Smartinvestor

155 k mit ETF und Absolute Return Fonds unkonventionell für Tochter anlegen

264 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben

Ich nehme einen MSCI World ETF als Benchmark, weil jeder aktive riskante Fonds mindestens diesen Einfachbenchmark schlagen sollte, damit sich die Investition gelohnt hat. Für KIID Risikokategorie 6 kann man eine entsprechende Performance erwarten.

 

Zum kurzen betrachteten Zeitraum habe ich bereits geschrieben, dass das KIID dieses Fonds nicht mehr her gibt. Wenn du verlässliche Daten über größere Zeiträume hast: nur her damit.

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Geschrieben

Ich will es wirklich nicht gegen den Willen des TO strapazieren, daher ganz kurz.

Eine Quelle Hier wo man deutlich sieht, dass es mehr als genug Fonds gibt die über verschiedene Zeiträume den Index schlagen. Selbst bei 1% wären das in der Studie 250.

Natürlich gibt es keinen Fonds der jeden einzelnen Tag die Benchmark schlägt, aber glaube auch nicht dass du das gemeint hast.

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Geschrieben · bearbeitet von Smartinvestor

Habe gerade noch die Punkte 10 und 11 zur Rebalancing-Strategie in der initialen Depotbeschreibung ergänzt, da ich die vergessen hatte und ich alles in einem Post zusammen beschreiben möchte.

 

Ich will es wirklich nicht gegen den Willen des TO strapazieren, daher ganz kurz.

Eine Quelle Hier wo man deutlich sieht, dass es mehr als genug Fonds gibt die über verschiedene Zeiträume den Index schlagen. Selbst bei 1% wären das in der Studie 250.

Natürlich gibt es keinen Fonds der jeden einzelnen Tag die Benchmark schlägt, aber glaube auch nicht dass du das gemeint hast.

Danke, gegen bereichernde Alternativen thumbsup.gif habe ich nichts, ganz im Gegenteil, nur gegen eine dogmatische Diskussion darüber.

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Geschrieben

Neu anzulegende Gelder sollen in die am weitesten nach unten von der Soll-Allokation abweichende(n) Asset Class(es) investiert werden ("kleines" Rebalancing nach "Standard-Vorgehen").

Wenn Abweichungen von der Soll-Allokation größer als 25% werden, soll ein "großes" Rebalancing durchgeführt werden, wenn fundamentale Faktoren UND die Charttechnik eine Trendwende (Mean Reversion) erwarten lassen, um Momentum-getriebene Trends nicht vorzeitig abzubrechen.

 

:thumbsup:

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Geschrieben · bearbeitet von Leonhard_E

Ich will es wirklich nicht gegen den Willen des TO strapazieren, daher ganz kurz.

Eine Quelle Hier wo man deutlich sieht, dass es mehr als genug Fonds gibt die über verschiedene Zeiträume den Index schlagen. Selbst bei 1% wären das in der Studie 250.

Natürlich gibt es keinen Fonds der jeden einzelnen Tag die Benchmark schlägt, aber glaube auch nicht dass du das gemeint hast.

 

Danke, gegen bereichernde Alternativen thumbsup.gif habe ich nichts, ganz im Gegenteil, nur gegen eine dogmatische Diskussion darüber.

 

 

Aus dem Link:

Noch dramatischer sind die Zahlen in Bezug auf einzelne Segmente: 98,9 Prozent aller US-Aktienfonds schafften über die vergangenen zehn Jahre nicht ihre Benchmark. Bei Schwellenländer-Fonds lag die Quote bei 97 Prozent und bei weltweit investierenden Fonds bei 97,8 Prozent, schreibt die "FT" mit Verweis auf die Studie.

 

Und nichts anderes habe ich gesagt. Weder dogmatisch noch belehrend, sondern lediglich, dass es die meisten eben nicht schaffen, den passenden Benchmark zu schlagen.

 

Würde das Thema dann aber auch gerne abhaken. Für mich kommen aktive Fonds nicht in Frage und wenn jemand meint, dass er aufgrund seiner überlegenen Ausbildung und seines übernatürlichen Sachverstands einen Fondsmanager-Helden identifizieren zu können, dann kann er das gerne machen. Ich bin da nicht sehr dogmatisch ;)

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Geschrieben · bearbeitet von kafkaesk93

Ich nehme einen MSCI World ETF als Benchmark, weil jeder aktive riskante Fonds mindestens diesen Einfachbenchmark schlagen sollte, (...)

[/Quote]

 

Es ist aber eben gar nicht das Ziel einer CTA/MF Strategie den MSCI World zu schlagen, sondern einen gutes, Markt unabhängiges, Rendite/Risiko-Profil zu erreichen.

 

Ich vergleiche auch keinen HY-Bond-ETF mit dem MSCI World undnenne es Benchmarking. :-*

 

Ich möchte dir nicht auf die Füße treten, kannst du aber den Punkt der mich in deiner Argumentation stört nachempfinden?

 

Zum kurzen betrachteten Zeitraum habe ich bereits geschrieben, dass das KIID dieses Fonds nicht mehr her gibt. Wenn du verlässliche Daten über größere Zeiträume hast: nur her damit.

 

Geht beides schon mehr in die Richtung: ;)

http://www.barclayhe...ta/sub/cta.html

 

https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0ahUKEwiZyYTroOzPAhXB7RQKHYnzAjUQFgghMAA&url=https%3A%2F%2Fwww.aqr.com%2F~%2Fmedia%2Ffiles%2Fpapers%2Faqr-a-century-of-trend-following-investing.pdf&usg=AFQjCNH1ELmlzLDVVGIcneG54CZPQ9qnZA&bvm=bv.136499718,bs.1,d.bGg

 

@Smartinvestor

 

Versteh ich es richtig, deine AR-Strategie ist im Kern Overbalancing?

 

Gruß kafkaesk93 :)

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Geschrieben · bearbeitet von Smartinvestor

@Smartinvestor

 

Versteh ich es richtig, deine AR-Strategie ist im Kern Overbalancing?

 

Gruß kafkaesk93 :)

Interessante Frage. Wie kommst du darauf? Ich habe vor kurzem dieses Jahr mal über Overbalancing nachgedacht aber habe das dann für meine Basisanlagestrategie zum Glück nicht weiter verfolgt, da ich dafür keine gute systematische Lösung gefunden habe.

 

Zum Glück, da ich beim Nachdenken darüber auf eine vermutlich viel bessere Idee gekommen bin, nämlich die präzisen "großen" Rebalancingsignale des Standard-Vorgehens als Input für Entries in meine separat laufende Futures-Handelsstrategie zu nutzen. Damit habe ich im Prinzip ein extrem scharfes Filter, das mir in grõßeren Zeitabständen genau die Underlyings für meine Futures-Steategie identifiziert, die das größte Potenzial für eine bevorstehende Trendwende wegen Mean Reversion haben. Da bislang auf alle meine rel. wenigen "großen" Rebalancings in 2000, 2008 und 2016 sehr bald Mean Reversion eingesetzt hat, reduziert man das Risiko von kostspieligen Fehlentries und des Leertradens von volatilen Seitwärtsbewegungen damit deutlich. Ich trade also die riskanten Futures nur dann, wenn das Profitpotenzial hoch ist und das eingegangene Risiko lohnt.

 

Aber Achtung an alle potenziellen Nachahmer: Die nominalen Kontraktvolumina minimaler Einstiegspositionen beginnen erst ab ca. 200k$!!! Die üblichen Rebalancingbeträge werden dabei um einen erheblichen Verstärkungsfaktor erhöht. Wer es trotzdem probieren will, bitte unbedingt zuvor die im u.a. Thread angegebenen Trainingseinheiten absolvieren und genügend Risikotragfähigkeit mitbringen.

 

Durch diesen Trigger ausgelöst fahre ich dann eine sehr langfristige Standard-Trendfolge-Strategie ab, d.h. ich halte und pyramidiere die eingegangenen Futures-Positionen bis zum Ende der meist durch den Momentum-Effekt überschießenden Trends, die i.d.R. mehrere Jahre andauern. Ich berichte detailliert über die Entwicklung und die reale Umsetzung dieser Strategie in dem schon erwähnten Thread Eigene Handelssoftware schreiben.

 

Wen es interessiert ist zum Mitdiskutieren herzlich eingeladen - direkt "am Tor zur Hölle" ... wacko.gif

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Geschrieben · bearbeitet von Smartinvestor

Wer es trotzdem versuchen will, sei nachdrücklich durch ihn selber gewarnt: "Hedgefonds-Guru warnt Privatanleger"

Dazu ein paar Gedanken. Ein in Hedgefonds anlegender Anlagemanager rät von der Anlage breiter Massen in Hedgefonds ab und rät dazu, in Indexfonds an zu legen. Warum: damit seine Überrendite durch "Ineffizienzen" nicht durch andere verwässert wird. Zu diesen "Ineffizienzen". Man könnte dies auch Abzockmöglichkeiten anderer am äußersten Rand der Legalität nennen. Wenn es etwas anderes ist: warum werden die Methoden nicht transparent für die Anleger offen gelegt? Auch diese Fondsmanager kochen nur mit Wasser. Dieser ganze Hokuspokus funktioniert sicherlich für wenige Anleger, die dann damit hohe Renditen erzielen. Ganz besonders wird dies auch für die Hedgefonds selber funktionieren, die mit der Hoffnung auf hohe Renditen Gebühren rechtfertigen können, die kaum jemand sonst bereit wäre, zu zahlen.

 

Hi tyr,

also komm, jetzt wird es aber echt peinlich mit deinen abwegigen Unterstellungen. Swensen hat vor fast 30 Jahren einen hochdotierten Job an der Wall Street gegen einen Uni-Job für einen Bruchteil des Gehalts eingetauscht und er publiziert und lehrt seine erfolgreichen Methoden mit einem – wenn man so will - „geschäftsschädigenden“ Detailreichtum transparent wie KEIN anderer Star-Investor. Als „Kommer“ der USA hat er wahrscheinlich mehr Kleinanlegern zu mehr Reichtum verholfen als unser „Kommer“. Außerdem ist deine Unterstellung sachlich auch noch verkehrt: Ohne Swensen’s Warnung würden mehr Anleger der breiten Masse seine Methoden überwiegend naiv zu kopieren versuchen und dadurch MEHR „dumb money“ in die Märkte pumpen, das die Ineffizienzen vergrößern aber nicht verwässern würde und das die smarten Trader dann mehr abgreifen könnten. Also schädigt er sich durch seine Warnung nochmal mehr selber, um die breiten Massen zu schützen. Und die Handlungen von Swensen, der aktuell die "Ethical Investment Policy“ von Yale - eine der ersten überhaupt - mitverantwortet und der Obama bei der Lösung der Finanzkrise berät, an den "äußersten Rand der Legalität" zu rücken, ist ungeheuerlich – vorsichtig ausgedrückt … mad.gif

 

Was ist eigentlich in dich gefahren? Hier geht es einfach nur um eine Depotbesprechung aber nicht um politische Agitation. Die ist OT und hat hier bitte absolut nichts zu suchen! Dafür gibt es bestimmt geeignetere Foren als dieses.

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Geschrieben · bearbeitet von Smartinvestor

 

Vielen Dank fùr diesen hervorragenden Artikel! thumbsup.gif

Der enthält alles, was bisher hier diskutiert wurde und noch mehr. Insbesondere Exhibit 4 ist sehr aufschlussreich für mich: Das Renditeplus durch 20% Trendfolgestrategie im 60/40 Aktienindex/Anleihe-Depot beträgt danach +0,7%-Punkte und die Volatilität bzw. Max Drawdown werden primär aufgrund niedriger bis leicht negativer Korrelationen zum restlichen Depot um -2%-Punkte bzw. -12%-Punkte reduziert. Das Sharpe Ratio steigt entsprechend von 0,38 auf 0,54. In meinem Depot beträgt das Renditeplus bislang „nur“ 0,5 %, vermutlich weil ich aus Vorsicht anfangs nur 10 - 15% und erst später mit wachsendem Vertrauen in meine sich bewährende Strategie 20% Managed Futures Fonds beigemischt habe. Außerdem schließe ich daraus, dass meine ausgewählten Produkte das theoretisch mögliche Renditeplus in etwa erschließen. Die Reduzierung der Volatilität habe ich zwar nicht selber berechnet, aber ich spüre sie in deutlich abgemilderten Drawdowns während der Finanzkrisen obwohl ich gemäß meiner Buy-and-Hold Basisstrategie 100% Investitionsgrad beibehalte.

 

Auch die Darstellung der periodischen Schwankungen der Trendfolgerenditen in Exhibit 1 ist sehr interessant und entspricht meinem Grundverstændnis. D.h. die aktuelle Phase rel. niedriger Trendfolgerenditen seit 2009 ist historisch ganz normal und wird enden, wenn sich wieder stärkere Trends ausbilden. Es wird allgemein erwartet, dass das der Fall sein wird, wenn die Zentralbankinterventionen in die Märkte enden, da sich das freie Spiel der Marktkräfte dann wieder ungestört entfalten kann.

 

Die Vorteile der Beimischung von guten AR-Fonds zu einer passiven Indexing-Strategie liegen m.E. auf der Hand. Wenn nur die verflixte Auswahl der passenden AR-Produkte nicht so schwierig wäre ...

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Geschrieben · bearbeitet von kafkaesk93

@Smartinvestor

 

Du möchtest doch mit Futures auf Mean Revision spekulieren oder? Hast du irgendwo die Regeln deiner Handelsstrategie konkret niedergeschrieben und deinen Backtestingergebnisse veröffentlicht?

 

Gruß kafkaesk93

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Geschrieben

@Smartinvestor

 

Du möchtest doch mit Futures auf Mean Revision spekulieren oder? Hast du irgendwo die Regeln deiner Handelsstrategie konkret niedergeschrieben und deinen Backtestingergebnisse veröffentlicht?

 

Gruß kafkaesk93

 

https://www.wertpapier-forum.de/topic/48997-eigene-handelssoftware-schreiben/?do=findComment&comment=1051214

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Geschrieben · bearbeitet von Smartinvestor

Habe gerade einen aufschlussreichen Artikel zu dem Dualismus von Indexing und Trendfollowing gefunden, der dabei hilft, die scheinbaren Widersprüchlichkeit dieser beiden Stile besser zu verstehen:

 

How Are Harvard and Yale Investment Recommendations Performing?

 

Danach erzielt man mit beiden Stilen sehr gegenläufige Ergebnisse. Das legt eine symbiotische Kombination dieser beiden Stile Indexing mit ETF und Trendfollowing mit AR-Fonds nahe, um sich nicht zu sehr den Schwankungen der rein passiven Indexing-Strategie auszuliefern und um das Gesamtergebnis zu vergleichmäßigen.

 

Indexing ist m.E. aktuell und auch zukünftig unschlagbar bzgl. Kosteneffizienz und Tracking und zwar völlig unabhängig davon, wie effizient die Märkte sind. Solange die Märkte aber noch weit davon entfernt sind, völlig effizient zu sein*, können die daraus entsehenden Profitpotenziale m.E. am besten mithilfe von Trendfolge-Strategien, wie sie in AR-Fonds zum Einsatz kommen, erschlossen werden. Gute Institutionelle wie Yale oder Harvard Endowment oder auch der auf europäischer Ebene preisgekrönte Pensionsfonds meines Arbeitsgebers, der auch gerade seinen Anteil alternativer Investments erhöht hat, machen es vor. Ich sehe keinen Grund, warum es Privatanleger mit entsprechender Einarbeitung in die Materie nicht auch schaffen sollten, denn auch die Institutionellen kochen nur mit Wasser, wie schon treffend erwähnt wurde. Die Grundlagen dazu sind größtenteils über das Internet für jeden frei verfügbar.

 

Die aktuell in den Märkten noch nach wie vor vorherrschenden Ineffizienzen sind m.E. deutlich erkennbar in den enormen zyklischen Schwankungen des im Folgenden dargestellten relativen Stärke-Charts EAFE/S&P500 aus dem o.a. Artikel:

 

EAFE_S&P500.jpg

 

Diese ausgeprägten zyklischen Schwankungen sind m.E. ausreichend statistisch signifikant nicht-zufällig, d.h. kein "Random Walk" nach Malkiel. Sie sind die direkte und ungeschwächte Fortsetzung der schon von Bogle in "Common Sense on Mutual Fonds" vor fast 20 Jahren aufgezeigten sich vermutlich noch Jahrzehnte wiederholenden Mean Reversion Zyklen:

Bogle_Mean_Reversion.pdf:

 

Bogle_S&P500_EAFE.jpg

 

Genau dieser Chart in einer Vorgängerversion hat mich bereits Ende der 90er Jahre endgültig davon überzeugt, in die zu der Zeit in Deutschland noch sehr neue Anlageklasse AR-Fonds zunächst vorsichtig mit 10 %, dann mutiger werdend mit 15% und schließlich mit 20% Depotanteil zu investieren. Bereut habe ich es bis heute nicht.

 

Wer argumentiert, dass AR Fonds wegen ihrer aktuellen Schwächphase „Absolute Nonsense Fonds“ sind, müsste das auch über Emerging Markets Fonds oder europäische Aktienfonds sagen, denn die durchlaufen gerade eine ähnlich lange Schwächephase und hinken aktuell weit hinter S&P500 oder MSCI World her. Sagt aber kein Passiver, da er dann kein solcher mehr wäre, sondern ein aktiver Market Timer. Wer Rebalancing oder gar „Overbalancing“ in der Hoffnung auf das Re- oder Overbalancing-Premium macht, das durch die Nutzung von Mean Reversion entsteht, ist nach meinem Verständnis aber bereits ein aktiver Marker Timer. Mit diesem Verständnis ist es dann nur noch ein kleiner Schritt zu aktiven AR-Fonds, die das volle Renditepotenzial der in teileffizienten Mærkten ganz offensichtlich vorhandenen Trends professionell ausbeuten.

 

Der Vorgänger des o.a. Charts von Bogle hat mich u.a. auch zu der Erkenntnis geführt, dass „große“ Rebalancings mit einem relativen Trigger, aufbauend auf der relativen Abweichung von der Soll-Allokation im Gegensatz zu zeitgesteuerten (z.B. jährlichen) Rebalancings, viel besser geeignet sind, um ein möglichst hohes Rebalancing-Premium zu ernten. Denn nur wenn man Mean Reversion Bewegungen nicht vor deren Ende durch Rebalancing abbricht, kann man das darauf basierende maximale Rebalancing Premium erzielen. Und da diese Zyklen beliebig zwischen 3 und 30 Jahren schwanken, ist ein zeitkonstanter Rebalancingzyklus völlig ungeeignet für die Erzielung eines möglichst hohen Rebalancing Premiums (bestes Negativbeispiel ist aktuell Japan). Natürlich ist das nicht optimal zur Minimierung der Volatilität. Aber wer hat schon etwas gegen renditesteigernde positive Volatilität?

 

Wurden soche relativen Rebalancing-Trigger hier im WPF oder anderweitig schon diskutiert? Dann bitte um Links. Ich habe bislang leider keine gefunden und wundere mich, warum es wohl nichts dazu gibt?

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Geschrieben · bearbeitet von Smartinvestor

"Zwischenbilanz dieses Threads

 

M.E. haben wir jetzt so einiges an langfristigen quantitativen und fundamentalen Daten zusammengetragen, um eine symbiotische Zwischenbilanz ausreichend fundiert daraus ziehen zu können:

 

Passives Buy-and-Hold mit Index-ETFs kombiniert mit AR-Fonds in einer passiv/aktiven Core/Satellite-Strategie plus optimiertes Rebalancing mit relativem Trigger (s.o. Eröffnungspost) kann den rein passiven Indexing-Ansatz nachhaltig verbessern, und es besteht die gut begründete Aussicht auf längerfristigen Bestand dieser Erkenntnis unter der Voraussetzung, dass geeignete AR-Fonds mit entsprechendem Aufwand identifiziert werden können.

 

Wie erwähnt, versuche ich das seit kurzem noch durch meine selbstgestrickte Mean Reversion/Trendfollowing-Strategie, die auf meiner Basis-Anlagestrategie direkt aufbaut, mit Futures, die ähnlich kosteneffizient wir ETFs sind, weiter zu verbessern, um vielleicht eines Tages auch noch die hohen AR-Fondsgebühren loszuwerden. Aber ich schließe nicht aus, dass ich dann doch lieber bei den AR-Fonds mit ihren hohen Gebühren bleibe, wenn ich nach 2 Jahren meine persönliche Aufwands-/Nutzenbilanz ziehe. Wer weiß. Mein aktueller Aufwand dafür ist jedenfall nur im Rahmen eines für mich sehr interessanten Hobbys zu rechtfertigen. Schön, wenn es sich irgendwann sogar selbst trägt. Das kann ich aber zumindest von meiner bisherigen privaten Vermögensverwaltung sagen, die in meinem Verwandten- und Bekanntenkreis mehr und mehr nachgefragt wird. Für meine Tochter kam jedenfalls kein anderer „Berater“ in Frage. Was will man mehr ... smile.gif

 

Ich hoffe, dass die zunächst wohl vermisste Fundierung meiner Anlagestrategie nun auch etwas besser nachvollziehbar geworden ist. Wenn nicht, dann bitte gerne um weitere Fragen und Kommentare. Das bisherige Echo auf meine Vorlage war für mich bereits sehr aufschlussreich und hat mir durch das vertiefte Nachdenken und Argumentieren mehr als den erhofften Erkenntnisgewinn gebracht. Vielen Dank dafür an alle Diskutanten! Das WPF ist für mich in dieser Beziehung bislang unübertroffen. thumbsup.gif

 

Ich möchte im Folgenden noch ein paar mir wichtige Punkte aus diesem Thread zur Abrundung dieser Zwischenbilanz aufgreifen:

 

Warum noch Anlagekonzepte aus der Vergangenheit heute verfolgen, die ausreichend bewiesen haben, dass sie nicht zuverlässig genug funktionieren?

 

Ähnlich der Diskussion TG/FG vs. Staatsanleihen im risikoarmen Portfolioanteil.

Vielleicht ist nun klar geworden, warum ich in meinem RK1-Thread - für mich eher untypisch - scheinbar so dogmatisch die Darstellung der reinen unverfälschten RK1-Eigenschaften durch Triple A Staatsanleihen verteidigt habe: Wenn ich über AR-Fonds >+0,5%-Punkte Renditeplus im gesamten Depot darstelle, dann sind mir die ca. +0,5%-Punkte Renditeplus nur im RK1-Anteil (früher ca. 10% Anteil) durch aufwändiges Tagesgeldhopping einfach lästig, da das im Gesamtdepot nur noch +0,05%-Punkte Renditeplus ergibt und mich von Wichtigerem ablenkt. Andererseits ist mir aber höchste Sicherheit sehr wichtig für mein Futures Margin-Konto, wo bei höchstem Risiko absolut nichts passieren darf, siehe Handelsstrategie-Thread.

 

Ein guter Fonds, für die Fondsgesellschaft.

 

Stimme deiner Schlußfolgerung zu ...

Mich stören die hohen Gebühren natürlich auch, aber angesichts der oben dargestellten bisher realisierten Benefits in meinem Depot finde ich die noch akzeptabel. Dabei dürfte die Fondsgesellschaft nicht mal allzu stark davon profitieren, denn der Aktienkurs der Man Group tendiert seit langem Richtung Süden. Also liegt wohl eher das Problem vor, dass die Gebühreneinnahmen die Ausgaben für das aufwändige Research zur erforderlichen stetigen Weiterentwicklung der AR-Strategien bei sinkendem AUM kaum decken. Aus letzterem Grund steht der MAN AHL Fonds schon einige Zeit unter meiner besonderen Beobachtung. Aber die Kennzahlen sind bislang nicht aus dem Ruder gelaufen, um einen Verkauf zu rechtfertigen. Aber die Beimischung einiger weiterer guter AR-Fonds wäre nicht schlecht, sobald ich welche indentifiziert habe. Aber das ist halt verdammt schwierig und kostet viel Zeit. Vermutlich ist diese jetzt besser in die Weiterentwicklung meiner eigenen AR-Strategie investiert, wie kafkaesk richtig angemerkt hat. Für von mit betreute Depots würde ich jedoch immer bewährte AR-Fonds präferieren, da ich ja keine Nachhaltigkeitsgarantie für meinen nachhaltigen "persönlichen Bestand" abgeben kann. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass in der AR-Fondsbranche genau wie überall woanders auch knallharter Wettbewerb herrscht, der i.d.R. eine sehr effiziente d.h.angemessene Preisbildung zur Folge hat und der nachgewiesen gute Leistung eben auch entsprechend honoriert, s. Renaissance Technologies.

 

Daher die Orientierung am Talmud, der sogar die höheren Weisheiten von Jahrtausenden enthält und eben 1/3 des Vermögens in Immobilien empfiehlt.

In erster Linie enthält der Talmud - genau wie andere religiöse Bücher - die Meinungen & Geschichten von vielen, sehr weltlichen Autoren, über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende gesammelt. Oft sind es sogar die gleichen Inhalte, nur anders verpackt. Das wären zumindest die sachliche Betrachtung.

 

Es sei jedem unbenommen, in den diversen religiösen Schriften dieser Welt mehr zu sehen - vielleicht direkt von der Gottheit des geringsten Mißtrauens diktiert. Meinetwegen, das ist mir ja wumpe.

 

Aber daraus in einem Wertpapier-Forum für die heutige Zeit und den heutigen Markt eine Assetallokation für Immobilien abzuleiten - nun, das ist schon eine "interessante" Entscheidung.

Der erste Absatz ist genau der Grund, warum ich diese Strategie-Grundlage schon vor langer Zeit ausgewählt habe: Diese zeitlosen Schriften enthalten meist übereinstimmend extrem verdichtetes Erfahrungswissen, das schon mehr und größeren apokalyptischen Zeitenwenden standgehalten hat, als das überlicherweise herangezogene Wissen aus den letzten 100 Jahren. Den meisten sogenannten Finanzexperten schlottern ja schon jetzt sichtlich die Beine vor der nächsten Mega-Finanzkrise nach dem hemmungslosesten Quantitative Easing, das uns die großen Zentralbanken je beschert haben. Aber keiner von Ihnen bietet m.E. irgendwelche einleuchtenden Vorkehrungsmaßnahmen an. Da ist halt Hoffen und Beten wortwörtlich das beste Vorgehen, wozu uns die zeitlosen Schriften i.d.R. erstaunlich präzise Anleitung geben. Ich persönlich bin jedenfalls ohne übertriebene Religiosität bislang mit der Beachtung solcher Weisheiten sehr gut gefahren, insbesondere wenn es um die ganz großen Entscheidungen mit langfristiger Wirkung geht. So halte ich das eben auch hier. Wer nicht daran glaubt, der darf das gern auf eigene Gefahr ignorieren. Aber zumindest die Grundanforderung an WPF-Beträge habe ich damit offensichtlich erfüllt, dass diese interessant sein sollten. Wie dieses Handeln nach zeitlosen Weisheiten z.B. auch bei der Umsetzung hochriskanter Futuresstrategien helfen kann, zeige ich in diesem Post (suche dort nach: "7 Zen Quotes" und "Glaubensbekenntnis").

 

Ich würde davon ausgehen, dass Swensen andere und kostengünstigere Möglichkeiten hat, in AR-Produkte zu investieren, als der gemeine Kleinanleger (der in aller Regel mit den Consumerprodukten kostentechnisch gnadenlos über den Tisch gezogen wird ...)

Das schreibt Swensen auch in seinem Buch "Unconventional Success". Privatanleger haben da keine Chance.

 

Aber hier mal ein paar praktische Werte aus meiner "Alternative Giftküche". (Sprich meinen Sturm-und-Drang-Zeiten in der 2. Hälfte der 00er):

 

Man AHL, Anschaffung 12.2008, 3,4% p.a.

P3 Zertifikat, Anschaffung 08.2006, 5,0% p.a.

ZZ2, Anschaffung 2007 & 2013, 11,9% p.a.

 

Man AHL und P3 sind nicht so berauschend aber auch kein Desaster. Wobei man auch sagen muss, dass das Market Timing bei beiden Anlagen ziemlich mies war: Beide wurde in der Nähe eines Hochs gekauft und dann ging es erstmal kräftig abwärts.

 

Der ZZ2 lief richtig gut. Alles € Renditen.

 

@Licuala

Genau so ist es. Aber allein die Kenntnis dieses Sachverhalts ist für mich eine wertvolle Richtschnur für die Auswahl der wenigen seriösen Consumerprodukte. Bekannt ist mir dieser Sachverhalt bereits seit über 20 Jahren aus einem Artikel, der mich vor großen Fehlern bewahrt hat: „Frontiers of finance – on the edge“, Economist, Oct 9th, 1993: "For every genuine thinker […] there are probably about 20 charlatans on the loose.”

Wenn einem das klar ist erkennt man die unseriösen AR-Fonds sehr schnell an ihren Produktkonszepten und Marketingmethoden. Denn wer kauft solche Consumerprodukte, wem eigentlich bekannt ist, dass er damit überwiegend über den Tisch gezogen wird, aber wem gleichzeitig Traumrenditen verprochen werden? Na klar, naive Spieler die von der Gier getrieben werden und deren Ratio entsprechend mehr oder weniger „ungünstig emotional beeinflusst ist“. Auf diese Klientel sind die Produktkonzepte und die Marketingmethoden von 95+% der AR-Fonds nach meiner Erfahrung sehr offensichtlich ausgerichtet. Und das ist folglich mit ein bischen Lebenserfahrung dann wieder relativ einfach zu erkennen, und die 95+% können relativ leicht aussortiert werden. Übrig bleiben dann erstaunlich treffsicher die ganz wenigen seriösen.

 

Vielleicht ist nun klar geworden, dass das rein gar nichts mit ...

 

... überlegenen Ausbildung und seines übernatürlichen Sachverstands einen Fondsmanager-Helden identifizieren zu können, ...

... zu tun hat, denn z.B. sparfux ist das ja völlig unabhängig auch mit ähnlich kritischem Vorgehen und ähnlichem Ergebnis (MAN AHL und WINTON) gelungen, wie er in diesem Thread und im W:O-Forum dokumentiert hat:

 

Hier (nach unten scrollen) mal nicht nur ein cooles Statement sondern mal meine "Analyse" des Phoenix Managed Account aus dem Jahr 2005 - damals war ich noch bei W:O aktiv.

 

Mit meinem letzten Satz lag ich vollkommen richtig, mit meinem vorletzten vollkommen daneben. Ich konnte damals einfach nicht glauben, dass BaFin, Wirtschaftsprüfer und Co. das über 10 Jahre laufen lassen, ohne es zu merken. Dass da irgendwas nicht stimmt, habe ich aber auch gemerkt. Allein dieses weichgespülte Statement hat mir damals dort nicht gerade viele Freunde eingebracht.

 

Hast Du auch aus Deinen "Prognosen" zu der Zeit - oder, wie ich bei Dir Annehme, etliche Jahre früher - was berichtet, dass Du mit uns "teilen" kannst?

Wenn für den Phoenix Managed Account Ergebnisse vorgewiesen wurden, die einem astronomischen Sharpe Ratio entsprachen, dann war das ganz einfach erkennbares Gier-orientiertes Marketing, das keine seriöse Grundlage haben konnte. Vielen Dank an sparfux für den Link auf den sehr witzigen W:O-Thread! Dort zeigt sich die ganze gierige Dummheit der breiten Massen zur profitablen Freude der smarten Anleger in den guten AR-Fonds, denn irgendwo muss die Overperformance in diesem Nullsummenspiel ja herkommen. Da erscheint Swensen’s uneigennützige Warnung doch in einem ganz anderen Licht. Leider gab es zur Zeit meiner eigenen „Exploration“ von AR-Fonds Ende der 90er noch keine solche Foren, wo ich meine Erkenntnisse dokumentieren konnte, oder ich kannte sie noch nicht, sonst hätte ich die dort sicher auch schon dokumentiert.

 

@sparfux:

wie bist du konkret vorgegangen, dass du ebenfalls genau wiew ich auf diese beiden AR-Fonds MAN AHL und Winton bei deiner Auswahl gekommen bist? Das kann ja kein Zufall sein sondern muss auf ähnlichen Schlussfolgerungen beruhen.

 

Es ändert ja auch nichts: aktives Management funktioniert nicht zuverlässig über längere Zeiträume. Würde es funktionieren, würde dies jeder machen wollen und damit dann doch wieder zur Marktrendite zurück kehren, abzüglich Mehrkosten ggü. Indexfonds.

 

Bei institutionellen Investoren funktioniert aktives Management auch nicht über längere Zeiträume zuverlässig. Wenn sich etwas mit einer erwarteten Überrendite findet gibt es so lange einen Mittelzufluss, bis die Marktrendite abzüglich Kosten wieder erreicht ist.

Diese beiden Beiträge rufen bei mir Erinnerungen an einen Email-Austausch mit W.Bernstein hervor, von dem ich viele Anregungen für meine passiven Depot-Anteile verwendet habe. Nach Lesen seines hervorragenden Buches „The Intelligent Asset Allocator“ hatte ich ihn vor 15 Jahren per Email gefragt, wie es angesichts der seinerzeit von etlichen US EMH-Gurus postulierten effizienten Märkten zu verstehen ist, dass ich mit meinem damals von mir einzig als seriös eingestuften MAN AHL Fonds schon seit Jahren statistisch signifikant über Benchmark liegende Renditen erziele und das auch von vielen Institutionellen genutzt wird. Das war keine Scherzanfrage sondern mein ganz ernsthaftes Ringen um Verständnis für die vielen Widersprüchlichkeiten teil-effizienter Märkte. Nun, ich bekam eine Aussage sehr ähnlich der der beiden oben zitierten Beiträgen plus einiger witziger Bemerkungen („…the data pros wet their pants laughing each time I mention the name (of MFF).“). Ich war zwar enttäuscht und irritiert über diese Antwort eines weltweit anerkannten Profis, habe dann aber glücklicherweise weiterhin auf meine eigenen Erkenntnisse vertraut. Soviel zu den beiden o.a. Beiträgen, deren Aussage selbst durch gebetsmühlenartige Wiederholung offensichtlich immer noch nicht richtiger geworden ist.

 

Der Artikel The Sustainable Active Investing Framework: Simple, But Not Easy war diesbezüglich eine Offenbarung für mich beim ersten Lesen. Er durchleuchtet und begründet die nachhaltige Erzielung von Alpha wissenschaftlich sehr fundiert. Sie sei primär eine Sache der richtigen nachhaltigen Einstellung beim Fondsmanager UND beim Anleger. Wer erwartet, dass Alpha-Strategien ständig ihren Benchmark outperformen, wie hier im Thread auch schon ganz „undogmatisch“ angesprochen ...

.

 

Wie gesagt, es geht nicht darum, irgendeinen Zeitraum zu finden, in dem der passende Benchmark übertroffen wird, sondern um ein dauerhaftes übertreffen.

 

... hat schon verloren. Das erwartet nämlich i.d.R. der "gemeine" Anleger, und er verlässt das scheinbar sinkende Schiff zum eigenen Schaden, sobald es mal ein paar Jahre nicht so läuft wie aktuell bei AR-Fonds. Im Artikel wird gut nachvollziehbar argumentiert, dass es geradezu eine VORAUSSETZUNG für nachhaltig profitabler Alpha-Strategien sei, auch über längere Zeiträume UNDERPERFORMANCE ZUZULASSEN, um langfristig zu overperformen. Daher auch der ernst zu nehmende Hinweis im Kleingedruckten, dass AR-Fonds nichts für Anlagedauern UNTER 5 JAHREN sind. Da der "gemeine" Anleger das i.d.R. nicht versteht, denn er erwartet ja eine ständige Überrendite, was nachhaltige AR-Fonds NICHT liefern, kann daher Folgendes genau NICHT passieren:

 

Wenn sich etwas mit einer erwarteten Überrendite findet gibt es so lange einen Mittelzufluss, bis die Marktrendite abzüglich Kosten wieder erreicht ist.

Die aktuellen Mittelabflüsse aus nachhaltig guten - aber aktuell schwächelnden - AR-Fonds beweisen nämlich genau das Gegenteil, denn diese AR-Fonds weisen seit Jahrzehnten nachhaltige Überrenditen trotz zyklisch schwankender Mittelzu- und –abflüssen auf und werden auch nicht deswegen gleich geschlossen. Ein smarter nachhaltiger Anleger rebalanced wie bei passiven ETFs auch und gerade dann Mittel in AR-Fonds hinein, wenn diese underperformen, um bei der folgenden Overperformancephase wieder voll durchzustarten und ein sattes Rebalancing Premium einzufahren. Genau so macht es z.B. auch Swensen im Yale Endowment Fund.

 

Vielleicht hilft das dem ein oder anderen, die Spreu nun ein bischen besser vom Weizen trennen zu können.

 

Ich nehme einen MSCI World ETF als Benchmark, weil jeder aktive riskante Fonds mindestens diesen Einfachbenchmark schlagen sollte, (...)

[/Quote]

 

Es ist aber eben gar nicht das Ziel einer CTA/MF Strategie den MSCI World zu schlagen, sondern einen gutes, Markt unabhängiges, Rendite/Risiko-Profil zu erreichen.

 

Ich vergleiche ja auch keinen HY-Bond-ETF mit dem MSCI World und nenne es Benchmarking.

 

Ich möchte dir nicht auf die Füße treten, kannst du aber den Punkt der mich in deiner Argumentation stört nachempfinden?

 

 

Beide Sichten sind richtig und falsch zugleich. Da es sich bei den von AR-Fonds verwendeten Stategien ausschließlich um Nullsummenspiele (was einer gewinnt, muss ein anderer verlieren) handelt, gilt laut Swensen:

"Wenn eine erstklassige Wertpapierselektion fehlt, werfen Investitionsstrategien, die ein Engagement am Markt ablehnen, geldmarktahnliche Renditen ab."

 

Der korrekte Benchmark für AR-Fonds ist damit der Geldmarkt. Wenn der AR-Fonds nur diese Rendite bringen würde und gleichzeitig eine überwiegend negative Korrelation zu Aktien hätte, könnte er m.E. trotzdem zumindest als Ersatz für RK1 lohnen, da er die Volatilität des Depots stärker senken und signifikanter zum Rebalancing-Premium beitragen würde. Für mich ist das aber die Minimalanforderung, die ich bei AR-Fonds eine zeitlang begrenzt tolerieren würde. Anstreben tue ich natürlich auch, dass meine ausgewählten AR-Fonds eine den Akienmärkten ähnliche Rendite nach Kosten plus 0 bis leicht negative Korrelation aufweisen. Beides ist bei meinen ausgewählten AR-Fonds bislang zweifellos der Fall. Für einen seriösen Vergleich ist allerdings ein kompletter Börsenzyklus heranzuziehen, da sich Aktien- und AR-Fonds natürlich sehr unterschiedlich in den einzelnen Börsenphasen verhalten, was von einem nachhaltigen Anleger auch so erwartet und angestrebt wird. Ich habe den aktuellen Börsenzyklus mal mit 10 Jahren angesetzt:

 

post-33395-0-03488000-1477422553_thumb.jpg

Blau: Winton Diversified Programme, Schwarz/Gelb: MAN AHL Diversified Programme, Grün: MSCI World.

 

M.E. erübrigt sich bei diesen Ergebnissen jeder weitere kritische Kommentar zum nachhaltigen Funktionieren guter AR-Fonds für Privatanleger, oder? Alle meine Erwartungen haben diese beiden ausgewählten jedenfalls bislang voll erfüllt bzw. sogar leicht übertrofen: Rendite und Vola. ähnlich Aktienmarkt, 0 bis leicht neg. Korr. zu Aktienmarkt. Mehr geht m.E. nicht für einen Privatanleger. Gibt es Alternativen mit nachweislich besseren Ergebnissen?

biggrin.gif

Nachtrag (27./30.10.2016): Bewertet man die von den ausgewæhlten AR-Fonds erzielten Ergebnisse (MAN AHL: 12,1 % p.a. seit 4.96, Vola 16,7%; WINTON: 12,25% p.a. seit 10.97, Vola. 16,03%, Korr. -0,03 zum S&P 500 TRI; Benchmark: 3 M.T Bill 2% p.a. seit 96; zum Vergleich MSCI World Net Return Index: 5,9% p.a. seit 4.96, Vola. 16,53%, alles in USD) mit den von Kommer in "Herleitung und Umsetzung eines passiven Investmentansatzes für Privatanleger" angegebenen Anforderungen an die statistische Signifikanz der Outperformance von Fonds in der folgenden Tablle, wird offensichtlich, dass die klar erfüllt werden. D.h. dass diese beiden AR-Fonds bislang statistisch signifikant Outperformance von ca. 10% p.a. ggü. ihrem korrekten Benchmark mit ca. 15% Vola aufgrund überragender Managementfähigkeiten und nicht zufãllig erzielt haben.

post-33395-0-37074300-1477829855_thumb.jpg

Abschließend noch eine Frage an die AR-Experten: Wie man deutlich sieht, hat der MAN AHL bei ähnlicher Rendite eine deutlich höhere Vola als der Winton. Sollte man den MAN AHL aus dem Grund also rauskicken, da der Winton ja eine höhere risikobezogene Rendite (höheres Sharpe Ratio) liefert? Ich tendiere dazu, ersteren aus Diversifikationsgründen zu behalten und weiterhin zu besparen/rebalancen, da er durch seine höhere Volatilität, die nicht wirklich stört, ein höheres Rebalancing-Premium im Gesamtdepot erzeugen müsste. Sehe ich das richtig?

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Geschrieben · bearbeitet von kafkaesk93

Ich habe in dem Thread keinen „konkreten“ Backtest findenkönnen, was auch schwer sein wird, da mehrere teile der Strategie keinen quantitativen Handelsregeln unterliegen, sondern nach aktiven/intuitiven/zufälligen Kriterien erfolgen soll.

 

Ich denke ganz allgemein, dass man mit Mean Revision Strategienein gänzlich anderes (wahrscheinlich sogar entgegengesetztes)Rendite/Risiko Profil im Vergleich zu Trendfolgestrategien erzielen wird.

 

Zuletzt bleiben die Unsicherheiten innerhalb eines Backtests problematisch. z.B. Währung und Zeithorizont. Nimmt man eine „betanahe“ Trendfolgestrategie (SMA 10 auf Monatsbasis, was dem Klassiker SMA 200 auf Tagesbasis entspricht, long/short) erhält man schöne Ergebnisse in der Vergangenheit:

 

post-21474-0-37398800-1477467036_thumb.png

 

Problem: Die einzige Prognose welche ich mit Sicherheit machen kann ist: Die Zukunft sieht anders aus, als die Vergangenheit. :-*

 

Gruß kafkaesk93

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Geschrieben

Warum wird der stark übergewichtete Immobilienteil nur mittels einem Bruchteil des Immobilienmarktes investiert und zusätzlich mit Homebias?

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Geschrieben · bearbeitet von Smartinvestor

Zwischenbilanz dieses Threads

 

M.E. haben wir jetzt so einiges an langfristigen quantitativen und fundamentalen Daten zusammengetragen, um eine symbiotische Zwischenbilanz ausreichend fundiert daraus ziehen zu können:

 

Passives Buy-and-Hold mit Index-ETFs kombiniert mit AR-Fonds in einer passiv/aktiven Core/Satellite-Strategie plus optimiertes Rebalancing mit relativem Trigger (s.o. Eröffnungspost) kann den rein passiven Indexing-Ansatz nachhaltig verbessern, und es besteht die gut begründete Aussicht auf längerfristigen Bestand dieser Erkenntnis unter der Voraussetzung, dass geeignete AR-Fonds mit entsprechendem Aufwand identifiziert werden können.

 

Ich möchte im Folgenden noch ein paar mir wichtige Punkte aus diesem Thread zur Abrundung dieser Zwischenbilanz aufgreifen.

 

Fortsetzung:

 

Ein bischen aktiv und ein bischen passiv mit starkem Immo-Bias und ohne Rohstoffe liest sich für mich nicht nach einer fundierten Anlagestrategie.

Nachtrag 1.11.2016:

Meine fundierte Motivation für eine aktuell bei vielen namhaften Vermögensverwaltungen verbreitete hybride passiv/aktive Core/Satellite-Anlagestrategie dürfte ebenso klar geworden sein wie mein "starker Immo-Bias", der eigentlich ein negativer Bias ist, siehe auch hier und hier. Zu fehlenden Rohstoffen in meinem Depotvorschlag habe ich bisher nur meine fehlende Ertragserwartung kurz angesprochen, die ich z.B. mit Swensen aber nicht mit Kommer teile, der diesbezüglich jedoch ganz undogmatisch auch zu deren Weglassen bei Skepsis rät. Ergänzend möchte ich einen Buchauszug zitieren - Claude B. Erb/Campbell R. Harvey: "Ertragsquellen und zu erwartende Renditen von Rohstoff-Investments" - wo das Thema wissenschaftlich sehr fundiert erörtert wird mit dem Ergebnis, dass nennenswerte nachhaltige Erträge aus passiven Rohstoffinvestments - m.E. im Gegensatz zu aktiven Rohstoffinvestments z.B. mittels guter AR-Fonds - mehr als fraglich und in der Fachwelt und im WPF höchst umstritten sind, siehe auch hier im WPF. Wo sollen sie auch herkommen, wenn es manche wichtige Rohstoffe mttlerweile im Überfluss gibt, wie z.B. Rohöl, und wenn der sehr erfreuliche "Durchbruch für das Pariser Klimaabkommen" in dieselbe Richtung weist? Ist wahrscheinlich ähnlich wie mit AR-Fonds, wer dran glaubt nimmt sie, wer nicht der nicht. Aber eine Grundanforderung an eine fundierte Anlagestrategie sind passive Rohstoffonds - ähnlich wie AR-Fonds - auf GAR KEINEN FALL! GUTE AR-Fonds sind hingegen ein wesentlich ergiebigerer Ersatz für passive Rohstoffe, da diese aktiv und nachhaltig profitabel in Rohstoffe mit aktienähnlicher Rendite investieren, d.h. sowohl von deren STEIGENDEN ALS AUCH FALLENDEN TRENDS profitieren, und zusätzlich niedrig zu Aktien korrelieren, was die bei passiven Rohstofffonds erwartete "Diversifikationsrendite" m.E. mehr als aufwiegt. Daher profitiert man mit guten AR-Fonds im Depot sogar wesentlch sicherer von Rohstoffen als mit passiven Rohstofffonds.

Auch 35% AR finde ich „mutig“, die Liste gescheiterter AR-Fonds ist sehr lang:

 

<a href="https://www.wertpapier-forum.de/topic/22738-langfrist-fondsdepot-mit-absolute-return-anspruch/">http://www.wertpapie...eturn-anspruch/

 

Tja, woher soll die Rendite auch kommen? Bei einem wirklich marktneutralem Fonds bleibt nichts außer Alpha oder Risikoprämien übrig. Alpha ist schwer, Risikoprämien zahlen meistens in ungünstigen Perioden nicht mehr.

 

Was ich damit sagen möchte ist: sogar wenn man einen Fondsmanagerhat welcher 4% Alpha p.a. (!!!) macht, bleibt davon nach Kosten und Performancefee nicht mehr viel übrig.

 

Ich hoffe ich konnte aufzeigen wo ich Probleme im AR-Bereich sehe.Natürlich kann eine Beimischung interessant sein, 35% ist aber echtgefährlich.

 

Gruß kafkaesk93

Nachtrag 1.11.2016 >:

Woher die Rendite bei AR-Fonds kommen soll? It's Pure Alpha aus den nach wie vor in den weltweiten Märkten reichlich vorhandenen Ineffizienzen, z.B. Value, Momentum und Mean Reversion, siehe Value and Momentum Everywhere - NYU Stern School of Business , mein Post und Swensen: "Regression zum Durchschnitt, einer der mächtigsten Einflussfaktoren in der Finanzwelt, erklärt die Neigung zur Umkehrung von Erfolg und Misserfolg". Die Renditen aus deren Ausbeutung schwanken zwar ähnlich stark wie die aus Aktien (siehe die von kafakaesk93 genannte Quelle: Century of Evidence on Trend-Following Investing) aber sehr vorteilhaft mit 0 oder leicht negativer Korrelation zu diesen. Wenn die Renditen auch und insbes. guter AR-Fonds aktuell etwas zu wünschen übrig lassen, so hat das eine klare eingegrenzte Ursache, nämlich die seit der Finanzkrise massiven Interventionen der größten Zentralbanken weltweit (siehe Alternative Investments: "Bewährungsprobe für Managed Futures"). Also keine Bange, das wird schon wieder. Wer schlau ist nutzt diese Zeit gedrückter AR-Fondskurse zum günstigen Einstieg im Rahmen seines Rebalancings wie bei allen andere Anlagen auch. Wenn sich nach Beendigung der Zentralbankinterventionen wieder besser Trends ausbilden, bin ich überzeugt, dass AR-Fonds wieder voll durchstarten und ganz vorne mitmischen werden (Mean Reversion gilt auch hier). Wie man dieses Potenzial als Kleinanleger sogar selber direkt ohne Umweg über teure AR-Fonds für sich erschließen kann, versuche ich in diesem Thread mit meiner mittlerweile berüchtigten Futures Strategie "am Top zur Hölle", die langfristige Mean Reversion und Momentum Effekte ausbeutet, für jeden einfach nachvollziehbar im Detail zu zeigen und zu dokumentieren. (> Nachtrag 1.11.2016)

Nach der ausführlichen Diskussion von AR-Fonds sind deren Chancen und Risiken m.E. ausreichend klar geworden. Durch fast 20 Jahre Erfahrungen damit sind die für mich persönlich eine Anlageklasse wie alle anderen auch mit sehr ähnlichen Renditepotenzialen und Volatilitäten aber mit dem großen Vorteil der sehr geringen bis leicht negativen Korrelation zu den anderen, was insbesondere in Finanzkrisen unvermeidliche Draw Downs in einer Buy&Hold-Strategie stark abmildert. Glücklicherweise war davon vor fast 20 Jahren auch die ansonsten gegenüber diesen Produkten extrem kritische FINANZtest prinzipiell überzeugt und gab klare Hinweise zur Depotbeimischung, siehe „Sicheres Risiko“, FINANZtest 9/97, S.59-60:

 

Futures Fonds ohne Garantie können theoretisch eine sinnnvolle Ergänzung innerhalb eines gut sortierten Aktien- und Rentendepots sein, sollten aber niemals fünf bis zehn Prozent des gesamten Depotwertes übersteigen
.

Entsprechend diesem Hinweis hatte ich zunächst nur 10% Depotanteil mit einem einzigen Fonds (MAN AHL). Durch kontinuierlich sehr vorteihaften Renditebeitrag bin ich dann damit vorsichtig auf 15% hochgegangen. Seit 5 Jahren habe ich nun 2 AR-Fonds (MAN AHL und WINTON) mit insgesamt 20 % Anteil im Depot. Jetzt gehe ich hoch auf 3 mit insgesamt 35 % Anteil. Anstreben tue ich insgesamt 4 AR-Fonds gleichverteilt auf 35% Anteil, wenn ich ausreichend bewährte identifiziert habe. Gute Vorschläge sind jederzeit willkommen.

 

Genau aus diesem Grund setze ich die Talmud-Strategie auch nicht naiv bzw. wortwörtlich um sondern modern interpretiert mit AR-Fonds statt reinem Cash. Es ist nämlich eine Grundanforderung an die vorteilhafte Nutzung zeitloser Weisheiten, diese in die heutige Zeit zu übersetzen.

 

Nachtrag 30.10.2016:

Die Grundmotivation für die Wahl dieses auch Gleichverteilungsstrategie genannten Ansatzes ist dessen Zeitlosigkeit, d.h. er liefert über sehr lange Zeiträume, in denen alle 3 talmudischen Grundanlageklassen Aktien, Immobilien und Anleihen/Geldmarkt (nach Talmud "Reserve") abwechselnd über lange Zeiträume mal vorne liegen können, was man aber vorher nicht weiß, die besten Ergebnisse. Auch wenn es nicht um 60+ Jahre wie im vorliegenden Fall gehen würde, nähme ich die Talmud-Strategie in meiner modern interpretierten Form mit AR-Fonds statt Anleihen oder Cash, da ich damit seit 18 Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht habe und es völlig offen ist, welche Anlageklasse in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vor dem Hintergrund einer durch viele Zentralbanken weltweit extremen Verzerrung der Zinslandschaft und damit auch der weltweiten Finanzmärkte vorne liegen wird. So liegt man mit einer rebalanced Buy-and-Hold Strategie nie weit daneben. Das scheint auf Interesse im WPF zu stoßen, denn ich habe schon mehrere direkte Anfragen nach der Talumd-Strategie und AR-Fonds erhalten, die beide bislang m.E. zu wenig Beachtung im WPF gefunden haben.

 

* Persönlicher Ausblick

Ich persönlich tippe auf gute AR-Fonds vor Aktien, Immobilien und Anleihen/Geldmarkt mindestens für die kommenden 10-20 Jahre, da Aktien, Anleihen/Geldmarkt und Immobilien für lange Zeit aufgrund der aktuellen Verzerrungen kaum vorankommen aber sich bei der bald ausbrechenden wilden Jagd nach Rendite wieder starke Trends ausbilden werden. Von denen kann man primär mittels guter AR-Fonds und ein bischen über das Rebalancing Premium profitieren (Diversifikations-Rendite), nachdem die Zentralbanken ihre massiven Interventionen (hoffentlich) irgendwann beendet haben werden. Vor diesem Hintergrund ersetze ich aktuell sukzessive alle Anleihe/Geldmarkt-Anteile in meinen und in den von mir betreuten Depots durch gute AR-Fonds und plane, das langfristig so beizubehalten, da die Benchmark von AR-Fonds sowieso der Geldmarkt ist und ich durch deren praktisch 0-Korrelationen zu Aktien schon von kleinsten Alpha-Renditen ggü. reinen Geldmarktanlagen überproportional profitiere bzgl. Risikosenkung des Gesamtdepots.

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Geschrieben · bearbeitet von Smartinvestor

Warum wird der stark übergewichtete Immobilienteil nur mittels einem Bruchteil des Immobilienmarktes investiert und zusätzlich mit Homebias?

Ist die Frage richtig herum gestellt, denn ich halte den Immobilienanteil nicht für über- sondern eher für untergewichtet, Begründung siehe Post?

 

Wie ist deine Frage bzgl. Bruchteil des Immo-Marktes zu verstehen? Ich habe m.W. mit den 3 ETFs alle 3 großen Weltregionen abgedeckt. Homebias ist der Anforderung an Übergewichtung der Heimatwährung EUR geschuldet, siehe Eröffnungsthread.

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Geschrieben

Ich habe in dem Thread keinen „konkreten“ Backtest findenkönnen, was auch schwer sein wird, da mehrere teile der Strategie keinen quantitativen Handelsregeln unterliegen, sondern nach aktiven/intuitiven/zufälligen Kriterien erfolgen soll.

 

Ich denke ganz allgemein, dass man mit Mean Revision Strategienein gänzlich anderes (wahrscheinlich sogar entgegengesetztes)Rendite/Risiko Profil im Vergleich zu Trendfolgestrategien erzielen wird.

 

Zuletzt bleiben die Unsicherheiten innerhalb eines Backtests problematisch. z.B. Währung und Zeithorizont. Nimmt man eine „betanahe“ Trendfolgestrategie (SMA 10 auf Monatsbasis, was dem Klassiker SMA 200 auf Tagesbasis entspricht, long/short) erhält man schöne Ergebnisse in der Vergangenheit:

 

post-21474-0-37398800-1477467036_thumb.png

 

Problem: Die einzige Prognose welche ich mit Sicherheit machen kann ist: Die Zukunft sieht anders aus, als die Vergangenheit. :-*

 

Gruß kafkaesk93

Hi Kafkaesk93,

darf ich dich auf meine Antwort im dafür besser passenden Thread verweisen.

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Geschrieben

Warum wird der stark übergewichtete Immobilienteil nur mittels einem Bruchteil des Immobilienmarktes investiert und zusätzlich mit Homebias?

Ist die Frage richtig herum gestellt, denn ich halte den Immobilienanteil nicht für über- sondern eher für untergewichtet, Begründung siehe Post?

 

Wie ist deine Frage bzgl. Bruchteil des Immo-Marktes zu verstehen? Ich habe m.W. mit den 3 ETFs alle 3 großen Weltregionen abgedeckt. Homebias ist der Anforderung an Übergewichtung der Heimatwährung EUR geschuldet, siehe Eröffnungsthread.

Die Indizes bilden nur einen Bruchteil der weltweiten Immobilien ab und auch nur einen Teil der investierbaren Immobilien.

Sind die Positionen überhaupt 100% Immobilien oder eher eine Mischung?

Hast du die Factsheets der Anlagevehikel angesehen?

Auf welche Währung wettet man bei der angestrebten Zusammensetzung, welche Regionen fehlen bzw. sind untergewichtet und wird der ganze Markt überhaupt investiert?

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Geschrieben · bearbeitet von Smartinvestor

Die Indizes bilden nur einen Bruchteil der weltweiten Immobilien ab und auch nur einen Teil der investierbaren Immobilien.

Sind die Positionen überhaupt 100% Immobilien oder eher eine Mischung?

Hast du die Factsheets der Anlagevehikel angesehen?

Auf welche Währung wettet man bei der angestrebten Zusammensetzung, welche Regionen fehlen bzw. sind untergewichtet und wird der ganze Markt überhaupt investiert?

 

Hi IRRer-Zins,

das ist absolut richtig. Grund ist natürlich, dass der Immobilienmarkt nur zu einem sehr geringen Anteil in REITs verbrieft ist (ca. 1%, abgeleitet aus „Erfolgreich investieren“ von Swensen). Die vorgeschlagenen REIT ETFs sind bei dieser Gegebenheit aber aus meiner pragmatischen Sicht die aktuell effizienteste und breitest mögliche Abdeckung der weltweiten Immobilien, wobei die Abdeckung natürlich sehr begrenzt bleibt. Auch Swensen und Kommer können dem Kleinanleger nichts besseres anbieten.

Es wird daher temporär zu mehr oder weniger großen Abweichungen der REIT ETF-Entwicklung von der tatsächlichen Entwicklung der weltweiten Immobilien kommen. Dadurch entstehen aber Arbitragechancen, die nicht innerhalb von Tagen, Wochen oder Monaten aber im Zeitraum von ca. 5+/-- Jahren wahrgenommen werden (Mean Reversion). Dadurch werden aber die Werte der weltweiten Immo-ETFs in größeren Abständen immer mal wieder in die Nähe der Werte der weltweiten Immobilien gebracht. Als sehr langfristiger Buy-and-Hold-Anleger stört mich das jedoch nicht, da ich im langfristigen Mittel damit trotzdem den durchschnittlichen Immobilienertrag erziele. Dieser wird durch das Rebalancing Premium sogar noch erhöht, und zwar umso höher je mehr der Wert der Immo-ETFs schwankt.

Grundlage meiner REIT-Allokation sind "Souverän investieren" von Kommer sowie "Erfolgreich investieren" von Swensen, der seine Erkenntnisse und Empfehlungen wie folgt zusammenfasst:

 

Was Rendite und Risiko anbelangt, liegen Immobilien zwischen risikoreichen Aktienanlagen und weniger risikoreichen Anleihen. Die hybride Natur der erwarteten Eigenschaften von Investitionen in Anleihen und Aktien entspricht der hybriden Natur der Eigenschaften von Immobilieninvestitionen. Die starke Korrelation mit der Inflation macht Immobilienwerte zu einem ausgezeichneten Diversifizierungsinstrument für Anlegerportfolios. Anleger in Immobilienwerte haben die Möglichkeit, zwischen börsennotierten und privaten Anlageinstrumenten auszuwählen. Wenngleich vernünftige Alternativen in beiden Immobilienanlageformen bestehen, achten umsichtige Anleger dennoch auf die Gebührenstruktur und wägen die verschiedenen Optionen gegen passiv verwaltete börsennotierte REIT-Fonds ab.

Swensen geht also ebenso wie ich davon aus, dass die Anlageklasse Immobilien über REITs sinnvoll abgedeckt werden kann. Ich gehe jedoch mit meiner weltweiten Immo-Diversifikation noch einen Schritt weiter als Swensen, der sowohl in seinem Buch als auch im Yale Endowment Funds ausschließlich auf Immobilien in seinem Land USA mit einem Anteil bis 20% setzt. Leider begründet er diese Beschränkung nicht. Kommer setzt hingegen in "Souverän investieren" auf globale Immobilien mittels dem o.a. globalen REIT ETF. Ich nehme hingegen 3 REIT ETFs der 3 großen Weltregionen, um damit durch deren größere Schwankungen das Rebalancing Premium zu erhöhen.

 

Das Studium der Factsheets ist für mich eine selbstverständliche Mindest-Voraussetzung für die Auswahl sinnvoller Depotbestandteile. Stellvertretend für alle drei Immo-ETFs sei verwiesen auf: iShares Developed Markets Property Yield UCITS ETF. Basis ist der EPRA/NAREIT Developed Dividend+ Index - FTSE:

 

The FTSE EPRA/NAREIT Global Real Estate Index Series is designed to represent general trends in eligible real estate equities worldwide. Relevant activities are defined as the ownership, disposal and development of income-producing real estate. The index series now covers Global, Developed and Emerging indices, as well the UK's AIM market. The FTSE EPRA/NAREIT Developed Dividend+ Index represents stocks that have a one-year forecast dividend yield of 2% or greater. The index is then weighted by market capitalisation in line with the free-float adjusted EPRA/NAREIT Developed Index. The FTSE EPRA/NAREIT Developed Dividend+ Index is suitable for use as the basis for investment products, such as derivatives and Exchange Traded Funds (ETFs). [/Quote]

 

Mit 50% Anteil des iShares European Property Yield UCITS ETF, der alle europäischen Industrieländer außer UK und Griechenland enthält, kommt man auf einen EUR-Anteil von ca. 40% bei den Immobilien. Mit 25% Anteil des iShares US Property Yield UCITS ETF entsprechend 25% USD und mit 25% Anteil des iShares Asia Property Yield UCITS ETF 25% Währungen von Hongkong (8%), Japan (7%), Australien (6%), Singapur (2%) und weitere. UK, Griechenland und EM fehlen.

 

Vielen Dank für deine anregenden Fragen und Kommentare.

 

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Mit 50% Anteil des iShares European Property Yield UCITS ETF, der alle europäischen Industrieländer außer UK und Griechenland enthält, kommt man auf einen EUR-Anteil von ca. 40% bei den Immobilien. Mit 25% Anteil des iShares US Property Yield UCITS ETF entsprechend 25% USD und mit 25% Anteil des iShares Asia Property Yield UCITS ETF 25% Währungen von Hongkong (8%), Japan (7%), Australien (6%), Singapur (2%) und weitere. UK, Griechenland und EM fehlen.

Richtig, aber man hat gleichzeitig eine starke Übergewichtung von SEK, NOK und CHF, die insgesamt ca. 10% Anteil ausmachen. Dazu kein UK und US stark untergewichtet.

EM sind uninteressant, da schwer zugänglich, eher intransparent und nicht gerade große Werte dort liegen.

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Mit 50% Anteil des iShares European Property Yield UCITS ETF, der alle europäischen Industrieländer außer UK und Griechenland enthält, kommt man auf einen EUR-Anteil von ca. 40% bei den Immobilien. Mit 25% Anteil des iShares US Property Yield UCITS ETF entsprechend 25% USD und mit 25% Anteil des iShares Asia Property Yield UCITS ETF 25% Währungen von Hongkong (8%), Japan (7%), Australien (6%), Singapur (2%) und weitere. UK, Griechenland und EM fehlen.

Richtig, aber man hat gleichzeitig eine starke Übergewichtung von SEK, NOK und CHF, die insgesamt ca. 10% Anteil ausmachen. Dazu kein UK und US stark untergewichtet.

EM sind uninteressant, da schwer zugänglich, eher intransparent und nicht gerade große Werte dort liegen.

Ja, das sind die kleinen pragmatischen Kompromisse, die ich gern für eine übersichtliche pflegeleichte aber trotzdem leistungsfähige Anlagestrategie eingehe. Solange diese "starken" Über- und Untergewichtungen jeweils weniger als 5% des Gesamtdepots ausmachen, sind sie nach Swensen zum Glück irrelevant.

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Geschrieben · bearbeitet von Smartinvestor

Update

 

Hallo,

habe mich gerade ein paar ruhige Stunden hingesetzt, um nochmal in Ruhe durch diesen Thread zu gehen, den Schatz an Informationen darin zu reflektieren und hier und da noch ein paar zur Vollständigkeit oder Abrundung zu ergänzen. Habe darauf jeweils mit „Nachtrag 30.10.2016“ hingewiesen, damit evtl. Argumentationsbrüche zu folgenden Diskussionbeiträgen nachvollziehbar sind. Außerdem habe ich die m.E. wichtigesten Kernaussagen gefettet.

 

Hier eine Übersicht mit Links auf ergänzte Beiträge:

In eigener Sache:

Vor kurzem wurde mir aufgrund meiner "eigenen Interpretation" der Mathematik im anderen Thread der neue Mitgliedertitel "Scharlatan" verliehen. Ich habe den gern angenommen, da ich bislang nicht wusste, was ich in meinem Profil da reinschreiben soltte. Außerdem taugt er mir sehr gut als originelles Alleinstellungsmerkmal, das neue Leser meiner Beiträge zur nötigen Vorsicht beim Lesen meiner vielleicht manchmal etwas unkonventionellen Ansichten und Vorschläge gemahnt. Diese gedenke ich auch weiterhin im WPF zu verbreiten, weil ich ein Fan des tollen WPF geworden bin und zwar nicht nur wegen seiner wenigen Wissenden sondern gerade auch wegen all der vielen anderen Scharlatane. Aber ich versichere, dass ich es nur gut meine mit dem was ich beitrage, auch wenn es manchmal unbequem klingen und bisherige Denkmuster in Frage stellen sollte. Aber so bin ich halt - kritisch, kreativ und direkt - ich kann nicht anders.

wink.gif

 

Viele Grüße vom

Scharlatan

00000781.gif

 

...wider den tierschen Ernst...

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Geschrieben

Diese gedenke ich auch weiterhin im WPF zu verbreiten, weil ich ein Fan des tollen WPF geworden bin und zwar nicht nur wegen seiner wenigen Wissenden sondern gerade auch wegen all der vielen anderen Scharlatane

Oh je, der nächste.... und wieviel % sind dümmer als du? Bei Bernoulli sind es 99% :rolleyes:

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Geschrieben · bearbeitet von Smartinvestor

Diese gedenke ich auch weiterhin im WPF zu verbreiten, weil ich ein Fan des tollen WPF geworden bin und zwar nicht nur wegen seiner wenigen Wissenden sondern gerade auch wegen all der vielen anderen Scharlatane

Oh je, der nächste.... und wieviel % sind dümmer als du? Bei Bernoulli sind es 99% :rolleyes:

no comment

tongue.gif

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