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triton133

Private oder Gesetzliche Krankenversicherung

Empfohlene Beiträge

stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 3 Stunden von Smartrek:

In den letzten 20 Jahren ist ist die PKV im Schnitt 3,4%/Jahr gestiegen

 

Man sollte unterscheiden zwischen:

  1. der durchschnittlichen Beitragssteigerung aller PKV-(Voll-)Versicherten
  2. der individuellen Beitragssteigerung für diejenigen, die in die PKV wechseln wollen oder dort versichert sind

Das sind unterschiedliche Zahlen!

 

Die 3,4% kommen hin für (1).  Man findet diese Zahl z.B. hier: klick

 

Für jemanden, der/die in die PKV wechseln will oder dort bereits versichert ist, ist hingegen (2) relevant. Hier sollte man besser mit 5% Beitragssteigerung pro Jahr rechnen. Zumindest bis zum Alter 60. Danach mit 3%, wobei ich mir hier relativ unsicher bin.

 

Woher kommt der Unterschied? Es liegt am Rechenmodell der PKV. Die Beiträge für junge Neukunden sind anfangs recht niedrig und steigen dann stärker als (1). Warum das so ist, habe ich hier erklärt: klick

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lacerator1984
vor 6 Stunden von Holgerli:

Der Demographische Wandel trifft auch die PKV.  Ich sag' ja: Ein klassischer Äpfel-mit-Birnen-und-gleichzeitiger-Schönwetter-Vergleich von Dir. Geframt hoch 5. 

Kannst du mir das erklären? Es heißt doch, dass die PKV "demographiefest" ist?

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Holgerli
· bearbeitet von Holgerli
vor 41 Minuten von lacerator1984:

Es heißt doch, dass die PKV "demographiefest" ist?

Genau bzw. gut formuliert: "Es heisst". Wegen dem Kapitaldeckungsverfahren sei sie das. Lass es mich so sagen: Bewiesen hat es bisher noch niemand. 

Wenn Du Dir die jährlichen Debatten anschaust hier im Forum, was die Beitragssteigerungen angeht...

Auch die Babyboomer in der PKV werden älter. 

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Nachdenklich
vor 2 Minuten von Holgerli:

Auch die Babyboomer in der PKV werden älter. 

Dafür gibt es aber Rückstellungen.

 

Die aus dem medizinischen Fortschritt resultierenden Leistungsausweitungen sind von den Rückstellungen natürlich nicht zu finanzieren. 

Damit steigen natürlich auch die Beiträge. Das hat aber nichts mit der Demographie zu tun. 

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Turmalin

Lest mal den Beitrag von @stagflation, den er in Post 1351 verlinkt hat. Lohnt sich.

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murks86
Am 6.8.2026 um 11:43 von yuser:

Ja, ich bin bei Dir. Wenn man sich anschaut was aktuell läuft, dann muss man schon sehr genau überlegen. 

 

Dass ich vor 20 oder 25 Jahren nicht in die Voll-PKV bin war aufgrund der damals geltenden Annahmen sicher nicht falsch. Ob das rückblickend jetzt und die nächsten Jahre so bleibt, das bezweifle ich so langsam. Man muss die Party halt dauerhaft finanzieren, egal was für Schicksalsschläge mit Job etc.  pp. ggf. oder eben auch nicht eintreffen. 
 

Die Leistungsseite hab ich damals bewusst mit Zusatzversicherungen, vor allem im

ambulanten Bereich mit dem Kostenerstattungsverfahren, massiv erweitert. Das klappte und klappt hervorragend und wird jetzt noch relevanter, da ich mich ambulant trotz GKV ja quasi aus der Budgetierung rausgekauft habe. Die Frage ist, zu welchem Preis das so weitergehen wird - bei GKV/Pflege von bald 1400 Euro im Monat und den ganzen Zusatzversicherungen on top wird das dann auch extrem teuer. 

Ich hatte mich auch vor einigen Jahren mit dem Thema Voll-PKV beschäftigt und mich dagegen entschieden und die GKV mit Zusatzversicherungen ergänzt (Zahnerhalt, Zahnersatz, stationäre Zusatzversicherung). Ich hatte mich damals ob des Preises gegen eine ambulante Zusatzversicherung entschieden. Das hat sich bisher bei meinem Gesundheitszustand auch "gelohnt", soll heißen, ich trete im ambulanten Bereich des Öfteren als Selbstzahler auf, wenn ich etwas zeitnahe (oder "besser") abgeklärt haben möchte. In aller Regel sind diese Untersuchungen auch bei Fachärzten gar nicht so teuer, wie man Initial vermutet. Insbesondere wenn man das Risiko über mehrere Köpfe in der Familie streut (z.B. Eltern mit zwei Kindern) zahlt man durch simples begleichen der Rechnungen häufig weniger als man an Versicherungsprämie liegen lassen würde im gleichen Zeitraum. Wenn jetzt natürlich alle Familienmitglieder gleichzeitig chronisch erkranken, wäre es natürlich eine andere Geschichte, aber ich fürchte in diesem Setting würde man auch die Zusatzversicherungen auf Dauer nicht zahlen können. Die Variante Selbstzahler bei Bedarf ist daher evtl. auch ein Thema, welches man mit in den Optionsraum mit aufnehmen könnte. 

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Smartrek
vor 56 Minuten von murks86:

Ich hatte mich auch vor einigen Jahren mit dem Thema Voll-PKV beschäftigt und mich dagegen entschieden und die GKV mit Zusatzversicherungen ergänzt (...)

Was hat denn bei Dir den Ausschlag gegeben nicht die Voll-PKV zu nehmen?

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murks86
vor 4 Minuten von Smartrek:

Was hat denn bei Dir den Ausschlag gegeben nicht die Voll-PKV zu nehmen?

Ich arbeite in einem Umfeld, in welchem man zwar sehr gut verdient, häufig aber auch mit Mitte bis Ende 50 "aussortiert" wird. In einem solchen Szenario müsste man die Voll-PKV dann auch entsprechend durchhalten können, während die GKV ggf. auch entsprechend der Einnahmen günstiger wird. Das war damals für mich der ausschlaggebende Grund.

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yuser
vor einer Stunde von murks86:

aber ich fürchte in diesem Setting würde man auch die Zusatzversicherungen auf Dauer nicht zahlen können.

Die Befürchtung kann ich nachvollziehen. Allerdings ist es dann noch nicht ruinös weil ich Zusatz-Versicherungen auch jederzeit wieder kündigen kann, logischerweise mit dem Verlust aller Leistungen etc.pp.. Dann gehe ich zurück auf „Standard“ und kann immer noch partiell als Selbstzahler auftreten. Wobei ich dann natürlich bei veranlassten Leistungen beispielsweise ungedeckelt nach oben unterwegs bin. Biologika waren früher da immer ein anschauliches Beispiel. Bei 20k im Monat bist Du da sicherlich schnell am Ende, mein Kostenerstattungstarif für mittlerweile rund 160 Euro pro Monat deckt aber sowas.

 

PS: gestartet bin ich mit einer Prämie von, ich glaube, 38 Euro pro Monat. Damals.

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Smartrek

@murks86 in so einer Situation würde ich mich, glaube ich, auch für die GKV entscheiden

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siza2503
Am 7.8.2026 um 10:49 von Holgerli:

Genau bzw. gut formuliert: "Es heisst". Wegen dem Kapitaldeckungsverfahren sei sie das. Lass es mich so sagen: Bewiesen hat es bisher noch niemand. 

Wenn Du Dir die jährlichen Debatten anschaust hier im Forum, was die Beitragssteigerungen angeht...

Auch die Babyboomer in der PKV werden älter. 

Damit ist gemeint, dass in der PKV Alterskohorten gebildet werden - in der Regel einzelne oder wenige Jahrgänge gebündelt. Anders ausgedrückt: jede Generation zahlt für sich selbst. Die Jungen zahlen nicht für die alten und die Reichen nicht für die Armen. Es erfolgt nur ein Ausgleich von den Gesunden zu den Kranken innerhalb einer Kohorte. 

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Holgerli
vor 45 Minuten von siza2503:

Die Jungen zahlen nicht für die alten und die Reichen nicht für die Armen. Es erfolgt nur ein Ausgleich von den Gesunden zu den Kranken innerhalb einer Kohorte. 

Es mag sein, dass die Jungen nicht direkt für die Alten bezahlen. Aber schon dadurch, dass die Gesunden für die Kranken mitbezahlen, hast Du einen Demographie-Effekt:  Menschen ab 65 sind für über 50% der Gesundheitskosten verantwortlich. Die Gesunden verpieseln sich in einen besseren oder günstigeren Tarif und nur die Kranken bleiben bzw. müssen bleiben. Tarife werden dicht gemacht und es kommen keine Jüngeren/Gesünderen mehr nach.

Ich möchte kein PKV-Mitglied in so einem geschlossenen, überalterten Tarif sein. 

Und das Problem wird sich IMO massiv verschärfen: Die Alten werden immer älter aber immer weniger junge kommen nach.

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siza2503
vor 59 Minuten von Holgerli:

Es mag sein, dass die Jungen nicht direkt für die Alten bezahlen. Aber schon dadurch, dass die Gesunden für die Kranken mitbezahlen, hast Du einen Demographie-Effekt:  Menschen ab 65 sind für über 50% der Gesundheitskosten verantwortlich. Die Gesunden verpieseln sich in einen besseren oder günstigeren Tarif und nur die Kranken bleiben bzw. müssen bleiben. Tarife werden dicht gemacht und es kommen keine Jüngeren/Gesünderen mehr nach.

Ich möchte kein PKV-Mitglied in so einem geschlossenen, überalterten Tarif sein. 

Und das Problem wird sich IMO massiv verschärfen: Die Alten werden immer älter aber immer weniger junge kommen nach.

Ich verweise noch mal auf meinen Text. Für jemanden mit zB Geburtsjahr 2000 ist es völlig egal, welche Rechnungen bei Versicherten mit Geburtsjahr 1960 auflaufen. Beide Jahrgänge finanzieren sich selbst.

“Vergreisung“ gibt es also nicht. Was passieren kann: nach Beitragsanpassungen gehen Gesunde in einen anderen Tarif. Mit zunehmendem Alter bzw. Jahren im Tarif ist der Anreiz dazu doch begrenzt. Erstens ist es woanders oft auch nicht günstiger und man muss woanders auch erst mal durch die Risikoprüfung kommen. 
 

Was stimmt: wenn die Versicherer ihre Sterbetafeln „verlängern“ bzw. die erwarteten Kopfschäden in der Kalkulation nach oben anpassen, dann müssen auch die jungen Generationen mehr zahlen. Aber eben als Vorsorge für sich selbst und nicht damit man den jetzt Alten Rechnungen erstatten kann. 

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Holgerli
vor 7 Stunden von siza2503:

Ich verweise noch mal auf meinen Text. Für jemanden mit zB Geburtsjahr 2000 ist es völlig egal, welche Rechnungen bei Versicherten mit Geburtsjahr 1960 auflaufen. Beide Jahrgänge finanzieren sich selbst.

Ja, ist klar. Aber auch ein heute 26-jähriger wird irgendwann mal 66, 76, 86 ggfs. 96 Jahre alt. Und das heute 46, 56 und 66-jährige gerne mal 86+ Jahre alt werden, ist auch eher fast schon die Regel (wenn man mutmaßt, dass PKV-Versicherte im Schnitt älter als GKV-Versicherte werden, wegen dem anderen Ausschnitts aus der Bevölkerung). Und wer finanziert dann die ganzen 80+-jährigen des Jahrgangs (wenn die Jungen nicht die Alten versorgen) und diese gleichzeitig immer kränker (sprich: teurer) und älter werden? Aus Deiner Erklärung heraus doch sie sich selber.

Also: Das demographische Risiko ist in dem Falle (noch) nicht bei den Jüngeren, sondern primär bei den Älteren der Kohorte selber.

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Sir Zock-a-lot

Die Altersrückstellungen aller aus einem Tarif ausscheidenden Personen (dazu zählen auch die Verstorbenen) verbleiben übrigens im Tarif. Wem kommt das wohl zugute? Denk mal drüber nach...

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 1 Stunde von Holgerli:

 Und wer finanziert dann die ganzen 80+-jährigen des Jahrgangs (wenn die Jungen nicht die Alten versorgen)

Die finanzieren sich selbst. In jungen Jahren sind die Beiträge höher, als sie von den Ausgaben der Kohorte her sein müssten. 30-jährige zahlen ungefähr doppelt so viel, wie sie von den Ausgaben her müssten. Dieses zusätzliche Geld wird verzinslich angelegt und später, wenn die Kohorte älter ist, genutzt, um die dann höheren Ausgaben zu finanzieren. Das klappt insbesondere deshalb gut, weil in der Kohorte der 80+-jährigen schon einige/viele Versicherte gestorben sind. Deren Alterungsrückstellungen werden an die noch Lebenden in der Kohorte vererbt. Diejenigen, die noch leben, profitieren also nicht nur von ihren eigenen Alterungsrückstellungen, sondern auch von den Alterungsrückstellungen der bereits Gestorbenen. Das ist versicherungsmathematisch in mehrfacher Hinsicht ziemlich genial!

 

Das funktioniert natürlich nur, wenn die PKV-Versicherer mit realistischen Daten über Kostenentwicklung und Sterberaten kalkulieren und auch genügend Luft für medizinischen Fortschritt, Steigerung der Lebenserwartung, Inflation, medizinische Inflation usw. einplanen. An einigen Stellen machen die Versicherer es sehr gut (Lebenserwartung), an anderen eher schlecht (Inflation, medizinische Inflation). Das führt dann zu steigenden Beiträgen bei den Versicherten einer Kohorte - aber nicht zu einer direkten Umfinanzierung zwischen den Kohorten. Indirekte Umfinanzierung mag es geben - aber ich glaube nicht, dass sie übermäßig hoch ist.

 

Sowohl bei PKV, als auch bei der GKV, gibt es einige Punkte, die man kritisieren kann. Auswirkungen demographischer Entwicklungen sehe ich bei der GKV. Nicht aber bei der PKV. Weil bei der PKV nicht zwischen Alt und Jung umverteilt wird. Wenn Du die PKV kritisieren willst, gehe ein paar Schritte weiter zum Thema "Einrechnung von zukünftiger Inflation und medizinischer Inflation" und zu den daraus folgenden Beitragssteigerungen. Dann bist Du bist an der richtigen Stelle...

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Holgerli
vor einer Stunde von Sir Zock-a-lot:

Die Altersrückstellungen aller aus einem Tarif ausscheidenden Personen (dazu zählen auch die Verstorbenen) verbleiben übrigens im Tarif. Wem kommt das wohl zugute? Denk mal drüber nach...

Dafür müssen a. die Leute aber erst einmal sterben und dann b. wirklich noch Geld hinterlassen. Dass ich die PKV-Versicherten mit einem deutlicheren "Langelebigkeitsrisiko" als die GKV-Versicherten sehe, schrieb ich ja schon. 

 

vor 47 Minuten von stagflation:

Wenn Du die PKV kritisieren willst, gehe ein paar Schritte weiter zum Thema "Einrechnung von zukünftiger Inflation und medizinischer Inflation" und zu den daraus folgenden Beitragssteigerungen. Dann bist Du bist an der richtigen Stelle...

Das kommt mit dazu. Das andere Problem sehe ich aber weiterhin ziemlich deutlich.

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Nachdenklich
vor 1 Stunde von Holgerli:

Das demographische Risiko ist in dem Falle (noch) nicht bei den Jüngeren, sondern primär bei den Älteren der Kohorte selber.

Und so soll es doch auch sein! Ich will doch nicht, daß meine Enkel für mich zahlen (oder für Dich!).

 

vor 13 Minuten von Holgerli:

Dass ich die PKV-Versicherten mit einem deutlicheren "Langelebigkeitsrisiko" als die GKV-Versicherten sehe, schrieb ich ja schon. 

Da magst Du recht haben, aber meinst Du, die Versicherungsmathematiker sehen das nicht auch so? Das sollte in den Tarifen einkalkuliert sein.

 

vor 10 Stunden von Holgerli:

Ich möchte kein PKV-Mitglied in so einem geschlossenen, überalterten Tarif sein. 

Ich bin Mitglied in einem solchen "überalterten" Tarif und völlig zufrieden.  Ja, die Beiträge steigen gelegentlich (das ist bei der GKV nicht anders) aber dafür gibt es heute auch Behandlungsmöglichkeiten, die es vor 50 Jahren nicht gab. Ein heutiges Auto bietet auch (vielleicht gar nicht gewünschten aber gesetzlich vorgeschriebenen [manche Assistenzsysteme]) Komfort und Luxus, der vor 50 Jahren undenkbar war und ist dementsprechend auch teurer. 

Aber zu Deiner Beruhigung: Keiner muß in die PKV, das ist freiwillig. Nur zurück kann unmöglich sein - und das ist nur fair.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 35 Minuten von Holgerli:

Dass ich die PKV-Versicherten mit einem deutlicheren "Langelebigkeitsrisiko" als die GKV-Versicherten sehe, schrieb ich ja schon. 

 

Aber das ist doch eingerechnet! Schau Dir die Sterbetafeln der PKV und der Lebensversicherer an. Dort wird mittlerweile viel Luft eingerechnet gegenüber den Sterbetafeln des statistischen Bundesamts. Vor 30 Jahren war das anders. Damals rechneten Versicherer mit veralteten Sterbetafeln, die die steigende Lebenserwartung der Versicherten unterschätzten. Die Folge waren massive Kritik, einbehaltene Überschüsse und Beitragserhöhungen. Soweit ich weiß, ist dieses Problem aber mittlerweile gelöst. Die Versicherungsbranche rechnet heute wesentlich vorsichtiger.

 

Man sieht es schön, wenn in der Presse mal wieder die niedrigen Rentenfaktoren der privaten Rentenversicherer kritisiert werden: "Da müsste man ja 110 werden, bis man seine Beiträge wieder raus hat"!

 

Die bei Neuabschlüssen versprochenen Rentenfaktoren sind in der Tat niedrig. Das liegt einerseits am niedrigen Höchstrechnungszins, anderseits an den vorsichtigen Sterbetafeln der Versicherer, die sowohl den medizinischen Fortschritt einrechnen, als auch die Erwartung, dass Versicherte in Rentenversicherungen eine höhere Lebenserwartung haben als der Bevölkerungs-Durchschnitt. Für die Versicherten muss diese vorsichtige Kalkulation nicht schlecht sein. Wenn sich später herausstellt, dass Versicherer zu vorsichtig gerechnet haben, gibt es Überschüsse - und diese werden größtenteils an die Versicherten verteilt.

 

Deshalb muss man dann doch nicht 110 werden, um seine Beiträge wieder herauszubekommen.

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Smartrek
vor 15 Stunden von Holgerli:

(...) Die Gesunden verpieseln sich in einen besseren oder günstigeren Tarif und nur die Kranken bleiben bzw. müssen bleiben. Tarife werden dicht gemacht und es kommen keine Jüngeren/Gesünderen mehr nach.

Ich möchte kein PKV-Mitglied in so einem geschlossenen, überalterten Tarif sein (...)

Deswegen würde ich auch jedem, der sich für eine PKV interessiert, raten, zu schauen, wie viele geschlossene Tarife bzw. Tarifwerke die verschiedenen Versicherer so haben - da gibt es schon gravierende Unterschiede. Wenn es keinen anderen/günstigeren Tarif gibt, dann kann sich auch niemand verpieseln und niemand hängt in einem geschlossenen Tarif.

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lacerator1984
· bearbeitet von lacerator1984

Was man noch dazu sagen sollte: Medizinische Inflation und (allgemeine) Inflation sind zwei völlig unterschiedlich gemessene Werte.

Die Inflation wird ohne den technischen Fortschritt bestimmt. Heißt also, wenn sich ein Produkt verbessert, wird diese Verbesserung ausgerechnet, z. B. wird bei einem Auto die Innovation Airbag nicht als Inflation gemessen, sondern als Fortschritt und ausgerechnet. Konkret: Auto vor Airbag: 20.000 EUR, mit Airbag 22.000, Wertzuwachs durch den Airbag 1.500, also 2,5 % Inflation (500 EUR).

Medizinische Inflation ist aber ein messbarer Fortschritt der Behandlungsmöglichkeiten. 

 

Die offiziellen Inflationsdaten passen auch deswegen nie zu den "gefühlten Daten". Verschlechterungen werden übrigens fast nie einberechnet, z. B. der sinkende Wert von öffentlichen Dienstleistungen wie Infrastruktur.

 

Die beiden Werte sind nicht vergleichbar.

Und Kalkulation in der PKV ist denkbar einfach vom Prinzip. Leistungsbarwert (Kopfschäden, Storno, Zins und Langlebigkeit) minus Rückstellung = Beitragsbarwert (abgezinste Beiträge bis Lebensende).

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