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reko

Adaptive Market Hypothesis

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reko
· bearbeitet von reko
vor 11 Minuten von etherial:

Die AMH ist keine Kritik an der EMH, sie ist eine Alternative zur EMH

Lo: "The efficient markets hypothesis isn't wrong, it's just incomplete"

So wie Newtons Mechanik unvollständig ist. Im falschen Kontext liefert sie falsche Ergebnisse.

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
vor 36 Minuten von reko:

So wie Newtons Mechanik unvollständig ist. Im falschen Kontext liefert sie falsche Ergebnisse.

Was dank ihrer formalen Beschreibung jederzeit, allerorten und zumindest theoretisch für jeden Menschen überprüfbar ist. Bei der AMH sehe ich diese Möglichkeit insbesondere im Bezug auf zukünftige Entscheidungen nicht und damit hat sie auch keinen intrinsischen Wert für Anleger und ihre Anlageentscheidungen.

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etherial
· bearbeitet von etherial
vor 52 Minuten von reko:

Lo: "The efficient markets hypothesis isn't wrong, it's just incomplete"

Ja. Und liefert er jetzt einen Baustein zur Komplettierung oder nicht? Ich glaube der Thread hier leidet erheblich darunter, dass NIEMAND hier die Werke von Lo mehr als in Auszügen gelesen hat. Ich habe keine Ahnung wie du unter diesen Umständen dir erlauben kannst die Aussage seines Werks zu präsentieren.

vor 43 Minuten von Glory_Days:

Bei der AMH sehe ich diese Möglichkeit insbesondere im Bezug auf zukünftige Entscheidungen nicht und damit hat sie auch keinen intrinsischen Wert für Anleger und ihre Anlageentscheidungen.

Ist das eine Einschätzung oder nur eine Überzeugung auf der Basis von @rekos Hand-Waving? Ich fände es ein wenig unfair, Wissenschaftler in Misskredit zu bringen, weil belesene Laien in ihrem Namen haarsträubenden Unsinn verbreiten. Mein Eindruck von einem von Thorsten Hens Vorträgen war eher, dass er es nicht so mit Wissenschaftlichkeit hat. Könnte natürlich daran liegen, dass es auch ein Vortrag vor Nicht-Wissenschaftlern war.

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reko
· bearbeitet von reko
vor 41 Minuten von etherial:

Und liefert er jetzt einen Baustein zur Komplettierung oder nicht?

Das ist unerheblich. Zuerst kommt die Erkenntnis dass die alte Theorie unvollständig ist und in bestimmten Situationen falsche Resultate liefert. Auch wenn man noch keine einfache Formel zu Lösung des Problems gefunden hat bleibt das Problem. Wenn man noch nicht mal weiß wann die alte Theorie zuverlässig ist muß man immer vorsichtig sein.

Lo's grundsätzliche Beobachtung ist richtig. Er hat nicht den Anspruch die Zukunft mathematisch berechenbar zu machen. Qualitativ ist die Theorie nutzbar so wie es auch Behavioral Finance ist.

Natürlich darf jeder in seinen passiven Paradies bleiben. Das ist eine freie Entscheidung. Aber selbst Kommer hat inzwischen Zweifel dass Anlageentscheidungen für immer gültig bleiben.

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
vor 52 Minuten von etherial:

Ist das eine Einschätzung oder nur eine Überzeugung auf der Basis von @rekos Hand-Waving?

Das ist eine Einschätzung basierend auf meinem aktuellen Wissensstand. Ich hatte das Buch mal überflogen und hatte den Eindruck, dass die Behauptungen der Hypothese vor allem an Beispielen der Vergangenheit mit dem Vorteil der Rückschau versucht werden festzumachen und es weniger um eine formale Beschreibung ging. Es empfielt sich aber ohnehin, diese weniger in populärwissenschaftlichen Büchern zu suchen, als vielmehr in den Veröffentlichungen anerkannter Wissenschaftsjournale (Peer-Review Verfahren).

vor 36 Minuten von reko:

Qualitativ ist die Theorie nutzbar so wie es auch Behavioral Finance ist.

Die Behavioral Finance behauptet nicht, dass rationales Verhalten irrational ist, sondern dass das reale Verhalten von Anlegern rationalem Verhalten manchmal nicht nahekommt. Rationales Verhalten ist immer rational, egal wie sich andere verhalten mögen.

vor 2 Stunden von Glory_Days:

Ich persönlich würde lieber auf rationales Verhalten setzen als auf das Ausnutzen des irrationalen Verhaltens anderer. Am Ende setzt sich rationales Verhalten über lange Zeiträume typischerweise durch. Und es ist in jederlei Hinsicht die risikoärmere Variante, um seine Anlageziele möglichst sicher zu erreichen.

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reko
· bearbeitet von reko

Noch jemand mit Zweifel. Bei der Menge an Trades und des rein mathematischen Vorgehens kann man Simons Erfolg schwer als Zufall verkaufen.

2024/02 Jim Simons: How To Outsmart The Efficient Market Theory .. Simons: There’s something called the efficient market theory which says that there’s nothing in the data, let’s say price data ,which will indicate anything about the future, because the price is sort of always right.

The price is always right in some sense but that’s just not true.

 

Nur weil man es Anomalie nennt ist das Problem auch nicht beseitigt. Und es gibt viele Anomalien und es ist nicht klar wann und wo sie zukünftig auftreten. Man muß den Markt ständig beobachten.

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
vor einer Stunde von reko:

Noch jemand mit Zweifel

Wie gut sich der gute James Simons mit derartigen Themen auskennt, zeigt sich schon alleine daran, dass er von "efficient market theory" spricht. Alles was danach kommt, ist eine reine Behauptung ohne Beweis.

 

Vielleicht sollte man lieber Quellen mit wissenschaftlichem Bezug und tatsächlicher Expertise zu Rate ziehen. Der aktuelle Blogbeitrag No free lunch – Es gibt nichts umsonst von Prof. Hartmut Walz (Beitrag komplett überarbeitet am 01. März 2024. Ursprungsfassung erschienen am 25. August 2017) könnte fast schon als Replik zu @reko pseudowissenschaftlichen Meinungsbeiträgen in diesem Thread geschrieben worden sein (und auch dieser weitere Blogbeitrag wäre als Grundlage nicht schlecht):

Zitat

no free lunch – Übergewinne sind entweder das Ergebnis von:

  1. Insiderinformation (das ist illegal),
  2. Schnelligkeitsvorteilen (das ist in der digitalen Welt für den Privatanleger kaum mehr machbar und selbst die „Flash-Boys“ (Ultra-High-Frequency-Trader, Hochfrequenzhändler) schaffen es nur selten oder
  3. schlicht Glück und Zufall. Das bedeutet, dass man zwar manchmal zu einem Übergewinn kommt, jedoch ein andermal mit einem Verlust „bezahlt“. Also: kein dauerhafter Übergewinn. Und die höheren Transaktionskosten mindern das Ergebnis noch zusätzlich
Zitat

Famas Effizienzmarktthese (auch: Markteffizienzhypothese genannt) wird – trotz Nobelpreis – von angeblichen „Fachleuten“ bis heute bestritten. Und zwar meist von solchen, die ein eigenes finanzielles Interesse bei diesem Thema haben.
 

Das verwundert nicht, wenn man bedenkt, wie viele Menschen (z.B. Analysten und Fondsmanager) davon leben, dass sie die Hoffnung auf Übergewinne – mit anderen Worten darauf „den Markt zu schlagen“ – nähren.
 

Dabei wird dann z.B. argumentiert, dass die Finanzmärkte keineswegs immer effizient seien, sondern zu Unter- und Übertreibungen neigen, die ein cleverer Marktteilnehmer – insbesondere natürlich ein Fondsmanager – sehr wohl zum Vorteil der investierenden Anleger ausnutzen könne.
 

Ohne in diesem Blogbeitrag zu sehr ins Detail zu gehen und Sie mit wissenschaftlichen Spitzfindigkeiten zu langweilen, darf ich im Ergebnis für Sie aber festhalten:
No free lunch – abgestufte Informationseffizienz der Märkte

Zitat

Fama hat in seinen Annahmen drei mögliche Abstufungen von informationseffizienten Märkten unterschieden. Nämlich schwache, mittelstarke und starke Informationseffizienz. Und seine Aussagen hierzu sehr wohl differenziert.
 

Er hält es durchaus für möglich, dass manche Finanzmärkte (oder bestimmte Marktsegmente) nur schwach informationseffizient sind. Fama akzeptiert zusätzlich auch, dass es auf allen Märkten Phasen von Kursübertreibungen bzw. -untertreibungen geben kann.
 

Nur postuliert Fama, dass wir dies nicht systematisch nutzen und daraus zuverlässige Übergewinne ableiten können.
 

Dies einerseits nicht, da Transaktionskosten das Ergebnis immer nach unten ziehen.
 

Und andererseits, weil es keine dauerhaften Muster gibt, nach denen wir die Entwicklung von Fehlbewertungen – also Über- oder Untertreibungen für die Zukunft voraussagen können. Mit anderen Worten: Kaum haben wir die Spielregeln verstanden, so werden diese geändert.
 

Und diese Erkenntnis gilt nicht nur für Privatanleger, sondern auch für hochbezahlte Analysten und Fondsmanager. Unbestritten schlagen diese immer mal wieder für kurze Zeit den Markt. Sie werden langfristig jedoch stets vom Markt eingeholt und letztlich überholt.[1]

[1]  P.S.: Und wenn Sie nun aber gerade an Warren Buffett denken müssen und ihn als Gegenbeispiel anführen möchten, obwohl es zig Tausende anderer Fondsmanager gibt, sollten Sie seiner Empfehlung folgen: Buffett empfiehlt indexnahes Investieren, also Indextracker-ETFs sowie Indexfonds.

Zitat

Wenn Sie die – objektiv sinnlose – Suche nach Überrendite erst gar nicht versuchen, bleibt mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben [...]

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Hicks&Hudson
· bearbeitet von Hicks&Hudson
vor 1 Stunde von Glory_Days:

.Der aktuelle Blogbeitrag No free lunch – Es gibt nichts umsonst von Prof. Hartmut Walz...

...ist (wie vieles von Walz) eigentlich etwas zum Anpinnen für viele Anleger.

Im Gegensatz zu Kommer und Co, scheint er mir bisher zumindest der "interessenskonflikt-freien" Linie treu zu bleiben. Hoffentlich bleibt das so.

 

Wenn @rekovon seinen "Talenten" überzeugt ist, will ich da gar nicht groß widersprechen. Wenn er anderen aber allgemein seine Vorgehens- und Sichtweise empfiehlt, ist das etwas anderes.

Es ist und bleibt eben eine reine, subjektive Meinung.

Dagegen beruht die Sichtweise der Gegenseite hier großteils auf knallharter 

Arithmetik. Wer sich daran hält und zusätzlich noch behavioristische Kern-Fehler vermeidet, der fährt damit besser als der Großteil aller Anleger.

Als Bonus gibt es das hier (wird leider ziemlich übersehen):

vor 1 Stunde von Glory_Days:

bleibt mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben

... denn letztendlich ist Geld nur eines von vielen Puzzlestücken und eher ein lästiger Rotz, den wir zwangsweise benötigen, um unser Leben in Richtung zufrieden und glücklich zu steuern.

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reko
· bearbeitet von reko
vor 57 Minuten von Hicks&Hudson:

Dagegen beruht die Sichtweise der Gegenseite hier großteils auf knallharter 

Arithmetik.

Die knallharte Arithmetik lautet der Durchschnitt ist nicht besser und nicht schlechter als der Durchschnitt. Was für eine grandiose Einsicht. Natürlich ist nichts umsonst (auch passive Investments nicht). Damit sich der aktive Aufwand lohnt gibt es einige Voraussetzungen. Jeder muß seine Skills selbst einschätzen - wir sind hier nicht beim betreuenden Sparkassenberater (Kommer). Was die passive Fraktion aber übersieht, ist dass sie auch nur von der Finanzindustrie eingelullt wird.  Die vorgetragenen Mantras sind nett aber ob man damit im Ernstfall wirklich genug gefestigt ist ist eine andere Sache. Die Erfahrung zeigt, dass es die Mehrheit nicht ist. Passiv kann im Einzelfall trotzdem die richtige Lösung sein, deshalb muß man aber nicht alles was die heilige effiziente Kuh in Frage stellt und jeden der sich mit anderen Themen beschäftigt verteufeln. Simons braucht man sicher nicht über Statistik aufklären. EMH ist nur eine ganz grobe Idealisierung mit praktischen Grenzen der Anwendbarkeit. Das ist ein Thread zu AMH.

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Hicks&Hudson
vor 13 Minuten von reko:

Jeder muß seine Skills selbst einschätzen

 

vor 13 Minuten von reko:

Was für eine grandiose Einsicht.

 

 

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days

@reko du hast grundsätzlich nicht verstanden, dass die Anzahl der aktiven Survivor-Anleger in einem risikoadjustierten Vergleich mit der Marktrendite nach Kosten über die Zeit hinweg in einem derartigen Maße abnimmt, dass man jedem langfristigen aktiven Versuch schon fast sicher mit dem Overconfidence-Bias begegnen muss.

Dabei darf eine absolute Outperformance bei höherem Risiko nicht mit einer überlegenen Anlegerleistung verwechselt werden. Am Ende deutet die Anzahl der langfristigen Survivor-Anleger nach obiger Definition eindeutig darauf hin, dass es keine systematisch ausbeutbaren Muster gibt, da diese Anzahl an Survivor-Anlegern aufgrund der Größe der Grundgesamtheit auch bei völlig zufällig getroffenen Entscheidungen statistisch zu erwarten gewesen wären (d.h. bei den wenigen tatsächlichen Survivor-Anlegern über lange Zeiträume können wir nicht zwischen Glück und Können unterscheiden). Dabei wurde der größere Zeitaufwand und die Mühe von aktiven Anlegern noch nicht einmal angemessen berücksichtigt (zusätzliche Opportunitätskosten).

Zitat

Ritzau legte dazu eindrucksvolle Zahlen von S&P vor, wonach z. B. bei globalen Aktienfonds über ein Jahr noch 17.5 % „Spitzenfonds“ vorhanden sind, die vor dem Vergleichsindex liegen, nach 10 Jahren gerade mal noch 2 %.
 

15,5 % der ehemaligen „Spitzenfondsmanager“ wurden also vom Index überholt. Und das große „Zufallsrauschen“ verhindert das Herausfinden von echten Könnern: Fama und French (in ihrer großen Fonds-Studie von 2009) können selbst nach 22 Jahren bei den besten Fonds Glück und Können nicht trennen.

Was Privatanleger von Wirtschafts-Nobelpreisträgern für die Geldanlage lernen können – Finanzgespräche mit Dr. Michael Ritzau

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etherial
vor einer Stunde von reko:

EMH ist nur eine ganz grobe Idealisierung mit praktischen Grenzen der Anwendbarkeit. Das ist ein Thread zu AMH.

AMH ist ebenfalls eine grobe Idealisierung - und wenn man @Glory_Days glauben darf ohne Anwendbarkeit. Da er das Buch überflogen hat und du nicht ... wem soll man da mehr glauben?

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
vor 2 Stunden von etherial:

AMH ist ebenfalls eine grobe Idealisierung - und wenn man @Glory_Days glauben darf ohne Anwendbarkeit. Da er das Buch überflogen hat und du nicht ... wem soll man da mehr glauben?

Der wesentliche Punkt ist, dass die EMH bereits alles Relevante abdeckt inklusive der hier oftmals vorgebrachten Anomalien, d.h. Kursübertreibungen bzw. untertreibungen (abgestufte Informationseffizienz der Märkte). Die zentrale Hypothese der AMH, dass Märkte adaptiv sein sollen, deutet schon aus rein logischer Sicht darauf hin, dass man derartige Anomalien nie wird systematisch ausnutzen können. Denn wenn Märkte tatsächlich dazu lernen würden, würden die Gründe für Kursübertreibungen und -untertreiben kontinuierlich wechseln (ansonsten wären Märkte nicht adaptiv, sondern repetitiv). Damit kann es auch nach der AMH keine dauerhaften Muster geben, nach denen wir die Entwicklung von Fehlbewertungen für die Zukunft vorhersagen könnten.

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reko
· bearbeitet von reko
vor 13 Stunden von etherial:

AMH ist ebenfalls eine grobe Idealisierung - und wenn man @Glory_Days glauben darf ohne Anwendbarkeit. Da er das Buch überflogen hat und du nicht ... wem soll man da mehr glauben?

Jeder der zyklische Märkte und sich verändernde Marktbedingungen berücksichtigt inclusive mir wendet AMH an. Beck und andere sehen ebenfalls eine Anwendbarkeit. Wenn jemand keine Anwendbarkeit erkennen kann, dann liegt das nicht an der Theorie. Es ist nur nicht immer so einfach wie Kommer es uns Glauben lassen will.

Die Mehrheit ignoriert auch die Erkenntnisse von Behavioral Finance. Die Mehrheit interessiert sich nicht für die wirtschaftlichen Aussichten ihrer Firmen. Manche glauben ein Fondsmanager oder Bankberater oder Buchautor würde ihnen zu Reichtum verhelfen. Das ergibt dann den Durchschnitt.

Wenn man anerkennt, dass AMH und EMH Idealisierungen sind dann kann man daraus eben keine einfache Formel ableiten sondern muß im Einzelfall selbst denken.

 

Man braucht auch nicht Lo's ganzes Buch lesen bereits sein erster zu diesen Thema veröffentlichter Artikel reicht. Ich habe zusätzlich mehrere Stunden Vorträge von Lo angesehen. Neu sind nur weitere Belege für das Scheitern der EMH.

The Adaptive Markets Hypothesis: Market Efficiency from an Evolutionary Perspective, Lo 2004

Zitat

I argue that much of what behavioralists cite as counterexamples to economic rationality—loss aversion,
overconfidence, overreaction, mental accounting, and other behavioral biases—are, in fact,
consistent with an evolutionary model of individuals adapting to a changing environment
via simple heuristics. Despite the qualitative nature of this new paradigm, the Adaptive
Markets Hypothesis offers a number of surprisingly concrete implications for the practice of
portfolio management.

.. Practical Implications .. The AMH implies that the risk/reward relation varies through time, and that
a better way of achieving a consistent level of expected returns is to adapt to changing
market conditions

 

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
vor 3 Stunden von reko:

Jeder der zyklische Märkte und sich verändernde Marktbedingungen berücksichtigt inclusive mir wendet AMH an. Beck und andere sehen ebenfalls eine Anwendbarkeit.

Was den Versuch der Anwendbarkeit der AMH noch lange nicht sinnvoll macht. Man kann sich durch den Versuch der Anwendung von etwas auch selbst schaden - insbesondere wenn sogenannte "Experten" davon sprechen:

Zitat

She [Bertie Buffet] is sensible – very sensible – instinctively knowing that pundits should always be ignored.

— Warren Buffet: Berkshire Hathaway Jahresbericht 2023

vor 3 Stunden von reko:

Wenn jemand keine Anwendbarkeit erkennen kann, dann liegt das nicht an der Theorie.

Das ist in dieser Grundsätzlichkeit schlichtweg falsch. Selbstverständlich kann es daran liegen, dass die "Theorie" einfach keine sinnvoll Anwendbarkeit bietet.

vor 3 Stunden von reko:

Es ist nur nicht immer so einfach wie Kommer es uns Glauben lassen will.

Ich wusste bisher gar nicht, dass ein Gerd Kommer die EMH formuliert hat.

vor 3 Stunden von reko:

Die Mehrheit ignoriert auch die Erkenntnisse von Behavioral Finance. Die Mehrheit interessiert sich nicht für die wirtschaftlichen Aussichten ihrer Firmen. Manche glauben ein Fondsmanager oder Bankberater oder Buchautor würde ihnen zu Reichtum verhelfen. Das ergibt dann den Durchschnitt.

Passive Anleger interessieren sich nun einmal herzlich wenig für die Unzulänglichkeiten aktiver Anleger. Wenn man als passiver Anleger kaum handelt, macht man schon einmal weniger Fehler als andere. Wirtschaftliche Aussichten einzelner Firmen sind für solche Anleger ebenfalls irrelevant - dank breiter Diversifikation wird es immer Firmen mit guten Aussichten in ihrem Portfolio geben. Passive Anleger glauben auch nicht an Fondsmanager, Bankberater oder Buchautoren. Wozu sollten sie auch?

vor 3 Stunden von reko:

Wenn man anerkennt, dass AMH und EMH Idealisierungen sind dann kann man daraus eben keine einfache Formel ableiten sondern muß im Einzelfall selbst denken.

Diese Aussage ist wieder sowas von undurchdacht, dass sie unglaublich komisch ist. Welches mathematische Modell arbeitet nicht unter idealisierten Annahmen? Nicht die Idealisierung ist das Problem, sondern die Irrelevanz der AMH selbst. Und wer im Einzelfall zu viel in etwas hineininterpretiert, das gar nicht existiert, kann schnell zu Fehlschlüssen kommen.

vor 3 Stunden von reko:

Neu sind nur weitere Belege für das Scheitern der EMH.

Noch einmal: Die EMH nach Fama akzeptiert temporäre Unter- und Übertreibungen, d.h. der konstruierte Widerspruch existiert überhaupt nicht.

vor 3 Stunden von reko:

Despite the qualitative nature of this new paradigm, the Adaptive Markets Hypothesis offers a number of surprisingly concrete implications for the practice of portfolio management.

Dann gehen wir sie doch mal konkret durch:

  1. Zitat

    The first implication is that to the extent that a relation between risk and reward exists, it is unlikely to be stable over time.

    Das ist keine Neuheit und diese Möglichkeit war schon lange vor Veröffentlichung der AMH bekannt - wie Lo im Bezug auf das Equity Risk Premium wenige Sätze später dann auch selbst zugibt:
    Zitat

    This is not so revolutionary an idea as it might first appear even in the context of a rational expectations equilibrium model, if risk preferences change over time, then the equity risk premium must vary too.

    Zitat

    The incremental insight of the AMH is that aggregate risk preferences are not immutable constants, but are shaped by the forces of natural selection.

    Wodurch die Zeitabhängigkeit von Renditen und Risiko qualitativ zu Stande kommt, ist für Anleger und ihre Anlageentscheidungen irrelevant und nicht ausbeutbar.
     
  2. Zitat

    A second implication is that contrary to the classical EMH, arbitrage opportunities do exist from time to time in the AMH.

    Die Betonung liegt hier auf "classical", denn gemäß der aktuellen Formulierung der EMH (abgestufte Informationseffizienz der Märkte) können Arbitragemöglichkeiten von Zeit zu Zeit sehr wohl existieren. Also erneut keine Neuheit, sondern schon lange vor Veröffentlichung der AMH bekannt.
     

  3. Zitat

    A third implication is that investment strategies will also wax and wane, performing well in certain environments and performing poorly in other environments.

    Angesichts möglicher Phasen von Über- oder Untertreibungen gemäß der EMH leuchtet dieser Punkt ein. Die Einsicht der AMH, dass dies passiere "when environmental conditions become more conducive to such trades" ist für Anleger und ihre Anlageentscheidungen irrelevant und nicht ausbeutbar, solange die zukünftigen Zeitpunkte nicht benannt werden können.
     

  4. Zitat

    A fourth implication is that innovation is the key to survival. The classical EMH suggests that certain levels of expected returns can be achieved simply by bearing a sufficient degree of risk. The AMH implies that the risk/reward relation varies through time, and that a better way of achieving a consistent level of expected returns is to adapt to changing market conditions. By evolving a multiplicity of capabilities that are suited to a variety of environmental conditions, investment managers are less likely to become extinct as a result of rapid changes in business conditions. Consider the current theory of the demise of the dinosaurs (Alvarez, 1997), and ask where the next financial asteroid might come from.

    Dieser Ansatz der kontinuerlichen Adaption ist angesichts der Ungewissheit der Zukunft aus rein logischer Sicht falsch und zum Glück auch gar nicht notwendig. Wenn erwartete Rendite und Risiko (unvorhersehbar) zeitabhängig sind, würde ein passiver Anleger auf jeden Fall davon profitieren, da er als dauerhafter Marktteilnehmer nach einem Kurseinbruch von der dann höheren Renditeerwartung automatisch profitieren würde. Damit diese in hinreichender Form materialisiert werden kann, sollte der passive Anleger Rebalancing betreiben. Die Zeitabhängigkeit wäre für Anleger und ihre Anlageentscheidungen nur dann relevant und ausbeutbar, wenn sie vorhersehbar wäre (unter diesen Voraussetzungen wäre Market Timing trivialerweise empfehlenswert). Wenn der Gesamtmarkt tot ist, wären übrigens auch alle Marktteilnehmer mutmaßlich tot (soviel zu dem überspitzten Begriff des "survival" in diesem Zusammenhang).
     

  5. Zitat

    Finally, the AMH has a clear implication for all financial market participants: survival is the only objective that matters. While profit maximization, utility maximization, and general equilibrium are certainly relevant aspects of market ecology, the organizing principle in determining the evolution of markets and nancial technology is simply survival.

    Daher gibt es seit Urzeiten so etwas wie Risikomanagement. Leider versäumt es Lo auch hier, jenseits von reinen Binsenweisheiten irgendwelche relevanten Punkte zu machen.

Fazit: Keine der "konkreten Implikationen" der AMH weist eine für Anleger in irgendeiner Form relevante neue und ausbeutbare Information für ihre Anlageentscheidungen auf.

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Hicks&Hudson
· bearbeitet von Hicks&Hudson
vor 2 Stunden von reko:

Es ist nur nicht immer so einfach wie Kommer es uns Glauben lassen will.

Bogle bitte :teach:

Kommer ist schon lange nicht mehr der, den du hier meinst (bitte mal updaten).

 

Übrigens: Kennst du den Satz von Bogle, dass Indexing auch in ineffizienten Märkten funktioniert?

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
vor 20 Minuten von Hicks&Hudson:

Übrigens: Kennst du den Satz von Bogle, dass Indexing auch in ineffizienten Märkten funktioniert?

Er kennt eigentlich nur die AMH, und deren Bedeutung hat er leider offensichtlich falsch verstanden.

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Hicks&Hudson
vor 8 Minuten von Glory_Days:

Er kennt eigentlich nur die AMH, und deren Bedeutung hat er leider offensichtlich falsch verstanden.

Völlig egal, ob AMH oder EMH.

Es bleibt in beiden Fällen das Problem, dass Anleger (besonders wir kleinen Privatanleger) einfach nicht vorhersehen können, wann die Märkte effizient sind und wann nicht / wann sie wie (stark) adaptieren oder nicht.

 

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
vor 23 Minuten von Hicks&Hudson:

Es bleibt in beiden Fällen das Problem, dass Anleger (besonders wir kleinen Privatanleger) einfach nicht vorhersehen können, wann die Märkte effizient sind und wann nicht / wann sie wie (stark) adaptieren oder nicht.

Richtig, die Ungewissheit der Zukunft wird sich niemals auflösen lassen. Und daher kennen wir auch die einzig rationale Anlagestrategie unter diesen Gegebenheiten. Investieren ist damit vom Grundsatz her bereits heute für alle Zeiten gelöst. Wir können hier also Schluss machen und das Forum abschließen. Wer macht das Licht aus?

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reko
· bearbeitet von reko
vor 2 Stunden von Hicks&Hudson:

Völlig egal, ob AMH oder EMH.

Es bleibt in beiden Fällen das Problem, dass Anleger (besonders wir kleinen Privatanleger) einfach nicht vorhersehen können, wann die Märkte effizient sind und wann nicht / wann sie wie (stark) adaptieren oder nicht.

Das ist deine subjektive Wahrnehmung ohne Allgemeingültigkeit. Wenn das so wäre, dann könnte es keine rationale Aktienbewertung und keinen effizienten Markt geben.

Grossman-Stiglitz_Paradox "if prices perfectly reflected available information, there is no profit to gathering information, in which case there would be little reason to trade and markets would eventually collapse"

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days
vor 2 Stunden von reko:

Das ist deine subjektive Wahrnehmung ohne Allgemeingültigkeit. Wenn das so wäre, dann könnte es keine rationale Aktienbewertung und keinen effizienten Markt geben.

Grossman-Stiglitz_Paradox

Ach @reko, du bist auf jeden Fall kein adaptives System. Soviel können wir nach deinen diversen Ausführungen schon einmal als gesichert festhalten.

  1. Zitat

    The Grossman-Stiglitz Paradox is a paradox [...] that argues perfectly informationally efficient markets are an impossibility

    Der fehlende zeitliche Aspekt (im Sinne von dauerhaft) ist hier entscheidend: Märkte können aber müssen nicht dauerhaft perfekt informationseffizient sein. Anleger können nicht vorhersagen, wann welcher Grad an Informationseffizienz herrschen wird.
  2. Zitat

    if prices perfectly reflected available information, there is no profit to gathering information, in which case there would be little reason to trade and markets would eventually collapse.

    Dank Overconfidence-Bias, @reko und co. werden sich immer genügend aktive Anleger (in @rekos Worten "Dumme") finden, selbst wenn die aktuellen Preise die vorhandenen Informationen perfekt widerspiegeln würden.

Das vermeintliche Paradox ist also gar kein Paradox und widerspricht in keinster Weise der EMH. Häufig wird dieses Paradoxon auch als "Warnung" vor einem zu großen Anteil an passiven Anlegern am Gesamtmarkt herangezogen. Da der Marktzustand von 100% passiven Anlegern praktisch nie erreichbar sein wird, wegen der Natur des Menschen vorher zwangsläufig ein Saturierungseffekt eintreten wird, und der Anteil der passiven Anleger am Gesamtmarkt dann um diesen Wert fluktieren wird, kann auch diese "Warnung" für die Anlagepraxis als gänzlich irrelevant ignoriert werden.

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geldvermehrer

Wenn ich mir überlege, wie 2 kluge Köpfe die AMH umsetzen, Beck mit der "Antizyklik-Prämie" und Hens mit seiner Investition in den S&P 500, 2 Mio Schweizer Franken in Krypto und "etwas" in den Aionite Capital seiner ehemaligen Studenten (der immer noch aus meiner Sicht ein kleiner, wenig bedeutsamer ist), kommen mir schon auch Zweifel, ob die AMH einen Mehrwert für die Anleger bieten kann?

Bei der EMH kommt für mich als Schlussfolgerung heraus, passives Investieren ist für die Mehrheit aller Anleger das Mittel der Wahl bzw. niemand kann dauerhaft und vorhersehbar den Markt schlagen:)

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reko
· bearbeitet von reko
vor 22 Minuten von geldvermehrer:

Wenn ich mir überlege, wie 2 kluge Köpfe die AMH umsetzen, Beck mit der "Antizyklik-Prämie"

Antizyklische Strategien sind in Form von Fonds sehr schwer umsetzbar. Die Zyklik finde auf Branchenebene ab (Branchenrotation). Beck ist letztlich eine Indexer mit minimaler Umschichtung in Bonds. Er ist zwar von der AMH überzeugt, sein Interesse ist aber ein möglichst hohes Einkommen aus der Fondsverwaltung. Branchenanalysen sind auch nicht sein Gebiet, Beck ist Mathematiker. Er hat einen sehr unflexiblen Ansatz mit einen allgemeinen Kennwert. Dass er sehr ähnlich Ergebnisse wie andere Indexfonds hat ist wenig überraschend.

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geldvermehrer

Der Ainonite, den Studenten von Prof. Hens gegründet haben und nach der AMH investieren, hat in dem kurzen Zeitraum seit Auflegung so performed:

 

Screenshot (95).png

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Glory_Days
· bearbeitet von Glory_Days

Vielleicht sollte man noch folgende wichtige Voraussetzungen erwähnen, die laut Prof. Andrew Lo vorliegen müssen, um überhaupt eine Chance darauf zu haben, den Markt schlagen zu können:

Zitat

It's possible to beat the market if you have the right models, the right training, the resources, the computational power, and so on and so forth, yes.

— Prof. Andrew Lo

Am 1.3.2024 um 16:51 von reko:

Bei der Menge an Trades und des rein mathematischen Vorgehens kann man Simons Erfolg schwer als Zufall verkaufen.

Wir wissen nicht, wie Simons tatsächlich vorging - das ganze ist eine Art Black Box für alle Außenstehenden. Als solche ist eine gesunde Portion Skepsis geboten - einige Argumente dafür hat Gerd Kommer hier in seinem Blogbeitrag zusammengetragen:

https://gerd-kommer.de/der-beste-fonds-aller-zeiten/

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