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Sapine

Altersvorsorge, Rente (Nachrichten, Analysen und Kommentare)

Empfohlene Beiträge

stagflation
· bearbeitet von stagflation

Beim Handelsblatt gibt es jetzt: Die 33 Empfehlungen der Rentenkommission im Wortlaut

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HalloAktie
vor 3 Stunden von stagflation:

Beim Handelsblatt gibt es jetzt: Die 33 Empfehlungen der Rentenkommission im Wortlaut

Danke. Demnach relativ moderate Vorschläge für Arbeitnehmer. Kopplung Eintrittsalter an Lebenserwartung, Abschaffung Versicherungsfreiheit für Geringfügige. Der härteste Punkt dürfte Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63 sein, das wohl auch ohne Übergangszeitraum und Hochsetzung der Altersgrenze für Altersteilzeit. Rente für "Langjährige" mit Abschlägen ändert sich wenig substanziell. 

 

Beamtenregelung widerspricht sich, glaube ich: Einerseits Einbeziehung in DRV, andererseits bessere Planung Pensionslasten für finanziell neutrale Entscheidungen zwischen Verbeamtung/Angestelltenverhältnis. 

 

Aber die Selbstständigen-Einbeziehung in die DRV nach Stichtag ist natürlich hart. Da sollte zumindestest Abstand genommen werden, wenn jemand regelmäßige anderweitige Vorsorge nachweisen kann. Sonst wird Rürup entwertet. 

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Caveman8
vor einer Stunde von HalloAktie:

Aber die Selbstständigen-Einbeziehung in die DRV nach Stichtag ist natürlich hart. Da sollte zumindestest Abstand genommen werden, wenn jemand regelmäßige anderweitige Vorsorge nachweisen kann. Sonst wird Rürup entwertet. 

Ne, das ist m.E. schon sinnvoll. Eine Rürup kann man ja auch Beitragsfrei stellen. Was meinst du, wie viele Menschen irgendwo Teilzeit für die Versicherungen angestellt und nebenher selbstständig (bzw. Gewerbetreibender) sind? 

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Demim
vor 3 Stunden von HalloAktie:

Der härteste Punkt dürfte Abschaffung der abschlagsfreien Rente mit 63 sein

Da wird in der Presse zwar drauf rumgekaut. Aber der letzte Jahrgang, der abschlagsfrei mit 63 nach 45 Beitragsjahren gehen konnte, war 1952.

 

Empfehlung 6

Die Kommission empfiehlt, den abschlagsfreien Renteneintritt für besonders langjährig Versicherte abzuschaffen.

 

Das sollte dann in den kommenden Jahren die abschlagsfreie Rente mit 65 nach 45 Beitragsjahren betreffen.

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timk
vor 11 Minuten von Demim:

Da wird in der Presse zwar drauf rumgekaut. Aber der letzte Jahrgang, der abschlagsfrei mit 63 nach 45 Beitragsjahren gehen konnte, war 1952.

 

 

Wenn man sich die Vorschläge ansieht, dann scheint so gut wie nichts wirtschaftlich hergeleitet zu sein, sondern rein ideologisch getrieben.

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satgar
vor 4 Minuten von timk:

ideologisch

Welche?

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HalloAktie
· bearbeitet von HalloAktie

Ich finde die Vorschläge schon sinnvoll und auch recht maßvoll. Wenn das die Löcher schließen sollte, können sie das gerne machen. 

Nur die Selbstständigkeit würde ich nicht noch schwieriger und unattraktiver machen. Da muss man vorsichtig sein.

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Sapine
· bearbeitet von Sapine

Insbesondere die ersten Empfehlungen sind derart vage, dass die Regierung sich erfolgreich wird rauswinden können. Insgesamt finde ich eine Menge guter Vorschläge darin. Es bleiben weiterhin Zweifel, dass das ausreichen wird.

 

Bisher hier noch nicht angesprochen

Zitat

Empfehlung 13
Die Kommission empfiehlt, die Altersgrenze für die Inanspruchnahme von Altersteilzeit von derzeit 55 Jahren auf 58 Jahre anzuheben und künftig an die Regelaltersgrenze zu koppeln.
Altersteilzeit im Blockmodell soll nicht mehr länger möglich sein.

Die 17 wird dem Finanzminister auch nicht schmecken. Mehr Transparenz bei den bisher Bundeszuschüsse genannten Zahlungen, die zukünftig Bundesanteil heißen sollen. 

Zitat

Empfehlung 17
Die Kommission empfiehlt, eine nachvollziehbare Systematisierung und transparente Darstellung von Leistungen der GRV, für die keine Beiträge entrichtet wurden (= nicht beitragsgedeckte Leistungen), weiterhin sicherzustellen.
Die Kommission empfiehlt klar abzugrenzen und in der Höhe zu prüfen, welche der nicht beitragsgedeckten Leistungen innerhalb der Versichertengemeinschaft der GRV zu tragen sind.
Leistungen, die eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe erfüllen, sind perspektivisch vollständig über Bundesmittel zu erstatten. Eine Begrenzung von Bundesmitteln wird von der Kommission nicht befürwortet. Es wird empfohlen, die Bundesmittel zukünftig als „Bundesanteil“ statt als „Bundeszuschüsse“ zu bezeichnen.

Es soll übrigens nicht nur den Minijobs an den Kragen gehen sondern auch der gesonderten Berechnung der beitragspflichtigen Einnahmen im sog. Übergangsbereich (Midijobs)

 

Das klingt auch vernünftig und löst ein Problem von Merz: 

Zitat

Empfehlung 31
Die Kommission empfiehlt, die Ausgestaltung der Frühstart-Rente mit der
gesetzlichen Kapitalrente zu verzahnen, um Synergien und besonders lange
Ansparzeiten zu ermöglichen. Doppelstrukturen sollten vermieden werden.

Das Thema betriebliche Altersvorsorge wurde ausgegliedert und muss getrennt bearbeitet werden mit dem Ziel, diese Säule für alle zu stärken. 

 

Zum Thema Witwen/Witwerrente konnte ich nichts finden, dachte das wäre auch drin. 

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HalloAktie
vor 2 Stunden von Caveman8:

Ne, das ist m.E. schon sinnvoll. Eine Rürup kann man ja auch Beitragsfrei stellen. Was meinst du, wie viele Menschen irgendwo Teilzeit für die Versicherungen angestellt und nebenher selbstständig (bzw. Gewerbetreibender) sind? 

Das machen die aber teilweise auch in Teilzeit, weil sie sich volle Beiträge (KV und) DRV nicht leisten können oder das Risiko zu hoch ist, wenn du bei Null anfängst und schon im ersten Monat bei den Sozialversicherungen im Minus bist. Das ist zu hart geregelt für Vollzeit-Selbstständige außerhalb der Künstlersozialkasse. 

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satgar
vor 23 Minuten von HalloAktie:

Das machen die aber teilweise auch in Teilzeit, weil sie sich volle Beiträge (KV und) DRV nicht leisten können oder das Risiko zu hoch ist, wenn du bei Null anfängst und schon im ersten Monat bei den Sozialversicherungen im Minus bist. Das ist zu hart geregelt für Vollzeit-Selbstständige außerhalb der Künstlersozialkasse. 

Versteh das Problem total. Nur manche davon finden den Absprung zu richtiger "Absicherung/Altersvorsorge" nie und bleiben in genau diesem Modell verhaftet. Und sind dann später diese armen Soloselbständigen.

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chirlu
vor 30 Minuten von Sapine:

Zum Thema Witwen/Witwerrente konnte ich nichts finden, dachte das wäre auch drin.

 

Sehr vage in Empfehlung 11: „Die Kommission empfiehlt, Reformoptionen zu prüfen, welche die Hinterbliebenenversorgung an die geänderten gesellschaftlichen Normen und Rahmenbedingungen anpassen.“

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stagflation
vor 4 Stunden von timk:

Wenn man sich die Vorschläge ansieht, dann scheint so gut wie nichts wirtschaftlich hergeleitet zu sein

 

Den Eindruck habe ich auch. Ich hätte viel mehr Rechnungen, Simulationen und mathematische Begründungen erwartet.

 

Aber vielleicht kommt das alles noch in dem Teil, der erst morgen veröffentlicht werden soll.

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magicw
vor 5 Stunden von stagflation:

Aber vielleicht kommt das alles noch in dem Teil, der erst morgen veröffentlicht werden soll.

Das glaube ich nicht. Einer der sich mit den jetzt schon bekannten Details auseinandersgesetzt hat fasst wie folgt zusammen: 

Zitat

Insgesamt also der perfekte Sturm.

  • Kaufkraft der Selbständigen abziehen, um den Bundeszuschuss zur Rente nicht anheben zu müssen.
  • Lebensarbeitszeit verlängern, obwohl der Arbeitsmarkt gerade in Folge der Deindustrialisierung in immer größere Schieflage gerät.
  • Liquidität aus der Sphäre der Realwirtschaft abziehen und in einem Staatsfonds bunkern.

 

 

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Sapine

Würdest Du bitte die Quelle des Wissenden mit angeben @magicw

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JamesBond
vor 6 Stunden von stagflation:

 

Den Eindruck habe ich auch. Ich hätte viel mehr Rechnungen, Simulationen und mathematische Begründungen erwartet.

 

Aber vielleicht kommt das alles noch in dem Teil, der erst morgen veröffentlicht werden soll.

Das Handelsblatt berichtet von einem 76 Seiten langen Bericht der Rentenkomission. Da wird es doch einige Details mehr geben. 

Auf der anderen Seite habe ich den Eindruck, dass gar nicht alles zum jetzigen Zeitpunkt so detailliert veröffentlicht werden soll, so dass man das in Ruhe ausdiskutieren kann und Gestzesentwürfe erstellen kann.  Wir werden sehen. 

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odensee
vor 1 Stunde von magicw:

Kaufkraft der Selbständigen abziehen, um den Bundeszuschuss zur Rente nicht anheben zu müssen.

Die haben dann später mehr Kaufkraft, wenn sie eine Rente beziehen. Man hört immer wieder von ehemaligen Selbständigen, die an der Armutsgrenze leben. Ich kenne zwei von der Sorte. 

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supertobs

Freiwillige Zuzahlung in den persönlichen GRV-Kapitalstock wäre toll. Dann braucht es eigentlich das Parallelsystem AVD nicht.

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Sapine
· bearbeitet von Sapine
vor 7 Minuten von supertobs:

Freiwillige Zuzahlung in den persönlichen GRV-Kapitalstock wäre toll. Dann braucht es eigentlich das Parallelsystem AVD nicht.

Wäre auch eine tolle Option für die bAV. Beim AVD wäre es die Lösung für den staatlichen Standardfall. Die Möglichkeit statt dessen selbst ein Depot zu managen finde ich aber auch ganz ok. 

 

Würde mich allerdings wundern, wenn die Lobby das ohne Widerstand durchlässt. 

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supertobs
· bearbeitet von supertobs

Ja, die bAV in den GRV-Kapitalstock einzahlen zu lassen (Arbeitgeber, eigene Gehaltsumwandlung) wäre ein Träumchen. Reduktion der Komplexität ist gerade für die nicht so Kapitalmarktaffinen wichtig. A la, "was habe ich schon?", ein Blick online in GRV mit zwei Teilwerten.

Angeblich "Haftungsregeln", die dagegen sprechen schon bAV in das AVD zu integrieren. Kein Mut zur Einfachheit zu sehen.

Vielleicht kommt das ja noch in 10 Jahren oder so.

 

Würde gerne meine bAV-Splitter und Teilmengen in Selbstkontrolle und an einen Ort transferieren.

 

vor 11 Minuten von Sapine:

Die Möglichkeit statt dessen selbst ein Depot zu managen finde ich aber auch ganz ok. 

Das sollte es ja auch nach der Kommission geben, eine staatliche Standardlösung (Ziel TER 0,1%) aber auch Auswahl "aus über 1000 zertifizierten Produkten". Kann man also etwas eingreifen.

 

Ich hoffe sehr das das alles nun so umgesetzt wird und nicht in unserer Aufregungsgesellschaft nieder gemacht (Aktien = böse). 20 Jahre zu spät, aber nun endlich zum greifen nahe.

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Schwachzocker

Bereits der zweite Satz im Vorwort hat es in sich:

 

Zitat

Dieser demografische Wandel lässt sich allenfalls gestalten, aber nicht durch Reformen aus der Welt schaffen.

:'(

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ohnePeil

Teilweise sind die Vorschläge gar nicht so daneben.

Die Frage ist, wie schnell das umgesetzt wird, man muss ja doch umplanen. 


Wenn die Minijob-Regelungen wegfallen, dann werden auch die meisten dieser Jobs wegfallen. Wenn man die vollen Abgaben darauf zahlen muss, dann rentiert sich das weder für den AG noch für den AN und der ganze Verwaltungsaufwand wird auch höher.

 

Wenn das früheste Alter für die Rente mit Abschlägen ein Jahr+x hochgesetzt und die abschlagfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren abgeschafft wird, dann werden alle, die bereits Altersteilzeit unterschrieben haben, mit 63 bei der Bundeagentur für Arbeit aufschlagen... und etliche andere auch.

 

Unklar ist, was mit der Hinterbliebenenrente passieren wird. Aber ich schätze es wird noch etwas dauern bis sich da was tut, es ist auch ein heikles Thema...

 

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Sapine
· bearbeitet von Sapine
vor 1 Stunde von ohnePeil:

Wenn die Minijob-Regelungen wegfallen, dann werden auch die meisten dieser Jobs wegfallen.

Davon bin ich nicht überzeugt. Solange es noch keine Roboter gibt, die beispielsweise Regale im Supermarkt einzuräumen, wird man zukünftig Kräfte in Teilzeit beschäftigen statt dessen. Ich kenne eine Reihe von meist Frauen, die neben einer Teilzeittätigkeit noch einem Minijob nachgehen, ganz zu schweigen von Schwarzarbeit.

Zitat

Wenn man die vollen Abgaben darauf zahlen muss, dann rentiert sich das weder für den AG noch für den AN und der ganze Verwaltungsaufwand wird auch höher.

Es wird sich ganz entschieden für die Sozialkassen rechnen. Insofern kommt hier durch die Hintertür auch eine Entlastung für KV und PV. Der Verwaltungsaufwand ist dagegen insbesondere im Privatbereich echt ätzend. Aber vielleicht kann sich mal jemand dieses Bürokratiemonster vornehmen. Warum muss das so kompliziert sein?

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ohnePeil

Ich denke diese ganzen Putzjobs etc. werden dann über irgendwelche Agenturen laufen.

Schlecht für den AG, der dann mehr zahlen muss, schlecht für den AN, der weniger bekommt, natürlich super für die Agentur.

Dann überlegt man sich natürlich, ob man das nicht doch selber macht. Das war zumindest meine Reaktion auf diverse Preissteigerungen, man wird zum Alleskönner.

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