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Gerd Kommer Robo Advisor

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Hicks&Hudson
vor 5 Minuten von lugge:

Das magst du nicht so teilen und mögen. Es scheint aber dem zu entsprechen, was historisch passiert ist.

Das mag mal früher so gewesen sein. Heute mit der Globalisierung sehe ich das nicht mehr so.

Man hat es doch gerade wieder gesehen bei dem Bankenthema. Scheppert es mächtig in einem Sektor, dann wackelt die ganze Branche. Da hilft einem eine Diversifizierung dieser Branche über Regionen nicht viel. Da hilft es mehr, wenn man auch andere Branchen/Sektoren im Depot hat, notfalls sogar nur aus einem relevanten Land. Ideal wäre natürlich beides zu haben, sprich Diversifizierung über Branchen/Sektoren und Regionen. Ich sage nur, dass Ersteres wichtiger ist als Letzteres.

 

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Glory_Days
vor 19 Minuten von lugge:
vor 3 Stunden von lugge:

Er meinte, dass es sogar bessere wäre, nur in eine Branche (z.B. Automobilbranche), dafür aber weltweit gestreut zu investieren, als gestreut in ein Land.

Das magst du nicht so teilen und mögen. Es scheint aber dem zu entsprechen, was historisch passiert ist.

vor 2 Stunden von Saek:

You're much better off having diversified your portfolio across countries, even if you have to hold only one industry, like cars.

Ist diese Aussage robust über alle Sektoren und alle Länder? Welche Datengrundlage wird für diese Aussage herangezogen? Wie wurden die risikoadjustierten Renditen gemessen? Welche validen Erklärungsansätze gibt es und haben diese weiterhin Bestand?

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lugge
vor 5 Minuten von Hicks&Hudson:

Ideal wäre natürlich beides zu haben, sprich Diversifizierung über Branchen/Sektoren und Regionen.

Sehe ich auch so.

vor 7 Minuten von Hicks&Hudson:

Ich sage nur, dass Ersteres wichtiger ist als Letzteres.

Das kannst du ja sagen und glauben. Aber die historischen Daten sehen eben anders aus. Es gab in der Vergangenheit genügend Länder, deren Märkte komplett vor die Hunde gingen. Und die wird es auch in der Zukunft geben. Genauso wird es Branchen geben, die untergehen.

 

Ob die Diversifikation über Branchen oder über Länder in der Zukunft wichtiger sein wird, weiß keiner.

Aber soviel dazu: Es gab auch in der Vergangenheit bereits Phasen, in der Investoren und Firmen global agiert haben. Und dann gab es wieder die Kehrtwende.

 

 

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
vor 16 Minuten von lugge:

Aber die historischen Daten sehen eben anders aus.

Bis jetzt haben wir noch keine historischen Daten gesehen. Bitte die Datenquelle für die Aussagen benennen.

Zitat

But that's the finding that we have that Geert [Rouwenhorst] has found before with other people. But we've been studying and particularly in that early time period from 1870 to 1929 because we want to see if that holds true in the past. And whether it's due to trading in different markets, as opposed to just having cross border differences.

https://rationalreminder.ca/podcast/248

Ich nehme an, es geht um dieses Paper?

Heston, S. L., & Rouwenhorst, K. G. (1994). Does industrial structure explain the benefits of international diversification? Journal of Financial Economics, 36(1), 3–27. doi:10.1016/0304-405x(94)90028-0

Zitat

Es gab in der Vergangenheit genügend Länder, deren Märkte komplett vor die Hunde gingen. Und die wird es auch in der Zukunft geben. Genauso wird es Branchen geben, die untergehen.

Und andererseits gibt es Märkte und Sektoren, die seit Jahrhunderten existieren... und die wird es auch in der Zukunft geben (Lindy-Regel).

Zitat

Ob die Diversifikation über Branchen oder über Länder in der Zukunft wichtiger sein wird, weiß keiner.

Möglicherweise ist die Beantwortung der Frage nicht notwendig für hinreichende Diversifikation.

Zitat

Aber soviel dazu: Es gab auch in der Vergangenheit bereits Phasen, in der Investoren und Firmen global agiert haben. Und dann gab es wieder die Kehrtwende.

Und wie hat sich das konkret auf die Diversifikation dieser Ansätze ausgewirkt?

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lugge
vor 17 Minuten von Glory_Days:

Ist diese Aussage robust über alle Sektoren und alle Länder? Welche Datengrundlage wird für diese Aussage herangezogen? Wie wurden die risikoadjustierten Renditen gemessen? Welche validen Erklärungsansätze gibt es und haben diese weiterhin Bestand?

So wie ich es verstanden habe, ist das eines der Forschungsfelder dieses Profs. Als ich den Podcast gehört habe, habe ich auch erstmal aufgehorcht, weil ich intuitiv dachte, dass eigentlich das Gegenteil gilt. Die Studie, bei der er mitgewirkt hat, ist von 1994 aber sie wollen die Ergebnisse mit Daten seit 1800 verifizieren (ist wohl aktuell in der Mache).

 

vor 42 Minuten von Glory_Days:

nd wie hat sich das die Diversifikation ausgewirkt?

Nun, für Investoren, die auf ein Land gewettet haben und dieses einen Schock erlebt hat, wohl nicht besonders gut.

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
vor 45 Minuten von lugge:

So wie ich es verstanden habe, ist das eines der Forschungsfelder dieses Profs. Als ich den Podcast gehört habe, habe ich auch erstmal aufgehorcht, weil ich intuitiv dachte, dass eigentlich das Gegenteil gilt. Die Studie, bei der er mitgewirkt hat, ist von 1994 aber sie wollen die Ergebnisse mit Daten seit 1800 verifizieren (ist wohl aktuell in der Mache).

Könnte die Bedeutung der zentralen Aussagen der Studie durch einen Selection Bias in Kombination mit dem Hindsight Bias vezerrt sein?

Zitat

Nun, für Investoren, die auf ein Land gewettet haben und dieses einen Schock erlebt hat, wohl nicht besonders gut.

Was hat die von dir angesprochene Deglobalisierung mit einem Länder-Schock zu tun? Wie viele solcher Schocks haben wir seit der Corona-Pandemie und dem Zusammenbrechen von Lieferketten erlebt? Kamen derartige Schocks in der Vergangenheit über Nacht, oder haben sich diese über Monate oder Jahre angebahnt?

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lugge
vor 8 Stunden von Glory_Days:

Könnte die Bedeutung der zentralen Aussagen der Studie durch einen Selection Bias in Kombination mit dem Hindsight Bias vezerrt sein?

Das möchte ich nicht ausschließen und ich bin selbst gespannt auf die Studie.

 

vor 8 Stunden von Glory_Days:

Was hat die von dir angesprochene Deglobalisierung mit einem Länder-Schock zu tun? Wie viele solcher Schocks haben wir seit der Corona-Pandemie und dem Zusammenbrechen von Lieferketten erlebt? Kamen derartige Schocks in der Vergangenheit über Nacht, oder haben sich diese über Monate oder Jahre angebahnt?

Russland würde mir in diesem Zeitfenster spontan einfallen

 

 

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Saek
9 hours ago, Glory_Days said:

Ist diese Aussage robust über alle Sektoren und alle Länder? Welche Datengrundlage wird für diese Aussage herangezogen? Wie wurden die risikoadjustierten Renditen gemessen? Welche validen Erklärungsansätze gibt es und haben diese weiterhin Bestand?

Kann ich leider spontan nichts genaueres dazu sagen, aber ich würde das Risiko als die Streuung/Dispersion über einen langen Zeitraum, mind. ein paar Jahre, messen. Die ist bei Renditen von Ländern bekanntlich sehr groß (DMS hat da doch eine schöne langfristige Übersicht, ich glaub Credit Suisse Yearbook 2021). Im Gegensatz dazu hat man bei einer über Ländern gestreuten Anlage in einen Sektor das Aktienmarktbeta all dieser Länder im Portfolio, das die Rendite der Sektoren anscheinend maßgeblich beeinflusst.

 

Du hast doch Daten zu den US-Sektoren ;) Die schwanken langfristig um wenige Prozent um die langfristige US-Rendite, oder? Im Gegensatz dazu ist mein Eindruck, dass die Rendite verschiedener Länder deutlich stärker schwankt - und deren Sektoren müssen als Mittelwert die Rendite ihres Landes-Aktienmarkts haben. Es wäre noch zu verifizieren, dass die Schwankungsbreite ähnlich wie bei US-Sektoren eher klein ist. Wenn das so sein sollte, ist für mich klar, dass die Länder-Diversifizierung die Dispersion der Renditen stärker reduziert.

 

Das ist nur mein spontaner Gedanke, man könnte wohl auch andere Risikomaße anschauen.

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Johannes34567
vor 13 Stunden von Hicks&Hudson:

Das Video schicke ich ihm natürlich :-)))

Selbst anschauen würde wahrscheinlich auch reichen :thumbsup:

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Sapine

Das Problem sind Länder, deren Volkswirtschaften stark in die Knie gehen. Jüngstes Beispiel ist zweifellos Russland. Mit dem zweiten Weltkrieg kamen diverse Staaten des späteren Ostblocks hinzu (Tscheslowakei, Polen etc.). In Südamerika ist Argentinien sicher ein prominentes Beispiel von Untergang einer Volkswirtschaft. Bei Branchen gibt es sicher gefährdete Branchen wie beispielsweise die Eisenbahn in früheren Zeiten. Demgegenüber dürfte "Lebensmittel" deutlich stabiler laufen aber auch Branchen die nicht zu stark auf ein Geschäftsfeld eingegrenzt sind werden sich im Vergleich stabil entwickeln.  

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
Zitat

Im Gegensatz dazu ist mein Eindruck, dass die Rendite verschiedener Länder deutlich stärker schwankt - und deren Sektoren müssen als Mittelwert die Rendite ihres Landes-Aktienmarkts haben.

Das hängt von der Gewichtungsverteilung der Sektoren ab - deine Aussage trifft näherungsweise auf Equal-Weight zu (der Rebalancing-Bonus kommt hier neben der gewichteten Summe der geometrischen Komponenten-Renditen (dem Strategic Return) noch obendrauf). Bei Marktkapitalisierung bzw. einer starken Abweichung von Equal-Weight könnte sich die Sektor-Rendite auch erheblich vom Rendite-Mittelwert aller Sektoren entkoppeln (hinsichtlich der Sektoren, die nur mit einem sehr geringen Gewicht in den Mittelwert einfließen). Vermutlich würde das übergelagerte systematische Länder-spezifische Risiko ein höheres Gewicht haben, sodass selbst international florierende Sektoren ein Problem bekommen, wenn sich dieses nationale Risiko materialisiert (Taiwan und die Chipindustrie könnte bald so ein Beispiel werden - hoffen wir es mal nicht).

vor 4 Stunden von Saek:

Du hast doch Daten zu den US-Sektoren ;) Die schwanken langfristig um wenige Prozent um die langfristige US-Rendite, oder?

Hier schaut man für einen schnellen Überblick wohl am besten auf die kumulativen Renditen in Log-Darstellung. Als Vergleich habe ich den S&P Composite Index (Shilller) hinzugefügt, der der den S&P 500, den S&P Mid Cap 400, und den S&P Small Cap 600 kombiniert (Dividenden wurden reinvestiert).

 

grafik.png.bc07ca4b2f0c885f4d0f073ec321e5e8.png

 

Die Darstellung gefällt mir sehr gut, da sie zeigt, dass die Fama/French-Daten zu den Shiller-Daten sehr gut passen und konsistent sind. Tatsächlich bildet sich hier ein eher enger "Schlauch", die Streuung der Sektoren um einen nach MK-gewichteten Index ist eher gering und zeitlich einigermaßen konstant - wie es scheint.

 

Wobei ich bei der Frage der Zeitabhängigkeit eher ein Freund von rollierenden Korrelationen auf Jahresrendite-Basis bin. Denn kein Investor hat einen Anlagezeitraum von 100 Jahren, und die Dynamiken auf 10 bis 20-Jahreszeiträumen sind häufig viel entscheidender für Anleger (hier mal für die Kombinationen der Sektoren des OD-Portfolios sowie der Mittelwert für alle 10-Sektoren (45 Kombinationen)):

grafik.thumb.png.14a131c8c9eddcd911bd401f932011bb.png

 

Die durchschnittliche rollierende Sektor-Korrelation scheint seit der Dotcom-Krise zugenommen zu haben mit dem Höhepunkt auf der Finanzkrise und seitdem wieder abgenommen zu haben (was angesichts des systematischen und Sektor-spezifischen Risikos plausibel erscheint). Bei Ländern hingegen dominiert das systematische Risiko und Länder-spezifische Risiko die Korrelationen (siehe Renditeschaubild unten).

 

Zum Vergleich für verschiedene Länder ein Graph aus Bridgewaters Paper 'Geographic Diversification Can Be a Lifesaver, Yet Most Portfolios Are Highly Geographically Concentrated' (leider sind die grauen Kurven nicht mit den Ländernamen beschriftet):
 

grafik.png.8c5ad6fc601555b6802ef447f3662e6d.png                  grafik.png.98a38250ea4c39d9ab92385333837afd.png

 

grafik.png.00952a962c563e5eb8eb6ba89760b361.png

 

Zumindest für den Vergleich US/Welt schwanken einzelne Länder wesentlich stärker als einzelne Sektoren. Ich vermute, dass das Bild mit einzelnen Branchen (also praktisch die Zerlegung eine der bunten Kurven des rechten Graphen) eher wie das linke Bild aussehen würde. Man kann natürlich argumentieren, dass alle Länder nur dann untergehen, wenn die Welt untergeht. Und alle Sektoren eines Landes untergehen, wenn das Land untergeht. Dagegen spricht nichts und ich halte das für plausibel.

vor 4 Stunden von Saek:

Es wäre noch zu verifizieren, dass die Schwankungsbreite ähnlich wie bei US-Sektoren eher klein ist. Wenn das so sein sollte, ist für mich klar, dass die Länder-Diversifizierung die Dispersion der Renditen stärker reduziert.

Natürlich wird die Schwankungsbreite gegenüber der gewichteten Schwankungsbreite stärker reduziert, wenn die paarweise Korrelation der rebalancierten Komponenten geringer zueinander ist. Das sieht man in den Graphen oben mit bloßem Auge sehr gut und ist keine wirkliche Überraschung, sondern simple Mathematik. Die Frage ist, kann es ein Land mit geringer Schwankungsbreite (wie z.B. die USA) geben, bei denen die Schwankungsbreite der einzelnen Sektoren hoch ist? Oder ergibt sich für jedes Land qualitativ des gleiche Bild wie oben rechts für die USA?

 

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Beginner81

Will heißen, sektorales Rebalancing ist "sicherer" als regionales?

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Johannes34567
vor 15 Stunden von Glory_Days:

Und andererseits gibt es Märkte und Sektoren, die seit Jahrhunderten existieren... und die wird es auch in der Zukunft geben (Lindy-Regel).

Wenn wir bei Sektoren über die 11 GICS sprechen, dann können diese doch eigentlich nie wirklich "verschwinden". Länder können das hingegen schon... Und ich würde spekulieren (ohne irgendwelche Daten gelesen zu haben), dass das Risiko mit einem bestimmten Land den allgemeinen Markt zu underperformen höher ist als bei einem global aufgestellten GICS Sektor aufgrund von Skewness. 

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Glory_Days
vor 5 Minuten von Beginner81:

Will heißen, sektorales Rebalancing ist "sicherer" als regionales?

Wie genau meinst du das?

vor 1 Minute von Johannes34567:

Wenn wir bei Sektoren über die 11 GICS sprechen, dann können diese doch eigentlich nie wirklich "verschwinden". Länder können das hingegen schon... Und ich würde spekulieren (ohne irgendwelche Daten gelesen zu haben), dass das Risiko mit einem bestimmten Land den allgemeinen Markt zu underperformen höher ist als bei einem global aufgestellten GICS Sektor aufgrund von Skewness. 

Die "Verschwinden"-Analogie würde ich auch eher bei den Branchen sehen, die diese Sektoren ausmachen.

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Beginner81
vor 19 Minuten von Glory_Days:
vor 28 Minuten von Beginner81:

Will heißen, sektorales Rebalancing ist "sicherer" als regionales?

Wie genau meinst du das?

 

Bitte meinen Nicknamen berücksichtigen, ich kenne mich da wenig aus.

Wenn ich die Graphen richtig interpretiere, ist ein "Mean Reversion" bei Sektoren/Branchen ausgeprägter als bei den Regionen/Ländern bzw. die Renditeerwartung scheint zuverlässiger zu sein.
Daher sollte ein Rebalancing auf Ebene der Sektoren/Branchen weniger riskant sein, da man weniger Gefahr läuft, ständig in ein Asset zu rebalancieren, das langfristig bzw. im Anlagezeitraum gar keine Rendite mehr abwirft.

 

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
vor 1 Stunde von Beginner81:

Bitte meinen Nicknamen berücksichtigen, ich kenne mich da wenig aus.

:lol:

Zitat

Wenn ich die Graphen richtig interpretiere, ist ein "Mean Reversion" bei Sektoren/Branchen ausgeprägter als bei den Regionen/Ländern bzw. die Renditeerwartung scheint zuverlässiger zu sein.
Daher sollte ein Rebalancing auf Ebene der Sektoren/Branchen weniger riskant sein, da man weniger Gefahr läuft, ständig in ein Asset zu rebalancieren, das langfristig bzw. im Anlagezeitraum gar keine Rendite mehr abwirft.

Der Ausgangspunkt war ja ein Vergleich aller Sektoren eines Landes vs. ein Sektor aller Länder. Letzteres, also ein Sektor aller Länder, sehen wir in den Graphen oben aber nicht, da fehlen mir die Daten und ich glaube, dass wir diese ohne Weiteres auch nicht auftreiben können.

Zwischen einem Sektor eines Landes und dem gleichen Sektor aller Länder sollte aber ein gewisser Zusammenhang bestehen, wie man sehr schnell sieht, wenn man die in der EU verfügbaren S&P500- mit den MSCI World-Sektor ETFs vergleicht (interessanterweise gibt es in den USA keine MSCI World Sektor-ETFs).

Vorsicht: Der Verlauf der dargestellten Graphen ist neben der länderübergreifenden Sektorkorrelation insbesondere eine Konsequenz der gegenwärtigen US-Dominanz der Weltindizes! Je nach Betrachtungszeitraum könnten die Kurven daher auch größere Abweichungen voneinander aufweisen (eine solche empirische Untersuchung mit historischen Daten vor dem Hintergrund der Ländergewichtungsverteilung in den Weltindizes wäre auch interessant).
 

grafik.thumb.png.d41c8b85dc89237d169af5dc5b888042.png

 

grafik.thumb.png.6f83b6e03d2dc3520ce5f6cf370f4c2f.png

 

Im Bezug auf den in #211 dargestellten konkreten historischen Zeitraum mag dein Punkt mit Hilfe der Rückschau korrekt sein - allerdings bezog sich die Ausgangsfrage meinem Verständnis nach im Sinne von Diversifikation/heutiger Anlageentscheidungen unter Unsicherheit auf die noch unbekannte Zukunft. Hier ist die Sorge, dass anders als im oben dargestellten Zeitraum das systematische Länder-spezifische Risiko dafür sorgen könnte, dass wir im historischen US-Plot oben keinen nach oben gerichteten engen "Schlauch" sehen könnten, sondern einen nach unten gerichteten engen "Schlauch" (im Sinne eines übergeordneten systematischen Länder-spezifischen Risikos, das alle Sektoren eines Landes/der USA gleichermaßen erfasst). Unter dieser Voraussetzung würde sich der vermeintliche relative Vorteil (bzw. das geringere Risiko) des engen "Schlauches" beim Rebalancing ins Gegenteil verkehren (wenn man gleichzeitig davon ausgeht, dass es bei den Ländern unter dieser Voraussetzung weiterhin eine hohe Streuung geben wird, d.h. wenn sich das zukünftig materialisierende Länder-spezifische Risiko des einen betrachteten Landes (z.B. das der USA) nicht auf alle anderen Länder im Sinne eines übergeordneten systematischen Aktienmarkt-Risikos gleichermaßen übergreift).

 

Die Beantwortung der Frage ist eben doch nicht so einfach, wie man sich das vielleicht wünschen würde - daher lasse ich die Entscheidung in meinem OD-Portfolio auch offen und empfehle sowohl die S&P 500- als auch die MSCI World-Variante (wenngleich meine heutige persönliche Präferenz aus verschiedenen Gründen klar ist).

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Johannes34567
· bearbeitet von Johannes34567
Am 17.3.2023 um 12:26 von kr@utg:

Ist das hier noch das aktuelle whitepaper? Ich habe mich beim newsletter angemeldet aber nie das whitepaper gesendet bekommen:D

 

EDIT: nvm

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Hicks&Hudson
vor 3 Minuten von Westerwald86:

Da bin ich aber Mal gespannt.

Ich auch:

 

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Zaster-Hiwi

Es wäre super, wenn ich zu meiner Laieneinschätzung ein Feedback bekommen könnte:

 

Ich hab mir aus dem Robo von Kommer den iShares $ Treasury Bond 1-3yr UCITS ETF Aggregate EUR Hedged (Acc) - IE00BDFK1573 bzw. A2JE39 herausgesucht.
https://www.ishares.com/de/privatanleger/de/produkte/296772/ishares-treasury-bond-1-3yr-ucits-etf

Ich habe den hier im Forum nicht gefunden.

 

Ich betrachte den, wie Kommer, als risikoarme Anlage und erkenne anhand der Restlaufzeit von 1,94 Jahre, dass es sich nicht um einen GMF handelt, sondern ein höheres Zinsänderungsrisiko besteht. Da ich davon ausgehe, dass in den nächsten 1-2 Jahren keine größeren Zinserhöhungen in den USA zu erwarten sind, halte ich das Zinsänderungsrisiko aber für relativ klein. Währungsrisiken sind gehedged und die Bonität sollte trotz Haushaltsquerelen kein Problem sein. Da der ETF aktuell eine Effektivverzinsung von 5,13% hat, finde ich ihn sehr attraktiv im Vergleich zu anderen Staatsanleihen-ETF und Unternehmensanleihen-ETF.

 

Seht ihr das genauso oder habe ich einen blinden Fleck bzw. Denkfehler?

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stagflation
vor 2 Minuten von Zaster-Hiwi:

Ich hab mir aus dem Robo von Kommer den iShares $ Treasury Bond 1-3yr UCITS ETF Aggregate EUR Hedged (Acc) - IE00BDFK1573 bzw. A2JE39 herausgesucht.

 

Der Fonds heißt: "iShares $ Treasury Bond 1-3yr UCITS ETF". "Aggregate" passt da nicht rein - das ist etwas anderes.

 

vor 2 Minuten von Zaster-Hiwi:

Da der ETF aktuell eine Effektivverzinsung von 5,13% hat, finde ich ihn sehr attraktiv im Vergleich zu anderen Staatsanleihen-ETF und Unternehmensanleihen-ETF.

 

Seht ihr das genauso oder habe ich einen blinden Fleck bzw. Denkfehler?

 

Ja, hast Du. Als europäischer Anleger wirst Du keine 5,13% bekommen. Schau Dir mal den "Internationalen Fisher Effekt" an.

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Zaster-Hiwi
vor 7 Minuten von stagflation:

 

Der Fonds heißt: "iShares $ Treasury Bond 1-3yr UCITS ETF". "Aggregate" passt da nicht rein - das ist etwas anderes.

 

 

Ja, hast Du. Als europäischer Anleger wirst Du keine 5,13% bekommen. Schau Dir mal den "Internationalen Fisher Effekt" an.

Wenn ich das/dich richtig verstanden habe, kann ich nach dem internationalen Fisher Effekt nicht die „Dollar Zinsen“ für meinen Euro Investment bekommen. Da sollten wohl die Hedging Kosten den Zinsgewinn nivellieren. Aber die Hedging Kosten sind eben sehr gering und die Effektivverzinsung des ETF bezieht sich ja auf Euro.   ...?

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Johannes34567
vor 18 Minuten von Zaster-Hiwi:

Da ich davon ausgehe, dass in den nächsten 1-2 Jahren keine größeren Zinserhöhungen in den USA zu erwarten sind, halte ich das Zinsänderungsrisiko aber für relativ klein.

Was für dich "größere" Zinserhöhungen in den USA sind, kann ich nicht beurteilen, aber das FOMC erwartet selbst noch eine Zinserhöhung für dieses Jahr. 

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

@Zaster-Hiwi: Es sind nicht die Hedging-Kosten, sondern es ist die erwartete Änderung des Wechselkurses.

 

Überleg doch mal: für deutsche Staatsanleihen gibt es zurzeit 3-4% Rendite, für amerikanische 5-6%. Unter diesen Umständen würde doch niemand in deutsche Staatsanleihen investieren, oder? Trotzdem investieren sowohl deutsche, als auch amerikanische Anleger in deutsche Staatsanleihen.

 

Es muss als etwas geben, was die Zinsdifferenz kompensiert.

 

Das ist die erwartete Änderung des Wechselkurses. Deshalb ist es egal, ob Du in europäische oder in amerikanische Anleihen investierst: Deine erwartete Rendite ist in beiden Fällen das deutsche Zinsniveau. Und die erwartete Rendite für einen amerikanischen Anleger ist das amerikanische Zinsniveau - sowohl für amerikanische, als auch für deutsche Staatsanleihen.

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Schwachzocker
vor 51 Minuten von Zaster-Hiwi:

Seht ihr das genauso oder habe ich einen blinden Fleck bzw. Denkfehler?

Ja, Du hast eine Marktanomalie gefunden, die außer Dir noch keiner entdeckt hat:

Man kauft einfach US-Anleihen anstatt deutsche und bekommt mehr Rendite für das gleiche Risiko. Warum hat das noch niemand entdeckt?

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