LongtermInvestor 8. Mai vor 1 Minute von Der Heini: Aber die GRV ist nicht inflationsgeschützt, sondern passt sich der Lohnsteigerung an (die bisher meist höher waren, aber nicht gesichert). Kleiner Tipp, der mir sehr geholfen hat fokussiert zu bleiben - behalte das große Ganze im Blick. Da die Zukunft so viele Unbekannte bereithält, lohnt es sich nicht, sich im Klein-Klein zu verlieren. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini 8. Mai vor 5 Minuten von LongtermInvestor: Kleiner Tipp, der mir sehr geholfen hat fokussiert zu bleiben - behalte das große Ganze im Blick. Da die Zukunft so viele Unbekannte bereithält, lohnt es sich nicht, sich im Klein-Klein zu verlieren. Völlig richtig, die Einflussfaktoren auf die Zukunft sind viele. Aber die Bewertung der Bausteine ist da auch schwierig. - Kommt eine Weltwirtschaftskrise, Stagflationsphase oder ähnliches, sodass das SoRR greift? Was ist, wenn die Kosten der PKV explodieren? - Ist die Rente wirklich sicher (in der Höhe), nach den ganzen Meldungen der letzten 10 Jahre? Was ist, wenn die KvdR genauso wie die GKV in Schieflage gerät? Vielleicht wird dann deutlich erhöht bzgl. der Abzüge, oder Leistungen werden deutlich gesenkt. Ich sehe eben keine wirklichen Sicherheitsbausteine beim Einkommen im Alter. Da muss jeder selber bewerten, was sicher ist oder nicht. Aber absolut sicher ist gar nichts in Zukunft, das ist sicher. Und wir werden alle irgendwann sterben, auch das ist das einzig sichere. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
LongtermInvestor 8. Mai vor 8 Minuten von Der Heini: Aber absolut sicher ist gar nichts in Zukunft, das ist sicher. Und wir werden alle irgendwann sterben, auch das ist das einzig sichere. Für mich ist die sachliche Konsequenz daraus Robustheit. Da niemand die Zukunft kennt, ist die beste Strategie ein Modell, das nicht auf einer richtigen Prognose basiert, sondern in verschiedenen Szenarien (Inflation, Deflation, Systemwechsel) zumindest teilweise funktioniert. Absolute Sicherheit ist eine Illusion, aber Risikomanagement lässt ruhig schlafen. Noise in den News, Social Media und Co. muss man lernen für eigenes Leben und Entscheidungen weitgehend auszublenden. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
s1lv3r 8. Mai vor 9 Minuten von Der Heini: Ich sehe eben keine wirklichen Sicherheitsbausteine beim Einkommen im Alter. Da muss jeder selber bewerten, was sicher ist oder nicht. Aber absolut sicher ist gar nichts in Zukunft, das ist sicher. Und wir werden alle irgendwann sterben, auch das ist das einzig sichere. Ja, absolute Sicherheit gibt es nicht. Ich denke in dieser Situation hilft ggf. vielleicht auch ausnahmsweise mal der Blick auf andere um etwaige Horrorszenarien zu relativieren. Wenn ich z.B. von 3000€ netto als alleinstehender Rentner ausgehe, bin ich damit schon fast in den Top 10% der Einkommensverteilung in dieser Gruppe. Im Endeffekt muss dann also so gut wie jedes Horrorszenario für 90% der anderen wesentlich schlimmer zu ertragen sein. Das heißt im Einzelfall natürlich nicht, dass man sich nicht ggf. irgendwie einschränken muss, aber für einzelne Horrorszenarien kann man sich dann denke ich schon fragen, wie wahrscheinlich es ist, dass 90% der Rentner in Deutschland sich z.B. ihre Krankenversicherung nicht mehr leisten können ... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Peter23 8. Mai vor 2 Stunden von Physics: Ich steige mit spätestens 58 Jahren aus, zahle weiter in die Rentenversicherung ein, bin krankenversichert. Kannst Du das nochmal erläutern? Klar bist Du krankenversichert, aber wie wird die in Deinem Fall dann bezahlt? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Physics 8. Mai · bearbeitet 8. Mai von Physics vor 30 Minuten von Peter23: Kannst Du das nochmal erläutern? Klar bist Du krankenversichert, aber wie wird die in Deinem Fall dann bezahlt? Ich zahle vom Gehalt einen Anteil in ein Zeitwertkonto ein. Das Geld wird von meinem Brutto angelegt, der Arbeitgeber gibt seinen SV-Anteil + Zuschuss dazu. Mit 58 bis 67 Jahren lasse ich mir dann das Gehalt über dieses Konto bezahlen. Ich bleibe offiziell angestellt. Die Auszahlung wird dann ganz normal als Gehalt behandelt, also AN+AG Beträge zur Sozialversicherung abgeführt. Daher bin ich während dieser Zeit auch weiter renten- und krankenversichert. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli 8. Mai Am 6.5.2026 um 12:52 von OttoKleinanleger: Das verstehe ich nicht. Wenn du überlegst jetzt schon mit 51 auszusteigen, dann wird ja wohl genug Kapital da sein, sonst gäbe es die Option doch gar nicht. Dann kann dir die wirtschaftlich Gesamtsituation doch egal sein. Naja, schau Dir die ganzen Diskussionen über die sichere Entnahmerate hier im Thread an. Ich sag' es mal so: Bei dem Vermögen mit den ich jetzt Aussteigen würde bzw. nicht würde, werden wohl 90% der Mitdiskutanten hier im Thread sagen, dass das nie reichen wird. 25% von denen würden wahrscheinlich sagen, dass ich mindestens 50% mehr Geld bräuchte. Weitere 50% würden sagen, dass ich das doppelte Vermögen bräuchte und der Rest würde diskutieren ob es nicht noch mehr sein müsste. Dass es kein Fat-FIRE werden wird, ist mir schon klar. Für den Fall, dass ich merke, dass es garnicht klappt, wäre es schön, wenn ich das in einem wirtschaftl. Umfeld herausfinde würde, wo ich wenigstens die Chance habe wieder in mein Berufsumfeld einzusteigen. Und das ist aktuell wegen der wirtschaftl. Gesamtsituation aber z.B. auch AI nicht der Fall. Sicher kann man jetzt diskutieren, dass es schon immer so war, dass die wirtschaftl. Situation angespannt war und das berufl. Umfeld durch eine neue Technologie disrupiert wurde. Aber die letzten 10 Jahre waren halt ein berufl. Schlaraffenland was die Jobaussichten angingen. Da sorgt, zumindest bei mir, die jetzige Situation für etwas Unbehagen. Das sind so meine Gedankengänge. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bolanger 8. Mai vor 1 Stunde von Der Heini: Ich sehe eben keine wirklichen Sicherheitsbausteine beim Einkommen im Alter. Die Sicherheit kommt wie so oft aus der Diversifizierung. Ich glaube schonmal im Forum von einem sehr guten Gespräch mit einem Rentenberater geschrieben zu haben. Damals suchte ich Rat bei der Frage der freiwilligen Einzahlung in die GRV für Schulzeiten. Der Berater fragte mich, ob ich meinen zukünftigen Verdienst so hoch und wahrscheinlich einschätze, dass es mir möglich sein sollte, bis zum Rentenbeginn ausreichend ansparen zu können, völlig ohne auf die tatsächlichen Beträge einzugehen. Die Möglichkeit sah ich und habe habe bejaht. Darauf empfahl er mir, die freiwillige Zahlung in der GRV zu nutzen. Begründet hat er es nicht mit einer Renditeerwartung, sondern ausschließlidch mit der Diversifizierung meines Spargroschens. Egal wo ich mein Erspartes anlege, die Entwicklung hängt immer vom Marktgeschehen ab. Die GRV hingegen hat neben dem reinen Marktgeschehen noch einen kräftigen politischen Einfluss. Kurz gesagt: Die Höhe der gesetzlichen Rente ist politisch gewollt, die Rendite bzw. damit möglicher Verzehr aller anderen Anlageformen hängt hingegen vom Marktgeschehen ab. Eine größere Diversifizierung als das gäbe es nicht. Ob nun eine freiwillige Zahlung in den GRV ggü einer freien Anlage sinnvoll war werde ich wohl nur im Rückblick bewerten können. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Wishmueller 8. Mai vor 2 Stunden von Der Heini: Aber die GRV ist nicht inflationsgeschützt, sondern passt sich der Lohnsteigerung an (die bisher meist höher waren, aber nicht gesichert). In den 00er Jahren lagen die Rentenerhöhungen mehr oder minder deutlich unterhalb der Inflationsrate, da gab es etliche "Nullrunden". Das hat sich erst die letzten 10 Jahre wieder sehr deutlich gedreht. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Peter23 8. Mai vor einer Stunde von Physics: also AN+AG Beträge zur Sozialversicherung abgeführt. Gehen dann beide Beträge von Deinem Zeitwertkonto ab oder nur der AN-Anteil? Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Physics 8. Mai vor 2 Minuten von Peter23: Gehen dann beide Beträge von Deinem Zeitwertkonto ab oder nur der AN-Anteil? Beide gehen davon ab, der AG ist nur noch die auszahlende Stelle. Er hat mit meinen Gehaltskosten nichts mehr zu tun. D.h. ich zahle dann AG+AN Beitrag zusammen aus dem Guthaben. Vorher hat er aber auch neben meinen Bruttoeinzahlungen seine Sozialversicherungsbeiträge zusätzlich einbezahlt. Dazu in meinem Fall auch Beiträge über der BBG, die er sonst gar nicht zahlen müsste. Beispiel: Ich zahle 2.000 über BBG ein vom Brutto. AG zahlt ein 400 EUR SV Beitrag. Bruttosparbetrag 2.400 EUR und über Jahre verzinst. Nettoaufwand etwa 1.000 EUR. Dann Bei Auszahlung z.B. 70% entsprechned Abführung AG+AN Beiträge. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bolanger 8. Mai · bearbeitet 8. Mai von Bolanger genau das, was @Physics beschreibt ist der Grund, warum ich die Auszahlung gewählt habe. Als Auszahlbetrag bekommt man nämlich auch die Sozialabgaben des AG und oben drauf noch die Sozialabgaben des AG oberhalb der BBG. Das Stichwort in diesem Zusammenhang ist die "SV-Luft". Ich werde nie ein gutes Gespräch mit einem AV-Experten aus dem damaligen Großkonzern vergessen. Nachdem ich meine starken Zweifel zur Rentierlichkeit des Wertkontos geäußert habe und anfing, ihm etwas vorzurechnen gab es unumwunden zu, dass das ganze nur eingeführt wird, um Arbeitnehmer in den letzten, teuren Jahren ohne Kosten für den AG loszuwerden. Auf dem Papier hört sich das allerdings wunderbar an. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
OttoKleinanleger 8. Mai · bearbeitet 8. Mai von OttoKleinanleger vor 10 Stunden von Holgerli: Ich sag' es mal so: Bei dem Vermögen mit den ich jetzt Aussteigen würde bzw. nicht würde, werden wohl 90% der Mitdiskutanten hier im Thread sagen, dass das nie reichen wird. Wäre bei mir sehr ähnlich, da würden auch alle wahrscheinlich sofort meine Pleite voraussagen. Deine Beispielrechnung finde ich nicht gut, weil du da das SORR nicht berücksichtigst. Es gibt durchaus dynamische Entnahmestrategien, da kann man mit einer höheren Entnahme als 4% Entnahmen starten, wenn man denn in schlechten Zeiten eine Ausgabenreduzierung verkraftet. (Ich muss aufhören so viele FIRE-Youtube-Kanäle zu schauen. ) vor 10 Stunden von Holgerli: Dass es kein Fat-FIRE werden wird, ist mir schon klar. Für Lean-FIRE hatte ich mal ein anders Wort, aber das Faß will ich nicht wieder aufmachen. Ich bin auch nicht sicher, ob du wirklich deine Ausgaben komplett hast. Du sprichst ab und an von "eurem Haus". Ein Haus kann teuer werden. Dann meine ich raus zu hören, dass du Tesla fährst??? Mobilität scheint dann auch nicht ganz günstig zu sein. Da wird es dann eng mit dem genannten Vermögen in deiner Beispielrechnung. vor 10 Stunden von Holgerli: Für den Fall, dass ich merke, dass es garnicht klappt, wäre es schön, wenn ich das in einem wirtschaftl. Umfeld herausfinde würde, wo ich wenigstens die Chance habe wieder in mein Berufsumfeld einzusteigen. Und das ist aktuell wegen der wirtschaftl. Gesamtsituation aber z.B. auch AI nicht der Fall. Ich kenn dein Berufsumfeld jetzt nicht, aber im Moment ist es für Ü50 besser sich aus einem bestehenden Jobverhältnis neu zu bewerben. Ich glaube wenn du da 1-2 Jahre mal FIRE auf Probe machen willst, dann wirst du schlecht ohne Netzwerk wieder rein kommen. Wie bescheiden die Lage ist, ist lange nicht aufgefallen, weil der öffentliche Dienst viele wegfallenden Industriearbeitsplätze kompensiert hat, aber auch das hat Grenzen nach x Jahren Rezession. Was würde ich an deiner Situation tun? Ich würde auch weiter machen und auf eine Abfindungsprogramm hoffen, auch wenn Teilzeit da unschön ist. Ansonsten vielleicht doch mal die Fühler ausstrecken, ob es in deinem Bereich nicht noch "Barista"-Jobs gibt, gerade falls ein Abfindungsprogramm anstände. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini 9. Mai · bearbeitet 9. Mai von Der Heini vor 12 Stunden von OttoKleinanleger: Es gibt durchaus dynamische Entnahmestrategien, da kann man mit einer höheren Entnahme als 4% Entnahmen starten, wenn man denn in schlechten Zeiten eine Ausgabenreduzierung verkraftet. Ja, aber die Reduzierung kann dann sehr stark ausfallen in Extremfällen. Sollte man vorher prüfen, ob so eine Reduzierung dies möglich ist. Ich würde eher mit 3,5% kalkulieren bei dyn. Entnahme, dann ist die Reduzierung auf 3% nicht so stark oder tritt nie ein. Hab mal nachgesehen: https://www.pfand-gehoert-daneben.de/pfandstudien/studie/ Lohnt scheinbar nicht als Zusatzverdienst im Crashfalle, zumal man dann wahrscheinlich mit mehr Konkurrenzdruck rechnen muss. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli 9. Mai vor 10 Stunden von OttoKleinanleger: Deine Beispielrechnung finde ich nicht gut, weil du da das SORR nicht berücksichtigst. (...) Für Lean-FIRE hatte ich mal ein anders Wort, aber das Faß will ich nicht wieder aufmachen. Ich bin auch nicht sicher, ob du wirklich deine Ausgaben komplett hast. Siehst Du: Schon haben wir wieder eine Diskussion, wie von mir beschrieben. Und das war ohne Wertung gemeint. vor 10 Stunden von OttoKleinanleger: Ich kenn dein Berufsumfeld jetzt nicht, aber im Moment ist es für Ü50 besser sich aus einem bestehenden Jobverhältnis neu zu bewerben. Ich glaube wenn du da 1-2 Jahre mal FIRE auf Probe machen willst, dann wirst du schlecht ohne Netzwerk wieder rein kommen. Wie bescheiden die Lage ist, ist lange nicht aufgefallen, weil der öffentliche Dienst viele wegfallenden Industriearbeitsplätze kompensiert hat, aber auch das hat Grenzen nach x Jahren Rezession. Und jetzt verstehst Du meine Gedankengänge. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
McScrooge 9. Mai Am 4.5.2026 um 17:02 von Bolanger: Das tut man eigentlich nur, wenn man mit irgendwas unzufrieden ist. Nein, es könnte auch einfach sein, dass man keiner Lust hat auf ein "Hamsterrad" und völlig selbst entscheiden möchte, was man mit seiner begrenzten Lebenszeit anfängt. Am 4.5.2026 um 17:02 von Bolanger: Sie sind zufrieden mit ihrer Situation und denken gar nicht daran, an dieser Situation etwas zu ändern. Es kann natürlich auch Personen geben, die ein "Hamsterrad" als notwendige Struktur in ihrem Leben sehen und dadurch zufrieden sind. Das sieht aber jeder anders. Ich persönlich freue mich auf die Zeit, nur noch das tun zu können, was mir persönlich Spaß macht und einen Mehrwert bringt - ohne Druck von außen für irgendwas funktionieren zu müssen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
market anomaly 9. Mai vor 1 Stunde von McScrooge: Nein, es könnte auch einfach sein, dass man keiner Lust hat auf ein "Hamsterrad" und völlig selbst entscheiden möchte, was man mit seiner begrenzten Lebenszeit anfängt. Es kann natürlich auch Personen geben, die ein "Hamsterrad" als notwendige Struktur in ihrem Leben sehen und dadurch zufrieden sind. Das sieht aber jeder anders. Ich persönlich freue mich auf die Zeit, nur noch das tun zu können, was mir persönlich Spaß macht und einen Mehrwert bringt - ohne Druck von außen für irgendwas funktionieren zu müssen. Wow, dass ich dir (Als Einzelaktien-Dividendenanleger ) einmal zustimmen kann. Mein Eindruck ist ebenfalls, dass viele Menschen ohne Beruf gar nicht mehr können. Finanzielle Freiheit? Rente? Von 100 auf 0? Da droht für viele die absolute Leere, alleine das Nachdenken darüber „was man mit seiner Zeit anstellen soll“ offenbart zT leider schonungslos die Leere im eigenen Leben (hat man überhaupt ein Leben?). Je mehr man sich mit seiner Rolle oder Position als Aushängeschild seines Seins identifiziert, desto größer ist die Fallhöhe. Ich empfehle Teilzeit, Hobbies, Herausforderungen, Ziele! Und Freunde. Hat man dies nicht neben der Arbeit wird es Zeit aktiv zu werden und sei es nur mit der Auseinadersetzung. ich persönlich würde meinen Beruf liebend gerne an den Nagel hängen Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
sedativ 9. Mai · bearbeitet 9. Mai von sedativ vor 6 Stunden von McScrooge: Nein, es könnte auch einfach sein, dass man keine Lust hat auf ein "Hamsterrad" und völlig selbst entscheiden möchte, was man mit seiner begrenzten Lebenszeit anfängt. Es kann natürlich auch Personen geben, die ein "Hamsterrad" als notwendige Struktur in ihrem Leben sehen und dadurch zufrieden sind. Das sieht aber jeder anders. Sehr schön auf den Punkt gebracht. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Wishmueller 9. Mai Ist halt so eine Sache mit dem "Hamsterrad" und dem Ausstieg aus dem selbigen...... Ich für meinen Teil hatte nie so viele Hobbies, Verpflichtungen oder soziale Kontakte, so dass ich über viele Jahre mit der "Struktur", die einem der Job ja gibt, gut zurecht gekommen bin. Viel Energie für ein umfangreiches "Leben" außerhalb hatte ich nie, dass eine oder andere Hobby hat alleine schon altersbedingt irgendwann seinen Reiz verloren und beim entwicklen "neuer" Hobbies bin ich auch nicht so richtig gut. Ein Jahr nach meiner"Börsen Rückkehr" stelle ich fest.... dass es das dann wohl auch nicht wird..... Nur diese ganzen "Fragen" stellen sich früher oder später - sprich: mit Näherrücken der Rente - ja ohnehin. Ich bin mit meinem Job auch vielen dieser "Fragen" lange Zeit erfolgreich aus dem Weg gegangen, da zählte nur der nächste Arbeitstag, die nächsten Aufgaben, der nächste Monatsabschluss - "Hamsterrad" in Reinkultur. Solange mir das einigermaßen gut von der Hand ging, war das ok so wie es war. Vor sechs Jahren (mit 53) habe ich dann allmählich gemerkt, dass es doch immer mühsamer wurde und das (internationale) Arbeitsumfeld eher wenig Interesse an persönlichen Befindlichkeiten hatte. Also erstmal von 40 auf 35 Stunden reduziert. Wirklich etwas "gebracht" hat das (außer weniger Geld) aber nicht. Insofern war die -theoretisch mögliche- Teilzeit am Ende dann auch kein Thema mehr. Ich hatte viel zu viel Schiss, dann fürs halbe Geld immer noch das Gleiche machen zu müssen..... .... ja klar, wäre nicht so gekommen, aber das Bedürfnis nach "ganz raus hier" war halt deutlich größer als nach einer (möglichen) "Reduzierung der Schmerzen". So habe ich heute also die Zeit, mich mit den "Fragen" zu beschäftigen, die sich früher oder später eh gestellt hätten. "Antworten" habe ich zwei Jahre nach dem Exit noch nicht gefunden - die Zeit geht auch so immer schneller rum, lässt sich nicht aufhalten. Empfinde ich das als langweilig? Nicht wirklich, mit der jetzigen "Struktur" und noch ohne die ganz großen körperlichen Ausfälle kann ich da bisher gut mit leben. Erscheint mir zumindest (vor zwei Jahren genauso wie heute) immer noch "sinvoller" als das vorherige Programm bis zum bitteren Ende durchzuziehen und auch noch ernsthaft Gefahr zu laufen, dieses Ende (spricht: Rente) dann vielleicht gar nicht zu erleben. In dem Punkt hatte ich halt so einige Negativbeispiele im privaten Umfeld, die mir diese FU-Entscheidung dann vereinfacht haben..... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Der Heini Sonntag um 06:52 vor 14 Stunden von Wishmueller: und auch noch ernsthaft Gefahr zu laufen, dieses Ende (spricht: Rente) dann vielleicht gar nicht zu erleben. In dem Punkt hatte ich halt so einige Negativbeispiele im privaten Umfeld, die mir diese FU-Entscheidung dann vereinfacht haben..... Ja, ist in meinen Augen eine größere Gefahr als das Langlebigkeitsrisiko. Zumal in meinem Umfeld die mit über 90 Jahren nicht wirklich leben, sondern aufs Ende warten (sofern sie es überhaupt noch mitbekommen → Altersdemenz). Ist leider so, dann vorher die Jahre etwas mehr Ruhe, kann ich verstehen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
LongtermInvestor Sonntag um 09:28 vor 2 Stunden von Der Heini: Ja, ist in meinen Augen eine größere Gefahr als das Langlebigkeitsrisiko. Zumal in meinem Umfeld die mit über 90 Jahren nicht wirklich leben, sondern aufs Ende warten Absolut, man kann Geld sparen, aber keine Zeit.Die wirklich knappe Ressource im Leben ist nicht Kapital, sondern gesunde und aktive Lebenszeit. Viele planen ihr Leben, als träfen Krankheit, schwere Einschnitte oder Alter immer nur die anderen. Oft braucht es erst frühe Todesfälle oder harte Schicksalsschläge im direkten Umfeld, damit dieses Denken ins Wanken gerät. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Nachdenklich Sonntag um 10:43 Da die Diskussion hier sehr in die immer gleiche Richtung läuft, möchte ich mal die Gegenposition formulieren: vor 45 Minuten von LongtermInvestor: man kann Geld sparen, aber keine Zeit.Die wirklich knappe Ressource im Leben ist nicht Kapital, sondern gesunde und aktive Lebenszeit. Zustimmung! Deshalb sollte man die Ressource Zeit gut und sinnvoll nutzen. Einverstanden! Die Frage ist aber doch, was die sinnvolle Nutzung der Zeit tatsächlich ist. Wer nutzt seine Lebenszeit sinnvoller? Der Mensch, der auf dem Golfplatz herumläuft oder der Müllmann, der durch die Stadt fährt und Mülltonnen leert? Die Lehrerin, die mühsam versucht der Bande an ungezogenen Kindern in ihrer Klasse wenigstens etwas Deutsch beizubringen oder die Lady, die sich auf der Yacht in der Sonne aalt? Natürlich sollen wir uns auch Freizeit und Spaß gönnen. Ich bin kein Puritaner. Aber das Ausmaß, in dem hier einige Teilnehmer das Ende der beruflichen Tätigkeit herbeisehnen, verwundert mich schon. Warum ist es eigentlich so, daß hier so viele Teilnehmer nicht sehen (wollen oder können?), daß man aus einer sinnhaften und nützlichen Tätigkeit hohe Befriedigung ziehen kann (selbst dann, wenn die konkrete Ausführung dieser Tätigkeit durch die Umstände oft stressig sein mag)? Sicherlich, wenn ich in der Sparkasse den Kunden Produkte verkaufen soll, die den Kunden nicht nutzen, dann mag des nicht zur eigenen Befriedigung beitragen. Dann habe ich den falschen Beruf. Aber jeder Altenpfleger, jede Dachdeckerin kann doch am Abend auf den Tag zurückschauen und sich sagen, daß die Arbeit des heutigen Tages etwas Gutes war, selbst wenn der Altenpfleger drei undankbare Patienten hatte, seine Kollegin nicht zur Schicht erschienen ist und er ihre Arbeit miterledigen musste und er die Mängel in der Organisation des Gesundheitswesens sehr deutlich erkennt und nicht ändern kann. Warum wird hier die Befriedigung, die daraus entsteht, wenn man etwas sinnvolles gemacht hat (und auch das Leeren von Mülltonnen ist sinnvoll) nicht gesehen. Ist das die von Marx postulierte Entfremdung des Arbeiters von seinem Produkt? Ist es eine Einstellung, nach der man einen Job ausübt statt einen Beruf zu haben? Ich habe meinen Beruf 40 Jahre ausgeübt und dabei viel Frust erlebt, wegen idiotischer Vorgesetzter, unfreundlicher (unkooperativer) Kollegen, aufsässiger Mitarbeiter, Mangel an Ressourcen, falscher Entscheidungen anderer .... und Regenwetter am falschen Tag. Aber ich war mir an jedem Tag klar, daß das was ich tue an und für sich notwendig und daher richtig ist (auch wenn die Umstände dazu führten, daß es in der konkreten Form oft haarsträubend war). Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
LongtermInvestor Sonntag um 10:55 · bearbeitet Sonntag um 10:57 von LongtermInvestor vor 12 Minuten von Nachdenklich: Warum wird hier die Befriedigung, die daraus entsteht, wenn man etwas sinnvolles gemacht hat (und auch das Leeren von Mülltonnen ist sinnvoll) nicht gesehen. Ist das die von Marx postulierte Entfremdung des Arbeiters von seinem Produkt? Ist es eine Einstellung, nach der man einen Job ausübt statt einen Beruf zu haben? Ich glaube, viele hier bestreiten gar nicht, dass Arbeit sinnstiftend sein kann. Das Problem ist eher die Annahme, dass sinnvolle Tätigkeit zwingend an Erwerbsarbeit gekoppelt sein muss und dass man dafür dauerhaft einen Großteil seiner Zeit und Energie im System lassen sollte. Viele sehnen nicht das Ende von Sinn oder Tätigkeit herbei, sondern mehr Selbstbestimmung über die eigene Zeit. Ein Altenpfleger oder Dachdecker kann große Befriedigung aus seiner Arbeit ziehen und trotzdem das System, den Druck, die fehlende Zeit für Familie, Gesundheit oder eigenes Leben als Belastung empfinden. Sinnvolle Tätigkeit bleibt wichtig. Bin komplett bei dir, dass man etwas ändern sollte wenn einem jeden Tag von der Arbeit schlecht wird, dann wird es sehr sehr schwer sich zu entwickeln und Freunde zu empfinden. Irgendwann kommt bei Vermögen ein Punkt, an dem zusätzlicher Kapitalaufbau das Leben kaum noch verbessert, freie und gesunde Zeit dagegen enorm wertvoll wird. Ab dann ist es rational, nicht mehr nur Einkommen zu maximieren, sondern stärker Zeit, Gesundheit, Beziehungen und Selbstbestimmung. Viele bleiben psychologisch trotzdem im Akkumulationsmodus, obwohl das ursprüngliche Sicherheitsziel längst erreicht ist. Stichwort abnehmender Grenznutzen. Geld ist ab einem gewissen Punkt nicht mehr der Engpass, die Lebenszeit schon. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Sonntag um 10:57 vor 4 Stunden von Der Heini: Ja, ist in meinen Augen eine größere Gefahr als das Langlebigkeitsrisiko. Zumal in meinem Umfeld die mit über 90 Jahren nicht wirklich leben, sondern aufs Ende warten (sofern sie es überhaupt noch mitbekommen → Altersdemenz). Je älter die Leute in meinem Umfeld werden (ich wohne in einem Wohngebiet wo vor 50 Jahren damals 30-jährige gebaut und ihre Familie gegründet haben): In mir festigt sich immer mehr die Erkenntnis, dass ich nicht älter als 75 Jahre werden möchte. Spätestens ab dann ist es bei allen bei mir in der Straße steil bergab gegangen. Und ich weiss nicht ob ich von Tag zu Tag bzw. von Arzt- und Arzt-Besuch leben will, nur damit irgendeine Statistik sagen kann, dass ich 86, 87 oder 90 Jahre alt geworden bin. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Lazaros Sonntag um 11:27 · bearbeitet Sonntag um 11:44 von Lazaros vor 46 Minuten von Holgerli: ... Erkenntnis, dass ich nicht älter als 75 Jahre werden möchte. Spätestens ab dann ist es bei allen bei mir in der Straße steil bergab gegangen. Schlag 5 Jahre drauf. Bis 80 läuft's bei vielen ganz gut, ab 80 geht's bergab und ab 85 beginnt dann die Phase des Absterbens, vor einer Stunde von Nachdenklich: Wer nutzt seine Lebenszeit sinnvoller? Der Mensch, der auf dem Golfplatz herumläuft oder der Müllmann, der durch die Stadt fährt und Mülltonnen leert? Die Lehrerin, die mühsam versucht der Bande an ungezogenen Kindern in ihrer Klasse wenigstens etwas Deutsch beizubringen oder die Lady, die sich auf der Yacht in der Sonne aalt? Wenn wir "sein" auf die eigene Person beziehen, dann haben der Müllwerker und die Pädagogin die Niete gezogen. Was gut für die Gesellschaft ist, steht auf einem anderen Blatt. Generell soll man sich und seine Taten nicht so wichtig nehmen. Wenn man morgen aus dem Arbeitsprozess ausscheidet, weil man stirbt, dann geht es auch ohne einen weiter und zwar sehr gut. PS Noch ein paar KI-Gedanken: Auf die Frage: Was bedeutet arbeiten wie die Ameisen und nicht loslassen können? Zitat Die sprichwörtliche Arbeitsweise von Ameisen – unermüdlich, kooperativ und zielorientiert – lässt sich metaphorisch gut auf das Arbeitsleben übertragen. Die Unfähigkeit "loszulassen" kann dabei sowohl eine extreme Stärke (Beharrlichkeit, Pflichtbewusstsein) als auch eine Schwäche (Burnout-Gefahr, fehlende Flexibilität) darstellen. Hier sind Aspekte, wie man "wie die Ameisen" arbeitet, aber dennoch loslassen kann: 1. Die Ameise als Vorbild: Effektive Arbeitsweise Ameisen sind hochgradig effizient, da sie gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Arbeitsteilung: Nicht jede Ameise macht alles. Fokus auf die eigene Stärke ist effektiv. Kommunikation: Ameisen tauschen sich über Düfte (Pheromone) aus. Effektive Kommunikation im Team ist der Schlüssel. Beharrlichkeit: Wenn ein Weg versperrt ist, suchen Ameisen unermüdlich einen neuen. 2. Wenn das "Nicht-Loslassen-Können" überhandnimmt Arbeiten wie die Ameisen bedeutet, 100% zu geben. Doch Ameisen wuseln nicht nur. Pause machen: Studien zeigen, dass Ameisen-Kolonien regelmäßig Ruhepausen einlegen, um effektiv zu bleiben. Prioritäten setzen: Zu viel Arbeit auf einmal führt zu Stau, auch bei Ameisen. Gefahr: Wer nicht loslassen kann, läuft Gefahr, das Ziel aus den Augen zu verlieren (Burnout). 3. "Loslassen" lernen – wie eine Ameise entspannen Ameisen können entspannen, indem sie nach getaner Arbeit den Bau pflegen oder einfach abwarten, bis die Pheromonspur verschwindet. Aufgaben abschließen: Ameisen arbeiten Wege komplett ab. Offene Aufgaben (To-Dos) am Feierabend stören das "Loslassen". Gerüche wechseln: Wie Ameisen auf Lavendel oder Essig reagieren, können Menschen ihre Umgebung ändern, um abzuschalten. Auf die Frage: Was geschieht mit toten Ameisen? Zitat Tote Ameisen werden von ihren Artgenossen als "Müll" betrachtet und umgehend aus dem Nest auf spezielle Abfallhaufen transportiert. Dieser Prozess dient der Hygiene, da Kadaver Krankheitserreger übertragen können. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag