Vor zwei Tagen revidierte STRATEC Biomedical seine Erwartungen für 2006 kräftig nach oben. An der Börse ging die Meldung im vorweihnachtlichen Trubel offenbar völlig unter. Wir haben einmal nachgerechnet und kommen zu einem erstaunlichen Resultat.
Mitte November meldete STRATEC Biomedical Systems (WKN 728900) den lang erwarteten Vermarktungsbeginn für das für die Bayer-Tochter Bayer Healthcare entwickelte Analysen-System ADVIA Centaur CP.
Am Mittwoch legte das Medizintechnikunternehmen nun auch eine angepasste Umsatz- und Gewinnprognose für 2006 vor, die das Bayer-Geschäft inkludiert. Danach soll der
Umsatz auf 55 bis 59 Millionen Euro steigen, der
Nettogewinn sogar auf 8,3 bis 9,2 Millionen Euro.
Auf Basis der umlaufenden Aktienanzahl von 3.660.139 Stücken (nach der jüngsten Kapitalerhöhung) ergibt sich damit folgendes Szenario: Der Gewinn je Aktie wird auf
2,27 bis 2,51 Euro steigen. Für 2005 erwarten wir ein Ergebnis von rund 1,10 Euro je Aktie. Somit wird sich der
Gewinn pro Aktie mehr als verdoppeln.
Daraus folgt, dass STRATEC vollkommen neu bewertet werden muss: Beim aktuellen Kurs von
41,00 Euro beträgt das 2005er-KGV 37,3. Auf Basis der neuen STRATEC-Schätzung wird sich das 2006er-KGV auf 16,3 / 18,1 mehr als halbieren. Wir halten ein KGV von 30 für einen Wachstumswert wie STRATEC für angemessen.
Das bedeutet für die STRATEC-Aktie ein Kursziel von 68 bis 75 Euro!!
STRATEC ist für seine konservativen Prognosen bekannt. Sie können also getrost davon ausgehen, dass die genannten Zahlen Mindestziele sind. Für Wachstum ist aber auch in den kommenden Jahren gesorgt: Mit dem langjährigen italienischen Partner DiaSorin S.p.A. wurde im August ein Vertragswerk unterzeichnet, das neben der Verlängerung der bestehenden Liefervereinbarung für das „LIAISON“-Analysensystem die Entwicklung und Produktion einer neuen Analysensystem-Generation bis 2007/2008 vorsieht.
Darüber hinaus steht STRATEC mit den Größten der Branche wie Roche Diagnostics, Johnson & Johnson Diagnostics oder Abbott Diagnostics in einem ständigen Dialog über ähnliche Projekte. Der Partner Bayer beispielsweise will in den kommenden 10 Jahren rund 15 Projekte realisieren. Dabei dürfte auch das eine oder andere Entwicklungsprojekt für STRATEC abfallen.
Apropos Entwicklung: Wie das Unternehmen auf dem Eigenkapitalforum im November erklärte, sind die Entwicklungskapazitäten bis 2007 komplett ausgeschöpft. Daher wird STRATEC künftig Entwicklungskapazitäten extern zukaufen. Konkrete Gespräche mit möglichen Kandidaten werden aber noch nicht geführt.
Neben der Neubewertung besteht also ausreichend Raum für zusätzliche positive Überraschungen.
Dieser Beitrag wurde von Feldmann bearbeitet: 02. Januar 2006 - 14:13