Sapine

Zinskurve auch Zinsstrukturkurve genannt

159 Beiträge in diesem Thema

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Die Zinskurve oder Zinsstrukturkurve zeigt die verschiedenen Zinsen in Abhängigkeit der Restlaufzeit einer Anlage. Diese Kurven können je nach Anlageart unterschiedlich verlaufen.

 

Normale Zinsstruktur

Von einer normalen Zinsstrukturkurve spricht man, wenn die Rendite bei kurzen Laufzeiten deutlich geringer ist als die langer Laufzeiten und zugleich die Kurve permanent ansteigend verläuft. Normale Zinsstrukturen treten auf, wenn sich die Wirtschaft in einer Aufschwungphase befindet. Dann sind die aktuelle Inflation und Leitzins in der Regel gering, die Marktteilnehmer erwarten aber einen konjunkturbedingten Anstieg der Inflation in der Zukunft.

 

Interpretation einer normalen Zinsstruktur

* Erwartung gleichbleibender oder zunehmender Inflation

* Typisch für Phasen wirtschaftlichen Aufschwungs

* Positive Konjunkturerwartungen

 

Flache Zinsstruktur

Wenn die Inflation über die akzeptierte Obergrenze zu steigen beginnt, hebt die Notenbank die Zinsen an. Dies ist der regelmäßige Ablauf während des normalen Konjunkturzyklus. Mit der Anhebung des Leitzinses verringert sich der Abstand zwischen Kurz- und Langfristzinsen. Eventuell beginnt gleichzeitig der Langfristzins zu sinken, da die Märkte aus der Zinserhöhung der Notenbank Rückschlüsse auf ein schwächeres Wirtschaftswachstum ziehen. Dann bildet sich oft eine flache Kurve auf hohem Niveau heraus: Eine solche Formation deutet darauf hin, dass die Konjunktur nach Meinung des Marktes den Höhepunkt erreicht oder bereits überschritten hat.

 

Inverse Zinsstruktur

Bei der inversen Zinsstruktur liegen die Renditen langfristiger Kredite unter denen kurzfristiger. Das ist meist dann der Fall, wenn sich die Konjunkturerwartungen eintrüben und die langfristigen Zinsen rascher sinken als die Notenbank die Leitzinsen senkt. Inverse Zinsstrukturen korrespondieren meist mit der Erwartung einer sich rasch abschwächenden Konjunktur.

 

Interpretation einer inversen Zinsstruktur:

* Erwartung sich abschwächender Preisanstiege

* Typisch für sich abschwächende Konjunktur

Quelle: Godmode-trader

 

Die Zinsstrukturkurve von der Stuttgarter Börse

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Die Zinsstrukturkurve der US-Treasuries von Yahoo

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Die Zinsstrukturkurve von Japan-Anleihen von Bloomberg

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Auf der Bloomberg Seite gibt es auch noch weitere Kurven aus Australien, Brasilien, Deutschland, US und UK

 

Links und Kommentare zu dem Thema sind willkommen.

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Geschrieben

Kenne ich haste auch ne Kurve die Veränderung in der Rendite zeigt, müßte bei Anleihen in allen Bereichen das letzte halbe Jahr gefallen sein.

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Geschrieben

Nein kenne ich leider auch nicht. Daher dachte ich mir hier die aktuellen Kurven von Zeit zu Zeit zu hinterlegen, damit man die Entwicklung leichter nachvollziehen kann.

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Geschrieben

Daten für die Rendite von Bundesanleihen und Pfandbriefen verschiedener Laufzeiten gibt es bei der Bundesbank auf Tagesbasis für die letzten 10 Jahre. Die grafische Darstellung muss man aber selber machen.

 

http://www.bundesbank.de/statistik/statist...hp#zinsstruktur

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Geschrieben

Graphische Veränderungen der Rendite für einzelne Laufzeiten z.b. öffentlicher Emittenten gibts bei Bondboard

 

http://www.bondboard.de/

 

hier auf Informationsseiten, dann Renditespiegel

 

über CHART bei den einzelnen Laufzeiten kann man sich die Veränderungen der Rendite anschauen.

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Geschrieben

Tja, und jetzt ist die Renditestruktur quasi waagerecht. Schon seit weit über einem halben Jahr hatten wir da immer diese Delle bei 1-5 Jahren drin. Das scheint tatsächlich vorbei - oder kommt die die wieder, wer weiß?

 

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Jedenfalls sind Anleihen heute hübsch gefallen - Kaufkurse?

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Geschrieben

Tja, und jetzt ist die Renditestruktur quasi waagerecht. Schon seit weit über einem halben Jahr hatten wir da immer diese Delle bei 1-5 Jahren drin. Das scheint tatsächlich vorbei - oder kommt die die wieder, wer weiß?

Jedenfalls sind Anleihen heute hübsch gefallen - Kaufkurse?

 

Von welcher der vielen Kurven sprichst du? Und welche Laufzeit hast du im Auge? Im Moment sind die Zinssenkungserwartungen bezüglich der EZB komplett aus dem Markt verschwunden. Höher geht es nur, wenn Zinserhöhungserwartungen aufkommen. Ob bei FED oder EZB ist fast egal, da die US-Zinsen zumindest kurzfristig den europäischen Markt mitziehen.

 

Kaufen sollte man, wenn die Renditen den eigenen langfristigen Erwartungen entsprechen.

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Geschrieben · bearbeitet von DrFaustus

Von welcher der vielen Kurven sprichst du? Und welche Laufzeit hast du im Auge? Im Moment sind die Zinssenkungserwartungen bezüglich der EZB komplett aus dem Markt verschwunden. Höher geht es nur, wenn Zinserhöhungserwartungen aufkommen. Ob bei FED oder EZB ist fast egal, da die US-Zinsen zumindest kurzfristig den europäischen Markt mitziehen.

 

Kaufen sollte man, wenn die Renditen den eigenen langfristigen Erwartungen entsprechen.

 

Ich bin mir nicht sicher ob Zinssenkungsfantasien bei den Marktteilnehmern verschwunden sind. Zumindest wenn man den ganzen Research-Mist der Banken liest müsste man glauben, dass diese immernoch von Zinssenkungen bis spätestens Dezember um 50Bp ausgehen. Oder sie schreiben das nur um Druck auf die EZB auszuüben.

 

Ich selbst glaube nach den Aussagen der Ratsmitglieder nicht mehr dran. Hinzu kommen rubuste Wirtschaftsdaten (Konjunkturerwartungen interessieren nicht :P )

 

Aber ich denke 70% der hohen Sätze sind die immernoch vorherrschende Unsicherheit unter den Banken. Man muss ich nur mal die historischen Spreads zwischen 12M Euribor und EONIA anschauen. Da liegen wir historisch hoch.

 

Wenn die Angst geht, fallen die Sätze vorne. Wenn die EZB nicht bald erhöht gehen die Sätze hinten aufgrund der gallopierenden Inflation nach oben. Man muss sich nur mal die Realrenditen anschauen. Da ist bei 3,XX Prozent Inflation nicht mehr viel verdient. Also > 5 Jahre würde ich im Moment nicht gehen. Auch wenn es nach Inversität aussieht. Aber ich trau dem Braten nicht.

 

Tja, und jetzt ist die Renditestruktur quasi waagerecht. Schon seit weit über einem halben Jahr hatten wir da immer diese Delle bei 1-5 Jahren drin. Das scheint tatsächlich vorbei - oder kommt die die wieder, wer weiß?

 

Schau dir mal die Delle bei der Swapkurve an. Die wir immer heftiger :w00t:

Da lässt sich Geld verdienen :- Sehr geil sag ich nur B)

 

Payer auf den 4 oder 5 Jahressatz gegen den 12er Euribor... Zur Not tuts auch der 6er. Und wenn die Delle wirklich verschwindet raushauen :thumbsup:

 

Ähhh, das stellt natürlich keine Anlageempfehlung dar!!!! Nicht das das jemand falsch versteht...

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Geschrieben

Ich bin mir nicht sicher ob Zinssenkungsfantasien bei den Marktteilnehmern verschwunden sind. Zumindest wenn man den ganzen Research-Mist der Banken liest müsste man glauben, dass diese immernoch von Zinssenkungen bis spätestens Dezember um 50Bp ausgehen.

 

Ich sprach davon, was der Markt einpreist, nicht was die Analysten schreiben. Das sind häufig zwei unterschiedliche Sachen. Nur zu den Marktsätze kann man investieren, weshalb es eigentlich egal ist, was sonst irgendwo geschrieben wird. Auf Basis der EONIA-Swaps kann man auch bei den aktuell total verzerrten Geldmarktsätzen die Markterwartungen gut abgreifen. Gestern war sogar erstmals seit langem eine Zinserhöhung um 25BP bis Oktober eingepreist. Ich war selbst überrascht, ging aber heute zum Teil schon wieder raus.

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Geschrieben

Tja, und jetzt ist die Renditestruktur quasi waagerecht. Schon seit weit über einem halben Jahr hatten wir da immer diese Delle bei 1-5 Jahren drin. Das scheint tatsächlich vorbei - oder kommt die die wieder, wer weiß?

 

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Jedenfalls sind Anleihen heute hübsch gefallen - Kaufkurse?

 

 

Ich sprach davon, was der Markt einpreist, nicht was die Analysten schreiben. Das sind häufig zwei unterschiedliche Sachen. Nur zu den Marktsätze kann man investieren, weshalb es eigentlich egal ist, was sonst irgendwo geschrieben wird. Auf Basis der EONIA-Swaps kann man auch bei den aktuell total verzerrten Geldmarktsätzen die Markterwartungen gut abgreifen. Gestern war sogar erstmals seit langem eine Zinserhöhung um 25BP bis Oktober eingepreist. Ich war selbst überrascht, ging aber heute zum Teil schon wieder raus.

 

Die EONIAS schwanken oft um die 25 BP um den Hauptrefisatz. Mal nach oben mal nach unten. Das liegt aber eher an der Liquidität die bei den Tendern nachgefragt wird, als an den Erwartungen.

 

Und wer ist deiner Meinung nach der "Markt"? Die Euribor-Sätze werden jedenfalls außschließlich von Banken gestellt. Und diese Banken haben alle ein eigenes Research welches eine Zinssenkung herbeiredet (oder herbeireden will).

 

Schau dir mal die Euribor-Sätze seit Ausbruch der Krise an. Da gings zu wie beim Riesenradfahren. Aber da war am Anfang gar nichts mit Erwartungen sondern die pure Angst... und ich meine das ist auch heute noch so. Man muss sich nur mal anschauen wie Risikoscheu die Banken geworden sind. Ich hab da was läuten hören, dass manche Banken nichtmal mehr Ihren Kunden CMS-Swaps anbieten dürfen (selbst wenn diese den Mist von sich aus kaufen wollen), weil Ihre Hedging-Linien ausgeschöpft sind. Also nicht die der Kunden, sondern die der Banken!

Da braucht man Liquidität ohne Ende. Aber die ist (noch) nicht da...

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Geschrieben

Die EONIAS schwanken oft um die 25 BP um den Hauptrefisatz. Mal nach oben mal nach unten. Das liegt aber eher an der Liquidität die bei den Tendern nachgefragt wird, als an den Erwartungen.

Und wer ist deiner Meinung nach der "Markt"? Die Euribor-Sätze werden jedenfalls außschließlich von Banken gestellt. Und diese Banken haben alle ein eigenes Research welches eine Zinssenkung herbeiredet (oder herbeireden will).

 

Der EONIA schwank täglich, hat aber den Vorteil, dass er im Schnitt sehr nah am Leitzins ist. Daran hat sich durch die Krise nichts geändert. EONIA-Swaps sind Swapgeschäfte über einige Monate, bei denen der variable Teil der EONIA ist. Da hier nur die Zinsströme getauscht werden, spielen Liquiditätsaspekte hier kaum eine Rolle. Aus den fixen Sätzen kann man deshalb relativ gut die Leitzinserwartungen berechnen.

 

Wie du selbst schreibst sind die EURIBOR-Sätze durch die extreme Liquiditätspräferenz am Interbankenmarkt nach oben verzerrt. Man kann aus ihnen daher derzeit wenig ableiten außer, dass der Interbankenmarkt noch immer nicht richtig funktioniert. Die "normalen" Swap-Sätze mit dem EURIBOR als variablem Teil werden natürlich durch diesen ebenfalls verzerrt.

Für Staatsanleihen ist dies aber egal. Die orientieren sich an den Erwartungen für den Leitzins. Warum sollte der Staat als zuverlässiger Schuldner mehr Zinsen zahlen, wenn die Banken Probleme haben?

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Geschrieben

Der EONIA schwank täglich, hat aber den Vorteil, dass er im Schnitt sehr nah am Leitzins ist. Daran hat sich durch die Krise nichts geändert. EONIA-Swaps sind Swapgeschäfte über einige Monate, bei denen der variable Teil der EONIA ist. Da hier nur die Zinsströme getauscht werden, spielen Liquiditätsaspekte hier kaum eine Rolle. Aus den fixen Sätzen kann man deshalb relativ gut die Leitzinserwartungen berechnen.

 

Sorry, hab mich verlesen. Ich dachte du meinst die EONIA-Sätze und nicht die Swap-Sätze.

 

Wie du selbst schreibst sind die EURIBOR-Sätze durch die extreme Liquiditätspräferenz am Interbankenmarkt nach oben verzerrt. Man kann aus ihnen daher derzeit wenig ableiten außer, dass der Interbankenmarkt noch immer nicht richtig funktioniert. Die "normalen" Swap-Sätze mit dem EURIBOR als variablem Teil werden natürlich durch diesen ebenfalls verzerrt.

Für Staatsanleihen ist dies aber egal. Die orientieren sich an den Erwartungen für den Leitzins. Warum sollte der Staat als zuverlässiger Schuldner mehr Zinsen zahlen, wenn die Banken Probleme haben?

 

Weil sonst keiner seine Anleihen kauft und er insolvent wird? Ich weiß, dass ist im Moment nicht der Fall, aber könnte durchaus sein ;-)

 

Darf ich fragen was du beruflich machst weil du dich so gut mit Swaps auskennst?

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Darf ich fragen was du beruflich machst weil du dich so gut mit Swaps auskennst?

 

Ich bin Volkswirt und da ich bei einer Bank arbeite, gehört die Analyse des Rentenmarktes quasi zu meinem täglichen Brot.

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Ich bin Volkswirt und da ich bei einer Bank arbeite, gehört die Analyse des Rentenmarktes quasi zu meinem täglichen Brot.

 

Ahh! Du bist einer von denen die den Research-Mist schreiben :w00t::w00t:

Nichts für ungut :thumbsup:

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Geschrieben

Ahh! Du bist einer von denen die den Research-Mist schreiben :w00t::w00t:

Nichts für ungut :thumbsup:

Ich denke es ist nicht alles Mist. Aber der Blick in die Zukunft ist immer schwer, deshalb kann man aus meiner Sicht vor allem mit einer guten Analyse des Ist-Zustandes einen Mehrwert bringen und Szenarien aufzeigen. Daraus kann sich dann ein Risikoprofil für ein konkrete Anlageidee ergeben. So differenziert denken aber viele Kunden gar nicht.

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Geschrieben

Ich denke es ist nicht alles Mist. Aber der Blick in die Zukunft ist immer schwer, deshalb kann man aus meiner Sicht vor allem mit einer guten Analyse des Ist-Zustandes einen Mehrwert bringen und Szenarien aufzeigen. Daraus kann sich dann ein Risikoprofil für ein konkrete Anlageidee ergeben. So differenziert denken aber viele Kunden gar nicht.

 

Nein sicher nicht. Wir orientieren uns NUR an Szenarien. Das Research ist nur immer ne ganz nette Nebenlektüre um sich mal wieder über die Banken aufzuregen :lol:

 

Ok, jetzt aber Schluss mit Off-Topic Gespamme...

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Ok, jetzt aber Schluss mit Off-Topic Gespamme...

 

Danke, der Thread ist nämlich wirklich interessant.

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Geschrieben · bearbeitet von Delphin

Mal wieder Zeit für eine Zinskurve:

 

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Vor allem das mittlere bis kurze Segment ist erheblich gestiegen! Wir sind im Prinzip waagerecht, aber es deutet sich schon eine inverse Zinsstruktur auf. Auffällig finde ich, dass gerade bei den 2- und 3-jährigen auch die Jumbos (blaue Linie) einen Spread von über 70 Basispunkten haben. Das ist vielleicht etwas mehr als eine Liquiditätsprämie, da scheinen einige den Pfandbriefen nicht ganz zu trauen auf Sicht von 2-3 Jahren (oder seht ihr das anders?).

 

Na ja, ist ja auch egal, warum das so ist, ich hatte mir am Wochenende überlegt heute zu kaufen. 4,5% auf 5 Jahre finde ich fair, wenn wir in drei Monaten Renditen bei über 5% haben, dürft ihr mich auslachen, damit kann ich leben. Auch bei den kurzfristigeren Bundespapieren gibt es einige hübsch unter pari, mit Renditen bis 4,75%. Ist vielleicht noch nicht das Ende der Fahnenstange, aber fängt an interessant zu werden. Auch kurzlaufende Pfandbriefe sind derzeit sehr rentabel, das können schon viele Festgeldangebote einpacken, werde da vielleicht noch die nächsten Tage zuschlagen. ;)

 

Übrigens ist die Inflationserwartung für 5 Jahre auf knapp 2,4% gestiegen, das ist nicht wenig. Andererseits bietet die WKN103051 jetzt eine reale Rendite von über 2%, das ist trotz allem absolut gesehen gar nicht so schlecht.

 

Und mal zur Abwechslung den Bobl-Future, da sieht man gut, dass wir im Grunde wieder da stehen, wo wir letzten Sommer standen, nur damals haben die meisten geglaubt, dass die Renditen klar richtung 5% gehen (Bobl-Future von 104,3), stattdessen wollten ab Ende Juli immer mehr Leute Staatsanleihen kaufen...

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Geschrieben

Das kurze Ende hat das Nachsehen

 

09. Juni 2008 Für viel Wirbel hat der ungewöhnlich deutliche Hinweis der EZB am Freitag gesorgt, dass man wohl bereits im Juli die Leitzinsen erneut anheben wird. Goldman-Sachs-Chefvolkswirt Jim O'Neill etwa führt den sensationellen Anstieg des Ölpreises am Freitag darauf zurück.

 

Angesichts der Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet ist der Dollar wieder unter Druck geraten und dies hat abermals Auftrieb beim Ölpreis ausgelöst, sagte O'Neill am Sonntag am Rande einer Wirtschaftskonferenz in St. Petersburg. Er verwies darauf, dass der starke Anstieg zu einem Zeitpunkt gekommen sei, wo sich eigentlich eine Stabilisierung des Ölpreises abgezeichnet habe.

 

Schreck in der Morgenstunde

 

Erwartungsgemäß zeigen sich die Aktienmärkte darob am Montag deutlich schwächer. Doch die heftigsten Bewegungen gibt es am Anleihenmarkt und dort am langen Ende. Entgegen der Voraussage einer behaupteten Tendenz legte der Bund-Future, der Terminkontrakt auf langlaufende Bundesanleihen bis deutlich über 100 Basispunkte zu, bevor er sich dann wieder deutlich beruhigte. Dagegen bleib es am kurzen Ende ruhig: Der Bobl-Future legte in der Spitze weniger als 20 Basispunkte zu und notiert aktuell deutlich im Minus.

 

Die Wende beim absoluten Renditeniveau ändert die deutliche Tendenz zur strukturellen Verschiebung aber nicht. Derzeit liegen die Renditen für kurzlaufende Anleihen über denen der Langläufer. Während die zehnjährige Bundesanleihe mit 4,37 Prozent rentiert, liegt die Rendite der fünfjährigen Anleihen bei 4,52 Prozent und die der zweijährigen sogar bei 4,70 Prozent.

 

Damit ist auch die sukzessive Invertierung der Zinsstrukturkurve weiter, die sich in den vergangenen Wochen ergeben hatte. Offenbar rechnen die Anleihenmärkte nicht nur mit kurzfristig höheren Zinsen, sondern auch mit längerfristig deutlich niedrigeren und spekulieren so auf eine Konjunkturabschwächung.

 

Preis steigen kurzfristig

 

Dafür lieferten jüngste Meldungen auch wieder Nahrung. Die Bundesbank hat ihrer Inflationsprognose für das laufende Jahr auf drei Prozent angehoben und das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) will dieser gleich tun. Die Zentralbanker rechnen 2009 auch mit deutlich höheren Raten von 2,2 statt wie bisher 1,5 Prozent.

 

Die Bundesbank betrachtet die Wachstumsrisiken als ausgewogen, sieht aber für die Preisentwicklung sowohl auf kurze als auch auf mittlere Sicht Aufwärtsrisiken. Ein sich verstärkender Lohnkostendruck könnte bei weiter steigenden Vorleistungspreisen

neue Preiserhöhungsrunden auslösen, heißt es in dem Bericht, der auf dem Beitrag der Bundesbank zu dem am Donnerstag veröffentlichten Stabsprojektionen der Europäischen Zentralbank (EZB) basiert.

 

Das Preisklima in Deutschland sei derzeit erheblich eingetrübt und dürfte sich nur allmählich aufhellen. Dahinter stünden vor allem die stark gestiegenen Energiepreise, aber auch eine ungünstigere Preistendenz bei Nahrungsmitteln. Erst für das Ende 2008 rechnet die Bundesbank bei schrittweise nachlassendem Preisdruck im Energiebereich und Korrekturen bei Nahrungsmitteln mit Teuerungsraten auf der Verbraucherstufe von weniger als 3 Prozent. Im Verlauf des Jahres 2009 könnte sich der Preisanstieg auf 2 Prozent ermäßigen, heißt es.

 

Wachstumsraten sinken mittelfristig

 

Und während die Bundesbank zudem die Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr von 1,6 auf kalenderbereinigt 2 Prozent angehoben hat, hat sie gleichzeitig die entsprechende Schätzung für 2009 auf 1,4 Prozent von vormals 2 Prozent gesenkt. Auch die OECD erwartet eine Konjunkturabschwächung und senkte ihre Wachstumsprognose für 2009 um einen halben Prozentpunkt.

 

Und damit ist Deutschland noch eine Konjunkturlokomotive im Euroraum. Die EZB rechnet 2008 mit einem Wachstum von 1,5 bis 2,1 Prozent und 2009 von ein bis zwei Prozent. Die Bruttoanlageinvestitionen sollen 2009 sogar sinken. Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat derweil ihre gesamtwirtschaftlichen Prognosen für das Land für 2008 bis 2010 um 0,3 bis . 0,6 Prozentpunkte reduziert.

 

Die unterschiedlichen Erwartungen für unterschiedliche Länder des Euroraums spiegelt sich in den Zinsstrukturen wider. So sind die Erwartungen für Deutschland deutlich negativer und werden nur von den für Großbritannien übertroffen, während man für andere europäische Länder wie Frankreich eine eher moderate Entwicklung erwartet, da dort das Wachstum bislang auch nicht so ausgeprägt war.

 

Was die Anleihenmärkte fürchten ist eine deutliche Bremsung des Wachstums durch die Inflation. Mahnendes Beispiel könnte etwa Estland sein. Wies das Land im zweiten Quartal 2006 noch die höchste Wachstumsrate in der EU auf, so stand man im ersten Quartal des laufenden Jahres an letzter Stelle.

 

Technische Analysten rechnen auf weiter Invertierung der Zinsstruktur

 

Die Wirtschaft stagnierte praktisch, Konsum und Exporte fielen. Ursache ist ein beschleunigter Preisauftrieb, der das Verbrauchervertrauen gedämpft und die Kreditzinsen verteuert hat. Zwar spielen auch Sonderfaktoren eine Rolle, weil Russland nach der Schleifung eines sowjetischen Kriegerdenkmals in Tallinn seine Ölausfuhren über estische Häfen gedrosselt hat. Doch das Abebben des Baubooms und fallen Einzelhandelsumsätze sind dadurch nicht hervorgerufen. Mittlerweile rechnet der Internationale Währungsfonds mit einer Rezession im laufenden Jahr. Zweitrundeneffekte des aktuellen Preisdrucks könnten auch im Euroraum für eine weitere Beschleunigung der Inflation sorgen und das Wachstum belasten, wenn sich die Preiserwartungen verfestigen.

 

Mittelfristig scheinen die Anleihenmärkte mit einem nachlassenden Preisdruck von den Rohstoffmärkten zu kalkulieren, der die Notenbanken dann in die Lage versetzen würde, die Zinsen wieder herunterzunehmen. Kurzfristig aber werden sie zu weiteren Anhebungen gezwungen sein. Die technischen Analysten von Mizuho rechnen mit einer weiteren Invertierung der Zinsstrukturkurve und einem deutlich niedrigeren Anleihe- gegenüber Geldmarktrenditen.

 

FAZ-Artikel vom 09.06.08, nachzulesen hier

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Geschrieben

Mal zum Vergleich nebeneinander, da hat sich schon einiges verschoben in den wenigen Wochen.

 

27.4.08----------------------------------------------------------------------------------------9.6.08

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Ist mir auch schon aufgefallen, Anleihen werfen wieder schöne Renditen ab. Der Markt erwartet wohl ne Zinserhöhung.

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Vor allem das mittlere bis kurze Segment ist erheblich gestiegen! Wir sind im Prinzip waagerecht, aber es deutet sich schon eine inverse Zinsstruktur auf. Auffällig finde ich, dass gerade bei den 2- und 3-jährigen auch die Jumbos (blaue Linie) einen Spread von über 70 Basispunkten haben. Das ist vielleicht etwas mehr als eine Liquiditätsprämie, da scheinen einige den Pfandbriefen nicht ganz zu trauen auf Sicht von 2-3 Jahren (oder seht ihr das anders?).

 

Na ja, ist ja auch egal, warum das so ist, ich hatte mir am Wochenende überlegt heute zu kaufen. 4,5% auf 5 Jahre finde ich fair, wenn wir in drei Monaten Renditen bei über 5% haben, dürft ihr mich auslachen, damit kann ich leben. Auch bei den kurzfristigeren Bundespapieren gibt es einige hübsch unter pari, mit Renditen bis 4,75%. Ist vielleicht noch nicht das Ende der Fahnenstange, aber fängt an interessant zu werden. Auch kurzlaufende Pfandbriefe sind derzeit sehr rentabel, das können schon viele Festgeldangebote einpacken, werde da vielleicht noch die nächsten Tage zuschlagen. ;)

 

Im Moment preist der Markt schon gut 3 Zinserhöhungen ein. Eine nächsten Monat, die hat Hr. Trichet ja praktisch schon angekündigt. Eine weitere so bis Oktober und die dritte im ersten Quartal 2009. Das ist schon eine ganze Menge, dann würde der Leitzins bei 4,75% stehen. Wenn der Ölpreis weiter so steigt, könnte es vielleicht dazu kommen. Lange hält das die Wirtschaft aber nicht aus. Die Kurve ist schon leicht invers, weil der Markt auch nicht glaubt, dass der Zins auf diesem hohen Niveau langfristig bleiben kann. Es sind also auf lange Sicht wieder ganz leichte Zinssenkungen drin. Ist jetzt sicher kein schlechter Zeitpunkt zum Kauf. Wenn ich mich nicht letzten Juli schon ordentlich eingedeckt hätte, hätte ich schon zugeschlagen. So schaue ich mir das noch ein bisschen an.

 

Das mit den Pfandbriefen geht wohl im wesentlichen auf die hohe Liquiditätspräferenz am kurzen Ende zurück. Die Spreads am Geldmarkt sind ja auch weiter extrem hoch. Pfandbriefe sind gerade in dieser angespannten Situation eben lange nicht so liquide wie Staatsanleihen. Der Handel mit Pfandbriefen ist noch immer recht dünn. Für Privatanleger ist diese aber ohne Bedeutung, im Gegenteil die Liquiditätsprämie kam man doch zusätzlich einsacken.

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Zur Zeit kann man echt Seekrank werden wenn man die ZSK verfolgt. Da sind Tagesschwankungen drin, das ist unglaublich. Vielleicht weiß Troman da mehr woher diese exorbitanten Schwankungen kommen... Beispiel: 10 Jahres-Swap-Satz: Innerhalb von 2 Tagen von 4,85 auf 4,70 und jetzt wieder zurück auf 4,94.

 

Mir kommt es vor als kann man sich nicht recht entscheiden, ob die inverse Struktur so bleibt oder nicht. Ich denke es wird viel von der Wirtschaft abhängen. Kolabiert die Wirtschaft werden wir noch inverser. Bleibt sie rubust, werden wir spätestens gegen Ende des Jahres wieder eine fast normale Kurve sehen. Allerdings auf einen hohem Niveau von 5% im kurzen und bis zu 6,5%-7% im langen Ende. Heute wird es wieder leicht flacher. Aber das kann in 10 Minten ja schon wieder anders sein.

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Zur Zeit kann man echt Seekrank werden wenn man die ZSK verfolgt. Da sind Tagesschwankungen drin, das ist unglaublich. Vielleicht weiß Troman da mehr woher diese exorbitanten Schwankungen kommen... Beispiel: 10 Jahres-Swap-Satz: Innerhalb von 2 Tagen von 4,85 auf 4,70 und jetzt wieder zurück auf 4,94.

 

Mir kommt es vor als kann man sich nicht recht entscheiden, ob die inverse Struktur so bleibt oder nicht. Ich denke es wird viel von der Wirtschaft abhängen. Kolabiert die Wirtschaft werden wir noch inverser. Bleibt sie rubust, werden wir spätestens gegen Ende des Jahres wieder eine fast normale Kurve sehen. Allerdings auf einen hohem Niveau von 5% im kurzen und bis zu 6,5%-7% im langen Ende. Heute wird es wieder leicht flacher. Aber das kann in 10 Minten ja schon wieder anders sein.

 

Die starken Schwankungen kommen wohl von der Auflösung vieler Versteilungs-Trades. Dabei wird darauf gesetzt, dass die Kurve steiler wird. Das passiert in der Regel wenn die Leitzinsen gesenkt werden. In den letzten Monaten waren solche Sachen populär, da ja auf Zinssenkungen spekuliert wurde. Nachdem Trichet die Zinserhöhung angekündigt hat, sind die Chancen für eine kurzfristige Versteilung nicht mehr besonders gut.

Konkret sieht das so aus, dass man Long geht bei 2jährigen und Short bei 10jährigen. Wird das ganze nun wieder aufgelöst, so muss man 10jährige kaufen. Dadurch wurde der Zins wohl temporär wieder stark nach unten gedrückt. Sicher weiß man es aber nie, ob es wirklich daran lag, klingt aber nicht ganz unlogisch. Auf jeden Fall haben diese Position ordentliche Verluste eingefahren.

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Hi Leute,

 

bin immer noch auf der Suche nach einer Zinsstrukturkurve der Slowakei, diese müsste ja in den letzten Jahren flacher geworden sein, im Zuge der Anpassungen an die Eurozone. Leider habe ich immer noch keine Abbildung dazu gefunden

 

Wäre für Tipp dankbar !

 

lg

Stephie

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