Diverses passives Portofolio für Angestellten eines NASDAQ-Unternehmens

77 Beiträge in diesem Thema

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Kernfrage: Wie baut man am besten ein diversifiziertes Portofolio auf, wenn man "zwangsweise" in einen Aktienwert (nennen wir ihn "XYZ") sehr stark investiert ist?

 

Ausgangssituation:

  • Ich bin bei einem großen Unternehmen aus dem NASDAQ angestellt. Meine berufliche Zukunft und mein Einkommen hängen naturgemäß sehr stark an diesem Unternehmen. Fast 50% meines Gehalts und Vermögens sind "unvested" XYZ-Aktien, bzw. zukünftig erwartete Aktien-Grants.
  • Ich habe erst kürzlich begonnen, mich tiefer mit Geldanlage zu beschäftigen und bin aufgrund meiner Recherche zu dem Schluss gekommen, ein breit diversifiziertes passives Depot aufbauen zu wollen. Am besten möglichst unkompliziert und pflegeleicht.
  • Aktueller Plan: Alle zugeteilten XYZ-Aktien zeitnah verkaufen und gemeinsam mit Gehalt und Boni in einen ETF-Sparplan investieren.

 

Jetzt stehe ich vor der Frage, welche Fonds ich mir zulegen soll. Ich denke, dass eine ganz einfache Struktur mit z. B. "MSCI World" + "MSCI Emerging Markets" bei mir möglicherweise nicht so sinnvoll ist, weil der "MSCI World" ja die USA sehr stark enthält und damit wohl stark mit XYZ-Aktien korreliert. "MSCI World ex XYZ" gibt es natürlich nicht, anderes hedging gegen XYZ übersteigt meine Kenntnisse und wäre wohl gefährlich nahe am Insider-Trading.

 

Wäre es sinnvoll, mein Depot jetzt in etwa so aufzubauen?

  • Dow Jones + MSCI Canada (also eben nicht ganz Nordamerika, bewusst ohne NASDAQ), untergewichtet im Vergleich zum Rest
  • Europa (z.B. STOXX 600 oder MSCI Europe)
  • Asien (z.B: MSCI Pacific)
  • Emerging Markets
  • (evtl. noch Small Caps und/oder Immobilien/Rohstoffe, ist aber ne unabhängige Frage)

 

Wo finde ich Informationen über sinnvolle Gewichtungen? Gibt es Daten darüber wie stark meine XYZ-Aktien in der Vergangenheit mit bestimmten Indices korrelierten? Sind meine Befürchtungen bzgl. der Korrelation übertrieben? Oder ist es vielleicht sowieso aussichtslos, viel dagegen unternehmen zu wollen?

 

Danke für Eure Hilfe.

 

-----

Erfahrungen mit Geldanlagen: Wenig. Hauptsächlich Tagesgeld, ein wenig ohne System mit ETFs gespielt. Verkauf von Mitarbeiteraktien (früher auch Optionen), Kommer und sticky threads gelesen.

Bereits vorhandenen Fondspositionen: Zur Zeit nur "iShares Core DAX® UCITS ETF (DE)" (DE0005933931) in insignifikanter Menge

Zeitliche Aufwandsbereitschaft: Wenig. Ein paar Stunden alle paar Monate ist OK.

Risikotyp/Risikobereitschaft/Umgang mit Verlusten: Unabhängig, keine Immobilien oder Familie geplant. Laufendes Einkommen deckt quasi alles. Vorübergehender Verlust bis ~30% ok. Einziges potentielles Risiko: Jobverlust, Unfall, Krankheit.

Alter: 40

Berufliche Situation: Leitender Angestellter in großem Unternehmen, komfortables Gehalt, IT-Branche

Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft? Ja

Anlagehorizont: >20 Jahre

Zweck der Anlage: Altersvorsorge

Einmalanlage und/oder Sparplan? Zuerst größere Einmalanlage, dann Sparplan

Anlagekapital: anfangs mehrere 100k€ Einmalanlage, dann >10k€ pro Monat

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Geschrieben

Wo ist dein Problem, wenn Du die XYZ-Aktien einfach verkaufst?

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vor 3 Minuten schrieb xfklu:

Wo ist dein Problem, wenn Du die XYZ-Aktien einfach verkaufst?

 

Geht nicht, weil sie "unvested" sind. Das bedeutet, dass ich diese Aktien noch nicht besitze. Ich habe nur eine Zusage (Grant), dass sie über die nächsten paar Jahre zugeteilt werden. Das ist ein in USA weit verbreiteter Mechanismus zur Mitarbeiterbindung. Ich erwarte in Zukunft regelmäßig weitere solche Grants.

 

Außerdem ist auch mein zukünftiges Gehalt mit meinem Unternehmen korreliert, was es unattraktiv macht noch mehr Kapital in dieselbe Branche zu investieren.

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Geschrieben · bearbeitet von Schwachzocker

vor 1 Stunde schrieb MForster:

...Jetzt stehe ich vor der Frage, welche Fonds ich mir zulegen soll. Ich denke, dass eine ganz einfache Struktur mit z. B. "MSCI World" + "MSCI Emerging Markets" bei mir möglicherweise nicht so sinnvoll ist, weil der "MSCI World" ja die USA sehr stark enthält und damit wohl stark mit XYZ-Aktien korreliert.

Wie kommst Du denn darauf, dass der MSCI World mit der Entwicklung eines einzelnen Wertes korreliert? Wenn dem so wäre, bräuchte man ja in der Tat nur die Aktie des XYZ-Unternehmens und müsste sich weiter keine Gedanken machen.

Ist Dir bewusst, dass im MSCI World über 1600 Unternehmen abgebildet sind? Warum sollte der Index ausgerechnet mit dem Unternehmen XYZ korrelieren?

 

Ungeachtet dessen ist die "einfache Struktur" in Deinem Fall aufgrund der hohen Summen, die hier in Rede stehen, eventuell weniger sinnvoll. Mit einem 4er Weltportfolio eventuell + Small Caps hättest Du bessere Chancen beim Reblancing, und es wäre besser gestreut. Außerdem würde die Gewichtung der USA dann gegenüber der 70-30-Variante abnehmen.

Ansonsten halte ich die Überlegung, einen ganzen Markt ganz oder teilweise außer acht zu lassen, nur weil das Unternehmen, in dem Du arbeitest, Teil dieses Marktes ist, für ziemlich übertrieben.

Ich würde das komplett getrennt betrachten: Das eine ist Dein Depot. Das andere ist das Unternehmen, in dem Du Dein Geld verdienst. Hauptsache Du kaufst jetzt nicht noch zusätzlich Aktien von diesem Unternehmen.

 

PS: Wenn es unbedingt sein muss, dann gewichte die USA in Deinem Portfolio insgesamt etwas geringer.

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Geschrieben · bearbeitet von tyr

vor 1 Stunde schrieb MForster:

Kernfrage: Wie baut man am besten ein diversifiziertes Portofolio auf, wenn man "zwangsweise" in einen Aktienwert (nennen wir ihn "XYZ") sehr stark investiert ist?

(..)

Zeitliche Aufwandsbereitschaft: Wenig. Ein paar Stunden alle paar Monate ist OK.

Risikotyp/Risikobereitschaft/Umgang mit Verlusten: Unabhängig, keine Immobilien oder Familie geplant. Laufendes Einkommen deckt quasi alles. Vorübergehender Verlust bis ~30% ok. Einziges potentielles Risiko: Jobverlust, Unfall, Krankheit.

Alter: 40

Berufliche Situation: Leitender Angestellter in großem Unternehmen, komfortables Gehalt, IT-Branche

Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft? Ja

Anlagehorizont: >20 Jahre

Zweck der Anlage: Altersvorsorge

Einmalanlage und/oder Sparplan? Zuerst größere Einmalanlage, dann Sparplan

Anlagekapital: anfangs mehrere 100k€ Einmalanlage, dann >10k€ pro Monat

 

Du bist jetzt 40 Jahre alt, verdienst so gut, dass du mehrere 100k EUR Einmalanlage tätigen kannst und >10kEUR pro Monat sparen kannst.

 

Was willst du denn groß anlegen? Egal was du anlegst, wenn du dieses Verdienstniveau und Konsumniveau bis zur Rente halten solltest (zweifele ich mal an) und es irgendwie hin bekommst, mindestens Kapitalerhalt zu erreichen wirst du nicht wissen, wohin mit dem Geld.

 

Ich sehe hier eher das Problem, dass du arbeitest ohne Ende und das Geld nicht ausgibst. Rechnen wir mal bis 60 und nur konservativ 10.000 EUR pro Monat und lassen wir die Inflation weg. Dann stehen mit Alter 60 ungefähr 2,4 Millionen Euro zur Verfügung.

 

Keine Immobilien, keine Familie geplant. Was willst du mit dem Geld anfangen?

 

Ich sehe hier eher das Thema, dass zu wenig gelebt wird ... der Konsum passt nicht zum Verdienst. Geldanlage wäre hier nicht das Hauptthema, zumal ja festgelegt ist: "Zeitliche Aufwandsbereitschaft: Wenig. Ein paar Stunden alle paar Monate ist OK." -- das spricht gegen ein Selbstbau-Depot.

 

Ich würde erstmal die großen Finanzplanungsfragen klären. Das ETF-Gedöns ist wie so oft dagegen langweilig und einfach.

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Geschrieben

vor 1 Stunde schrieb MForster:

Sind meine Befürchtungen bzgl. der Korrelation übertrieben?

Ich finde: Ja.

 

Mal angenommen, du arbeitest bei Apple. Das ist mit 1,85% der größte "Brocken" im MSCI World-Index. Was willst du da großartig anders gewichten?

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Geschrieben · bearbeitet von MForster

vor 57 Minuten schrieb Schwachzocker:

Wie kommst Du denn darauf, dass der MSCI World mit der Entwicklung eines einzelnen Wertes korreliert?

Ich gehe tatsächlich davon aus, dass der MSCI World Index mit jedem enthaltenen Wert einen zumindest leicht positiven Korrelationskoeffizienten besitzt. Wenn es genügend unkorrelierte Werte gäbe wäre es ja ein einfaches, sein Risiko auf Null zu schrauben. Wegen seiner USA-zentrischen Zusammensetzung gehe ich davon aus, dass er mit NASDAQ-Aktien besonders stark korreliert (also im Vergleich zu einem anderen Index, etwa dem MSCI Pacific oder dem Goldpreis). 

 

vor 57 Minuten schrieb Schwachzocker:

Wenn dem so wäre, bräuchte man ja in der Tat nur die Aktie des XYZ-Unternehmens und müsste sich weiter keine Gedanken machen.

Das wäre nur bei einem Korrelationskoeffizienten von 1 richtig. Ich gehe von einem Wert zwischen 0 und 1 aus. Wissen kann ich das nicht, deshalb hab ich ja gefragt, ob es diese Daten irgendwo gibt.

 

vor 57 Minuten schrieb Schwachzocker:

Ist Dir bewusst, dass im MSCI World über 1600 Unternehmen abgebildet sind?

Ja.

 

vor 57 Minuten schrieb Schwachzocker:

Ungeachtet dessen ist die "einfache Struktur" in Deinem Fall aufgrund der hohen Summen, die hier in Rede stehen, eventuell weniger sinnvoll. Mit einem 4er Weltportfolio eventuell + Small Caps hättest Du bessere Chancen beim Reblancing, und es wäre besser gestreut. Außerdem würde die Gewichtung der USA dann gegenüber der 70-30-Variante abnehmen.

Mit 4er Weltportofolio meinst du Nordamerika/Europa/Pacific/Emerging Markets, oder? Ja, das war ja genau der Gedanke, wobei ich halt überlegt hatte, noch einen Schritt weiterzugehen. Mit besser gestreut meinst du nach BIP anstatt nach Marktkapitalisierung, oder?

 

Was meinst Du denn mit "bessere Chancen beim Rebalancing?"

 

vor 57 Minuten schrieb Schwachzocker:

Ansonsten halte ich die Überlegung, einen ganzen Markt ganz oder teilweise außer acht zu lassen, nur weil das Unternehmen, in dem Du arbeitest, Teil dieses Marktes ist, für ziemlich übertrieben.

Ich würde das komplett getrennt betrachten: Das eine ist Dein Depot. Das andere ist das Unternehmen, in dem Du Dein Geld verdienst. Hauptsache Du kaufst jetzt nicht noch zusätzlich Aktien von diesem Unternehmen.

 

PS: Wenn es unbedingt sein muss, dann gewichte die USA in Deinem Portfolio insgesamt etwas geringer.

Danke für die Einschätzung!

 

Ich bin bei dieser Überlegung angekommen, weil einem ja viel geraten wird, seine Diversifizierung möglichst breit zu betrachten. Kommer rät ja zum Beispiel in Kapitel 3.7 dazu, das eigene Humankapital mit zu berücksichtigen. Mein Humankapital ist stark konzentriert. Deshalb war mein Gedanke, dass ich besonders stark an der Diversifizierung arbeiten muss.

 

Ich bin mir nicht sicher, ob "es unbedingt sein muss". Am liebsten würde ich das wissenschaftlich betrachten. Und das ginge am besten mit historischen Korrelationsdaten, glaube ich.

 

vor 56 Minuten schrieb tyr:

Ich würde erstmal die großen Finanzplanungsfragen klären.

Danke für den Hinweis.

 

Keine Sorge, ist geklärt. Wollte ich nur hier nicht zur Diskussion stellen :-)

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Geschrieben · bearbeitet von MForster

vor 41 Minuten schrieb odensee:

Ich finde: Ja.

 

Mal angenommen, du arbeitest bei Apple. Das ist mit 1,85% der größte "Brocken" im MSCI World-Index. Was willst du da großartig anders gewichten?

Danke für die Einschätzung!

 

(Apple ist nicht korrekt aber ein gutes Beispiel :-) )

 

Na, mein Gedankengang war halt, dass die Apple-Aktien sehr ähnlich zu den restlichen NASDAQ-Werten sind, und etwas weniger aber immer noch stark ähnlich wie andere USA-Werte verhalten. Und wenn ich schon die Hälfte meines Kapitals in NASDAQ-Aktien habe (auch wenn es nur ein Wert davon ist), dann wäre es vielleicht sinnvoller, andere Regionen stärker zu gewichten...

 

vor 55 Minuten schrieb tyr:

"Zeitliche Aufwandsbereitschaft: Wenig. Ein paar Stunden alle paar Monate ist OK." -- das spricht gegen ein Selbstbau-Depot.

Ehrlich? Meine Vermutung wäre gewesen, dass sich der Hauptaufwand eines Buy-and-Hold-Depots auf regelmäßiges Rebalancieren und die Steuererklärung beschränkt. Unterschätze ich das?

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Geschrieben

vor 3 Minuten schrieb MForster:

Danke für den Hinweis.

 

Keine Sorge, ist geklärt. Wollte ich nur hier nicht zur Diskussion stellen :-)

Ich sehe nicht, dass da irgendwas geklärt ist. Im Gegenteil.

 

Wenn du mit 40 Jahren mehrere 100k EUR anlegen willst und über 10k EUR monatlich sparen kannst und eine zeitliche Aufwandsbereitschaft für die Geldanlage von "ein paar Stunden alle paar Monate" hast passt dies nicht zu dem Selbstbau-Ansatz hier aus dem Forum.

 

Ein paar Stunden alle paar Monate wäre z. B. eine private klassische Rentenversicherung, bei der der Versicherer dein Geld für dich anlegt und du dich um nichts kümmern musst und du jährlich den Stand deines Altersvorsorge-Vermögens auf einem Brief anschauen kannst. Das kommt dem an Unkompliziertheit nahe, was du dir vorstellst.

 

Ein Selbstbaudepot muss gepflegt werden, wenn du keine der üblichen Wertpapier-Messie-Halden aufbauen willst, die hier im Forum regelmäßig vorgestellt werden. Und selbst dann darfst du dich um Rebalancing und Steuerfragen kümmern.

 

Dazu kommt noch das Thema, wie du Aufbau- und Verzehrphase planen willst. Man lebt nur einmal. Was ist das Sparziel, was ist das Entnahmeziel? Davon lese ich hier noch nichts.

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Geschrieben

vor 5 Minuten schrieb MForster:

Ehrlich? Meine Vermutung wäre gewesen, dass sich der Hauptaufwand eines Buy-and-Hold-Depots auf regelmäßiges Rebalancieren und die Steuererklärung beschränkt. Unterschätze ich das?

Wenn das Depot Selbstzweck sein soll, du keine Ziele damit erreichen willst und es dir völlig egal ist, was mal dabei heraus kommt: ja, geht.

 

Wenn du irgendwelche Ziele erreichen willst, z. B. langfristiger Kapitalerhalt, oder Summe xyz zu einem bestimmten Zeitpunkt: dann muss m. E. irgendwer das Kapital verwalten.

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Geschrieben · bearbeitet von MForster

vor 1 Minute schrieb tyr:

dann muss m. E. irgendwer das Kapital verwalten.

Welchen Zeitaufwand hältst Du denn für das Rebalancing für realistisch?

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vor 8 Minuten schrieb MForster:

Welchen Zeitaufwand hältst Du denn für das Rebalancing für realistisch?

1 h / a (0,0114% deiner Lebenszeit)

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Gerade eben schrieb vanity:

1 h / a (0,011% deiner Lebenszeit)

Danke.

 

Und wo ist jetzt der Widerspruch? "1h / a" scheint mit deutlich weniger als "ein paar Stunden alle paar Monate".  :-)

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Geschrieben

vor 14 Minuten schrieb MForster:

...

Mit 4er Weltportofolio meinst du Nordamerika/Europa/Pacific/Emerging Markets, oder?

Ja! Hier geistert immer der BIP-Ansatz durch das Forum: 30%-30%-10%-30%

Aber das ist ja nicht in Stein gemeißelt. Vielleicht nimmst Du z.B. lediglich 20% Nordamerika, dafür 40% Europa.

 

Zitat

Das wäre nur bei einem Korrelationskoeffizienten von 1 richtig. Ich gehe von einem Wert zwischen 0 und 1 aus. Wissen kann ich das nicht, deshalb hab ich ja gefragt, ob es diese Daten irgendwo gibt.

Chartvergleiche für die letzten 10 Jahre kann man ja überall auf Finanzportalen machen. Die letzten 3 Jahre hat Apple die NASDAQ deutlich hinter sich gelassen. Aber was besagt das schon?!

 

Zitat

Mit besser gestreut meinst du nach BIP anstatt nach Marktkapitalisierung, oder?

Damit meine ich, dass man mehrere Positionen über die Welt verteilt hat, jedenfalls mehr als bei einem 2er Portfolio.

 

Zitat

Was meinst Du denn mit "bessere Chancen beim Rebalancing?"

Bei mehreren Positionen ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich eine Position deutlich anders entwickelt als der Rest. Oder mache ich da einen Denkfehler?

 

Zitat

Ich bin bei dieser Überlegung angekommen, weil einem ja viel geraten wird, seine Diversifizierung möglichst breit zu betrachten. Kommer rät ja zum Beispiel in Kapitel 3.7 dazu, das eigene Humankapital mit zu berücksichtigen. Mein Humankapital ist stark konzentriert. Deshalb war mein Gedanke, dass ich besonders stark an der Diversifizierung arbeiten muss.

Das ist ja im Kern richtig. Herr Kommer dreht auch sonst an vielen kleinen Schräubchen, die sicher ihre Berechtigung haben.

Aber wie wirkt es sich denn nun tatsächlich bei Dir aus, wenn es in Deinem Unternehmen zu einem "Zwischenfall" nach Art Diesel-Gate kommt und der Aktienkurs abschmiert? Dass Deine Mitarbeiteraktien an Wert verlieren, kannst Du ohnehin nicht ändern. Und wenn Dein Unternehmen im MSCI World vielleicht eine Gewichtung von ca. 1% hat, wie schlimm wäre das für Dein zukünftiges Depot?

 

Ich verdiene mein Geld in Deutschland und bin insofern abhängig von der hiesigen wirtschaftlichen Entwicklung. Das hat mich aber noch nicht daran gehindert, auch in deutsche Aktien zu investieren. Dann dürfte ja kein deutscher Arbeitnehmer oder Beamter in deutsche Aktien investieren.

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vor 1 Minute schrieb MForster:

Welchen Zeitaufwand hältst Du denn für das Rebalancing für realistisch?

Du denkst, dass sich Aufbau und Pflege eines Selbstbau-Portfolios nur auf Rebalancing beschränken?

 

Ich halte das für weit untertrieben. Bei mir ist das Hobby, ich habe Spaß dran. Mit "Zeitliche Aufwandsbereitschaft: Wenig. Ein paar Stunden alle paar Monate ist OK." fällt es mir schwer, mir irgendeine Umsetzung eines selbst aufgebauten und verwalteten Portfolios vor zu stellen.

 

Beispiele:

- neue Steuergesetzgebung kommt, wie gerade erst passiert: man liest irgendwann davon, fängt an, darüber nachzudenken, liest noch weiter, verschiedene Gruppen geben Ihre Meinungen zum Besten, man fängt irgendwann an, die eigenen Geldanlagen darauf an zu passen

- dein Broker verändert die Konditionen, z. B. ändern sich Aktionssparpläne oder deine Brokerbank führt negative Einlagenzinsen ein. Du rechnest durch, ob das, was du geplant hast, immer noch günstig ist. Oder: dein bunter Strauß an Zinsanlagekonten ändert mal wieder die Zinsen. In einem Quartal haben drei Banken die Zinsen gesenkt. Du überlegst nun mindestens 1x pro Quartal, ob du bei den bestehenden Banken bleibst, oder ob du wechselst. Oder was auch immer.

- Einer deiner Fondsanbieter hat ***** gebaut und der Fonds war im zurückliegenden Geschäftsjahr plötzlich steuerhässlich. Jetzt darfst du überlegen, was du aus der Situation machst, ob du anfängst, Belege auf zu heben und den Mehraufwand akzeptierst, ob du einen Steuerberater suchst, der sich damit im Detail auskennt, oder ob du es selbst in die Hand nimmst und einfach umschichtest, um deine Ruhe zu haben und ggf. steuerliche Nachteile in Kauf nimmst, weil du entweder ungewollt Verluste realisierst oder ungewollt Gewinne vorfristig realisierst. Was auch immer.

- Du vergleichst die Performance deines Portfolios nach dem Jahreswechsel mit der Performance deiner Benchmark, z. B. xx% MSCI ACWI IMI und xx% IG Staatsanleihen Eurozone gemischte Laufzeiten. Deine Performance weicht von deinem Referenzindex weit ab. Was machst du nun? Weiter so wie bisher, oder Anlagestrategie verbessern?

- Börsencrash, wie 2008. Deine Aktienwerte gehen um zweistellige Prozentwerte nach unten. Du schläfst schlecht, nachdem du siehst, dass du ein Jahreseinkommen Verlust erzielt hast. Machst du weiter wie bisher, oder passt du etwas an?

 

usw.

 

Zeitliche Aufwände werden regelmäßig unterschätzt.

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vor 6 Minuten schrieb MForster:

Danke.

 

Und wo ist jetzt der Widerspruch? "1h / a" scheint mit deutlich weniger als "ein paar Stunden alle paar Monate".  :-)

Man kann es sehr einfach machen und dann reicht 1 Stunde: 1x im Jahr Depotstände anschauen und systematisch Kauf-/Verkaufentscheidung treffen und durchführen. Voraussetzung: Einmal vorher einen Plan zurechtgelegt und für gut befunden, das dauert vermutlich etwas länger.

 

Man kann es auch zur Wissenschaft (zum Hobby?) machen und sich Wochen und Monate damit beschäftigen. Ob's was bringt außer Befriedigung, sei dahingestellt.

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vor 4 Minuten schrieb MForster:

Danke.

 

Und wo ist jetzt der Widerspruch? "1h / a" scheint mit deutlich weniger als "ein paar Stunden alle paar Monate".  :-)

 

Weil ein Selbstbauportfolio nicht nur "1h/a" Aufwand erzeugt. Das geht vielleicht, wenn man eine super-Einfach-Komplettkonstruktion à la ARERO im Rentenversicherungsmantel bespart. Sonst eher nicht.

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Geschrieben · bearbeitet von MForster

vor 32 Minuten schrieb Schwachzocker:

Vielleicht nimmst Du z.B. lediglich 20% Nordamerika, dafür 40% Europa.

Ja, sowas hätte ich gemeint. Aber leider ist das halt nur ein Bauchgefühl. Ich würde mich besser fühlen, wenn ich genauere Korrelationsdaten hätte

 

vor 32 Minuten schrieb Schwachzocker:

Chartvergleiche für die letzten 10 Jahre kann man ja überall auf Finanzportalen machen. Die letzten 3 Jahre hat Apple die NASDAQ deutlich hinter sich gelassen.

Chartvergleich sind aber was anders. Ich meine eher sowas: https://www.deka-etf.de/tools/correlation. Aber halt für Einzelwerte.

 

Hier ist übrigens ne Korrelationsmatrix für den DAX (nur 30 Tage): http://www.finanzen.net/indizes/indizes_matrix.asp

 

Fast alles positiv korreliert. Beim MSCI World ist das sicher breiter gestreut, aber wohl kaum überwiegend negativ.

 

vor 32 Minuten schrieb Schwachzocker:

 

Zitat

Was meinst Du denn mit "bessere Chancen beim Rebalancing?"

Bei mehreren Positionen ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich eine Position deutlich anders entwickelt als der Rest. Oder mache ich da einen Denkfehler?

Hm. Ich würde nur ableiten, dass bei mehr Positionen der Rebalancierungsaufwand steigt.

 

vor 32 Minuten schrieb Schwachzocker:

Aber wie wirkt es sich denn nun tatsächlich bei Dir aus, wenn es in Deinem Unternehmen zu einem "Zwischenfall" nach Art Diesel-Gate kommt und der Aktienkurs abschmiert? Dass Deine Mitarbeiteraktien an Wert verlieren, kannst Du ohnehin nicht ändern. Und wenn Dein Unternehmen im MSCI World vielleicht eine Gewichtung von ca. 1% hat, wie schlimm wäre das für Dein zukünftiges Depot?

Ich glaube, das ist nicht das Szenario, das relevant ist. Eher: Aus irgendeinem Grund ergeht es dem USA-Aktienmarkt besonders schlecht. Dann wirkt sich das überdurchschnittlich auf mich aus, nämlich in voller Breite auf meine 50% Humankapital und zusätzlich auf die 60% USA im MSCI World. Ich bin dann mit 80% betroffen während ein Standardinvestor in "MSCI World" nur zu 60% betroffen ist (Wenn man jetzt mal die sicherlich vorhandene Korrelation mit dem Rest des Index vernachlässigt).

 

vor 32 Minuten schrieb Schwachzocker:

Ich verdiene mein Geld in Deutschland und bin insofern abhängig von der hiesigen wirtschaftlichen Entwicklung. Das hat mich aber noch nicht daran gehindert, auch in deutsche Aktien zu investieren. Dann dürfte ja kein deutscher Arbeitnehmer oder Beamter in deutsche Aktien investieren.

Na, ich argumentiere hier ja nicht für 0%/100%-Entscheidungen. Tatsächlich würde ich aber sagen, dass man vermutlich Deutschland auch untergewichten sollte. Vielleicht ist das Beispiel "Griechischer Beamter" und "Griechische Staatsanleihen" offensichtlicher :-)

 

 

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Geschrieben · bearbeitet von MForster

vor 45 Minuten schrieb tyr:

Ich halte das für weit untertrieben. Bei mir ist das Hobby, ich habe Spaß dran.

OK, da kommen wir der Sache ja schon näher. :-). Ich will nicht ausschließen, dass sich das bei mir auch zum Hobby entwickelt. In dem Fall würde ich sicher mehr Zeit investieren. 

 

Einige Deiner Punkte habe ich heute schon (Zinsanlagekonten - da wird der Aufwand sicher sinken), andere sind teil-aktiv und IMHO optional, und einige machst du weil Du willst und nicht weil Du musst. Der Hauptunterschied zu meiner heutigen Situation ist Rebalancing, zusätzlicher Steueraufwand (ich habe auch einen Steuerberater, der mir einen Teil abnimmt) und ab und zu mal Fondsprodukte reevaluieren.

 

Keine Sorge, ich habe genug Zeit für Dinge, die mir Spaß machen. Und Internetforen lesen hatte ich jetzt nicht mitgezählt. Das kommt sicher noch dazu :-).

 

Wichtig ist mir, dass ich das Depot auch mal ein paar wenige Monate vor sich hinlaufenlassen KANN, wenn ich gerade wenig Zeit oder Lust habe.

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Geschrieben · bearbeitet von tyr

Du kannst das Portfolio auch ungepflegt lassen. Das kann gut sein für deine Ziele (z. B. weniger aktives ETF-Handeln) oder auch schlecht sein, wenn du vorher nicht absehbaren Änderungsbedarf vernachlässigst.

 

Geringer Aufwand ist, wenn du anderen Teile des Verwaltungsaufwands überträgst. Zum Beispiel Asset Allocation und Titelauswahl einem Mischfonds (dbx Portfolio oder Arero z. B.) und Ein- und Auszahlplan und Teile von Steuerfragen bei einer Rentenversicherung.

 

Ich würde nicht mit der Absicht, sehr wenig Aufwand zu haben mit einer Selbstbaulösung starten.

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Geschrieben

Scheint mir ein typischer Fall von jemandem zu sein, der nur arbeitet und nicht wirklich lebt.

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vor 10 Minuten schrieb compyler:

Scheint mir ein typischer Fall von jemandem zu sein, der nur arbeitet und nicht wirklich lebt.

Ich wüsste jetzt nicht, wie Du das von den angegebenen Informationen ableiten könntest :-). Und auch nicht, inwiefern meine Freizeitgestaltung hier relevant ist.

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Geschrieben · bearbeitet von StefanU

Es scheint auf die Firma anzukommen; laut diesem Calculator:

http://www.buyupside.com/calculators/stockcorrelationmatrixresultsinclude.php?symbol0=SPY&symbol1=GOOGL&symbol2=MSFT&symbol3=INTC&symbol4=IBM&interval=d&start_month=02&start_day=24&start_year=2007&end_month=02&end_day=24&end_year=2017&submit=Calculate+Coefficient

korrelieren Alphabet, Microsoft und Intel sehr stark mit dem S&P 500 (>0,95), IBM aber (für mich überraschend) nur mittelstark (~0,6). (Man kann dann noch mit verschiedenen Zeiträumen spielen, ohne vs. mit Krisen usw., aber immer bedenken, dass man von der Vergangenheit auf die Zukunft schließt - das Geschäftsmodell von z.B. IBM hat sich in diesem Zeitraum ja schon stark geändert.) Durch das Beimischen eines weniger korrelierten Assets reduziert sich das Gesamtrisiko des Portfolios (Theorie dazu: https://en.wikipedia.org/wiki/Modern_portfolio_theory).

 

Bei einer hohen Korrelation würde ich einfach USA/Nordamerika untergewichten und ansonsten eine BIP-Verteiling nehmen (siehe z.B. hier: https://www.wertpapier-forum.de/topic/43810-etf-depot-aufbauen/#comment-1052952). Auf den NASDAQ würde ich nicht verzichten, da der durchaus als Renditetreiber wirken kann, und USA/Nordamerika marktbreit abdecken.

 

 

Zudem kann man bei einer Sparrate von >10k/Monat auch ruhig höhere Risiken eingehen, weil sich auch größere Drawdowns wieder ziemlich schnell ausgleichen werden ;)

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Geschrieben

17 minutes ago, StefanU said:

Zudem kann man bei einer Sparrate von >10k/Monat auch ruhig höhere Risiken eingehen, weil sich auch größere Drawdowns wieder ziemlich schnell ausgleichen werden ;)

 

Die Drawdowns können bei der Sparrate genauso schnell oder langsam ausgeglichen werden, wie bei jeder anderen auch.

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Geschrieben

vor 22 Minuten schrieb Relich:

 

Die Drawdowns können bei der Sparrate genauso schnell oder langsam ausgeglichen werden, wie bei jeder anderen auch.

Es kommt natürlich auf den Anteil der Sparrate am Depotwert an, aber der ist doch bei einer hohen Sparrate immer höher? Z.B. anfangs: Sparrate 100k p.a. bei 200k Depotwert = 50%, man kann einen Drawdown von 50% in einem Jahr ausgleichen. Bei einer Sparrate von 10k p.a. dauert es entsprechend länger. Später ist der Unterschied kleiner, aber die hohe Sparrate ist doch immer im Vorteil?

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