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stagflation

Erwartete Lebenslänge und Auswirkungen auf das Entnahmedepot

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 19 Minuten von s1lv3r:

Diese Aussage ist doch eine reine Vermutung, die sich auf Basis der langen Niedrigzinsphase in das Gehirn das Schreibers als unumstößlichen Fakt eingeschlichen hat. Meiner Kenntnis nach haben in der historischen Betrachtung langlaufende US Staatsanleihen in den meisten Zeiträumen die Inflation zumindest neutralisiert und über manche längere Zeiträume sogar eine positive Realverzinsung aufgewiesen.

Ich zitiere wieder daraus:

 

"

In den vergangenen 50 Jahren lag die Entwertung des Geldes bei 2,55 Prozent im Jahr. Das ist angesichts der 6,9 Prozent, um die der Wert des Geldes im vergangenen Jahr gesunken ist, kaum der Rede wert. Oder empfinden Sie den Hinweis als pure Provokation?

Ich hoffe natürlich, dass Sie aus den 2,6 Prozent gewisse Kraft schöpfen, weil auch bei diesem Satz das Geld schmilzt wie Schnee in der Sonne. Wer nach den Olympischen Spielen in München nicht den Mut hatte, beispielsweise 100.000 Euro in ertragreiche Geldanlagen zu stecken, sondern einfach auf dem Girokonto liegen ließ, der besitzt heute gerade noch 28.460 Euro. Daran mögen Sie erkennen, dass Angst und Ratlosigkeit teure Begleiter sind. Ich habe keine Ahnung, wie hoch die Inflation in den nächsten Jahren sein wird, und ich will den Teufel nicht an die Wand malen, doch wenn Sie zum Beispiel mit 3 Prozent im Jahr rechnen, müssen Sie eine Idee haben, um finanziell nicht über die Maßen gerupft zu werden. Darf ich Ihnen diese Feststellung an drei Beispielen erläutern?"

 

"Bei einer Inflation von 3 Prozent sollten in zehn Jahren nach Kosten und Steuern jedoch 134.392 Euro auf dem Konto liegen. Das erfordert vor Steuern eine Verzinsung von 4,46 Prozent im Jahr"

 

Langfristig ist das mit Geldmarkt nicht zu machen: https://www.dia-vorsorge.de/kapitalmaerkte-kapitalanlagen/kleine-inflation-frisst-auch-die-zinsen-auf/

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Chris75

Das Thema und die Diskussion um die richtige Entnahmerate sind ja vor allem durch die US-Gegebenheiten geprägt.  

-          Schlechtere gesetzliche Rentenabsicherung

-          Weniger garantierte Renten der Zusatzversorgungen

-          Hohe Aufwände für Gesundheit

 

Das zwingt dazu, die Entnahmerate so zu kalkulieren, dass es zum einen die steigenden Kosten im Alter deckt und dazu zwingend nicht ‚pleite‘ geht, was in nicht wenige Fällen dann das Leben auf der Straße bedeuten würde. Meines Erachtens sind diese Voraussetzungen in überwiegender Mehrheit in Deutschland und noch viel mehr im Durchschnitt der Forenuser nicht gegeben und damit schon die Frage gestellt, ob man wirklich so konservativ kalkuliert. Die überwiegende Realität der Forenuser wird so sein, dass Wohnen und sonstige Lebenshaltung über die gesetzliche Rente, Betriebsrente, Mieterträge zum überwiegenden Teil abgesichert sind und sich eher die Frage stellt, wie bekomme ich das Depot sinnvoll auf „0“ in den Jahren, in denen ich noch was davon habe.

 

Also die Frage nach: Welchen Teil des Depots benötige ich wirklich für Lebenshaltung und welchen Teil des Depots steht für Hobby, Reisen, Luxus, Spenden, Geschenke, Vererben zur Verfügung und hat das eine Auswirkung auf die Anlagestruktur und wie entspare ich den Teil der Nicht-Lebenshaltung sinnvoll.

 

Die Selbständigen ausgenommen, die 100% auf ihr Depot setzt / setzen müssen.

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monstermania
· bearbeitet von monstermania
vor 9 Minuten von Chris75:

Die Selbständigen ausgenommen, die 100% auf ihr Depot setzt / setzen müssen.

Selbst als Selbstständiger in D, dessen private Altersvorsorgestrategie komplett scheitert, muss man nicht unter der Brücke schlafen (wenn man es denn nicht will).

Insofern handelt es sich in der Tat um ein 'Luxusproblem'.

 

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

Als nächstes sollten wir uns @Sapines Vorschlag für eine komplexere Entnahmestrategie anschauen:

Am 7.5.2023 um 13:03 von Sapine:

Einen einfacheren wenn auch vielleicht nicht ganz so perfekten Ansatz hatte ich weiter oben schon mal skizziert und wenn ich es mit sinnvollen Vorgaben für ein Anlegerdepot kombiniere würde ich beispielsweise folgende Eckdaten nennen (ich selbst lege offensiver an). 

Depot 60/40 was für die meisten gerade noch ausgewogen sein dürfte. Bei einer Anlagedauer von mehr als dreißig Jahren wäre mir 50/50 zu renditeschwach. 

Kapital: 100k

Rendite: 6 %

Volatilität: 11 % 

Fiktive Inflation 2 %

(Rendite und Volatilität an Arero angelehnt)

Anfängliche Entnahmerate 3,5 % (291,67 Euro pro Monat)

Aufteilung der 100k in zwei Töpfe, Sobald Topf 1 aufgebraucht ist, muss Topf 2 diese Entnahme zusätzlich hergeben. 

 

50k wie von dir vorgeschlagen berechnet. 3,5 % anfängliche Entnahme und jährliche Steigerung um 2 %

145,83 Euro reale Entnahme

 

50k mit einer voll variablen Entnahme, d.h. immer genau 3,5 % des verbleibenden Kapitals. 

145,83 Euro variabel

 

Meine Behauptung: die gesamte Entnahme wird nur bei sehr schlechten Verläufen (< 3 %) unter 200 Euro pro Monat absacken. Das SoRR sollte mehr als halbiert werden im Vergleich zu der Standardentnahme. 

 

Wenn ich es richtig verstehe, ist es ein Entnahmedepot nach einer "modifizierten" 3,5% Regel. Es passt die monatliche Entnahme etwas an das vorhandene Kapital an. Dadurch kann es zu einer höheren monatliche Entnahmerate führen als ein 3,5% Entnahmedepot. Aber auch zu einer niedrigeren. Auf den ersten Blick gefällt mir das ganz gut...

 

Wir müssen noch über das Kriterium für das Scheitern eines simulierten Verlaufs nachdenken. Bei den einfachen Entnahmedepots war es einfach: ein Scheitern liegt vor, wenn das Kapital vor dem Erreichen des 36. Jahres alle ist. Bei diesem Modell kann das nicht passieren, weil vorher die Entnahmerate so weit reduziert wird, dass das Kapital niemals auf 0 sinkt.

 

Wir könnten die vorgeschlagenen 200 € pro Monat als Kriterium verwenden: wenn die Entnahmerate unter 200 € pro Monat sinkt, ist ein Verlauf gescheitert. Ich frage mich, ob man nicht auch die 2% Inflation in die 200 € einrechnen sollte? Denn wenn man fix 200 € verwendet, wird das Kriterium ja im Laufe der Zeit immer schwächer? Andererseits könnte man auch so argumentieren, dass man im Alter vielleicht weniger "reale" Wertentnahme braucht.

 

Was mein Ihr? 200 € mit Inflationsanpassung? Oder ohne?

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satgar
vor 5 Minuten von monstermania:

Selbst als Selbstständiger in D, dessen private Altersvorsorgestrategie komplett scheitert, muss man nicht unter der Brücke schlafen (wenn man es denn nicht will).

Insofern handelt es sich in der Tat um ein 'Luxusproblem'.

 

Trotzdem will man ja in keiner Spiegel-TV Reportage landen ala "ich hab 40 Jahre gearbeitet und jetzt gibts nur Bürgergeld für mich". Das Ziel muss auch für diesen Selbständigen sein, dass das funktioniert. Dafür hat man das ganze leben geackert.

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bondholder
vor 2 Minuten von satgar:

Trotzdem will man ja in keiner Spiegel-TV Reportage landen ala "ich hab 40 Jahre gearbeitet und jetzt gibts nur Bürgergeld für mich".

Es gibt dann sogar nur Grundsicherung im Alter, oder?

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Der Heini
vor einer Stunde von stagflation:

Darf ich alle bitten, wieder zum Thema zurückzukommen?

 

Bisher haben wir doch erst gesehen, dass einfache Regeln für Entnahmedepots wie die "4% Regel" offenbar mit dem Risiko des Scheiterns verbunden sind. Das heißt aber noch lange nicht, dass andere einfache Lösungen wie "Immobilie", "jeder 25-jährige sollte eine Versicherung abschließen", "am besten einen Millionär/Millionärin heiraten"  besser funktionieren.

 

Die Welt ist nun mal kompliziert. Aber wir bauen auch Flugzeuge und fliegen mit ihnen - obwohl es nicht einfach ist.

So hatte ich dich auch verstanden. Wenn ich auf einen Entnahmeplan setze, ob mit oder ohne GRV, muß ich das Langlebigkeitsrisiko berücksichtigen. Dazu muß ich das aber auch quantifizieren, sprich wie lange könnte ich Leben im schlimmsten Falle (auf die Entnahme bezogen). Daraus ergibt sich dann:

- niedrigere "sichere" Entnahme (SWR)

- späterer Renteneintritt/Privatiereintritt, falls die Depotgröße noch nicht reicht, das one-year-more.

Dafür gibt es von Lebensversicherungen, GRV bis hin zu reverse mortages, also Immobilienverrentung viele Möglichkeiten, in den USA tatsächlich einige mehr als bei uns (SPIA zum Beispiel).

vor 13 Minuten von Chris75:

Die Selbständigen ausgenommen, die 100% auf ihr Depot setzt / setzen müssen.

Auch da gibt es verschiedene Möglichkeiten mit oder ohne Versicherung.

Zudem geht es ja um den sicheren Boden, also das was man unbedingt benötigt im hohen Alter, das wird weniger sein als in jüngeren Jahren (Pflege mal ausgenommen).

 

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satgar
· bearbeitet von satgar
vor 13 Minuten von bondholder:

Es gibt dann sogar nur Grundsicherung im Alter, oder?

Das is das gleiche in Grün. HartzIV war und ist auch die Grundsicherung im Alter. Je nachdem, wann es bezogen wurde. Im Erwerbsalter ist es hartziv, in der Rentenphase Grundsicherung im Alter. Von den Leistungen her, das gleiche. Ist ein bisschen so wie die Kvdr , die auch nur einen Status beschreibt. 

vor 18 Minuten von stagflation:

 

Was mein Ihr? 200 € mit Inflationsanpassung? Oder ohne?

Mit. Denn was ist so eine Untergrenze schon wert, wenn diese nach zB 25 Jahren unterschritten wird und sich bis dahin die Inflation breit gemacht hat? ME muss da schon der reale Betrag von 200€ unter Berücksichtigung der Inflation herhalten.

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Sapine
vor einer Stunde von s1lv3r:

Diese Aussage ist doch eine reine Vermutung, die sich auf Basis der langen Niedrigzinsphase in das Gehirn das Schreibers als unumstößlichen Fakt eingeschlichen hat. Meiner Kenntnis nach haben in der historischen Betrachtung langlaufende US Staatsanleihen in den meisten Zeiträumen die Inflation zumindest neutralisiert und über manche längere Zeiträume sogar eine positive Realverzinsung aufgewiesen.

Negative Realrenditen sind keine Erfindung der Niedrigzinsphase und tatsächlich sind sie ein großes Problem von langen Entnahmezeiträumen in Kombination mit einer defensiven Depotaufstellung. 

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satgar
vor 1 Minute von Sapine:

langen Entnahmezeiträumen

Das kann man ganz generell auch auf die Sparphase beziehen. Für jeden langen Anlagezeitraum von Geld ist es ein Problem. Das mit ergänzt.

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monstermania
vor 33 Minuten von stagflation:

Was mein Ihr? 200 € mit Inflationsanpassung? Oder ohne?

Auf jedem Fall mit Inflation!

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

Okay, rechnen wir bei der 200 € Grenze mit Inflation.

 

Betrachten wir zuerst das klassische 3,5% Modell mit den von @Sapine vorgeschlagenen Parametern. Mein Monte-Carlo-Programm kommt auf eine Wahrscheinlichkeit des Scheiterns von 19,7% bei 36 Jahren. Bei 35 Jahren kommt es auf 18,2%.

 

Wenn Ihr mitmachen möchtet, könnt Ihr diese Rechnung bei https://www.portfoliovisualizer.com/monte-carlo-simulation nachvollziehen. Gebt dazu folgende Daten ein:

 

image.png.5a9634df77852a455401c39f97642f47.png

 

Schaut Euch an, was dabei herauskommt...  Ein ganz ähnliches Ergebnis.

 

Auf der Seite sieht man auch eine schöne Grafik, die zeigt, wie die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns mit der Anzahl der Jahre steigt. Ein weiteres Beispiel dafür, wie sich die Laufzeit des Depots (also das Endalter, mit dem man rechnet) auf die Erfolgswahrscheinlichkeit auswirkt - und warum die Wahl eines passenden Endalters wichtig ist:

 

image.thumb.png.c7ab91c20e112f9f3d240b11d14b8ab2.png

 

Spielt ein bisschen mit den Eingabe-Parametern herum. Probiert beispielsweise mal eine Rendite von 11% und eine Volatilität von 15%. Das sind Werte, mit denen einige amerikanische Webseiten rechnen. Ein ganz anderes Ergebnis, oder?

 

Vielleicht könnt Ihr jetzt nachvollziehen, warum manche Webseiten so euphorisch von der 4% Regel sprechen? Und warum man das nicht ohne Weiteres glauben sollte?

 

Versucht, ein Gefühl für die Abhängigkeit des Endergebnisses von den Anfangsparametern zu bekommen. In der Zwischenzeit versuche ich, ein paar Diagramme zu erstellen, die uns zeigen können, wie Sapines Modell funktioniert.

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Sapine
vor 1 Stunde von stagflation:

Als nächstes sollten wir uns @Sapines Vorschlag für eine komplexere Entnahmestrategie anschauen:

 

Wenn ich es richtig verstehe, ist es ein Entnahmedepot nach einer "modifizierten" 3,5% Regel. Es passt die monatliche Entnahme etwas an das vorhandene Kapital an. Dadurch kann es zu einer höheren monatliche Entnahmerate führen als ein 3,5% Entnahmedepot. Aber auch zu einer niedrigeren. Auf den ersten Blick gefällt mir das ganz gut...

 

Wir müssen noch über das Kriterium für das Scheitern eines simulierten Verlaufs nachdenken. Bei den einfachen Entnahmedepots war es einfach: ein Scheitern liegt vor, wenn das Kapital vor dem Erreichen des 36. Jahres alle ist. Bei diesem Modell kann das nicht passieren, weil vorher die Entnahmerate so weit reduziert wird, dass das Kapital niemals auf 0 sinkt.

 

Wir könnten die vorgeschlagenen 200 € pro Monat als Kriterium verwenden: wenn die Entnahmerate unter 200 € pro Monat sinkt, ist ein Verlauf gescheitert. Ich frage mich, ob man nicht auch die 2% Inflation in die 200 € einrechnen sollte? Denn wenn man fix 200 € verwendet, wird das Kriterium ja im Laufe der Zeit immer schwächer? Andererseits könnte man auch so argumentieren, dass man im Alter vielleicht weniger "reale" Wertentnahme braucht.

 

Was mein Ihr? 200 € mit Inflationsanpassung? Oder ohne?

Die 200 Euro unbedingt mit fiktivem Inflationsausgleich - das ist der Plan. 

 

Die Entnahme ist beendet, wenn kein Kapital mehr da ist, aus dem man entnehmen könnte.

 

Sobald man mit der Summe aus der fixen realen Entnahme und der variablen Entnahme nicht mehr über 200 Euro real drüber kommt, würde ich komplett auf die besagten 200 Euro + 2 % Inflationsausgleich umstellen und bis zum Ende aufbrauchen. 

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

Wenn ich es richtig verstehe, wären die Regeln also:

  1. Am Anfang Aufteilung der 100.000 € auf zwei Töpfe T1 und T2 zu je 50.000 €
  2. Es findet niemals Rebalancing zwischen den beiden Töpfen statt
  3. Beide Töpfe werden simuliert mit Rendite: 6 %, Volatilität: 11 %.
  4. Jährliche Entnahme von 50.000 € * 3,5% = 145,83 € (mit jährlicher Steigerung um 2 %) aus T1. Sobald er leer ist, bleibt er leer
  5. Jährliche Entnahme von T2 * 3,5% aus T2
  6. Wenn die jährliche Gesamt-Entnahme kleiner werden sollte als 200 € (mit jährlicher Steigerung um 2 %), wird entsprechend mehr aus T2 entnommen. Wenn T2 leer sein sollte, wird entsprechend mehr aus T1 entnommen. Wenn beide Töpfe vor dem 36. Jahr leer sind, ist die Simulation gescheitert.

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Sapine

Das mit der Normalverteilung erscheint mir falsch. Es sind doch positive Renditen deutlich wahrscheinlicher als negative? 

vor 2 Stunden von stagflation:

Wenn ich es richtig verstehe, wären die Regeln also:

  1. Am Anfang Aufteilung der 100.000 € auf zwei Töpfe T1 und T2 zu je 50.000 €
  2. Es findet niemals Rebalancing zwischen den beiden Töpfen statt
  3. Beide Töpfe werden simuliert mit Rendite: 6 %, Volatilität: 11 %.
  4. Jährliche Entnahme von 50.000 € * 3,5% = 145,83 € (mit jährlicher Steigerung um 2 %) aus T1. Sobald er leer ist, bleibt er leer
  5. Jährliche Entnahme von T2 * 3,5% aus T2
  6. Wenn die jährliche Gesamt-Entnahme kleiner werden sollte als 200 € (mit jährlicher Steigerung um 2 %), wird entsprechend mehr aus T2 entnommen. Wenn T2 leer sein sollte, wird entsprechend mehr aus T1 entnommen. Wenn beide Töpfe vor dem 36. Jahr leer sind, ist die Simulation gescheitert.

zu 5. Sollte T2 zu stark geschrumpft sein, muss mehr als 3,5 % entnommen werden (Aufstockung auf reale 200) und
wenn T2 leer ist, muss aus T1 reale 200 entnommen werden

zu 6. Sollte T2 stark gewachsen sein, darf natürlich weiterhin bis zu 3,5 % von T2 entnommen werden. 

 

Sorry der Teufel steckt im Detail

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stagflation
vor 7 Minuten von Sapine:

Das mit der Normalverteilung erscheint mir falsch. Es sind doch positive Renditen deutlich wahrscheinlicher als negative? 

 

Es ist eine Normalverteilung um die erwartete Rendite.

 

Schau Dir das Bild in #134 etwas genauer an. Der Peak ist nicht bei 0, sondern bei 0,87% - der erwarteten Monatsrendite vom MSCI World.

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Sapine

Da finde ich kein Bild. Falsche Nr?

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leoluchs

Gemeint sein dürfte #131.

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Sapine

merci - ja das macht Sinn. 

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor einer Stunde von leoluchs:

Gemeint sein dürfte #131.

Ja, genau! Danke!

 

vor 1 Stunde von Sapine:

zu 5. Sollte T2 zu stark geschrumpft sein, muss mehr als 3,5 % entnommen werden (Aufstockung auf reale 200) und
wenn T2 leer ist, muss aus T1 reale 200 entnommen werden

zu 6. Sollte T2 stark gewachsen sein, darf natürlich weiterhin bis zu 3,5 % von T2 entnommen werden. 

 

Sorry der Teufel steckt im Detail

 

Ja, der Teufel steckt im Detail. :'(

 

Wenn man es programmieren will, merkt man es. Deswegen frage ich so lange lieber nach, bis wir alle das gleiche Verständnis haben.

 

Aber ich glaube, dass wir jetzt das gleiche Modell vor Augen haben.

 

EDIT: beim Programmieren merke ich dass, das Modell doch schon recht kompliziert - besonders die Regeln zum Auffüllen, wenn der Mindestbetrag nicht erreicht wird. Aber da es interessant ist und vermutlich in die richtige Richtung geht, betrachten wir es trotzdem. Zum wirklichen Verständnis und für die Praxis sollte man ein ähnliches Modell suchen, dass sich so ähnlich verhält, aber mit weniger Parametern und Regeln auskommt...

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Der Heini

Georg hatte bei finanzen-erklaert.de ein ähnliches Modell mit dem Cashpuffer erklärt, das finde ich interessanter (ist aber sehr ähnlich):

Der Cashtopf (RK1) wird in den ersten 5 Jahren genutzt, falls der ETF-Topf (RK3), also die Börse im Bärenmarkt ist, also -20% abwertet. Wenn nicht kann man rebalanced entnehmen, also aus bei den Töpfen etwas.

Im starken Bullenmarkt entnimmt man aus RK3 die benötigte Summe und läßt den Cashtopf, als Sicherhiet für den kommenden Bärenmarkt. Nach ca. 5 Jahren kann man den Cashtop reinvestieren, da ist das größte SoRR gemildert. Das ist ähnlich dem Teint-Zelt, also kurz vor der Rente RK3 abbauen und nach ein paar Jahren RK3 wieder aufbauen.

Kitces hatte das mal beschrieben.

 

Würde dir @stagflationseinen Blog wirklich empfehlen, da geht es auch um guiderails und MonteCarlo Simulationen https://www.kitces.com/blog/category/6-retirement-planning/.

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Sapine

Vielleicht lässt sich die Strategie von Vanguard doch besser realisieren. Dafür wird nach jedem Jahr eine Ober- und Untergrenze definiert (im Beispiel +5 % und -2,5 %). Ist vielleicht leichter zu programmieren, dafür im echten jährlichen Handling etwas fehleranfälliger. Dafür kann man es je nach Sicherheitsbedürfnis und sicherem Cash Flow die Grenzen anpassen. 

 

Parameter: Inflationsausgleich 2 %

Obergrenze 5 % real über Vorjahr

Untergrenze 2,5 % real unter Vorjahr

 

Schritt 1: Ausschüttung von 3,5 % des Kapitals = A1

 

Schritt 2: Es werden drei Werte ermittelt (Obergrenze, variabel, Untergrenze)

O2 = A1*1,02*1,05 

V2 = 3,5 % vom Kapital

U2 = A1*1,02*0,975

Die Auszahlung ist variabel aber nicht über O2 und nicht unter U2

A2 = MAX(MIN(O2,V2),U2)

 

Schritt 3 und folgende analog zu Schritt 2

 

Wirkung: Solange man nicht über die obere oder untere Grenze kommt, wird variabel ausgeschüttet. Sonst greift entweder die Ober- oder Untergrenze. Die Anpassung der Ausschüttungen wird gegenüber den Börsenbewegungen sowohl nach oben wie nach unten gedämpft. Es ist möglich, mehrere Jahre hintereinander quasi eine Nullrunde zu fahren oder mehrere Jahre satte Erhöhungen einzufahren. 

 

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

Versuchen wir, @Sapines Modell (ich nenne es mal so) zu verstehen.

 

Aus den ersten 10 simulierten Verläufen habe ich zwei zufällig herausgesucht: einen guten und einen schlechten.

 

Zuerst der Gutfall. Im 3,5% Modell sieht er so aus:

 

image.png.a3d7a20cdc6a170c7de0adca898f47a5.png

 

Wir starten mit eine Entnahme von 3.500 € im ersten Jahr. Die Entnahme steigt jedes Jahr um 2% (rote Linie). Die gelbe Linie zeigt die Kumulierte Gesamt-Entnahme. Die blaue Linie zeigt das Kapital.

 

In den 36 Jahren haben wie 181.000 € entnommen - und wir haben 363.000 €, die vererben könnten.

 

Mit Sapines Modell ergibt sich folgender Verlauf:

 

image.png.e642274bde162a6519543028fbb22470.png

 

In den 36 Jahren würden wir also etwas mehr Geld entnehmen und wir hätten am Ende etwas weniger Kapital. Das scheint in die richtige Richtung zu gehen!

 

Betrachten wir jetzt den zufällig herausgesuchten Schlechtfall. Zuerst die Entwicklung nach der 3,5% Regel:

 

image.png.cdbb7716329247f0ecb9390251bf662f.png

 

In diesem Fall ist das Kapital nach 25 Jahren alle. Immerhin hat man bis dahin 113.000 € entnommen.

 

Schauen wir uns jetzt an, was bei Sapines Modell passieren würde:

 

image.png.31dc1da9a970c1927812a801bd826184.png

 

Auch dieser Verlauf scheitert - aber etwas weniger schlimm. Das Geld reicht immerhin 30 Jahre. Insgesamt kann man 110.000 € entnehmen. Man sieht auch schön das Zusammenspiel von T1 und T2. T1 verhält sich wie das Gesamtkapital im 3,5% Modell. Es ist nach 25 Jahre alle. Jetzt rettet uns T2 noch über weitere 5 Jahre. Der Anstieg der gelben Kurve ist etwas weniger exponentiell, was zu der längeren Laufzeit führt.

 

Wenn ich mit dem Monte-Carlo-Simulator 100.000 Verläufe durchrechnen lasse, komme ich auf folgende Wahrscheinlichkeit für das Scheitern

  • Reines 3,5% Modell: 19,7%
  • Sapines modifiziertes 3,5% Modell: 6,2%

Die 6,2% sind innerhalb des von uns gesteckten Rahmens!

 

@Sapine: Glückwunsch! Dein Modell schafft es, die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns deutlich zu senken! :thumbsup:

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Sapine

Danke dass du dir die Arbeit gemacht hast. :thumbsup:

Das Modell ist sicher geeignet, dass es jedermann ohne einen Finanzberater anwenden kann. Voraussetzung ist aber, dass man in der Lage ist mit 200 statt 291 Euro über die Runden zu kommen. Rein Interessehalber, kannst du sehen, in wie vielen Jahren man tatsächlich auf das Minimum bei der Entnahme absackt im zweiten Fall? Die letzten fünf Jahre sicherlich. 

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

Ja, die Daten habe ich:

 

image.png.8b05a8f6a975ca2dc9ab35bc19018aca.png

 

Die grüne Linie ist geplante Mindest-Entnahme (jährlich). Bei dem Schlechtfall wird die Jahres-Entnahme ab Jahr 21 durch die grüne Linie festgelegt. Im Jahr 30 kommt das jähe Ende, weil dann das Kapital aufgebraucht ist.

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