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Bärenbulle

Stagflation, Inflation wir kommen! Welche Assetallokation, welche konkreten Anlagevehicel?

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Der Heini

Eine kleine Bitte, da dies schon in dem Thread 2019 (hab ich damals auch intensiv verfolgt) blöd war:

 

Wenn ihr bunte Bilder postet, dann bitte auch ein paar Zeilen, was dargestellt wird, das ist in wissenschaftlichen Abhandlungen auch immer so.

Ansonsten interpretiert jeder da seine Meinung rein und wir bekommen endlose Diskussionen.

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Madame_Q
· bearbeitet von Madame_Q
vor 10 Minuten von s1lv3r:

Ich muss sagen, dass ich jede Portfolio-Konstruktion die Rebalancing und einen Krypto-Anteil beinhaltet prinzipiell für nicht langfristig alltagstauglich halte. Das ist m.M.n. bei so einer tatsächlich sehr jungen Asset-Klasse, die schon einmal 90% ihres Wertes innerhalb eines Jahres eingebüßt hat, einfach nicht bis zu Ende durchdacht:

  • Was machst du denn, wenn sich diese Asset-Klasse nicht durchsetzt und langsam schleichend gegen 0% entwickelt? Wie viele Jahre willst du denn da immer auf 10% vom Portfoliowert rebalancen bis du aufhörst das tote Pferd reiten zu wollen?
  • Was machst du, wenn sich tatsächlich eine der Krypto-Währungen final durchsetzt und die andere wegen technischer Obsoleszenz langsam gegen 0% Marktanteil entwickelt. Gleiche Frage wie oben: Wie lange willst du diese Währung immer wieder auf 5% Anteil rebalancen, bis du damit aufhörst?

Bei beiden (m.M.n. nicht unbedingt unrealistischen Szenarien) muss man sich einfach mal durchrechnen, was das für die Portfolio-Rendite und damit das eigene Vermögen bedeutet, wenn man das 5-6 Jahre durchzieht, bis man merkt, dass man sich da verrannt hat. Wenn das eintrifft, macht man sich mit 10% Portfolio-Anteil durch das Rebalancing quasi unter Garantie die komplette Performance des Gesamtportfolios kaputt, selbst wenn die anderen 90% sich gut entwickeln und z.B. die Aktien 7-8% p.a. abwerfen ...

 

Krypto-Beimischung m.M.n. nur ohne Rebalancing (quasi als Lotto-Los im Portfolio), oder im besten Fall sogar nur mit Rebalancing nach oben, d.h. einen Maximalwert festlegen und immer wieder darauf stutzen, wenn der Kurs davon läuft.

Ein sehr guter Punkt, den ich ähnlich sehe.

Allein die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kryptos sozusagen plötzlich in Luft auflösen können, verbietet normalerweise, diese Asset-Klasse als gleichwertigen Depot-Baustein wie die üblichen anderen Asset-Klassen zu sehen. Auch wenn sie Bestandteil meines Vermögens sind, so sehe ich sie als eigene, kleine Wette, mehr nicht.

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s1lv3r
vor 4 Minuten von Madame_Q:

Allein die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kryptos sozusagen plötzlich in Luft auflösen können [...]

 

Das plötzlich wertlos Szenario wäre in dem Fall ja sogar noch halb so schlimm, da müsste man ja "nur" 10% vom Portfolio abschreiben. :lol: Viel schlimmer finde ich eben die Annahme, dass sich die Asset-Klasse schleichend in Luft auflösen könnte (z.B. -50 % p.a. über 5-6 Jahre) und du jährlich oder über Schwellwertrebalancing immer wieder auf 10% Portfolioanteil rebalanct. :'(

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rentier

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Madame_Q
vor 4 Minuten von s1lv3r:

Viel schlimmer finde ich eben die Annahme, dass sich die Asset-Klasse schleichend in Luft auflösen könnte (z.B. -50 % p.a. über 5-6 Jahre) und du jährlich oder über Schwellwertrebalancing immer wieder auf 10% Portfolioanteil rebalanct. :'(

Stimmt. Guter Hinweis, den man vielleicht sogar übersieht im Eifer seiner Portfolio-Justierungen.

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Gast231208
· bearbeitet von pillendreher

Was mir jetzt erst auffällt, wie viele Zeitgenossen die Stagflation kommen sehen (meine Erfahrung: was alle erwarten, das tritt selten so ein):

https://www.thestreet.com/investing/goldman-stagflation-60-40-portfolio

https://www.asianinvestor.net/article/market-views-which-assets-will-perform-under-stagflation/473407

https://www.cnbc.com/2021/11/12/how-to-invest-around-stagflation-inflation-risks-says-analysts.html

https://financhill.com/blog/investing/what-assets-do-well-during-stagflation

 

(keine Angst ich zitiere nix aus den verlinkten Artikeln, miserabel ins Deutsche übersetzt durch ein grottiges Übersetzungsprogramm, bin nämlich lernfähig)

 

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Madame_Q
· bearbeitet von Madame_Q

@pillendreher

Ergänzend vielleicht noch: https://www.marketwatch.com/story/stagflation-is-raising-the-risk-of-lost-decade-for-60-40-portfolio-of-stocks-and-bonds-goldman-sachs-says-11647624998

Ob die Stagflation wirklich so kommt, weiß keiner. Das dürfte klar sein (Hellseher sind wir nicht). Es spricht aber doch einiges dafür. Dass ein klassisches 60/40 Portfolio dann (wie im Link beschrieben) ziemlich versagen wird (und damit auch ein Vanguard Lifestrategy 60), ist für mich irgendwie schon glaubhaft. Man sollte sich zumindest dem Risiko bewusst sein, wenn man ab jetzt nur auf Aktien oder nur auf Aktien+Bonds setzt (eben ohne dem sonstigen Zeugs wie Rohstoffe, Gold, TIPS etc).

@Bigwigster - poste mal deine kultige Tabelle hier mit den Assetzahlen aus den 70ern bitte.

 

vor 13 Minuten von pillendreher:

wie viele Zeitgenossen die Stagflation kommen sehen

Hier im Forum zumindest wissen viele nicht mal, was Stagflation bedeutet und kennen das Wort nur von @stagflation:D

 

Die "Experten" der verlinkten Artikel von dir sehen es ja auch nicht sicher kommen. Sie halten es eben für möglich.

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Bärenbulle
vor einer Stunde von pillendreher:

Was ist bei der Stagflations-Annahme in dem vorherigen Amundi-Link mit "Bonds - Buy ... to some extent" konkret gemeint?

Ohne es zu wissen: Vermutlich sind Kurzläufer gemeint. Langläufer sind eher was für Deflation.

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chirlu
vor 2 Stunden von Chris75:

Versucht mal im Langfristchart des S&P 500 log. ohne Zeitraster die einzelnen Krisen zu identifizieren, hehe.

Insbesondere die Stagflation in den 70ern.

 

Ja, Inflationszeiten sind sogar gut für die Kurse. Das sieht man aktuell sehr schön in der Türkei oder ganz ausgeprägt 1923 in Deutschland (logarithmischer Chart!):

Aktienindex_des_Statistischen_Reichsamtes_in_Papiermark.png.6f7fbf29319d67db7a73d9e51d0e9176.png

(Jashuah via Wikimedia Commons, CC-BY-SA)

 

Wenn man allerdings schaut, wieviel man davon kaufen kann, sieht es weniger gut aus. Hier der S&P 500 inflationsbereinigt (orange = Performance, blau = Kurs):

SP500_real_return.png.981e5666984c6c1444dca0c7a7fb16fc.png

(simplestockinvesting.com)

 

Wer 1965 in den S&P 500 eingestiegen ist, konnte sich erst 1983 davon wieder so viel leisten wie zu seinem Einstieg.

 

vor 49 Minuten von pillendreher:

(keine Angst ich zitiere nix aus den verlinkten Artikeln, miserabel ins Deutsche übersetzt durch ein grottiges Übersetzungsprogramm, bin nämlich lernfähig)

 

Fast schon schade – die Überschrift vom letzten Artikel sieht regelrecht aus wie eine bewußt gestellte Falle für diese Programme. :P Aber gegen Originalzitate hätte ich weiterhin nichts einzuwenden.

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reko
· bearbeitet von reko
vor einer Stunde von pillendreher:

Was mir jetzt erst auffällt, wie viele Zeitgenossen die Stagflation kommen sehen

Angenommen Stagflation kommt, was werden die Regierungen in USA, China und EU machen und wie wirkt sich das auf die Assetklasse aus?

M.M. werden sie trotz "flation" mehr Geld schöpfen und Infrastrukturprogramme starten. Es wird mehr die Stagnation als die Inflation bekämpft.

Vergleiche mit früheren Szenarien sind nur hilfreich wenn wieder so wie früher reagiert wird.

 

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Bärenbulle
· bearbeitet von Bärenbulle
vor 23 Minuten von reko:

M.M. werden sie trotz "flation" mehr Geld schöpfen und Infrastrukturprogramme starten.

Das glaube ich kaum. Die Inflationsbekämpfung ala Volker war auch intellektuell ein Durchbruch im Bereich der Geldpolitik. Im Gegensatz zu vielen Spinnern im Goldforum halte ich die FED auch nicht für allzu korrupt. Geld schöpfen ist daher wohl kaum angesagt. Die Frage wird aber sein, ob nicht längst schon vielzuviel geschöpft wurde. Was die Fiskalpolitik angeht, muss man freilich mit populistischen bzw. wahltaktischen Entscheidungen rechnen.

 

Ich persönlich glaube, dass wir ungemütlicheren Anlegerjahren entgegengehen werden. Das liegt nicht zuletzt an den geopolitischen Schwierigkeiten im Kontext einer neuen Weltordnung. Dazu kann man sicher Ray Dalios Filmchen dazu empfehlen. Die Gretchenfrage ist allerdings wie schnell diese Realität wird. 

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Okabe
vor 21 Minuten von reko:

Angenommen Stagflation kommt, was werden dir Regierungen in USA, China und EU machen und wie wirkt sich das auf die Assetklasse aus?

M.M. werden sie trotz "flation" mehr Geld schöpfen und Infrastrukturprogramme starten. Es wird mehr die Stagnation als die Inflation bekämpft.

Vergleiche mit früheren Szenarien sind nur hilfreich wenn wieder so wie früher reagiert wird.

Sehe ich auch so. Die Welt ist stärker vernetzt und medialer und die Politik handelt entsprechend und hütet sich, gewisse Gruppen direkt und offensichtlich zu benachteiligen (was eigentlich durch z.B. geänderte Steuern und Zinsen passieren müsste). Die einfachere Variante ist Geld drucken, denn das spürt man nicht sofort und direkt. Erst wenn die Inflation so schlimm und spürbar ist, dass es auch von Medien und dem Wähler in voller Breite aufgegriffen wird, dann wird auch entsprechend reagiert, aber dann ist es zu spät. Im Grunde ist es ja schon zu spät, denn die Zinsen erhöht man ja auch aus "gutem Grunde" nicht.

 

vor 5 Minuten von Bärenbulle:

Die Frage wird aber sein, ob nicht längst schon vielzuviel geschöpft wurde.

Richtig, daher geht es nun so weiter, denn niemand will, dass ihm die ganze Chose während seiner Amtszeit auf die Füße fällt.

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Madame_Q
· bearbeitet von Madame_Q

Hier ausnahmsweise mal ein Video zur Thematik.

Dort wird auch die hier schon sehr gute Schröder-Tabelle von Pille erklärt und ein paar nette andere Grafiken sind dabei (z.B. Gold inflationsbereinigt mit dem Hoch in den 70ern).

Gegen Ende werden auch Goldminen etc erwähnt mit konkreten Produkten.

 

Ich denke, mittlerweile kristallisiert sich mehr und mehr heraus:

Wer Stagflation erwartet, sollte zumindest Gold, Rohstoffe und vielleicht Immos beimischen.

 

Zu Aktien noch kurz (Tech etc). Im Video wird auch kurz erwähnt, dass die Big Player der aktuellen Zeit (Beck hat sich dazu auch mal geäußert) ihre "Macht" noch gar nicht richtig genutzt haben. Einige können ohne Probleme ihre "Preise" erhöhen, ohne, dass die Kunden sich dagegen wehren können (Youtube ist so ein Fall).

DAS sehe ich tatsächlich auch so. Es geht also darum, welche Unternehmen ihre Preise und damit ihre Einnahmen anheben können, ohne dass die Kunden sich dagegen wehren können, weil sie die Produkte einfach brauchen im alltäglichen Leben oder eben trotz der Erhöhung weiter nutzen wie bisher.

Das nur so als Denkanstoß.

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Bigwigster
· bearbeitet von Bigwigster
vor 1 Stunde von Madame_Q:

@Bigwigster - poste mal deine kultige Tabelle hier mit den Assetzahlen aus den 70ern bitte.

Bitteschön:

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Bitte beachten dass manche Festlegungen und Einordnungen natürlich einfach nach persönlichem Geschmack getroffen wurden bzw. um zu vereinfachen. Z.b. alle Staatsanleihen im "risikoarmen Anteil" aufzulisten obwohl 30 jährige alles andere als risikoarm sind :thumbsup:

Inflationsmäßig interessanter Zeitraum ist 1973-1981, also dritte Spalte. 

Quelle

 

Edit:

Oder war die hier gemeint:

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Selbe Quelle, Seite 41

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Madame_Q
· bearbeitet von Madame_Q

Danke :thumbsup:

Ich sehe, du hast ein optisches Update gemacht.:)

vor 14 Minuten von Bigwigster:

Inflationsmäßig interessanter Zeitraum ist 1973-1981, also dritte Spalte. 

Was mir auffällt: Die negativen zwei 60/40 Portfolios. Die Erklärung dafür findet man rechts von Bigwigster gut aufgelistet mit 0% Inflationsschutz :thumbsup:

Man erkennt auch gut, dass selbst Dalio´s All Seasons negativ rentiert hat. Ich vermute, dass der hohe Langläufer-Anteil dem Portfolio in der Zeit das Genick gebrochen hat. Das konnten selbst Gold und Rohstoffe nicht ausgleichen.

vor 15 Minuten von Bigwigster:

Edit:

Oder war die hier gemeint:

Noch besser, dass du auch die gepostet hast :thumbsup:

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Chris75
· bearbeitet von Chris75
vor 23 Minuten von Bigwigster:

Edit:

Oder war die hier gemeint:

image.png.fd3ffa6e6e3882ab6b5d146db9938a4b.png

Selbe Quelle, Seite 41

Sehr interessant.

D.h. wenn nahezu alle Assetklassen an Wert verlieren, dann wäre CASH doch das Mittel der Wahl?

Sollte die Rezession aber ausbleiben und nur eine hohe Inflation eintreffen, dann wär CASH wohl eher mehr als schwierig.

Ein (kleines) Dilemma.

 

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chirlu
vor 1 Minute von Chris75:

D.h. wenn nahezu alle Assetklassen an Wert verlieren, dann wäre CASH doch das Mittel der Wahl?

 

Cash steht als T-Bills in der Tabelle.

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Bigwigster
· bearbeitet von Bigwigster
vor 4 Minuten von Chris75:

D.h. wenn nahezu alle Assetklassen an Wert verlieren, dann wäre CASH doch das Mittel der Wahl?

Das sind reale Renditen in den Tabellen. T-Bills, wären übrigens grob mit Tagesgeld gleichzusetzten. In der heutigen Zeit mit 0 Zinsen könnte man jedoch noch ein bisschen negativere reale Renditen erwarten.

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Madame_Q
· bearbeitet von Madame_Q

Wichtig ist, dass es sich in der Tabelle um reale Renditen handelt!

 

EDIT: Bigwigster war flotter.

 

Übrigens wird mir nach dieser Tabelle dann wieder klar, warum der Arero nicht nur Langläufer im Anleihen- Teil hat:unsure:

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Der Heini
vor 30 Minuten von Madame_Q:

Zu Aktien noch kurz (Tech etc). Im Video wird auch kurz erwähnt, dass die Big Player der aktuellen Zeit (Beck hat sich dazu auch mal geäußert) ihre "Macht" noch gar nicht richtig genutzt haben. Einige können ohne Probleme ihre "Preise" erhöhen, ohne, dass die Kunden sich dagegen wehren können (Youtube ist so ein Fall).

DAS sehe ich tatsächlich auch so. Es geht also darum, welche Unternehmen ihre Preise und damit ihre Einnahmen anheben können, ohne dass die Kunden sich dagegen wehren können, weil sie die Produkte einfach brauchen im alltäglichen Leben oder eben trotz der Erhöhung weiter nutzen wie bisher.

Das nur so als Denkanstoß.

Das sehe ich auch so. :thumbsup:

Ich wäre auch vorsichtig die Stagflation der 70iger mit heute so genau zu vergleichen, wir haben eine ganz andere Welt- auch wenn Putin die Zeit zurückdrehen möchte. Damals kein Internet, wenig Weltwirtschaft, zumindest die Mittelständler waren wenig international unterwegs im Vergleich wie heute.

Ich denke auch die FED wird versuchen die Stagflation zu bekämpfen, die Frage ist nur wirds sie es können? Zumindest wird man versuchen, die Dauer so kurz wie möglich zu halten. Aber hier gehts ja um eine passende Positionierung.

 

Die Frage ist halt auch, ob nicht schon Gold und Rohstoffe überbewertet sind, da gehen die Meinungen auseinander.

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Chips
vor 1 Stunde von chirlu:

 

Wer 1965 in den S&P 500 eingestiegen ist, konnte sich erst 1983 davon wieder so viel leisten wie zu seinem Einstieg.

 

Plus Dividende. Immerhin 3-6% pro Jahr in der Zeit. 

https://www.multpl.com/s-p-500-dividend-yield

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chirlu
· bearbeitet von chirlu
vor 3 Minuten von Chips:
vor 2 Stunden von chirlu:

Wer 1965 in den S&P 500 eingestiegen ist, konnte sich erst 1983 davon wieder so viel leisten wie zu seinem Einstieg.

Plus Dividende.

 

Nein, mit Dividende. Wie ich oben auch geschrieben habe, ist die orangene Kurve der (inflationsbereinigte) Performance-Index.

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Gast231208
vor 1 Minute von chirlu:
Zitat

Wer 1965 in den S&P 500 eingestiegen ist, konnte sich erst 1983 davon wieder so viel leisten wie zu seinem Einstieg

Nein, mit Dividende. Wie ich oben auch geschrieben habe, ist die orangene Kurve der (inflationsbereinigte) Performance-Index.

 

Ganz schön trübe Zeiten waren das, wobei ich (Jahrgang 1970) eigentlich eine verdammt gute Kindheit hatte (auch wenn's finanziell nicht so toll war, Sparquote der Eltern landete komplett im selbstgebauten Haus).

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Chips
vor 4 Minuten von chirlu:

 

Nein, mit Dividende. Wie ich oben auch geschrieben habe, ist die orangene Kurve der (inflationsbereinigte) Performance-Index.

Ups tatsächlich. Auch Multiple kommt auf schlechte Zahlen zwischen 1965 und 1983. Real hat sich der sp500 in der Zeit quasi halbiert (ohne Dividenden) 

https://www.multpl.com/inflation-adjusted-s-p-500/table/by-year

 

Wie hat sich Bitcoin in dem Zeitraum entwickelt? 

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
Am 3.4.2022 um 17:17 von s1lv3r:

Ich muss sagen, dass ich jede Portfolio-Konstruktion die Rebalancing und einen Krypto-Anteil beinhaltet prinzipiell für nicht langfristig alltagstauglich halte. Das ist m.M.n. bei so einer tatsächlich sehr jungen Asset-Klasse, die schon einmal 90% ihres Wertes innerhalb eines Jahres eingebüßt hat, einfach nicht bis zu Ende durchdacht:

Am 3.4.2022 um 17:17 von s1lv3r:
  • Was machst du denn, wenn sich diese Asset-Klasse nicht durchsetzt und langsam schleichend gegen 0% entwickelt? Wie viele Jahre willst du denn da immer auf 10% vom Portfoliowert rebalancen bis du aufhörst das tote Pferd reiten zu wollen?

Eine Assetklasse muss nicht notwendigerweise einen langfristig positiven Erwartungswert haben, um in einem diversifizierten Portfolio mehrerer Anlageklassen mit integriertem Rebalancing für Gewinne zu sorgen. Natürlich ist ein langfristiger positiver Erwartungswert dennoch meistens - je nach Korrelation zu den anderen Assetklassen - vorteilhafter. Wenn sich diese Assetklasse nicht durchsetzen sollte und langfristig tatsächlich gegen 0% entwickelt, dann hängt die genaue Auswirkung auf das Gesamtportfolio vom konkreten Pfad (und insbesondere auch von der Zeitskala) ab. Dieses Szenario muss über die Gewichtung der Assetklasse abgebildet sein und würde sicherlich zu Lasten der Gesamtperformance gehen. Falls sich aber keine fundamentale neue Bewertung der Anlageklasse einstellt, muss das Rebalancing weiter mechanisch durchgeführt werden.

Am 3.4.2022 um 17:17 von s1lv3r:
  • Was machst du, wenn sich tatsächlich eine der Krypto-Währungen final durchsetzt und die andere wegen technischer Obsoleszenz langsam gegen 0% Marktanteil entwickelt. Gleiche Frage wie oben: Wie lange willst du diese Währung immer wieder auf 5% Anteil rebalancen, bis du damit aufhörst?

Man könnte hier die Abweichung zur Zielgewichtung der Anlageklasse insgesamt für das Rebalancing heranziehen und nicht die Abweichung zur Zielgewichtung der einzelnen Komponenten der Anlageklasse. Bei einer fundamentalen neuen Bewertung einer Komponente kann diese auch ausgetauscht werden. Allerdings ist der Krypto-Anteil so konzipiert, dass er zumindest aktuell die nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährungen beinhaltet. In Zukunft könnte man auch alternativ zu einem diversifizierten Krypto-ETF greifen - sobald es hier gute und kostengünstige Angebote existieren. Dann hätte man den gleichen positiven Effekt wie bei herkömmlichen ETFs, dass sich Komponenten durch wiederkehrendes automatisches Rebalancing von der Gewichtung her ins Abseits schießen, falls sie sich relativ gesehen schlechter als andere Komponenten entwickeln sollten.

Am 3.4.2022 um 17:17 von s1lv3r:

Bei beiden (m.M.n. nicht unbedingt unrealistischen Szenarien) muss man sich einfach mal durchrechnen, was das für die Portfolio-Rendite und damit das eigene Vermögen bedeutet, wenn man das 5-6 Jahre durchzieht, bis man merkt, dass man sich da verrannt hat. Wenn das eintrifft, macht man sich mit 10% Portfolio-Anteil durch das Rebalancing quasi unter Garantie die komplette Performance des Gesamtportfolios kaputt, selbst wenn die anderen 90% sich gut entwickeln und z.B. die Aktien 7-8% p.a. abwerfen ...

Kann man so sehen, allerdings müsste man dann den genauen Ablauf des Szenarios schon genauer spezifizieren (siehe oben). Ansonsten kann man natürlich als ersten Anhaltspunkt einfache Mathematik anwenden. Ein 50%-Verlust eines 10%-Anteils bedeutet einen -5% Rückgang auf Gesamtportfolio-Ebene. Um das auszugleichen müssen die 90%-Restanteil im gleichen Zeitraum +5,56% Gewinn aufweisen. Wenn man dann rebalanced und es direkt wieder 50% nach unten geht (ein Gesamtrückgang von -75%), benötigt man auch für diesen zweiten Zeitraum +5,56% Gewinn des 90%-Restanteils in diesem Zeitraum für einen Ausgleich. Natürlich setzt jedes Portfolio mit Rebalancing darauf, dass es keine reine Downside-Volatilität bei einer Anlageklasse gibt, sondern auch Upside-Volatilität. Es ist aber sicherlich gut, sich diese Zahlen auch für diese Szenarien zu vergegenwärtigen und danach eine Gewichtung festzulegen.

Am 3.4.2022 um 17:17 von s1lv3r:

Krypto-Beimischung m.M.n. nur ohne Rebalancing (quasi als Lotto-Los im Portfolio), oder im besten Fall sogar nur mit Rebalancing nach oben, d.h. einen Maximalwert festlegen und immer wieder darauf stutzen, wenn der Kurs davon läuft.

Kann man in Erwägung ziehen - dann würde sich die Anteilklasse Kryptowährung bei dem oben angesprochenen 0%-Szenario praktisch selbst aus dem Gesamtportfolio kegeln und das Risiko wäre nach unten hin begrenzt (bis dahin könnte man u.U. Rebalancing-Gewinne anhäufen). Sollte es aber nach einem Crash einen Rebound geben (was es in der Vergangenheit dieser noch jungen Assetklasse mehrfach gegeben hat), dann würde man mit dem genannten Vorgehen ohne Rebalancing nach unten davon natürlich nur noch unterproportional profitieren.

Am 3.4.2022 um 17:36 von s1lv3r:

Das plötzlich wertlos Szenario wäre in dem Fall ja sogar noch halb so schlimm, da müsste man ja "nur" 10% vom Portfolio abschreiben. :lol: Viel schlimmer finde ich eben die Annahme, dass sich die Asset-Klasse schleichend in Luft auflösen könnte (z.B. -50 % p.a. über 5-6 Jahre) und du jährlich oder über Schwellwertrebalancing immer wieder auf 10% Portfolioanteil rebalanct. :'(

Daher muss das Schwellwert-Rebalancing vom Schwellwert natürlich sinnvoll festgelegt werden (im Zweifel ist das auch Assetklassen-individuell möglich). Das schleichende Szenario sehe ich persönlich als weniger schlimm/riskant an, da dann die Wahrscheinlichkeit (unter Annahme eines positiven Erwartungswertes des Restportfolios im Beobachtungszeitraum) aufgrund der größeren Zeitspanne steigen würde, dass der andere Anteil des Portfolios diesen Rückgang wesentlich leichter ausgleichen bzw. bei weitem überkompensieren wird.

Sicherlich kann niemand die genaue zukünftige Entwicklung der Anlageklasse Kryptowährung vorhersehen. Zumindest in der Vergangenheit wäre z.B. Bitcoin aber aufgrund der geringen Korrelation zum Aktienmarkt und der hohen Upside- und Downside-Volatilität geradezu prädestiniert als Anlageklasse in einem Portfolio mit Rebalancing gewesen. Das sind nun einmal die bisherigen Fakten:

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Asset correlations for time period 10/01/2013 - 04/01/2022 based on daily returns.

 

Quelle: https://www.portfoliovisualizer.com/asset-correlations?s=y&symbols=^BTC+SPY&timePeriod=1&tradingDays=60&months=36

 

In dem hier besprochenen Szenario der Stagflation könnten sich Kryptowährungen als überaus nützlich erweisen - auch wenn man die Diskussion weiter oben bzgl. Handlungsspielraum der Notenbanken berücksichtigt. Trotzdem darf man die Risiken dieser Anlageklasse nicht kleinreden. Es muss eine bewusste Entscheidung sein, diese Anlageklasse in sein eigenes Portfolio mitaufzunehmen.

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