aber ich weiß es nicht.

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voxk
vor 12 Minuten von Turmalin:

Interessehalber: Weisst du auch, wie es in diesen Ländern mit der Betreuung und Pflege der Elterngeneration aussieht? Ich könnte mir vorstellen, dass die Familie dort mehr leistet und daher weniger Rücklagen erforderlich sind, aber ich weiß es nicht.

Ja genau. Ich habe oben eine halbe Wahrheit geschrieben:

 

vor 44 Minuten von voxk:

 Das ist oft geschenktes Geld, zwischen Familienmitgliedern wird oft keine Rückzahlung erwartet.

Eigentlich gibt es eine Art Rückzahlung, nämlich die Kinder kümmert sich um die Betreuung der Eltern. Ich spreche vor allem von Spanien, da ich dieses Land am besten kenne, aber meine Erfahrungen mit Italien, Portugal und Griechenland sind ähnlich.

 

Ich glaube, dass es viel weniger ältere Menschen in Pflegeheimen gibt und mehr, die zu Hause oder bei ihren Kindern leben. Die Kinder kümmern sich um ihre Elternsowohl in der Pflege als auch finanziell. Es gibt einen großen Markt für lateinamerikanische Frauen, die ältere Menschen in Privathaushalten pflegen. Es ist eine schlecht bezahlte Arbeit, und die Spanier können sich das leisten. Und wer es sich nicht leisten kann oder will, da kümmern sich spanische Frauen sehr oft darum.

 

Am Ende ist es nichts anderes als eine Art Muskelhypothek, oder? Als junge Mensch bekommt Hilfe von den Eltern, aber dann sollte sie um die Betreuung der Eltern kümmern.

 

Ich möchte hier kein schönes Bild zeichnen. Tatsächlich bedeutet das für viele Frauen großen Stress, wenn sie kleine Kinder haben und dazu kommt eine kranke Mutter. Manchmal hilft der Ehemann auch nicht. Und es gibt auch viele dramatische Situationen von Familien, die ihre Bankkredite nicht bezahlen können und am nächsten Tag auf der Straße schlafen müssen inkl. Großeltern.

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Kezboard
vor 24 Minuten von voxk:

Und es gibt auch viele dramatische Situationen von Familien, die ihre Bankkredite nicht bezahlen können und am nächsten Tag auf der Straße schlafen müssen inkl. Großeltern.

Oder als Okupas leerstehende Häuser besetzen und schwer wieder rauszubekommen sind, weil die Miet- oder Wohnrechte in Spanien höher als die Eigentumsrechte sind.

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