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Inflation: Daten, Entwicklung, Prognosen etc.

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DrFaustus
Posted · Edited by DrFaustus

Die Fed kauft derzeit langlaufende Staatsanleihen zurück und verknappt das Angebot und senkt (oder besser gesagt drückt) somit die Zinsen auch im langfristigen Bereich. Jetzt stellt sich mir nur die Frage:

 

Wenn die kein Geld drucken dürfen und es offiziell auch nicht tun. Mit welchen Mitteln kaufen die die Anleihen?

Gold? Währungsreserven? Wohl kaum...

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H.B.
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Die Fed kauft derzeit langlaufende Staatsanleihen zurück und verknappt das Angebot und senkt (oder besser gesagt drückt) somit die Zinsen auch im langfristigen Bereich.

 

Ich bin offenbar nicht ganz auf dem Laufenden.

Gibt es hierfür bestätigende Berichte aus dem Umfeld der FED oder sind dies Konklusionen der Marktteilnehmer, die sich einfach die Frage stellen, warum die Renditen der Staatsanleihen derart unter Druck kommen?

 

Was mich stutzig macht, ist die synchrone Bewegung bei den 10 jährigen dt. Titeln. (Oder kauft auch die EZB langlaufende Staatsanleihen? oder sind dies nur Arbitrage-Effekte? )

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DrFaustus
Posted · Edited by DrFaustus
Ich bin offenbar nicht ganz auf dem Laufenden.

Gibt es hierfür bestätigende Berichte aus dem Umfeld der FED oder sind dies Konklusionen der Marktteilnehmer, die sich einfach die Frage stellen, warum die Renditen der Staatsanleihen derart unter Druck kommen?

 

Was mich stutzig macht, ist die synchrone Bewegung bei den 10 jährigen dt. Titeln. (Oder kauft auch die EZB langlaufende Staatsanleihen? oder sind dies nur Arbitrage-Effekte? )

 

Die Renten hängen genauso an den Amis wie die Aktien auch. Zwar nicht 1:1, aber die Tendenz ist in 99% der fälle gleich.

 

Fed-Präsident Bernanke versuchte gestern den Handlungswillen und die -fähigkeit der

US-Notenbank aufzuzeigen. Neben der nur mäßig wirksamen und begrenzten Option

weiterer Zinssenkungen habe man zwei weitere Pfeile im Köcher. Man könne direkt lang

laufende Staatsanleihen und Agency-Bonds aufkaufen, um so die langfristigen Zinsen zu

drücken und Liquidität in den Markt zu pumpen. Eine weitere Alternative sind Schritte in

Abstimmung mit dem Schatzamt und der FDIC zur Minimierung der systemischen Risiken,

beispielsweise Kapitalinjektionen in den Bankensektor. Das Problem der ausufernden

Fed-Bilanz werde in der Zukunft angegangen. Aktuell zähle allein, die Krise einzudämmen.

Größere Zuversicht bei den Marktakteuren konnte er aber nicht entfachen.

 

Quelle: HSH Nordbank Devisenbericht

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H.B.
Posted
Quelle: HSH Nordbank Devisenbericht

 

Gut. Das ist auch mein letzter Kenntnisstand.

Da steht aber nicht, dass dies Instrumente bereits in Anwendung sind.

Vielmehr zeigt die FED uns einmal mehr ihre "Waffen" und weist uns auf die FED-Bilanz als Indikator für derartige Transaktionen hin.

 

Wäre es verkehrt, eine Korellation zwischen dem effektiv ausgeführten "Geld-Drucken" und der Ausweitung der FED-Bilanz zu postulieren, d.h. eine möglicherweise sogar lineare Beziehung anzunehmen?

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DrFaustus
Posted
Gut. Das ist auch mein letzter Kenntnisstand.

Da steht aber nicht, dass dies Instrumente bereits in Anwendung sind.

Vielmehr zeigt die FED uns einmal mehr ihre "Waffen" und weist uns auf die FED-Bilanz als Indikator für derartige Transaktionen hin.

 

Wäre es verkehrt, eine Korellation zwischen dem effektiv ausgeführten "Geld-Drucken" und der Ausweitung der FED-Bilanz zu postulieren, d.h. eine möglicherweise sogar lineare Beziehung anzunehmen?

 

Ich glaube nicht, dass die Fed ihre Waffen zeigt die sie in Zukunft einsetzen wird, sondern sie tut dies bereits. Alles andere wäre höchst fahrlässig.

 

Irgedwie müssen die Assets die sich in der Bilanz der Fed befinden ja bezahlt werden. Und das ist entweder Staatsanleihen oder Geldscheine. Nur wo kommen die her wenn sie nicht frisch "gedruckt" werden?

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TerracottaPie
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Die Assets können daher rühren, dass die FED sie als Sicherheit für Kredite angenommen hat. Oder?

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Stephan09
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Redet dieser Devisenbericht der HSH davon, dass die FED amerikanische oder ausländische Staatsanleihen aufkauft?

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DrFaustus
Posted · Edited by DrFaustus
Die Assets können daher rühren, dass die FED sie als Sicherheit für Kredite angenommen hat. Oder?

 

Nein, diese würden nicht in der Bilanz auftauchen mMn.

 

Redet dieser Devisenbericht der HSH davon, dass die FED amerikanische oder ausländische Staatsanleihen aufkauft?

 

Ich gehe mal von eigenen aus. Alles andere würde den Dollar stark schwächen und davon sieht man nichts...

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pater-martinez
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Wurde die US-Rezession hier schon gebührend gefeiert? Nein ?

 

Also Happy Birthday US-Rezession !!!

 

Da denkt man sich also nix böses uns schwupps ist die schöne rezession schon auf halbem wege

vorbei.... :)

 

 

Noch mal zum Deflationsszenario:

Die wahre Leitrolle der US-Wirtschaft wird sich jetzt zeigen, in wieweit die (noch) boomenden asiatischen

Märkte jetzt ausgleichen ebenso, will sagen Japan hatte damals schon einen anderen gesamtwirtschaftlichen

kontext.

 

gruß der pater

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Fleisch
Posted · Edited by Schnitzel

ich habs vorhin schon im Rententhread gepostet, dass die Inflationsrate in Hessen nun bei 0,8 %.

 

Alle reden immer von den großen Summen, jedoch sind bisher von diesen Summen nur Tröpfchen überhaupt abgerufen worden und geflossen. Insofern würde ich mit euch gerne auch mal den Aufbau oder die Hinzunahme von Inflationsindexierten Papieren diskutieren. Die Immofonds möchte ich hier mal ganz raus lassen ! Es gibt Menschen, die sehen jetzt strategisch günstige Einstiegskurse bei Inflationsindexierten Papieren von Staaten oder Staatsnahen Organisationen. Wie seht ihr das und v.a. warum seht ihr es so ? Würdet ihr selbst welche kaufen ?

 

als Gedankenanstoß möchte ich mal diesen (englischsprachigen) Beitrag nutzen: Klick

 

Edit: argh, da war einer schneller

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Delphin
Posted · Edited by Delphin
ich habs vorhin schon im Rententhread gepostet, dass die Inflationsrate in Hessen nun bei 0,8 %.

 

Alle reden immer von den großen Summen, jedoch sind bisher von diesen Summen nur Tröpfchen überhaupt abgerufen worden und geflossen. Insofern würde ich mit euch gerne auch mal den Aufbau oder die Hinzunahme von Inflationsindexierten Papieren diskutieren. Die Immofonds möchte ich hier mal ganz raus lassen ! Es gibt Menschen, die sehen jetzt strategisch günstige Einstiegskurse bei Inflationsindexierten Papieren von Staaten oder Staatsnahen Organisationen. Wie seht ihr das und v.a. warum seht ihr es so ? Würdet ihr selbst welche kaufen ?

Von mir ist ja bekannt, dass mich die Asset-Klasse interessiert, als in der letzten Woche der Bund-Future "abgestürzt" ist, sind auch die Linker (die inzwischen wieder weitgehende parallel laufen) mit runtergegangen. Die Preise werden also wieder attraktiver, ob wirklich günstig, kann ich ich schwer sagen. Beschäftige mich ja noch nicht so lang mit den Linkern. 2% real sind jedenfalls noch nicht wieder drin - wär natürlich schön, wir würden die wieder sehen...

 

(um mich zu outen: ich bin noch nicht investiert, für mich ist die Anlageklasse auch neu, möchte da im Moment nur rein, wenn's wirklich günstig ist.)

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Fleisch
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gleiches gilt für mich auch. wenn die wieder 2 % + Inflation bringen wird's wieder interessant.

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Delphin
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gleiches gilt für mich auch. wenn die wieder 2 % + Inflation bringen wird's wieder interessant.

Ja, ich fürchte aber, man wird sich irgendwann entscheiden müsen, wie wichtig einem der Schutz vor unerwartet hoher Inflation ist. Vermutlich werden ja auch in den mittleren Laufzeiten die nominalen Renditen niedrig bleiben in der nächsten Zeit, davon können sich die Linker natürlich nur teilweise abkoppeln. Gestern gabs auf vier Jahre 1,6% real und 2,4% nominal, also eingespreiste Inflation bei 0,8%. Wenn die Inflations also in den nächsten 4 Jahren unter 0,8% p.a. bleibt, ist der Linker dennoch attraktiv, allerdings im Vergleich zur Staatsanleihe, die man im Moment evtl. aber gar nicht kaufen würde. ;)

 

Klar 2,5% real wie's die im Herbst gab, mit break-even Inflation von 0,2%, ob wir das nochmal sehen? Keine Ahnung. :huh:

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Jared12
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Für mich ergeben sich schon auf mittlere Sicht (1-2 Jahre) deutliche inflationäre Tendenzen. Das resultiert aus der bevorstehenden erheblichen Geldmengensteigerung durch Konjunkturprogramme und Stützungsmaßnahmen in der Finanzkrise.

 

Deshalb habe ich vor etwa zwei Wochen nach Informationen über Linker gesucht und bin beim Googeln recht früh auf Delphins sehr infomative Zusammenstellung ( Linker ) gestoßen, was mich überhaupt erst zu diesem Forum geführt hat.

 

In meinen Augen ist jetzt der richtige Zeitpunkt, mit dem Einstieg in diese Papiere zu beginnen und über die nächsten 6-9 Monate zu akkumulieren. Letztes Jahr gab es noch einen günstigeren Zeitpunkt, den ich leider verpasst habe. Aber auch heute - bei einem Kursniveau von ca 100 % - finde ich es immer noch interessant. Sobald sich im Markt Inflationserwartungen bilden, wird es so preisgünstig wahrscheinlich nicht mehr gehen.

 

Gruß

Jared12

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Fleisch
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also die 0,8 % gründen sich auf die jüngst für Hessen und Brandenburg veröffentlichen Inflationsraten. Die lagen nämlich bei 0,8 % und 0,9 %

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Fleisch
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die FAZ.net denkt mit und liefert auch noch ein Interview zum Thema :thumbsup:

 

Die Inflation wird unvermeidlich sein

 

FAZ.net

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XYZ99
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... Inflationsrate in Hessen nun bei 0,8 %.

Und wenn sie in Deutschland - sagen wir mal 2010 - zwischen 10 und 20 Prozent liegt, Tendenz steigend? (vgl. 70er Jahre). Das halte ich für realistisch.

 

Ich meine natürlich nicht die Teuerungsrate, die ja nur ganz gewisse Bereiche betrifft, wie irgendwelche "Warenkörbe", und dann andere assets oder equities (hier nennt man das nicht "Teuerung", sondern z.B. bull market). Wo rein die Inflation sich ergiesst, wird natürlich spannend zu beobachten sein. Den Konsum wird es bestimmt stärker belasten wie die vergangenen zehn Jahre.

Ich fürchte, wenn man von ein paar Prozent ausgeht, dann könnte man sehr schnell auf dem falschen Fuss erwischt werden (z.B. mit langfristigen, niedrigverzinste Anleihen).

Alles Gerede von einer "Hyperinflation" erscheint mir beim heutigen Stand der Dinge übrigens genauso absurd wie das von einer Deflation.

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XYZ99
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Leider ist Mike Shedlock (der Blog, erster link) selbst ein "Humpty Dumpty".

 

Er definiert Deflation als Reduktion von Verbindlickeiten (Schulden) in einem "Papiergeld"-System.

 

"The reality is "Debt Deflation = Deflation" in a fiat regime."

 

Da in einem Papiergeld-System Geld eben immer nur ein Schuldschein sein kann. So weit so gut. Warum schreibt er aber nicht, dass Deflation eine Reduktion der Menge des vorhandenen Geldes ist? Viel leichter zu verstehen.

Gemessen wird Geld aber in verschiedenen Mengen und wenn man Deflation/Inflation verstehen will, muss man auf die Verschiedenheit der Geldmengen-Einheiten eingehen. Das wirft Mike aber ziemlich wild durcheinander. Immerhin mit dem Charme des Dilettanten, der eine "akademische" Diskussion vorgibt verachten zu können.

Besonders komisch ist es, wenn er die M0 (Base) Mengenveränderungen, also die Änderung des zirkulierenden Cashs (also die Scheine und Münzen) über die Zeit aufgetragen vergleicht und folgende Ähnlichkeit herausstellt:

 

base-money-yoy-2.png

 

Zwar wird unser Blogger nicht deutlich, doch er will uns wohl weismachen, die Reduktion der M0-Geldmenge um 2000 wäre die Deflation, die in unsere heutige Depression führen könnte... Nun ist die Geldmengenreduktion nur die Entnahme zusätzlicher Geldscheine/Münzen, die bereitgestellt wurden, um einer möglichen Jahr-2000-Panik entgegenzuwirken (Leute wollen Cash auf der Hand haben, man weiss ja nie...). Mit einer echten Geldmengeninflation hat das nichts zu tun, da die anderen Mengen weiterhin anstiegen, unbeeindruckt. Diese fand tatsächlich vor der grossen Depression statt und war bedingt durch den Goldstandard. Bernanke (und der muss es wissen) selbst stellte in einer vielbeachteten Rede heraus, dass Deflation in einem "fiat regime" gar kein Problem sei. Warum es zu einem gemacht wird, da müsste man Blogger Mike mal fragen....

 

Dieselbe M0-Entwicklung wird von Adam Hamiliton (zealllc.com) als inflationär angesehen ("Big Inflation coming"):

 

Zeal012309B.gif

Quelle: link

 

Ob die Verdopplung des Cash tatsächlich zu einer hohen Inflation führt, sei eine Frage, ob die Geldmenge zurückgepfiffen werden kann oder ob sie vermehrt zum Shoppen etwa dient. Ich denke, sie ist ziemlich neutral, weil die Leute Geldscheine (M0) und Kontoeinträge als vollkommen austauschbar ansehen und die Menge der Geldscheine in Zirkulation "Inflationserwartungen" oder Teurerung(en) nicht massgeblich beeinflussen sollten. Hier greift die Logik zu kurz, nach der ein Überangebot von Geldscheinen beim Angebot höhere Preise nach sich zieht. Das geht viel eher über die Erhöhung der MZM/M3-Mengen, diese sind anzusehen. Und die versprechen, dass Adam Hamilton trotz seines Irrtums Recht behalten wird.

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relative
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Besonders komisch ist es, wenn er die M0 (Base) Mengenveränderungen, also die Änderung des zirkulierenden Cashs (also die Scheine und Münzen) über die Zeit aufgetragen vergleicht und folgende Ähnlichkeit herausstellt:

 

M0 ist nicht nur scheine und münzen, sondern auch zentralbank deposits. man könnte M0 auch als "zentralbankgeld" bezeichnen, das geld in umlauf bevor es durch geschäftsbanken multipliziert wird.

 

Bernanke (und der muss es wissen) selbst stellte in einer vielbeachteten Rede heraus, dass Deflation in einem "fiat regime" gar kein Problem sei.

 

 

das scheint er jetzt anders zu sehen.

ich versteh auch nicht warum du eine meinung, mit der du nicht übereinstimmst versucht mit sachen wie "blogger mike" versuchst lächerlich zu machen. der beitrag erklärt eine sache ganz gut, die in diesem thread bisher überhaupt nicht genannt wurde:

 

rein monetäre inflation durch die zentralbank bewirkt nicht automatisch preisinflation, weil dem zumindest derzeit die kreditdeflation durch sinkende bankbilanzen entgegensteht.

klar ist die große frage dann, wie die zentralbanken sich verhalten und wie sie den angerichteten schaden wieder einsammeln wollen, sobald sich die kreditdeflation umkehrt. aber soweit sind wir noch lange nicht.

 

ich bin tendenziell auch im inflation camp. aber trotzdem ist das ein lesenswerter beitrag.

oben in diesem thread hier wurde der zusammenhang geldmenge -> inflation doch sehr vereinfacht, daher die links.

 

 

Ob die Verdopplung des Cash tatsächlich zu einer hohen Inflation führt, sei eine Frage, ob die Geldmenge zurückgepfiffen werden kann oder ob sie vermehrt zum Shoppen etwa dient. Ich denke, sie ist ziemlich neutral, weil die Leute Geldscheine (M0) und Kontoeinträge als vollkommen austauschbar ansehen

 

wie oben schon erwähnt sind die mindestreserven der sichteinlagen in M0 enthalten.

 

hier "blogger mike's" antwort auf den von dir verlinkten beitrag, wenn es dich interessiert: http://globaleconomicanalysis.blogspot.com...ion-coming.html

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XYZ99
Posted
M0 ist nicht nur scheine und münzen, sondern auch zentralbank deposits. man könnte M0 auch als "zentralbankgeld" bezeichnen, das geld in umlauf bevor es durch geschäftsbanken multipliziert wird.

Ich war davon ausgegangen, dass es nur das "Bargeld" ist. Mein Fehler. Allerdings, wenn ich es richtig verstehe, kann unter M0 auch das Geld fallen, was die Banken lieber bei der Zentralbank parken als es anderweitig zu verleihen. Vielleicht ist der Anstieg so zu deuten?

 

das (Deflation keine Gefahr) scheint er (Bernanke) jetzt anders zu sehen.

ich versteh auch nicht warum du eine meinung, mit der du nicht übereinstimmst versucht mit sachen wie "blogger mike" versuchst lächerlich zu machen.

Schon diese Rede von damals malte die Deflation als heimliche Bedrohung an die Wand. Typische "Strohmann-Strategie", bei der man ein Pseudo-Gegner hinstellt, auf dem man eindreschen kann. Das Gerede von der drohenden Deflation war nach der letzten bis 2003 geplatzen Aktienmarktblase dann auch in aller Munde, wobei es heute viel dicker aufgetragen wird. Das Rezept aus der angeblichen Deflation von damals ist das von heute (0%), Geldmengenausweitung. Dass 2004 eine masslose und bedenkenlose Inflationierung gewisser assets einsetzte, die in den 2008-Kollaps führte, wird wohl nunmehr niemand bestreiten können. An eine angeblich 2003/4 drohende Deflation erinnert sich aber heute seltsamerweise niemand, der heute der Deflation das Wort redet....

 

... der beitrag erklärt eine sache ganz gut, die in diesem thread bisher überhaupt nicht genannt wurde:

 

rein monetäre inflation durch die zentralbank bewirkt nicht automatisch preisinflation, weil dem zumindest derzeit die kreditdeflation durch sinkende bankbilanzen entgegensteht.

klar ist die große frage dann, wie die zentralbanken sich verhalten und wie sie den angerichteten schaden wieder einsammeln wollen, sobald sich die kreditdeflation umkehrt. aber soweit sind wir noch lange nicht.

Es gibt keine "Kreditdeflation". Es gibt nur Kredite, die nicht mehr bedient werden können. Schuldner, die nicht bezahlen können. Weil das Geld dafür fehlt. Das soll jetzt für 0% nachgeliefert werden. Die "Kreditdeflation" ist eine Begriffsverwirrung, die Mike nicht besser hätte in Szene setzten können.

 

hier "blogger mike's" antwort auf den von dir verlinkten beitrag, wenn es dich interessiert: http://globaleconomicanalysis.blogspot.com...ion-coming.html

Kannte ich. Aber bestimmt weitergehend interessant für das Forum. Grüsse.

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XYZ99
Posted

Hier ist noch ein neues Stück zur Inflation/Deflations-Debatte. Etwas flappsig, aber nicht unlustig. Die These von der angeblichen Deflation wird in angemessener Weise abgestraft. Sehr informativ und originell:

 

Deflationistas, inflationistas, and hyperinflationistas

http://www.itulip.com/forums/showthread.ph...72798#post72798

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LagarMat
Posted

"Im März geht's nochmal unter 4.000."

 

ard.de

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XYZ99
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Anti-depression prescription? Print more money, says famed economist

93-year-old Anna Schwartz thinks Treasury should use funds to buy up banks toxic assets

 

Anna Schwartz, the 93-year-old co-author of the seminal A Monetary History of the United States (Princeton University Press, 1963) with the late Nobel laureate Milton Friedman, said that to prevent a depression, the Obama administration should follow Treasury Secretary Henry Paulsons original plan and buy up distressed mortgage-related securities.

 

If they get the Fed printing money, that might helpand it probably would be the most successful anti-depression policy that they could choose, said Ms. Schwartz, who has been associated with the National Bureau of Economic Research since 1941 and serves as an adjunct professor at the Graduate Center of the City University of New York.

 

Essentially, the economist who helped shape modern thinking on monetary policy wants the Obama administration to snap up troubled mortgage-related securities in the marketplace and pay for them with Fed-created money. .....

link financialweek.com

 

Frau Anna Schwartz hat recht. Dies ist der direkteste, einfachste und vielversprechenste Weg, die "toxischen" Werte zu entgiften, wenn man das Finanzsystem stabilisieren will. Imho wird das einfacher gehen, als die meisten sich das im Moment vorstellen würden. Dies ist der Weg, der beschritten werden wird, Reibungsverluste könnten natürlich auftreten (bei Umweg über "bad banks" etwa).

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