Jump to content
petz00711

Fair Value Calculator

Recommended Posts

petz00711
Posted
vor 1 Stunde von reko:

Zuerst suche ich mir eine erfolgversprechende Branche. Insbesonde versuche ich mir eine Meinung zum langfristigen Demand/Supply zu bilden. Wenn ich der Meinung bin, dass die Branche sich in einen zyklischen Tief befindet und ich aus fundamentaler Sicht  eine Erholung erwarte, dann suche ich mir mittels Kennzahlen 3..5 aussichtsreiche Aktien und vergleiche deren Situation im Detail mit den Branchenführer.

 

beware-the-bangladeshi-butter-bias

Danke für deinen Einblick! Dabei kann die Branchenübersicht mit dem Multiples-Vergleich in der Aktienunterseite hilfreich sein. Hier könnte man andenken auch die Branchenbesten auszuwählen um es mit diesen Kennzahlen weiter zu vergleichen. Welche Kennzahlen bräuchtest du zusätzlich, dass es für dich nützlich ist? Wie erkennst du ein zyklisches Tief? 

 

Haha danke für den Link! Ja natürlich kann es auch ein menschlicher BIAS sein - sollte der Arzt mich auffordern meine persönlichen Angelegenheiten zu regeln werde ich an diesen Thread denken und meine Lifetime Performance verkünden und hoffe dabei, dass ein zufriedenstellender Umfang der Stichprobe (n Jahre) dabei rauskommt um mehr Evidenz zu gewährleisten :huh::D.

 

"So, when looking at a model, ask yourself: Does it intuitively make sense?"

 

Ich kann nur mein Bestes versuchen es möglichst objektiv durchführen und für mich kann ich den Zusammenhang ja plausibel erklären. Die verwendeten Kennzahlen zeigen die größte Korrelation zum Aktienpreis und dessen Entwicklung und sind entsprechend ihrer Korrelation in der Formel gewichtet. Und wenn diese Kennzahlen ungewöhnlich hoch sind (und alle positiv) entsteht ein hoher Fair Value. Wenn der Wert deutlich höher ist als der Preis kann die Aktie aufholen. Klingt für mich plausibel. Für dich nicht?  

 

"Value investing works.

Meanwhile, various momentum and trend-following strategies have also been proven to outperform over time. So, it stands to reason that combining value and momentum would lead to solid results. I can’t guarantee that the future live results will live up to the backtest. You know the drill: Past performance is no guarantee of future results. But I’m betting it generates better returns than a Bangladeshi-butter-based market timing model."
 

-> Bin ich einverstanden. Danke Reko!

 

vor 1 Stunde von dev:

Ich glaube das es nicht stimmen wird, denn im ersten 3/4 Jahr 2019 hatte Sixt einen Gewinn je Aktie von 4.11 (https://www.ariva.de/sixt_st-aktie/bilanz-guv bzw. Q3 Bericht), d.h. es müsste im letzten Quartal fast 10 EUR/Aktie Gewinn erwirtschaftet werden.

 

Wie kann dann boerse.de überhaupt ein 19er EPS ausweisen, wenn Q4 erst (am 30.April wenn ich richtig lese) veröffentlicht wird? Wie gesagt arbeitet der Fair Value Calculator mit dem Durchschnitt des EPS der letzten Jahre. Die Haltedauer der Fair Value Aktien sollte daher auch über mehrere Jahre sein, wodurch einzelne Quartal (noch) nicht berücksichtigt werden. Es ist eine Jährliche Abrechnung. Wäre schön wenn das noch aktueller geht. Ist notiert. Da das Gewinnwachstum mit ein Faktor ist und dieses hoch ist trägt das sicher zum hohen Fair Value bei. Die Frage also: Ist der langjährige Trend des Gewinnwachstums aussagekräftiger oder ein schlechtes Quartal?

 

vor einer Stunde von Toni:

Danke @petz00711, ich habe es mal ausprobiert und einige mir von den fundamentalen Daten her sehr bekannte Unternehmen eingegeben (...)

 

Ich kann mit den Werten der Spalte Fairvalue wirklich nichts anfangen....kann mir das mal jemand erklären?

Die meisten Werte erscheinen mir unrealistisch....

 

Der faire Wert der Facebook-Aktie soll 175% höher liegen als der aktuelle Kurs, oder was soll ich daraus lesen?

Apple scheint ja exakt auf dem fairen Wert zu liegen zur Zeit....Zufall???

 

 

 

Danke Toni, das freut mich besonders, dass du dich weiter an der Diskussion beteiligst! :thumbsup: 

 

Ja das hast du richtig verstanden. Facebook weist ein deutlich höheres Wachstum auf, als Apple. Auch die EBIT Marge ist höher. Der Buchwert je Aktie ebenfalls. Das führt dazu, dass der Fair Value von Facebook höher ist, als der von Apple. Ist ja auch plausibel, dass das Unternehmen mit besseren Zahlen einen höheren Fair Value hat oder? (Apple war in der Datenbank lange als unterbewertet eingestuft und hat jetzt den wahren Wert gerade erreicht. Also kein Zufall, dass der Wert erreicht wurde, aber Zufall, dass du genau jetzt die Aktie betrachtest.) 

 

Bei den Anderen im Bild bedeutet dass nicht, dass die anderen sicher fallen werden, sondern diese Aktien entsprechen einfach nicht der Fair Value Strategie. Zum Beispiel sollte man nicht auf fallende Kurse setzen, da der Fair Value konservativ eingestellt ist. Also ein dickes Margin of Safety eingebaut hat. Wenn der Wert also dennoch höher ist ist es außerordentlich gut. 

 

vor einer Stunde von Toni:

 

Charter und Verint kann das Tool IMO gar nicht berechnen, da Verint ein negatives KGV hat und Charter mir

gängigen KGV-basierten Methoden nicht bewertet werden kann...wie soll das Tool damit umgehen?

Genauso Amazon....Accenture soll einen fairen Wert haben, der 74% unter dem aktuellen Kurs liegt?!?!?

 

Fazit: Ich weiss nicht, was ich von dem Tool halten soll.....

 

 

Bei negativen Werten kann kein Fair Value berechnet werden. Man könnte im manuellen Rechner einige Zahlen selbst schätzen oder einige Kennzahlen mit 1 eingeben statt dem negativen Wert um eine annähernde Bewertung zu erhalten. Mathematisch ist das (noch) nicht möglich. Jeder Wert muss positiv sein und am besten mindestens 1 betragen. 

 

Amazon ist extrem überbewertet/ teuer. Siehst du das anders? Auch bei Accenture scheinen die Kennzahlen einfach zu niedrig zu sein. Wobei die neuesten Zahlen den Fair Value sicher steigen lassen wird. Zu beachten, dass bei den negativen, das Margin of Safety mit drin im Fair Value steckt. Aber prinzipiell steht die Aussage: Negativer oder kein Fair Value = Kein Investment. Fair Value wie Facebook oder Novo Nordisk = Investment.

 

Wenn du bereits von deinen Aktien eine genaue Vorstellung hast und das manuell mit deinem Know How analysiert hast - wirst du nicht viel mit dem Calculator anfangen können. Aber versuch mal den Screener aus und lass dir Smallcaps aus den USA auflisten! Da findest du automatisch 63 unterbewertete Aktien die hervorragende Kennzahlen aufweisen, von denen ich noch nie was gehört habe. Hier kann man die wahren Schnäppchen finden. Du könntest dann vielleicht auf eine Aktie stoßen die auch nach deiner Methode noch vielversprechender aussieht. 

 

Die weiteren Antworten folgen, danke für die rege Diskussion!

 

Share this post


Link to post
dev
Posted · Edited by dev
vor 14 Minuten von petz00711:

Wie kann dann boerse.de überhaupt ein 19er EPS ausweisen, wenn Q4 erst (am 30.April wenn ich richtig lese) veröffentlicht wird? Wie gesagt arbeitet der Fair Value Calculator mit dem Durchschnitt des EPS der letzten Jahre. Die Haltedauer der Fair Value Aktien sollte daher auch über mehrere Jahre sein, wodurch einzelne Quartal (noch) nicht berücksichtigt werden. Es ist eine Jährliche Abrechnung. Wäre schön wenn das noch aktueller geht. Ist notiert. Da das Gewinnwachstum mit ein Faktor ist und dieses hoch ist trägt das sicher zum hohen Fair Value bei. Die Frage also: Ist der langjährige Trend des Gewinnwachstums aussagekräftiger oder ein schlechtes Quartal?

Da ist ein schlechter Schätzer oder dummer Algorithmus am Werk. Normalerweise sind die geschätzten Werte gekennzeichnet.

( bei Ariva hab ich auch schon falsche Vergangenheitswerte gefunden )

 

Aber auch den Wert von 2018 kannst du nicht ohne Korrektur übernehmen, denn ~4 EUR stammen von einen einmaligen Sondereffekt.

Somit dürfte das Wachstum bis 2018 um einiges niedriger sein als du in deiner Kalkulation berechnest.

 

Du solltest also auch schauen das du mit korrekten Zahlen ( am besten aus den Berichten der AGs ) rechnest, denn die beste Formel nutzt nichts, wenn die genutzten Berechnungsgrundwerte teilweise falsch sind.

Share this post


Link to post
petz00711
Posted · Edited by petz00711
vor 2 Stunden von Marfir:

Am einfachsten wäre es die Zykliker an der Branche fest zu machen. Dabei könnten zwar auch ein paar unschuldige Firmen in Sippenhaft geraten, aber dass sollte nicht weiter tragisch sein bzw. besser als umgekehrt. Wenn du die Branchen hast, dann könnte man zusätzlich danach suchen, als Alternative zum Land. Das wäre hilfreich wenn man sich gerade mit einer Branche befasst. Dann könnte man schnell alle Wettbewerber finden.

 

Leider kann ich die Aktien noch nicht einer Branche zuordnen, was auch der Grund ist, warum man die Branche manuell auswählen muss in der Aktienunterseite. Die Funktion mir dem Durchschnitt der Branche zu vergleichen gibt es ja bereits. Du musst dazu die Branche rechts der Kennzahlen auswählen und erhältst den Durchschnitt zur Branche. Das heißt ich hab von vielen die Branche, aber zum Beispiel nicht bei exotischen Small Caps.. 

 

vor 2 Stunden von Marfir:

Soweit ich weis versuchen Momentum-Spieler kurzfristige Effekte auszunutzen. Der fair value calculator hatte aber den Anschein eines buy&hold Ansatzes. Hier versuchst du zwei konträre Konzepte zu vermischen - kurz und langfristige Betrachtungen/Effekte sowie Glücksspiel und Fundamentalanalyse.

"Verlierer" nachkaufen senkt den Einstandskurs und führt zu besseren Ergebnissen als panische Verkäufe sobald man etwas im Minus steht. Bei letzterem verdient nur der Broker.

Dir scheint der Unterschied von Preis und Wert nach wie vor unklar zu sein "Der Fair Value ist der zukünftig erreichbare Preis und der zukünftige Preis wird scheinbar von der vergangenen Performance" ist unsinnig. Dann nenn es doch "fair price" wenn es dir doch nur um Preise geht und du dafür den Sinn der Fundamentaldaten opferst.

 

 

Momentum kann auch über mehrere Jahre betrachtet werden. Ich versuche eigentlich drei funktionierende Konzepte zu vermischen: Value, Growth und Momentum. Sogar charttechnische Signale werden bald einfließen, die dem User angeben sollen ob es momentan günstig ist einzusteigen oder vielleicht man noch einmal abwarten soll. Mit Fair Price Calculator wäre ich auch einverstanden, ich glaube es ist klar was gemeint ist.

 

vor 2 Stunden von Marfir:

 

Wenn eine Branche unter massivem Gegenwind leidet, die Kurse sich mehrfach halbiert haben und alle abraten dort zu investieren, dann ist das ein interessanter Indikator genau dort nach unterbewerteten Firmen zu suchen. Das widerspricht natürlich deiner favorisierten Momentum-Strategie. Tatsache ist aber, dass es in solchen Situationen einige Firmen mit handhabbaren Schulden gibt, die massiv unter Buchwert notieren (nachdem schon viel abgeschrieben wurde). Firmen die niemand haben will und genau deshalb eine starke Erholung erst noch vor sich haben. Es gibt auch Studien dazu dass low P/E und low P/B historisch zu einer überperformance gegenüber dem Durchschnitt geführt hat.

Natürlich sind das keine buy&hold Aktien...

 

 

 

Die Aktie würde einen Abschlag von maximal 20% erhalten, wenn sich der Kurs mehrfach halbiert hat. Ist die fundamentale Lage dennoch so ausgezeichnet, dass der Fair Value immer noch höher ist als der Preis und das trotz der Margin of Safety dann findest du ja trotzdem deine Aktien. Zusätzlich kannst du diese Aktie mit einem Klick in deiner Branche vergleichen und Multiples vergleichen. Der Verschuldungsgrad wird auch angezeigt wodurch du auf einen Blick auch Turnarround Aktien finden kannst, die du ja scheinbar sehen willst.

 

Ein niedriges Kurs Buchwert Verhältnis bringt laut Studien keine Überrendite. Ein KBV von unter 1 gibt nur Auskunft darüber, dass etwas im Unternehmen nicht stimmt und ein sehr hohes KBV, dass die Anleger sehr zuversichtlich sind. In meinen Tests mit der Datenbank war ein hohes KBV von höheren Renditen gefolgt. Was meines Achtens auch mit dem Momentum Effekt zu tun hat ;) In der Formel findet der Buchwert je Aktie Anwendung. 

 

vor 2 Stunden von Marfir:

 

Natürlich kann dein tool nichts dafür, dass der Markt schon zu gut gelaufen ist. Aber Cardinal Health +154%? Cat +118% Broadcom +238%? Albemarle +189%, L Brands +84%, Turnaround Wette Mednax +62%, Taylor Morrison +76%, W&T Offshore +345%, BMW & Conti usw. sind jetzt schon recht problematische Kandidaten für ein Portfolio. Bei der Detailsuche kann man leider nur fertige Schalter wählen aber keine selbst definierten Werte, wie z. B. Verschuldungsgrad.

 

Wie kommt es eigentlich dass bei Firmen eine Dividende angezeigt wird, obwohl diese keine zahlen? Bspw. https://my.fairvalue-data.com/share/alaska-communications-systems-group-inc/2f26669c-bddc-11e8-b4bc-d43d7edb013a

hat laut Geschäftsberichten von 2017 bis heute keine Dividende gezahlt aber der fair value calculator zeigt 7,7% an!

 

Leg doch die von dir genannten Aktien in ein Depot (Musterdepot Finanzen zum Beispiel) und schau einfach mal was passiert.

 

Ja so Schieber wären natürlich schön wie bei anderen Aktienscreener. Ui danke, da ist ein Fehler mit der Dividende ist notiert! 

 

Vielen Dank für deine Inputs! 

Share this post


Link to post
petz00711
Posted
vor 13 Minuten von dev:

Da ist ein schlechter Schätzer oder dummer Algorithmus am Werk. Normalerweise sind die geschätzten Werte gekennzeichnet.

( bei Ariva hab ich auch schon falsche Vergangenheitswerte gefunden )

 

Aber auch den Wert von 2018 kannst du nicht ohne Korrektur übernehmen, denn ~4 EUR stammen von einen einmaligen Sondereffekt.

Somit dürfte das Wachstum bis 2018 um einiges niedriger sein als du in deiner Kalkulation berechnest.

 

Du solltest also auch schauen das du mit korrekten Zahlen ( am besten aus den Berichten der AGs ) rechnest, denn die beste Formel nutzt nichts, wenn die genutzten Berechnungsgrundwerte teilweise falsch sind.

 

Natürlich die sauberen Daten sind bei 12000 Aktien natürlich eine extrem schwierige Angelegenheit. Um das EPS und Gewinnwachstum zu glätten wird eben auch das Cashflow und Cashflow Wachstum und der Umsatz und das Umsatzwachstum und und und bewertet. Natürlich auch um Fehler zu glätten.

 

Ich kann nur sagen dass das Wachstum von EPS, CF und Umsatz der letzten 4-5 Jahre berechnet wird und in der Formel verwendet wird. Angenommen das EPS aus einem Jahr ist falsch, dann habe ich 7 Kennzahlen mit je 5 Werten weiter einfließen. Versuch mal im manuellen Rechner das Gewinnwachstum zu halbieren. Das verändert den Fair Value nur geringfügig. 

 

Aber natürlich - selbst im manuellen Rechner noch einmal alle Werte einzugeben wenn man sich dann wirklich für ein paar Aktien interessiert ist ja kein Stress. Aber die Basis für das Auflisten der 12000 Aktien kann man eben nicht manuell machen. 

 

Lieben Gruß und danke! 

Share this post


Link to post
petz00711
Posted · Edited by petz00711
vor 59 Minuten von Marfir:

@reko

Apache hat lt. fair value calculator einen Wert von -94% :D

 

Apache ist eine 1 Stern Aktie -> Fair Value nur wenig aussagekräftig. Man sollte sich auf 3 Stern Aktien konzentrieren. Dass der Fair Value der 1 Stern Aktien noch besser geht ist klar. Hier stellt vor allem ein negativer Ausreißer Probleme dar. Steht auf der Liste.

 

P.S.: Margin of Safety ist da auch noch dabei vielleicht sollt ich das noch irgendwie abziehen oder separat darstellen.

Share this post


Link to post
Marfir
Posted
vor 46 Minuten von petz00711:

Ein niedriges Kurs Buchwert Verhältnis bringt laut Studien keine Überrendite. Ein KBV von unter 1 gibt nur Auskunft darüber, dass etwas im Unternehmen nicht stimmt und ein sehr hohes KBV, dass die Anleger sehr zuversichtlich sind. In meinen Tests mit der Datenbank war ein hohes KBV von höheren Renditen gefolgt. Was meines Achtens auch mit dem Momentum Effekt zu tun hat ;) In der Formel findet der Buchwert je Aktie Anwendung. 

Wenn man nur die letzten 10-20 Jahre betrachtet könnte das z.T. hin kommen. Historisch betrachtet fanden zahlreiche Investoren von Graham bis heute eine Überperformance bei low p/b, siehe auch https://en.wikipedia.org/wiki/P/B_ratio

Das hat nichts mit Momentum zu tun, dass hohe KBV derzeit gut laufen. Sondern mit dem Aufkommen von immer mehr immateriellen Geschäftsmodellen (die nun auch eher zu Börsenlieblingen werden als Firmen aus the old economy). Für bestimmte Branchen ist der Buchwert bei der Bewertung irrelevant. Bei Kapital-intensiven Geschäftsmodellen dagegen schon. Hat Moody's deshalb einen fair value von -58% weil das EK & KBV negativ ist?

Niemand bei Verstand würde für eine Salzgitter (fair value +276%) das 10x KBV bezahlen. Aber für irgend einen Biotech oder IT Konzern bezahlt man gern ein vielfaches. Wenn die Profitabilität und Verschuldung stimmt, ist das ok. Gerade 2000-2002 hat aber gezeigt das zuweilen für Mr. Market die Fundamentaldaten egal sind. Hauptsache die Umsätze und der Aktienkurs ist gestiegen.

 

Anstatt ein Musterdepot mit hoch riskanten Wetten zu eröffnen, die ich eh niemals kaufen würde, würde ich lieber echte unterbewertete Titel finden. Bisher konnte ich noch keinen ausmachen, außer vielleicht Porsche Holding.

Share this post


Link to post
Marfir
Posted

@petz00711

Noch mal zum Thema Risiko. Wenn es zwei identische Firmen gäbe, mit dem einzigen Unterschied das Firma B doppelt so hoch verschuldet ist wie Firma A. Dann wird Mr. Market Firma B niedriger bewerten als Firma A. Ein seriöser Investor würde für das höhere Risiko auch eine höhere Prämie fordern. Es macht daher keinen Sinn stur mit Gewinn/OCF zu rechnen und dann sehr hohe "fair values" auszugeben. Zahlreiche Beispiele hatte ich schon oben genannt, aber bei AMC Networks fiel mir das gerade noch mal auf (wird mit +153% angegeben).

Share this post


Link to post
Toni
Posted · Edited by Toni

Es scheint aber auch einige grosse Ausreisser zu geben, z.B.:

 

Bildschirmfoto 2020-01-05 um 17.44.35.jpg

 

:blink:

Share this post


Link to post
Marfir
Posted
vor 19 Minuten von Toni:

Es scheint aber auch einige grosse Ausreisser zu geben, z.B.:

 

Bildschirmfoto 2020-01-05 um 17.44.35.jpg  0   13 kB

 

:blink:

Wenn er noch die Chart-Analyse-Hokuspokus einbaut, dann bekommst du noch ein "strong buy" signal angezeigt. Das muss dich doch dann überzeugen? :D

Share this post


Link to post
Marfir
Posted · Edited by Marfir

Spannend ist auch das Novo Nordisk mit +128% angegeben wird, obwohl weder Wachstum noch Bewertung dies rechtfertigen würden. Dagegen ist zwar PayPal sportlich bewertet, wächst aber wenigstens auch sehr stark. Wird aber mit -80% angegeben. Also ein KGV von 7 für eine Firma die bei stetigen Gewinnen 15-20% p.a. wächst ist fair? Für eine andere Firma die mit 4% p.a. wächst ist ein KGV von 22 noch zu niedrig?

Das sind jetzt beides keine Zykliker. Da sollte sich mit KGV oder der DCF o.ä. doch nicht solche krassen Abweichungen ergeben.

Share this post


Link to post
Marfir
Posted

HEICO Corp. -99% warum auch immer, kein zykliker, starkes Wachstum & Margen :blink:

Share this post


Link to post
Mentalmarkt
Posted · Edited by Mentalmarkt

.

Share this post


Link to post
monopolyspieler
Posted

FastGraph sieht FairValue bei Apple um 300USD und Amazon bei 3200 USD.

Share this post


Link to post
Marfir
Posted
vor 3 Minuten von Mentalmarkt:

Ohne mich mit irgendwas näher beschäftigt zu haben: Verbindlichkeiten aus L+L, aus Finance Lease ggü. Nichtbanken/Leasinggeber, Rückstellungen für werweißwas ggü Nichtbanken, sonstiges langfristiges Fremd- und evtl. mezzanines Kapital von Nichtbanken, könnte das nicht die Erklärung sein?

 

(nicht dass das Tool insgesamt einen bugfreien Eindruck macht, schon klar)

Ja möglich. Ein bisschen Leasingverbind. sind vorhanden. Es wäre hilfreich wenn das im tooltip stehen würde was alles als indebtedness gezählt wird.

Share this post


Link to post
petz00711
Posted
vor 3 Stunden von Marfir:

Wenn man nur die letzten 10-20 Jahre betrachtet könnte das z.T. hin kommen. Historisch betrachtet fanden zahlreiche Investoren von Graham bis heute eine Überperformance bei low p/b, siehe auch https://en.wikipedia.org/wiki/P/B_ratio

Das hat nichts mit Momentum zu tun, dass hohe KBV derzeit gut laufen. Sondern mit dem Aufkommen von immer mehr immateriellen Geschäftsmodellen (die nun auch eher zu Börsenlieblingen werden als Firmen aus the old economy). Für bestimmte Branchen ist der Buchwert bei der Bewertung irrelevant. Bei Kapital-intensiven Geschäftsmodellen dagegen schon. Hat Moody's deshalb einen fair value von -58% weil das EK & KBV negativ ist?

Niemand bei Verstand würde für eine Salzgitter (fair value +276%) das 10x KBV bezahlen. Aber für irgend einen Biotech oder IT Konzern bezahlt man gern ein vielfaches. Wenn die Profitabilität und Verschuldung stimmt, ist das ok. Gerade 2000-2002 hat aber gezeigt das zuweilen für Mr. Market die Fundamentaldaten egal sind. Hauptsache die Umsätze und der Aktienkurs ist gestiegen.

 

Anstatt ein Musterdepot mit hoch riskanten Wetten zu eröffnen, die ich eh niemals kaufen würde, würde ich lieber echte unterbewertete Titel finden. Bisher konnte ich noch keinen ausmachen, außer vielleicht Porsche Holding.

 

KBV hervorragend erklärt, wie auch zuletzt das KGV auf der Seite davor. Weder KGV noch KBV werden im Fair Value Calculator verwendet. Nur die Kennzahlen, die auch im manuellen erweiterten Fair Value Calculator zur Anwendung kommen. :rolleyes: 

 

Salzgitter ist eine 1 Stern Bewertung. Wie zuletzt erwähnt würde ich euch bitten vorerst eher auf die 3 Stern Aktien ein Auge zu legen. 

 

vor 3 Stunden von Marfir:

@petz00711

Noch mal zum Thema Risiko. Wenn es zwei identische Firmen gäbe, mit dem einzigen Unterschied das Firma B doppelt so hoch verschuldet ist wie Firma A. Dann wird Mr. Market Firma B niedriger bewerten als Firma A. Ein seriöser Investor würde für das höhere Risiko auch eine höhere Prämie fordern. Es macht daher keinen Sinn stur mit Gewinn/OCF zu rechnen und dann sehr hohe "fair values" auszugeben. Zahlreiche Beispiele hatte ich schon oben genannt, aber bei AMC Networks fiel mir das gerade noch mal auf (wird mit +153% angegeben).

 

Danke Marfir, finde ich einen guten Einwand. Nur kann man die Verschuldung schwer "automatisieren". Oder kannst du eine allgemeine Regel für die Verschuldung bzw. eine allgemein gültige Aussage über die Verschuldung treffen? Sobald man einen allgemein gültigen Satz formulieren kann, kann man diesen auch automatisieren. Und mit jedem Nebensatz in diesem Satz wird es erfahrungsgemäß schwieriger es umzusetzen bzw. die Daten für 12000 Aktien zu bekommen. :D Verschuldung müsste man wieder mit Branchen vergleichen. Also dass man die Verschuldung in den Branchenvergleich packt und den Durchschnitt für die restlichen Branchen berechnet ist kein Stress. Die Verschuldung in den Fair Value zu packen denke ich schon, da das eben nicht allgemein gültig sein kann. Oder? 

 

vor einer Stunde von Toni:

Es scheint aber auch einige grosse Ausreisser zu geben, z.B.:

 

Bildschirmfoto 2020-01-05 um 17.44.35.jpg

 

:blink:

 

Durch die hohe Verschuldung von 2018 https://www.boerse.de/fundamental-analyse/Starbucks-Aktie/US8552441094 (Eigenkapital in Mio. USD: 1.170 und Fremdkapital: 24.156 entsteht eine Eigenkapitalrendite 386,34%.) Das ist in der Tat ein Ausreisser. Stimmen denn diese Werte? Wie kommen diese Werte zustande? Ich kann nur sagen, eine derart hohe Eigenkapitalrendite und die guten restlichen Kennzahlen triggern hier den Fairvalue entsprechend hoch. Für 2019 ist ein negatives Eigenkapital vermerkt. Bitte um Erklärung..?! Vielleicht würde es hier helfen ebenfalls den Durchschnitt für Eigenkapital und Fremdkapital zu berechnen um derartige Ausreißer in Zukunft zu vermeiden. (Auf die Verbesserungsliste hinzugefügt - Vielen Dank und Erklärung zum Eigenkapital höflichst erbeten.)

 

vor einer Stunde von Marfir:

Wenn er noch die Chart-Analyse-Hokuspokus einbaut, dann bekommst du noch ein "strong buy" signal angezeigt. Das muss dich doch dann überzeugen? :D

 

Ich würde dabei erst einmal mit dem GD 200 anfangen und und sobald die Aktie den GD 200 nach oben kreuzt einen grünen Pfeil einfügen. Das selbe umgekehrt. Aber die Liste füllt sich schon und ich werde erst neue Tools einbauen wenn die alten Punkte abgearbeitet sind. 

 

vor 53 Minuten von Marfir:

Spannend ist auch das Novo Nordisk mit +128% angegeben wird, obwohl weder Wachstum noch Bewertung dies rechtfertigen würden. Dagegen ist zwar PayPal sportlich bewertet, wächst aber wenigstens auch sehr stark. Wird aber mit -80% angegeben. Also ein KGV von 7 für eine Firma die bei stetigen Gewinnen 15-20% p.a. wächst ist fair? Für eine andere Firma die mit 4% p.a. wächst ist ein KGV von 22 noch zu niedrig?

Das sind jetzt beides keine Zykliker. Da sollte sich mit KGV oder der DCF o.ä. doch nicht solche krassen Abweichungen ergeben.

 

Novo Nordisk: Hohe Eigenkapitalrendite, hohe EBIT Marge. Hier finde ich den Fair Value passend. 

PayPal: Niedrige Eigenkapitalrendite, niedrige EBIT Marge.. Mit dem MOS eben niedriger als aktueller Preis.

 

vor 45 Minuten von Marfir:

HEICO Corp. -99% warum auch immer, kein zykliker, starkes Wachstum & Margen :blink:

 

Heico Corp -76% https://my.fairvalue-data.com/share/heico-corp/3eede9e8-bdd9-11e8-b4bc-d43d7edb013a wären die Kennzahlen so stark, wäre auch der Fair Value höher.. 

 

Danke für deine Tests! 

Share this post


Link to post
reko
Posted
vor 10 Minuten von petz00711:

Weder KGV noch KBV werden im Fair Value Calculator verwendet. Nur die Kennzahlen, die auch im manuellen erweiterten Fair Value Calculator zur Anwendung kommen. 

 

Da mit Gewinn und Buchwert ein Zielkurs berechnet wird, ist implizit schon ein Ziel KGV, KBV beteiligt.

Share this post


Link to post
petz00711
Posted · Edited by petz00711
vor 51 Minuten von Marfir:

@petz00711

Noch ein bug, bei https://my.fairvalue-data.com/share/national-presto-industries-incshs/5bd82659-bdea-11e8-b4bc-d43d7edb013a

wird Indebtedness mit 13% angegeben. Die Firma hat aber keine Bankverbindlichkeiten. Absolut 0.

 

Danke, ja bei den 1 Stern ist leider die Datenlage zu lau, dass man eben die Genauigkeit 1 Stern erhält. Leider. Aber ich versuche mehrere Quellen zu bekommen die sich dann gegenseitig prüfen sollen. Leider ist das noch nicht im Budget möglich. Außer du kennst kostenlose APIs die bessere Daten liefern, mit denen ich abgleichen kann oder einen sehr kostengünstigen Datenlieferant, der sich auch auf kleine Projekte einlässt? 

 

vor 38 Minuten von Mentalmarkt:

Ohne mich mit irgendwas näher beschäftigt zu haben: Verbindlichkeiten aus L+L, aus Finance Lease ggü. Nichtbanken/Leasinggeber, Rückstellungen für werweißwas ggü Nichtbanken, sonstiges langfristiges Fremd- und evtl. mezzanines Kapital von Nichtbanken, könnte das nicht die Erklärung sein?

 

(nicht dass das Tool insgesamt einen bugfreien Eindruck macht, schon klar)

 

Danke Mentalmarkt, dass du dich in die Diskussion einbringst! Hier ist einfach der Datensatz falsch oder sehr reduziert weshalb es auch mit einem Stern gekennzeichnet ist. Die alle von dir genannten Arten von Verbindlichkeiten werden nicht unterschieden. Lediglich Eigenkapital und Fremdkapital wird in Bezug auf die Verschuldung herangezogen. Hälst du das für ein Problem, was könnte ich da besser machen? vielen Dank! 

 

vor 33 Minuten von monopolyspieler:

FastGraph sieht FairValue bei Apple um 300USD und Amazon bei 3200 USD.

 

So werden bei Fastgraphs laut Homepage die Fair Values ermittelt: https://www.fastgraphs.com/pdf/EarningsCalculations.pdf Auch auf dem Aktienfinder https://aktienfinder.net/aktienfinder-handbuch#DerFairValue werden ähnliche Formeln verwendet so weit ich das verstanden habe:

 

"Gewinnwachstum <= 5 %

Hier wird die sogenannte Graham Dot Formel zur Berechnung des Fair Value benutzt, wobei ein KGV von 8.5 als Untergrenze und als Obergrenze ein KGV von 15 definiert sind.

Gewinnwachstum > 5% und <=1 5%

Hier wird das KGV durch einen festen Multiplikator mit dem Wert 15 bestimmt. Dieser Wert entspricht einer Rendite von rund 6,7%, was wiederum der empirisch nachgewiesenen Durchschnittsrendite den SnP 500 entspricht.

Gewinnwachstum > 15%

Hier wird die sogenannte PEG-Formel (Price-Earnings-Growth-Formel) benutzt. Die Annahme ist, dass bei Unternehmen mit überdurchschnittlicher Gewinnsteigerung das faire KGV der Wachstumsrate des Unternehmens entspricht. Wächst der Gewinn des Unternehmens z.B. um 30 %, so liegt das faire KGV bei 30."

 

V*= EPS x (8.5+2g) und die oben genannten Formeln habt Ihr bereits am Anfang dieses Threads in der Urfassung kritisiert :D "Nur anhand von EPS und Umsatzwachstum ein Unternehmen zu analysieren ist unmöglich" so der Tenor. Daraus folgte eben diese Erweiterung am Rechner (erweiterter Rechner) die wir jetzt diskutieren. Vielleicht sollten wir in der Diskussion auch beachten, dass es Formelfehler gibt, die man im manuellen Rechner finden könnte und Datenfehler oder Bugs die wir im Dashboard finden können. Vielleicht kann der ein oder andere auch seine persönlichen Kennzahlen in den manuellen Rechner eingeben um die Daten zu verifizieren. Dafür wäre ich ebenfalls sehr dankbar!

 

vor 16 Minuten von reko:

 

Da mit Gewinn und Buchwert ein Zielkurs berechnet wird, ist implizit schon ein Ziel KGV, KBV beteiligt.

 

Der Gewinn und der Buchwert sind unabhängig vom aktuellen Kurs. Das KGV und KBV nicht? Der aktuelle Kurs wird in der Stammformel des erweiterten Rechner nicht verwendet. Erst danach wird der Kursverlauf betrachtet und ein Aufschlag/Abschlag gegenüber dem berechneten Fair Value ausgeführt. 

 

Erst wenn man den Fair Value mit dem derzeitigen Kurs vergleicht ist ein um 7 Kennzahlen verzerrtes KGV / KBV impliziert. Meiner Meinung nach. Lass mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen, danke! :thumbsup:

Share this post


Link to post
Mentalmarkt
Posted · Edited by Mentalmarkt

.

 

 

Share this post


Link to post
Marfir
Posted · Edited by Marfir
vor 1 Stunde von petz00711:

Danke Marfir, finde ich einen guten Einwand. Nur kann man die Verschuldung schwer "automatisieren". Oder kannst du eine allgemeine Regel für die Verschuldung bzw. eine allgemein gültige Aussage über die Verschuldung treffen? Sobald man einen allgemein gültigen Satz formulieren kann, kann man diesen auch automatisieren. Und mit jedem Nebensatz in diesem Satz wird es erfahrungsgemäß schwieriger es umzusetzen bzw. die Daten für 12000 Aktien zu bekommen. :D Verschuldung müsste man wieder mit Branchen vergleichen. Also dass man die Verschuldung in den Branchenvergleich packt und den Durchschnitt für die restlichen Branchen berechnet ist kein Stress. Die Verschuldung in den Fair Value zu packen denke ich schon, da das eben nicht allgemein gültig sein kann. Oder? 

 

Novo Nordisk: Hohe Eigenkapitalrendite, hohe EBIT Marge. Hier finde ich den Fair Value passend. 

PayPal: Niedrige Eigenkapitalrendite, niedrige EBIT Marge.. Mit dem MOS eben niedriger als aktueller Preis.

 

 

Heico Corp -76% https://my.fairvalue-data.com/share/heico-corp/3eede9e8-bdd9-11e8-b4bc-d43d7edb013a wären die Kennzahlen so stark, wäre auch der Fair Value höher..

Ich würde es noch weiter fassen. Man kann Firmenanalysen & -Bewertungen nur ganz schwer automatisieren. Es gibt 1000 gute Gründe wieso dieser Teil bisher nicht durch KI automatisiert werden konnte und vermutlich auch nie lückenlos automatisiert werden wird. Du bist nicht der erste der versucht mit einer Superformel (oder Zauberformel) den Markt zu outperformen. Falls es überhaupt funktionieren sollte, dann nur kurzzeitig, wie dir sicher selbst klar sein dürfte.

 

Bei Datenlieferanten kenne ich mich nicht aus. Aber yahoo finance hat dächte ich eine API und bietet ggf. auch Bilanzkennzahlen an. Nährungsweise kann man auch alle Verbindlichkeiten nehmen, was allerdings ungenau ist.

Graham hatte 3 verschiedene Kennzahlen was die Verschuldung angeht und wenn du das Büchlein Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse gelesen hättest, würdest du noch locker 7 weitere kennen.

Bevor du irgend etwas versuchst zu automatisieren und zu verkaufen, solltest du dir erst mal Grundlagen aneignen und selbst manuell Firmenbewertungen durchführen.

 

Nährungsweise würde es erst mal reichen OCF und debt ins Verhältnis zu setzen und den fair price ggf. nach unten hin anzupassen, je nach dem wie schlecht die Metrik ist. Dafür gibts aber keine Formel. Das schätzt jeder Investor selbst ab, wie viel Rabatt er auf den Kurs haben will, um das Risiko eines frühzeitigen defaults einzugehen.

 

Verstehe ich das richtig. Du programmierst die Webseite selbst? Mit welchen Technologien?

Share this post


Link to post
Maciej
Posted
vor 2 Stunden von petz00711:

Durch die hohe Verschuldung von 2018 https://www.boerse.de/fundamental-analyse/Starbucks-Aktie/US8552441094 (Eigenkapital in Mio. USD: 1.170 und Fremdkapital: 24.156 entsteht eine Eigenkapitalrendite 386,34%.) Das ist in der Tat ein Ausreisser. Stimmen denn diese Werte? Wie kommen diese Werte zustande? Ich kann nur sagen, eine derart hohe Eigenkapitalrendite und die guten restlichen Kennzahlen triggern hier den Fairvalue entsprechend hoch. Für 2019 ist ein negatives Eigenkapital vermerkt. Bitte um Erklärung..?! Vielleicht würde es hier helfen ebenfalls den Durchschnitt für Eigenkapital und Fremdkapital zu berechnen um derartige Ausreißer in Zukunft zu vermeiden. (Auf die Verbesserungsliste hinzugefügt - Vielen Dank und Erklärung zum Eigenkapital höflichst erbeten.)

Das ist ein bekanntes Problem, die Eigenkapitalrendite steigt bei normalen Umsätzen aber niedriger EK-Quote an. Ein Unternhemen kann also durch die Aufnahme von jeder Menge Fremkapital die EK-Rendite künstlich nach oben treiben. Ich würde nur auf Grundlage der EK-Rendite entsprechend keine Wertabschätzungen über ein Unternehmen machen. Besser ist es das ROCE hinzuzuziehen, bei dem das Fremdkapital in die Berechung mit einbezogen wird. Ich glaube, es gibt für das ROCE leicht unterschiedliche Berechnungsmethoden, für meine Analysen verwende ich ROCE = EBIT / (Eigenkapital + Fremdkapital - Umlaufvermögen).

Share this post


Link to post
petz00711
Posted
vor 10 Stunden von Marfir:

Ich würde es noch weiter fassen. Man kann Firmenanalysen & -Bewertungen nur ganz schwer automatisieren. Es gibt 1000 gute Gründe wieso dieser Teil bisher nicht durch KI automatisiert werden konnte und vermutlich auch nie lückenlos automatisiert werden wird. Du bist nicht der erste der versucht mit einer Superformel (oder Zauberformel) den Markt zu outperformen. Falls es überhaupt funktionieren sollte, dann nur kurzzeitig, wie dir sicher selbst klar sein dürfte.

 

Schwer aber nicht unmöglich. Nicht exakt aber ungefähr. Die Zeit wird es weisen ob ich recht habe oder nicht. Ich arbeite weiter daran und bin für eure Hilfe dankbar!

 

vor 10 Stunden von Marfir:

Graham hatte 3 verschiedene Kennzahlen was die Verschuldung angeht und wenn du das Büchlein Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse gelesen hättest, würdest du noch locker 7 weitere kennen.

Bevor du irgend etwas versuchst zu automatisieren und zu verkaufen, solltest du dir erst mal Grundlagen aneignen und selbst manuell Firmenbewertungen durchführen.

 

Danke für deine Literaturempfehlung! :huh: - Die Frage war ob du eine für alle Aktien gültige Aussage betreffend der Verschuldung treffen kannst. Du kannst natürlich auch gerne Kennzahlen aus Nicolas Schmidlin Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse Seite 51f. & 128f. wählen oder aber auch Intelligent Investieren und Co. zitieren.  :thumbsup: Für jeden Hinweis bin ich dir dankbar! 

 

vor 9 Stunden von Maciej:

Das ist ein bekanntes Problem, die Eigenkapitalrendite steigt bei normalen Umsätzen aber niedriger EK-Quote an. Ein Unternhemen kann also durch die Aufnahme von jeder Menge Fremkapital die EK-Rendite künstlich nach oben treiben. Ich würde nur auf Grundlage der EK-Rendite entsprechend keine Wertabschätzungen über ein Unternehmen machen. Besser ist es das ROCE hinzuzuziehen, bei dem das Fremdkapital in die Berechung mit einbezogen wird. Ich glaube, es gibt für das ROCE leicht unterschiedliche Berechnungsmethoden, für meine Analysen verwende ich ROCE = EBIT / (Eigenkapital + Fremdkapital - Umlaufvermögen).

 

Starbucks '18: Eigenkapitalrendite 386%: ROCE = EBIT / EK + FK - Umlaufvermögen = 3.883 / 5.457 + 8909 - 12.494 = 3883 / 1872 = 207%

Apple '18: Eigenkapitalrendite: 55,56%: ROCE: 70.898 / 107147 + 258578 - 131.339 = 70898 / 234386 = 30,24%

Atkore International Group US0476491081 '18 EKR: 109% ROCE: 181 / 122 + 1202 - 647 = 181 / 650 = 27,84%

 

Ist das so richtig berechnet? Soll ich immer das ROCE statt EKR einsetzen oder beides verwenden?

 

Danke Maciej! 

Share this post


Link to post
Marfir
Posted · Edited by Marfir
vor 9 Stunden von petz00711:

 

 

Danke für deine Literaturempfehlung! :huh: - Die Frage war ob du eine für alle Aktien gültige Aussage betreffend der Verschuldung treffen kannst. Du kannst natürlich auch gerne Kennzahlen aus Nicolas Schmidlin Unternehmensbewertung & Kennzahlenanalyse Seite 51f. & 128f. wählen oder aber auch Intelligent Investieren und Co. zitieren.  :thumbsup: Für jeden Hinweis bin ich dir dankbar! 

Kann man leider nicht. Für einen Zykliker ist die Verschuldung anders zu beurteilen als bei einem Unternehmen mit solidem Geschäftsmodell. Industrieunternehmen sind anders zu beurteilen als Banken und Versicherer. Industrieunternehmen die ihren Kunden eine Fremdfinanzierung anbieten (Hausbank) sind auch anders zu beurteilen. Unternehmen mit einem langfristigen Auftragsbestand sind anders zu beurteilen als Firmen ohne solche "Umsatz-Garantien". Firmen mit breiter Kundenbasis oder globaler Diversifizierung sind anders zu beurteilen als ein lokaler Anbieter, egal wie stabil die Umsätze erscheinen. Marktmacht kann auch eine Rolle spielen, z. B. wenn sich ein Oligopol dem Umsatz/Markt (auf)teilt oder gar ein Monopol vorliegt, usw.

Barmittel sind zu beachten.

Falls man sich Quartalsberichte ansieht ist außerdem zu beachten ob die Umsätze (und damit die Einnahmen) sessional stark schwanken.

Das einzige was man allgemeingültig sagen könnte ist, dass das Anlagevermögen durch langfristige Schulden finanziert werden sollte. Firmen die versuchen das mit kurzfristigen Schulden zu meistern hat es in unruhigen Zeiten schnell weggefegt.

Sonderfälle mal außen vor, wie z. B. Apple mit cash in Übersee und Schulden in USA (bläht die Bilanz auf).

 

Als Bedingung für Kreditlinien wird oft debt-to-capitalisation heran gezogen, ähnlich wie Gearing.

Die Schuldenfälligkeiten & Zinssätze schaue ich mir auch an. Insbesondere bei Zyklikern ist das sehr wichtig und aufschlussreich.

Alles nichts was man so mal neben bei berechnen und in die Superformel verwursten könnte.

Share this post


Link to post
Maciej
Posted
Am 6.1.2020 um 09:23 von petz00711:

Starbucks '18: Eigenkapitalrendite 386%: ROCE = EBIT / EK + FK - Umlaufvermögen = 3.883 / 5.457 + 8909 - 12.494 = 3883 / 1872 = 207%

Bei Starbucks passen die Werte nicht. Laut Daten von ariva.de komme ich auf ein ROCE von 3.883 / (1.170 + 22.981 - 12.494) = 33,3%. Wenn man das mit den ROCE-Werten der Jahre davor vergleicht, sieht man, dass sich das ROCE wesentlich stabiler verhält, als die EK-Rendite, die nach der Aufnahme von jeder Menge Fremdkapital 2018 förmlich explodiert ist. Die anderen beiden hab ich jetzt nicht überprüft.

Am 6.1.2020 um 09:23 von petz00711:

Soll ich immer das ROCE statt EKR einsetzen oder beides verwenden?

Die Frage ist halt, welche Schlüsse du aus den Kennziffern ziehen willst. Ich hab den Thread nicht komplett gelesen, weiß also nicht, welche Kennzahlen du noch in deine Berechnung einfließen lässt. Ich finde die EK-Rendite allein allerdings nur sehr beschränkt aussagekräftig. Solange die Bilanzsituation sich nicht stark ändert bzw. man verschiedene Unternehmen mit ähnlicher Bilanz vergleicht, mag der Wert interessant sein, um eine gewisse Stabilität schneller zu erkennen.

 

Nehmen wir mal als Beispiel zwei identische Unternehmen aus der gleichen Branche mit gleichen Gewinnen und gleichen Bilanzsummen (eins produziert den linken, eins den rechten Twix-Riegel ;)). Unternehmen A hat allerdings eine Eigenkapitalquote von 90%, Unternehmen B eine von nur 10%. Die EK-Rendite ist nun bei Unternehmen A neunmal niedriger als bei B. Im Vergleich ist B also ein absolutes Schnäppchen. Tatsächlich sind die Gewinne bei beiden Unternehmen gleich, das Risiko bei B jedoch wesentlich höher, da jede Menge Fremdkapital vorhanden ist, das bedient werden muss. Vergleicht man stattdessen das ROCE, so sind die Renditen in beiden Fällen dieselben.

Share this post


Link to post
petz00711
Posted · Edited by petz00711

Hallo liebe Community, 

 

anbei möchte ich euch ein Update zu den neuen Funktionen im Fair Value Calculator geben und würde mich freuen, wenn Ihr mit dem Testzugang: Benutzer: "Test" und Passwort: "Test" auf https://my.fairvalue-data.com einsteigt und eure Meinung /Kritik mit mir teilt. :thumbsup: 

 

Updates: 

 

1.) Beim Aktienscreener kann man jetzt nach weiteren Filtern Aktien suchen und die Länder besser einstellen. Generell ist alles leichter zu bedienen und etwas klarer. So kann man auch nach der EBIT Marge filtern.

 

2.) Bei den Unterseiten der Aktien sieht man jetzt wie "frisch" ein Fairvalue ist, da bei der Aktie jeweils dabei steht wann die letzte Kennzahl geladen wurde. 

 

3.) Wie besprochen und hier oft kritisiert werden sämtliche Kennzahlen und die damit verbundenen Wachstumszahlen jetzt mit dem Durchschnitt des geometrischen Mittels und des Medians ermittelt um Ausreißer zu glätten. Außerdem wird für die Eigenkapitalrendite der Durchschnitt von ROCE und EKR herangezogen. 

 

4.) Für die finanzielle Sicherheit eines Unternehmens ist ein Warnsystem hinzugefügt, dass bei finanziell kritischen Unternehmen ein rotes Rufzeichen anzeigt. (Hohe Verschuldung)

 

5.) Es gibt nun 1 Stern, 2 Stern und 3 Stern Bewertungen. Je mehr Sterne desto mehr Kennzahlen werden verwendet. Das heißt das System prüft selbstständig welche Daten verfügbar sind und verwendet diese dann möglichst weiter. Wenn beispielsweise eine Zahl auffällig aus den Grenzen fällt oder 0 ist, da die Datenlage lückenhaft ist, so macht der Fair Value Calculator quasi noch das "Beste" daraus. Dennoch sollte man sich eher auf die 3 Stern Bewertungen verlassen. 

 

6.) Auf der Aktienunterseite kann man auch den Vergleich zur jeweiligen Peer Group/ Branche herstellen wo noch mehr Kennzahlen zur Verfügung stehen um eine genauere Multiples Analyse durchführen zu können. 

 

Performance:

 

Wie ein Fair Value Depot im guten Marktumfeld funktioniert ist sowohl auf der Homepage als auch hier schon öfters dargelegt, mehrfach habe ich die Outperformance in steigenden Märkten mit Livetest bewiesen. Ich möchte euch noch die Entwicklung vom letzten Livetest geben da die Märkte ja ohne Diskussion momentan nicht so gut laufen: Ich hatte am 25. November 19 ein Depot aus Aktien zusammengestellt, dass ich hier im Post #90 vorgestellt habe. 

 

Die Gesamtperformance Fair Value Test seit 25. Nov 2019 beträgt: -34,55%. (DAX: -35,8%, DJ: -28,7%) -> Das Fairvalue Depot hat in etwa gleich gelitten wie die großen Indizes beider Länder, die hauptsächlich im Depot Anwendung fanden. 

 

P.S.: Auch die Beachtung der Marketwatch / Buffetindikator / GDP to Wilshire, die im längeren Zeitraum bereits eine Überhitzung am Markt angezeigt hat, auf die ich ebenfalls hingewiesen habe, hat sich als nützlich erwiesen. Diese hinkt jetzt noch etwas hinterher, weil dieser Indikator nur quartalsweise berechnet wird. (Letzter Stand Q3 19) Würde das GDP / BIP gleich bleiben (nur geringfügig verlieren) und die Aktienkurse weitere 20% nachgeben (Gesamt circa -50%) so würde die Marketwatch wahrscheinlich in Q2 20 sehr günstige Aktienkurse anzeigen. Abschließend lässt sich also sagen, dass das Investieren nach der Fair Value Methode unter Beachtung der Marketwatch und der damit verbundenen Anhäufung von Cash in der überhitzten Phase sinnvoll gewesen wäre. 

 

Ich würde mich sehr freuen wenn ihr wieder mal reinschauen könnt und freu mich auf die Diskussion, ich habe möglichst versucht die bisher angesprochenen Probleme zu lösen, was mir denk ich auch gut gelungen ist. (Her mit neuen Problemen :lol:). Falls ihr natürlich auch Ideen für nützliche Tools habt sind diese gerne willkommen. Die Updates an der Fair Value Formel sind natürlich auch im gratis Bereich bei den manuellen Rechnern hier: https://www.fairvalue-calculator.com/de/rechner/ umgesetzt. 

 

Viel Spaß beim Testen und herzlichen Dank, 

Peter. 

Share this post


Link to post

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now

×
×
  • Create New...