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Gerd Kommer warnt vor hoher Bewertung

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Rotenstein

Meiner Meinung nach sollte jeder, der sich bei einem weltweit diversifizierten Aktien-ETF unwohl fühlt - sei es aufgrund einer als "hoch" empfundenen Bewertung oder aus anderen Gründen - darüber nachdenken, ob sein Aktienanteil nicht einfach zu hoch ist und er seine Allokation besser mit nicht-riskanten Anlagen austarieren sollte. 

 

Im Aktienbereich selbst herumzuspielen, bringt aus meiner Sicht wenig. Ja, es gibt Sektoren, die traditionell bei einer Wirtschaftskrise nicht ganz so stark betroffen sein sollten wie andere Sektoren ("defensive Aktien"). Ob das immer noch so ist, und ob es bei jeder Krise so ist, mag dahingestellt sein. Auch muss jedem klar sein, dass man mit einer Abweichung von der Marktkapitalisierung andere Risiken eingeht:

  • Sind beispielsweise Novo Nordisk oder Ely Lilly denn aktuell wirklich "defensive" Werte?
  • Welche Risiken tragen Versorger in Zeiten eines staatlich verordneten, teuren Umbruchs in der Energiewirtschaft?
  • Inwiefern sind europäische Aktien oder Schwellenländeraktien weniger riskant als amerikanische angesichts der geopolitischen Herausforderungen?

Zur Gleichgewichtung ist zu sagen, dass diese nur über hohe Kosten darstellbar ist. Ich habe manchmal den Eindruck, dass einigen nicht klar ist, wie ein nach Marktkapitalisierung gewichteter ETF funktioniert, und warum diese Gewichtung aus rein praktischen Erwägungen die weitaus einfachste und günstigste ist. Und will denn ernsthaft jemand zu gleichen Teilen in Microsoft und in Mohawk Industries, einem Bodenbelaghersteller aus Georgia, investiert sein? Und noch schlimmer: Was, wenn jeder das möchte?

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Schwachzocker
vor 10 Minuten von Rotenstein:

...Und will denn ernsthaft jemand zu gleichen Teilen in Microsoft und in Mohawk Industries, einem Bodenbelaghersteller aus Georgia, investiert sein? Und noch schlimmer: Was, wenn jeder das möchte?

Ja klar! Bodenbeläge braucht der Mensch immer. Und wir sind von dem fiesen Techklumpen weg, koste es, was es wolle.

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Sapine
vor 4 Stunden von Fintastik:

Mal eine kleine abweichende Frage zu dieser "Gerd Kommer"-Thematik:

  • Haben die 5% Positionen überhaupt einen Signifikaten Einfluss auf das Depot oder ist dies mehr eine Befriedigung für dich selbst?

Der Sinn der Frage erschließt sich mir nicht. Reduktion von Branchenrisiken, niedrigerer Max DD, bessere Sharpe Ratio. Alles da was ich mir davon verspreche ohne massive Abweichung vom heiligen Gral und ohne große Renditeschmälerung gegenüber 100 % Aktien. Was hast Du Dir sonst noch erwartet? Gold scheint in Deiner Aufstellung zu fehlen. 

vor einer Stunde von Rotenstein:

Meiner Meinung nach sollte jeder, der sich bei einem weltweit diversifizierten Aktien-ETF unwohl fühlt - sei es aufgrund einer als "hoch" empfundenen Bewertung oder aus anderen Gründen - darüber nachdenken, ob sein Aktienanteil nicht einfach zu hoch ist und er seine Allokation besser mit nicht-riskanten Anlagen austarieren sollte. 

Über diese Argumentation wundere ich mich. Mein Ziel ist ein reduziertes Risiko bei leicht reduzierter Rendite. Dein Vorschlag ist ein reduziertes Risiko bei stark reduzierter Rendite. Wenn ich also drüber nachdenke ist die Entscheidung für mich ganz einfach. Aktienanteil hoch halten und Risiko reduzieren. Es muss einem allerdings klar sein, dass man damit nur ein wenig Risiko rausnimmt und nichts vergleichbares zu einem 60/40 Depot hin bastelt. Für risikoaverse Anleger passt das Modell weniger, die kommen um einen höheren Anteil risikoarmer Anlagen nicht herum. 

Zitat

Im Aktienbereich selbst herumzuspielen, bringt aus meiner Sicht wenig. Ja, es gibt Sektoren, die traditionell bei einer Wirtschaftskrise nicht ganz so stark betroffen sein sollten wie andere Sektoren ("defensive Aktien"). Ob das immer noch so ist, und ob es bei jeder Krise so ist, mag dahingestellt sein.

Ich empfehle den wirklich lesenswerten Faden von Glory_Days zum offensiv-defensiv Portfolio. 

vor einer Stunde von Rotenstein:
  • Sind beispielsweise Novo Nordisk oder Ely Lilly denn aktuell wirklich "defensive" Werte?
  • Welche Risiken tragen Versorger in Zeiten eines staatlich verordneten, teuren Umbruchs in der Energiewirtschaft?
  • Inwiefern sind europäische Aktien oder Schwellenländeraktien weniger riskant als amerikanische angesichts der geopolitischen Herausforderungen?

zu 1) habe ich das behauptet? Es geht um den Korb. Novo Nordisk habe ich nicht auf meinem Zettel

zu 2) Versorger sind weit mehr als Stromversorger. 

zu 3) Europa und dritte Welt haben eine andere Zusammenstellung von Unternehmen. Das Wechselspiel ist schwer zu begreifen. 

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Jennerwein

Zu Kommers Interview.

Ich denke, wenn man wie Kommer, einen eigenen ETF mit 0,5% kosten p.a. rausbringt, ist es logisch, das man irgend was anderes propagieren muss, als den schlichten, kostengünstigen MSCI World, ACWI oder All World. Man muss ja bei seinen potentiellen Kunden irgendwie den Anschein erwecken, das ein Kommer ETF Management diese Kosten auch wert sein könnte. 

Klappern gehört zum Geschäft.

Es liegt  bei den Anlegern, dieses "klappern" aller in der  Finanzindustrie tätigen Akteure, möglichst richtig zu interpretieren.

Meistens reicht ignorieren. 

 

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Cor

Öhm. Kann mir jetzt endlich wer sagen, was ich aus meinem 70/30 Welt/Emerging Markets Portfolio machen soll ?!?! :news:

 

 

Im Ernst:  Hiess es nicht immer, man soll ein weltweites Portfolio besparen, am besten mit Sparplan, und das stur und stetig über 30 Jahre und nix ändern und nur Rebalancing machen? Weil das ja rational sei und ziemlich gut funktioniert?

 

Ich erkenne so spontan nicht, was sich geändert hätte, dass das nicht mehr gilt.

 

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Rotenstein
vor 9 Minuten von Cor:

Ich erkenne so spontan nicht, was sich geändert hätte, dass das nicht mehr gilt.

 

Was, machst du etwa keine Sektorrotation, weg vom riskanten Tech-Sektor? Reduzierst das Klumpenrisiko USA? Gehst aus den Schwellenländern raus wegen politischer Risiken? Fügst endlich Small Cap Value hinzu, um Large Cap Growth auszutarieren?

 

Auf der anderen Seite... willst du etwa nicht von Künstlicher Intelligenz profitieren? Da gibt's doch sicher einen guten Themen-ETF - nur als Beimischung natürlich, um die Rendite zu steigern. Einen Clean Energy-ETF hast du hoffentlich schon, denn das ist die Zukunft!

 

Man muss schon dabeibleiben und die wesentlichen Themen in den Medien und Fachzeitschriften verfolgen. Set and forget - das war einmal! Heutzutage ist stetiges Umschichten angesagt. Am besten immer bei YouTube informieren, dann bist du immer auf dem neuesten Stand und kannst dein Depot entsprechend nachjustieren. 

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Schwachzocker
· bearbeitet von Schwachzocker
vor 32 Minuten von Cor:

Im Ernst:  Hiess es nicht immer, man soll ein weltweites Portfolio besparen, am besten mit Sparplan, und das stur und stetig über 30 Jahre und nix ändern und nur Rebalancing machen? Weil das ja rational sei und ziemlich gut funktioniert?

 

Ich erkenne so spontan nicht, was sich geändert hätte, dass das nicht mehr gilt.

 

Das einzige, was sich geändert hat, ist das Herr Kommer im Interview nicht mehr so furztrocken ist. Selbst der Umstand, dass er auf das KGV achtet, ist nicht neu.

Ansonsten könnte man vielleicht einen Water-ETF beimischen. 

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Fintastik
vor 2 Stunden von Sapine:

Der Sinn der Frage erschließt sich mir nicht. Reduktion von Branchenrisiken, niedrigerer Max DD, bessere Sharpe Ratio. Alles da was ich mir davon verspreche ohne massive Abweichung vom heiligen Gral und ohne große Renditeschmälerung gegenüber 100 % Aktien. Was hast Du Dir sonst noch erwartet? Gold scheint in Deiner Aufstellung zu fehlen. 

Fühl dich nicht gleich provoziert. Es ist eine allgemeine Frage ob 5% Gewichtungen überhaupt Sinn machen oder die Gewichtung nicht höher gesetzt werden sollte um eine Auswirkung zu spüren.

Gold siehst du in der Aufstellung nicht, weil Gold keine Branche ist und ich nur die Branchengewichtung vorgezeigt habe.

vor 2 Stunden von Sapine:

 Reduktion von Branchenrisiken, niedrigerer Max DD, bessere Sharpe Ratio.

Minderung des Branchenrisikos ok. Aber niedrigerer Max DD und bessere Sharp Ratio sind doch abhängig vom gewählten Zeitraum.

 

Anmerkung: Wie gesagt, soll keine Kritik sein oder eine Provokation deiner Portfolio-Idee, sondern viel mehr die Frage ob eine 5% Gewichtung eine Auswirkung auf das große Gesamtbild hat.

 

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Sapine
vor 1 Stunde von Fintastik:

Fühl dich nicht gleich provoziert. Es ist eine allgemeine Frage ob 5% Gewichtungen überhaupt Sinn machen oder die Gewichtung nicht höher gesetzt werden sollte um eine Auswirkung zu spüren.

Gold siehst du in der Aufstellung nicht, weil Gold keine Branche ist und ich nur die Branchengewichtung vorgezeigt habe.

Minderung des Branchenrisikos ok. Aber niedrigerer Max DD und bessere Sharp Ratio sind doch abhängig vom gewählten Zeitraum.

Meine leicht abweichende Gewichtung kommt aus theoretischen Überlegungen und ich war angenehm überrascht, wie gut das Konzept in der Vergangenheit funktioniert hat (mein curvo Link). Der Zeitraum ist natürlich viel zu kurz und das ist ja auch nicht mein Ansatz irgendetwas backtest orientiert zu optimieren. Dafür weiß ich viel zu gut was man mit Zahlen alles für einen Unsinn anstellen kann. Der Vermerk in meiner Signatur kommt nicht von ungefähr und hat mit meinem früheren Beruf zu tun. Grundsätzlich gab es sicher bessere Zeiten für die vorgeschlagene Kombi, wie 1999-2003 und auch 2007-2009. Insofern ist der "gewählte" Zeitraum sogar eher nachteilig vermute ich mal. Aber ich habe echt keine Lust da zu diggen, denn das ist nicht die Basis meiner Überlegung. 

 

Ich weiß es wird oft argumentiert, eine 5 % Beimischung hätte keinen Effekt. Aber zum einen geht es hier um 15 % aus drei defensiven Branchen und die Beimischung von Gold hat einen weiteren beruhigenden Effekt auf das Gesamtdepot. Wenn man jetzt von einer der Branchen stärker gewichtet, würde man ein Risiko in dem Bereich einfangen. Der Sinn davon ist in wirklich üblen Börsenzeiten einen softeren Draw Down zu haben. Und wer die letzten zwei großen Crashs mitgemacht hat (Corona zähle ich nicht dazu), der weiß, dass es doch eben einen Unterschied macht, ob das Depot 40 % einbricht oder 50 %. Das kann das Zünglein an der Waage sein, was einen die Nerven besser behalten lässt. Nicht der Crash als solches ist die Gefahr sondern die eigene Psyche oder noch schlimmer die vom Partner, die nach Verzweiflungstaten schreit. 

 

Ob jetzt die Idee mit den dreimal 5 % dem Optimum nahe kommt, weiß ich nicht. Man könnte alternativ auch mit Qualitätsaktien arbeiten oder bestimmten Arten von Dividenden ETFs. Halt irgendetwas, was weniger Tech drin hat und ruhiger ist als der Markt und bei der langjährigen Rendite nicht erheblich unter der Marktrendite liegt, wie es Cash Positionen tun. 

 

Mir ist die eigentliche Idee daran wichtig, dass man Risiko trotz hoher Aktienquote reduzieren kann und damit mehr Rendite einfährt als durch Beimischung von risikoarmen Anteilen. 

vor 1 Stunde von Fintastik:

Anmerkung: Wie gesagt, soll keine Kritik sein oder eine Provokation deiner Portfolio-Idee, sondern viel mehr die Frage ob eine 5% Gewichtung eine Auswirkung auf das große Gesamtbild hat.

Der niedrige Anteil bei den Beimischungen ist gewollt, denn das Ziel ist etwas was nur knapp unter der Marktrendite liegt, aber halt mit weniger deep risk. Wenn ich statt dessen andere starke Gewichtungen eingehen würde, würde ich mich zu weit von der Marktrendite entfernen. 

 

Sorry wenn ich leicht gereizt reagiert habe, es wiederholt sich permanent im Forum, dass man bei einer aktiven Strategie (und sei sie auch nah dran am passiven Investieren) unterstellt bekommt, dass man zockender Weise die Mehrrendite sucht statt das weniger an Risiko. Es gibt einfach intelligentere Lösungen als einfach den Aktienanteil zu reduzieren und Cash zu bunkern. Dabei geht es nicht ums zocken sondern ganz im Gegenteil. 

 

vor 3 Stunden von Cor:

Im Ernst:  Hiess es nicht immer, man soll ein weltweites Portfolio besparen, am besten mit Sparplan, und das stur und stetig über 30 Jahre und nix ändern und nur Rebalancing machen? Weil das ja rational sei und ziemlich gut funktioniert?

 

Ich erkenne so spontan nicht, was sich geändert hätte, dass das nicht mehr gilt.

Natürlich kannst Du das weiterhin tun und es ist rational. Nur musst du entweder einen ausreichend großen Cashspeicher haben oder alternativ gute Nerven, wenn es mal kracht. Grundsätzlich ist an der Strategie nichts falsch. Die hohe Gewichtung von EM, die vor 15-20 Jahren modern war, empfehlen heute die wenigsten. Aber was am Ende die Nase vorne haben wird, weiß keiner. Und was das rationalste ist, kann man sich auch drüber streiten. 

vor 3 Stunden von Rotenstein:

Auf der anderen Seite... willst du etwa nicht von Künstlicher Intelligenz profitieren? Da gibt's doch sicher einen guten Themen-ETF - nur als Beimischung natürlich, um die Rendite zu steigern. Einen Clean Energy-ETF hast du hoffentlich schon, denn das ist die Zukunft!

Da sind sie wieder die üblichen Vorurteile, die nahezu jede Diskussion vergiften. 

 

Und entschuldige bitte meine letzten Käufe lagen im Bereich EM. 

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Fondsanleger1966
vor 4 Stunden von Cor:

Im Ernst:  Hiess es nicht immer, man soll ein weltweites Portfolio besparen, am besten mit Sparplan, und das stur und stetig über 30 Jahre und nix ändern und nur Rebalancing machen? Weil das ja rational sei und ziemlich gut funktioniert?

Nein, das hieß es nicht immer. Z.B. war Mitte der 1990er Jahre der Sparplan auf deutsche Aktienfonds die (Mode-)Empfehlung, weil diese über Jahrzehnte hinweg die Sparpläne auf internationale Aktienfonds deutlich übertroffen hatten (das hing mit der massiven DM-Aufwertung zusammen).

 

Es gibt (fast) keine zeitlosen Empfehlungen (mit Ausnahme der Empfehlung Assets, deren künftige Wertentwicklung man nicht kennt, gleichzugewichten).

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FloG
vor 3 Minuten von Fondsanleger1966:

Z.B. war Mitte der 1990er Jahre der Sparplan auf deutsche Aktienfonds die (Mode-)Empfehlung

Wieviel World-ETFs gab es da?

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odensee
Gerade eben von FloG:

Wieviel World-ETFs gab es da?

Alternativ hätte man damals auf den UniGlobal oder den DWS Akkumula (damals noch ohne ESG) nehmen können.

https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/DE0008474024,DE0008491051,IE00B0M62Q58

(ältere Daten für MSCI World gibt es zu finden, der Chartvergleich zeigt aber, dass für die letzten X Jahre der UniGlobal ein guter Ersatz für einen MSIC World ETF gewesen wäre,

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Schwachzocker

Und die Worte "gewesen wäre" führt zu der Erkenntnis, dass man eben nicht einfach den UniGlobal oder den Akkumula nehmen konnte, denn man wusste es nicht.

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Fondsanleger1966
· bearbeitet von Fondsanleger1966

Natürlich gab es damals schon die Möglichkeit, global in Aktien anzulegen. Es hatte sich nur nicht gelohnt  EDIT: im Vergleich zu deutschen Aktien ohne Währungsrisiko. Siehe z.B. https://www.fondsweb.com/de/vergleichen/ansicht/isins/DE0008491051,DE0008474008

 

Ich bin immer wieder über die Naivität der jungen Anleger erstaunt.

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Fondsanleger1966
· bearbeitet von Fondsanleger1966
vor 7 Stunden von Rotenstein:

Meiner Meinung nach sollte jeder, der sich bei einem weltweit diversifizierten Aktien-ETF unwohl fühlt - sei es aufgrund einer als "hoch" empfundenen Bewertung oder aus anderen Gründen - darüber nachdenken, ob sein Aktienanteil nicht einfach zu hoch ist und er seine Allokation besser mit nicht-riskanten Anlagen austarieren sollte.

Eigentlich sollte diese Person sich zunächst mit den Erkenntnissen der Finanzmarkttheorie der vergangenen 70 Jahre beschäftigen und den Begriffen der Diversifikation, Korrelation und des Marktportfolios. Dann wird sich die Neigung, entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnis nur in eine Assetklasse zu investieren oder zweien (Geldmarkt zur Verdünnung), verringern.

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Rotenstein
· bearbeitet von Rotenstein
vor 25 Minuten von Fondsanleger1966:

Eigentlich sollte diese Person sich zunächst mit den Erkenntnissen der Finanzmarkttheorie der vergangenen 70 Jahre beschäftigen und den Begriffen der Diversifikation, Korrelation und des Marktportfolios. Dann wird sich die Neigung, entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntnis nur in eine Assetklasse zu investieren oder zweien (Geldmarkt zur Verdünnung), verringern.

Darum ging es aber nicht bei der Diskussion. Es ging darum, ob man aufgrund der aktuellen Bewertungssituation innerhalb des Aktieninvestments die USA oder Tech untergewichten oder ob man "defensive" Aktien oder Europa übergewichten soll. Dass ich das nicht so sehe, habe ich deutlich gemacht. 

 

Stattdessen habe ich darauf hingewiesen, dass man sich eben grundsätzlich überlegen muss, ob die Aktienquote nicht zu hoch ist, wenn man Befürchtungen bekommt - egal, ob der Markt gut läuft wie nun eben jetzt, oder ob er mal nicht so gut läuft. Das soll auch nicht despektierlich klingen, denn die Durststrecken bei Aktien können lang und schmerzhaft sein, und die Lebenssituationen der Anleger sind eben vollkommen unterschiedlich und ändern sich auch über die Zeit. 

 

Welche Rolle andere Assetklassen für einen europäischen Anleger spielen sollten, halte ich nicht für ausgemacht - ich glaube, das würde Kommer gar nicht so sehr anders sehen, Stichwort länger laufende Anleihen, Gold und Immobilien. Für einen amerikanischen Anleger sollten meiner Meinung nach Anleihen eine wichtige Rolle spielen. Man muss sicher auch unterscheiden zwischen Vermögensaufbau und Vermögenserhalt. 

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FloG
vor einer Stunde von Fondsanleger1966:

Es hatte sich nur nicht gelohnt

Ernst gemeinte Frage: Und das wusste man Mitte 1990?

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Fintastik
vor 2 Stunden von Sapine:

Meine [...] Anteilen. 

Vielen Dank für deine sehr ausführliche Antwort.

Ich selbst lese immer wieder den Thread von @Glory_Days und finde es interessant das hier tatsächlich jemand ( @Sapine) die Idee, leicht abgewandelt in Form von einer 15%-Gesamtgewichtung des Defensiven Teils und der World-Variante, sowie dem Reduktion des Gold- und Vermeidung des Rohstoff-Anteils, verfolgt.

Super! :-)

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Fondsanleger1966

Zusammenfassend lässt sich m.M.n. sagen, dass es grundsätzlich verschiedene Wege gibt, als Anleger mit der hohen Konzentration im S&P 500 umzugehen:

 

1) Ignorieren bzw. akzeptieren. Voraussetzung dafür ist ein ausreichend großes Risikobudget und ein realistischer Ansatz für MDDs und eine evtl. Minderperformance.

 

2) Equal Weight im S&P 500 zumindest für Teile des Portfolios (restliche Regionengewichtung a la Market Cap), z.B. bei hohem Einmalanlagen in der Vermögensaufbauphase.

 

3) Alternative Regionengewichtung (z.B. kontinentale Gleichgewichtung, BIP, Mischformen).

 

4) Zumischung von defensiven globalen Branchenfonds bzw. -aktien und ggf. Gold.

 

5) Verringerung der Aktienquote durch Beimischung von nicht-riskanten Anlagen wie Geldmarktanlagen.

 

6) Breite und gute Diversifizierung über verschiedene Assetklassen durch eine stärkere Orientierung am Marktportfolio, das nur ca. 15-35% Aktien enthält (je nach Abgrenzung) und dessen US-Anteil bei Berücksichtigung der globalen Börsenkapitalisierung durch den höheren China-Anteil niedriger ausfallen würde.

 

Alle Wege scheinen ihre Vor- und Nachteile zu haben, so dass die Entscheidung aufgrund der individuellen Gegebenheiten erfolgen sollte.

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AKC

Andreas Beck warnt jetzt auch: Ab 03:30 :dumb:

 

 

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west263
vor 11 Minuten von AKC:

Andreas Beck warnt jetzt auch

wenn die zwei jetzt in den Panikmodus gegangen sind, erwarte ich demnächst ein positives Video von Dirk Müller.

Das kann der nicht auf sich sitzen lassen, daß die seinen Part übernehmen.

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AKC
Gerade eben von west263:

wenn die zwei jetzt in den Panikmodus gegangen sind, erwarte ich demnächst ein positives Video von Dirk Müller.

Das kann der nicht auf sich sitzen lassen, daß die seinen Part übernehmen.

Panik würde ich nicht sagen. Beck sagt nur dass die Streuung verlorgen geht.

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Fondsanleger1966
· bearbeitet von Fondsanleger1966
vor 2 Stunden von FloG:

Ernst gemeinte Frage: Und das wusste man Mitte 1990?

 

Hier noch mal der Kontext: @Cor schrieb in #80:

Zitat

Im Ernst:  Hiess es nicht immer, man soll ein weltweites Portfolio besparen, am besten mit Sparplan, und das stur und stetig über 30 Jahre und nix ändern und nur Rebalancing machen? Weil das ja rational sei und ziemlich gut funktioniert?

Ich habe mich am "Hieß es nicht immer" gestört, weil dieses "immer" meiner Beobachtung nach oft nur um die 20 Jahre hält. ;-)

 

Als ich 1993/1994 meinen Einstieg ins Investieren vorbereitete, zeigten die einschlägigen (Sparplan-)Statistiken, dass es viel besser war, in deutsche Aktien statt in globale Aktien zu investieren, weil 1.) die (Sparplan-)Renditen über 30 Jahre höher waren und 2.) das Währungsrisiko und die damit verbundenen Schwankungen wegfielen.

 

Das war das, was man damals Mitte der 1990er wußte. Und der Blick auf den von mir verlinkten Chart in #89 zeigt das auch, wenn man von 1993/1994 zurück auf den Start ca. bei 1960 zurückblickt.

 

Wenn man jetzt statt in den Rückspiegel nach vorne schaut, stellt man fest, dass ab Anfang 1994 deutsche Aktien im Sparplan zwar zunächst noch fast immer vor den globalen lagen, diese aber ab Jahr 22/23 (also ca. 2016) an dem Sparplan auf deutsche Aktien vorbeizogen (gemessen an den Indexrenditen des Dax und des MSCI World vor allen Kosten - die Sparplan-Renditedreiecke sind beim DAI abrufbar: https://www.dai.de/rendite-dreiecke/ ).

 

Es gibt nicht viele ewige Wahrheiten beim Investieren. Wer an ein "Hieß es nicht immer ..." glaubt, hat u.U. schlechte Karten. Eine Zeit lang kann das gut gehen, aber dann ändern sich die Marktverhältnisse möglicherweise und auf einmal ist alles anders.

 

JPM präsentiert in seinem Research auf Slide 44 eine schöne Grafik zum Thema Out- und Underperformance der US-Aktien vs. EAFE (Europe, Australasia, Far East, das ist de facto der MSCI World ex US ex Canada bzw. der MSCI Europe + MSCI Pacific) aus Sicht von US-Anlegern. Dort ist der häufige gut zu erkennen. Mglw. stehen wir gerade an einem neuen Wendepunkt: https://am.jpmorgan.com/us/en/asset-management/adv/insights/market-insights/guide-to-the-markets/

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Barqu
5 hours ago, Sapine said:

Halt irgendetwas, was (...) ruhiger ist als der Markt und bei der langjährigen Rendite nicht erheblich unter der Marktrendite liegt,

Du suchst also etwas mit besserer risikoadjustierter Rendite. Da bist du nicht die erste, die das sucht. Du waerst allerdings die erste, die es gefunden haette.

 

 

 

5 hours ago, Sapine said:

Mir ist die eigentliche Idee daran wichtig, dass man Risiko trotz hoher Aktienquote reduzieren kann und damit mehr Rendite einfährt als durch Beimischung von risikoarmen Anteilen. 

 

5 hours ago, Sapine said:

Es gibt einfach intelligentere Lösungen als einfach den Aktienanteil zu reduzieren und Cash zu bunkern.

Sofern "Cash" auch Tagesgeld, Geldmarktfonds, Staatsanleihen, etc beinhaltet: Glueckwunsch zum Widerlegen des CAPM Modells. Wenn du das nun noch begruendest und einreichst, ist dir der Wirtschaftsnobelpreis sicher.

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Sapine
vor 7 Stunden von Barqu:

Du suchst also etwas mit besserer risikoadjustierter Rendite. Da bist du nicht die erste, die das sucht. Du waerst allerdings die erste, die es gefunden haette.

Klares nein. 

Es geht mir nicht um eine an der Volatilität orientierte "risikoadjustierte Rendite" sondern um die Reduzierung von Deep Risk. 

 

Was die praktische Relevanz des CAPM Modells in Börsenkrisen angeht, gibt es genug ernstzunehmende wissenschaftliche Beiträge, die aufzeigen, dass das Modell seine Grenzen hat. Ich habe hier nichts selbst erfunden sondern bin simpler Anwender und kein Wissenschaftler.

vor 9 Stunden von west263:

wenn die zwei jetzt in den Panikmodus gegangen sind, erwarte ich demnächst ein positives Video von Dirk Müller.

Vermutlich hast Du das Video nicht angeschaut, sonst würdest Du kaum von Panikmodus reden. Beck nimmt Bezug auf eine im Auftrag von Vanguard vorgenommene Studie zum Anlageverhalten von Vermögensberatern. Er zeigt auf, dass die einen guten Job machen im Umfeld von Anleiheanlagen aber einen eher schlechten in Bezug auf den Aktienanteil. Er erklärt warum dem so ist und dass die größte Gefahr für die Profitabilität die Unterinvestierung insbesondere nach Krisenzeiten angeht. Insgesamt kein gutes Zeugnis für Vermögensverwalter, die es offensichtlich versäumen ihre Mandanten über entsprechende Risiken gut aufzuklären. 

vor 8 Stunden von Fondsanleger1966:

Es gibt nicht viele ewige Wahrheiten beim Investieren. Wer an ein "Hieß es nicht immer ..." glaubt, hat u.U. schlechte Karten. Eine Zeit lang kann das gut gehen, aber dann ändern sich die Marktverhältnisse möglicherweise und auf einmal ist alles anders.

:thumbsup:

Das eigenständige Denken bleibt einem erfolgreichen Anleger nicht erspart. 

Zitat

JPM präsentiert in seinem Research auf Slide 44 eine schöne Grafik zum Thema Out- und Underperformance der US-Aktien vs. EAFE (Europe, Australasia, Far East, das ist de facto der MSCI World ex US ex Canada bzw. der MSCI Europe + MSCI Pacific) aus Sicht von US-Anlegern. Dort ist der häufige gut zu erkennen. Mglw. stehen wir gerade an einem neuen Wendepunkt: https://am.jpmorgan.com/us/en/asset-management/adv/insights/market-insights/guide-to-the-markets/

Ich kann die Stelle nicht finden. Hast Du noch einen Link der direkt auf das Dokument geht? 

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