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lea2

Private vs. gesetzliche Krankenversicherung - Wert unabhängiger Berater?

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polydeikes
Übrigens: es muss den Arzt nur eingeschränkt interessieren, ob und wieviel ich von meiner individuell gestalteten Rückversicherung (=Private KV) anschliessend wieder auf mein Konto erstattet bekomme.

 

Hihi. Bei den letzten zwei Fachärzten war im Patientenerfassungsbogen explizit die Frage nach der Höhe der Selbstbeteiligung und die konkrete Tarifbezeichnung drin. Konnte mir natürlich nicht verkneifen nachzufragen, warum. Antwort sinngem., "das, was Sie sich schon denken können".

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Sulawesi

Als Privatpatient bin ich zunächst einmal Selbstzahler. Der Arzt behandelt mich, stellt mir die Rechnung und weiss i.d.R. hat er ein paar Tage später die Kohle auf seinem Konto und kann die Leasingrate für sein Röntgengerät bezahlen

(oder die Rate für den Porsche, wem das Ärzt Bashing an der Stelle lieber ist). Übrigens: es muss den Arzt nur eingeschränkt interessieren, ob und wieviel ich von meiner individuell gestalteten Rückversicherung (=Private KV) anschliessend

wieder auf mein Konto erstattet bekomme.

 

Ich bekomme von meinem Kinderarzt immer eine Quartalsrechnung für meine Tochter.

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CHX

Nochmal kurz zu den IGEL Leistungen - individuelle Gesundheitsleistungen, die zu 99% lt. Kommision unwirksam sind.

Man schaue einmal hier auf die Seite http://www.igel-monitor.de/ .. dort erfährt man, dass 99% Aller IGEL Leistungen nichts nutzen (sinngemässe Wiedergabe) - schau ich jetzt aber auf die Seite http://www.igel-moni...e/Ueber_uns.htm

dann erfahre ich, wer hier das sagen hat - erster Absatz.

 

Das heisst, ein Krankenkassenfinanziertes Institut bewertet, ob die Leistungen, die NICHT zum Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen gehören, sinnvoll sind oder nicht.

Glaubt doch nicht jemand ernsthaft, dass dabei ein anderes Ergebnis rauskommt, oder?

 

Die Aussage, dass 99 % der IGEL-Leistungen unwirksam seien, halte ich ebenfalls für mehr als gewagt.

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Matthew Pryor
Ich bekomme von meinem Kinderarzt immer eine Quartalsrechnung für meine Tochter.

Aha. Und?

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Peter Wolnitza
Übrigens: es muss den Arzt nur eingeschränkt interessieren, ob und wieviel ich von meiner individuell gestalteten Rückversicherung (=Private KV) anschliessend wieder auf mein Konto erstattet bekomme.

 

Hihi. Bei den letzten zwei Fachärzten war im Patientenerfassungsbogen explizit die Frage nach der Höhe der Selbstbeteiligung und die konkrete Tarifbezeichnung drin. Konnte mir natürlich nicht verkneifen nachzufragen, warum. Antwort sinngem., "das, was Sie sich schon denken können".

 

Ja, machen einige Fachärzte mittlerweile so, ist die letzte Zeit vermehrt zu beobachten

- wenn der Kunde nicht weiss, was er für einen Rückdeckungsvertrag mit seinem PKV - Versicherer hat, dann irgendwas nicht voll erstattet wird, rennt der Arzt seinem Honorar hinterher

- oder wenn der Versicherer Rechnungen bei der Erstattung kürzt und der Arzt dem Patienten oder dem Versicherer dann lange Begründungen liefern muss

 

Auch die Problematik Basis/Standard Tarif ( -> geringere Erstattungssätze) bringt manche Ärzte dazu, hier im Vorfeld nachzufragen. Insofern ganz lustig, weil kaum ein Kunde weiss, in welchen Tarifen er eigentlich genau versichert ist und wenn er

dann noch bei einem Sparbrötchen Versicherer ist, der nicht mal eine Klinik-Card für seine Versicherten hat....blushing.gif

 

Als Privatpatient bin ich zunächst einmal Selbstzahler. Der Arzt behandelt mich, stellt mir die Rechnung und weiss i.d.R. hat er ein paar Tage später die Kohle auf seinem Konto und kann die Leasingrate für sein Röntgengerät bezahlen

(oder die Rate für den Porsche, wem das Ärzt Bashing an der Stelle lieber ist). Übrigens: es muss den Arzt nur eingeschränkt interessieren, ob und wieviel ich von meiner individuell gestalteten Rückversicherung (=Private KV) anschliessend

wieder auf mein Konto erstattet bekomme.

 

Ich bekomme von meinem Kinderarzt immer eine Quartalsrechnung für meine Tochter.

 

Ist meist so bei den Ärzten, die die Rechnungen (noch) selber schreiben und nicht von einer Abrechnungsstelle schreiben und einziehen lassen. Ist aber eher ungewöhnlich - freu Dich drüber, bringt Liquiditätsgewinn...

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ZfT
· bearbeitet von ZfT

Ist meist so bei den Ärzten, die die Rechnungen (noch) selber schreiben und nicht von einer Abrechnungsstelle schreiben und einziehen lassen. Ist aber eher ungewöhnlich - freu Dich drüber, bringt Liquiditätsgewinn...

 

Frage am Rande dazu: Muss ich diese "Abrechnungs-Vereinbarung" eigentlich unterschreiben? Kann der Arzt mir andernsfalls die Behandlung verweigern? (Mal abgesehen davon, ob es sinnvoll ist, den Arzt auf diese Weise vor der Behandlung in deinen "schlechtgelaunten" Zustand zu versetzen...)?

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polydeikes

Erbringen muss der Arzt nur die Notfallbehandlung. Und die meisten Fälle dürften weder Notfälle sein, noch hat Notfallbehandlung sonderlich was mit Behandlung zu tun. Insofern ja, natürlich, keine Kohle, keine Dienstleistung.

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ZfT
· bearbeitet von ZfT

Insofern ja, natürlich, keine Kohle, keine Dienstleistung.

 

Nicht das es falsch verstanden wird, bezahlt werden soll er naürlich schon, nur bevorzugt ohne zwischengeschalteten "Abrechnungs-Dienstleister".

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TaurusX
· bearbeitet von TaurusX

Insofern ja, natürlich, keine Kohle, keine Dienstleistung.

 

Nicht das es falsch verstanden wird, bezahlt werden soll er naürlich schon, nur bevorzugt ohne zwischengeschalteten "Abrechnungs-Dienstleister".

 

Und warum ? Davon hast du doch keinen Nachteil, einzig der Arzt lagert sein Inkasso aus und zahlt dafür eine Gebühr von seinem Honorar.

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ZfT

Diese Gebühr bezahle tendenziell ich mit, da diese Dienstleister die Gebührendordung optimieren, und das nicht gerade zu meinem Vorteil.

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polydeikes

Kann ich so nicht wirklich bestätigen. Hab die letzten 2 Jahre unfreiwillig / ungewollt recht viele Arztbesuche gehabt und mir aus Neugier schon vor einiger Zeit mal "Stundensätze" ausgerechnet. Wobei ich versucht habe alles rauszurechnen, was nicht direkt Arbeitszeit des Arztes war.

 

Und da führt ganz klar einer von zwei Ärzten mit eigener Abrechnung, ein Urologe, gemittelt über 3 Termine, etwas über 750 Euro /h. Es folgen ein Hautarzt / Allergologe mit 420 / h (1 Termin) und ein HNO Arzt mit knapp 400 / h gemittelt über 4 Termine (eigene Abrechnung). In der Mitte finden sich Zahnärzte und zwei Augenärzte, links und rechts um 250 / h verteilt.

 

Das untere Ende bilden 2 Hausärzte, gemittelt über 5 Termine bei 48 / h.

 

Der Urologe kostete bspw. einen höheren Stundensatz als bspw. MRT Nutzung (Kontrastmittel etc. rausgerechnet) bei rd. 680 / h.

 

Auch wenn ich die realen Rechnungen selbst gegen die GOÄ halte, kann ich keine besonderen Auffälligkeiten bei Rechnungen über Zahlstellen ausfindig machen.

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ZfT
· bearbeitet von ZfT

Das muss ja auch nicht zwangsläufig und immer so sein. Andererseits werben diese Dienstleister ja teilweise sogar damit, den Umsatz zu "optimieren"... So grob nach dem Schema: Wenn Ziffer x und y gezogen wird, kann man auch noch z abrechnen oder stattdessen a+b, die in Summe mehr bringen.

 

 

Weiterhin interessant bleibt die Frage: Gibt's Behandlung nur gegen Abrechnungsdienstleister-Zustimmung oder nicht? :)

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polydeikes

Möglich ist das durchaus. Sage nur, ich kann es bis dato nicht bestätigen. Zw. 2008 und 2015 habe ich gar keine Leistungen geltend gemacht, nur Ministories unter SB und BRE. 2015 und 2016 hatte ich halt massig Arztbesuche und mir daher alles mal genauer angeschaut.

 

Wenns dich stört, bei manchen Ärzten kann man sogar direkt (nach der Behandlung) selbst zahlen. Musst halt explizit danach fragen. Hab ich bspw. bei den immer gleichen 52,90 für den HNO 2x p.a. bis 2015 gemacht ... , dann hat die PKV gemeckert, nun lass ich mir den Mist halt zuschicken.

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Dayripper

Meine Empfehlung GKV, besonders bei Familien + Kinderplanung. Zusätzlich private stationäre Zusatzversicherung. Auf Dauer erheblich günstiger, v.a. wenn man älter wird.

 

Wie die Kinder versichert werden müssen wenn ein Elternteil PKV und einer GKV ist mir soweit klar.

  • Sind beide Eltern privat versichert, kommt auch das Kind in die Private Krankenversicherung. Die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse ist für das Kind nicht möglich.
  • Sind beide Eltern gesetzlich krankenversichert, kommt das Kind automatisch in die Familienversicherung. Die Eltern können ihr Kind dennoch privat versichern, wenn sie Wert auf eine höherwertige Versorgung legen. Einige Unternehmen bieten einen Versicherungsschutz ab Geburt auch dann an, wenn die Eltern nicht bei ihnen versichert sind. In diesem Fall erfolgt die übliche Gesundheitsprüfung.
  • Ist ein Elternteil privat und ein Elternteil gesetzlich versichert, kann das Kind privat oder gesetzlich versichert werden. Die beitragsfreie Familienversicherung ist für das Kind allerdings nicht möglich, wenn der privatversicherte Elternteil mehr als der andere verdient und ein Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze hat (2016: 56.250 Euro). In diesem Fall muss für das Kind ein monatlicher Beitrag gezahlt werden. Sind die Eltern nicht verheiratet, gilt diese Einschränkung nicht.

Quelle

 

Allerdings wird dort immer davon ausgegangen, dass die Situation so bei Geburt des Kindes ist. Wie ist es denn wenn bei Geburt des Kindes beide Eltern in der GKV sind und z.B. erst 2 Jahre nach Geburt des Kindes ein Elternteil in die PKV wechselt? Muss das Kind dann auch in der PKV mitversichert werden oder bleibt es weiterhin in der GKV?

 

Danke :-)

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Peter Wolnitza

Meine Empfehlung GKV, besonders bei Familien + Kinderplanung. Zusätzlich private stationäre Zusatzversicherung. Auf Dauer erheblich günstiger, v.a. wenn man älter wird.

 

Wie die Kinder versichert werden müssen wenn ein Elternteil PKV und einer GKV ist mir soweit klar.

  • Sind beide Eltern privat versichert, kommt auch das Kind in die Private Krankenversicherung. Die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse ist für das Kind nicht möglich.
  • Sind beide Eltern gesetzlich krankenversichert, kommt das Kind automatisch in die Familienversicherung. Die Eltern können ihr Kind dennoch privat versichern, wenn sie Wert auf eine höherwertige Versorgung legen. Einige Unternehmen bieten einen Versicherungsschutz ab Geburt auch dann an, wenn die Eltern nicht bei ihnen versichert sind. In diesem Fall erfolgt die übliche Gesundheitsprüfung.
  • Ist ein Elternteil privat und ein Elternteil gesetzlich versichert, kann das Kind privat oder gesetzlich versichert werden. Die beitragsfreie Familienversicherung ist für das Kind allerdings nicht möglich, wenn der privatversicherte Elternteil mehr als der andere verdient und ein Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze hat (2016: 56.250 Euro). In diesem Fall muss für das Kind ein monatlicher Beitrag gezahlt werden. Sind die Eltern nicht verheiratet, gilt diese Einschränkung nicht.

Quelle

 

Allerdings wird dort immer davon ausgegangen, dass die Situation so bei Geburt des Kindes ist. Wie ist es denn wenn bei Geburt des Kindes beide Eltern in der GKV sind und z.B. erst 2 Jahre nach Geburt des Kindes ein Elternteil in die PKV wechselt? Muss das Kind dann auch in der PKV mitversichert werden oder bleibt es weiterhin in der GKV?

 

Danke :-)

 

Moin,

 

bin jetzt nicht 100% sicher, ob Du das Komplett richtig interpretierst.

 

In dem obigen Prüfschema wird geprüft, ob eine beitragsfreie Mitversicherung des Kindes in der gesetzlichen Kasse des GKV versicherten Elternteiles möglich ist.

 

Wenn ja -> alles ok, Kind beitragsfrei mitversichert

 

Wenn nein-> Kind muss separat versichert werden - entweder in GKV (irgendeine) gegen Beitrag oder in PKV gegen Beitrag - (was übrigens nicht immer so einfach ist, wie es klingt)

 

Da dieser Überprüfungsprozess auf Beitragsfreie Familienversicherung JEDES Jahr statt findet (die GKV schickt entsprechenden Fragebogen jedes Jahr), beantwortet sich Deine Frage wie folgt:

Ja, das hätte die gleichen Auswirkungen. Das Kind wäre nicht mehr beitragsfrei beim GKV versicherten Elternteil versichert. Alle Klarheiten beseitigt? rolleyes.gif

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HaRaS1983
· bearbeitet von HaRaS1983

Ähm habe noch nie son Fragebogen bekommen...

 

Kind ist nun drei

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ZfT

Möglich ist das durchaus. Sage nur, ich kann es bis dato nicht bestätigen. Zw. 2008 und 2015 habe ich gar keine Leistungen geltend gemacht, nur Ministories unter SB und BRE. 2015 und 2016 hatte ich halt massig Arztbesuche und mir daher alles mal genauer angeschaut.

 

Wenns dich stört, bei manchen Ärzten kann man sogar direkt (nach der Behandlung) selbst zahlen. Musst halt explizit danach fragen. Hab ich bspw. bei den immer gleichen 52,90 für den HNO 2x p.a. bis 2015 gemacht ... , dann hat die PKV gemeckert, nun lass ich mir den Mist halt zuschicken.

 

 

Bislang lag ich (zum Glück) immer unter SB bzw. BRE :) Ansehen tu ich mir die ärztlichen Liquidationen gerade deshalb bzw. trotzdem stets ganz genau ;)

Das mit der (Bar)zahlung direkt nach Behandlung ist auf jeden Fall eine gute Idee - werde ich das nächste mal dem Zahnklempner vorschlagen.

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Peter Wolnitza

Ähm habe noch nie son Fragebogen bekommen...

 

Kind ist nun drei

 

Moin,

 

Reserven bilden. Kommt irgendwann. Definitiv. Die Kassen arbeiten diese Fälle systematisch durch.

Das Thema Beitragsfreie Familienmitversicherung ist sowieso auf der "watch-Liste" bei den Kassen und den übergeordneten Entscheidungsträgern.

 

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lea2

Also... Ich habe jetzt einfach mal ein wenig mitgelesen, danke für die Infos.

 

Motiviert bin ich in erster Linie von Preis-/Leistung, d.h. weder rein Leistungsbezogen, noch rein Preisbezogen. So oder so wäre es mir wichtig, die finanzielle Seite mal richtig durchzukalkulieren. Kennt ihr eine Excel-/Online-Kalkulation, welche man auf sich anpassen könnte? Ich dachte an etwas in dieser Art: www.krankenversicherung-prognose.de - Nur ist diese Seite offensichtlich provisionsbasiert und einige fundamentale Annahmen (Beitragssteigerungen PKV) können nicht manuell verändert werden, weshalb ich der Rechnung nicht vertrauen möchte... Hat jemand was für mich?

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andjessi
· bearbeitet von andjessi

Das muss ja auch nicht zwangsläufig und immer so sein. Andererseits werben diese Dienstleister ja teilweise sogar damit, den Umsatz zu "optimieren"... So grob nach dem Schema: Wenn Ziffer x und y gezogen wird, kann man auch noch z abrechnen oder stattdessen a+b, die in Summe mehr bringen.

 

 

Weiterhin interessant bleibt die Frage: Gibt's Behandlung nur gegen Abrechnungsdienstleister-Zustimmung oder nicht? :)

 

Es gibt (außer Notfallversorgung) keine Behandlungspflicht eines Patienten. Dies gilt für die GKV wie für die PKV. Für die GKV-Versicherten gilt: die kassenärztlichen Vereinigungen müssen sicher stellen, dass eine Versorgung gewährleistet wird. Einen Anspruch von einem bestimmten Arzt behandelt zu werden, kann man daraus nicht ableiten.

 

Wenn du dich mit dem Arzt über die Behandlung und die Modalitäten nicht einig wirst, gibt es keine Behandlung.

 

Bzgl. der Abrechnungsdienstleister würde ich die Sache nicht so kritisch sehen. Die "Optimierungen" sind bereits in den meisten Praxisverwaltungssoftwaren eingebaut. Es werden hier aber keine unötigen Ziffern generiert, sondern Plausibilitätsschecks durchgeführt. Dabei kann auch heraus kommen, dass z.B. bei der Behandlung eines Kindes eine zusätzliche Zifffer (wegen des erhöhten Aufwands) abgerechnet werden kann. Keinesfalls werden Diagonsen o.ä. erfunden und Zifffern generiert. Die Abrechnungsstellen übernehmen die von der Praxissoftware generierten Schlüssel.

 

Die Zwischenschaltung eines Dienstleisters/Abrechnungsstelle entlastet den Arzt vor allem von der Rechnungsstellung und der Verfolgung des Zahlungseingangs. Positiver Nebeneffekt ist auch, dass das Verhältnis Arzt/Patient bei Zahlungsverzug nicht direkt belastet wird (Zahlungserinnerung kommt von der Abrechnungsstelle). Außerdem ist die Zahlungsmoral der Patienten grundsätzlich höher. Woran das liegt, keine Ahnung (möglicherweise an dem standardisierten Verfahren, der proffesionelleren Handhabung durch den Dienstleister?). Diese persönliche Erfahrungen hat jedenfalls meine Frau in ihrer Gemeinschaftspraxis (Kinderarzt) gemacht, nachdem sie dort seit ~ 2 Jahren nicht mehr selbst die Rechnungen schreiben.

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Okabe

So oder so wäre es mir wichtig, die finanzielle Seite mal richtig durchzukalkulieren. Kennt ihr eine Excel-/Online-Kalkulation, welche man auf sich anpassen könnte?

 

Das kannst du meiner Meinung nach ziemlich vergessen. Zuviele Unbekannte, zuviele fehlende Informationen. Erster Überblick: https://www.pkv.de/service/broschueren/daten-und-zahlen/kennzahlenkatalog.pdb.pdf

Z.B. ist der Zahlbeitrag erstmal völlig irrelevant, wenn man die RfB Quote nicht kennt und die zugrundeliegende Kalkulation nicht versteht. Und selbst dann kann man nicht in die Zukunft gucken und wissen, wie sich ein Versichertenkollektiv entwickeln wird. Bei Gesetzesänderungen u.ä. noch gar angefangen.

 

Darum ist meiner Meinung nach der bessere Ansatz:

  • Welche Leistungen sind mir wichtig, jetzt und möglicherweise auch irgendwann später (Stichwort Flexibilität)?
  • Was sind die worst cases?
  • Was für ein Mensch bin ich? (Ist mir Gesundheit z.B. recht egal und ich mache alles, was der Arzt mir sagt oder ist es für mich ein kritisches Anliegen und ich lese selbst Studien, bevor ich mich für eine Therapie entscheide)

Erst danach kommt der Rest. Ausnahmen mal ausgelassen (z.B. brauch ich mir bei Krebs erstmal gar nicht die Frage stellen, weil ein Wechsel in die PKV idR sowieso nicht möglich ist).

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lea2

Leider gebe ich dir recht - das durchzurechnen scheint schwierig. Wie allerdings sollte ich sonst auf eine Entscheidung kommen?

 

Andere zentrale Kriterien pro oder contra treffen auf mich nicht zu

- Ich bin bereits (auf Anwartschaft) in der PKV, der Eintritt ist kein Problem

- Ich bin jung genug

- Der Leistungsumfang der GKV reicht mir grundsätzlich einigermaßen aus (bisher zumindest), schnelle Termine zu bekommen ist allerdings ein Luxus, auf den ich zum Beispiel ungern verzichten würde

- Ich will auf keinen Fall "überversorgt" sein und alle sinnlosen Extra-Untersuchungen machen, die der Arzt gerne abrechnen würde

- Ich gehe davon aus, dass ich grundsätzlich vermögend genug sein werde, um durch höhere PKV-Beiträge nicht gleich Bankrott zu gehen; allerdings will ich das Geld auch nicht zum Fenster hinauswerfen

 

In Summe kommt für mich daher auch kein superteurer Luxus-PKV-Tarif in Frage, sondern eher etwas im guten mittleren Bereich. Was die Kostenfrage um so wichtiger macht.

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Peter Wolnitza

Das muss ja auch nicht zwangsläufig und immer so sein. Andererseits werben diese Dienstleister ja teilweise sogar damit, den Umsatz zu "optimieren"... So grob nach dem Schema: Wenn Ziffer x und y gezogen wird, kann man auch noch z abrechnen oder stattdessen a+b, die in Summe mehr bringen.

 

 

Weiterhin interessant bleibt die Frage: Gibt's Behandlung nur gegen Abrechnungsdienstleister-Zustimmung oder nicht? :)

 

...

Bzgl. der Abrechnungsdienstleister würde ich die Sache nicht so kritisch sehen. Die "Optimierungen" sind bereits in den meisten Praxisverwaltungssoftwaren eingebaut. Es werden hier aber keine unötigen Ziffern generiert, sondern Plausibilitätsschecks durchgeführt. Dabei kann auch heraus kommen, dass z.B. bei der Behandlung eines Kindes eine zusätzliche Zifffer (wegen des erhöhten Aufwands) abgerechnet werden kann. Keinesfalls werden Diagonsen o.ä. erfunden und Zifffern generiert. Die Abrechnungsstellen übernehmen die von der Praxissoftware generierten Schlüssel.

 

Die Zwischenschaltung eines Dienstleisters/Abrechnungsstelle entlastet den Arzt vor allem von der Rechnungsstellung und der Verfolgung des Zahlungseingangs. Positiver Nebeneffekt ist auch, dass das Verhältnis Arzt/Patient bei Zahlungsverzug nicht direkt belastet wird (Zahlungserinnerung kommt von der Abrechnungsstelle). Außerdem ist die Zahlungsmoral der Patienten grundsätzlich höher. Woran das liegt, keine Ahnung (möglicherweise an dem standardisierten Verfahren, der proffesionelleren Handhabung durch den Dienstleister?). Diese persönliche Erfahrungen hat jedenfalls meine Frau in ihrer Gemeinschaftspraxis (Kinderarzt) gemacht, nachdem sie dort seit ~ 2 Jahren nicht mehr selbst die Rechnungen schreiben.

 

Gute Beschreibung. Es lohnt sich wirklich nicht, sich darüber Gedanken zu machen, ob man dem Arzt diesen Schrieb unterzeichnet oder nicht.

 

So oder so wäre es mir wichtig, die finanzielle Seite mal richtig durchzukalkulieren. Kennt ihr eine Excel-/Online-Kalkulation, welche man auf sich anpassen könnte?

 

Das kannst du meiner Meinung nach ziemlich vergessen. Zuviele Unbekannte, zuviele fehlende Informationen. Erster Überblick: https://www.pkv.de/s...katalog.pdb.pdf

Z.B. ist der Zahlbeitrag erstmal völlig irrelevant, wenn man die RfB Quote nicht kennt und die zugrundeliegende Kalkulation nicht versteht. Und selbst dann kann man nicht in die Zukunft gucken und wissen, wie sich ein Versichertenkollektiv entwickeln wird. Bei Gesetzesänderungen u.ä. noch gar angefangen.

 

Darum ist meiner Meinung nach der bessere Ansatz:

  • Welche Leistungen sind mir wichtig, jetzt und möglicherweise auch irgendwann später (Stichwort Flexibilität)?
  • Was sind die worst cases?
  • Was für ein Mensch bin ich? (Ist mir Gesundheit z.B. recht egal und ich mache alles, was der Arzt mir sagt oder ist es für mich ein kritisches Anliegen und ich lese selbst Studien, bevor ich mich für eine Therapie entscheide)

Erst danach kommt der Rest. Ausnahmen mal ausgelassen (z.B. brauch ich mir bei Krebs erstmal gar nicht die Frage stellen, weil ein Wechsel in die PKV idR sowieso nicht möglich ist).

 

Völlig einverstanden.

Noch ein kurze Ergänzung:

 

Was kann sich in meiner GKV ändern: 1 Beitrag - 2 Leistung - 3 sonstige Rahmenbedingungen

Was kann sich in meiner PKV ändern: 1 Beitrag - - 3 sonstige Rahmenbedingungen

 

Jetzt einen Vergleich vornehmen zu wollen unter Berücksichtigung des einzigen Punktes, der sich in BEIDEN Systemen definitiv verändern wird, ist recht wenig zielführend.

 

Wenn man sich die Veränderungen in den Rahmenbedingungen (Fallpauschalen, Iqwig, Terminvergabestellen etc.. etc.) in den letzten Jahren anschaut dann läuft es in ein paar Jahren ganz brutal auf die folgende Situation hinaus:

 

Wenn Du beim Arzt sitzt, und der haut Dir gerade eine deftige Diagnose um die Ohren - dann stellt sich die Frage der Fragen:

 

Wer soll über die Therapie entscheiden? Der Arzt gemeinsam mit Dir oder alternativ Deine Krankenkasse?

 

Klingt brutal, ist aber ein ganz deutlich erkennbarer Trend: es wird eine standardisierte Behandlungsform für das jeweilige Krankheitsbild geben. (muss jetzt erstmal nix schlechtes sein)

aber da gibts einen §12 im SGB V:

 

(1) Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig

oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen.

 

Heisst im Klartext: Willst Du eine abweichende Therapieform, weil Dein Arzt das empfiehlt: --> selber zahlen.

Damit mutierst Du zu dem, was der PKV Versicherte im Prinzip schon ist: Selbstzahler - allerdings hat der eine Rückversicherung, die - je nach selbst ausgewähltem Leistungsumfang dann eben Leistungen (teilweise)

erstattet, oder ablehnt.

Das muss sich jeder selber klar machen, wie er da aufgestellt sein will.

Dann kann/muss man drüber reden, was es kostet.

Die Frage GKV / PKV läässt sich definitv nicht mit einer Excel Tabelle beantworten.

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Peter Wolnitza

Leider gebe ich dir recht - das durchzurechnen scheint schwierig. Wie allerdings sollte ich sonst auf eine Entscheidung kommen?

 

Andere zentrale Kriterien pro oder contra treffen auf mich nicht zu

- Ich bin bereits (auf Anwartschaft) in der PKV, der Eintritt ist kein Problem

- Ich bin jung genug

- Der Leistungsumfang der GKV reicht mir grundsätzlich einigermaßen aus (bisher zumindest), schnelle Termine zu bekommen ist allerdings ein Luxus, auf den ich zum Beispiel ungern verzichten würde

- Ich will auf keinen Fall "überversorgt" sein und alle sinnlosen Extra-Untersuchungen machen, die der Arzt gerne abrechnen würde

- Ich gehe davon aus, dass ich grundsätzlich vermögend genug sein werde, um durch höhere PKV-Beiträge nicht gleich Bankrott zu gehen; allerdings will ich das Geld auch nicht zum Fenster hinauswerfen

 

In Summe kommt für mich daher auch kein superteurer Luxus-PKV-Tarif in Frage, sondern eher etwas im guten mittleren Bereich. Was die Kostenfrage um so wichtiger macht.

 

Der Ansatz ist ja ok und verständlich.

Problem dabei: Wie wissen nicht, welcher Leistungspunkt in 20,30 Jahren unter Umständen für Dich eine übergewichtete Bedeutung erhält.

 

Nur kurz noch zum Verständnis: Eine Anwartschaft gilt immer für eine bestimmte Gesellschaft und i.d.R. für eine ganz bestimmte, bereits gewählte Tarifkombination dieses Versicherers!

(Ausnahme: Sog. Optionstarife - da hat man fast die komplette Tarifwelt der jeweiligen Gesellschaft zur Auswahl)

Mit einer "kleinen Anwartschaft" konserviert man den Gesundheitszustand, mit einer "grossen Anwartschaft" zusätzlich noch das alte Eintritssalter.

Müsste man genau schauen, was in Deinem Falle tatsächlich vorliegt. Eine generelle "Anwartschaft für alle PKV Gesellschaften" gibt es aber nicht.

(War mir da nicht ganz sicher, wie Deine Aussage da zu verstehn war)

 

 

Hier gibt es m.E. nur eine zielführende Lösung - grob gerastert:

 

Step 1 - Entscheidung treffen PKV/GKV

Step 2 - Wenn PKV : Festlegen der persönlichen Prioritäten im Leistungsumfang (da ist jetzt nicht mit gemeint 1 Bett Zimmer oder 2 Bett Zimmer, da gibt es wesentlich elementarere Dinge)

Step 3 - Checken, ob der Tarif, für den die Anwartschaft besteht, das zu Deiner Zufriedenheit abdeckt

Step 4 - Checken, ob ggfls. ein anderer Tarif das leisten kann, was Du haben willst und ob der aufgrund Gesundheit wählbar ist - und was er kostet

...

ein paar Steps lasse ich jetzt mal aus:

Step X : Wenn Beitrag Budget sprengt - zurück zu Step 1

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Gast240416

Wenn man sich die Veränderungen in den Rahmenbedingungen (Fallpauschalen, Iqwig, Terminvergabestellen etc.. etc.) in den letzten Jahren anschaut dann läuft es in ein paar Jahren ganz brutal auf die folgende Situation hinaus:

 

Wenn Du beim Arzt sitzt, und der haut Dir gerade eine deftige Diagnose um die Ohren - dann stellt sich die Frage der Fragen:

 

Wer soll über die Therapie entscheiden? Der Arzt gemeinsam mit Dir oder alternativ Deine Krankenkasse?

 

Klingt brutal, ist aber ein ganz deutlich erkennbarer Trend: es wird eine standardisierte Behandlungsform für das jeweilige Krankheitsbild geben. (muss jetzt erstmal nix schlechtes sein)

aber da gibts einen §12 im SGB V:

 

(1) Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten. Leistungen, die nicht notwendig

oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen.

 

 

PW legt hier nochmals den Finger in die tiefste Wunde.

 

 

Im Sytem der PKV ist mE im Wesentlichen die nicht sicher abzuschätzende Kostenseite das Hauptproblem.

 

In der GKV kommt noch mehr dazu:

Die Rationalisierung im Gesundheitssystem der GKV ist im Wesentlichen ausgeschöpft. Selbst wenn man durch weitere Maßnahmen nochmal eine Einheit "einsparen" könnte, würde man dadurch inzwischen drei Einheiten Bürokratie, Folgekosten oder Leistungseinschränkungen auslösen.

 

Beitragstabilität ist in Zeiten von Überalterung, Fortschritt und Forschung eine Illusion. Der 50jährige, der heute dank moderner Therapie nicht mehr an seinen ersten Herzinfarkt stirbt, ist dann irgendwann mal der 70er mit rheumatischer Gelenkerkrankung und danach der 80jährige mit einem Karzinom ...

 

Entweder in der GKV werden die Leistungen schleichend gestrichen, oder die Beitragssätze müssen steigen. Derzeit ist beides bereits im Gange.

 

Nach der Rationalisierung sind wir in der GKV längst in einer Phase der Rationierung eingetreten.Die Verwaltung des Mangels kann ihn nicht abschaffen.

Das Problem ist tatsächlich §12.1 SGB V. Hier ist nicht von einer guten oder hervorragenden Versorgung die Rede. Die Entwicklung von Behandlungspfaden (und ggf Sanktionierung, Kürzung oder Leistungsablehnung wenn dieser Pfad nicht eingschlagen wird) führen im GKV-Bereich meines Erachtens zunehmend in die Staatsmedizin. Im Klartext: Medizin nach Kassenlage.

Auch das muss man wissen, wenn man sich entscheidet.

 

 

Wenn es also darum geht, auf jeden Fall den vollen Leistungsumfang zu erhalten (kann man sich vielleicht als noch gesunder 30er nicht vorstellen) würde ich eindeutig von Anfang an auf die PKV setzen.

 

Die Alternative besteht darin Geld beiseite zu legen und im Strom (ca 90%) der GKV mitzuschwimmen.Und hoffen das der Staat die Rahmenbedingungen unter dem öffentlichen Druck doch erträglich hält (Analogie: Rückbau der Agenda 2010). Aber weiter als 10-20 Jahre kann man hier sicher die Entwicklung nicht abschätzen. Und ein gewisser Druck ist auch im PKV-Bereich (zB Standard - oder Basistarif) vorhanden.

 

Ich möchte jedenfalls nie das Gefühl haben (wenn es mal wirklich ernst wird !!! ) zu wissen das man nur die zweitbeste Behandlung bekommt mit der Begründung sie sei "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich".

ohmy.gif

 

Also: Wie schon gesagt erst die Systemfrage klären.

 

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Gast
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