Trackingdifferenzen und Auswirkung ausländischer Quellensteuern von World- und EM-ETFs für ÖSTERREICHISCHE AnlegerInnen

  • Trackingdifferenz
  • Quellensteuer
  • Österreich
  • Steuern
  • ETF

Geschrieben · bearbeitet von votacom
Erweiterung um Analyse für MSCI Emerging Markets

Analog zum berüchtigten Holzmeier-Thread möchte ich einen Performance-Vergleich von ETFs auf den MSCI World und den MSCI Emerging Markets präsentieren, unter besonderer Berücksichtigung der steuerlichen Situation für in Österreich steuerlich Ansässige, speziell unter Berücksichtigung der Anrechenbarkeit im Ausland einbehaltener Quellensteuern auf die KESt.

 

Warum das alles?

Die steuerliche Situation in AT stellt sich ähnlich dar wie in DE bis 2017 (vgl. zweiter Post im Holzmeier-Thread):

  • Es entsteht ein Steuerstundungseffekt bei Fonds, die keine internen Ausschüttungen verzeichnen. (In der Regel relevant für die aussterbenden swap-basierten Thesaurierer)
  • Im Ausland einbehaltene Quellensteuern von fondsinternen Ausschüttungen können teilweise auf die KESt angerechnet werden. (In der Regel relevant für physische Replizierer)

Der sich auf die steuerliche Situation in DE bis 2017 beziehende Holzmeier-Post hat aber nur bedingt Relevanz für ÖsterreicherInnen, da für die Untersuchung erstens nur physische Ausschütter verglichen wurden und zweitens Deutschland vermutlich geringfügig andere Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat als Österreich, was zu einem Unterschied bei der steuerlichen Anrechnung führen kann.

 

Ein für mich überraschendes Ergebnis der Holzmeier-Untersuchung (in Bezug auf die DE-Steuersituation bis 2017) war, dass die QuSt-Anrechenbarkeit (bei physischen Replizierern) ein recht sattes Renditeplus von bis zu rund 0,4% p.a. bewirkt gegenüber synthetisch replizierenden ETFs. Das beeinflusst das Ranking der ETFs wesentlich.

 

Die Auswirkungen des Steuerstundungseffektes (tritt nur bei bestimmten thesaurierenden Swappern auf) habe ich nicht analysiert. Wegen ähnlicher Steuersätze (26,375% vs. 27,5%) ist aber anzunehmen, dass die Analyseergebnisse von Holzmeier auch für Österreich zutreffen, der Effekt also z.B. bei einer Haltedauer von 10 Jahren 0,11% p.a. Zusatz-Vorsteuerrendite ausmacht. Zu erwähnen ist, dass ComStage wegen der dt. Investmentsteuerreform angekündigt hat, von thesaurierend auf ausschüttend umzustellen, wodurch der Steuerstundungseffekt für ÖsterreicherInnen flach fallen würde. Es ist nicht auszuschließen, dass andere Thesaurierer diesem Beispiel folgen.

 

Zur Methodik

Verglichen wurden alle auf justetf.com gelisteten ETFs auf den MSCI World und den MSCI Emerging Markets (außer die drei gerade erst aufgelegten von Amundi und Xtrackers) sowie zwei auf den FTSE Developed bzw. FTSE EM basierende Vanguard-ETFs. All diese Fonds sind OeKB-Meldefonds.

 

Für die Berechnung der Trackingdifferenzen wurden die Kalenderjahre 2014 bis 2017 betrachtet. Die jeweilige kalenderjährliche Wertentwicklung in EUR wurde von Justetf übernommen (für die Vanguard in USD). Die Wertentwicklungen des MSCI World Net Total Return in EUR stammen von investing.com, jene des MSCI EM NTR in EUR von den Lyxor/Amundi KIIDs. Die Wertentwicklungen der FTSE in USD stammen von den Vanguard-KIIDs, da ich keine bessere Quelle gefunden habe.

Die Überperformances der einzelnen Jahre wurden pro ETF geometrisch gemittelt, wodurch sich ein durchschnittliches Alpha ergibt (negativ bedeutet Underperformance, positiv Outperformance).

Soweit sollte die Methodik mit der von Holzmeier übereinstimmen (modulo andere Datenquellen, andere betrachtete Jahre, Vorzeichenwechsel bei TD/Alpha).

 

Für die Analyse der Auswirkungen der anrechenbaren Quellensteuern wurde für jeden ETF die jeweils neueste OeKB-Jahresmeldung von profitweb.at herangezogen. Relevant sind die Beträge der Positionen 6.1 ("Korrekturbetrag ausschüttungsgleicher Ertrag für Anschaffungskosten"), 6.2 ("Korrekturbetrag Ausschüttung für Anschaffungskosten") sowie 12 ("Österreichische KESt, die durch Steuerabzug erhoben wird"). Die Differenz zwischen 27,5% des Netto-Korrekturbetrages und der einbehaltenen KESt ergibt den Netto-Bonus, über den sich die Anlegerin im jeweiligen Geschäftsjahr freuen darf (in Fondswährung). Dieser wird in Relation zum ETF-Stückpreis zu Beginn des Geschäftsjahres gestellt (Quelle: Onvista; KAG-Preis in Fondswährung) und in eine Vorsteuer- (aka Brutto-) Rendite mit Steuerbasis 27,5% umgerechnet.

 

Diese wird zum vorhin errechneten Alpha (geometrisch) hinzugerechnet, wodurch sich jene durchschnittliche, jährliche Bruttoperformance ergibt, die man erwarten würde, wenn man alle Erträge mit 27,5% KESt versteuern würde. (Anders gesagt: jene Bruttoperformance, zu der die steuerlichen Spezialeffekte durch QuSt-Anrechnung hinzugerechnet wurden)

 

Zu beachten sind folgende unterstellte Verallgemeinerungen und Vereinfachungen:

  • Historisch Werte lassen nur bedingt auf die Zukunft schließen. V.a. die gerade in Kraft getretene bundesdeutsche Investmentsteuerreform könnten manche Anbieter zum Anlass nehmen, den Modus, wie der ETF den Index nachbildet, zu verändern. Damit meine ich gar nicht ausschließlich die Umstellung von thesaurierend auf ausschüttend, sondern z.B. auch das Auslagern von Aktien vor Dividendenzahlung und das Wiedereinlagern ex Dividende, was freilich die QuSt-bedingte Zusatzrendite massiv beeinflusst.
  • Die Geschäftsjahre der einzelnen ETFs unterscheiden sich durch den Monat, mit dem sie beginnen. Es wurde zwar jeweils ein ganzes Jahr betrachtet, doch ist nicht auszuschließen, dass die Unternehmen im MSCI World in einem Kalenderjahr weniger Dividenden ausgeschüttet haben als im anderen. Das beeinflusst natürlich auch die Höhe der anrechenbaren Quellensteuern.
  • Steuerzeug ist kompliziert. Ich bin weder Steuerberater noch -eintreiber und kann nicht ausschließen, dass ich die profitweb.at-Werte falsch interpretiert habe.
  • Es wurden (nur) vier Kalenderjahre für die Berechnung der Trackingdifferenz der Handelswertentwicklung herangezogen.
  • Die berechneten Alphas von den Vanguards sollten mit Vorsicht genossen werden (anderer Index, andere Währung, andere Datenquellen). Die QuSt-bezogenen Berechnungen sind hingegen schon vergleichbar.
  • Die Berechnungen nehmen an, dass Kapitalerträge mit der KESt versteuert werden. Wer sich für eine Regelbesteuerung entscheidet, für den sehen die Berechnungen anders aus.

 

Die Resultate

 

Screenshot_2018-03-12_03-57-28.png

Abb. 1: Farbcode für ETFs

 

Developed World

 

Screenshot_2018-03-12_03-51-07.png

Abb. 2: Resultate der Performance-Untersuchung verschiedener Developed World-ETFs für in Österreich steuerlich ansässige PrivatinvestorInnen, absteigend sortiert nach der Überperformance nach KESt. Alpha bezeichnet die Überrendite gegenüber dem MSCI World TRN (bzw. FTSE Developed für Vanguard). Lesebeispiel: "Die Handelswertentwicklung des physisch thesaurierenden iShares-ETF hat den MSCI World TRN-Index im Jahr 2015 um 0,24 Prozentpunkte geschlagen. Im Durchschnitt der Kalenderjahre 2014 bis 2017 hat sie den Index um 0,18 Prozentpunkte p.a. geschlagen. Durch die Anrechnung einbehaltener ausländischer Quellensteuer entsteht für einen Privatanleger in Österreich bei diesem Fonds eine Zusatzrendite von 0,12 Prozentpunkten p.a. Insgesamt darf er sich daher über eine theoretische Brutto-Outperformance von 0,3 Prozentpunkten p.a. freuen. Der Anleger macht daher nach Steuern die gleiche Wertentwicklung mit als hätte er in einen synthetischen Ausschütter investiert, der den Index um 0,3 Prozentpunkte p.a. schlägt." Spreadsheet zum Download: TD und QuSt.ods
 

Die deutlichen "Gewinner" sind die physisch replizierenden Xtrackers - nicht nur dank derer Überperformance in der Handelswertentwicklung, die ja auch Holzmeier entdeckt hat, sondern auch, weil sie fondsintern Dividenden erhalten haben, für die sie Quellensteuern abführen haben müssen, die eine österreichische Privatanlegerin aber auf ihre KESt anrechnen lassen kann.

Der Vanguard-ETF auf den FTSE-Index hat eine ähnlich hohe QuSt-Anrechenbarkeit wie die physisch replizierenden Xtrackers, seine Handelswertentwicklung kann in meiner Analyse jedoch den FTSE-Index nur schwach schlagen. An dieser Stelle ein Verweis auf den Disclaimer oben: die Handelswertentwicklung ist nur bedingt vergleichbar mit der der anderen ETFs, weil der zugrundeliegende Index und die Quellen der Daten andere sind.

 

Schön zu sehen ist, dass tatsächlich keiner der Swapper QuSt-relevante Ausschüttungen erzielt. Die scheinen alle ein ausschüttungsloses Trägerportfolio zu haben.

 

Was die UBS-Dinger aufführen, kann ich mir leider nicht erklären. Die melden Steuern, die höher sind als 27,5% des Korrekturbetrags. Auch hier ein Verweis auf den Disclaimer oben: Vielleicht habe ich die OeKB-Werte fehlinterpretiert bzw. hätte irgendwelche kleinen Meldepositionen miteinbeziehen müssen.

 

Emerging Markets

 

Screenshot_2018-03-14_20-31-41.png

Abb. 3: Resultate der Performance-Untersuchung verschiedener Emerging Markets-ETFs für in Österreich steuerlich ansässige PrivatinvestorInnen, absteigend sortiert nach der Überperformance nach KESt. Alpha bezeichnet die Überrendite gegenüber dem MSCI Emerging Markets TRN (bzw. FTSE EM für Vanguard). Lesebeispiel analog zu Abb. 2. Spreadsheet zum Download: TD und QuSt EM.ods

 

So wie es aussieht, haben anrechenbaren Quellensteuern quasi keine Auswirkungen auf die Rendite von Emerging Markets-ETFs für österreichische Anleger. Diese Erkenntnis steht im Widerspruch zu jener von Holzmeier für Deutschland, in dem die zwei untersuchten EM-ETFs sehr wohl Auswirkungen in der Größenordnung von 0,25% p.a. haben. Die Gründe hierfür müssen noch untersucht werden. Auch hier gilt: ich kann nicht ausschließen, einen methodischen Fehler bei der Interpretation der OeKB-Tabellen begangen zu haben.

 

Fazit

Wer als Privatanleger, der in Österreich steuerpflichtig ist, in ETFs investieren will, sollte nicht nur auf die TER achten, sondern sowohl Trackingdifferenzen als auch die Auswirkung ausländischer Quellensteuern als Kriterien für die Fondsauswahl miteinbeziehen. Die Spannweite der Developed-World-ETFs reichen bis zu einem Brutto-Renditeunterschied von jährlich ca. 0,8%. Der Steuerstundungseffekt greift nur bei thesaurierenden Swappern und beträgt bei einer 10-jährigen Haltedauer ca. 0,1% p.a. Zudem ist ungewiss, ob diese Swapper den aktuellen Marktumbruch überleben werden.

 

Die dazu äußerst verschiedenen Resultate in Bezug auf Emerging Markets-ETFs bedürfen noch weiteren Untersuchungen.

 

Ich freue mich, wenn ich einigen ihre Produktauswahl erleichtern konnte und bin für Kritik und Kommentare sehr dankbar.

 

Changelog

12.03.2018: Erstellung des Threads, Analyse für MSCI World

14.03.2018: Erweiterung um Analyse für MSCI Emerging Markets

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vor 14 Stunden schrieb votacom:

Ist der wirklich so schlimm?

 

 

Es wird interessant sein zu beobachten, ob bzw. wie die KAGs auf die deutsche Steuerreform reagieren. Aus Sicht eines deutschen Anlegers sollte ein ETF ab 2018 moeglichst wenig anrechenbare auslaendische Quellensteuer aufweisen, sondern die Steuergutschriften so weit wie irgend moeglich zur Deckung interner Kosten einsetzen. Aus Sicht eines oesterreichischen Anlegers waere das nach derzeitigem Steuerrecht vermutlich egal.

 

 

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Eine Ehre, dieser hohe Besuch ;)

 

3 minutes ago, Holzmeier said:

Es wird interessant sein zu beobachten, ob bzw. wie die KAGs auf die deutsche Steuerreform reagieren. Aus Sicht eines deutschen Anlegers sollte ein ETF ab 2018 moeglichst wenig anrechenbare auslaendische Quellensteuer aufweisen, sondern die Steuergutschriften so weit wie irgend moeglich zur Deckung interner Kosten einsetzen.

Korrekt.

 

4 minutes ago, Holzmeier said:

Aus Sicht eines oesterreichischen Anlegers waere das nach derzeitigem Steuerrecht vermutlich egal.

Vielleicht reden wir aneinander vorbei, aber genau das sehe ich anders. Wenn der ETF in Zukunft die gleiche Trackingdifferenz aufweist wie bisher, aber keine anrechenbaren Quellensteuern abliefert, ist das für österreichische AnlegerInnen schlecht. Die QuSt "umgehen" (in dem Sinn, dass der ETF in Zukunft eine umso bessere Trackingdifferenz erzielt) kann er vermutlich nicht, denn dann hätte er es in der Vergangenheit auch schon gemacht, um der Konkurrenz gegenüber besser dazustehen. (Die anrechenbare QuSt wird ja allgemein beim ETF-Vergleich gar nicht in Betracht gezogen.)

Deshalb habe ich als Österreicher ein Bisschen Angst davor, wenn die KAGs nun beginnen, QuSt zu vermeiden, indem sie z.B. die Aktien rund um den Dividendenstichtag verleihen.

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vor 46 Minuten schrieb votacom:

Eine Ehre, dieser hohe Besuch ;)

na ja ...

 

 

vor 46 Minuten schrieb votacom:

Vielleicht reden wir aneinander vorbei, aber genau das sehe ich anders. Wenn der ETF in Zukunft die gleiche Trackingdifferenz aufweist wie bisher, aber keine anrechenbaren Quellensteuern abliefert, ist das für österreichische AnlegerInnen schlecht. Die QuSt "umgehen" (in dem Sinn, dass der ETF in Zukunft eine umso bessere Trackingdifferenz erzielt) kann er vermutlich nicht, denn dann hätte er es in der Vergangenheit auch schon gemacht, um der Konkurrenz gegenüber besser dazustehen. (Die anrechenbare QuSt wird ja allgemein beim ETF-Vergleich gar nicht in Betracht gezogen.)

Wenn die anrechenbaren QSt zur Deckung der internen Kosten verwendet wuerden und sinkt automatisch die Trackingdifferenz um genau diesen Betrag, so dass Anleger suedlich des Alpenhauptkamms m.E. keinen Schaden nehmen wuerden.

 

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10 minutes ago, Holzmeier said:

Wenn die anrechenbaren QSt zur Deckung der internen Kosten verwendet wuerden und sinkt automatisch die Trackingdifferenz um genau diesen Betrag, so dass Anleger suedlich des Alpenhauptkamms m.E. keinen Schaden nehmen wuerden.

Ein Argument, das dagegen spricht, ist mMn: Wenn das in diesen Größenordnungen ginge, hätten sie es früher auch schon gemacht, um ein besseres Morningstar-Rating zu bekommen.

 

Vermutlich (ich kenne die irischen/LU/FR-DBAs nicht) können die Fonds nicht so viel einbehaltene Quellensteuern intern anrechnen wie ich es als österreichischer Anteilsinhaber könnte. Zudem ist beim Beispiel Xtrackers die Gesamtkostenquote niedriger als die anrechenbaren Quellensteuern.

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Toller Thread, vielen Dank für die Recherche!! Langsam könnte man schon ein Unterforum für uns Österreicher einrichten, da sowieso alles anders bei uns ist hehe.. Emerging Markets werden sich wahrscheinlich analog dazu verhalten?

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vor 14 Stunden schrieb votacom:

Ein Argument, das dagegen spricht, ist mMn: Wenn das in diesen Größenordnungen ginge, hätten sie es früher auch schon gemacht, um ein besseres Morningstar-Rating zu bekommen.

Keine Ahnung, was aus Sicht der KAGs bisher dagegen gesprochen hat. Jetzt spricht jedenfalls auf einem der groessten europaeischen Anlagemaerkte etwas deutlich dafuer.

 

 

vor 14 Stunden schrieb votacom:

Vermutlich (ich kenne die irischen/LU/FR-DBAs nicht) können die Fonds nicht so viel einbehaltene Quellensteuern intern anrechnen wie ich es als österreichischer Anteilsinhaber könnte. Zudem ist beim Beispiel Xtrackers die Gesamtkostenquote niedriger als die anrechenbaren Quellensteuern.

Die TER plus Transaktions-, Pruef-, und ggf. weitere Verwaltungskosten waeren in der Tat die Obergrenze fuer eine Anrechnung. Aber wenn danach von den auslaendischen Quellensteuern immer noch was uebrig bleibt werden diese dann (fuer euch) sicher auch weiterhin ausgewiesen.

 

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10 hours ago, Holzmeier said:

Die TER plus Transaktions-, Pruef-, und ggf. weitere Verwaltungskosten waeren in der Tat die Obergrenze fuer eine Anrechnung. Aber wenn danach von den auslaendischen Quellensteuern immer noch was uebrig bleibt werden diese dann (fuer euch) sicher auch weiterhin ausgewiesen.

Warum dem Fiskus was schenken, wenn die KAG die Aktien rund um den Dividendenstichtag bei ihren jeweiligen ausländischen Konzernschwestern gegen ein TRN-Zertifikat tauschen und sich so die Quellensteuern selbst einstecken kann? Dem deutschen Anleger ist das egal, dem österreichischen nicht.

 

Aber du hast Recht, was nach der Kostenverrechnung noch an QuSt übrigbleibt, wird nicht so viel sein, dass das die Rendite wesentlich beeinflusst.

Es steht halt wirklich noch in den Sternen, was sich in den ETFs so ändern wird.

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12 hours ago, Finanzjohnny said:

Emerging Markets werden sich wahrscheinlich analog dazu verhalten?

So weit würde ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. Mit Schwellenländern bestehen tendenziell weniger bzw. weniger umfangreiche Doppelbesteuerungsabkommen. Ich finde jetzt den Thread nicht mehr, aber irgendwo im Forum wurden Zahlen gepostet (ich glaube mit Referenz zum Quellensteuer-Kommer), die belegen, dass bei EM-ETFs wesentlich weniger Quellensteuern anrechenbar sind als bei World-ETFs.

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vor 11 Stunden schrieb votacom:

Warum dem Fiskus was schenken, wenn die KAG die Aktien rund um den Dividendenstichtag bei ihren jeweiligen ausländischen Konzernschwestern gegen ein TRN-Zertifikat tauschen und sich so die Quellensteuern selbst einstecken kann? Dem deutschen Anleger ist das egal, dem österreichischen nicht.

Der deutsche Markt ist zwar gross, aber nicht alles. Es wird sicher ueber AT hinaus weitere Laender in Europa geben, in denen die QSt weiterhin angerechnet werden kann. Mithin sollte der Wettbewerb dafuer sorgen, dass dein Scenario nicht (im Uebermass) eintritt.

 

 

vor 7 Stunden schrieb votacom:

Ich finde jetzt den Thread nicht mehr, aber irgendwo im Forum wurden Zahlen gepostet (ich glaube mit Referenz zum Quellensteuer-Kommer), die belegen, dass bei EM-ETFs wesentlich weniger Quellensteuern anrechenbar sind als bei World-ETFs.

Zumindest in der Vergangenheit war es durchaus vergleichbar, siehe ggf. hier in Tab. 11.

 

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5 hours ago, Holzmeier said:

Der deutsche Markt ist zwar gross, aber nicht alles. Es wird sicher ueber AT hinaus weitere Laender in Europa geben, in denen die QSt weiterhin angerechnet werden kann. Mithin sollte der Wettbewerb dafuer sorgen, dass dein Scenario nicht (im Uebermass) eintritt.

 

 

Zumindest in der Vergangenheit war es durchaus vergleichbar, siehe ggf. hier in Tab. 11.

 

Zumindest ComStage betont ja, dass sie ihre Produkte für deutsche AnlegerInnen optimieren.

Wettbewerb ist halt so eine Sache. Funktionierender Wertbewerb setzt Produkttranzparenz voraus. Das funktioniert im Transport-, Telekom- und Lebensmittelsektor ganz gut, da weiß der Konsument, was er für sein Geld kriegt. Bei ETFs ist das nur bis zu dem Punkt auch so, an dem sich die KAGs in ihre Prospekte Klauseln reinschreiben, die ihnen relativ freie Hand lassen bezüglich Wertpapierleihe und Derivate. Wenn ich mir heute einen Xtrackers kaufe, habe ich keinen Anspruch darauf, dass die Dividenden im nächsten Geschäftsjahr auch direkt im Fonds anfallen.

 

Ad EM: Danke, da hätte ich eigentlich selber nachschauen können. Scheint doch in ähnlicher Höhe anzufallen, die QuSt. Wäre tatsächlich eine weitere Untersuchung wert.

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vor 2 Stunden schrieb votacom:

Wettbewerb ist halt so eine Sache. Funktionierender Wertbewerb setzt Produkttranzparenz voraus. Das funktioniert im Transport-, Telekom- und Lebensmittelsektor ganz gut, da weiß der Konsument, was er für sein Geld kriegt. Bei ETFs ist das nur bis zu dem Punkt auch so, an dem sich die KAGs in ihre Prospekte Klauseln reinschreiben, die ihnen relativ freie Hand lassen bezüglich Wertpapierleihe und Derivate. Wenn ich mir heute einen Xtrackers kaufe, habe ich keinen Anspruch darauf, dass die Dividenden im nächsten Geschäftsjahr auch direkt im Fonds anfallen.

 

genau diese Intransparenz war der Ausloeser fuer mich, die Tabellen mit den ETF-Kostenvergleichen zu erstellen

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On 3/13/2018 at 10:22 AM, Finanzjohnny said:

Emerging Markets werden sich wahrscheinlich analog dazu verhalten?

 

17 hours ago, votacom said:

So weit würde ich mich nicht aus dem Fenster lehnen. Mit Schwellenländern bestehen tendenziell weniger bzw. weniger umfangreiche Doppelbesteuerungsabkommen. Ich finde jetzt den Thread nicht mehr, aber irgendwo im Forum wurden Zahlen gepostet (ich glaube mit Referenz zum Quellensteuer-Kommer), die belegen, dass bei EM-ETFs wesentlich weniger Quellensteuern anrechenbar sind als bei World-ETFs.

 

10 hours ago, Holzmeier said:

Zumindest in der Vergangenheit war es durchaus vergleichbar, siehe ggf. hier in Tab. 11.

 

Ich hab' die Analyse nun um EM-ETFs erweitert. Die Holzmeier widersprechenden Ergebnisse kann ich nicht wirklich erklären. Dass die DBAs von DE so unterschiedlich sind zu denen von AT kann ich mir nicht vorstellen. Ob ich einen methodischen Fehler gemacht habe, muss ich mir mal anschauen.

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Geschrieben · bearbeitet von Holzmeier

vor 2 Stunden schrieb votacom:

Ich hab' die Analyse nun um EM-ETFs erweitert. Die Holzmeier widersprechenden Ergebnisse kann ich nicht wirklich erklären. Dass die DBAs von DE so unterschiedlich sind zu denen von AT kann ich mir nicht vorstellen. Ob ich einen methodischen Fehler gemacht habe, muss ich mir mal anschauen.

 

Auch bei deiner World-Tabelle stimmen ja xTrackers, iShares und HSBC ziemlich gut mit meinen Ergebnissen fuer DE ueberein, wohingegen sich bei den beiden UBS-ETFs deutliche Unterschiede zu meinen Auswertungen ergeben. Woran das jetzt genau liegen koennte kann ich leider auch nicht sagen. Wo der komplizierte KESt-Spuk in DE jetzt endlich vorbei ist verspuere ich auch keinen unbaendigen Drang, nun tief in das Regelwerk der oesterreichischen ETF-Besteuerung einzusteigen ...

 

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Geschrieben

Am 3/14/2018 um 19:56 schrieb votacom:

 

 

 

Ich hab' die Analyse nun um EM-ETFs erweitert. Die Holzmeier widersprechenden Ergebnisse kann ich nicht wirklich erklären. Dass die DBAs von DE so unterschiedlich sind zu denen von AT kann ich mir nicht vorstellen. Ob ich einen methodischen Fehler gemacht habe, muss ich mir mal anschauen.

 

Planst auch IE00BTJRMP35 aufzunehmen?

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22 minutes ago, cyanize said:

Planst auch IE00BTJRMP35 aufzunehmen?

 

On 3/12/2018 at 5:04 AM, votacom said:

Verglichen wurden alle auf justetf.com gelisteten ETFs auf den MSCI World und den MSCI Emerging Markets (außer die drei gerade erst aufgelegten von Amundi und Xtrackers)

 

IE00BTJRMP35 wurde letzten Sommer aufgelegt, da gibt's noch nicht genug Daten.

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On 12.3.2018 at 5:04 AM, votacom said:

V.a. die gerade in Kraft getretene bundesdeutsche Investmentsteuerreform könnten manche Anbieter zum Anlass nehmen, den Modus, wie der ETF den Index nachbildet, zu verändern. Damit meine ich gar nicht ausschließlich die Umstellung von thesaurierend auf ausschüttend, sondern z.B. auch das Auslagern von Aktien vor Dividendenzahlung und das Wiedereinlagern ex Dividende, was freilich die QuSt-bedingte Zusatzrendite massiv beeinflusst.

 

On 14.3.2018 at 3:59 PM, votacom said:

Wenn ich mir heute einen Xtrackers kaufe, habe ich keinen Anspruch darauf, dass die Dividenden im nächsten Geschäftsjahr auch direkt im Fonds anfallen.

Ich habe Xtrackers angeschrieben. Die Antwort war, dass die Aktien in physisch replizierenden ETFs auch weiterhin zu den jeweiligen Dividendenstichtagen im Fondsvermögen sind. Somit bleiben die physischen MSCI-World-Xtrackers die Top-Wahl für ÖsterreicherInnen.

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