Zum Inhalt springen
stagflation

Anthropic IPO

Empfohlene Beiträge

stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 2 Stunden von Schildkröte:

Hier der vollständige Capital-Artikel.

 

Vielleicht sollte der Autor sich mit Zigarettenwerbung beschäftigen. Auf den Packungen steht groß: "rauchen ist tödlich". Man sieht Bilder von Lungenkrebs und Herz-OPs. Die Leute kaufen die Zigaretten trotzdem. Oder vielleicht sogar deswegen. 

 

So ähnlich ist es bei Anthropic. Die Alteigentümer wollen reich werden. Dafür benötigen sie viele Aktien-Käufer beim Börsengang. Deshalb sorgen die Alteigentümer dafür, dass das Thema KI in den Medien und in der öffentlichen Diskussion dauerpräsent ist.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
1+1=10
· bearbeitet von 1+1=10
vor 1 Stunde von Schildkröte:
Zitat

Es könnte die Menschheit auslöschen. 

Hier der vollständige Capital-Artikel.

Wie auch bereits bei der Atombombe (Trinity-Test), der rekombinanten DNA-Technologie (Asilomar-Konferenz) oder der Inbetriebnahme des LHC im CERN (mikroskopische Schwarze Löcher).

 

Es gibt diesmal jedoch einen markanten Unterschied: Die genannten Entwicklungen waren immer physisch zentralisiert und in den Händen von wenigen Personen, die sich auf gewisse Rahmenbedingungen festgelegt haben.

Bei KI hat nun jedoch jeder die Möglichkeit, sich Zuhause eine Bazzooka zu bauen (OpenSource/-Weight-Modelle aus China), wohingegen der Großteil noch mit einem kleinen Holztaschenmesser unterwegs ist. Sinngemäß. 

Eine radikale Verschiebung der Machtverhältnisse.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
basti_
vor 9 Minuten von 1+1=10:

Wie auch bereits bei der Atombombe (Trinity-Test), der rekombinanten DNA-Technologie (Asilomar-Konferenz) oder der Inbetriebnahme des LHC im CERN (mikroskopische Schwarze Löcher).

 

Es gibt diesmal jedoch einen markanten Unterschied: Die genannten Entwicklungen waren immer physisch zentralisiert und in den Händen von wenigen Personen, die sich auf gewisse Rahmenbedingungen festgelegt haben.

Bei KI hat nun jedoch jeder die Möglichkeit, sich Zuhause eine Bazzooka zu bauen (OpenSource/-Weight-Modelle aus China), wohingegen der Großteil noch mit einem kleinen Holztaschenmesser unterwegs ist. Sinngemäß. 

Eine radikale Verschiebung der Machtverhältnisse.

Sorry, aber ich verstehe es nicht. Mal für die Dummies wie mich bitte 3 konkrete Beispiele / prompts mit denen ich von zuhause aus den Weltuntergang verursachen könnte.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Holgerli

Hoffentlich sind die Promps gesichert, sodass das nicht geht aber: Wenn KI schnell Fortschritte in der Medizin verspricht kann ein Terrorist sich auch eine Biowaffe bauen lassen.

 

Ob man damit die Welt/Menschheit auslöscht sei dahingestellt. Aber nach dem Verwerfungen von 9/11 mit nur 3.000 direkten Toten: Welche Auswirkungen hätte ein Biowaffenangriff mit 20.000 Toten der danach noch 5x um die ganze Welt geht? Bei Covid wussten wir: Die Wahrscheinlichkeit, dass die nächste Pandemie schnell kommt ist recht gering. Was aber wenn mittels AI ein Angriff nach dem anderen kommt?

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
1+1=10

Es muss nicht gleich "Menschheit auslöschen" sein, hier mal ein bisschen Brainstorming, was wir mit der genannten Bazzooka so passieren könnte:

 

- maßgeschneiderte Krypto-Trojaner für das Heimnetz des Nachbarn, um ihn mit privaten Daten zu erpressen

- Scamming via Voice Cloning, gepaart mit automatisierten Phishing-Mails die auf das Social-Media-Profile des Opfers zugeschnitten sind

- Erpressung durch Deepfakes - Revenge Porn, Cyber Mobbing, ...

- Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Sprengstoff, Drogensynthetisierung, ...

- Erstellung von Malware, Ausnutzung von Sicherheitslücken

- Vereinsamung und Isolation, da man in einer Scheinwelt mit einer perfekten KI-generierten Partnerin lebt

- Vertrauensverlust in in jegliche digitale Kommunikation, da Bild, Ton, Video, ... problemlos und nahezu perfekt gefälscht werden kann

- das gesamte Rechtssystem bekommt ernsthafte Probleme, wenn Verträge/Testamente/Sprachnachrichten/Video/Bild/Ton/... nicht mehr verifiziert werden können

- das Internet wird in Zukunft immer mehr von KI-Agenten/-Bots geflutet (auch dieses Forum hier perspektifisch) und vergiftet die Informationen (siehe Dead Internet Theory)

- je mehr Zugriff wir der KI auf die reale Welt geben (Smart Home-Systeme, Auto, Busse, Roboter, Maschinen, ...), desto mehr Schaden kann auch in der realen Welt angerichtet werden 

- oder auch der Einsatz von KI in Energieversorgung oder sonstigen KRITIS - ein Blackout? Hierzu ein Verweis auf das gleichnamige Buch von Marc Elsberg

- KI-Botnetze, die sich ohne das Wissen des Orchestrator vernetzen und Angriffe auf Unternehmen oder KRITIS machen

- Radikalisierung durch KI-Echokammer

- Jeder lebt in in einer mundgerecht servierten KI-Scheinrealität und man findet kaum noch einen gesellschaftlichen Konsens für das Zusammenleben

- Die KI geht von der Softwareebene auf die Hardwareebene über (WLAN, Bluetooth, Gehäuselüfter, ...) und überlastet diese, so dass Brände entstehen. Oder erzeugt über Audio hochfrequente Töne, die unser Gehör schädigen oder Stress auslösen ...

- wir Menschen verlernen das tiefe, kritische Denken und /oder die Fähigkeit, komplexe Probleme ohne maschinelle Hilfe zu lösen

- wann gibt es das erste Modell im Darkweb, das speziell mit Mein Kampf, Management der Barbarei, Die Turner-Tagebücher, The Anarchist Cookbook, Das Unabomber-Manifest, ... trainiert wird?

 

Die jeweilige Eintrittswahrscheinlichkeit muss jeder für sich selbst bewerten :-)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
kaotai
vor einer Stunde von 1+1=10:

- wir Menschen verlernen das tiefe, kritische Denken und /oder die Fähigkeit, komplexe Probleme ohne maschinelle Hilfe zu lösen

 

Zu spät.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Holgerli

Ich höre gerade den Podcast "Thomsen & Thomsen Zukunftstalk". Lars Thomsen ist der CEO von "Future Matters" einen Beratungsunternehmen für Zukunftstrends. 

Die Folge "... Tipping Point: Warum wir KI neu denken müssen" beschäftigt sich genau mit dem Für und Wider von KI. 

Ja, die Folge ist jetzt fast 2 Jahre alt, aber gerade das macht sie so spannend im Rückblick zu sehen was die beiden vor 2 Jahren gesehen hat. 

 

Vielleicht als "Warnung": Beide Thomsens sind Optimisten. Wer Doomsday habven möchte ist definitiv falsch. 

 

Den Podcast gibt es bei Spotify, sollte aber auch wohl auf diversen anderen Plattformen zu finden sein. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Schildkröte

c5b9c32d-27c4-41ff-babf-8c441a56b862.thumb.png.89cf4ac5846d7aecb8dd0f29cd527cbb.png

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
stagflation

FAZ:

Zitat

So wird Anthropic zwei Billionen wert

 

Die KI-Firma will beim Börsengang so viel wert sein wie kein Unternehmen zuvor. Angemessen ist das nur, wenn Anthropic bald die US-Wirtschaft dominiert.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
kariya_ANA

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
HalloAktie

Ich finde diesen Morningstar-Artikel sehr hilfreich bzgl. der Financials. Eigentlich wollte ich etwas Geld reinwerfen, aber es muss wirklich alles funktionieren, damit am Ende Geld übrig ist. Dagegen ist SpaceX ein Value-Unternehmen :-)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
ToTheTop

Ich glaube, ihr denkt bei Anthropic und OpenAI noch zu sehr an Modelllieferanten. Die sehen ihre KI eher als Grundlage, um irgendwann selbst alle möglichen Leistungen anzubieten. Dass sie dauerhaft nur die Technik liefern und anderen das eigentliche Geschäft überlassen, ist kaum vorstellbar.

Gerade Biologie, Medizin und Drug Discovery sind ein riesiges Feld. Anthropic geht da inzwischen ziemlich konkret rein mit Forschungssoftware, eigenen Forschungsteams und einem eigenen Wet Lab für biologische Experimente. OpenAI arbeitet ebenfalls an spezialisierten Biologiemodellen und automatisierter Laborforschung. Da geht es längst um mehr als das Zusammenfassen medizinischer Fachartikel.

Bei Cybersecurity sieht man diese Entwicklung schon: Mit Project Glasswing und Codex Security bieten sie selbst Systeme an, die Software auf Sicherheitslücken untersuchen. Damit übernehmen sie Aufgaben, für die Unternehmen bisher eigene Spezialisten oder externe Sicherheitsanbieter eingesetzt haben.
 

Dazu passt die Amodei zugeschriebene Aussage, Anthropic könnte irgendwann das einzige private Unternehmen der Welt sein. Als gesichertes Zitat taugt es zwar nicht, aber als zugespitztes Bild trifft es den Gedanken ganz gut.. Wer glaubt, praktisch jede geistige Arbeit automatisieren zu können, wird sich auch zutrauen, in sehr vielen Branchen selbst Geschäfte aufzubauen.

 

Ich würde deshalb damit rechnen, dass beide immer häufiger vom Zulieferer zum Wettbewerber ihrer heutigen Kunden werden. Sie müssen dafür nicht gleich einen ganzen Pharmakonzern ersetzen. Schon einzelne wertvolle Teile der Forschung und Entwicklung wären ein großes Geschäft. Ob ihnen das alles gelingt, ist offen. Aber auf die Rolle des Modelllieferanten werden sie sich meiner Meinung nach kaum beschränken.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Holgerli

Dafür müssen sich aber auch 

- die Kunden die Butter vom Brot nehmen lassen 

- die Konkurrenz (OpenAI, xAI, die Chinesen, keine Ahnung in wie weit auch Meta und Google) ganz schwer pennen

 

Ich glaube, dass der Burggraben bzw. das Know-How nicht so groß ist, dass sich Antrophic zum Forschungs-Ergebnis-Lieferant der Welt aufschwingt.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
ToTheTop

witzig, dass du von xAI, Meta und Google sprichst und nicht von Pfizer, Eli Lilly und Co... :-D
OpenAI hat innerhalb von Tagen mit dem neuen internen Modell ein Millennium Problem gelöst sowie Ergebnisse für ein paar hundert weitere offene Matheprobleme geliefert.

Ob am Ende Anthropic die Nase vorne hat steht in den Sternen, aber als CEO von Pharma Unternehmen, würde ich mir Sorgen machen.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Holgerli
vor 11 Minuten von ToTheTop:

witzig, dass du von xAI, Meta und Google sprichst und nicht von Pfizer, Eli Lilly und Co... :-D

Doch, tue ich:

vor 28 Minuten von Holgerli:

- die Kunden die Butter vom Brot nehmen lassen 

Denn:

vor 12 Minuten von ToTheTop:

OpenAI hat innerhalb von Tagen mit dem neuen internen Modell ein Millennium Problem gelöst sowie Ergebnisse für ein paar hundert weitere offene Matheprobleme geliefert.

Das meine ich ja: Wie will sich OpenAI diese Lösungen von seinen Kunden oder Pfizer, Eli Lilly und Co. vergüten lassen? Wird schlecht gehen.

Dazu dann das Problem: Selbst wenn Pfizer, Eli Lilly und Co das entsprechende Modell selber nutzen und Lösungen mit ihrer KI im eigenen Haus generieren, ist die Frage ob damit eine hinreichende geistige Schöpfungshöhe erreicht ist, weil eine AI etwas gelöst hat?

 

Ich bin mir sehr sicher, dass die positiven Errungenschaften von AI die negativen um ein deutliches überflügeln (können). Ich sehe aber noch nicht wie OpenAi, Anthophic diese monetarisieren können.

Sicher, Pfizer, Eli Lilly und Co können einen neu von der KI generierten Wirkstoff immer noch in ein Medikament umsetzen aber ob der KI generierte Wirkstoff wirklich patentiert werden kann, glaube ich nicht. 

Was soll passieren? Pfizer sagt, dass man mittels KI einen neuen Wirktoff gefunden habe und Eli Lilly kontert: "Ätsch, unsere KI war zwei Stunden schneller, dass ist jetzt unserer Wirkstoff?"

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
ToTheTop
· bearbeitet von ToTheTop

Du gehst weiterhin davon aus, dass Pfizer der Kunde bleibt und OpenAI/Anthropic ihm Forschungsergebnisse verkaufen muss. Genau diese Rollenverteilung stelle ich infrage.

Anthropic baut jetzt grade eigene Labore und Forschungsprogramme, und will selbst zum Anbieter von Wirkstoffkandidaten werden. Dann konkurriert es mit Biotechunternehmen um dasselbe Geschäft. Die bisherigen Kunden müssen sich dafür nicht freiwillig „die Butter vom Brot nehmen lassen“. So funktioniert Wettbewerb.

Und dass OpenAI, Google oder andere ebenfalls mitmachen, widerspricht meinem Punkt nicht. Es muss nicht Anthropic allein gewinnen, damit etablierte Branchen unter Druck geraten.
 

Ob sich das kurzfristig profitabel umsetzen lässt, eher nicht. Mittel-/Langfristig lässt sich mit KI aber alles profitabel umsetzen.

Die großen wissenschaftlichen Durchbrüche der nächsten Jahre werden nicht von Wissenschaftlern zusammen mit KI gemacht, sondern die werden direkt von nicht-öffentlichen-Modellen der Frontier Labs kommen. Wie sie das dann monetarisieren, dafür werden sie schon den passenden Weg finden. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
hattifnatt
· bearbeitet von hattifnatt
vor 38 Minuten von ToTheTop:

Dann konkurriert es mit Biotechunternehmen um dasselbe Geschäft. Die bisherigen Kunden müssen sich dafür nicht freiwillig „die Butter vom Brot nehmen lassen“. So funktioniert Wettbewerb.

Gemini sieht das differenzierter:

https://share.gemini.google/AvZqtjLqbWtw

Zitat

Anthropic positioniert sich ausdrücklich nicht als direkte Konkurrenz zu Biotech- oder Pharma-Unternehmen, sondern als Enabler und Plattformanbieter.

Obwohl Anthropic im Laufe des Jahres 2026 eigene Wet Labs (feuchtbiologische Labore) aufgebaut, das KI-Biotech-Startup Coefficient Bio übernommen und eigene Grundlagenforschung gestartet hat, unterscheidet sich das Geschäftsmodell grundlegend von dem eines klassischen Biotech-Unternehmens.

 

Warum Anthropic kein klassisches Biotech-Konkurrent ist

 

  1. Kein eigenes Medikamenten-Pipeline-Geschäft: Klassische Biotech-Unternehmen verdienen ihr Geld damit, patentierte Wirkstoffkandidaten durch langwierige, teure klinische Studien (Phase I bis III) zu führen, um sie am Ende selbst zu vermarkten oder an Big Pharma zu lizensieren. Anthropic hat öffentlich klargestellt, dass sie keine eigene klinische Pipeline aufbauen oder Medikamente bis zur Marktreife bringen wollen.
  2. Eigene Labore dienen dem Feedback-Loop für die KI: Das größte Nadelöhr beim Einsatz von Large Language Models (LLMs) wie Claude in der Biologie ist das Fehlen von präzisen, strukturierten "Kausaldaten" (z. B. wie Zellen exakt auf bestimmte molekulare Eingriffe reagieren). Anthropic nutzt die eigenen biologischen Labore primär als „Wet Lab Data Engine“:
    • Claude schlägt Hypothesen oder Enzym-Designs vor.
    • Das Labor (oft stark automatisiert) testet diese Annahmen physisch.
    • Die Ergebnisse fließen direkt zurück in das Modell, um Claude für biologische Aufgaben genauer zu machen.
  3. Infrastruktur- und Tool-Anbieter für die Branche: Statt gegen Biotech-Firmen anzutreten, will Anthropic diesen Unternehmen Werkzeuge wie Claude Science oder spezialisierte Biologie-Schnittstellen verkaufen. Es wird ein Partnerschaftsmodell angestrebt, bei dem Pharma-Riesen (wie bereits Novo Nordisk oder Genentech) auf Claude setzen, um ihre eigene Forschung zu beschleunigen.

 

Wo dennoch Spannungen oder Überschneidungen entstehen

 

Auch wenn Anthropic keine Medikamente verkauft, verändert der Schritt die Dynamik in der Branche deutlich:

 

  • Konkurrenz für reine AI-Bio-Startups: Für spezialisierte Startups, die sich bisher darauf konzentriert haben, KI-Software für die frühe Phase der Target-Identifikation oder Proteindesign zu verkaufen, wird der Druck enorm. Wenn eine universelle KI wie Claude dank eigener Labore in der frühen Phase der Molekülentdeckung extrem gut wird, gräbt sie diesen reinen Software-Bio-Techs das Wasser ab.
  • Verschiebung der Wertschöpfung: Wenn Tech-Giganten den lukrativen Prozess der Early-Stage Discovery (Früherkennung und molekulares Design) stark dominieren, könnte sich die Wertschöpfung von klassischen Biotech-Boutiquen hin zu den KI-Plattformbetreibern verlagern.
  • Gefahr von vertikalem Druck: Sollte Anthropic herausragende, patentierbare Wirkstoff-Assets im Frühstadium identifizieren, ist die Versuchung groß, diese über Ausgründungen (Spin-offs) oder exklusive Lizenzdeals zu monetarisieren – was sie in bestimmten Auslizensierungs-Szenarien doch wieder in indirekte Konkurrenz bringen könnte.

 

Einordnung

 

Anthropic verfolgt im Wesentlichen die Strategie des "Picks and Shovels" (Spitzhacken und Schaufeln im Goldrausch): Sie wollen nicht selbst nach dem Gold (dem einzelnen Medikament) graben und das volle Risiko klinischer Flops tragen, sondern der pharmazeutischen Industrie die besten Werkzeuge dafür zur Verfügung stellen. Die eigenen Labore sind dabei lediglich das Testfeld, um die "Werkzeuge" kognitiv schärfer zu machen.

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Hotzenplotz2
vor 18 Minuten von ToTheTop:

Anthropic baut jetzt grade eigene Labore und Forschungsprogramme, und will selbst zum Anbieter von Wirkstoffkandidaten werden

Ich halte viele Vermutungen für richtig, solange es um Software geht. Bei Hardware kommen einfach Probleme hinzu, die eine KI nicht lösen kann. Die KI putzt keine Kolben in einem Labor und fährt auch keine Schiffe durch den Suez Kanal. Die KI bezahlt keine streikenden Werftarbeiter, repariert Pumpen oder oder Glasgeräte. Egal wie gut deine KI ist, sie beschleunigt auch nicht die bürokratischen Zulassungsprozesse von Medikamenten.
 

Die Entwicklung eines neuen Blockbuster Medikaments dauert aktuell vielleicht 10 Jahre. Sagen wir davon entfallen 4 Jahre auf die reine F&E Arbeit. Wie viel wird mir die KI sparen? Die KI rät ja nicht immer richtig. Es werden weiterhin Dinge probiert werden müssen, Verfahren entwickelt, chemische Reaktionen optimiert und durchgeführt werden. Es müssen Messungen gemacht werden, ausgewertet werden und Qualitätskontrollen etabliert werden. 
Und dann kommen vielleicht noch 6 Jahre für klinische Studien und Zulassung an denen die KI rein gar nichts ändert. 

Jetzt muss Anthropic dafür aber erstmal die besten Chemiker und Pharmazeuten einkaufen, die aktuell bei Bayer etc. sitzen. Dann müssten sie auch eine entsprechende Produktion errichten, das kostet nicht nur Geld sondern auch Zeit. Zeit, die man nicht hat, denn bei der aktuellen Modellentwicklung wird das freie Modell im nächsten oder übernächsten Bayer einfach den gleichen Tipp geben, dort stehen aber bereits alle in den Startlöchern um das zu entwickeln. 
Damit das klappt, müsste der Vorsprung deiner Top-Modelle unter Verschluss sehr sehr hoch sein. Die Kosten für diesen Vorsprung wären aber ebenso immens.
Und das mit dem Risiko, dass du das Zeug wegen der KI Idee vielleicht gar nicht patentieren kannst, der nächste Generika Hersteller dich aussticht und du auch noch den kompletten Overhead brauchst, Patentanwälte, Experten für Medizinische Anwendungen, Kooperationen mit Kliniken für die Testung etc.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Holgerli

Gut zusammengefasst. 

Ich glaube die Kette: "Wir können KI" -> "Wir finden jetzt Pharma-Wirkstoffe!" -> "Wir entwickeln auch die Medikamente!" und "Wir verkaufen auch Medikamente!" ist zwar nett gedacht aber praktisch nicht umsetzbar.

 

Nur zum Vergleich die Anzahl der Mitarbeiter:

xAI: 1.200 bis max. 3.000

Anthropic: 2.500

OpenAI: 4.500

Eli Lilly: 51.000

Pfizer: 88.000

Bayer: 88.000

 

Was ich mir vorstellen könnte ist, dass es spezielle Pharma-Modelle geben wird, die entweder extrem teuer sind oder aber Umsatzbeteiligungen integriert haben werden. Also dass Pharma-Unternehmen das Modell vom KI-Unternehmen mieten.

Aber das ein KI-Unternehmen direkt in der Pharmabrache mitmischt: Eher nein. 

 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Hotzenplotz2
vor 3 Stunden von Holgerli:

Was ich mir vorstellen könnte ist, dass es spezielle Pharma-Modelle geben wird, die entweder extrem teuer sind oder aber Umsatzbeteiligungen integriert haben werden. Also dass Pharma-Unternehmen das Modell vom KI-Unternehmen mieten.

Habe das vorhin auch mit meinem Kollegen diskutiert. Unsere Anfangshypothese war auch: OpenAI geht zu Bayer und sagt "Hey die AI hat nen neuen Wirkstoff gefunden, dafür wollen 10% vom Gewinn". 
Aber ich sehe nicht, dass eine "geheime" Frontier Ai bei denen so gut ist, dass sie nicht in einem Jahr von ner freien AI ausgehebelt wird. Und dann ist es für mich fraglich, ob ein Bayer, Eli Lilly oder Novo Nordisc das wirklich zu so einem Preis einkauft, oder sich für 10.000€ ein paar Anthropic Abos für die F&E Leute holt und das damit macht. Es ist ja auch keine Garantie, dass das Medikament durchkommt sondern nur sehr gut geraten. 
Und man darf nicht vergessen, diese Sachen kosten ja auch bei den AI Firmen Geld. Also die Lösung zum Millenium-Problem hat vermutlich 50 Mio € Compute Power gekostet. Die Kosten für so einen WIrkstoff werden auch nicht gerade gering sein und die müsste man ja mindestens wieder reinholen und wenn das Ding in der klinischen Studie scheitert gibt es keinen Euro. Upfront wird Bayer die wohl kaum bezahlen. Was sicherlich passieren wird, Bayer wird mit AI besser Wirkstoffe raten und probieren. Aber ob sie dafür signifikant zahlen hängt sehr davon ab, ob die bessere KI den höheren Preis wirklich Wert ist.

Und ich sehe zumindest im Pharmabereich ein noch ein weiteres gravierenderes Problem und das ist die Datengrundlage. Denn selbst wenn das LLM über fragwürdige Zugänge alle Paper der Welt liest, viele entscheidende Dinge (insbesondere Fehlversuche) landen dort gar nicht. Die befinden sich aber in den Laborbüchern der Pharmahersteller. Wenn die also klug sind, dann stellen die sich für ein paar Millionen Invest in Rechenzentrum eine eigene KI, die sie neben den Papern mit all ihren Versuchdaten füttern und damit ggf. zu viel besseren Ergebnissen kommen, als das Frontier Modell einer KI Firma. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
hattifnatt
vor 15 Minuten von Hotzenplotz2:

Denn selbst wenn das LLM über fragwürdige Zugänge alle Paper der Welt liest, viele entscheidende Dinge (insbesondere Fehlversuche) landen dort gar nicht.

Das war Punkt 2 von Gemini oben:

vor 5 Stunden von hattifnatt:

Eigene Labore dienen dem Feedback-Loop für die KI: Das größte Nadelöhr beim Einsatz von Large Language Models (LLMs) wie Claude in der Biologie ist das Fehlen von präzisen, strukturierten "Kausaldaten" (z. B. wie Zellen exakt auf bestimmte molekulare Eingriffe reagieren). Anthropic nutzt die eigenen biologischen Labore primär als „Wet Lab Data Engine“

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden

×
×
  • Neu erstellen...