Türkische Börse

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334 Beiträge in diesem Thema

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vor 23 Stunden schrieb Sascha.:

Die türkische Notenbank hat den Leitzins von 17,75% auf 24% erhöht

Immerhin hat der Sultan die Notenbanker nicht gleich zu Terroristen erklärt. 

FAZ: erdogan-an-notenbank-meine-geduld-hat-grenzen

 

Es gab noch einen Tag früher die Meldung, dass per Erlass Immobiliengeschäfte (Kauf und Miete) in der Türkei nur noch in TRY abgeschlossen werden dürfen - bisher war es recht verbreitet, diese in EUR oder US$ abzuschliessen. Bestehende Verträge wären innerhalb von 30 Tagen auf TRY umzustellen. Ich frage mich, ob es da einen Zusammenhang gibt.

 

 

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vor 3 Stunden schrieb WOVA1:

Es gab noch einen Tag früher die Meldung, dass per Erlass Immobiliengeschäfte (Kauf und Miete) in der Türkei nur noch in TRY abgeschlossen werden dürfen - bisher war es recht verbreitet, diese in EUR oder US$ abzuschliessen. Bestehende Verträge wären innerhalb von 30 Tagen auf TRY umzustellen. Ich frage mich, ob es da einen Zusammenhang gibt.

Jedenfalls stärkt das die Lira. Ein guter Teil der Kurserholung der Lira könnte sicher auch auf diesen Erlass zurückzuführen sein.

Jedenfalls wird an allen Hebeln gedreht. Nur ein wirkliches Ergebnis scheint sich bisher nicht einzustellen.

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Geschrieben · bearbeitet von tyr

vor 17 Stunden schrieb Sascha.:

Jedenfalls wird an allen Hebeln gedreht. Nur ein wirkliches Ergebnis scheint sich bisher nicht einzustellen.

 

Der LYXOR TURKEY (DJ TURKEY TITANS 20) ETF hatte seinen letzten Tiefstand (XETRA Schlusskurs) am 13. August mit 20,46 Euro. Seitdem ist jetzt ein Monat vergangen und die Kurse sind nicht weiter gefallen. Dafür stand der ETF gestern bei 23,56 Euro, ein Plus von 15%.

 

Wenn man die Nachrichten liest könnte man meinen, dass es immer weiter abwärts gehen müsste. Der vergangene Aktienkursverlauf (in Euro) spricht eine andere Sprache.

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Geschrieben · bearbeitet von Sascha.

vor 3 Stunden schrieb tyr:

Der LYXOR TURKEY (DJ TURKEY TITANS 20) ETF hatte seinen letzten Tiefstand (XETRA Schlusskurs) am 13. August mit 20,46 Euro. Seitdem ist jetzt ein Monat vergangen und die Kurse sind nicht weiter gefallen. Dafür stand der ETF gestern bei 23,56 Euro, ein Plus von 15%.

Ja. Momentan stabilisiert sich die Lira.

Allerdings muss man bedenken, dass die Dollar-Kredite welche die türkische Wirtschaft und teilweise Privatleute aufgenommen haben teuer bleiben, solange die Lira nicht auf ein Level fällt,

welches nahe bei dem Punkt liegt, welchen die Lira bei der jeweiligen Kreditaufnahme hatte.

Die wichtige Frage ist nun, ob/wieviele der jetzt wesentlich höher verschuldeten Firmen und Privatleute auch auf Dauer die sehr viel höheren Tilgungsraten für die Kredite bezahlen können, ohne neue Kredite nehmen zu müssen. (Neue Kredite gibts nurnoch teuer oder teilweise warscheinlich auch garkeine mehr)

 

Im Grunde ist es mal wieder keine Währungskrise sondern eine Bankenschuldenkrise.

Es wurden wie bei der Immobilienblase 2008 Kredite an Schuldner vergeben, welche nicht zurückzahlen können, weil ihnen schlicht und einfach die wirtschaftliche Kraft dazu fehlt.

 

Und wie nach 2008 schickt sich die Bundesregierung an, für die großen Banken und Firmen das Geld zu garantieren.

Also ist eigentlich alles wie immer.

Die Banken zocken, schöpfen ein paar Jahre fette Gewinne ab, und wenn das System anfängt zu kollabieren übernimmt der Steuerzahler die Haftung für den Schrott der bei den Banken übrigbleibt.

Das Meisste von dem Schrott werden die Banken ohnehin schon in schöner Verpackung an irgendwelche Versicherungen und Endkunden verkauft haben.

 

Bank müsste man sein :lol:

 

Sogesehen ist Erdogan das Opfer der Banken. Aber er war solange gerne Opfer, wie er mit den Krediten den Wirtschaftsaufschwung bezahlen konnte.

Genauso wie damals die Häuslebauer in den USA, die sich über die Kredite gefreut haben, um ihre Häuser zu bauen.

Die haben Kredite bekommen, obwohl klar war, das sie sie nicht zurückzahlen können. Genauso wie nun die türkische Wirtschaft.

Die Kredite wurden dann schön Verpackt als Derivate an die deutschen Banken und Versicherungen verkauft welche sie an die Endkunden durchgereicht haben, um die Risiken der Kredite loszuwerden.

 

Das geht erstmal 5-10 Jahre gut. Nur wenn die Kredite dann ausfallen, weil die Wirtschaftsleistung nicht vorhanden ist, um die Kredite zu tilgen, kippt das System um.

 

Der Endkunde bleibt dann erstmal auf seinen kaputten Rentenversicherungen und Immobilienfonds sitzen und den Schaden der Banken darf er durch die Bürgschaften der Regierung dann auch noch über die Steuer bezahlen.

Die Banken haben den Gewinn der ersten Jahre und die Abschlussgebühren schon anderweitig angelegt und/oder als Gehälter und Bonis ausgezahlt.

Die Taschen dort sind mal wieder leer. An der Rettung können sich die notleidenen Banken auf keinen Fall beteiligen.

 

Solange Staaten marode Banken retten und Endkunden sich direkt oder über Versicherungen solche schrottigen Derivate und Finanzprodukte aufschwatzen lassen, wird das immer wieder genauso so ablaufen.

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FAZ: tuerkei-nimmt-firmen-fremdwaehrungssorgen

 

Dürfte danach dann eine Menge Zombie-Unternehmen geben - die bis 2023 auf das Wunder der Wiederauferstehung warten.

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Geschrieben · bearbeitet von Sascha.

Den Trick mit dem "türkische Firmen müssen in Fremdwährungen aufgelaufene Verluste nicht mehr berücksichtigen, wenn es um die Entscheidung geht, Insolvenz anzumelden." verstehe ich nicht.

Wenn ich die Verluste in meinen Büchern nicht berücksichtigen muss, ist das ja schön und gut.

Aber ich muss die Kredite doch trotzdem zurückzahlen. B.z.w. Verluste ausgleichen.

Eine Insolvenz ist eine Zahlungsunfähigkeit, die eintritt, wenn ich kein Geld mehr habe, um meine Verbindlichkeiten zu bezahlen.

Ich streiche jetzt also die Zahlen mit dem Minuszeichen davor aus meinen Büchern und berücksichtige sie nicht.

Aber woher kommt nun das Geld, um die Schulden und Verbindlichkeiten, welche ich in anderen Währungen habe abzubezahlen?

 

Dadurch, das ich eine Insolvenz nicht anmelde, habe ich ja nicht automatisch wieder Geld.

 

Habe ich da irgendwas übersehen oder falsch verstanden?

Oder übernimmt der türkische Staat oder die Banken die Schulden, indem sie den "quasi-insolventen" Firmen Kredite geben, von denen sie wissen, dass sie das Geld nie wiedersehen?

 

Im Grunde ist das eine Genehmigung des Staats Insolvenzen zu dauerhaft zu verschleppen.

Bei solchen Voraussetzungen würde doch niemand mehr in türkische Aktien / die türkische Wirtschaft investieren.

Man weiß da ja garnicht mehr, ob das Unternehmen nicht schon lange pleite ist, in das man investiert.

 

Kann mir jemand erklären, wie das funktioniert oder wo der Sinn in der Maßnahme steckt?

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vor 15 Minuten schrieb Sascha.:

Den Trick mit dem "türkische Firmen müssen in Fremdwährungen aufgelaufene Verluste nicht mehr berücksichtigen, wenn es um die Entscheidung geht, Insolvenz anzumelden." verstehe ich nicht.

Wenn ich die Verluste in meinen Büchern nicht berücksichtigen muss, ist das ja schön und gut.

Aber ich muss die Kredite doch trotzdem zurückzahlen. B.z.w. Verluste ausgleichen.

Eine Insolvenz ist eine Zahlungsunfähigkeit, die eintritt, wenn ich kein Geld mehr habe, um meine Verbindlichkeiten zu bezahlen.

 

Insolvenz ist Zahlungsunfähigkeit, oder Überschuldung. Man kann überschuldet sein, aber trotzdem (noch) zahlungsfähig.

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Den Trick gibt es seit einiger Zeit in Deutschland auch - im Zusammenhang mit Betriebsrenten.

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Am 19.9.2018 um 07:45 schrieb Sascha.:

Habe ich da irgendwas übersehen oder falsch verstanden?

Oder übernimmt der türkische Staat oder die Banken die Schulden, indem sie den "quasi-insolventen" Firmen Kredite geben, von denen sie wissen, dass sie das Geld nie wiedersehen?

 

Im Grunde ist das eine Genehmigung des Staats Insolvenzen zu dauerhaft zu verschleppen.

 

Dauerhaft nicht - das gilt erstmal bis 2023. 

 

Aber im Prinzip ist es schon die Genehmigung zur Insolvenzverschleppung. 

 

Das Problem ist , dass viele türkische Firmen Fremdwährungskredite aufgenommen haben.  

Eine Mio. EUR waren vor einem Jahr 4 Mio. TRY, aktuell sind es 7,7 Mio. TRY.

Die Zinszahlungen erhöhen sich auch entsprechend.

Wenn dem keine Einnahmen in EUR entgegenstehen, sieht das in der Bilanz hässlich aus. 

 

Aber vielleicht passiert ja das Wunder, dass es 2023 eine Parität zwischen TRY und EUR gibt ..

Bis dahin hängen die Firmen halt am Tropf der (Staats-)banken.  

 

 

 

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