Flughafen

Strategisch-taktische Überlegungen

44 Beiträge in diesem Thema

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Für 25% der Bevölkerung ist Wohlstand ein besonderer Antrieb in ihren Handlungen. Ich gehöre auch dazu. :)

 

Nun habe ich mich gefragt: was ist eigentlich Wohlstand? Das Statistische Bundesamt hat sich auch bereits dazu Gedanken gemacht (Wie misst man Wohlstand?) und einige Ansätze der Bundestags-Enquete-Kommission "Wachs­tum, Wohlstand, Lebens­qualität" sind wirklich nicht schlecht, allerdings immer noch zu Makro-orientiert.

 

Mich interessiert aber: wie messe ich meinen persönlichen Wohlstand? Z.B. eine Veränderung von einem Jahr zum anderen. Mal schauen, vielleicht finde ich bei Stiglitz und den Ergebnissen seiner Kommmision mehr Nützliches.

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Geschrieben

Als Fan von "frugality" vergleiche ich gerne meine Sparquote und meinen "trotzdem" erreichten Lebensstandard mit Sparquote und Lebensstandard von "peers". Bin meistens zufrieden. Wenn man aber eher am Ausgeben interessiert ist, ist das sicher kein Indikator, der einen glücklich macht.

 

Z.B.: hochwertigere Möbel, Kleidung, Reisen als Vergleichspersonen mit gleichem Einkommen und kleinerem Depot.

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Geschrieben

eine wichtige Frage ist: Woran machst du Wohlstand fest?

 

Wohlstand kann sein, viel Materielles zu besitzen - wenn es einem danach beliebt.

Andere fühlen sich in ihrem einfachen Leben wohl, besitzen nicht vieles oder wertvolles - haben dafür aber mehr Zeit für sich, Familie bzw. müssen weniger arbeiten...

 

Zieht man den Kreis weiter kann man sagen: Wohlstand ist: volle Lebensmittelläden (man kann kaufen, auf was man gerade Lust hat), jederzeit die Möglichkeit einen Arzt zu besuchen, Mobilität ist in unseren Breitengraden i.d.R. auch kein Problem usw.

 

Bei der Messung des Wohlstandes kommt es halt auf den Benchmark an... vergleiche ich unsere Land mit anderen Ländern, mein Gehalt mit anderen, mein Leben mit dem meines Nachbarn...

 

jeder ist anders glücklich :-

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Geschrieben

Woran mache ich Wohlstand fest?

Ein Ansatz könnte sein, die Bedürfnisse und deren Befriedigung zu erfassen und zu vergleichen.

 

Dazu fällt mir aus dem Studium die Maslowsche Bedürfnishierarchie ein, woran man doch schon einiges konkret festmachen kann.

 

Die Pyramide besteht aus den 5 Stufen:

 

1. Physiologie Bedürfnisse

2. Sicherheitsbedürfnisse

3. Soziale Bedürfnisse

4. Individualbedürfnisse

5. Selbstverwirklichung

 

Je einfacher und vollständiger die einzelnen Stufen erfüllt werden, desto höher der Wohlstand.

So würde man zumindest ein Raster für die Messung des Wohlstand erstellen können. Die Bewertung wird wohl viel sehr inidividuell und subjektiv sein.

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Geschrieben

eine wichtige Frage ist: Woran machst du Wohlstand fest?

 

Unter anderem ist das die Frage, die ich versuche, für mich zu beantworten. :) Ich suche nach präzisen Parametern, wie man auf der persönlichen Ebene den Wohlstand messen kann. Möglichst in Zahlen. Über Geld allein ist das definitiv nicht machbar.

 

 

Z.B. liege ich statistisch unter den 10% der Bestverdienenden. OK, das sollte ein Grund für Freude sein. Nur hilft mir das herzlich wenig, ein Einfamilienhaus zu kaufen, weil man dafür bei München nichts bekommt. Man müsste sich entweder massiv und unvernünftig verschulden oder Geld aus anderen Quellen als eigene Arbeit (z.B. Erbe) in so ein Projekt stecken. Zum Vergleich: in der Nachkriegszeit konnte sich ein Lagerhilfsarbeiter bei Paulaner noch von seinem Gehalt ein Haus innerhalb des Mittleren Ringes (gilt heute als zentrumsnah) bauen. Als heutiger „Spitzenverdiener“ kannst Du Dir das nicht mehr leisten.

 

Ein anderes Beispiel: die Familie einer Bekannten hungerte in den turbulenten 90ern in der Ukraine. Meine Tante wohnte damals noch in Russland und unterhielt mit ihrem Mann drei Schrebergärten. Die Währung war in beiden Ländern zusammengebrochen, die Wirtschaft hat nicht funktioniert und beide hatten kein Geld. In Russland war damals übrigens Wodka ein gängiges Zahlungsmittel. :) In Geld gemessen waren beide ähnlich arm, beide hatten kein Geld. Der Wohlstand der Tante war aber wesentlich höher. Sie besaß Produktionsmittel und hatte immer was zu essen.

 

Geld sagt also nichts darüber aus, inwieweit die Bedürfnisse eines Menschen befriedigt werden können, wie weit weg die Person von der Befriedigung ihrer Bedürfnisse entfernt ist. Daher ist es kein geeigneter Indikator für die Wohlstandsmessung.

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Geschrieben

Wohlstand bedeutet aber für jeden was anderes... :huh:

 

- jeder formuliert seine eigenen Ziele im Leben und somit ist das niemals vergleichbar bzw. messbar

- wie du schon gesagt hast: der eine kauft ein Haus auf dem Land von seiner Kohle und ist mit der Ruhe zufrieden -> der andere bekommt für mehr Geld in München max. ne Hundehütte und ist unzufrieden

- Wohlstand ist keine Maxime von materiellen Gütern -> Gesundheit, ein intaktes Familienleben, gute Freunde sind eher die Grundlage für "Wohlstand"

- "Geld macht nicht glücklich" - manche sind reich an tollen Sachen, wofür sie von anderen beneidet werden... sind aber ggf. verstritten, vergeizt, mißtrauig gegenüber anderen (weil jeder nur "sein" Geld will und damit unglücklich im Leben

 

Wohlstand ist die Summe aller für einen selber wichtigen Dinge im Leben - die man um sich scharrt! :D

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Geschrieben · bearbeitet von Flughafen

Muss Euch zustimmen, dass Wohlstand ist wohl nicht für alle gleich definierbar. :)

 

Mein Interesse zu dem Thema resultiert aus dem Misstrauen in die öffentlichen Inflationszahlen. Ich glaube nicht an 1-2% Inflation. Vermute, dass man uns mit dieser Zahl belügt und betrügt. Mit den gefühlten 4-5% Inflation habe ich aber leider auch ein Glaubensproblem. Habe meine Gehaltsentwicklung seit 2001 nachgerechnet, - mein Brutto-Gehalt ist um jährlich 1,4% gestiegen. Wenn wir eine tatsächliche Inflation von 4% hätten, wäre die Kaufkraft um jährlich 4 – 1,4 = 2,6% gefallen. Die reale Kaufkraft würde heute nur noch 73% des Gehalts von 2001 betragen und das müsste sich in der Tasche doch deutlich bemerkbar machen?

 

Evtl. gibt es diesen Kaufkraftverlust tatsächlich, vielleicht spüre ich ihn nur nicht? Ich liebe das Sparen und suche ständig nach neuen Sparmöglichkeiten, es ist mir eine Freude. :blushing: Auch wird man mit der Zeit ja erfahrener und traut sich zu, mehr zu machen. Vor 10 Jahren habe ich noch ein schickes hochwertiges Bücheregal für 2000€ gekauft, heute würde ich sie selbst machen. Hochwertiges Hartholz bekommt man im Baumarkt schon sehr günstig, sie schneiden es Dir auf Deine Maße kostenlos zu, das Möbel-Öl kostet 20€, Du musst nur noch mit einen alten Baumwolle-Lappen die Bretter einölen und zusammenschrauben. Materialkosten 200-250€. Die Glastüren könnte man evtl. separat bestellen, mit Beschlägen wären es noch 200-400€. Für 400€ würde ich es aber nicht mehr machen, beim wöchentlichen Staubputzen einmal darüber wischen bringt mich nicht um, und die 400€ behalte ich lieber. ;)

 

Und so geht es mir in vielen Dingern. Ich empfinde es auch nicht als Anstrengung, und habe es auch nicht wirklich notwendig, es macht halt Spaß. In ein Restaurant zu gehen ist eine Sache und kann mit seinen Liebsten gelegentlich durchaus angenehm sein. Einen 2-Kilo-Killer-Lachs aus dem Golf von Alaska von Aldi nach Hause mitzunehmen, diesen mit einem Elektro-Messer zu zerstückeln zerkleinern und dann mit Gemüse und evtl. noch feinen Kräutern im Backofen zu dünsten, - das macht auch Freude. Man fühlt sich als Gewinner an der Spitze der Nahrungskette, das Kochen beruhigt mich seelisch, macht mich ausgewogener, und die Leibsten bekommen genau das zu Essen, was jeder mag, auf den invividuellen Geschmack abgestimmt.

 

Dummerweise (nein, glücklicherweise!) nehmen solche Freuden von Jahr zu Jahr zu und da es auch noch Geld spart, kann ich gar nicht realistisch einschätzen, ob meine Kaufkraft tatsächlich sinkt.

Gefühlsmäßig stagniert das Gehalt (Tendenz sogar rückläufig), feste Ausgaben nehmen zu (Wohnkosten, Kinderunterhalt), und trotzdem bleibt gefühlsmäßig immer mehr Geld übrig. Irgendwie seltsam erscheint das alles?

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Geschrieben

eine wichtige Frage ist: Woran machst du Wohlstand fest?

 

Unter anderem ist das die Frage, die ich versuche, für mich zu beantworten. :)

 

 

An Eiern, zumindest in meinem Fall.

 

Meine Frau war einkaufen und erzählte mir danach, dass im Lebensmittelgeschäft ein Mann angebotene Eier begutachtete. Meine Frau sagte ihm, sie kann ihm die Eier sehr empfehlen, sie kauft diese Sorte schon lange, der Mann fragte, aber was kosten die Eier. Meine Frau musste ihm antworten, dass sie das leider nicht weiß. Mir geht es genauso, ich weiß auch nicht was Eier und andere Lebensmittel kosten.

 

Seitdem habe ich mich entschieden mich und meine Familie als wohlhabend zu betrachten, das ist also eine Entscheidung und kein Gefühl, besonders wenn man weiss, dass jährlich 8,8 Mio. Menschen am Hunger sterben, hörte ich gestern im Radio.

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Geschrieben

An Eiern, zumindest in meinem Fall.

...

Seitdem habe ich mich entschieden mich und meine Familie als wohlhabend zu betrachten, das ist also eine Entscheidung und kein Gefühl ...

 

1,29 € im Zehnerpack. :) Waren letzte Jahre 1,19. Die Eier aus Käfighaltung kosteten vor paar Jahren glaube ich 1,09€, aber sie habe ich aus Mitleid nie gekauft. Öko-Eier kosten so um die 35 Cent Stückpreis.

 

Ein Hintergrund meiner Wohlstands-Überlegungen war die Disbalance zwischen meinem Arbeitseinkommen (Gehalt) und den münchner Immobilienpreisen. Ich konnte nicht verstehen, wieso ich trotz meines überdurchschnittlichen Gehalts mir keine angemessene Immobilie leisten kann. Langsam keimte in mir der Zweifel auf, ob ein bezahlbarer Eigenheim aktuell überhaupt noch zum Wohlstand gehört, oder eher zu einem Luxus-Objekt geworden ist.

 

Ein aktueller Artikel aus der Wirtschaftswoche brachte Licht ins Dunkle:

 

nahezu in ganz Deutschland ist der Hauskauf auch für Durchschnittsverdiener ohne weiteres bezahlbar – vielerorts sogar für Haushalte, die unterdurchschnittlich verdienen.

 

Problematisch sind nur einige Orte, München ist leider fast der Spitzenreiter. Man solle monatlich ein verfügbares Haushaltseinkommen von 8.800 Euro haben, wenn man sich ein Durchschnittsobjekt in München leisten möchte. Das haben die Münchner mit durchschnittlich 3.775 € nicht. Auch ich nicht.

 

Das Problem war also nicht meine falsche Vorstellung vom Wohlstand, sondern dass die Preisrealität in München sich derart vom Einkommen der Bevölkerung abgekoppelt hat, dass bestimmte Sachen nicht funktionieren. Die mich umgebende Realität ist abnormal, nicht meine Wünsche. :)

 

So bin ich froh, dass ich mein Geld doch in Aktien reingesteckt habe.

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Geschrieben

1,29 € im Zehnerpack. :) Waren letzte Jahre 1,19. Die Eier aus Käfighaltung kosteten vor paar Jahren glaube ich 1,09€, aber sie habe ich aus Mitleid nie gekauft. Öko-Eier kosten so um die 35 Cent Stückpreis.

 

Kaum schreibt man sowas, schon geraten die Eier-Preise in Bewegung: Aldi senkt Preise für Eier und Instant-Kaffee. :lol:

 

 

Mich läßt der Gedanke nicht los, die persönliche Vermögens- und Einkommensentwicklung abzuschätzen und sie zu messen. Eins der Hindernisse dabei ist die Inflation. Würde es sie nicht geben, könnte man die Entwicklung problemlos in Euros messen. Da es die Inflation aber gibt, bringt so eine Messung herzlich wenig, denn der Euro von gestern hat eine andere Kaufkraft als der Euro von heute und von morgen.

 

Man könnte natürlich Euro-Werte um die offiziellen Inflationszahlen für Deutschland bereinigen, aber diese Zahlen sind mir zu allgemein, nicht individuell genug. Es gibt auch in einem durchschnittlich nur 30 cm tiefen See Ertrunkene, und für diese sagt Statistik wenig aus. Der Durchschnitt ist nicht individuell genug, um eine persönlche Aussage treffen zu können. Dazu gibt es zuviele Durchschnittswerte und preisliche Prozesse, die miteinander interferieren und eine höchst unterschiedliche Auswirkung auf mich persönlich haben. Interessant sind also nur persönliche Kennzahlen.

 

Als persönlichen Index für gefüllte Inflation habe ich früher gerne die Preise für öffentliche Verkehrsmittel und für eine Maß Wiesn-Bier genommen. Dann stellte sich raus, dass diese Preise für meinen Zweck ungeeignet sind.

Die Wiesnbier-Preise steigen jährlich deutlich über der Inflation, weil die Wiesn (Oktoberfest) sich immer mehr zu einer Touristen-Veranstaltung entwickelt. Und Touristen sind bereit ganz andere Bierpreise zu bezahlen, als Einheimische, - im Vergleich zu Flug- und Übernachtungskosten sind 10-15€ pro Liter Bier schließlich Peanuts.

Und die Preise für öffentlichen Verkehrsmittel sind in letzten Jahren in Deutschland besonders stark gestiegen, weil der Bund seine Zuschüsse kontinuerlich runtergefahren hat. Die hohen Wachstumsraten der Ticket-Preise spiegeln also nicht nur die real steigenden Kosten wider, sondern sind eine Summe aus diesen Kosten und Subventionsabbau.

An Preissteigerungen für Immobilien oder Grundstücke eine persönliche Inflation zu messen geht in München gar nicht, - diese Preise werden nicht vom Arbeitseinkommen, sondern von geerbten Geldern, Immobilienspekulationen und der Baupolitik gemacht.

 

Ich glaube zumindest einen persönlichen Wert für die Messung der persönlichen Vermögens- und Einkommensentwicklung gefunden zu haben, der von Inflationsentwicklung und Preisen unabhängig ist. Das sogenannte Net Value beschreibt das angehäufte eigene Vermögen in eigenen Jahresgehältern und läßt so interessante Messungen und Vergleiche zu. Jemand mit Jahreseinkommen 100 Tsd€, der ein Vermögen von 200 Tsd€ hat, ist weniger vermögend, als jemand mit Jahreseinkommen 50 Tsd€ und Vermögen 150 Tsd€. Der erste hat nur 2 Jahreseinkünfte zurückgelegt, der zweite - 3 Jahreseinkünfte. Das Net Value des Ersten ist 2, der Zweiten - 3. Natürlich berücksichtigt dieser Wert nicht die Kaufkraft und nicht die Ausgaben. Man kann auch argumentieren, dass die erste Person reicher ist, weil sie mehr Geld ausgibt und auch laufend ausgeben kann, als die Zweite. Vermögender ist sie aber nicht, denn die zweite Person kann es sich länger leisten, von ihren Ersparnissen zu leben.

Meinen Net Value verrate ich nicht. :)

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Geschrieben

Das Net Value des Ersten ist 2, der Zweiten - 3. Natürlich berücksichtigt dieser Wert nicht die Kaufkraft und nicht die Ausgaben. Man kann auch argumentieren, dass die erste Person reicher ist, weil sie mehr Geld ausgibt und auch laufend ausgeben kann, als die Zweite. Vermögender ist sie aber nicht, denn die zweite Person kann es sich länger leisten, von ihren Ersparnissen zu leben.

 

Ist so etwas realitätsnah? Ich bezweifle es.

 

Das würde bedeuten, dass bei einem "Fall der Fälle" jeder weiter so seinen Ausgaben frönt, wie vor dem Ereignis. Dass dies durchaus sein kann (aus persönlichen Gründen oder aus verpflichtenden), mag durchaus sein. Nur für eine allgemeine Betrachtung reicht Dein Vorschlag m. E. nicht aus.

 

Gruß

€-man

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Geschrieben

ich finde die Kennzahl gar nicht so falsch. Natürlich kann man seinen Lebensstandard droßeln, aber wer vorher in Villa mit Bediensteten gelebt hat, wird nicht direkt in die 1-Zimmer Wohnung ziehen. Für ihn ist auch der Umzug in ein Reihenhaus schon ein harter Downgrade (natürlich pauschalisiert).

 

Vielleicht wäre ja das Vermögen/Lebenshaltungskosten(~Ausgaben) p.a. ein besserer Index?

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Geschrieben · bearbeitet von xenopus

Vielleicht wäre ja das Vermögen/Lebenshaltungskosten(~Ausgaben) p.a. ein besserer Index?

 

Bei Startups nennt man das die Burnrate. Wie viele Monate dauert es, bis das Venture Capital "verbrannt" ist und der Laden dicht machen muß. Auch für Privathaushalte keine schlechte Kennzahl. Wie lange können wir von unseren Ersparnissen leben, bevor wir auf Hartz IV sind?

Die Burnrate misst natürlich keinen absoluten Wohlstand, sondern nur einen relativen.

- 120.000 € mit monatlichen Ausgaben von 10.000 €

- 12.000 € mit monatlichen Ausgaben von 1.000 €

Die Burnrate ist jedesmal 12.

 

Burnrate gegen unendlich = finanzielle Unabhängigkeit.

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Geschrieben

Das sagt aber auch nicht zwangsläufig etwas über den Wohlstand aus.

 

Wer viel Geld hat, aber wenig verdient fühlt sich nicht zwangsläufig reich. Für das Wohlstandsgefühl ist mMn eher das Einkommen als das Vermögen maßgeblich. Das erklärt auch, warum sich alte Menschen oft arm fühlen, obwohl sie objektiv betrachtet mehr Geld haben, als sie ausgeben können.

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Geschrieben · bearbeitet von asche

Da muss ich mal widersprechen: Reich ist, wer viel Geld hat, nicht wer (derzeit) viel verdient. Sieht man gut in München - Hauskauf hängt am vorhandenen Geld, nicht am (dauerhaften) Verdienst.

 

Aber im Zweifel: reich sind immer die anderen, nicht man selbst.

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Geschrieben · bearbeitet von chartprofi

Da muss ich mal widersprechen: Reich ist, wer viel Geld hat, nicht wer (derzeit) viel verdient. Sieht man gut in München - Hauskauf hängt am vorhandenen Geld, nicht am (dauerhaften) Verdienst.

 

so ist es ... wer keinen Besitz hat und dennoch viel verdient ist genauso arm wie die firma, die viel umsetzt und keinen cent auf dem konto hat... und dazu noch die infrastruktur verkauft hat um sie zurückzuleasen

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Geschrieben

Armut / Wohlstand / Reichtum muss jeder für sich selbst definieren.

 

Ich habe das für mich so definiert (nur finanziell; z.B. Zeit & Gesundheit muss separat betrachtet werden):

 

1. Arm ist jemand, der gerade soviel -oder weniger- verdient, wie er zum Überleben braucht. Überleben heißt für mich nicht: inkl. Urlaub, Fernseher etc. Man muss also wirklich Existenzsorgen haben.

2. Wohlhabend ist jemand, der deutlich mehr verdient als er zum Leben braucht. (z.B. Doppelverdiener die mit einem Gehalt oder weniger auskommen). Es bleibt somit genug übrig für einen langfristigen Vermögensaufbau. Zusätzlich muss ein Polster für Durststrecken vorhanden sein (z.B. für 1-2 Jahre).

3. Reich ist jemand der genügend passives Einkommen hat, so dass er nicht mehr für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss.

 

Die Defintionen sind natürlich relativ, aber das ist auch so gewollt. Beispiel zu Punkt 2:

Jemand der 2.000€ pro Monat verdient, aber nur 1.000€ braucht, der ist wohlhabender als jemand, der 5.000 € verdient, aber 3.000€ braucht. Der erste wird schneller reich als der zweite. Insofern hat auch (fast) jeder Einflussmöglichkeiten auf seinen "Reichtumsstatus".

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Geschrieben

Ich bitte die Diskussionspartner um Verzeihung, wenn ich in diesem Thema manchmal lange nicht antworte. Da gerade strategische Überlegungen wegen der Schwere ihrer Auswirkung doch sehr ausgewogen sein müssen, lasse ich mir manche interessanten neuen Gedanken von Euch sehr ausführlich durch den Kopf gehen. Ich beobachte, wie sie zu meiner Situation passen oder suche gezielt nach mehr Informationen.

 

Der Gedanke von Noob1981

 

Vielleicht wäre ja das Vermögen/Lebenshaltungskosten(~Ausgaben) p.a. ein besserer Index?

 

gefällt mir im Endeffekt sehr gut. :thumbsup: Die Lebenshaltungskosten sind einerseits absolut individuell. Sie sind abhängig vom jeweiligen Lebensstil (Villa oder bescheidene 1-Zi-Bleibe), der Region (Starnberg oder Thüringer Wald), der Kinderanzahl (jedes weitere Kind läßt die LHK entsprechend steigen) usw. Andererseits beinhalten sie eine Kopplung an das objektive Preisniveau. Wenn sich die Preise z.B. verdoppeln, das Gehalt aber gleich bleiben würde, würde sich dieser Vermögensindex = Vermögen/Lebenshaltungskosten halbieren, was gefühlt auch richtig sein dürfte. So spielt auch die Inflation mit, aber sehr geschickt. Wenn mal der Preis für irgendein Produkt so steigt, dass man es nicht mehr nutzt, oder weniger nutzt, oder auf ein anderes ausweicht, fließt das in die tatsächlichen individuellen Lebenshaltungskosten mit ein. Das heißt, das tatsächliche Realverhalten fließen rein, nicht irgendwelche abstrakten Inflations-Statistiken.

 

Mal sehen, ob ich meinen persönlichen Vermögensindex nicht in die Bewertung meines Depots einbaue. :)

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Geschrieben

Am letzten Wochenende habe ich meine zwei echten Depots bei einer Online-Seite separate als Musterdepots eingepflegt, bisher waren die Werte alle zusammen. Das Ergebnis war sehr interessant.

 

Erstens ist das seit Herbst 2011 existierendes Depot gut im Plus, ca. +40%, während das neue, 2013 angelegte, bei - 2,5% steht.

 

Zweitens ist die Volatilität des Altdepots deutlich höher. Z.B. heute

DAX: -3,3%

DowJones: -1,15%

 

Altdepot: -2,2%

Neudepot: -0,46%

 

Das Altdepot ist deutlich anfälliger für Bewegungen nach unten, weil zwei Werte davon sehr gut gelaufen waren und nicht mehr billig sind:

Deutsche Post: (heute -3,86%) und die Allianz: -3,08%.

 

Fazit: die Billig-Kaufen-Strategie ist zeitlos, sie funktioniert auch heute. :) Evtl. lohnt es sich für mich über Teuer-Verkaufen nachzudenken. :rolleyes:

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Geschrieben

Das Altdepot ist deutlich anfälliger für Bewegungen nach unten, weil zwei Werte davon sehr gut gelaufen waren und nicht mehr billig sind:

Deutsche Post: (heute -3,86%) und die Allianz: -3,08%.

Fazit: die Billig-Kaufen-Strategie ist zeitlos, sie funktioniert auch heute. :) Evtl. lohnt es sich für mich über Teuer-Verkaufen nachzudenken. :rolleyes:

Die heutige Korrektur (?) war längst überfällig. Hoffen wir nur, dass der Konflikt in der Ukraine nicht ausartet.

 

Viele Werte (wie z. B. Allianz und Dt. Post, aber auch STADA) korrigieren aber auf sehr hohem Niveau. Beim Langfristchart sehen da die deutlichen Tagesabstürze schon gar nicht mehr sooo doll aus. Aber wer weiß, was die nächsten Tage/Wochen/Monate noch so alles passiert.

 

Billig (nach-)kaufen ist immer gut. Aber verkaufen... Willst du denn die verkauften Werte bei später niedrigeren Kursen erneut kaufen? Die Taktik kann aufgehen, muss sie aber nicht. Buy&Hold sieht jedenfalls anders aus.

 

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Geschrieben

Die heutige Korrektur (?) war längst überfällig. Hoffen wir nur, dass der Konflikt in der Ukraine nicht ausartet.

 

Viele Werte (wie z. B. Allianz und Dt. Post, aber auch STADA) korrigieren aber auf sehr hohem Niveau. Beim Langfristchart sehen da die deutlichen Tagesabstürze schon gar nicht mehr sooo doll aus. Aber wer weiß, was die nächsten Tage/Wochen/Monate noch so alles passiert.

 

Billig (nach-)kaufen ist immer gut. Aber verkaufen... Willst du denn die verkauften Werte bei später niedrigeren Kursen erneut kaufen? Die Taktik kann aufgehen, muss sie aber nicht. Buy&Hold sieht jedenfalls anders aus.

 

 

Buy&Hold ist verlockend. Erstens der Steuerstundungseffekt. Wenn Du nie verkaufst, werden Kursgewinne nie versteuert. Zweitens hast Du keine Handelskosten, kein hin und her macht auch keine Taschen leer. :) In Zukunft wird man sich damit natürlich auch die Finanztransaktionssteuer sparen. Die FTS soll ja nur die Kleinanleger treffen, das Großkapital muss davon verschont bleiben und das wird durch Buy&Hold der Reichen erreicht. Eine Susanne Klatten handelt ihre BMW- oder Altana-Aktien nun mal nicht jedes Jahrzehnt. :)

 

Aber das Buy&Hold hat auch Risiken. EPS kann auch mal mehrere Jahre nahezu unverändert seitwärts laufen, dann hast Du kaum was davon. Bei Globalwerten wie MCD und KO ist dieses Risiko aktuell gegeben. Das Rückfahren der Politik des billigen Geldes durch die US-Notenbank trifft diese Werte gleich zweimal:

 

1. wenn das Fremdkapital wieder teurer wird, werden sie es runterfahren und das Eigenkapital hochfahren müssen. So wie billiges Fremdkapital die Gewinne in den letzten Jahren gepuscht hat, wird sein Rückgang sie über mehrere Jahre drücken.

 

2. bei steigenden Zinsen wird ausuferndes Geld aus den Entwicklungsländern abfließen, ihre Währungen werden gegenüber USD Kursverluste erleiden und die Gewinne werden unter diesen negativen Währungseffekten leiden.

 

Gut, andererseits weiß man natürlich nicht, ob die Fed den Hahn langfristig nennenswert abdrehen wird. Die finanzielle Repression zwischen 1945 und 1980 hat damals ganze 35 Jahre gedauert, bis die USA ihre Kriegsschulden wieder abgebaut hatten.

 

Dazu kommt, dass Buy&Hold sich besser bei Wachstumswerten rentiert. Papiere wie die Allianz und Deutsche Post profitieren zwar von bestimmten Trends, aber ausgeprägte Wachstumswerte sind sie bis jetzt nun mal nicht. Die Allianz erwartet im nächsten Jahr Gewinne leicht unter dem aktuellen Niveau. Die Postzahlen sind solider geworden, aber so richtig in Schwung muss sie erst mal kommen. Hier ist der Hund dem Mann sehr weit voraus gelaufen und ich würde eher erwarten, dass er wieder etwas zurück zum Mann kommt, als dass der Mann plötzlich losrennt und den Hund überholt. :)

 

Andererseits imponiert mir das solide Geschäftsmodell der Post, ihr Service-Vorsprung, nachhaltige Personalpolitik und die gute Marktstellung gegenüber der Konkurrenz. Auch der steuerliche Aspekt spiel hier mit. Wenn ich aktuell rausgehen würde, müsste ich allein auf die Kursgewinne ca. 4 Euro Steuern nachzahlen, dazu noch ca. 0,37€ nachgelagerte Steuern auf zwei Dividendenausschüttungen der Vergangenheit. Da müsste der Kurs von aktuell ca. 26 erst mal um fast 4,5 Euro zurück gehen, damit sich der Wiedereinstieg lohnen würde. Vorher sehe ich bei so einer Raus-Rein-Transaktion keinen einzigen Cent Mehrwert. Meine Güte, rgendwann kommst Du bei der Buy&Hold ja gar nicht mehr raus, da es sich nicht rechnet! :blink:

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Geschrieben

Habe mich das erste Mal in meinem Leben mit dem Thema gesetzliche Rentenversicherung beschäftigt. Finde Rentenpunkte irgendwie faszinierend.

 

Aus Wikipedia:

 

Die Anzahl der erworbenen Entgeltpunkte in einem Kalenderjahr entspricht dem Verhältnis zwischen dem individuellen Einkommen und dem Durchschnittseinkommen des gleichen Kalenderjahres. Die Entgeltpunkte spiegeln die relative individuelle Einkommensposition des jeweiligen Beitragsjahres wider.

 

Einerseits stellen die Rentenpunkte ziemlich gut den Durchschnitt der Gesellschaft dar. Andererseits die Zeit, - ein Rentenpunkt stellt das Durchschnittseinkommen ein Jahr lang dar. Damit läßt sich praktisch ein Zusammenhang zwischen Zeit und Geld herstellen.

 

Habe meine 2014 erwarteten Nach-Steuer-Dividenden in Rentenpunkte umgerechnet. Rausgekommen sind knapp über 13 Rentenpunkte. Zu Deutsch: ich hätte 13 Jahre für ein Durchschnittsgehalt arbeiten müssen, um die gleichen Rentenansprüche zu verdienen, die ich als Dividenden bekomme. Jetzt habe ich irgendwo das Gefühl, 13 Jahre meines Lebens gespart zu haben. :w00t:

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Geschrieben

Sehr interessanter Ansatz, muss ich auch mal machen!

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Geschrieben

Hallo Flughafen,

hast Du da auch richtig gerechnet?

Um in der gesetzlichen Rentenversicherung jährlich einen Entgeltpunkt zu erwerben, müsstest Du als sog. Durchschnittsverdiener

monatlich ein Bruttoeinkommen von 2675 € erzielen.

Für einen Entgeltpunkt bekommst Du eine lebenslange monatliche Rente von z. Zt. 28,14 €.

Die von Dir genannten 13 Entgeltpunkte entsprechen daher einer Jahressumme von 4389,84 € (13 Punkte x 28,14 x 12 Monate).

 

Solltest Du nach Steuern tatsächlich bereits jährliche Dividendeneinnahmen von 4389,84 € haben, dann Respekt! Onassis ist

davon noch Jahre entfernt (siehe Blog Dividenden-Sammler).

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Geschrieben

Habe meine 2014 erwarteten Nach-Steuer-Dividenden in Rentenpunkte umgerechnet. Rausgekommen sind knapp über 13 Rentenpunkte. Zu Deutsch: ich hätte 13 Jahre für ein Durchschnittsgehalt arbeiten müssen, um die gleichen Rentenansprüche zu verdienen, die ich als Dividenden bekomme. Jetzt habe ich irgendwo das Gefühl, 13 Jahre meines Lebens gespart zu haben. :w00t:

Wieso Nach Steuer? Von der Bruttorente werden später auch Steuern abgehen + KV + PV. Da kannst Du zum Vergleich eher die Bruttodividenden nehmen. Was Du bei der Rechnung noch vergessen hast ist der immense Vorteil die Dividendenrente bereits jetzt zu bekommen und nicht erst ab Rentenalter.

 

Freund Onassis wird dieses Jahr voraussichtlich auf 3 "Dividenden-Entgeltpunkte" kommen.

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