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tanker

Mögliche Abschaffung der Kapitalertragssteuer- wie reagieren?

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tanker

Hallo,

nach den aktuellen Umfragewerten scheint im kommenden Bundestag alles auf eine rot-grün-rote Koalition hinauszulaufen. Als sicher kann man annehmen, daß einer der ersten Schritte eine Abschaffung der KEST sein wird, wodurch man gezwungen sein wird seine Kursgewinne zum persönlichen Einkommensteuertarif zu versteuern. Aktuell müßte man dann für jeden Euro Gewinn, der über 40TSD € liegt ca. 40%+Soli steuern zahlen, also fast die Hälfte des Gewinns abgeben, wobei man die 40TSD € Einkommen schon relativ leicht allein mit dem Bruttoverdienst eines normalen Arbeitnehmers erreicht. 

 

Ich selber "sitze" aktuell auf ca. 200TSD € unrealisierten Kursgewinnen aus langjähriger Anlage und überlege nun, diese noch schnell über die alte Abgeltungssteuer von 25%+Soli zu versteuern, anstatt später für über 40%+Soli. Dazu müßte ich also zeitnah meine Aktien verkaufen und wieder zurückkaufen, oder seht Ihr da noch eine andere Möglichkeit? Wie geht Ihr mit der Situation um? Wann zieht ihr die Reißleine und versteuert lieber noch per alter Abgeltungssteuer, anstatt später zum persönlichen Einkommenssteuersatz, oder seht ihr andere Lösungen (z.B. Auswandern, VV-GmbH Gründung, Liechtensteiner Stiftung, usw.)

 

Mfg

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Gast231208
vor 1 Minute von tanker:

... , oder seht Ihr da noch eine andere Möglichkeit? Wie geht Ihr mit der Situation um

 

Abwarten :-*

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miniRABE

Mein erster Reflex wäre einen kompetenten Steuerberater aufzusuchen, aber das hat Zeit bis nach den Wahlen. 

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HalloAktie

Ich glaube gar nicht, dass das mit einer speziellen Koalition zu tun hat: Das wird -außer Lindner- jeder Finanzminister machen. Ich würde es abwarten- solch ein Gesetz kommt nicht über Nacht. Gewinne realisieren kann natürlich trotzdem ein richtiger Gedanke sein, aber nicht aus dem Grund, finde ich. Vielleicht kommt auch irgendwann ein europäischer 401k, mit dem man Gewinne in die Rente verschieben kann (Rürup gibt es ja schon).

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RobertGray
· bearbeitet von RobertGray

Der Gedanke liegt nah dann Gewinne zu einem vermeintlich noch günstigeren Steuersatz zu realisieren. Aber wäre es bei einer langfristigen Geldanlage tatsächlich zielführend? Könnte der Steuerstundungseffekt bei einer "Nicht-Realisierung" mögliche höhere Steuerbelastungen zu einem späteren Zeitpunkt überkompensieren?

 

Hängt vermutlich von sehr vielen Variablen ab und da diese aktuell nicht bekannt sind schließe ich mich an:

 

vor 10 Minuten von pillendreher:

Abwarten :-*

 

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Norica
· bearbeitet von Norica
vor 14 Minuten von tanker:

Ich selber "sitze" aktuell auf ca. 200TSD € unrealisierten Kursgewinnen aus langjähriger Anlage und überlege nun, diese noch schnell über die alte Abgeltungssteuer von 25%+Soli zu versteuern, anstatt später für über 40%+Soli. Dazu müßte ich also zeitnah meine Aktien verkaufen und wieder zurückkaufen, oder seht Ihr da noch eine andere Möglichkeit? Wie geht Ihr mit der Situation um? Wann zieht ihr die Reißleine und versteuert lieber noch per alter Abgeltungssteuer, anstatt später zum persönlichen Einkommenssteuersatz, oder seht ihr andere Lösungen (z.B. Auswandern, VV-GmbH Gründung, Liechtensteiner Stiftung, usw.)

 

Würde auch abwarten Vielleicht kannst Du dir in der Zeit überlegen, was dein ursprünglicher Plan war und ob der durch die -keinerweißwiedieaussiehtvielleicht- neue Steuerregelung gefährdet ist:rolleyes:

 

 

SG

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west263

wenn Rot .... ich traue mich nicht mal, es zu schreiben ;) kommen sollte, wird ja nicht am 27.09. gleich das Gesetz und die Besteuerung geändert. Von daher mal ganz entspannt zurück lehnen und abwarten.

Ich könnte mir gut vorstellen, das es auch dann wieder Übergangsfristen und Altregelungen geben könnte.

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RobertGray
· bearbeitet von RobertGray
vor 5 Minuten von west263:

Altregelungen geben könnte.

 

In dem Fall würde ich tatsächlich über Wertpapierkäufe auf Kredit nachdenken. :narr:

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chirlu
vor 30 Minuten von tanker:

nach den aktuellen Umfragewerten scheint im kommenden Bundestag alles auf eine rot-grün-rote Koalition hinauszulaufen.

 

Aha … Ich sehe eher Umfragewerte, die es fraglich erscheinen lassen, ob die Linkspartei überhaupt den Einzug in den Bundestag schafft (5%-Hürde, nur zwei sichere Direktmandate). Und wenn, sehe ich keine allzu große Begeisterung bei SPD und Grünen über diese Koalitionsoption.

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west263
vor 8 Minuten von chirlu:

Und wenn, sehe ich keine allzu große Begeisterung bei SPD und Grünen über diese Koalitionsoption.

bis gestern haben sie doch sehr damit kokettiert. Erst nachdem der Bartsch mitgeteilt hat, daß der gewollte NATO Austritt doch nicht so in Stein gemeißelt ist, kommt jetzt der Scholz ins schwitzen. ^_^

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tanker
· bearbeitet von tanker

O.k. dann habe ich schon mal eine grobe Einschätzung von euch. 

 

 Soviel noch dazu von mir:

-  kompetenten Steuerberater habe leider nicht, da ich meine Steuer zur Kostenvermeidung immer selbst gemacht habe.

- interessanterweise (für eine Zeitraum von 10 oder 20 Jahren simuliert) ist es fast egal, ob man

a) jetzt nicht versteuert und später alles für 45% versteuert oder

b) jetzt für 25% versteuert und dann später die weiteren Gewinne für 45% versteuert. 

Es kommt fast das Gleiche dabei raus, kann ich auch gerne vorrechnen. Bis 10 Jahre Anlagedauer liegt sogar Lösung b) besser im Rennen.

- So ein Gesetz kann auch rückwirkend in Kraft gesetzt werden und zwar ab dem Zeitpunkt, wo es erstmals im Gesetzesblatt erwähnt bzw. diskutiert wurde. Es kann später erst im Parlamant beschlossen werden und trotzdem ab einem früheren Zeitpunkt gelten, sodaß hier äußerste Vorsicht geboten ist. Man sollte sich nicht zu sicher fühlen.

- Rot-grün-rot werden alles versuchen, um die zu melkende Masse zu überrumpeln. Vorwarnungen, Ankündigungen oder großzügige Altbesitzerregelungen könnt ihr IMHO vergessen! Die wollen nur euer Bestes!

 

Mfg

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor einer Stunde von tanker:

 Wie geht Ihr mit der Situation um?

 

Auswandern?

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Cauchykriterium
vor 4 Minuten von tanker:

So ein Gesetz kann auch rückwirkend in Kraft gesetzt werden und zwar ab dem Zeitpunkt, wo es erstmals im Gesetzesblatt erwähnt bzw. diskutiert wurde. Es kann später erst im Parlamant beschlossen werden und trotzdem ab einem früheren Zeitpunkt gelten, sodaß hier äußerste Vorsicht geboten ist. Man sollte sich nicht zu sicher fühlen.

Möchtest Du diese Behauptung belegen?

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Drag-On
vor 4 Minuten von tanker:

Rot-grün-rot werden alles versuchen, um die zu melkende Masse zu überrumpeln

zu melkende Masse hat keine große Kapitalerträge und deswegen wurde sie immer überrumpelt, weil sich Spitzenverdiener mit KEST und anderen Steuerregelungen aus dem System praktisch ausgeklickt haben.

 

Ein Unternehmer(Mittelstand / Familienunternehmen), der sein ganzes Vermögen in seiner Geschäft gesteckt hat und somit voll haftet, der Mitarbeiter beschäftigt und Sozialversicherungsbeiträge abführt,  der Produkte herstellt, die unsere Gesellschaft weiter bringen, der zahlt für sein Spitzeneinkommen den Spitzensteuersatz.

Und leistungsloses Spitzeneinkommen aus Kapitalerträge wird mit 25 %!!!

 Ist das gerecht? KEST gehört abgeschafft.

So, jetzt her mit dem Shitstorm

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tanker

@ Drag-On

 

Dieser Unsinn wird leider immer wieder behauptet. Die Gewinne eines Unternehmens werden erst mit 30% (Körperschaftssteuer+Gewerbesteuer) besteuert und bei der Entnahme dann nochmals mit 25%+Soli+KiSt., also sind rund die Hälfte der Gewinne einfach mal so weg. Und "leistungslos" ist hier auch nichts, denn ohne, daß eine Firma was leistet, erwirtschaftet sie auch keine Gewinne. 

Und ist es gerecht, daß der Anleger das Risiko trägt und wenn es gut geht, er den Gewinn mit dem Staat "teilen" darf, wenn es schiefgeht, der Staat aber sagt: "nicht mein Problem"?

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Undercover
vor 4 Minuten von Drag-On:

Und leistungsloses Spitzeneinkommen aus Kapitalerträge wird mit 25 %!!!

 Ist das gerecht? KEST gehört abgeschafft.

 

Da bin ich ganz anderer Ansicht. KAP ist eine feine Sache und spatz dem FA viel Arbeit.

Der Durchschnitt zahlt eh nur 25 % ESt. Und wer weniger hat bekommt eine Günstigerprüfung.

Auf eine naheliegende Lösung kommt die Politik natürlich nicht.

Wenn man an die großen Fische will könnte man die KAP gestaffelt bis zu 45 % erheben.

Das wäre technisch gar kein Aufwand da die Banken die Zahlen eh verwalten.

Und das wäre gerecht, sofern die Grenzen angemessen gewählt werden.

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odensee
vor einer Stunde von pillendreher:

Abwarten :-*

+1

 

vor 1 Minute von Drag-On:

Ein Unternehmer(Mittelstand / Familienunternehmen), der sein ganzes Vermögen in seiner Geschäft gesteckt hat und somit voll haftet, der Mitarbeiter beschäftigt und Sozialversicherungsbeiträge abführt,  der Produkte herstellt, die unsere Gesellschaft weiter bringen, der zahlt für sein Spitzeneinkommen den Spitzensteuersatz.

Und leistungsloses Spitzeneinkommen aus Kapitalerträge wird mit 25 %!!!

 Ist das gerecht? KEST gehört abgeschafft.

+ 0,5 :rolleyes:

Vom Grundsatz her hast du recht, meine Meinung. Hier im WPF sind viele unterwegs, die für einen erheblichen Teil des Gehaltes den Spitzensteuersatz zahlen (mich eingeschlossen) - da ist ein mit nur 25% (plus Soli) besteuertes Zusatzeinkommen eine feine Sache .... für "uns". Bedenke aber die Probleme der Doppelbesteuerung (innerhalb der AG) und dann nochmal bei dir. Da gab es mal das Halbeinkünfteverfahren oder wie auch immer das heißt.

 

vor 2 Minuten von tanker:

Und "leistungslos" ist hier auch nichts, denn ohne, daß eine Firma was leistet, erwirtschaftet sie auch keine Gewinne. 

Es geht darum, dass du (und ich natürlich auch) ohne große Leistung Gewinne erzielen. Ein paar Mausklicks im Depot und schon rollt das Geld. Für meine mit 42% besteuerten Mehrleistiungen muss ich richtig was tun.

Das erscheint mir unfair.

vor 2 Minuten von tanker:

Und ist es gerecht, daß der Anleger das Risiko trägt und wenn es gut geht, er den Gewinn mit dem Staat "teilen" darf, wenn es schiefgeht, der Staat aber sagt: "nicht mein Problem"?

Du solltest dich mal mit dem Thema "Verlustverrechnung" beschäftigen. Deine Argumentation zieht im übrigen auch für den Bäcker um die Ecke, der ein erhebliches Risiko eingeht, aber trotzdem mit deutlich höheren Steuern als deine mit ein paar Mausklicks generierten Aktiengewinne.

 

vor einer Stunde von tanker:

Ich selber "sitze" aktuell auf ca. 200TSD € unrealisierten Kursgewinnen aus langjähriger Anlage

Sofern du als Rentner mit niedrigeren Steuersätzen rechnen kannst/musst, kannst du deine Kursgewinne doch einfach liegen lassen.

hilft dir zwar nicht viel, da dein Geld schon angelegt ist - aber vielleicht noch als Ideenlieferant.

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dev
vor einer Stunde von tanker:

Aktuell müßte man dann für jeden Euro Gewinn, der über 40TSD € liegt ca. 40%+Soli steuern zahlen, also fast die Hälfte des Gewinns abgeben, wobei man die 40TSD € Einkommen schon relativ leicht allein mit dem Bruttoverdienst eines normalen Arbeitnehmers erreicht.

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Quelle

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odensee
· bearbeitet von odensee
vor 30 Minuten von tanker:

Rot-grün-rot werden alles versuchen, um die zu melkende Masse zu überrumpeln.

Gestern wurden (partei)politische Beiträge einkassiert. Mal sehen, wie konsequent heute vorgegangen wird....

 

Des weiteren wird, wenn es denn schon parteipolitisch wird, RGR nicht in alle Ewigkeit regieren, du könntest deine Gewinne einfach eine Legislaturperiode lang liegen lassen und dann wird die höhere Besteuerung von schwarz-blau oder schwarz-gelb ja sowieso wieder kassiert.

 

@dev komm jetzt bitte nicht mit Fakten. :w00t:

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Reinsch

Ich sehr RRG als recht unwahrscheinlich an. Aber falls es tatsächlich kommt und eine entsprechende Regelung verabschiedet wird:

 

Ich spare mit Thesaurierern. In der Ansparphase schiebe ich also den Großteil meiner Kapitalerträge in die Zukunft. Und in der Entnahmephase ist mir der persönliche Steuersatz sogar ganz recht, da er deutlich unter 25% liegen dürfte.

 

Panik hält sich also in Grenzen.

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Ramstein
vor 1 Stunde von tanker:

 Soviel noch dazu von mir:

- So ein Gesetz kann auch rückwirkend in Kraft gesetzt werden und zwar ab dem Zeitpunkt, wo es erstmals im Gesetzesblatt erwähnt bzw. diskutiert wurde. Es kann später erst im Parlamant beschlossen werden und trotzdem ab einem früheren Zeitpunkt gelten, sodaß hier äußerste Vorsicht geboten ist. Man sollte sich nicht zu sicher fühlen.

Guckst du mal hier, insbesondere Absatz 75 ff:

https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2010/07/ls20100707_2bvl001402.html

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Wusel83
vor 2 Stunden von dev:

Fakten finde ich gut. :pro:

 

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Undercover

Ja, Fakten sind gut.

Nur hat die Person auch noch 50k normales Einkommen zu versteuern.

Dann kannst du deine Marken bei 90k aufwärts setzen.

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Niklasschnick
vor 3 Stunden von RobertGray:

 

In dem Fall würde ich tatsächlich über Wertpapierkäufe auf Kredit nachdenken. :narr:

Kann man das rechtzeitig wissen, oder kommt das rückwirkend? Für mich ein interessanter Gedankengang, noch mal so 10-20k vor einem bestimmten Stichtag auf Kredit zu kaufen. Kanns auf die Schnelle leider nicht finden, wie es mit der Abgeltungssteuer und dem Stichtag für Altbestände damals 2008 war...

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Undercover

Eine rückwirkende Besteuerung von Erträgen wird sich keine Regierung leisten.

Was sollte der Sinn sein jetzt Aktien auf Kredit zu kaufen?

Das mache ich ganz selten mal wenn ich eine Chance sehe und kein Geld habe. :(

Aber doch nicht wegen der Steuer.

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