Warum ist Rebalancing so wichtig?

83 posts in this topic

Posted · Edited by Ecke908090

vor einer Stunde schrieb Andreas900:

Muss das nicht die logische Folge sein? WENN Rebalancing mehr Rendite bringt, dann bringt doppelte Rebalancing noch mehr Rendite? B-)

 

Muss es meiner Ansicht nach nicht. Mean Reversion ist nicht immer der Grund für eine Underperformance innerhalb des Assets Aktien. Nichtdestotrotz bin ich ein Anhänger dieser Theorie und investiere in extremer Form genauso wie von dir beschrieben, nämlich stringent zu 100 % in die schlechteste Performance.

 

Edit:

 

Ich denke auch nicht, dass Rebalancing unumgänglich mit Verkauf UND Nachkauf in Verbindung stehen muss - allein eine dieser Varianten kann dabei ausreichen (um nochmal auf dein Zitat einzugehen und (Edit II) auf die Aussage von @reko, dass man die Gewinne aufgrund eines Verkaufs nicht laufen lässt).

 

 

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vor 52 Minuten schrieb dev:

Um 40% und das Regelmäßig bei 5% p.a. ?

 

Na da mach ich mal eine Mathenachhilfe:

 

5 Jahre 5% p.a. sind 27,6% Buchgewinn also das 1,276 fache.

-40% sind dann 0,6 mal 1,276 = 0,7656

5 Jahre 5% p.a. sind 1,276 * 0,7656 = 0,977

-40% sind dann 0,6 mal 0,977 = 0,586

 

Wir gehen also gegen Null ;-)

 

André Kostolany sagte einst: „Das Verhältnis von Wirtschaft zur Börse ist wie das eines Mannes auf einem Spaziergang mit seinem Hund.“

Wenn der Hund schneller als der Hund läuft - Hausse.

Wenn der Hund zu weit vorraus gelaufen ist und zurück kommt - Crash oder Baisse, je nach dem wie schnell er läuft.

 

 

Du möchtest damit sagen, dass 40% ein zu starker Einbruch ist und ich von einer unrealistischen Aktienrendite ausgehe, die nach 5 Jahren inklusive Crash nur 0,977 Anteil des Ursprungsdepot ergibt?

Einverstanden, ja, ein Markt der 5% p.a. bringt bricht nicht alle 5 Jahre um 40% ein.

 

Es ist aber m.E. eine halbwegs realistische Betrachtung für den Beginn eines Depots. Es läuft ein paar Jahre gut, im Schnitt vielleicht mit 5% und dann kommt ein Crash und man ist zumindest kurzzeitig unter dem Wert zu dem man angelegt hat. Es ist wie gesagt ein Rechenspiel. Es kann auch 10 Jahre lang mit einer Rendite von p.a. 5% gut gehen und erst dann bricht es ein.

 

Selbst unter für Aktien guten Bedingungen, muss sich ein 100% Aktiendepot aber aus meiner Sicht Mühe geben ein 80/20 Depot zu schlagen, welches zwar nie 100% Aktien hält aber durch Rebalancing Aktien immer wieder teuer verkauft und günstig einkauft.

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Ich als Einzelaktien Investor sehe meine Dividenden als Rebalancing. Es wird 10-15% Cash gehalten und der Rest investiert, wenn größerer Einbuch kommt, wird Cashposition verkleinert, halt dynamisches Rebalancing ^_^

Bei gut gelaufenden Aktien werden nur Nebenwerte evtl verkleinert (wenn es Steuerneutral geschehen kann), Bluechips werden einfach so lange nicht nachgekauft, so lange die Position zu groß zu sein scheint.

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vor einer Stunde schrieb Andreas900:

Es ist aber m.E. eine halbwegs realistische Betrachtung für den Beginn eines Depots. Es läuft ein paar Jahre gut, im Schnitt vielleicht mit 5% und dann kommt ein Crash und man ist zumindest kurzzeitig unter dem Wert zu dem man angelegt hat. Es ist wie gesagt ein Rechenspiel. Es kann auch 10 Jahre lang mit einer Rendite von p.a. 5% gut gehen und erst dann bricht es ein.

 

Selbst unter für Aktien guten Bedingungen, muss sich ein 100% Aktiendepot aber aus meiner Sicht Mühe geben ein 80/20 Depot zu schlagen, welches zwar nie 100% Aktien hält aber durch Rebalancing Aktien immer wieder teuer verkauft und günstig einkauft.

7-8% ist der allgemeine Durchschnitt in der Vergangenheit, incl. Crashs.

D.h. wenn man alle paar Jahre miit -40% rechnet, ist die "jährliche" Hausse-Rendite um einiges höher.

 

Und das mit der Mühe kommentiere ich nicht weiter, siehe mein Depot.

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@stagflation vielen Dank für deine Beispielrechungen auf Seite 2 dieses Threads. Sie zeigen, dass für die überwiegende Mehrheit der betrachteten Perioden ein Überrendite in einem 50/50 Dax/Umlaufrendite Portfolio erzielt wurden.

 

Rebalancing als solches scheint immer dann gut zu funktionieren, wenn die Crash-Phasen kurz und die Wiederaufschwungphasen lang sind. Kracht der Markt innerhalb kurzer Zeit massiv ein, wird die Aktienquote zu den nun niedrigeren Kursen massiv erhöht. Steigt der Markt, wird der Aktienmarktanteil langsamer reduziert als er in der Crashphase (oder kurz danach) aufgebaut wurde. Ich nehme an, dass man das mathematisch zeigen kann, aber mir selbst fehlt die Zeit sich intensiver damit zu befassen. Pfadabhängigkeit von Investitionen/Aktienmarktentwicklungen sind mir zwar bekannt, aber falls jemand dazu eine Quelle hätte, wäre ich ihm sehr dankbar.

 

@reko: "Allerdings habe ich keinen prozentualen Bedarf an sicheren (jederzeit ohne größeren Verlust liquidierbaren) Anlagen, sondern einen absoluten."

Eine sehr interessate Aussage, demnach wäre der Anteil des "sicheren" Portfolioanteils starr und bräuchte sich gar nicht an der Portfoliogröße als solcher orientieren. Dann wäre eine Investition auf Basis des Mean Reversion INNERHALB der Anlageklasse Aktienmärkte als der Anlageklasse mit der höchsten zu erwartetenden Rendite und auf jeden Fall sinnvoll weil das Ziel nur noch in der maximalen langfristigen Rendite besteht, alles in die Aktienmärkte, und zwar ohne Berücksichtigung des Anteils der sicheren Anlageklasse, der fest ist, zB 20.000 oder 50.000 Euro.

 

"Nach Markowitz müsste man die Depotzusammensetzung anhand der sich ständig ändernden Volatilitäten und Korrelationen neu berechnen. Das kann also kein Grund für ein Rebalancing mit starren Verhältnis sein."

Doch, weil die starren Werte für das Rebalancing (zB 70/30) eine Faustregel sind. Mathematische Modelle mögen Optimierungen sein auf Basis von Preisentwicklungen die sich in der Vergangenheit zeigten sein, in der Praxis haben sich aber "Schwellen" beim Rebalancing bewährt, weil sonst zu viele (zu teure) Transaktionen durchgeführt werden.

So viel Optimierung wie man mathematisch errechnen könnte ist nicht praxistauglich. Wir können keine seriösere Information verwenden als die durchschnittliche Korrelation verschiedener Anlageklassen (Aktien/Anleihen/Immos/Rohstoffe) in einem zufällig gewählten Zeitraum, zB die letzten zehn (fünf, zwei) Jahre. Dann aber dürfte sich das Portfolio nicht mehr als einmal im Jahr ändern, weil es nicht zu erwarten ist, dass sich die Parameter innerhalb dieses Zeitraums so sehr verschieben.

 

@DrFaustus: Der Grund für Mean Reversion?

Wer innerhalb der Anlageklassen Aktien diversifizierte, konnte in manchen "Blasen" Märkte untergewichten, die (wahrscheinlich) stark übergewichtet waren, Japan Ende der 80er wird hier gerne als Beispiel angeführt.

 

Anfechtungen des oben geschriebenen und Kommentare sind erwünscht!

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Posted · Edited by reko

vor 10 Stunden schrieb Niklasschnick:

"Nach Markowitz müsste man die Depotzusammensetzung anhand der sich ständig ändernden Volatilitäten und Korrelationen neu berechnen. Das kann also kein Grund für ein Rebalancing mit starren Verhältnis sein."

Doch, weil die starren Werte für das Rebalancing (zB 70/30) eine Faustregel sind. Mathematische Modelle mögen Optimierungen sein auf Basis von Preisentwicklungen die sich in der Vergangenheit zeigten sein, in der Praxis haben sich aber "Schwellen" beim Rebalancing bewährt, weil sonst zu viele (zu teure) Transaktionen durchgeführt werden.

So viel Optimierung wie man mathematisch errechnen könnte ist nicht praxistauglich. Wir können keine seriösere Information verwenden als die durchschnittliche Korrelation verschiedener Anlageklassen (Aktien/Anleihen/Immos/Rohstoffe) in einem zufällig gewählten Zeitraum, zB die letzten zehn (fünf, zwei) Jahre. Dann aber dürfte sich das Portfolio nicht mehr als einmal im Jahr ändern, weil es nicht zu erwarten ist, dass sich die Parameter innerhalb dieses Zeitraums so sehr verschieben.

Das "ständig" war falsch ausgedrückt. Das ein Rebalancing nur durchgeführt werden sollte, wenn sich signifikante Veränderungen ergeben sehe ich auch so. Es kann aber durchaus sinnvoll sein nach einer abrupten Veränderungen der Lage (die zu abrupten Veränderungen der Korrelationen und Volatilitäten führen) das Rebalancing sofort durchzuführen und nicht erst auf einen turnusmäßigen Termin zu warten.

Was mich stört sind die Faustregeln (zB 70/30). Ich kenne keine Untersuchung, die diese Aufteilung aufgrund der Korrelationen in irgend einen Zeitraum nach Markowitz begründet. Da sich Korrelationen mit der Zeit ändern, sollte man keinen zufälligen Zeitraum zur Berechnung der Korrelationen verwenden, sondern den zukünftigen Anlagezeitraum bzw da das nicht möglich ist einen möglichst aktuellen. Hier kann eine intuitive Einschätzung der zukünftigen Entwicklung besser sein als eine exakte mathematische Berechnung mit Werten  aus der Vergangenheit.

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vor 9 Stunden schrieb reko:

Das "ständig" war falsch ausgedrückt. Das ein Rebalancing nur durchgeführt werden sollte, wenn sich signifikante Veränderungen ergeben sehe ich auch so. Es kann aber durchaus sinnvoll sein nach einer abrupten Veränderungen der Lage (die zu abrupten Veränderungen der Korrelationen und Volatilitäten führen) das Rebalancing sofort durchzuführen und nicht erst auf einen turnusmäßigen Termin zu warten.

Was mich stört sind die Faustregeln (zB 70/30). Ich kenne keine Untersuchung, die diese Aufteilung aufgrund der Korrelationen in irgend einen Zeitraum nach Markowitz begründet. Da sich Korrelationen mit der Zeit ändern, sollte man keinen zufälligen Zeitraum zur Berechnung der Korrelationen verwenden, sondern den zukünftigen Anlagezeitraum bzw da das nicht möglich ist einen möglichst aktuellen. Hier kann eine intuitive Einschätzung der zukünftigen Entwicklung besser sein als eine exakte mathematische Berechnung mit Werten  aus der Vergangenheit.

Was die Veränderung von Korrelationen im Zeitablauf angeht vielleicht mal ein Beispiel: Aus der Vergangenheit kennen wir es eigentlich so, dass Aktien und Anleihen wenn vielleicht nicht negativ, dann zumindest aber nicht extrem positiv miteinander korrelieren. Das hat sich in den letzten vielleicht 10 Jahren, also spätestens mit der Öffnung der Geldschleusen nach Lehman gewandelt. Die Aktien- und Anleihemärkte korrelieren stärker, das heißt auch die früher so beliebte 70/30-Regel gerät ins Wanken. Eine Beimischung von 10-20% Gold, 5% Bitcoin/seltene Erden/Frontier Markets/Total Return Fonds oder was auch immer wird interessant, wenn die 70/30 Regel kein so sehr diversifiziertes Portfolio mehr liefert wie man es von früher kannte.

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Posted · Edited by stagflation

Am 4/4/2019 um 06:27 schrieb StefanU:

Hier gibt's ein schönes Tool dafür, mit verschiedenen Asset-Klassen, Sparrate vs. Einmalanlage usw.:

https://www.portfoliovisualizer.com/backtest-asset-class-allocation

 

Vielen Dank für den Link! Interessantes Tool! Auf der Hauptseite https://www.portfoliovisualizer.com gibt es noch weitere Tools. Wenn ich Zeit habe, schaue ich mir die auch an.

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